Denon S-101 (silber) bei VIDEO im Test: Kauftipp

VIDEO: Kauftipp

9/2005

Testauszug:

"...die schöne Welt des Home-Entertainments hat für manche Menschen durchaus ihre Schattenseiten. Für jene nämlich, die in erster Linie gern Musik hören und nur gelegentlich einen Film gucken, weil’s dank DVD so einfach ist und zudem aus allen Ecken kracht. Wo indes der Platz für fünf Lautsprecher oder schlichtweg die Lust fehlt, sich fürs Surround-Erlebnis in eine Wagenburg aus Boxen zu hocken, da bietet Denon eine schnuckelige Lösung – zwei kleine Zwei-Wege-Satelliten, ein Subwoofer, eine elektronische Zentrale,das war’s. Und trotzdem gibt’s Rundum-Sound, denn dank „Dolby Virtual Speaker“ musizieren die beiden Satelliten nicht nur als Frontlautsprecher; die trickreiche Schaltung weist ihnen auch die Signale für den Center- und die Rear-Kanäle zu. Der Hörer wähnt sich im Idealfall deshalb tatsächlich inmitten eines Boxen-Quintetts. „Dolby Virtual Speaker“ will das Gehör also schlichtweg überlisten. Soweit die Theorie. In der Praxis ist das S-101-System nach ein paar Minuten startklar, mit wenigen Handgriffen sind die Strippen gezogen und alle nötigen Kontakte geknüpft. Solche Leichtigkeit im Umgang ist Folge eines ausgeklügelten Konzepts. Denn der Denon ist keineswegs spartanisch aufgebaut, sondern er bietet seine überraschende Funktionsfülle eben besonders benutzerfreundlich an. So führt eine„Help“-Taste auf der Fernbedienung in allen Betriebsarten direkt in ein übersichtliches Hilfe-Menü und von dort weiter ins Setup. Hier sind Grundeinstellungen wie Abstände der beiden Lautsprecher vom Hörplatz, Position der Speaker im Raumund Reflexionsneigung des Raums, die allesamt den Klang erheblich beeinflussen, ruckzuck eingestellt. Eine Bedienungsanleitung benötigt bis dahin kaum jemand. Dennoch empfiehlt sich ihre Lektüre, da die ansonsten aufgeräumte Fernbedienung auf ihrer Rückseite und unter einer Klappe noch eine Batterie fitzeliger Knöpfe parat hält, deren Aufgaben sich nicht auf Anhieb erschließen. Zudem klärt das Manual über die üppigen Ein- und Ausgänge auf der Rückseite der Zentraleinheit auf. Obendrein assistiert es beim korrekten Anschluss der Satelliten an den Subwoofer –von der versprochenen Sicherheit vor Verpolung kann nämlich keine Rede sein. Neben opulenter Ausstattung und einfacher Bedienung bietet die schicke Vierer-Bande eine gewisse Coolness: Ein Druck aufs Knöpfchen lässt die jeweilige Funktionstaste auf der Gerätefront kurz orange-farben aufleuchten und dann edel abdimmen, die dominante Play-Taste reagiertaufbloße Berührung. Mobile Zuspielerdocken frontseitig an, auf den kultigen Apple-iPod lauert eine eigene Schnittstelle. Auf alle für ihn lesbaren Disk-Formate– er verdaut selbst Double- und Dual-Layer-Scheiben – stellt sich der Denon automatisch ein. Dabei lieferte er im Bildtest als DVD-Player durchweg scharfe, kontrastreiche Bilder, kräftig in den Farben und insgesamt harmonisch. Gebäude wie Gesichter etwa in „Das fünfte Element“ waren gut durch gezeichnet, während die zierlichen Boxen das farbenfrohe Spektakel mit einer erstaunlichen Inszenierung begleiteten: Stimmen kamen so klar aus der Mitte, als hätte dort ein Center-Speaker gestanden, Raumgleiter donnerten über die Köpfe, vorn schlugen Schüsse ein, hinten prasselten Patronenhülsen munter aus virtuellen Rear-Speakern zu Boden. Eine imposante Vorstellung mit ordentlich Wumm, wenn auch nicht ganz so anspringend wie von realen 5.1-Systemen. Doch beim anschließenden Musik-Durchgang wurden die Ohren noch malrichtig spitz. Denn was die Anlage dabei an Klangfarbentreue, exakter Abbildung und Durchzeichnung lieferte, war wirklich hörenswert: Im wuchtig treibenden „Forever More“ von Moloko (CD „Statues“) fieselte der Denon die Instrumente selbst im wachsenden Getümmel sauber auseinander. Der äußerst fragilen Stimme von Beth Gibbons (CD „Out Of Season“) spürte er bis in kleinste Bebungen nach. Orchester standen bestens gestaffelt im Raum, nicht mal heftige Dynamiksprünge brachten das Quartett aus dem Tritt. Ein Mirakel ist diese Leistung übrigens nicht: An der Abstimmung des S-101 wirkte, wie Denon betont, „einer der renommiertesten“ Boxen-Spezialisten mit..."

Gesamturteil: sehr gut

Preis/Leistung: sehr gut