Vergleichstest: Mehrkanal-Endstufen von Audionet, Rotel und Vincent
Test: Lars Mette, AREADVD
- update:07.06.06
Redaktion: Carsten Rampacher, AREADVD

Einführung
Manchmal kann es eben nie genug sein ? leistungshungrige Lautsprecher,
große Hörräume oder eben die Vorliebe nach brachialen Pegeln begründen
den Bedarf an kraftvollen Endstufen. Doch abseits von simplen Kraftanwendungen
sind Endstufen auch immer noch ein erheblicher Faktor für die Wiedergabequalität
und Umsetzungsgüte eines jeden Filmes oder Musikstückes. Es wäre daher
falsch, sich nur dann dem Einsatz einer neuen Endstufe zu widmen, wenn
mitten in der effektgewaltigen Weltraum-Schlacht der plötzlich von diesem
Leistungsabruf überforderte AV Receiver das Heimkino zu einer Schweigeminute
zwingt. Um gegenüber der 1.500,00€-Klasse der AV-Receiver auch wirklich
große Schritte zu machen, testen wir 3 Mehrkanalendstufen im Preisbereich
zwischen etwa 3.000,00 und 7.500,00€.
Sicherlich macht eine Endstufe der 7.500,00€-Klasse an einem Mittelklasse-Receiver
nicht unbedingt Sinn, jedoch soll dieser Vergleich auch Aufschluss darüber
geben, wie viel mehr an Leistung bzw. Klang in Verbindung mit der Vorstufe
eines solchen Geräts möglich ist. Im Verlauf der Test-Reihen haben wir
uns spontan entschlossen, zusätzlich zu den 3 Mehrkanalendstufen noch
2 weitere Vergleichsmöglichkeiten heranzuziehen: einmal gegenüber den
internen Endstufen des Marantz SR 8500, der für seine Gattung der AV-Receiver
bis ungefähr 1.500,00€ stellvertretend einspringt ? und
zum anderen haben wir auch hochwertige Stereoendstufen zu je 2.300,00
und 2.500,00€ antreten lassen. Ideale Rahmenbedingungen also, damit
sich die 3 Kontrahenten in jeder Hinsicht beweisen können ? und
Ihre Preise rechtfertigen müssen. Hier die Teilnehmer in der Kurz-Vorschau:

Rotels RMB1095 dürfte mit großer Sicherheit eine der bekanntesten Mehrkanal-Endstufen
sein, sie hat einen hohen Verbreitungsgrad und bewährt sich in vielen
Systemen tagtäglich. Die Rotel RMB1095 ist eine 5 Kanal-Endstufe mit THX-Zertifikat
und liegt bei ca. 3.000,00€.

Aus dem Hause Vincent kommt die Vincent
SAV-P200-Endstufe, welche mit ca. 3.000,00€ praktisch preisgleich
zum Rotel-Konkurrenten liegt. Unterschiede gibt es in der Anzahl der Kanäle,
da die Vincent SAV-P200 bis zu
6 Lautsprecher versorgt. Rein äußerlich ist das Vincent-Produkt der Dampfhammer
unter den Endstufen - wegen der opulenten Gehäuseabmessungen,
die einer brachialen Optik zuträglich sind.

Sind die beiden vorangegangenen Mehrkanal-Endstufen schon wahre Leckerbissen,
so dringt der AmpVII von Audionet in allen Belangen (zumindest auf dem
Papier) nochmals deutlich in höhere Dimensionen vor. Auch beim Preis,
denn der AmpVII kostet in der Grundausstattung mit 5 Kanälen schon etwa
7.500,00€, und wer die vollausgestattete Siebenkanal- Variante sein
Eigen nennen will, muss sein Konto um ca. 9.500,00€ erleichtern.
Wir möchten in diesem Vergleich nicht einfach nur den klanglichen
Aspekt herausstellen, sondern auch die Verarbeitungsgüte sowie die
technischen Details, wenngleich die ausführlicheren
Infos diesbezüglich noch ausführlicher in den jeweiligen
Vor-/Endstufenkombi Tests zu finden sind.
Verarbeitung

Vom Design her geht jeder Hersteller seinen eigenen Weg, die Rotel-Endstufe
hat die Kühlrippen fast über die komplette Front hinweg ? es bleiben
lediglich 5cm in der Mitte übrig, die dann für Status-LEDs und den Geräteschalter
genutzt werden. Rotel liefert die RMB1095 wie auf dem Bild in einer silbernen
oder auch in einer schwarzen Version, wo dann auch das mittlere Element
die dunkelste aller Farben trägt.
Die Vincent SAV-P200 von Vincent
(ganz unten auf dem Foto) könnte optisch wohl kaum unterschiedlicher sein
? Kühlbedarf hat auch sie zu genüge, doch werden diese durch großdimensionierte
Öffnungen an der Geräteseite und auf dem Deckel befriedigt. Die Front
stand somit den Vincent Designern zur Verfügung, um die eleganten Frontprofile
mitsamt den Rundungen zu realisieren, was in Kombination mit der immensen
Gehäusehöhe von 28cm für eine imposante Optik sorgt. Dieses Gerät gibt
es ebenfalls in schwarz und silbern.
Vom Design her gesehen ist die Audionet-Endstufe das unauffälligste Produkt
im Testfeld. Eine schlichte große Frontplatte prägt die Optik. Doch gänzlich
zurückhaltend ist das Design nun doch nicht, denn ein DOT Matrix-Gerätedisplay,
wie wir es von AV-Receivern oder Vorstufen kennen, ziert den AmpVII und
sorgt für einen edlen Look. Um einmal wieder einen der berühmten Autovergleiche
heranzuziehen ? während speziell der Vincent
SAV-P200 wie ein getunter Golf GTI wirkt, versprüht der AmpVII eher
den dezenten Chic eines Mercedes SL500. Sicherlich ist das Design letztlich
aber sowieso Geschmackssache und sollte lediglich nochmals als Einstieg
und zum Kennen lernen der Produkte dienen.
In Punkto objektiv mess- und vergleichbarer Gehäusequalität gibt es durchaus
deutliche Tendenzen festzustellen. Der Audionet AmpVII ist mit seiner
perfekten, wunschlos glücklich machenden Verarbeitung in allen Belangen
der mit deutlichem Abstand hochwertigste Kandidat, Schwachstellen gibt
es keine. Bei den beiden preiswerteren Konkurrente hat nämlich dort
seine Stärken, wo der andere schwächelt:

Hier sehen wir die Anschlusssektion der RMB1095 rechts und vom Vincent
SAV-P200 links. Sofort fällt auf, dass Vincent
zum einen etwas kleinere, zum anderen nicht so schön verarbeitete Lautsprecherterminals
bieten kann. Beim Rotel macht das Anstöpseln der Lautsprecher wesentlich
mehr Spaß, das liegt vor allem an den leichtgängigen, aber dennoch fest
zupackenden Terminals, die nicht viel schlechter sind als die Gegenstücke
beim AmpVII. Doch auch beim Vincent
SAV-P200 bedeuten die nicht ganz so hochwertigen Anschluss-Terminals
keineswegs eine richtig schlechte Handhabung, denn auch bei ihm lassen
sich sämtliche Bananenstecker und auch größere Lautsprecherkabel zuverlässig
und sicher befestigen.

Doch leider wird der gute Rotel-Eindruck beim Anblick des Gehäuses wieder
geschmälert. Hier wurde kein besonders hochwertig anmutendes Material
genommen, sondern einfaches, lackiertes Blech mit normalen Schrauben auf
das Chassis geschraubt. In dieser Rubrik führt das Gerät von Vincent,
die die Vincent SAV-P200 mit derart
hochwertigen Gehäusematerialien bestücken, dass dieser fast dem AmpVII
gefährlich werden kann. Wie sie sehen, besteht hier sogar die komplette
Seite der Endstufe aus Aluminium, welches gleichzeitig mit den großen
Kühlschlitzen und der dahinter liegenden Passivkühlung einen effektiven
Wärmeaustausch ermöglicht.

Doch letztendlich ist der AmpVII klarer Verarbeitungsmaßstab. Hier
zum Vergleich die dort vorhandenen Lautsprecher-Terminals mit
vergoldeten
Kontakten und Schutzisolierung rund um die Anschlussfelder. Und was die
Gehäusequalität betrifft, so zeigen die anderen Bilder sehr deutlich,
dass hier nicht nur gute Gehäusematerialien zum Einsatz kommen, sondern
sogar wirklich versteckte Details wie plan versenkten Schrauben ein
Zeugnis außerordentlich hoher Qualität sind.
Technischer Aufbau
Den Einstieg in die technischen Daten der 3 Geräte soll uns diese
Tabelle geben. Alle Angaben beziehen sich auf die offiziellen
Hersteller-Werte und sind daher besonders hinsichtlich der
Leistungsabgabe pro Kanal an 4 und 8 Ohm nur mit äußerster Vorsicht
miteinander zu vergleichen. Die Daten des AmpVII beziehen sich auf die
getestete Version mit 5 Kanälen.
| |
Rotel RMB-1095
|
Vincent
SAV-P200 |
Audionet AMPVII |
| Anzahl Kanäle |
5 |
6 |
5 - 7 |
| Modular aufgebaut/ aufrüstbar
|
Nein |
Nein |
Ja ? 5 Kanal Version Standard, auf
7 Kanal aufrüstbar per Modul |
| Architektur |
Zentraler Ringkerntrafo
|
Zentraler Ringkerntrafo |
Mono-Aufbau mit bis zu 7 RK-Trafos |
| Leistungsaufnahme |
800 Watt
|
Max. 2400Watt |
Max. 3600 Watt |
| Angegebene Leistung an 8 Ohm
|
5 x 200 Watt
|
6 x 200 Watt |
5 x 150 Watt |
| Angegebene Leistung an 4 Ohm |
5 x 330 Watt |
6 x 250 Watt |
5 x 250 Watt |
| Siebkapazität |
176.000 mF
|
120.000 mF |
246.000 mF |
| Gewicht |
34 kg
|
45 kg |
45 kg |
| Besonderheiten |
THX Zertifiziert
|
- |
OSD, Phasenerkennung, 2 Stromanschlüsse
etc. |
Prinzipiell liegen alle 3 Endstufen auf einem sehr hohem Niveau,
wobei ganz besonders der AmpVII als Vertreter der absoluten High-End
Geräte-Gattung mit phantastischen Daten beeindruckt. Ein wichtiger
Grund für diese Ausnahmestellung ist die Mono-Architektur, weil so jede
der 5 Endstufen ihren eigenen Ringkerntrafo und Kondensatoren zur
Verfügung hat. Zumindest auf dem Papier ist die Audionet Endstufe damit
in der Lage jedem Kanal neben extrem viel Leistung auch eine ebenso
hohe Stromlieferfähigkeit zu bieten, und dass ohne jegliche
Beeinträchtigungen untereinander. Aus diesem Grund ist es besonders
interessant, dass die Leistungsangaben in Höhe von 250Watt/4Ohm
respektive 150Watt/8Ohm sogar die niedrigsten im Feld sind. Das lässt
darauf schließen, dass Audionet bei seinen Messung schlichtweg
zurückhaltender als Rotel und Vincent zu Werke geht. Außerdem gibt es
für diese Angaben keine festen vorgeschriebenen Mess-Verfahren. So ist
weder die Frequenz, noch die Dauer festgelegt, in der die Leistung
gemessen wird.
Dass der AmpVII so heraussticht, kann aber den Rotel- und Vincent Freunden
egal sein, denn schließlich reden wir hier auch über eine völlig andere
Preisliga, in der die Audionet spielt. Unter gleichen (finanziellen) Bedingungen
liegen Rotel und Vincent zumindest auf einem ähnlicherem Level, wobei
die technischen Daten im Direktvergleich klar für die RMB-1095 von Rotel
sprechen. Wichtige Werte wie die Leistung des Netzteil oder die Siebkapazität
(nähere Infos zu diesen Werten finden sie in diesem Pioneer
VSA-AX10 Ais Test) liegen deutlich über denen der Vincent, wobei diese
ihre Leistung für 6 Kanäle aufbringen muss.
Etwas verwirrt hat uns die sehr unterschiedlichen Stromaufnahme-Angaben
von 2400Watt (Vincent) und 800Watt (Rotel) , die auf unterschiedlich
effiziente Netzteile hindeuten könnten.
Damit dieser Vergleich aber an Aussagekraft gewinnt und das hohe
Leistungsniveau aller 3 Endstufen ersichtlich wird, haben wir hier von
anderen Geräte-Gattungen deren Leistungs-Daten aufgelistet.
|
|
AV-Receiver der 1.000,00 - 1.500,00€
Klasse
Marantz SR8500
|
AV-Bolide der 5.000,00€ Klasse
Pioneer VSA AX10Ai
|
Stereo-Endstufe der 2.500,00€ Klasse
Rotel RMB-1090
|
| Anzahl Kanäle
|
7
| 7
|
2
|
| Leistungsaufnahme
|
Max. 620
Watt
|
Max. 725
Watt
|
Max. 800
Watt
|
| Angegebene Leistung an 8 Ohm
|
7 x 125 Watt
|
7 x 130 Watt
|
2 x 380 Watt
|
| Angegebene Leistung an 4 Ohm
|
Offiziell
nicht
angegeben |
Offiziell
nicht angegeben |
2 x 700 Watt
|
| Netzteil-Leistung
|
|
880 VA
|
|
| Siebkapazität
|
|
66.000 mF
|
|
| Gewicht
|
15 kg
|
34 kg
|
38 kg
|
Im Vergleich mit diesen 3 unterschiedlichen Gerätetypen kristallisiert
sich recht schnell heraus, dass reinrassige, hochwertige Stereo-Endstufen
wie die Rotel RB-1090 nochmals deutlich mehr Leistung pro Kanal zur Verfügung
stellen, bedingt durch den Wegfall von bis zu 4 weiteren Kanälen, die
zum Beispiel in der Vincent SAV-P200
zusätzlich zur Disposition stehen. Auf der anderen Seite fällt jedoch
recht schnell auf, wie wenig selbst ein potenter Pioneer
VSA-AX10Ai-S gegen die Power der hier getesteten Mehrkanalendstufen
entgegensetzen kann, ganz zu schweigen von einem ?normalen?
AV-Receiver der 1.500,00€-Klasse. Hier haben wir zum Vergleich einmal
die Endstufen-Sektion des Marantz SR8500 und darunter den Vincent
SAV-P200-Leistungsverstärker.

Marantz SR-8500

Vincent SAV-P200
Vorweg sie bemerkt: Der Marantz SR-8500 ist in seiner Klasse ein wirklich
vorzüglicher Receiver, der uns im Vergleich mit seinen Konkurrenten aufgrund
der Pegelfestigkeit und starken Endstufen positiv überraschen konnte.
Doch sehen Sie selbst: am Bespiel des Vincent
SAV-P 200 (rechts) , wo die 6 Endstufen mit ihren Transistoren und
Kondensatoren das komplette, riesige Gehäuse ausfüllen, wirkt das entsprechende
7 Kanal Pendant des Receivers (links) ungleich kleiner.
Zwischenfazit: Leistung, technische Daten
Von den technischen Daten her zeigen sich alle 3 Testgeräte als sehr beeindruckend
und untermauern dadurch auch gegenüber einem AV-Boliden ihre Daseinsberechtigung.
Untereinander sind die Unterschiede jedoch ebenfalls enorm: Die Audionet
AmpVII zieht beiden Geräten dank überlegenem Mono-Aufbau auf und davon,
mit großem Abstand dahinter folgt Rotel, während die Vincent
SAV-P200 von Vincent in dieser Rubrik das Schlusslicht bildet.
Trotzdem: Die hier gewonnenen Erkenntnisse sind mit äußerster Vorsicht
zu genießen: zum Einen sind dies nur die Herstellerangaben, die durchaus,
je nach Mess-Methode variieren können ? und zum Anderen müssen sich
die technischen Daten nicht zwangsläufig auch in besseren Ergebnissen
beim Praxis-Test auswirken. Die klanglichen Eigenschaften stehen ja sowieso
auf einem ganz anderem Blatt.
Abseits dieser Leistungsangaben zählt ebenso die Ausstattung und Bedienung
der Endstufen ? was bringen einem die besten technischen Daten,
wenn nachher eine wichtige Funktion vermisst wird ?


- Rotel RMB1095: wie es sich für eine Mehrkanalendstufe im 3.000,00€
Segment gehört, wartet die RMB1095 sowohl mit Cinch- als auch XLR-Eingängen
auf. Außerdem steht sogar ein DB25-Eingang zur Verfügung, der jedoch kaum
an Vorstufen zu finden ist und recht teure, exotische Kabel verlangt.
Per zentralen Kippschalten lassen sich gleichzeitig alle Terminals entweder
dem Cinch ? oder XLR Port zuordnen. Und es gibt sogar einen Punkt,
wo die Rotel Endstufe gegenüber dem AmpVII von Audionet im Vorteil ist:
Rotel ließ die 1095er THX-zertifizieren, was zumindest in einer komplett
THX-genormten Wiedergabekette nicht unbedingt von Nachteil ist und außerdem
ein Zeugnis darüber ablegt, dass die Roitel-Endstufe die nicht eben anspruchslosen
THX-Leistungsanforderungen meistert. Über einen 12 Volt-Trigger-Eingang
schaltet sich die Endstufe in Kombination mit einer Vorstufe aus dem gleichen
Haus zu bzw. ab. Alternativ kann hierzu natürlich auch der zentrale Ein/Ausschaltknopf
auf der Front benutzt werden. Direkt darüber informiert die Rotel RMB
1095 mit 6 LEDs über den Betriebszustand. Eine dieser LEDs signalisiert
in blauer Farbe, dass die Endstufe eingeschaltet ist, während die restlichen
5 LEDs nur dann (in Rot) aufleuchten, wenn der betreffende Kanal Probleme
verursachen sollte.


- Vincent SAV-P 200: Klare Sache
? zunächst einmal der zentrale Vorteil dieses Gerätes ist die sechste
Endstufe, die weder bei der Rotel ? noch der teureren Audionet (in
der Standardausführung) zu finden ist. Doch nicht nur diese Dreingabe
eröffnet dem Benutzer mehr Flexibilität, sondern auch die kanalabhängige
Zuweisung des Einganges: Denn Vincent verzichtet zwar auf einen DB25-Eingang,
integrierte aber sowohl XLR- als auch Cinch-Ports und stattete gleich
jeden einzelnen Kanal mit einem Wahlschalter aus. In der Praxis ist dies
ganz besonders vorteilhaft, da bei hochwertigen Vorstufen, (wie der Audionet
Map V2) die XLR-Ausgänge der Frontkanäle gleichzeitig mit den Cinch-Verbindungen
der restlichen Kanäle genutzt werden können. Auf einen 12V-Trigger-Eingang
muss der Vincent-Kunde jedoch verzichten und fürs Einschalten den großen,
auf der Front angebrachten Knopf betätigen. Den Status des Gerätes zeigen
hier 6 blaue LEDs an, die durch permanentes Leuchten gleichzeitig auch
die ordnungsgemäße Funktion der 6 Endstufen anzeigen. Leider aber lassen
sich diese LEDs nicht dimmen, so sich dass im Heimkino-Betrieb unter Umständen
ein etwas störender Einfluss ergibt.

- Audionet AmpVII: alle Vorzüge und Eigenschaften dieser Endstufe hier aufzuzählen,
würde den Rahmen dieses Vergleiches sprengen. Wenn Sie sich für dieses
Modell interessieren, empfehlen wir Ihnen einen Blick auf den vorangegangenen
Test zu werden, wo alle Funktionen dieses Ausnahme-Gerätes ausführlich
dargelegt sind. An dieser Stelle einfach nur mal eine kleine Aufzählung
in Stichwortform: Geräte-Display, darüber per Knopfdruck einstellbar u.a.
Cinch / XLR Zuweisung pro Kanal, Einschalttimer, Temperatur-Anzeige. Außerdem
vielfältige Status-Meldungen in Textform, automatische Netzphasenerkennung
inkl. Warnung bei nicht korrekter Verbindung, Ein- Ausschalttrigger besteht
bei diesem Modell aus einem herkömmlichen Lichtleiterkabel und funktioniert
zusammen mit den Audionet Surround Vorstufen Map1 und MapV2. Dazu kommt
noch der modulare Aufbau, mit dem das Gerät auf bis zu 7 Kanäle erweitert
werden kann.
Fazit: technischer Aufbau, Bedienung
Die Siegesserie des AMPVII geht unvermindert weiter, deutlich bessere
technische Daten markieren die Spitze des momentan technisch machbaren
? und auch ergonomisch glänzt dieses Produkt mit vielfältigen, innovativen
Funktionen auch dank dem einzigartigem Gerätedisplay. Die Kandidaten von
Rotel und Vincent schneiden in dieser Rubrik
gleich gut ab. Zwar kann das Rotel-Gerät etwas bessere technische Daten
aufweisen, in 2 anderen wichtigen Aspekten hat aber die Vincent
SAV-P 200 die Nase vorne: Die sechste Endstufe und die flexiblere
Eingangszuweisung gleichen den Vorsprung der Rotel RMB 1095 wieder aus.
Klangwertungen
Die Zeit des Geplänkels ist vorbei. Derjenige, der zwischen 3000 und
7500
? in eine dieser Endstufen investiert, fokussiert hauptsächlich die
hörbaren
klanglichen Fortschritte sowie die Pegelfestigkeit. Auch für uns ein
sehr interessanter Test, denn nun müssen die Geräte wirklich
überzeugende Leistungen erbringen, um ihre Preise zu rechtfertigen ?
und das, obwohl die Hersteller von AV-Boliden und gar AV-Receivern bei
jeder neuen Gerätegeneration ebenfalls den Anspruch erheben, durch die
integrierten hochwertigen, internen Endstufen dem Käufer den Griff zu
einer externen, hochwertigen Endstufe zu ersparen, zumindest wenn keine
extremst leistungszehrenden
Schallwandler daran betrieben werden.

Schwierige Anforderungen an unsere Test-Umgebung. Wir haben uns dazu
entschlossen, den Endstufen zunächst einmal maximales Entfaltungspotential
zu geben, damit wir die klanglichen Unterschiede klarer ausmachen können.
Zu diesem Zwecke läuft der Großteil des Tests auf einer Audionet Map V2
mit EPS-Modul im Gesamtwert von ca. 7.700,00€. Diese Vorstufensektion
hat erst kürzlich im Test derart überzeugen können, dass es in der absoluten
Luxus- und Highendklasse mit der "Masterpiece"-Auszeichnung gewürdigt
wurde (zusammen mit dem AmpVII). Um auch praxisnähere Umgebungen zu simulieren,
griffen wir zum Marantz SR-8500, einem sehr guten AV-Receiver der 1.500,00€-Klasse,
und testen damit im weiterem Verlauf des Testes die Klangsteigerungen
der eingebauten Endstufen im Vergleich zu den externen Modellen.
Für die Stereotests verwendeten wir die Vieta aus dem Hause Isophon.
Dieses Modell
ist mit einem Bandpass ausgestattet und erlaubt somit sehr tiefe und
druckvolle Bässe, stellt aber dadurch auch enorme Anforderungen an die
Endstufe. Bandpässe sind generell sehr niederohmig (bis zu 2 Ohm geht
die Impedanzkurve nach unten), dazu kommt noch, dass die Vieta mit ca.
80db/1 Watt einen sehr ungünstigen, uneffektiven Wirkungsgrad besitzt.
Hier muss die Endstufe also zeigen, was in Ihr steckt.
Komplettiert wird das Lautsprecher-Setup durch ein Nubert NuWave125
Surround Set , dass wir in diesem Fall ohne Subwoofer betrieben und für
Film-Sequenzen verwenden.
Als Quelle dient uns der Vincent CD-S3 CD Player, die DVDs werden vom
Denon DVD-3910 bereitgestellt. Des weiteren ist der Raum mit RTFS-Absorbern
akustisch optimiert, um dem Klangeinfluss des Raumes zu minimieren und
den Eigenklang der Testgeräte hervorzuheben.
Pegelfestigkeit
Diese Wertung wäre vergleichbar mit einem Wettrennen von 2 sehr
sportlichen und einem super-sportlichem PKW auf einer Autobahn. Unter
normalen Umständen bei üblichem Verkehr (entspricht in unserem Fall der
normalen Kombination aus Hörraum / Lautsprecher und Rücksichtsfaktor
bezüglich Nachbarn), können alle 3 Autos im gleichem Maße faszinieren
und lassen extrem viel Freude aufkommen. Unter idealen Bedingungen,
also einer komplett leeren Straße bei bestem Wetter, legt der
Supersportwagen (in unserem Fall der AmpVII von Audionet) nochmals ein
paar entscheidende km/h obendrauf und hinterlässt der Konkurrenz nur
eine Staubwolke. Außenstehende Beobachter empfinden aber bereits alle 3
teilnehmende Autos als absolut überlegen und beeindruckend ? und genau
so ergeht es den Besitzern von AV-Receivern oder Boliden im Vergleich
zu eine dieser Mehrkanalendstufen.
Um wieder komplett auf unsere Heimkino-Geräte zurückzukommen: der AmpVII
kann in extremsten Situationen zwar nochmals noch souveräner agieren und
empfiehlt sich damit selbst für größte Hörraume, aber auch die anderen
beiden Geräte legen eine derart überzeugende Vorstellung hin, dass unter
normalen bis anspruchsvollen Bedingungen noch kein signifikanter Unterschied
zum AmpVII zu erkennen ist. In fast allen Fällen dürften vorher entweder
die Belastbarkeit der Lautsprecher, die Wohlfühlzone des eigenes Gehörs
oder schlicht und ergreifend die Toleranz angrenzender Nachbarn erschöpft
sein. Zwar hat auch ein AV Bolide wie zum Beispiel der Onkyo
TX-NR5000E enorme Kraftreserven, kommt aber bei deftigen Pegeln jenseits
der 96db mit den Vietas nach einiger Zeit an einen Punkt, wo die Kontrolle
und Leichtfüßigkeit nachlassen. Dies ist zwar eine Situation, die die
wenigsten Heimkino-Besitzer in der Praxis tatsächlich provozieren, aber
in etwas geringerem Maße kann dieser Effekt am Ende eines mehrstündigen,
lauten Filmgenusses auftreten, wenn zur finalen Schlacht sämtliche Lautsprecher
die letzten Kraftreserven aus den Endstufen anfordern. Und just an diesem,
bereits sehr hohen Niveau setzen eben die hier getesteten Endstufen an,
um die Grenzen noch deutlich weiter nach hinten zu versetzen. Dies ist
auch letztlich auch zum Schutz der Lautsprecher vorteilhaft, denn während
ein blubbernder Bass nicht weiter schlimm ist, kann besonders bei günstigeren
AV-Receivern der Hochtonbereich zum Clippen neigen, und somit neben der
akustischen Atmosphäre auch den Hochtöner der Lautsprecher nachhaltig
beschädigen.
Fazit Pegelfestigkeit
Zwar ist auch hier der AmpVII wieder einmal das Maß der Dinge, profitiert
aber nicht in besonders großen Maßen davon. Nun ? der AmpVII ist
mit Sicherheit einer der brachialsten und pegelfestesten Endstufen, der
selbst größte Raume mit Leichtigkeit beschallt, aber abseits von solch
eher seltenen Umgebungen spielen die Geräte von Vincent
und Rotel auf einem Niveau wo unter normalen Begebenheiten keine Unterschiede
festzustellen sind. Und noch Eines haben alle 3 Geräte gemeinsam: selbst
AV-Boliden werden deutlich auf Distanz gehalten, wenngleich auch diese
wiederum für einen sehr großen Teil der Käuferschaft mehr als ausreichende
Pegelreserven zur Verfügung haben. Somit ist Eines klar: bei AV-Receivern
bis hin zu 3.000,00€-Klasse (den exzellenten Harman 7300 kann man
diesbezüglich zu den 5.000,00 €-Boliden zählen) macht eine Aufrüstung
durch eine diese Mehrkanalendstufen für Freunde gehobener Lautstärken
deutlich mehr Sinn, als bei Boliden ? wo es schon wirklich extreme
Pegel bzw. Lautsprecheranforderungen sein müssen, die die vorhandenen
Vorteile bezüglich der Pegelfestigkeit von Mehrkanalendstufen zur Geltung
bringen.
Klang
Wir testen hauptsächlich mit Musikmaterial, da diese höhere Anforderungen
an die klanglichen Eigenschaften der Endstufen stellt und die Charakteristik
besser zu erkennen ist als bei einem effektgeladenen Film.
Beginnen wir mit dem direkten Vergleich zwischen dem Audionet AmpVII und
der Vincent SAV-P200. Schon nach
den ersten Hörminuten stellt sich heraus, dass die Audionet- Endstufe
im Vergleich zum Vincent SAV-P 200
deutlich ?verbindlicher? spielt. Dies soll heißen, dass die
Musik unverfälschter und echter an die Lautsprecher ausgegeben wird. Im
Hörvergleich äußert sich das in einer etwas weniger basslastigen Darstellung,
die aber in den tiefen Frequenzen dafür umso druckvoller und noch präziser
umgesetzt wird. Der Vincent SAV-P
200 legt dafür mehr Augenmerk auf eine effektvolle sowie intensive
Darbietung: Zwar kann weder der unbändige Druck sowie Präzision der Bässe
erreicht werden, die der AmpVII bereitstellt, doch für seine Preisliga
offeriert die Vincent-Lösung ein sehr hohes Niveau. Man muss bei solchen
Aspekten auch den preislichen Unterschied des AmpVII mit berücksichtigen.
Nichtsdestotrotz erwiderte der Vincent
SAV-P200 die beeindruckende, homogene Vorstellung des AmpVII auf seine
ganz eigene Art: Die Musik wird einfach auf ein größeres Bass-Fundament
gestellt und am anderen Frequenzspektrum durch dezente Betonung der Höhen
markant interpretiert. In diesem Vergleich zeigt sich in einer überraschend
großen Deutlichkeit, dass die klangliche Abstimmung des AmpVII vortrefflich
gelungen ist: Stimmen geraten weder zu kräftig, noch zu schmächtig ?
und auch der immense Grad an Details trägt sein Übriges zu einem wahren
Klanggenuss bei. In einem Punkt gelingt es der Vincent
SAV-P200 jedoch überraschend gut, auf Tuchfühlung zur Audionet zu
bleiben: Beiden Produkten gemein ist die Fähigkeit, eine sehr groß wirkende
Klangbühne aufzubauen, die in der Lage ist, die Musik vom Lautsprecher
zu trennen und fast schon plastisch in den Raum zu stellen. Bleibt also
festzuhalten, dass der AmpVII klanglich eine Liga höher spielt als der
Vincent SAV-P200. Das soll jedoch
nicht so interpretiert werden, dass die Vincent
SAV-P200 keine Reize hat. Ganz im Gegenteil: Besonders für Heimkino-Anwendungen
passt diese klangliche Abstimmung sehr gut ? dazu kommt noch eine
fast ebenso guter Bühnenaufbau wie bei der edlen Audionet-Alternative.
Nun tritt auch Rotels RMB-1095 das vermeintliche schwere Duell gegen den
deutlich teureren AmpVII von Audionet an. Doch ? wer weiß ?
vielleicht erleben wir ja eine faustdicke Überraschung ? Aber auch hier
stellt sich nach ein paar Hörminuten Gewissheit ein, dass gegen den AmpVII
anscheinend kein Kraut gewachsen ist. Im weiteren Verlauf der Test-Reihen
offenbart sich der klangliche Charakter der RMB1095 im Vergleich zur Audionet
recht deutlich: konnte der Vincent
SAV-P 200 dem Audionet-Leistungsverstärker in Bezug auf den weitläufigen
Bühnenaufbau dicht auf den Fersen bleiben, so war der Rotel RMB1095 in
der Lage, bei der Detailherausarbeitung, besonders im hohem Frequenzbereich,
seine Vorzüge zur Geltung zu bringen. Ansonsten spielte die Rotel RMB1095
eher etwas zurückhaltend, denn wo den AmpVII eine vom Bass bis zu den
Höhen sehr weitläufige Darstellung auszeichnet, klingt die RMB-1095 deutlich
?kompakter?. Die einzelnen Musikinstrumente werden nicht so
schön von einander getrennt, und vor allem der Bassbereich war etwas schmal.
Wo der AmpVII im ?Imperial March? durch massive, intensive
Beckenschläge förmlich zum Erleben der Musik auffordert, muss man beim
Rotel RMB 1095 förmlich nach dem Bass suchen. Besonders im Hintergrund
begleitende Beats werden nochmals deutlich nach hinten gestellt, man hat
daher das Gefühl, dass die Rotel RMB 1095 alle Kraft und Energie des Bass-Bereiches
zur phantastischen Herausarbeitung der Details ab den mittleren Frequenzen
heranzieht. Aber ? wie soll es auch anders sein- sie kommt auch
in dieser Hinsicht kein Gerät an den vorzüglichem AmpVII heran. Wobei
zugegebenermaßen der Rotel-Leistungsverstärker in dieser Rubrik so nahe
an die Audionet-Lösung herankommt, dass erst wirklich fordernder Orchestermusik
die Vorteile des AmpVII gegenüber dem Rotel RMB-1095 aufzeigt.
Das Beste heben wir uns zum Schluss auf: Dass der AmpVII die sehr viel
günstigeren Mitbewerberprodukte deutlich im Griff hat, war zwar keineswegs
selbstverständlich, aber ebenso wenig wirklich überraschend. Viel wichtiger
? und prestigeträchtiger ? um die Gunst das Käufers ist die
direkte Gegenüberstellung beider Endstufen der 3.000,00€-Klasse.
Raum für große Überraschungen gibt es nun aber auch nicht mehr, denn im
Vergleich zum AmpVII haben sich beide Klangauslegungen recht deutlich
herausgestellt. Und so kommt es, dass sich beim Testen recht schnell die
Vincent SAV-P200 als Spaß-Maschine
entpuppt, und der Rotel RMB-1095 seine Vorzüge bei Detailliebhabern geltend
machen kann. Die Klangcharakteristiken könnten kaum verschiedener sein,
da besonders bei Rock/Pop Musik das markante Sounding der Vincent
SAV-P 200 zu einem kraft- und energiegeladenem Spektakel macht und
auch in der Raumwirkung bei nur 2 Lautsprechern wesentlich besser in Tiefe
und Breite gestaffelt ist. Diese Art von Musik, genauso wie Trance oder
Techno ist einfach nicht die Lieblingskost der Rotel-Endstufe, denn dann
kann die Detailpräzision der Höhen schnell als aggressives, weil höhenlastiges
Klangbild empfunden werden. Ganz anders sieht es bei Klassikkonzerten
oder orchestralen Filmsoundtracks aus, wo abseits vom zurückhaltendem
Bass auch sehr feine Klangnuancen herausgeschält werden, die der Vincent
SAV-P200-Hörer eher beiläufig und nebensächlich präsentiert bekommt.
Extra für die beiden 3.000,00€ Kontrahenten haben wir ihnen dann
auch noch einige Film-Sequenzen zugespielt. Sie können es sicherlich schon
erraten: Effektsequenzen wie im Pod Rennen aus "Star Wars Episode 1" vermag
die Vincent Mehrkanal-Endstufe Vincent
SAV-P200 auch bei heftigen Pegeln, mit wuchtigen Bass-Attacken und
knackigen Effekten, das Publikum wie ein Magnet anzuziehen und keine Sekunde
wieder loszulassen. Vom Klangcharakter würde diese Endstufe also ganz
eindeutig mit den ähnlich kraftvoll aufspielenden AV-Verstärkern Denon
AVC-A1XV oder vor allem Pioneer VSA-AX10Ai-S
harmonieren. Im Filmbetrieb hat die Rotel RMB-1095 Ihre Stärken an anderer
Stelle: Sie betont die Stimmen sehr markant und arbeitet dadurch die stimmeigene
Charakteristik sehr gut heraus. Zusammen mit dem generell hohen Detailreichtum
glänzt diese Endstufe also eher bei Filmen, die dialoglastig sind, oder
eine subtile Stimmung mit vielen kleinen Effekten aufbauen, wie zum Beispiel
?Signs?.
Am Ende des Tests standen nun die Unterschiede der einzelnen Geräte fest,
wobei es im Falle von Rotel und Vincent unfair wäre, einen der beiden
als klar besser zu titulieren. Uns persönlich hat der Vincent
SAV-P200 mit seiner Klangauslegung an unserem Lautsprecher-Setup im
Hörraum etwas besser gefallen, wobei ganz sicher auch die Rotel RMB-1095
seine Reize hat und seine Freunde auch weiterhin zahlreich finden wird.
Jetzt wären nur all diese Klangeindrücke nur halb soviel wert, wenn wir
sie nicht in Relation zu den Endstufen eines ?normalen? Gerätes
setzen würden und daher haben wir speziell gegenüber den Endstufen der
3.000,0€-Klasse mehrere Vergleichsläufe gemacht und sehr interessante
Aufschlüsse bekommen. Wichtig ist uns aber, dass diese Klangeindrücke
dem Marantz SR-8500 gegenüber nicht negativ gesehen werden sollten, denn
die anderen Geräte seiner Preisklasse (und zum Teil auch darüber) wären
klanglich nicht besser ? und zum Großteil sogar eher schlechter.

Ganz ehrlich: Die ersten paar Sekunden der Wiedergabe mit dem Marantz
SR 8500 überraschten uns mit einem anscheinend fast ebenbürtigen Klangniveau,
was wir anfangs kaum fassen konnten ? aber anders als zwischen den
Mehrkanalendstufen untereinander offenbaren sich die Unterschiede nach
und nach. Man darf einfach nicht erwarten, dass sofort nach dem Einschalten
der berühmte ?Aha-Effekt? eintritt ? wir würden die
Vorteile der externen Mehrkanalendstufen eher als ?Klein ?
aber ? Fein? betiteln, zumal man ja nicht vergessen darf,
dass nun keine MapV2 Vorstufe mehr zur Verfügung steht, die sämtliche
Klangdetails ? quasi auf dem Silbertablett ? zur Endstufe
schickt. Trotz allem waren nach intensiven Hören doch signifikante Unterschiede
in quasi allen Bereichen auszumachen. Um es positiv auszudrücken: Die
externen Endstufen vermochten es, gegenüber den internen Endstufen im
Receiver einen deutlich gelösteren und plastischeren Bühnenaufbau zu realisieren.
Auch wenn der Vincent SAV-P200-Leistungsverstärker
hierbei noch besser agierte als der Rotel, so sind diese Unterschiede
marginal im Vergleich zum Receiver, wo die Instrumente und Stimmen im
Direktvergleich eine zu starke Haftung an den Lautsprechern aufweisen
und sich nicht frei im Hörraum ausbreiten. Und auch hinsichtlich der Klangdetails
und Klangsouveränität konnten durch die Endstufe große Fortschritte gemacht
werden. Dazu kommt noch, dass besonders bei heftigen Lautstärken auch
die vermeintlich zurückhaltendere Rotel RMB-1095 mehr Bass-Druck und Intensität
bereitstellte als der Marantz SR8500. Außerdem ist im Direktvergleich
zu beobachten, dass der Receiver schlichtweg nicht so schnell spielen
kann wie die Endstufen. Rasch aufeinander folgende Bass-Beats kamen mit
dem Marantz gebremster und mit viel weniger ?Drive? rüber,
so wirkte dann auch schnell das ganze Klangbild ziemlich substanzlos und
leer. Unterm Strich ist also auch in einem solchen Fall die Aufwertung
durch eine der Endstufen ein großer klanglicher Gewinn, der sich zwar
nicht sofort nach ein Sekunden, dafür aber umso tiefgreifender und dezenter
offenbart.
So ? eigentlich wäre das Thema nun endgültig abgehakt. AmpVII klar
besser als Vincent und Rotel, die beide ihrerseits deutliche Vorzüge gegenüber
einem normalen, klassischem AV-Receiver
haben. Doch der AmpVII ließ uns nicht nicht ruhen. Für bald erscheinende
Stereo-Tests hatten wir in unserem Hörstudio noch je eine hochwertige
Stereo-Endstufe von Vincent und Rotel. Wir konnten der Versuchung einfach
nicht widerstehen, auch diesen Quervergleich zu ziehen. Wie geht es wohl
aus ? Kann eventuell eine der beiden Endstufen den AmpVII in die Schranken
verweisen und sich für den Sieg im Mehrkanalvergleich revanchieren ? Oder
hat der AmpVII sogar das Zeug, reinrassigen Stereokomponenten das Wasser
zu reichen, was angesichts des Mehrkanalaufbaus alles andere als selbstverständlich
ist ?

So kam es, dass sowohl der Vincent SP993, als auch die Rotel RB-1090
ihre Testpremiere in einem Surround-Special feierten.
Was uns hier sofort aufgefallen ist, dass die Vincent SP993 ziemlich laut
aufspielt, so dass wir hier erst mal eine deutliche Pegelabsenkung vornehmen
mussten. Aber auch anschließend war sie noch ein harter Gegner , weil
nämlich die Klangbalance deutlich anders, um nicht zu sagen ?besser?
als bei der hauseigenen Vincent SAV-P200
und auch der Rotel RMB-1095 war. Die Höhen klingen zwar immer noch etwas
dominant, sind dafür aber nun detaillierter und überragen sogar noch das
Rotel-Niveau, was in Verbindung mit der nun ebenfalls gemilderten Bassanhebung
mit gesteigerter Präzision dem Audionet-Gerät das Leben ziemlich schwer
machte. Trotzdem gelang es auch ihr nicht, letztendlich auf die Audionet
aufzuschließen. Das gesamte Klangbild ist immer noch detaillierter und
hinter dem genau richtig dosiertem Bass hört man einfach noch mehr Schwärze
und Kraft heraus, was sich mit zunehmender Lautstärke noch bekräftigte.
Trotzdem kann sich die Vincent SP993 damit rühmen, am Nächsten an die
Audionet herangekommen zu sein, was angesichts des verhältnismäßig günstigeren
Preises beachtlich ist, denn die Rotel RMB-1090 blieb im Wesentlich dem
Klangcharakter der 1095er Endstufe treu und konnte auch nur durch etwas
besseren Bühnenaufbau und lediglich sehr geringfügig intensiverem Bass
punkten. Beide Endstufen werden aber mit den hauseigenen Stereo-Vorstufen
in einem Einzeltest noch in gewohnter Ausführlichkeit zur ihrer Test-Ehre
gelangen und ihre gesamten Vorzüge und Klangcharakteristiken offenbaren.
Fazit

Manche mögen im Angesicht der haushohen Überlegenheit des AmpVII eine
ungerechte Testaufstellung prognostizieren. Und genau aus diesem Grunde
haben wir bereits in der Einleitung darauf hingewiesen, dass mit dem Test
ebenfalls hinterleuchtet werden soll, wie viel mehr Klang / Ausstattung
etc. für einen nochmals deutlich höheren Preis erwartet werden kann. Und
diese Antwort hat der AmpVII ganz eindeutig gegeben ? nämlich deutlich
mehr ! Mag man beim zurückhaltendem Design (trotz perfekter Verarbeitung)
noch je nach Geschmack entscheiden können, doch setzt der AmpVII mit seiner
Ausstattung und dem sehr harmonischem, detailliertem Klang die Konkurrenten
objektiv betrachtet in große Bedrängnis. Sicherlich darf bzw. muss man
solche Leistungen auch von einer solchen High-End-Komponente erwarten,
die ungefähr 7.500,00€ kostet ? aber hier kann der Käufer
wenigstens sicher sein, einen (trotz des hohen Preises) absolut fairen
und auch langfristig vorhandenen Gegenwert zu bekommen. Und genau weil
dies keineswegs bei solchen Produkten immer selbstverständlich ist, geht
der AmpVII aus diesem Test als klarer Sieger hervor.
Doch alleine durch den, für den Großteil der Heimkino-Fans utopischem
Preis, lässt der AmpVII noch viel Freiraum auf dem Markt, so sich auch
andere Produkte problemlos attraktiv positionieren können. Diese Chance
nutzt sowohl der Vincent SAV-P200
von Vincent als auch die Rotel RMB-1095 aus
dem Hause Rotel. Beide jedoch auf ihre höchst unterschiedliche Weise:
Vincent bietet ein faszinierendes Produkt für den eher effekt- und
bassfreudigen User an und spendiert neben der beeindruckenden Panzerschrankoptik
mit sehr guter Verarbeitung obendrein noch einen sechsten Kanal. Selbst
wenn mit diesem Gerät bloß eine 5.1 Konfigurationen befeuert wird, so
hätte man zumindest die Möglichkeit einen Center, wie zum Beispiel den
Nubert NuWave CS65 per Bi-Amping zu betreiben. Alles in allem also ein
hervorragendes Produkt, besonders für den klassischen, filmlastigen Heimkino-Einsatz,
welches sich mit der musikalischen, passenden Stereo-Endstufe SP993 sogar
noch sehr gut zu einer äußerst potenten und attraktiven Komplett-Lösung
ergänzen lässt. Völlig andere Tugenden findet der Rotel-Interessent: Das
Streben nach maximalem Detailreichtum steht hier im Vordergrund. So positioniert
sich die RMB-1095 nach wie vor als allererste Wahl für detailverliebte
Mehrkanalgourmets, wie wir es in unserem ausführlichem Vor-/Endstufentest
bereits vor diesem Vergleich eingestuft haben. Auch wenn unsere subjektive
Wahl eher zur Vincent SAV-P200
tendieren würde, so unterstreichen zahlreiche zufriedene RMB-1095 Besitzer
jeden Tag aufs Neue, dass auch dieses Gerät seine Vorzüge hat und keinesfalls
unterschätzt werden darf.
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