Test: NAD C375BEE+C565BEE - die neue Top-Stereokombination aus
der Classic Line
Autor: Lars Mette, AREADVD - update:
17. November 2009
Musikfreunde mit einem Faible für zweikanalige Klänge sind auch im Jahr
2009 mit einer klassischen Stereo-Anlage am Besten beraten - obwohl die
AV-Receiver Landschaft in den letzten
Generation diesbezüglich Fortschritte erzielen konnte, liefert ein reinrassiger
Stereo-Verstärker, ohne DSP-Prozessoren und Videoelektronik im Gepäck,
im Regelfall immer noch wesentlich bessere Leistungen. Für diejenigen
Anwender, die dabei höhere Anspräche haben und dafür auch ein gewisses
Investment nicht scheuen, bietet der kanadische Anbieter NAD
seit rund einem halben Jahr ein neues Geräteduo an.

Im Tausch für insgesamt ca. 2.300,00 Euro wird dem Kunden eine Vollverstärker/CD-Player
Kombination angeboten, an denen der renommierte (und namensgebende) Chefentwickler
Björn Edvard Erikson maßgeblich mitgewirkt hat und dabei sowohl klanglich
als auch ausstattungsseitig viele Ideen verwirklichen konnte. Herausgekommen
sind die Geräte NAD C375BEE
(Vollverstärker) sowie
NAD C565BEE (CD-Player),
die nun als aktuelle Speerspitze in NAD's Class Line positioniert sind
und dadurch hohe Erwartungen wecken. Hier die beiden Geräte in der Kurzvorstellung:
Der C375BEE (ca. 1.400,00 Euro)
ist ein Vollverstärker der alten Schule: Digitalwandler, LCD-Displays
oder sonstige Derivate aus der Surroundwelt sucht man hier vergeblich.
Stattdessen konzentrierten sich die Entwickler auf innovative Schaltungskonzepte
zur maximalen Klangausschöpfung. Auf Basis des bekannten NAD
C355BEE erweiterterte man die Technik um viele Merkmale aus dem Masters
- Topmodell M3, was dem C375 BEE
neben einer dedizierten Class-A Vorstufensektion, noch solch interessante
Fetures wie z.B. eine Korrekturschaltung (Distortion Cancelling Unit)
oder eine variable Stromversorgung (PowerDrive) bescherte. Ausstattungsseitig
bietet das Gerät die komplette Palette an wünschenswerten Features vom
Klangregler bis hin zu zwei schaltbaren Lautsprecherausgängen. Eine Systemfernbedienung
und RS-232 Schnittstelle sorgen für Bedienkomfort.
High-Tech findet sich auch beim C565BEE
im Wert von ca. 900,00 Euro: der komplett neuentwickelte CD-Player
kann gleich mit mehreren Überraschungen unter seinem unaufälligem Blechkleid
aufwarten. Er verfügt nämlich über die neuesten 24-Bit Wandler von Wolfson
Microelectronics, steuert diese in einer Dual-Differentialschaltung an
und lässt dem Anwender obendrein noch die freie Auswahl zwischen verschiedenen
Upsamling-Verfahren sowie Digitalfiltern. Obendrauf verfügt der Polycarbonatleser
noch über eine digitale Eingangssektion (optischer Digi-In + Front USB)
mit der zB. Speichersticks, mobile Festplatte, MP3-Player oder PCs konnektiert
werden können. Damit die Kontaktaufnahme ohne Verständigungsprobleme über
die Bühne läuft, beherrscht der Player sowohl wav, mp3 als auch wma Formate.
Desweiteren verspricht NAD einen blitzsauberen
Aufbau mit getrennten Schaltungen sowie selektierten Bauteilen, so dass
wir mit großer Spannung auf die Hörtests blicken.
Verarbeitung:
 Bei NAD hat man traditionell schon immer
den Klang in den Fokus gestellt, so dass manche Serien mit Kunststofffronten
vorlieb nehmen müssen. Bei den vorliegenden Modellen braucht man sich
darüber jedoch keine Sorgen zu machen, denn NAD
spendiert beiden Komponenten eine hochwertige Front aus poliertem Aluminium.
Unser Test-Geräteduett kleidet sich in der Farbausführung "graphit",
die einen schwarzen Farbeinschlag aufweist - auf Wunsch liefert NAD
auch eine Variante in titan. Die Linienführung ist sachlich und technisch
gehalten. Beide Geräte bieten eine traditionelle Hifi-Optik und versuchen
erst gar nicht (zB. mit Hife von Klappen oder versenkten Bedienelementen)
als Lifestyle-Produkt in Erscheinung zu treten.
 Durch den Verzicht auf kosmetische Extravaganzen
ergibt sich auch ein schlüssiges Bedienkonzept: jeder Eingang besitzt
einen eigenen Wahlschalter, der auf Knopfdruck aktiviert wird und dies
anschließend über eine blaue LED anzeigt. Auch die Speaker A/B Schaltung
wurde mit eigenen Bedienelementen+LEDs bedacht. Erfreulicherweise weist
auch der CD-Player dasselbe (blaue) Farbschema
auf, was bei früheren NAD-Kombinationen leider nicht immer der Fall
war. Eine Dimmfunktion zur Abschaltung der LEDs gibt es jedoch nicht.
Für Klangregler sowie Lautstärke stehen vier Drehregler
zur Verfügung, von denen der Pegelsteller sogar motorisiert ist
und sich bei Fernbedienungssteuerung automatisch mitbewegt. Bei
manueller Nutzung besticht er durch hervorragende Leichtgängigkeit
und eine sehr exakte Mechanik mit klar definierten Min-/Max Stellungen.
Auch haptisch ernten diese Bedienelemente wegen der Fertigung aus gut
verarbeitetem Aluminium viel Lob.
 In der Seitenansicht dominiert das
typische Bild eines konventionell verschraubten Blechdeckels. Hier muss
man schon ein paar Preisklassen höher suchen, wenn man den Wunsch
nach seitlicher Aluminiumbeplankung, oder verdeckter Verschraubung hegt
(oder einfach den fast preisgleichen Marantz PM15-S1 ins Auge fassen,
der in Bezug auf die Verarbeitungsgüte als absolute Referenz
anzusehen ist).
 Die massive Bodenplatte besitzt einige
Versteifungen sowie Öffnungen zur besseren Luftzirkulation. Bei
den Gerätestandfüsse setzt NAD auf massives Aluminium mit
integrierten Kunststoffpads, was für einen für einen
stabilen Halt des 15-Kilo-Verstärkers sorgt. Sehr erfreulich:
selbst auf der Rück- oder Unterseite sind keine scharfen Kanten zu
finden.
 Auch bei den Lautsprecher-Terminals hat sich NAD
nicht lumpen lassen: die verbauten Komponenten sind hochfest mit der
Rückwand verbunden, so dass es beim Verkabeln durchaus etwas handfester
zugehen darf. Beim Betatigen der Schraubklemmen ist das jedoch gar nicht
notwendig, da diese sogar ausgesprochen leichtgängig durch die Rillen
flutschen. Die vergoldeten Terminals nehmen sowohl größere Kabel, als
auch Bananenstecker problemlos auf.
 Handarbeit: die beiden mitgelieferten Controller
überzeugen größtenteils, sind aber hinsichtlich Funktionstiefe nicht
perfekt aufeinander abgestimmt. Der Befehlsgeber für den Verstärker
steuert zwar auch den CD-Player problemlos, hat aber (warum auch immer)
ein mittig positioniertes Navigationskreuz, weshalb die Transportfunktionen
etwas zu weit nach unten gerutscht sind. Eine Makro- oder Lernfunktion
bietet leider keiner der beiden Controller. Die Materialqualität geht
absolut in Ordnung, wenngleich die hochglanzlackierten Oberflächen im
rauen Alltagseinsatz recht abnutzungsgefährdet sein dürften. Fairerweise
möchten wir hier jedoch anmerken, dass wir auf sehr hohem Niveau kritisieren:
im Vergleich zu fast allen (!) anderen direkt vergleichbaren Geräte
liegen die NAD-Controller weit vorne. Bei Vincent oder Advance-Acoustic
sind Systemfernbedienungen komplett unbekannt, während der Controller
vom NAD C375BEE immerhin für
die Grundsteuerung einer kompletten NAD-Anlage ( Verstärker,
CD, Tuner)
ausgelegt ist.
Fazit : Das Gerätedesign stellt eine Reminiszenz an klassische Stereokomponenten
dar, wie sie vor der Zeit von Lifestyle- oder Slim-Geräten in vielen
Wohnzimmern zu finden waren. Hier muss der persönliche Geschmack entscheiden,
während die Verarbeitungsqualität wohl jeden überzeugt und der Preisklasse
absolut würdig ist.
technischer Aufbau Verstärker
 Ein Blick in den Innenaufbau - und der technikaffine
Anwender ist begeistert: sofort sticht der riesige Ringkerntransformator
ins Auge, der sich mittig hinter der Frontblende befindet. Direkt dahinter
sind die beiden Hauptkondensatoren beheimatet, von denen einer mit einem
Warnaufkleber versehen ist. Große Teile des Layouts weisen eine Dual-Mono
Architektur auf, was man hauptsächlich anhand der außen platzierten
Passivkühlkörper erkennt. Im vorderen rechten Bereich platziert NAD
ein abgeschottetes Class-A Modul inmitten einer kleinen silbernen Kammer.
Diese Komponente kommt im Vorverstärkerschaltkreis zum Einsatz und wird
mit einer weitesgehend eigenen Stromversorgung gespeist. Eine Class-A
Implementation arbeitet stets am idealen Arbeitspunkt (Vollast) und
kann deswegen gegenüber herkömmlichen Class A/B Verfahren Klangvorteile
bewirken.
In den technischen Specs spricht NAD beim C375BEE
von einem optimiertem Platinenlayout mit störungsminimierter Anordnung,
sowie der Implementation von hochwertigen und streng selektierten Bauteilen.
Desweiteren verfügt dieser Vollverstärker über ein speziell versteiftes
Chassis mit integrierten Stromschienen. Oberstes Ziel war die Realisierung
von kurzen Signalwegen, was man dem Gerät anhand seiner reduzierten
Verkabelung auch ansieht.
Nachdem Björn Edvard Erikson intensiv am Grundaufbau feilte, verpasste
er dem NAD C375 BEE noch ein
paar ganz besondere Details. Zu nennen wäre hier insbesondere eine aktive
Korrekturschaltung in der Ausgangsstufe, die unter dem Begriff "Distortion
Cancelling Unit" vermarktet wird und durch blitzschnelle Gegenkopplungen
einen extrem geringen Klirrfaktor (0,009 Prozent) sowie hervorragenden
Signal-/Rauschabstand ermöglicht. Zusätzlich gibt es noch die "BEE Clamp"
Funktion, die eine Transistorüberwachung-/steuerung darstellt, um ein
Überhitzen bei HF-intensiver Musikwiedergabe zu verhindern. NAD verspricht
sich hiervon eine deutliche Verbesserung der Hochfrequenzeigenschaften
bei starker Belastung, womit das Klangbild von lästigen Überschärfungen
oder unangebrachter Aggressivität verschont bleibt. Und damit die Lautsprecher
bestmöglich abgesichert sind, verfügt der Verstärker auch noch über
die "NAD-Softclipping" Technologie, die gefährlichen Spitzenimpulsen
entgegensteuert.
 Diese beiden Elektrolytkondensatoren im Cola-Dosen-Format
speichern insgesamt bis zu 50.000 Microfarad und stellen damit einen
sehr großen Stromspeicher dar. Intensive Bassattacken oder plötzliche
Dynamiksteigerungen sollten dem NAD
C375BEE daher ganz besonders gut liegen. Die beiden blauen Halterungen
verhindern Eigenschwingungen, die sich ansonsten im Klang in Form von
Unsauberkeiten bemerkbar machen könnten. Eine Besonderheit stellt die
Beschaltung via "Power-Drive" dar, mit der sich der Verstärker an die
Musik anpasst und die Kondensatoren entweder hinsichtlich maximaler
Spannung oder Stromstärke nutzen kann. Die Endstufen sind damit der
Lage, unabhängig von der Lautsprecherimpedanz die maximale Leistung
zur Verfügung zu stellen. NAD verspricht in diesem Zusammenhang echte
2x150 Watt Dauer-Sinus zwischen allen Lasten von 4 bis 8 Ohm, wobei
auch noch niedrigere Lasten problemlos angetrieben werden sollen.
 Die Anschlusssektion präsentiert sich aufgeräumt.
Der NAD C375BEE verfügt über
7 Stereo-Cinch Eingänge auf der Rückseite, sowie einen 3,5mm Klinkenstecker
als Front-AV Schnittstelle (zur Einbindung von iPods etc.). Sämtliche
Signaleingänge werden dabei mit Hilfe von Präzisionsrelais gesteuert.
NAD hat sich gegen ein fest integriertes Phonomodul entschieden, da
viele Anwender jenes Bauteil nicht nutzen würden und den Vinyl-Liebhabern
die Qualität einer "normalen" Lösung oft nicht ausreicht. Deswegen ist
der NAD C375BEE diesbezüglich
modular aufgebaut und erlaubt das nachträgliche Aufrüsten mit dem Vorverstärkermodul
PP 375. Zu Steuerungszwecken findet man noch einen RS232-Anschluss,
der unter anderem mit AMX und Crestro kompatibel ist.

Im Detail offenbart der NAD
C375BEE eine ungeahnte Variabilität: das Gerät kommt mit zwei Stereo-Cinch
Vorstufenausgängen, von denen ein Paar mit Hilfe des oben abgebildeten
Reglers justiert werden kann. Damit gehen Einbindungen von zusätzlichen
Endstufen einfacher vonstatten. Die beiden internen Endstufen des NAD
C 375 BEE lassen sich per Umschalter (ganz rechts im Bild) in einen
Brückenmodus versetzen, so dass das Gerät als Monoverstärker operiert.
Desweiteren punktet der Verstärker mit einer Auftrennung zwischen Vor-
und Endstufe, was das Einschleifen von Equalizinggeräten wie zB. ein Nubert
ATM-Modul ermöglicht. Eine Heimkino By-Pass Funktion fehlt hingegen leider.
Als Klangregelung kommt der NAD
C375 BEE mit Drehreglern für Bässe und Höhen, wobei NAD großen Wert
auf eine präzise Arbeitsweise gelegt hat, bei dem der Mittenbereich unberührt
bleibt.
die wichtigsten technischen Daten in der Zusammenfassung:
| Modell |
NAD C375BEE |
| Aufbau |
Stereo Vollverstärker mit Class-A Vorstufensektion mit diskretem
Layout für jeden Kanal |
| Leistung@8Ohm |
2x150 Watt Sinus / 2x 600 Watt dynamische Musikleistung |
| Anschlüsse |
7x Line-In
2x Pre-Out
1x Main-In
1x 3,5mm Kopfhörer
1x Front-AV Klinke 3,5mm
Lautsprecher A/B
IR/12V und RS232 |
| Besonderheiten |
Endstufen in Brückenbetrieb schaltbar
PowerDrive Schaltung
Distortion Cancelling Unit
BEE Anti-Saturation Clamp
Soft Clipping Schaltung
abschaltbare Klangregler mit exaktem Arbeitsbereich
regelbarer Vorstufenausgang |
| Abmessungen |
43,5 x 15,0 x 39,6 cm (B,H,T) |
| Gewicht |
15,3 Kilogramm |
technischer Aufbau CD-Spieler
 Gegenüber dem Vollverstärker ruft der Blick
in den NAD C565BEE ungleich
weniger spontane Entzückung hervor, doch für einen CD-Player
finden sich bei detaillierter Betrachtung auch hier viele interessante
Aspekte. Die Netzteilsektion ist größtenteils auf einer kleinen Platine
links vom Laufwerk beheimatet und wird über den nahegelegenen Ringkerntransformator
vorsorgt. Eine verchromte Abdeckung sorgt für Schirmung zwischen Trafo
und den restlichen Baugruppen. Das Stromkonzept des NAD
C565 BEE ist so ausgelegt, dass fast jede Sektion direkt Vor-Ort
eine Regelung und Stablisierung der jeweils benötigen Betriebsspannung
erfährt. Die Verkabelung ist für einen CD-Player
recht umfangreich ausgefallen, wobei diesbezüglich die kurzen Verbindungswege
sehr zu loben sind. Weite Teile des Innenlebens werden von Digitalelektronik
bevölkert - die analogen Sektionen finden sich im hinteren Bereich nahe
den Cinchausgängen. Laut NAD ist das Gerät
hinsichtlich Schaltwegen und Stromversorgung für eine maximale Trennung
zwischen Analog- und Digitalebene konzipiert.
 Die Rückseites des NAD
C56 5BEE bietet sämtliche Ausgabeschnittstellen, die man in der
vorliegenden Preisklasse erwarten kann (1x analog Cinch, 1x digital
optisch, 1x digital coaxial). Abgesehen vom RS232 Eingang (der für Steuerungszwecke
gedacht ist), stellt speziell der optische Digitaleingang eine Besonderheit
dar. Damit mutiert der NAD C565BEE
vom klassischen CD-Player zu einer vielseitigen
Quelle inklusive Wandlerfunktion. Im Sinne einer hochwertigen Signalübertragung
wäre ein coaxialer Eingang zwar fraglos die wünschenswertere Version
gewesen, doch andererseits hat man per optischem Anschluss den Vorteil
einer brummschleifenfreien Verbindung mit massekritischen Endgeräte
wie PCs oder Sat-Receiver.
Unabhängig davon, ob die Digitaldaten von
CD, USB oder externer Einspeisung in das Gerät gelangen, bietet der
NAD C 565 BEE verschiedene
Abtastraten und Digitalfilter an. Zusätzlich zur originären Abtastfrequenz
kann der Anwender über den Taste "SRC" auf der Gerätefront noch zwischen
96 sowie 192 Kilohertz umschalten. Dazu kommen noch 5 variable Digitalfilter
(über Fernbedienung steuerbar) mit unterschiedlich abgestimmten Kombinationen
aus Gruppenlaufzeiten, Sperrband-Charakteristiken und Welligkeiten.
Sowohl das Upsampling als auch Filtering kommt logischerweise ausschließlich
bei analoger Signalausgabe zum Tragen. Nachdem die Signale entsprechend
vorbereitet sind, übernimmt ein hochwertiger DAC vom Premiumanbieter
"Wolfson" die Umsetzung und leitet die Musik über eine hochwertige analoge
Aussgangsstufe an den Verstärker weiter.
 Über den USB 1.1 -Eingang akzeptiert der NAD
C565BEE wav-, mp3- sowie wav-Files. Diese Dateien müssen dabei nicht
zwangweise auf einem USB-Stick vorliegen, denn auch mobile Festplatten
(nur im FAT16 und 32 Format) oder MP3-Player können direkt am Gerät
angedockt werden. Bei unserem Check mit diversen Laufwerken konnte der
NAD-Player nicht nur mit einer hohen Kompatibilität aufwarten, sondern
bestach auch mit kurzen Einlesezeiten. Dasselbe gilt auch für den klassischen
CD-Betrieb, wo der Player erfreulichweise nicht nur Originalscheiben,
sondern auch CD-R und CD-RWs klaglos entgegennimmt. Die Fehlerkorrektur
bei zerkratzten Medien liegt im oberen Bereich, stellt aber keine neue
Rekorde auf.

Das große VFD-Display informiert den Musikhörer nicht nur per CD-Text über
den laufenden Song, sondern sorgt auch bei MP3 und WMA Filmes für eine
zuverlässige Anzeige von Ordner und Dateiauswahl. Maximal unterstützt
der C565BEE 65408 Dateien. Pro
Ordner dürfen sich bis zu 511 Lieder tummeln und an Unterverzeichnissen
schaut das Gerät bis in die achte Ebene hinein. Die höchste unterstützte
Bitrate liegt bei 320kb, wobei auch VBR unterstützt wird.
Die wichtigsten Daten in der Übersicht:
| Modell |
NAD C565BEE |
| Anschlüsse |
Stereo Cinch out
coaxial+optisch Digital out
USB+ optisch Digital in
IR, 12V Trigger, RS232 |
| Besonderheiten |
D/A Wandler mit wählbarer Sampling-Rate bis 192kHz
fünf wählbare Digitalfilter
USB + optischer Digitaleingang |
| Abmessungen |
43,5 x 8,6 x 29,3cm (B,H,T) |
| Gewicht |
6,6 Kilogramm |
Test-Umgebung:
Die Isophon Arabba mit Diamandhochtöner war uns behilflich, das klangliche
Niveau der NAD-Komponenten komplett auszuschöpfen. Dieser Ausnahmelautsprecher
besitzt eine enorme Authenzität, frappierende Detaillierungskünste sowie
eine beispiellose temperamentvolle Dynamik. Sicherlich wird nicht jeder
ein Paar Lautsprecher im Wert eines Mittelklassewagens zur Verfügung haben.
Als zweiten Anhaltspunkt haben wir daher mit der Monitor Audio Platinum
300 ein deutlich günstigeres Modell hinzugezogen. Ihr Verstärkungsbedarf
liegt zwar ungleich niedriger als bei der Isophon-Box, doch die klangliche
Auslegung fokussiert ebenfalls eine neutrale und audiophile Spielweise.
Die überwiegende Mehrzahl der Testläufe fand in unserem High-End Studio
statt, wo aufgrund intensiver raumakustischer Maßnahmen sichergestellt
ist, dass die klanglichen Eindrücke auch tatsächlich der Elektronik zuzuschreiben
sind.
Unsere hauptsächlich eingesetzte Referenz-Hardware in der Übersicht:
| Lautsprecher |
Isophon Arabba
Monitor Audio Platinum 300 |
| Elektronik |
Audionet AmpVII
Audionet PreG2 + MapV2
Cinemike AVP-A1HDA Pioneer SC-LX90
|
| Quellgeräte |
Cinemike DVD-A1UD Pioneer BDP-LX91 |
| Peripherie |
Sim2 C3X1080 mit Cinemike Tuning
Image iMasque vollmaskierbar, akustisch transp. |
AREADVD Baden-Württemberg arbeitet hauptsächlich mit Kabeln von: Mogami
(Lautsprecher),
German High-End (NF), Silent-Wire (HDMI), Supra (Subwoofer-XLR) und Audionet
(Netzkabel).
Höreindrücke:
Im Hörtest legt die NAD-Kombi eine fulminante Leistung aufs Parkett.
Beide Komponenten sind hervorragend aufeinander abgestimmt und lassen
diesselbe akustische Handschrift erkennen. Der grundlegende Charakter
wird von Kraft und Offensivgeist definiert, wobei auch die Detaillierungskünste
und Klangtransparenz eine besondere Erwähnung verdienen. In tonaler Hinsicht
wird eine kleine Extraportion Strahlkraft im oberen Frequenzbereich, sowie
eine minimale Bassbetonung unterhalb 150 Hertz geboten, ohne dabei aber
in ein störendes tonales Ungleichgewicht zu fallen. Das mittlere Frequenzspektrum
darf sich an einer sorgfältigen Durchzeichnung erfreuen, zumal die Anbindung
an Bass und Hochton sehr harmonisch vonstatten geht. NAD Verstärker galten
allgemein noch nie als asketisch-veranlagt, was die Bassdarstellung betrifft.
Unsere aktuellen Test-Probanten machen da keine Ausnahme und sorgen für
eine druckvolle und nachhaltige Umsetzung von tiefen Frequenzen. Im Vergleich
zu manch früheren Modellgenerationen ist jedoch eine deutlich geschliffenere
Vorgehensweise zu erkennen, während die ohnehin schon immer gute Präzision
sogar nochmal ein ordentliches Stück besser geworden ist. Insgesamt stellt
sich somit eine bestechende Bassdifferenzierung dar, die hauptsächlich
den Endstufes des C375BEE zu
verdanken ist. Was hier im tiefsten Frequenzkeller unterhalb der 60 Hertz-Marke
an Konturierung geboten wird, setzt für die Preisklasse neue Maßstäbe.
Selbst das Ein-/Auschwingverhalten laut gespielter Paukenschläge setzt
der Verstärker gleichermaßen sensibel-differenziert, wie ungebremst-nachdrücklich
um. Viel besser geht das selbst in der absoluten High-End Klasse nicht
mehr! Durch die generell vorzügliche Bassdarstellung eignet sich das NAD-Gespann
gleichermaßen hervorragend für das komplette Anforderungsprofil zwischen
kickbassbetonter Technomusik und tiefspielenden/großvolumigen Kirchenorgeln.
Ein wesentlicher Schlüssel zur delikaten Klangverköstigung liegt dabei
auch in der schnellen und zugleich souveränen Geschwindigkeit begründet,
mit der sich das NAD-Gespann durch die Musik arbeitet. Zu keinem Zweitpunkt
stellt sich ein überforderter oder lethargischer Eindruck ein. Im mittleren
Frequenzbereich führt diese Eigenschaft zu einer klar-durchstruktierten
Wiedergabe mit guter Trennung der einzelnen akustischen Ereignisse. Gesangselemente
erlangen durch die exakt umrissene Darstellung an atmosphärischer Dichte
und Eindringlichkeit - speziell bei der Umsetzung von großen Stimmvolumina
brilliert das Test-Gespann förmlich. Zart gehauchte Frauenstimmen setzt
die Kombination ebenfalls gekonnt um, die trotz der minimal vordergründigen
Hochtondarstellung immer noch ein beachtliches Maß an Klangtransparenz
generiert. Während bei neuen Hifi-Komponenten oft zu beobachten ist, dass
manche Hersteller durch absichtlich hinzugefügte Seidigkeit, eine wohlklingendere
Spielweise erreichen wollen, verfolgte NAD-Entwickler Björn Edvard Eriksson
offenbar ein anderes Maxime. Der Hochtonbereich erscheint mit der C375
/ 565BEE-Kombi keinesfall glattgelutscht
oder weichgezeichnet, sondern präsentiert sich mit einer strahlungskräftigen
Auskleidung. Im Vergleich zu zurückhaltenden Artgenossen mag das NAD-Gespann
daher auf den ersten Höreindruck durchaus etwas aggressiver und fordernder
wirken, doch durch seine immense Detaillierungsgeschwindigkeit besitzen
die Geräte sogar eine erstklassige Auflösung ohne übertriebene Schärfe.
Einzig die Durchsichtigkeit und filigrane Detaillierung der hinteren Klangebenen
gelingt einzelnen, auf HT-transparenz gezüchteten, Geräten etwas besser.
Allerdings muss man in diesem Zusammenhang erwähnen, dass die typisch
eingesetzten Lautsprecher nur selten jene Eigenschaften voll ausschöpfen
können. In den meisten Fällen stellt die klare und prägnante Hochtonspielweise
mit Lautsprechern wie zB. einer Nubert nuLine-122 eine gesamtheitlich
schlüssigere Wiedergabekette dar. (Mehr Informationen hinsichtlich Kombinationsempfehlung
finden Sie am Ende dieser Rubrik) Betrachtet man die Disziplinen Pegelfestigkeit
und Dynamik, so muss man besonders dem C375BEE-Verstärker
ein Sonderlob aussprechen: er schüttelt selbst heftige Bassgewitter und
Dynamikschwankungen mit stoischer Ruhe aus seinen beiden Kanälen. Die
geringe Gehäuseerwärmung ist ebenfalls als Indiz seiner außerordentlichen
Leistungsfähigkeit zu betrachten. Selbst nach stundenlangem Betrieb mit
über 100db an leistungszehrenden Schallwandlern wirkt das NAD-Kraftwerk
entspannt und locker. Sowohl die Basspräzision, als auch die Verzerrungsfreiheit
im oberen Frequenzbereich bleiben konstant auf hohem Niveau erhalten.
Um überhaupt signifikant bessere Leistungen zu erhalten, muss man bereits
zu Monoblöcken aus dem High-End Bereich greifen. Dies dürfte aber nur
für pegelhungrige Perfektionisten mit sehr hochklassigen Lautsprechern,
optimierter Raumakustik und großen Hörräumen relevant sein, denn "schon"
mit dem NAD C375 BEE kann man
mühelos große Lokalitäten jenseits der 35m² mit beinahe jedem Schallwandler
derart mühelos beschallen, dass selbst so mancher Diskobetreiber feuchte
Augen bekommt. Obwohl die NAD-Kombi feindynamische Akzentuierungen ausgezeichnet
modelliert, so verhilft der Verstärker speziell den grobdynamischen Attacken
zu einem impulsiven und (wortwörtlich) beeindruckendem Auftritt. Auf diese
Weise profitieren auch Anwender mit durchschnittlichen Pegelvorlieben
von den enormen Kraftreserven.
Nachfolgend möchten wir die Spielweise der NAD-Kombi am Beispiel
vom Titel "Fallen" der US-amerikanischen Rockband Evanescence
verdeutlichen:
Gleich zu Beginn wird eine klare Differenzierung der Klavieranschläge hinsichtlich
Feindynamik und Klangfarbe geboten, bei der sogar das unterschiedliche
Einklingverhalten der einzelnen Tasten herausgearbeitet wird. Die einsetzende
Stimme erscheint klar und legt sich dank einer guten Transparenz nicht
auf das restliche akustische Geschehen, sondern erlaubt auch weiterhin
eine gute Wahrnehmung der Instrumente. Besonders erwähnenswert ist in
diesem Zusammenhang ebenfalls die klangliche Differenzierung der einsetzenden
Geigen, ohne die sekundäre Ebene (Klavier) zu sehr in den Hintergrund
zu drängen. Durch die hochdetaillierte und substanzvolle Spielweise stellt
sich ein realistischer Eindruck ein, der sich deutlich vom synthetisch/künstlichen
Flair manch analytisch/steril abgestimmter Mitbewerbermodelle unterscheidet.
Hierunter fällt auch die exzellente Umsetzung der natürlich schwingenden
Geigen mitsamt körperhafter Grundtonvolumen. Die Umsetzung der "S-Laute"
im Gesang erfolgt überdurchschnittlich klar, aber nicht unangenehm prägnant
oder gar störend. Warm abgestimmte Verstärker vermitteln jedoch etwas
mehr Schmelz und Timbre, als es beim NAD-Gespann der Fall ist. Die Einarbeitung
der Akustikgitarre auf dem rechten Kanal kurz nach Begin der dritte Minute
gelingt dem NAD-Duett hervorragend und mit viel Sensibilität und Feinnervigkeit.
Weil dieser Titel zu Großteilen nur von Klavier- und Geigenelementen getragen
wird, ist eine sorgfältige Einzeldarstellung für eine gesamtheitlich ansprechende
Wiedergabe zwingend erforderlich. Die NAD-Kombi beweist diesbezüglich,
dass sie nicht nur mit komplexen "Bombastproduktionen" gut zurechtkommt,
sondern auch kleinere Arrangements mit viel Hingabe und Spielfluss absolut
überzeugend zum Leben erweckt. Die räumliche Wiedergabe spannt ein überzeugendes
Stereopanaroma auf, bei dem die Sängerin in exzellenter Manier punktgenau
inmitten der Lautsprecher lokalisierbar ist. Die gegebene Bühnenstaffelung
hinsichtlich der Raumtiefe könnte kaum besser sein und fächert das akustische
Geschehen gut auf. Manche Passagen der Instrumentalbegleitung sind nicht
auf exakte Ortbarkeit getrimmt, was die NAD-Kombi erfreulicherweise auch
gar nicht fälschlicherweise versucht zu ändern. Hier orientiert sich NAD
an der altehrwürdigen HiFi-Richtlinie einer möglichst aufnahmegetreuen
Reproduktion.
Einordnung im Markt anhand einiger Direktvergleiche:

Marantz PM15S1 + Marantz SA11S2
Die Vorgänger der aktuellen S2-Generationen kennen wir aus unserem Test-Alltag
sehr gut. Salopp formuliert, könnte man dieses Gespann als klanglichen
Gegenpol zur NAD-Kombination einordnen: die Tonalität weist einen warmen
Charakter mit seidiger Hochtondarstellung und besonders körperhafter/schmelziger
Mittenwiedergabe auf. Im Bassbereich schiebt die Marantz-Kombi ordentlich
an, ohne die Trockenheit und Präzision von NAD
zu erreichen. Feindynamisch kann sich insbesondere der Marantz SA11S1
von seinem NAD-Pendant absetzen, wobei in Bezug auf Pegelfestigkeit und
Grobdynamik ein Klassenunterschied zwischen den Verstärkern besteht. Bei
der Raumdarstellung nimmt sich die Marantzkombi etwas mehr interpretatorische
Freiheiten heraus, während NAD C375
BEE / NAD C565BEE ehrlicher
aber zugleich auch etwas nüchterner agieren. Fazit: die besonders liebevoll
verarbeiteten Marantz-Geräte stellen für Freunde eines leicht schön-geschminkten
Klanges eine gute Wahl für Jazz- und Blues Liebhaber dar, die NAD-Kombi
spielt direkter, schneller und präziser.
 Vincent SV-234 + Vincent
CD-S5
Die beiden Vincent-Geräte stellen den wohl härtesten Gegner für die
NAD-Kombi dar: mal abgesehen vom höheren Preis, handelt es sich hier um
ausgeprochen reizvolle abgestimmte Komponenten, die sich tonal zwischen
Marantz und NAD einordnen. Der Vincent
SV-234 sorgt ebenfalls für viel Volumen im Basskeller und setzt im
Hochtonbereich auf ein ausgewogenes Verhältnis von Strahlkraft und Seidigkeit.
Im Vergleich zum NAD C375BEE
setzt er hochfrequente Technoeffekte nicht ganz so prägnant um, klingt
dafür aber bei blechernen Blasinstrumenten etwas lässig/entspannter. In
Bezug auf Dynamik und Pegelfestigkeit unterscheiden sich die beiden Geräte
nur in Nuancen, mit minimalem Vorteil für den NAD. Die Raumabbildung erfolgt
bei Vincent noch einen Tick gelöster und weitläufiger, während das NAD-Duett
mehr Ortungsschärfe zu bieten hat. Bei den Quellgeräten schlägt sich der
C565BEE wacker gegen den deutlich
teureren Vincent CD-S 5, kann
aber nicht leugnen, dass er nicht ganz an die Klangruhe und Feinnervigkeit
seines deutsch/chinesischen Kontrahenten herankommt. In der Basspräzision
kann er sogar absolut mithalten, zumal er mit seinem USB- und Digitaleingang
die wesentlich bessere Ausstattung aufweist und auch durch schnellere
Zugriffszeiten begeistert.
 Advance Acoustic MAP 305 DAII
+ MCD 203 II
Beim französischen Anbieter gibt es viel Technik für wenig Geld. So
bringt der Class-A/AB Vollverstärker gleich fünf Digitaleingänge mitsamt
hochwertiger Wandlersektion mit. Der CD-Player vom Typ MCD 203 II besitzt
eine Röhrenausgangsstufe, die ihn klanglich mit besonders natürlicher
Klangwiedergabe segnet. Bei extrem schneller Musik kommt er gegenüber
dem NAD C565BEE zwar ins Hintertreffen,
dafür spielt er noch räumlicher und kultivierter. Die Klangcharakteristik
der beiden Vollverstärker tendieren in diesselbe Richtung, wobei der Advance
Acoustic MAP 305 DAII einen etwas analytischeren Flair mit härterer
Hoch- und Mitteltonwiedergabe aufweist. Im Bass spielt der NAD gleichermaßen
druckvoller wie auch präziser. Obwohl man dem französischen HiFi-Verstärker
sicherlich nicht vorwerfen kann, wenig Dynamik und Pegelfestigkeit zu
besitzen, so macht der C375BEE
diesbezüglich seine höhere Preisklasse klar deutlich. Die gebotene Bühnenstaffelung
ist hinsichtlich Staffelung und Ortbarkeit auf einem vergleichbaren Level,
der bei den Quellgeräten (zugunsten der Räumlichkeit vom MCD203 II) größer
ausfällt als bei den Verstärkern (hier bietet der C375BEE
minimal mehr Präzision).

Die NAD-Kombi aus C375BEE
und C565BEE hat uns nicht
nur beim Testen ihrer eigenen Klangqualitäten überzeugt, sondern erspielte
sich einen festen Platz als Referenzelektronik in unserem Redaktionsalltag
für Lautsprechertests. Die beiden Geräte eignen sich dafür durch ihre
fernbedienbare A/B Schaltung ganz besonders gut, außerdem sorgt die
hohe Klangtreue/-präzision für gute Rahmenbedingungen. Selbst High-End
Schallwandler wie den oben abgebildeten Cygnus Audio Quasar und Isophon
FRC, betreiben wir regelmäßig an den NAD-Komponenten. Deswegen können
wir fundierte Aussagen über besonders vorteilhafte Kombinationsmöglichkeiten
vornehmen.
Unserer Meinung nach harmoniert das NAD-Duett am besten mit neutral
abgestimmten und basspotenten Standlautsprechern, wie zB. der Nubert
nuVero14. Diese Paarung zeichnet sich außerdem durch eine ähnlich
prägnante Hochtoncharakteristik, sowie der gebotenen Durchzeichnungsgeschwindigkeit
aus. Lautsprecher mit leichter Bassbetonung und seidig-angenehmen
Hochtonbereich (zB. Whafedale Opus²-2) fallen ebenfalls in das Beuteschema
von C375 / 565BEE,
da sich in solchen Fällen eine sehr reizvolle Bassdarstellung (besonders
substanzvoll und trotzdem präzise) einstellt, während die oberen Frequenzen
etwas "wachgekitzelt" werden. Aus diesem Grund können wir auch die
komplette Aurum-Modellreihe zwischen Montan und Titan als sinnvolle
Spielgefährten empfehlen, zumal sich überragende Leistungsfähigkeit
des NAD C375BEE-Verstärkers
als formidabler Antrieb für die leistungshungrigen Titan VII erweist.
Unter den gegebenen Rahmenbedingungen schlägt sich die NAD-Kombi sogar
mit audiophil- und äußerst feinsinnig veranlagten Lautsprechern recht
gut, wobei unsere Audionet High-End Vor-/Endstufenkombination mit
einem Päärchen Isophon Cassiano zugegebenermaßen in einer anderen
Liga spielt. In Anbetracht der Preisdifferenz von über 20.000 Euro
darf man das aber auch erwarten. Bei Modellen mit leicht analytischem
Touch, wie zB. der Monitor Audio GS-60 besteht eine leichte Tendenz
zu einer überschärften Spielweise, so dass man hier unbedingt vorher
probehören sollte. Am Beispiel von Monitor Audio sieht man jedoch
auch, dass man bei Pauschalaussagen in Bezug auf "Herstellerklang"
sehr vorsichtig sein muss, weil speziell die Platinum 300 eine ausgewogenere
Klangcharakteristik aufweist und exzellent mit der NAD-Kombi harmoniert.
Besitzer von besonders analytisch abgestimmten Lautsprechern (z.B.
Piega TC70x) sind unserer Meinung nach mit einer röhrenbestückten
Zuspielung besser beraten, da hiermit im Regelfall eine sensiblere
Darstellung im Mittel-/Hochtonspektrum erzielt wird und im unteren
Bereich ohnehin kein großer Fokus auf der Realisierung von Druck und
Tiefgang liegt.
Fazit:

Glückwunsch an NAD: die Kombination aus C375BEE
und C565BEE erweist sich als
hervorragend ausbalanciertes Stereogespann, bei dem klangliche und funktionelle
Attribute gleichermaßen überzeugen. Besonderen Lob verdienen sich die
Entwickler für die konsequent umgesetzte Grundphilosophie, die einen möglichst
puristischen und leistungsstarken Vollverstärker vorsieht, während das
Quellgerät mit interessanten Features für Variabilität und Komfort sorgt.
Dementsprechend gestalten sich auch die jeweiligen Einzelprofile: der
NAD C375 BEE bietet alle Funktionen,
die man von einem Gerät seiner Klasse erwarten kann. Lediglich eine By-Pass
Funktion zur Integration in Surroundsysteme wäre noch wünschenswert. Während
das äußere Design handwerklich überzeugt, aber optisch recht nüchtern
daherkommt, brennt der NAD Zweikanalspezialist hinsichtlich des Innenaufbaus
ein Feuerwerk ab: auch wenn es sich formell wie eine absolut ausgelutschte
Hifi-Plattitude anhört, so müssen wir dem NAD
C565 BEE einen konstruktiven Aufbau attestieren, der in seiner Preisklasse
Maßstäbe setzt. Was hier an Aufwand (zB. gesonderter Class-A Vorverstärkerschaltkreis),
Qualität (sehr hochwertige Bauteile) und purer Leistung (Stichwort Stromversorgung)
zusammentrifft, ist für ca. 1.400,00 Euro geradezu als Schnäppchen zu
titulieren. Erfreulicherweise gipfelt die Materialschlacht nicht in technischer
Dekadenz, sondern beschert dem Gerät überlegene akustische Leistungen.
Der C375BEE schlägt mit seinen
kräftigen Endstufen nicht minder stark zu, als die Klitschko-Brüder und
trotzdem beherrscht er auch die feinen Klänge sehr gut. Die Wiedergabe
ist vornehmlich von hoher Brillianz, Dynamik und Druck definiert, weshalb
ganz besonders Freunde von energiereicher Gehörgangsverköstigung viel
Spaß mit ihm haben dürften. Der C565BEE
erweist sich dabei als harmonischer Spielgefährte mit guter Klangneutralität
und überdurchschnittlichem Auflösungvermögen. Besondere Glanzpunkte setzt
der CD-Player mit seiner überzeugenden
Medienwiedergabe via USB und Digitaleingang, wenn er komprimierten Musikfiles
durch seine Digitaloperationen (Upsampling+Filter) wirkungsvoll aufpeppt.
Außerdem erweist er sich als problemloser Zeitgenosse, für den lange Ladezeiten
oder Software-Abstürze Fremdwörter sind. Bilanzierend betrachtet, manövriert
sich das NAD-Duo fast zu jedem Zeitpunkt auf der Ideallinie durch unseren
Test-Parcours und zählt deswegen zu den besten Stereo-Kombinationen, die
man im Preisbereich bis 3.000,00 Euro finden kann. Hier lohnt sich das
Probehören auf jeden Fall.
NAD C375BEE:
dank opulenter Technik begeistert
der Vollverstärker durch Kraft und Kontrolle im Überfluss,
aber auch die feinen Klangeskünste beherrscht er aus dem Eff-Eff.

NAD C375BEE
Stereovollverstärker
Test: 17. November 2009
NAD C565BEE:
gewissenhafter und gut ausbalancierter Akustiker,
der sich außerdem als kleiner Multimediakünstler entpuppt.

NAD C565BEE
CD-Spieler
Test: 17. November 2009
+ exzellente Klangeigenschaften (schnell, präzise, harmonische Tonalität)
+ extreme Pegelfestigkeit
+ überwältigender technischer Aufbau beim NAD
C375BEE
+ gute äußere Verarbeitungsqualität
+ exzellentes Preis-/Leistungsverhältnis
+ großer Funktionsumfang beim CD-Player
- keine ByPass-Funktion beim NAD
C375BEE
- Fernbedienungen sind nicht lernfähig
- minimale Laufwerksgeräusche (NAD
C565BEE)
Website des Anbieters. www.nad.de
Text: Lars Mette, AREADVD 17.11.2009
Verantwortlich für den Inhalt: Detlev
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