Test: Vincent Vor-/Endstufenkombination SAV-C2/SAV-P200
Test: Lars Mette, AREADVD
- update. 29. Juni 2005

Einführung
Es gibt Multichannel- und Stereo-Begeisterte, denen die aktuelle Entwicklung
im AV-Receiver Bereich in die falsche Richtung geht. Fast jedes neue Modell
versucht, den Markt mit neuen Funktionen zu bereichern und vernachlässigt,
zumindest in den Augen mancher Kauf-Interessenten, daher von vorneherein
die elementaren Aspekte wie bestmögliche Klangqualität und exzellenter
Aufbau vernachlässigen. Um auch diese Käuferschaft für sich zu gewinnen,
bieten verschiedene Hersteller recht übersichtlich ausgestattete Geräte
an, die sich vor allem an die 5.1- und Stereo-Fraktion richten. Durch
Konzentration auf das Wesentliche, nämlich den klanglichen Aspekt, versprechen
diese Geräte, eine interessante Offerte für anspruchsvolle Hörer zu sein,
die zwar bereit sind mehrere tausend Euro zu investieren, aber dafür Komponenten
wünschen, die aufgrund der Beschränkung auf das Wesentliche, alle Kraft
für eine packende, realistische akustische Umsetzung aufbringen. In gewisser
Hinsicht sind besonders Vor-/Endstufenkombinationen generell in diese
Richtung ausgelegt, so dass beispielsweise die Audionet Map V2 mit EPS-Modul
und Amp VII selbst die höchsten klanglichen Erwartungen erfüllen kann
und dabei allerhand Ausstattungs- und Komfortfeatures mitbringt. Doch
nicht jeder will ? und kann- bereits mehr als 15.000,00 Euro alleine
eine Surround Vor-/Endstufenkombination ausgeben, so dass die Suche nach
einer puristischen, aber klanglich möglichst ähnlich potenten Lösung losgeht.
Und genau hier tritt unser Test-Duo in Erscheinung: mit einem derzeitigen
Preis von ca. 4.300,00€ bleibt die Vincent
SAV-P200 / Vincent SAV-C2
Vor-/Endstufenkombination sogar noch unter den Preisangaben der meisten,
aktuellen AV-Boliden und offenbart sich somit für oben beschriebene Zielgruppe
als äußerst attraktive Alternative.

Die Vorstufe in dieser Kombination dürfte auch als Einzelkomponente
aufgrund des recht günstigen Preises von ca. 1.350,00€ bei
vielen Surround-Fans Aufmerksamkeit erwecken. Die Vincent
SAV-C2 beherrscht als 6.1 Vorstufe sowohl die DTS-ES ? als auch
Dolby Digital EX-Norm und bietet speziell für analoge Geräte recht viele
Anschlüsse.

Der Löwenanteil der Kosten für die Kombination geht auf das Konto der
Mehrkanal-Endstufe Vincent SAV-P 200,
wobei ?Löwe? auch gleich schon ein sehr gutes Stichwort für
das Auftreten und die Ambitionen derselbigen ist. Dieses Gerät ist alleine
schon so groß und schwer wie ein Denon AVC-A1XV und stellt für jeden der
sechs Kanäle bis zu 250 Watt an 4 Ohm zur Verfügung. Daher empfiehlt sich
dieses ca. 3.000,00€ kostende "Ungetüm" auch zum Einsatz mit anderen
Vorstufen, wobei eventuell sogar AV-Boliden mit dieser Endstufe eine enorme
Verbesserung erfahren könnten.
Durch die preisliche Positionierung ist diese Kombination natürlich zunächst
mit sehr hochwertigen AV-Receivern bzw. AV-Verstärkern bis hin zur 6.000,00€-Klasse
zu vergleichen, selbst wenn die konzeptionellen Unterschiede kaum größer
sein könnten. Aber nicht nur mit dem Onkyo
TX-NR5000E stellt sich ein harter Widersacher entgegen, auch aus dem
Lager der Vor-/Endstufenkombinationen besteht mit der Rotel Vor-/Endstufenkombination
RSP-1098/RMB-1095 Druck von oben. Legen wir also gleich los und erkunden
die Stärken und Schwächen dieses Systems.
Verarbeitung

Beginnen wir mit der Vorstufe Vincent SAV-C2,
deren Design sich wohltuend vom "Einheitsbrei" abhebt und mit je 2 unterschiedlichen
Farbtönen optische Noblesse und Eleganz ausstrahlt. Wie Sie sehen, legten
die Designer großen Wert darauf, nicht nur eine symmetrische Optik ?
sondern auch eine plastische Frontgestaltung zu integrieren.

Die seitlichen, ca. 10 Zentimeter breiten Rahmen sind zur Geräteinnenseite
hin an den Kanten leicht gewölbt und beheimaten je in ihrer Mitte den
Lautstärke- bzw. den Eingangswahl-Regler. Und auch das mittlere Frontelement
folgt dieser Formensprache mit einer leichten Wölbung. Dieses Design findet
sich später nicht nur bei der Endstufe Vincent
SAV-P 200 wieder, sondern Vincent bietet hier neben einem Tuner auch
die passenden CD- und DVD-Player an.

Und damit auch möglichst viele potentielle Käufer diese edel anmutenden
Geräte im Hörraum einsetzen können, hat der Kunde die Möglichkeit, neben
der silbernen Farbgebung auch
eine schwarze Version zu ordern,
die nicht minder imposant wirkt. Von der Qualität der eingesetzten Materialien
überzeugt die Vorstufe Vincent SAV-C2
auf ganzer Linie.

Massives, 1 cm dickes poliertes
Aluminium ? noch dazu in dieser aufwändigem Frontgestaltung mit
Wölbungen etc.
zieht viele Blicke auf sich. Und wenn dann der Griff zum Gerät spontan
zu einem der Drehregler
oder einem der 7 Bedienknöpfe geht, bestätigt sich auch bei diesen
Bauteilen allerhöchste Verarbeitungsqualität. Dieser Eindruck
setzt sich beim Anblick der solide wirkenden Gerätefüße und des
tadellos verarbeitetem Anschlussbereiches fort. Und auch beim
Geräte-Display gibt es nur Positives zu berichten, dank hochauflösender
DOT-Matrix Schrift mit diversen, farbigen Symbolen.


Diese Fernbedienungen legt Vincent den silbernen
bzw. schwarzen Vorstufen bei. Vom Aufwand in rein materieller Hinsicht
können diese IR-Geber absolut überzeugen, da sie komplett (bis hin zu
Batteriedeckel) aus Aluminium gefertigt sind. Sogar die Tasten bestehen
aus Metall.

Kann die Endstufe genauso punkten wie die Vincent
SAV-C2-Vorstufe ? Prinzipiell ja, zumal grundsätzlich das gleiche
hervorragende Design nebst beeindruckenden hochwertigem Frontmaterial
im Mittelpunkt steht. Ganz besonders bei dieser fast 30cm hohen Endstufe
bewirkt die Gestaltung eine gleichzeitig beeindruckend ?mächtige?
Optik, ohne jedoch so plump zu wirken, wie manch anderer Endstufen- oder
AV-Boliden Kollege mit ähnlichen Abmessungen. Inmitten dieser ?Wand?
zeugen 6 grell leuchtende LEDs vom eingeschalteten Betriebszustand der
verschiedenen Kanäle. Und wie Sie eventuell schon an der Wortwohl vermutet
haben, liegt hier auch schon der erste von 2 kleinen Kritikpunkten: die
LEDs wirken zwar zunächst optisch sehr schön und lockern die Wirkung dieses
Gerätes wirkungsvoll auf, lassen sich aber nicht dimmen und stören somit
besonders in abgedunkelten Heimkinos mitunter recht stark. Wenn diese
Endstufe also auf der Frontseite ? oder gar unter einer Leinwand
positioniert werden soll, kommt man nicht umher, mit Klebeband etc. für
eine Abschwächung der Leuchtkraft zu sorgen. Ein wiederum sehr gutes Bild
macht die traumhaft verarbeitete Seitenwand des Vincent
SAV-P200. Sie ist mit großen Kühlrippen versehen und besticht mit
einer hochwertigen, soliden Machart ? und hat übrigens aber auch
in der silbernen Version die Farbe ?Schwarz? und passt somit
nicht ganz exakt zur Vorstufe, die seitlich in einem etwas hellerem Farbton
gehalten ist.
Wer die beiden Geräte aber ohnehin in einem Rack unterbringen will, dürfte
aber unter Umständen von diesem kleinen Schönheitsfehler nichts mitbekommen
? und auch der ein anderer kleiner Makel fällt nur selten ins Gewicht:
Bei der Endstufe Vincent SAV-P200
wird der sichere Stand lediglich mit 4 kurzen Gummifüßchen hergestellt,
die nicht nur unschön, sondern auch vollkommen unpassend zu den Gerätefüßen
der Vorstufe Vincent SAV-C2 erscheinen.
Aber auch hier gilt: viele Leute dürften diesen kleinen Schönheitsfehler
ohnehin nicht bemerken ? besonders nicht, wenn die Endstufe Vincent
SAV-P200 sowieso sehr bodennah aufgestellt wird.

Widmen wir unsere strengen Blicke der Rückseite der Vincent
SAV-P200. Und auch hier wieder ist das Auge zunächst von der beeindruckenden
Materialschlacht beim Gehäuse abgelenkt, zumal hier sogar noch zwei praktische
Haltegriffe für einen guten Eindruck sorgen. Die Anschlüsse der Cinch
-oder XLR-Kabel sind hochwertig ausgeführt, kommen aber ebenso wie die
Lautsprecher Terminals nicht ganz an das sehr hohe Niveau der Rotel RMB-1095
oder gar der Audionet Amp VII heran, so dass unser vierter und letzter
Kritikpunkt entlarvt wäre. Trotzdem ist mal wieder auch dieser Hinweis
nur eine kleine Detailbemerkung: Große Lautsprecherkabel und auch Bananenstecker
lassen sich problemlos befestigen, nur eben nicht ganz so leichtgängig
wie bei den Mitbewerbern.
Fazit Verarbeitung:
Sowoh die Vorstufe Vincent SAV-C2
als auch die Endstufe lVincent SAV-P200
bestechen mit ihrem Design, welches dank der vorzüglichen Materialgüte
ganz besonders edel wirkt. Die Vorstufe Vincent
SAV-C 2 heimst ohne Probleme eine volle 6-Sterne-Bewertung ein, denn
für ca. 1.200,00€ ist es schlichtweg sensationell, was Vincent hier
auffährt ? bis hin zu einer kompletten Aluminium Fernbedienung stimmt
hier alles. Wer dieses Gerät sieht, könnte es aufgrund des Finishs auch
zur 3.000,00 - oder 4.000,00€--Klasse zählen. Eine ganz so beeindruckende
Vorstellung gab die Vincent SAV P200
Endstufe wegen vier verarbeitungstechnischen Mängeln nicht ab, versprüht
aber ebenfalls mit Design und größten Teilen der Verarbeitung absolutes
First-Class Niveau und verweist in der Summe der Leistung in dieser Disziplin
die direkt konkurrierende Rotel RMB-1095 in die Schranken. 5,5 Punkte
sind hier das Endergebnis.
+ Verarbeitung in allen Punkten perfekt
+ schöne, außergewöhnliche Optik
+ Design verhilft dieser großen Endstufe zu eindrucksvoller Optik
+ Gehäusematerial hervorragend
- kleine Mängel: grelle, nicht dimmbare LEDs und nicht perfekte verarbeitete
LS-Terminals
Technischer Aufbau
Lassen wir dieses Mal der Endstufe Vincent
SAV-P200 den Vortritt. Große Ansprüche an Qualität und Leistung ergeben
sich hier nicht nur durch den Kaufpreis, sondern schon alleine beim Bestaunen
der äußeren kompromisslosen Erscheinung. Die technischen Daten sprechen
eine klare Sprache: Bis zu 2400 Watt Leistungsaufnahme und 120.000 mF
stehen den 6 Endstufen zur Verfügung und sorgen für ein solides Fundament.
Das Konzept dieses Gerätes beinhaltet einen zentralen, groß dimensioniertem
Ringkerntrafo, der komplett alle sechs Kanäle mit Strom beliefert.

Werfen wir mal einen Blick in das Gehäuse. Wie auch
schon das äußerliche Design findet sich auch im Innern eine
symmetrische Anordnung. Je drei Kanäle befinden sich links bzw. rechts.
Direkt darüber erstreckt sich noch eine zentrale Platine, die mit
allerlei Kondensatoren und Relais bestückt ist. Dadurch ist auch leider
der riesige Ringkerntrafo nicht auf dem Bild zu erkennen, da dieser an
der Geräteunterseite verbaut wurde und durch eine hochwertige
Ummantelung zur Optimierung der Klangreinheit beiträgt.

Die Endstufe Vincent SAV-P 200 besticht
mit einer sehr aufwändigen Passivkühlung. Die jeweils an den Seiten untergebrachten
Endstufensektionen geben ihre Wärme an sehr großflächige Aluminiumkühlkörper
ab, die sich über die kompletten Geräteseiten erstrecken. Durch die großen
sowie zahlreichen Lüftungsschlitze ist ein effektiver Wärmeaustausch möglich.
Auf der Rückseite der Vincent SAV-P200
ist, technisch betracht, vor allem dieses kleine Detail interessant:

Jeder einzelne Eingang hat nicht nur XLR ? und Cinch-Ports, sondern
ist einzeln mit dem oben abgebildetem Schalter ausgestattet. Fast alle
anderen Endstufen bieten nämlich nur einen zentralen Umschalter an, der
gleich alle Kanäle umschaltet. Manche hochwertige Vorstufe bieten XLR
für bestimmte Kanäle zusätzlich zu Cinch-Anschlüssen an. Besonders bei
längeren Verbindungen kann hier eine nochmals etwas verlustärmere Übertragung
erreicht werden.
Bilanzierend betrachtet, gefällt uns die Vincent
SAV-P200, technisch gesehen, auf ganzer Linie.
Wenden wir uns also nun der Vorstufe Vincent
SAV-C2 zu. Unter technischen Aspekten muss zunächst einmal ganz klar
gesagt werden, dass Vincent hier mit Absicht eine absolut puristische
Vorstufe anbietet. Die anvisierte Zielgruppe sowie Philosophie dieses
Gerätes wurde bereits in der Einleitung genauer erläutert und daher hat
es uns beim Testen nicht überrascht, dass der Funktionsumfang wirklich
sehr deutlich reduziert ist und bei nüchterner Betrachtung große
Defizite aufweist.

Diese Abbildung beschreibt schon sehr viel über den Charakter dieses
Modells. Unzählige Platinen, die sich gegenseitig den Platz wegnehmen
und die Klangreinheit durch lange Signalwege sowie viele verschiedene
Baugruppen verschlechtern, sucht man hier vergebens. Anders ausgedrückt:
in der Vincent SAV C2 konzentriert
sich alles auf den Klang und basiert zunächst einmal auf einer Hauptplatine,
die von den Vincent Stereo-Geräten abgeleitet ist. Alle analogen Eingänge
gehen auch daher gleich direkt ohne Umwege auf diese Baugruppe. Außerdem
fällt auf, dass eine generelle Unterteilung in 2 Sektionen besteht: Im
linken Bereich die Audiokomponenten, wo die eben bereits angesprochene
(analoge) Hauptplatine flächendeckend ganz unten zu finden ist, während
die rechte Kammer hauptsächlich von einem hochwertigem Ringkerntrafo mitsamt
den anderen stromerzeugenden Komponenten bevölkert wird. Hinzu kommt in
dieser Kammer noch eine kleine, separierte Platine, die für die drei YUV-Terminals
zuständig ist. Aber auch die Cinch-Video-Anschlüsse münden in eine eigens
hierfür vorhanden Platine, welche dann aber im linken Audiobereich untergebracht
wurde.
Was uns außerdem noch sehr positiv aufgefallen ist, sind die jeweils wenigen
und kurzen Verbindungsstränge zwischen den Baugruppen. Hier wurde wirkliche
eine sehr effektive Grundkonzeption erreicht. Die wenigen Kabel innerhalb
der Vorstufe Vincent SAV-C2 sind
nur nur sehr gut geschirmt, sondern glänzen darüber hinaus mit einer mustergültig
sauberen Verlegung im Gehäuse.

Die Digitalplatine nebst dazugehörigen Prozessoren war zwar auch auf
dem Übersichtsbild sehr gut zu erkennen (links, auf der Rückseite), doch
haben wir hier trotzdem noch mal eine Nahaufnahme eingefügt. Neben der
vorbildlichen Signaltrennung durch die getrennte Bauweise gefällt uns
die kurze, per Flachbandkabel realisierte Anbindung zur Analog-Sektion.
Wie auf den Chips zu erkennen ist, werden sowohl von Dolby als auch DTS
die jeweiligen 6.1 Tonnormen beherrscht und dekodiert. Für diesen Job
ist der mittlere Chip zuständig, der von Vincent
nicht selber stammt, sondern von Crystal hinzugekauft wurde. Auch die
Decodersoftware selbst haben nicht die Vincent Entwickler geschrieben,
da auch hier auf die bewährten Standardvarianten vertraut wird. Dies muss
nicht als schlecht eingestuft werden, da somit eine ausgereifte und bezahlbare
Lösung integriert wurde, die die bei manch, andern ?exotischen?
Herstellern sowohl Bugs als auch höhere Preise beschert. Ersteres trifft
zwar absolut nicht auf die Audionet MapV2 zu, aber beim Anblick des Kaufpreises
fast 6.000,00€ wird recht schnell klar, dass mit einem völlig anders
ausgerichtetem Gerätekonzept auch eine ebenso völlig andere Preisdimension
erreicht wird.
Doch zurück zum Digital-Board der Vincent
SAV-C2. Neben den bereits erwähnten Dolby und DTS Tonnormen, werden
natürlich auch andere DSP-Modi angeboten, die wir Ihnen in folgender Aufzählung
noch einmal alle zusammenfassen:
- Dolby Digital: 5.1, EX, Matrix
- DTS : 6.1, ES Discrete, Matrix
- Dolby Pro LogicII, ohne Einstelloptionen, es lässt sich somit weder
ein Movie oder Music Mode auswählen, noch lassen sich andere Parameter
justieren.
- Stereo: Wiedergabe des Materials über die 2 Frontlautsprecher, auch
bei Dolby Digital oder DTS möglich.
- 3 Stereo: Wiedergabe erfolgt über die 3 Frontlautsprecher unter Berücksichtigung
des Bass-Managements
- 8 verschiedene DSP Programme: Live , Hall, Pops, Simula, Disco, Classi,
Marix, und Rock stehen zur Verfügung um jeweils andere Hörplatze oder
Musikrichtung besser zur Geltung zu bringen. Für eine reine Vorstufe
sind dies ungewöhnlich viele DSPs. Entpuppt sich die eigentlich als
puristisch positionierte Vincent
SAV-C2 unerwarteterweise als DSP-König unter den Vorstufen ? Nun
? der Klangrubrik am Ende des Tests wird darüber Aufschluss geben.
- 6.1 Channel Input: wird direkt ohne Nachbearbeitung an die Lautsprecher
ausgegeben.
Nun ? abgesehen von der überraschend üppigen DSP Auswahl fällt
leider auch ein großes Manko auf: das Fehlen von DTS Neo:6 und den kompletten
Einstelloptionen bei ProLogicII . Hier muss ganz deutlich gesagt werden,
dass diese Mängel kaum als ?puristisch? abgetan werden können.
Zwar hört die anvisierte Zielgruppe ziemlich wahrscheinlich entweder nur
Stereo oder 5.1 , doch zeugen gerade die zahlreichen DSP-Programme von
prinzipiell vorhanden Kapazitäten. Nein ? an dieser Stelle scheint
es schlicht und ergreifend um das Einsparen der Lizenzkosten zu gehen,
denn selbst wenn der Chip in der Lage ist DTS Neo:6 auszugeben, so müsste
Vincent als Lizenznehmer recht tief in die
Tasche greifen. Nun gut, wer ohnehin kaum mit solchen DSP-Modi hört, dürfte
das Fehlen derselbigen wohl nicht einmal bemerken, so dass der Denkansatz
von Vincent zumindest erklärbar ist.
Anschlüsse und Anpassungsfähigkeit an Lautsprecher und Hörraum

Die Abstammung Vincents aus dem High-End Stereo Segment macht sich auch
beim Blick auf die Anschluss-Bestückung der Vorstufe deutlich. 7 analogen
Stereo Eingängen stehen 5 Mehrkanal-geeignete analoge und digitale Eingänge
zur Verfügung. Diese verteilen sich auf einen analoges 6.1 Anschlussfeld,
einem optischen Digitaleingang und 3 koaxialen Digitaleingängen. Das hört
sich zwar nicht sonderlich viel an, ist aber sogar mehr als bei der wesentlich
teureren Audionet MapV2 Endstufe, die letztlich ja sogar trotzdem unseren
Masterpiece Award eingeheimst hat. Was aber im Gegensatz zur Audionet
und auch im Vergleich zu manchen AV-Receivern der 1.300,00€-Klasse
fehlt, ist eine Hochgeschwindigkeits-Schnittstelle für SACD oder DVD-Audio.
Solch ein Feature würde unserer Meinung nach auch einer puristischen Vorstufe
gut zu Gesicht stehen.
Videoseitig bietet die Vincent SAV-C2
zwar keine Video-Normen-Wandlung, kann aber wenigstens mit einer angemessenen
Anzahl an Anschlüssen aufwarten. Für alle 7 zu verwaltenden Geräte hat
die Vincent SAV-C 2 je einen fest
zugewiesenen Cinch / Composite Eingang. Für das Gerät ?DVD?
und ?D-TV? zusätzlich auch noch je einen S-Video- und YUV-Anschluss.
Alle 3 Videosorten (YUV/S-Video/FBAD) werden über je eine Monitor-Out
Buchse ausgegeben. Ein On-Screen-Display gibt es bei der Vincent
SAV-C2 übrigens nicht, so dass wirklich nur die reinen Videodaten
durchgeschliffen werden.
Eine möglichst genaue Anpassung der Vorstufe an das System sowie den Hörraum
ist besonders im Surroundbetrieb eine gute Möglichkeit zur Klangsteigerung.
An diesem Punkt konnte uns die Vincent
SAV-C 2 leider nicht überzeugen. Dass keine automatische Raumeinmessung
oder ein aufwändiger parametrischer Equalizer integriert ist, war zu erwarten
und löste keine große Verwunderung aus. Schließlich beweisen Geräte wie
die Rotel Vorstufe RSP-1098 oder unser AV-Boliden Masterpiece Onkyo
TX-NR5000E, dass ein guter Klang auch ohne diese Features möglich
ist. Beiden Mitbewerberprodukten gemeinsam ist aber ein vielfältiges Bass-Management
in Verbindung mit einer möglichst genauen Lautsprecher-Justage. Und genau
an diesem Punkt offenbart sich die Vincent Vorstufe Vincent
SAV-C2 als stark verbesserungswürdig. Die Delay- bzw. Entfernungsangaben
sind für Front und Rearlautsprecher nur paarweise möglich. Und die Beeinträchtigung
durch einen eher gering einstellbaren Bereich (mehr dazu im Kapitel Bedienung),
betrifft auch den Center und Surround-Back-Kanal. Das Bass-Management
unterscheidet, wie allgemein üblich, in kleine und große Lautsprecher,
ist aber extrem grob untergliedert. Bei der Einstellung ?small?
kann die Übergabefrequenz der tiefen Töne an den Subwoofer wahlweise bei
50, 100 oder 150 Hz gesetzt werden, was ganz eindeutig zu ungenau und
zu wenig vielfältig ist. Immerhin: Für unser Test-Setup mit dem NuWave-CS65
Center sowie den NuWave-DS55 Dipolen sind die 50hz sogar sehr gut, aber
was machen Heimkino-Freunde, die typische THX Lautsprecher mit für 80
Hz ausgelegten Satelliten einsetzen ? So bleibt also festzuhalten, dass
vor dem Kauf einer Vincent SAV-C2
dringend bedacht werden sollte, ob die heimischen Lautsprecher mit dem
Bass-Management sinnvoll vereinbar sind.
Fazit Technik:
Bei der hervorragenden Endstufe Vincent
SAV-P 200 gibt es keinen Anlass zur Kritik. Eine grundsolide und beeindruckende
Konstruktion bis in die Details mit einer leistungsfähigen und durchdachten
Passiv-Kühlung bringen der Endstufe die Höchstwertung ein. Die Vorstufe
Vincent SAV-C2 macht es uns hingegen
nicht leicht. Einem, für diese Preisklasse fast schon sensationell sauberem
und durchdachtem Aufbau stehen Mängel, insbesondere im DSP- und Anpassungs-Bereich
gegenüber. Dazu müssen wir bei unserer Bewertung auch den schlichtweg
nicht vorhanden Features Rechnung tragen, denn zumindest eine Video-Konvertierung
oder eine OSD Ausgabe stünden auch einer bewusst schlichten Vorstufe Vincent
SAV-C 2 gut zu Gesicht. Für viele Interessenten zusätzlich ein Problem:
es gibt keine Lip-Sync Funktion, um bei rechenintensiver Bildwiedergabe
einen passenden Ausgleich zu schaffen. Der recht günstige Kaufpreis hat
uns dann letztlich dazu bewogen recht milde, knappe 3,5 Punkte zu vergeben.
+ blitzsauberer Innenaufbau mit schön getrennten Baugruppen, kurzen Verbindungen etc.
+ DSP Simulationsprogramme sind recht zahlreich vorhanden
- viele Features nicht vorhanden: OSD, Videokonverter, Raumeinmessung, etc
- Anpassungsfähigkeit des Systemes an Lautsprecher und Hörraum zu gering
- DTS Neo:6 fehlt komplett, ProLogicII kommt ohne Movie und Music Mode
- keine Lip-Sync Funktion
+ technischer Aufbau sehr gut durchdacht und hochwertig ausgeführt
+ aufwändige und wirkungsvolle Passivkühlung
+ jeder Kanal einzeln für XLR und Cinch konfigurierbar
Bedienung
Wegen der nicht allzu üppigen Funktionsvielfalt
gestaltet sich die Bedienung relativ einfach, selbst wenn wir auch in
diesem Punkt ein paar kleine Schönheitsfehler entdecken. Beginnen wir
zunächst mit der Bedienung direkt am Gerät, welche vorbildlich ist und
auch Menschen, die ansonsten eher Berührungsängste mit Technik haben,
für sich gewinnen kann:

Hier findet sich wirklich jeder zurecht: Der linke
Drehregler übernimmt die Quellenwahl, der rechte dient der
Lautstärkeregelung. Dazwischen liegen unter dem Gerätedisplay 5
Bedienknöpfe, welche durch eindeutige Beschriftung zu erkennen geben,
welche Funktion sich dahinter verbirgt. Überhaupt möchten wir an dieser
Stelle noch einmal betonen, wie viel Freude das Bedienen direkt am
Gerät
aufgrund der traumhaften Verarbeitung aufkommt.

Das Gerätedisplay selber gibt ebenfalls kaum Rätsel
auf. In 2 Zeilen mit je 10 Stellen wird der momentan gewählte Eingang
nebst Anschluss- und Eingangssignalart angezeigt. Im rechten Bereich
des Display informieren kleine Symbole über andere Betriebszustände wie
zum Beispiel die Anzeige des momentan aktiven Digitaldecoders (DTS oder
DD) .
Doch leider trüben ein paar Bedienungsmängel das ansonsten gute Bild.
Die Eingabe des
Lautsprecher-Delay will beispielsweise direkt in Millisekunden
erfolgen, was
eine völlig veraltete Lösung darstellt, die kaum noch ein
ernstzunehmender
Konkurrent anbietet. Ein briefmarkengroßes Diagramm in der Anleitung
soll dem Kunden Aufschluss darüber geben, welcher Wert in seiner
Konstellation der Richtige ist. Leider kommt ja an dieser Stelle noch
hinzu, dass es nur eine Delay-Angabe für die beiden Surround-Kanäle
gibt. Auch vermissen wir bei dem Subwoofer eine entsprechende
Einstellungsoption. Und wo wir schon beim Kritisieren sind, schieben
wir auch gleich die Information hinterher, dass auch die Benutzung des
Test-Ton Generators alles andere als benutzerfreundlich vonstatten
geht. Zunächst einmal funktioniert dieser Modus nur bei Eingängen,
denen ein Digitalport zugewiesen ist. Wenn diese Hürde dann
übersprungen ist, stellt man fest, dass der Test-Ton relativ schnell
automatisch zwischen den Lautsprechern hin- und herhüpft und lediglich
für ein paar kurze Sekunden nach einer Justage innehält. Übrigens gibt
es auch
hier keine Möglichkeit, die Front- oder Rear-Paare getrennt
einzustellen.

Zu Guter letzt trägt leider auch die Fernbedienung noch ihren Teil dazu
bei, die Bedienung zu erschweren. Mit absoluter Sicherheit gehört dieser
Controller von der Verarbeitung zu den besten, die wir je gesehen haben,
doch ergonomisch oder praktisch ist sie leider nicht. Wir vermissen unterschiedlich
geformte, erfühlbare Tasten oder eine Beleuchtung. Doch am allermeisten
stört uns die Tatsache, dass dieses Modell weder vorprogrammiert noch
lernfähig ist und deswegen auch keine DVD-Player- oder Fernseher-Fernbedienung
ersetzen kann, wie es ab der 600,00€-Preisregion eigentlich üblich
ist. Noch problematischer wird es übrigens, wenn der Benutzer auch andere
Vincent- Fernbedienungen für die Bedienung der angeschlossenen Geräte
benutzt, da alle von außen fast exakt gleich sind und sich nur in der
Beschriftung unterscheiden.
Fazit Bedienung
Die Bedienungsdisziplin endet leicht betrüblich, denn
es hatte so gut angefangen und dann
hat das Ergebnis aufgrund von Detailmängeln sowie der etwas
problematischen Fernbedienung ein wenig gelitten. Letzten Endes
vergeben wir hier
4,5 Sterne, da nach wie vor das Grundkonzept , trotz fehlendem
On-Screen-Display recht
gut verständlich ist und den Alltagsgebrauch erleichtert.
Bewertung Bedienung:      
+ Grundkonzept ist recht einfach und logisch aufgebaut
+ Bedienung direkt am Gerät funktioniert sehr gut
- kleine Detailmängel (Test-Ton, Eingabe des Delays)
- Fernbedienung nicht ergonomisch und auch nicht lernfähig/vorprogrammiert
Klangwertung
Spätestens jetzt war es an der Zeit, dass die Vincent
Vor-/Endstufenkombi den Benutzer für den Verzicht auf diverse Features
mit einem hochwertigem Klangerlebnis belohnt. Wir haben daher eine
Umgebung bereitgestellt, die einem sehr hohen Klangniveau nicht im Wege
steht.
- Stereo-Lautsprecher: Isophon Vieta
- Surround-Lautsprecher-Set: Nubert nuWave 125, CS-65, Rear DS-55, 2x
AW1000
- DVD Player: Denon DVD-3910
- CD Player: Vincent CD-S3 Weiterhin wurde der 25m² Raum mit Absorbern
von RTFS ausgestattet, um die Raumakustik zu minimieren und somit den
Eigenklang der Elektronik hervorzuheben.
Pegelfestigkeit
Wie angesichts der technischen Einzelheiten kaum anders zu erwarten,
legte die Vincent SAV-P 200 eine
beeindruckende Leistung in unserem Hörstudio hin. Unfassbar, wie mühelos
und souverän selbst größte Pegel über mehrere Stunden umgesetzt werden
konnten. Wer sich für dieses Set entscheidet, hat gegenüber AV-Boliden
an dieser Stellen schon mal einen entscheidenden Vorteil, denn so brachial
und ausdauernd vermag es nicht einmal der Pioneer
VSA-AX10Ai-S oder der Onkyo TX-NR5000E
umzusetzen. Mit den sehr leistungshungrigen Vietas (80db Wirkungsgrad,
niederohmig) kann man jeden belieben AV-Receiver/Verstärker spätestens
nach wenigen Stunden mit hohen Pegeln in die Knie zwingen. Zur Ehrenrettung
der Boliden sei aber gesagt, dass auch diese Gerätekategorie ein Leistungsniveau
aufweist, dass den meisten Anwendern bereits mehr als ausreicht. Die Vincent
Endstufe Vincent SAV-P200 setzt
hier aber trotzdem klar nochmal seine Schippe obendrauf und erhält deswegen
völlig verdiente 6 Sterne.
Bewertung Pegelfestigkeit:      
Klang Surround:
Zugegeben: Aufgrund des integrierten Decoder-Chips durften wir zwar durchaus
anständige Leistungen in Bezug auf die Dolby Digital- oder DTS-Wiedergabe
erwarten, dass diese Vorstufe aber dann doch richtig groß aufspielte,
überraschte uns dann aber doch etwas. Im Allgemeinen wird zwar nicht ganz
das sehr hohe, detailbezogene Niveau der preisähnlichen AV-Boliden erreicht,
aber die kraftvolle Endstufe entpuppt sich als wahre "Wuchtbrumme" und
sorgt für ein äußerst erlebnisreiches Heimkino-Spektakel. Begleiten Sie
uns durch "Spiderman 2", um die akustische Auslegung der Vincent
SAV-C2 und Vincent SAV-P 200
näher kennen zulernen Auch ohne Subwoofer ist die Kombi in der Lage, selbst
bei höchsten Pegeln einen Tiefbass mit großer Intensität bereitzustellen,
was sich am Anfang beim Kapitel 6 zeigt. Während Dr. Octavius die Energiefelder
einschaltet, quittiert die Vor-/Endstufenkombi diese Szene mit einem markterschütterndem,
satten Bass. Selbst AV-Boliden, die speziell die unteren Frequenzen ebenfalls
sehr effektvoll interpretieren, kommen nicht an diese superbe Leistung
heran.
Im weiteren Verlauf des Filmes zeigt sich dann, dass die Detailherausarbeitung
sehr hoch, aber nicht perfekt ist. Die herumfliegenden Münzen in Kapitel
21 oder auch die knarrenden Holzbalken eines brennenden Hauses während
Kapitel 33 werden zwar vorzüglich und souverän umgesetzt, die letzten
Quäntchen Klangdetails, speziell im Hochtonbereich, bringt ein
Onkyo TX-NR5000E oder auch die Rotel Vor-/Endstufenkombination RSP-1098/RMB-1095
und die Audionet Map V2 mit EPS-Modul und Amp VII noch ein wenig filigraner
zur Geltung. Trotzdem mutiert das Vincent Duo nie zu einer plumpen, reinen
?Effekt-Maschine?. Dafür sorgt auch die ebenfalls auf hohem
Niveau spielender Stimmdarstellung, welche die Personen relativ neutral
und ohne künstliche "Aufdickung" wiedergibt und mit sehr vielen Details
versieht. Aber auch in diesem Punkt gilt, dass filigrane AV-Boliden oder
auch die Rotel- sowie Audionet Vor-/Endstufenkombis die Messlatte eben
noch einen Tick höher setzen können. Schlimm ist dies keineswegs, denn
so positioniert sich die Vincent Vor-/Endstufenkombi als effekt- und spaßbetonte
Surround-Lösung, die Musik gleichermaßen wie Filme gekonnt und frisch
inszeniert, ohne dabei der oftmals zu beobachtenden Eigenschaft zu verfallen,
die Detailarbeit völlig zu vernachlässigen. Ihren Teil zu dieser Leistung
bei trägt übrigens auch die beeindruckende Dynamikfähigkeit, so dass der
Antritt bei plötzlich auftretenden Lautstärke-Spitzen den Überraschungseffekt
wirkungsvoll unterstreicht. Speziell Horror-Filme profitieren von dieser
Art der akustischen Darbietung und entfalten ein nochmals gesteigertes
Überraschungs-Moment. In dieser Hinsicht können die Vincent- Geräte, mit
Ausnahme der Audionet-Kombination, allen anderen, bei uns getesteten Geräten
das Wasser reichen. Selbstverständlich kommt diese Eigenschaft auch bei
Dolby Digital oder DTS codierten Musikstücken prächtig zur Geltung, deswegen
vergeben wir für beide Sparten je 6 Sterne.
Bewertung Mehrkanal-Filmton:      
Bewertung Mehrkanal-Musik:      
Surround-Aufpolierer
Auch hier war die Ausgangslage durch die technischen Eigenschaften geprägt.
Einerseits vermissten wir ja sowohl die Einstelloptionen von ProLogic2,
andererseits stellte sich aufgrund der vielen DSP Programme die Frage,
ob diese Vorstufe sich überraschenderweise als DSP-Spezialist entpuppen
könnte. Nun, um gleich auf den Punkt zu kommen, die Vincent
SAV-C2 ist weit davon entfernt. Sämtliche DSP-Programme haben sich
in unseren Hörtests als untauglich herausgestellt, Musik oder Filme angemessen
wiederzugeben. Egal ob ?Live?, ?Hall? oder ?Rock?,
die Wiedergabe war stets gleich schlecht. Hier wird mit deutlich zu viel
Halleffekten gearbeitet, was zwar eine durchaus beachtliche Räumlichkeit
erzielt, aber da sich sowohl die Natürlichkeit des Klanges und auch der
Bass verabschieden, erinnert der Klang bei sämtlichen DSPs fatal an eine
Mini-Anlage im Badezimmer. Sorry Vincent,
aber diese DSPs dürfte wohl kaum ein Käufer wirklich ernsthaft benutzen
wollen. Zum Glück stellt sich als kleiner Ausgleich die ProLogic2 Darbietung
als wesentlich besser heraus und macht all das richtig, was die DSP-Programme
leider nicht konnten: Die Natürlichkeit der Musik und auch das Klangfundament
werden zusammen mit einer dezenten, nicht übertriebenen Räumlichkeit wiedergegeben.
So ist wenigstens der einzige vollwertige Surround-Aufpolierer in der
Lage seinem Namen durchaus gerecht zu werden und rettet die Wertung dieser
Rubrik auf 3,5 Punkte, was angesichts fehlender, weiterer Programme wie
DTS Neo:6 noch glimpflich ist.
Bewertung Surround-Aufpolierer/DSPs:      
Klang Stereo
In dieser Kategorie trumpft die Vor-/Endstufenkombi ganz groß auf und
positioniert sich deutlich vor den AV-Boliden. Die Gründe hierfür liegen
zunächst einmal in der phantastischen Bühnendarstellung. Zwar vermag es
ja auch schon ein akustisches Talent wie der Onkyo
TX-NR5000E, die Musik auf hohem Niveau zu präsentieren, doch das Loslösen
der Stimmen vom Lautsprecher kann die Vincent Kombi einfach besser. Sogar
so gut, dass sich die deutlich teurere Rotel Vor-/Endstufenkombination
RSP-1098/RMB-1095 in dieser Hinsicht geschlagen geben muss und ein ähnliches
Niveau wie bei der deutlich höher platzierten Audionet-Kombi von den Vincent-Komponenten
erreicht wird.
So kommt es dann, dass beispielsweise Norah Jones mit ihrer zarten und
eindringlichen Stimme fast schon greifbar in der Raummitte wiedergegeben
wird. Ansonsten haben wir in dieser Rubrik viele Eigenschaften aus dem
Surround-Bereich wiedergefunden: Ein spaßbringender, aber nie überzogen
wirkender Bass stellt für jede Art von Musik ein solides Klangfundament
zur Verfügung und vermag auch durch recht hohe Präzision zu gefallen.
Mit der Detailherausarbeitung einer Rotel - oder Audionet-Kombikommt das
Vincent- Duo zwar nicht ganz mit, distanziert aber seinerseits die preisähnlichen
AV-Boliden. Und genau das macht den Reiz an dieser Kombi aus: Sie spielt
zwar, was Details betrifft, nicht auf perfektem ? sondern ?nur?
auf hohem Niveau, was gar nicht weiter schlimm ist, denn durch die Gesamtabstimmung
mit der spielfreudigen (und dank Vincent
SAV-P 200 auch äußerst potenten) Bassdarstellung kommt mit den Vincent-Geräten
nie Langeweile auf. Außerdem ergibt sich dadurch eine speziell für Pop/Rock
Musik angenehme, da unanstrengende Klangcharakteristik. Auch hohe Pegel
werden so nie zu einer Tortur, wie sie oft bei sehr hochton- und detailfreudigen
Modellen anzutreffen ist. Und auch wenn Pop/Rock ganz besonders gut zur
Geltung kommt, so gibt es keine Musikrichtung, die gänzlich ungeeignet
ist, das Faszinationspotential freizulegen. Mit dem orchestralen Soundtrack
zum aktuellen Star Wars Film kommt die Vincent Kombi ebenfalls sehr gut
zurecht und bringt Ihre Tugenden gewinnbringend ein: Der fast schon holografische
Bühnenaufbau stellt alle beteiligten Instrumente fast schon sichtbar in
den Raum, während speziell dumpfe, tiefe Beckenschläge mit beeindruckender
Lässigkeit den Hörraum erschüttern. Das ist Musik zum Miterleben, das
Hören macht extrem viel Spaß und bringt der Vincent Kombi 6 satte, hoch
verdiente Wertungspunkte ein.
Bewertung Klang Stereo:      
Fazit
Wer beim Kauf eines Surround-Gerätes zunächst einmal ausstattungsbezogen
vorgeht, dürfte die Vincent-Kombi eher nicht auf die Kandidatenliste setzen.
Warum und weshalb Vincent ganz bewusst abseits
der Feature-Jagd im AV Business operiert, haben wir in der Einleitung
dargelegt: die Vincent SAV-C2
/ Vincent SAV-P200 sollen durch
Purismus glänzen und haben dafür andere Schokoladenseiten. Sowohl die
opulente , fast schon verschwenderische Verarbeitung, als auch die Klangeigenschaften
konnten uns absolut überzeugen, mit der Ausnahme der Surround-Aufpolierer.
Auch das Bedienkonzept erweist sich im Alltagsbetrieb als schlüssig und
eingängig, wenngleich die Inbetriebnahme durch Bedienungsmängel und Einschränkungen
hinsichtlich der Anpassbarkeit ein paar Hürden aufstellt. Doch speziell
den Stereo-Hörer kümmert dies herzlich wenig, denn hier begeistern die
Geräte in vollem Maße und übertrumpfen die prominent besetzte AV-Boliden
Liga mit großem Abstand. Und so kommt es auch, dass wir dieses Gerät speziell
der Käuferschaft empfehlen, die hauptsächlich einen sehr guten Stereo-Part
wünschen, und auch gelegentlich gerne mal einen Film sehen, die von der
Vincent ebenfalls mit großer Hingabe und Leidenschaft dargestellt wird.
Puristische Vor-/Endstufenkombination für anspruchsvolle Stereo-Hörer mit Surround- Ambitionen.
Gesamturteil:

Highend-Klasse
Test 14.03 2005
Preis-/Leistungsverhältnis:      
+ vorzüglicher, intensiver Stereoklang
+ Dolby Digital- und DTS-Wiedergabe auf sehr hohem Niveau
+ perfekte Gehäuseverarbeitung, inklusive hochwertiger Fernbedienung
+ bärenstarke und beeindruckende Endstufe
+ technischer Aufbau äußerst sauber und solide
- viele, zum Teil recht wichtige Features fehlen: OSD, Normenwandler etc.
- Anpassbarkeit an System und Raum sehr gering
- nur 6.1 Konzeption
- Bedienungsmängel im Detail, außerdem ist Fernbedienung nicht praktisch
- Surround-Aufpolierer enttäuschen, lediglich PL2 überzeugt
Technische Daten laut Hersteller:
- Übertragung: 20 Hz - 20 kHz +/- 0.5 dB
- Nenn-Ausgangsspannung: 2 V
- Klirrfaktor: < 0.1 % max. (1 kHz, 1 Watt)
- Eingangsempfindlichkeit: 250 mV
- Signal Rauschabstand: > 90 dB
- Eingangsimpedanz: 47 kOhm
- Eingänge: 7 x RCA, 1 x 6.1 RCA,
- 3 x Coaxial, 1 x Optical Digital,
- 8 x RCA Video, 2 x S-Video, 2 x RGB
- Ausgänge: 1 x 6.1 RCA, 1 x Rec Out,
- 1 x Video RCA, 1 x RCA SW2,
- 1 x S-Video, 1 x RGB
- Netzanschluss: 230 V/50 Hz
- Maße (BxHxT): 430 x 98 x 360 mm
- Gewicht: 10 kg
- Farbe: schwarz/silber
- Mit dreistufigem Bassmanagement und 2.1 Funktion
- Übertragung: 10 Hz - 20 kHz +/- 0.5 dB
- Nennleistung RMS 4 Ohm: 6 x 250 Watt
- Nennleistung RMS 8 Ohm: 6 x 200 Watt
- Eingangsempfindlichkeit: 1,6 V
- Klirrfaktor: < 0,1 % (1 kHz, 1 Watt)
- Signal Rauschabstand: > 90 dB
- Eingangsimpedanz: 47 kOhm
- Eingänge: 6 x RCA und XLR
- Ausgänge: 6 x 2 Lautsprecherklemmen
- Netzanschluss: 230 V/50 Hz
- Maße (BxHxT): 430 x 280 x 520 mm
- Gewicht: 45 kg
- Farbe: schwarz/silber
Verantwortlich für den Inhalt: Detlev
Schnick, © Copyright 2006 HIFI-REGLER, AREADVD
Mehr zur "Multichannel Endstufen" finden Sie auch in Google,
der weltweit besten Suchmaschine.
|