Dual CS 600 bei STEREO im Test

Dieser Test bezieht sich auf folgende Produkte
Dual CS 600

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STEREO

9/2014

"In der Stereo-Ausgabe 9/2014 auf den Seiten 72 bis 74 wurde der Dual CS 600 getestet."

Testauszug:

„…quirlig beschreibt vielleicht den ersten Klangeindruck des CS 600 mit dem Nagaoka am besten. Mit leichter Hand zeichnete der Schwarzwälder Dreher die Konturen auch schwieriger klanglicher Kost, wie die Gitarren von Rodrigo y Gabriellas 11:11, sauber nach. Dynamisch brannte da nichts an, die Klangfarben wurden mit leichter Warmtönung wiedergegeben. Die überwiegend düstere Stimmung, die die Black Keys auf ihrem aktuellen Album "Turn Blue" eingefangen haben, wurde gefühlsecht abgetastet. Auch hoch ausgesteuerte Platten mit kritischer Stimmwiedergabe, wie sie auf fast jeder Oper zu hören sind, tastete diese Kombination schon sauber ab. Die Grenzen des Gespanns mit dem Nagaoka MP200 wurden aber auch deutlich: Der Bass geriet hin und wieder ins Schlingern, und die Fähigkeit zur Auflösung komplexer Passagen - ich empfehle Ihnen zur Überprüfung Opern jedweder Couleur - geriet in dieser Kombination nicht wirklich überzeugend. Spielpartner war übigens Pro-Jects MAIA an B&Ws 683 S2, die wir beide in STEREO 8/14 mit Freude getestet haben. Als Phonokabel nutzten wir das erfreulich hochwertige Exemplar, das Dual mitliefert…“

„…wir stockten also auf und montierten Grados Reference Platinum1, ein System der 400-Euro-Klasse und das kleinste Grado im Holzkörper, das mit gut sechs Gramm Gewicht und hoher Nadelnachgiebigkeit prima mit dem Arm des CS 600 harmonierte. Als Elektronik nutzten wir nun Musical Fidelitys M1 ViNL an Exposures 3010S2, der seit Ausgabe 3/13 immer wieder aufs Neue für Vergnügen sorgt. Zweifelsfrei zeigte der Dual, dass er sich in diesem Umfeld deutlich wohler fühlte, während er zuvor doch sichtlich unterfordert war, wie sich nun herausstellte. Jetzt weichte der Bass auch bei "Flamenco Fever" nicht mehr auf, Martha Argerichs Flügel legte dynamisch einen Zacken zu und verlor etwas von dem zuvor gelegentlich dominanten Zuckerguss. Was den Dual hier von den besten Vertretern der Dreher-Fraktion unterschied, war eine vernehmlich geringere Stabilität in der Abbildung und eine leicht angeraute Wiedergabe, verbunden mit einer leichten Nervosität im Klangbild, vielleicht ein Resultat der etwas zu schnell laufenden 33er-Geschwindigkeit? Fleetwood Macs "Go Your Own Way", einfach aus nostalgischen Gründen mal aus dem Plattenregal gezogen, vermittelte einen guten Eindruck davon, warum diese Platte für meine privaten Hörsessions immer mal wieder herhalten muss. Da wackelte nix, der Bass hatte eine gute Mischung aus Präzision bei gleichzeitiger Beweglichkeit, die man so gerne als "Swing" bezeichnet. Auch bei höheren Pegeln zeigte sich der Dual gegen äußere Einflüsse wie Trittschall und akustische Rückkopplung für ein Nicht-Subchassis-Laufwerk erstaunlich unempfindlich, eine Platzierung auf einem vernünftigen Regal vorausgesetzt. War es mucksmäuschenstill und schaltete man dann den Motor ein, war bei 33 Umdrehungen ein ganz leichtes Lebensgeräusch des Motors zu hören. Nicht unüblich in dieser Preisklasse, und leiser, als man es von den allermeisten CD-Spielern kennt, war es auch ins Unhörbare verschwunden, sobald die ersten Takte einer Platte abgetastet wurden. Sehr erfreulich war, dass der Motor so gut wie kein Streufeld zu haben scheint. Das Grado fing sich auf einem Rega RP6 zur Plattenmitte hin einen leichten Brumm, beim Dual: Ruhe! Die aufgestockte Anlage vermittelte eine ganze Menge Esprit, verlockte dazu, diese und jene Scheibe doch komplett anzuhören, obwohl man doch ursprünglich nur ein bestimmtes „Teststück“ hören wollte. Der Dual machte seine Sache mehr als ordentlich und darf ab sofort als höchst interessante Alternative in seiner Preisklasse gelten…“

Fazit:

Der Dual CS 600 ist ein gelungener Einstand des Schwarzwälder Herstellers in der gehobenen Preisklasse. Optisch schlicht klanglich jedoch auf Augenhöhe mit seinen Konkurrenten. Mit etwas Feinschliff könnte das Konzept mit dem hervorragenden, aber für leichte Tonabnehmer optimierten Tonarm noch mehr überzeugen.

Preis/Leistung: exzellent