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TEST: Focal Chorus 816V

Test: Carsten Rampacher und Thomas Hermsen, beide AREADVD - update: 18.09.2006

Focal Chorus 816 V - Standlautsprecher aus Frankreich im Test bei HIFI-REGLER

Einführung

Der Traum eines jeden Stereoliebhabers, der Wert auf ein gediegenes Wohnambiente legt: Hochwertige, wie noble Designerstücke wirkende Standlautsprecher, deren akustische Qualitäten selbstverständlich mit der noblen Optik Schritt halten. Das Erwachen allerdings folgt auf dem Fuße: Nicht, dass es  ein Problem darstellen würde, derartige Schallwandler, die optische und akustische Brillanz auf hohem Niveau vereinen, ausfindig zu machen - es gibt eine Reihe hochkarätiger Anbieter, die entsprechende Offerten führen, aber: Die Preise, die aufgerufen werden, sind meist jenseits der gegebenen Investitionsmöglichkeiten. Dass es auch anders geht, möchte uns der französische Anbieter Focal in diesem Test-Bericht zeigen: Die hochelegante Focal Chorus 816V, ihres Zeichens die kleinste Standbox aus der Chorus-Serie, kommt lediglich auf ca. 650,00€/Stück, soll aber trotzdem mit beeindruckender Akustik auftrumpfen. Die 2,5-Wege-Box fühlt sich insbesondere einer gekonnten Basswiedergabe verpflichtet. Focal verbaut daher gleich zwei Bassreflexöffnungen, eine, wie gewohnt, auf der Lautsprecherfront, eine zweite, eher ungewohnt, auf der Unterseite in Downfire-Anordnung. Wir sind nun hochgradig gespannt: Schafft es Focal tatsächlich, Optik, Klang und günstigen Preis vorteilhaft miteinander in Einklang zu bringen? Unser Test gibt Aufschluss.

Verarbeitung

Focal Chorus 816 V - Standlautsprecher aus Frankreich im Test bei HIFI-REGLER

Die Verarbeitungsqualität überzeugt auch im Detail - zugleich erfreut die Hochwertigkeit der Materialien

Focal Chorus 816 V - Standlautsprecher aus Frankreich im Test bei HIFI-REGLER

Das gesamte Gehäuse wirkt für die Preisklasse außergewöhnlich massiv und langlebig

Focal Chorus 816 V - Standlautsprecher aus Frankreich im Test bei HIFI-REGLER

Die Lautsprecherkabel-Anschlussterminals sind einfach gehalten

Focal Chorus 816 V - Standlautsprecher aus Frankreich im Test bei HIFI-REGLER

Die optische Gestaltung der Focal Chorus 816V zeigt deutlich, dass sich man in Frankreich auch auf das Setzen von Trends bezüglich der Lautsprecher-Mode bestens versteht

Focal Chorus 816 V - Standlautsprecher aus Frankreich im Test bei HIFI-REGLER

Glänzender Acryllack, umgeben von mokkafarbenem Holz-Look - trendig und elegant

Focal Chorus 816 V - Standlautsprecher aus Frankreich im Test bei HIFI-REGLER

Sehr präzise Einpassung der Chassis

Focal Chorus 816 V - Standlautsprecher aus Frankreich im Test bei HIFI-REGLER

Mehr als nur ein schönes Detail ist der Sockel unter der Chorus, der für einen sehr sicheren Stand sorgt. Dank höhenverstellbarer Spikes können auch kleine Ungleichheiten im Unterboden problemlos ausgeglichen werden

Focal Chorus 816 V - Standlautsprecher aus Frankreich im Test bei HIFI-REGLER

Der Sockel nochmals aus anderer Perspektive betrachtet 

Mehr kann man für ca. 650,00€ nicht erwarten - die Focal Chorus 816V wirkt wie eine deutlich kostspieligere Gerätschaft. Gerade in der Farbgebung Mokka liegt sie nicht nur im Trend, was aktuelle Einrichtungsstile angeht, zusätzlich wirkt auch die handwerkliche Ausführung stimmig. Die Spaltmaße sind für die Preisklasse sehr gering, und das aufwändige Gehäuse ist solide zusammengebaut. Die einzelnen Lautsprecherchassis sind sehr gut ins Gehäuse eingepasst. Einzig und allein an den schlichten Lautsprecherkabel-Schraubverschlüssen merkt der erfahrene Anwender, dass doch ein wenig gespart werden musste, um den fairen Kaufpreis zu realisieren. Dafür punktet die Focal Chorus 816V mit dem sehr soliden und gleichzeitig attraktiven Sockel, auf dem die Box ruht. In die Mimik sind auch Spikes für eine perfekte Aufstellung integriert, alles ohne Aufpreis. Bilanzierend erhält die Focal Chorus 816 V für ihre Preisklasse Traumnoten in der Verarbeitungsdisziplin, denn zum kleinen Preis wird hier echtes Oberklasse-Feeling geboten.

Übersicht:

(Noten: Ungenügend, mangelhaft, ausreichend, befriedigend, gut, sehr gut, ausgezeichnet, hervorragend, perfekt plus alle Zwischennoten)

Merkmal

Focal Chorus 816V

Erster optischer Eindruck

hervorragend

Oberflächenqualität

ausgezeichnet

Qualität der Gehäuseecken

sehr gut - ausgezeichnet

Qualität der Anschlussterminals

gut

Qualitätsniveau in Anbetracht des Kaufpreises

hervorragend - perfekt

Fazit

Gesamtnote: ausgezeichnet - hervorragend

Technik und Ausstattung

Focal Chorus 816 V - Standlautsprecher aus Frankreich im Test bei HIFI-REGLER

Die Focal Chorus 816V ist als 2,5 Wege-Box konzipiert. Die beiden Bass-/Mitten-Bass-Treiber bestehen aus Polyglass, einem traditionellen Focal-Werkstoff. Der Konus aus Cellulose-Fiber-Werkstoff ist leicht und weist sehr gute Dämpfungseigenschaften auf. 

Focal Chorus 816 V - Standlautsprecher aus Frankreich im Test bei HIFI-REGLER

Wie man es kennt: Bassreflexöffnung auf der Frontseite

Focal Chorus 816 V - Standlautsprecher aus Frankreich im Test bei HIFI-REGLER

Besonderheit der Focal-Box: Bassreflexöffnung, konzipiert nach dem Downfire-Prinzip, auf der Unterseite des Lautsprechers

Focal Chorus 816 V - Standlautsprecher aus Frankreich im Test bei HIFI-REGLER

Die Focal Chorus 816V, so lassen die Spezifikationen vermuten, ist im Bassbereich sehr potent. Doch Focal kennt man auch als Anbieter hochwertiger Hochtöner - hier das Exemplar, welches bei unserem Test-Lautsprecher verbaut ist. Er besteht aus einer Aluminium-Magnesium-Legierung mit laut Focalsehr guten Dämpfungsqualitäten. Als Antrieb dient ein leistungsfähiger Neodym-Magnet, welcher den Vorteil hat, trotz kompakter Abmessungen sehr leistungsfähig zu sein. 

MDF-Paneele mit minimal 20 mm Durchmesser (Seitenteile sogar 25 mm) sollen für ausgeglichene akustische Eigenschaften sorgen. Nirgendwo im Inneren gibt es parallele Wände, die stehende Wellen hervorrufen könnten. Ein 165 mm Basstreiber wird flankiert von einem 165 mm Mitten-/Basstreiber sowie einem 25 mm Hochtöner. Mit einem Frequenzgang (@ - 3 dB) von 47 Hz bis 28 kHz ist die Box zumindest dem Datenblatt nach auch für DVD-Audio und SACD geeignet. Der Wirkungsgrad (2, 83 V @ 1m) liegt bei guten 91,5 dB, die Nominalimpedanz bei 8 Ohm. Die Minimalimpedanz gibt Focal mit 4,3 Ohm @ 146 Hz an. Als maximale kurzzeitige Belastbarkeit werden 200 Watt genannt, die maximale Dauerbelastbarkeit (nach RMS) liegt bei 130 Watt. Die aufwändige Konstruktion für schnellen und zugleich raumfüllenden Bass, realisiert durch zwei Bassreflexöffnungen (eine auf der Lautsprechervorderseite, eine auf der Lautsprecherunterseite) ist für die Preisklasse alles andere als selbstverständlich Insgesamt sichert sich die 22,5 kg schwere Box die Note "ausgezeichnet" bei Technik und Ausstattung, Abzüge gibt es für die nicht vorhandene Bi-Amping-Möglichkeit.

Klang

Focal Chorus 816 V - Standlautsprecher aus Frankreich im Test bei HIFI-REGLER

Die Focal Chorus 816V musste sich wie üblich gegenüber starker Konkurrenz behaupten

Akustisch waren wir ebenfalls sehr angetan von der Leistungsfähigkeit der Focal Chorus 816 V - gerade für denjenigen Anwender, der viel Freude an einer reichhaltigen, nachdrücklichen und raumfüllenden Wiedergabe hat, ist dieser Standlautsprecher sehr empfehlenswert. Man kann mit der Focal Chorus 816 V problemlos alle Musikrichtungen genießen - dank des für die Preisklasse hervorragenden Hochtöners kommen auch Klassik-Hörer auf ihre Kosten, denn Strahlkraft und Klarheit, ansonsten oft Fremdworte in dieser Preisklasse, gehören sehr wohl zum Repertoire der Focal Chorus 816 V. Sie verbindet die sehr gute Filigranarbeit im oberen Frequenzbereich mit einem nahezu nahtlos angebundenen, durch akustische Fülle und beachtlichen Detailreichtum stimmigen Mitteltonbereich und einem runden, kraftvoll antretenden Bass. Bereits bei Zimmerlautstärke klingt die Focal Chorus 816 V angenehm komplett, man hört auch bei klassischer Musik schon viele Feinheiten heraus. Durch den günstigen Wirkungsgrad eignet sich die Focal Chorus 816 V auch sehr gut zur Kombination mit normal leistungsfähigen Verstärkern - man muss keinen Watt-Primus an diesen Lautsprecher hängen, um auf hohem Level Musik genießen zu können.

Bei verschiedenen Stücken Andrea Bocellis (Sentimento-CD) erfüllte die Focal Chorus 816 V erstaunlich hohe Erwartungen: So war der Bühnenaufbau überraschend gut, man konnte die Präsenz von Bocellis Stimme sehr gut spüren, für einen Lautsprecher dieser Preisliga waren Stimmauflösung und Tonalität ausgezeichnet. Die Trennung zwischen Stimmen und Instrumenten gelang der Focal Chorus 816 ebenfalls außergewöhnlich gut. Präzise ertönten auch einzelne Instrumente, lediglich im Bassbereich war zwar das Volumen beeindruckend, die Detaillierung kleiner tieffrequenter Einzelheiten kann man jedoch noch präziser erledigen. Hier merkt man letztendlich doch, dass man, gerade in solchen Preisklassen, doch bereit sein muss, Kompromisse einzugehen, auch wenn diese bei der Focal Chorus 816 V absolut vertretbar sind.

Bei verschiedenen Walzern von Johann Strauß bewies die Focal Chorus 816 V ebenfalls ihre Talente -  sie schaffte einen sehr guten Kompromiss aus reichhaltiger Wiedergabecharakteristik mit üppigem Bass und echter, erlebter Dynamik. Es mag hier Boxen geben, die noch mehr das Gebotene analysieren, sezieren: Die Freude, die die Focal Chorus 816 V bereitet, erreicht kaum ein anderer Lautsprecher dieser Preisregionen. Es geht einfach voran, man beginnt, sich auf angenehme Weise in die Musik hineinzuversetzen. Die Focal Chorus 816V fordert nicht, sie überzeugt von Innen heraus durch ihre gelassene, gleichzeitig runde und mitreißende Spielweise. Sie strengt nicht an, sondern spricht durch reichhaltige Gefälligkeit für sich.

Bei Club- und Techno-Stücken brilliert die französische Box Focal Chorus 816 V ebenfalls. Bei unseren "Sunshine Live Classics" bot sie ein eindrucksvolles Effektspektakel und schleuderte vor allem tieffrequente Passagen gekonnt durch den Hörraum. Durch die gekonnte, nie aggressive Gesamtauslegung können ohne Schwierigkeiten auch derartige Musikrichtungen über mehrere Stunden in beträchtlicher Lautstärke konsumiert werden. 

Focal Chorus 816 V - Standlautsprecher aus Frankreich im Test bei HIFI-REGLER

Tief unten überzeugend: Mit ihrem vollen, nachdrücklichen Bassbereich sammelt die Focal Chorus 816 V viele Punkte

Die Raumwirkung im Bassbereich ist ohne Zweifel für einen Lautsprecher mit diesen Gehäuseabmessungen herausragend. Dies ist Verdienst der Auslegung mit zwei Bassreflexrohren: Die Downfire-Lösung sorgt zusätzlich für ein 360 Grad-Basspanorama, während die normale Bassreflexöffnung für gute Staffelung und ordentliche Präzision verantwortlich zeichnet. Mit diesen Merkmalen kann die Focal Chorus 816 V auch sehr effektreiche Musik wie Dance- oder Trance-Stücke ausgezeichnet darstellen. Allerdings hat auch dieser Schallwandler, wie üblich, ein entsprechendes Hörerprofil: Wer es gern reichhaltig, rund und kraftvoll mag, ist hier bestens bedient. Es ist kein Lautsprecher für den analytischen Minimalisten, dafür liefert die Focal Chorus 816V einfach zu viel Nachdruck und Fülle. Sie präsentiert alles üppig - aber nie oberflächlich. Daher ist es auch völlig falsch, der Focal Chorus 816 V den Status einer für viel Action und Wirbel sorgenden Disco-Box zuzusprechen, die sich auf jeder Privatparty einen neuen Freundeskreis schafft. Dafür wäre eher eine JBL Northridge E100 zuständig. Diese ist nochmals deutlich preiswerter als die Focal Chorus 816 V, bietet dafür aber auch nur ein einfaches Finish. 

Akustisch meistert die JBL Northridge E 100 auch massive Bassattacken souverän, ist aber kein Lautsprecher, mit der man Klassikhörer oder auch Liebhaber modernerer Orchestermusik ansprechen könnte. Ein typischer Schallwandler also, der sich im Jugendzimmer mit hohem HipHop- oder Hardstyle-Anteil gut macht. Konkurrenz für die Focal Chorus 816 V nähert sich in Form der Nubert nuWave 85, die mit ca. 450,00€ deutlich günstiger ist. Dies merkt man allerdings auch, denn die Nubert-Box wirkt optisch weitaus schlichter. Gleichfalls ist die Verarbeitung sehr solide. Akustisch spielt die Nubert locker in der 600,00€-Liga - ein großes Lob für die kleine schwäbische Standbox. Es reicht aber nicht, um die Focal Chorus 816 V zu schlagen - was daran liegt, dass die hervorragende Focal Chorus 816 V ihrerseits ihrer Preisklasse enteilt ist. Direkter akustischer Vergleich mit der nuWave: Die Focal Chorus 816 V liefert den druckvolleren Bass und erfreut den Hörer mit sehr gut dosierter Brillanz im Hochtonbereich. Die Nubert nuWave 85 klingt nüchterner und im Hochtonbereich nicht ganz so frei. Für ca. 450,00€ ist die recht neutrale Box aber nach wie vor eine exzellente Okkasion. 

Der nächste, sehr harte Konkurrent für die Focal Chorus 816V kommt aus dem Hause Monitor Audio. Die Silver RS-8 ist ein bärenstarkes Paket ohne Schwächen, dynamisch, zupackend im Bassbereich und mit für die Preisklasse ausgezeichneter Detaillierungsarbeit. Gleichzeitig ist die Box, ebenso wie die Focal, von exzellenter Verarbeitungsgüte. Sogar einen ähnlichen Sockel, auf dem der Lautsprecher ruht, bringt die Silver RS-8 mit. Und: Die Lautsprecherkabel-Anschlussterminals der Monitor Audio-Konstruktion sind deutlich besser als diejenigen der Focal Chorus 816V - hat also unser Test-Kandidat überhaupt eine Chance gegen den britischen Überflieger? Die klare Antwort: Der Lautsprecher aus dem Land des "laissez-faire" besteht sogar ausgezeichnet gegen die Monitor Audio, beide können sich als gleichwertige Alternativen an der Klassenspitze behaupten. Die Focal Chorus 816 V macht optisch mit ihrem ausgefeilteren Gehäusedesign noch mehr mehr - die ebenso hochwertig verarbeitete Monitor Audio-Box gibt da eher den konservativ-klassischen Lautsprecher und weniger den eleganten Einrichtungsgegenstand ab. Akustisch bietet die Focal Chorus 816V nochmals mehr Weitläufigkeit. Der Bassbereich ist noch druckvoller, die Höhenwiedergabe wirkt eine Idee lässiger, souveräner. Die Pegelfestigkeit liegt minimal höher. Die Monitor Audio klingt dafür etwas zurückhaltender, ohne aber je langweilig zu werden, und detailliert im tieffrequenten Bereich besser. Zudem ist sie insgesamt noch ausgewogener, nicht so üppig im tieffrequenten Bereich. Die MA ist ein Lautsprecher, der einfach jedem gefällt, was ihrer Verbreitung sicherlich zuträglich ist.

Focal Chorus 816 V - Standlautsprecher aus Frankreich im Test bei HIFI-REGLER

Die Focal Chorus 816 V spricht den Hörer an, der auf relaxte Art und Weise beim Hören etwas erleben möchte

Also ein klares Patt, und die Erkenntnis, dass es immer von Nöten ist, ausgiebig Probe hören -  denn je nach Hörertyp haben beide Boxen große Reize und sind trotzdem, das ist das Schöne, finanzierbar. Sogar, das muss klar gesagt werden, bieten sowohl Focal als auch MA eine deutlich höhere "Alltagstauglichkeit" als viele teurere Schallwandler, die vielleicht noch kristallklarer im Hochtonbereich klingen und noch mehr Details ans Tageslicht holen - allerdings verlangt diese Art Lautsprecher auch mehr vom Hörer. Er muss bereit sein, sich der Box hinzugeben, auf die Suche nach akustischen Einzelheiten zu gehen, und muss begeisterungsfähig sein bezüglich manchmal schon zu prägnanter Hochton-Spielarten - so entspannt zu hören, wie es mit der Focal und der Monitor Audio über Stunden funktioniert, ist dann kaum möglich. Es gibt allerdings einige wenige besonders imposante Edel-Lautsprecher, die beinahe alles können: Feinst detaillieren, entspannt spielen, eine weitläufige Kulisse aufbauen und grandios aussehen - wichtig für den Optik-Gourmet.

Die Eintrittskarte in den Kreis der absoluten Champions ist allerdings nicht eben günstig: Die Mordaunt-Short Performance 6 kommt auf ca. 2.500,00€/ Stck, in Anbetracht ihrer Elite-Qualitäten ist dies aber absolut fair. Wer die Mordaunt Short Performance 6 (alias MSP6) kauft, spielt bereits in einer außerordentlich hohen Liga, allerdings sind auch schon für günstigere Beträge hörbare Steigerungen möglich. Nochmals einen deutlichen qualitativen Sprung gegenüber MA Silver RS-8 und Focal Chorus 816V ermöglicht die Quadral Aurum 970, die in der Liga bis etwa 1.500,00€ (Stückpreis) mit ihrem satten, gleichzeitig aber feinfühligen und mitreißenden Klang auf exzellentem Level operiert. Zudem ist die Quadral Aurum 970 auch noch enorm pegelfest. In dieser Disziplin hat sie trotz der überzeugenden Einzelleistung allerdings keine Chance gegen die Nubert nuLine 120, die mit ihrem ausgewogenen Sound auch bei größter Lautstärke imponiert und sich somit hervorragend als leistungsstabile Basis für Home Theatre-Anwendungen eignet. Hier tun sich Welten zwischen Chorus sowie der knapp dahinter folgenden Silver, die beide für ihre Klasse wirklich pegelfest sind, und der nuLine 120 auf: Im 30 Quadratmeter-Hörraum sind sowohl Focal Chorus 816V als auch Silver RS8 noch bei hohem Pegel sehr gelassen, wenn der Hörraum aber größer wird, schlägt die nuLine 120 zu und pegelt die günstigeren Boxen gnadenlos nieder. Auch die Quadral Aurum 970 hat hier wenig Chancen. Sie überflügelt zwar die beiden Kontrahenten von MA und Focal, hält aber einen Respektabstand zur nuLine 120. Mit einem sehr lebendigen, dynamischen Klang ist auch die KEF XQ5 (Stückpreis ca. 1.500,00€) eine sehr verheißungsvolle Alternative, die besonders Klassik- und Jazzliebhaber anspricht. Dafür sind kleine Abstriche bezüglich Bassdruck und Pegelfestigkeit zu machen. Mit ihrer sehr edlen Optik, den kompakten Abmessungen und der langlebigen Verarbeitung ist die KEF XQ5 für HiFi-Liebhaber aber eine brillante Alternative.

Wie schnell selbst im Boxen-Business Highlights kommen und gehen, zeigt ein Vergleich mit der Pioneer S-H810V: Diese ca. 800,00€ / Stück kostende Standbox kann sich gegen Focal Chorus 816V und Monitor Audio Silver RS-8 nicht mehr behaupten. Zwar klingt sie noch klarer im Hochtonbereich, wirkt aber weniger ausgewogen und besitzt nicht die nötige Durchsetzungskraft im Bassbereich. Auch die KEF IQ9 ist für sich betrachtet eine angenehm klingende Box ohne gravierende Schwächen, aber die Focal Chorus 816 V geht schlicht und einfach vorbei - mit mehr Bassdruck, höherer Kontrolle, größerer Pegelfestigkeit und mehr Brillanz im Hochtonbereich. Auch die Monitor Audio mit ihrer präzisen Hochtonabbildung schlägt die KEF iQ9 - was allerdings keine Schande ist, denn die Focal und die Monitor Audio sind schon Ausnahmeerscheinungen. Unter Miteinbeziehung ihrer Preisklasse können wir der gelungenen Focal Chorus 816V ein "ausgezeichnet - hervorragend" als Zensur mit auf den Heimweg nach Frankreich geben - verbunden mit einer schlichten Bilanz: Voilá - so baut man Lautsprecher. Elegant, preiswert, universell talentiert und echten Hörspaß bringend.

Fazit

Focal Chorus 816 V - Standlautsprecher aus Frankreich im Test bei HIFI-REGLER

So sehen Siegertypen aus: Mit attraktiver Optik und begeisterndem Klang sichert sich die Focal Chorus 816V einen großen Test-Erfolg

Ein äußerst gelungenes Gesamtpaket: Mit sehr fundierter Basswiedergabe, einem erstaunlich vielschichtigen und brillanten Hochtonbereich und klarer Mitteltonwiedergabe wird die Focal Chorus 816V sehr viele Käufer finden. Sie tischt üppig, aber gleichzeitig sehr gefällig auf - die richtige Box für denjenigen Hörer, der beim Hören etwas erleben möchte, was bleibend in Erinnerung bleibt, ohne aber sich während des Hörprozesses extrem anstrengen zu müssen. Die tadellose Pegelfestigkeit und die edle, deutlich über Preisklassenniveau liegende Optik tragen ebenfalls ihren Teil zum Test-Urteil bei: Die rundherum begeisternde Focal Chorus 816 V wird zusammen mit der Monitor Audio Silver RS-8 Preisklassenreferenz!

Mit ihrem kräftigen Bass und der sehr guten Dynamik macht die Focal Chorus 816V richtig Spaß - dank des feinfühlig-brillanten Hochtonbereichs kommen auch anspruchsvolle Hörer voll auf ihre Kosten

Focal Chorus 816 V - Standlautsprecher aus Frankreich im Test bei HIFI-REGLER
Standlautsprecher bis 800,00€
Test 18. September 2006
Preis-/Leistungsverhältnis NAD VISO FIVE - DVD-Receiver von NAD im TestNAD VISO FIVE - DVD-Receiver von NAD im TestNAD VISO FIVE - DVD-Receiver von NAD im TestNAD VISO FIVE - DVD-Receiver von NAD im TestNAD VISO FIVE - DVD-Receiver von NAD im TestNAD VISO FIVE - DVD-Receiver von NAD im TestNAD VISO FIVE - DVD-Receiver von NAD im TestNAD VISO FIVE - DVD-Receiver von NAD im TestNAD VISO FIVE - DVD-Receiver von NAD im TestNAD VISO FIVE - DVD-Receiver von NAD im Test

+ Sehr nachdrücklicher und raumfüllender Bass
+ Bereits bei Zimmerlautstärke imposante Klangkulisse
+ Hochtöner mit Leistungsprofil deutlich über Klassenniveau
+ Hohe Pegelfestigkeit
+ Sehr guter Wirkungsgrad ermöglicht vielfältige Kombinationsmöglichkeiten

- Nicht allzu viel Auswahl bei den Gehäusefarben
- Sehr einfache Anschlussterminals ohne Bi-Amping-Möglichkeit

 

Test: Thomas Hermsen, Carsten Rampacher - AREADVD
18. September 2006

Verantwortlich für den Inhalt: Detlev Schnick, © Copyright 2006 HIFI-REGLER, AREADVD
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