TEST: Focal Chorus 816V
Test: Carsten Rampacher und Thomas Hermsen, beide AREADVD
- update: 18.09.2006

Einführung
Der Traum eines jeden Stereoliebhabers, der Wert auf ein gediegenes Wohnambiente
legt: Hochwertige, wie noble Designerstücke wirkende Standlautsprecher,
deren akustische Qualitäten selbstverständlich mit der noblen Optik Schritt
halten. Das Erwachen allerdings folgt auf dem Fuße: Nicht, dass es
ein Problem darstellen würde, derartige Schallwandler, die optische und
akustische Brillanz auf hohem Niveau vereinen, ausfindig zu machen - es
gibt eine Reihe hochkarätiger Anbieter, die entsprechende Offerten führen,
aber: Die Preise, die aufgerufen werden, sind meist jenseits der gegebenen
Investitionsmöglichkeiten. Dass es auch anders geht, möchte uns der französische
Anbieter Focal in diesem Test-Bericht zeigen: Die hochelegante Focal
Chorus 816V, ihres Zeichens die kleinste Standbox aus der Chorus-Serie,
kommt lediglich auf ca. 650,00€/Stück, soll aber trotzdem mit beeindruckender
Akustik auftrumpfen. Die 2,5-Wege-Box fühlt sich insbesondere einer gekonnten
Basswiedergabe verpflichtet. Focal verbaut daher gleich zwei Bassreflexöffnungen,
eine, wie gewohnt, auf der Lautsprecherfront, eine zweite, eher ungewohnt,
auf der Unterseite in Downfire-Anordnung. Wir sind nun hochgradig gespannt:
Schafft es Focal tatsächlich, Optik, Klang und günstigen Preis vorteilhaft
miteinander in Einklang zu bringen? Unser Test gibt Aufschluss.
Verarbeitung

Die Verarbeitungsqualität überzeugt auch im Detail -
zugleich erfreut die Hochwertigkeit der Materialien

Das gesamte Gehäuse wirkt für die Preisklasse
außergewöhnlich massiv und langlebig

Die Lautsprecherkabel-Anschlussterminals sind einfach gehalten

Die optische Gestaltung der Focal Chorus 816V zeigt deutlich,
dass sich man in Frankreich auch auf das Setzen von Trends bezüglich der
Lautsprecher-Mode bestens versteht

Glänzender Acryllack, umgeben von mokkafarbenem Holz-Look -
trendig und elegant

Sehr präzise Einpassung der Chassis

Mehr als nur ein schönes Detail ist der Sockel unter der
Chorus, der für einen sehr sicheren Stand sorgt. Dank höhenverstellbarer
Spikes können auch kleine Ungleichheiten im Unterboden problemlos ausgeglichen
werden

Der Sockel nochmals aus anderer Perspektive betrachtet
Mehr kann man für ca. 650,00€ nicht erwarten - die Focal Chorus
816V wirkt wie eine deutlich kostspieligere Gerätschaft. Gerade in der
Farbgebung Mokka liegt sie nicht nur im Trend, was aktuelle Einrichtungsstile
angeht, zusätzlich wirkt auch die handwerkliche Ausführung stimmig. Die
Spaltmaße sind für die Preisklasse sehr gering, und das aufwändige Gehäuse
ist solide zusammengebaut. Die einzelnen Lautsprecherchassis sind sehr
gut ins Gehäuse eingepasst. Einzig und allein an den schlichten Lautsprecherkabel-Schraubverschlüssen
merkt der erfahrene Anwender, dass doch ein wenig gespart werden musste,
um den fairen Kaufpreis zu realisieren. Dafür punktet die Focal Chorus
816V mit dem sehr soliden und gleichzeitig attraktiven Sockel, auf dem
die Box ruht. In die Mimik sind auch Spikes für eine perfekte Aufstellung
integriert, alles ohne Aufpreis. Bilanzierend erhält die Focal Chorus
816 V für ihre Preisklasse Traumnoten in der Verarbeitungsdisziplin, denn
zum kleinen Preis wird hier echtes Oberklasse-Feeling geboten.
Übersicht:
(Noten: Ungenügend, mangelhaft, ausreichend, befriedigend, gut, sehr gut,
ausgezeichnet, hervorragend, perfekt plus alle Zwischennoten)
|
Merkmal
|
Focal Chorus 816V
|
|
Erster optischer Eindruck
|
hervorragend
|
|
Oberflächenqualität
|
ausgezeichnet
|
|
Qualität der Gehäuseecken
|
sehr gut - ausgezeichnet
|
|
Qualität der Anschlussterminals
|
gut
|
|
Qualitätsniveau in Anbetracht des Kaufpreises
|
hervorragend - perfekt
|
|
Fazit
|
Gesamtnote: ausgezeichnet - hervorragend
|
Technik und Ausstattung

Die Focal Chorus 816V ist als 2,5 Wege-Box konzipiert.
Die beiden Bass-/Mitten-Bass-Treiber bestehen aus Polyglass, einem traditionellen
Focal-Werkstoff. Der Konus aus Cellulose-Fiber-Werkstoff ist leicht und
weist sehr gute Dämpfungseigenschaften auf.

Wie man es kennt: Bassreflexöffnung auf der Frontseite

Besonderheit der Focal-Box: Bassreflexöffnung, konzipiert
nach dem Downfire-Prinzip, auf der Unterseite des Lautsprechers

Die Focal Chorus 816V, so lassen die Spezifikationen vermuten,
ist im Bassbereich sehr potent. Doch Focal
kennt man auch als Anbieter hochwertiger Hochtöner - hier das Exemplar,
welches bei unserem Test-Lautsprecher verbaut ist. Er besteht aus einer
Aluminium-Magnesium-Legierung mit laut Focalsehr guten Dämpfungsqualitäten.
Als Antrieb dient ein leistungsfähiger Neodym-Magnet, welcher den Vorteil
hat, trotz kompakter Abmessungen sehr leistungsfähig zu sein.
MDF-Paneele mit minimal 20 mm Durchmesser (Seitenteile sogar 25
mm) sollen für ausgeglichene akustische Eigenschaften sorgen. Nirgendwo im
Inneren gibt es parallele Wände, die stehende Wellen hervorrufen könnten. Ein
165 mm Basstreiber wird flankiert von einem 165 mm Mitten-/Basstreiber sowie
einem 25 mm Hochtöner. Mit einem Frequenzgang (@ - 3 dB) von 47 Hz bis 28 kHz
ist die Box zumindest dem Datenblatt nach auch für DVD-Audio und SACD geeignet.
Der Wirkungsgrad (2, 83 V @ 1m) liegt bei guten 91,5 dB, die Nominalimpedanz bei
8 Ohm. Die Minimalimpedanz gibt Focal mit 4,3 Ohm @ 146 Hz an. Als maximale
kurzzeitige Belastbarkeit werden 200 Watt genannt, die maximale
Dauerbelastbarkeit (nach RMS) liegt bei 130 Watt. Die aufwändige Konstruktion
für schnellen und zugleich raumfüllenden Bass, realisiert durch zwei
Bassreflexöffnungen (eine auf der Lautsprechervorderseite, eine auf der
Lautsprecherunterseite) ist für die Preisklasse alles andere als
selbstverständlich Insgesamt sichert sich die 22,5 kg schwere Box die Note
"ausgezeichnet" bei Technik und Ausstattung, Abzüge gibt es für die
nicht vorhandene Bi-Amping-Möglichkeit.
Klang

Die Focal Chorus 816V musste sich wie üblich gegenüber
starker Konkurrenz behaupten
Akustisch waren wir ebenfalls sehr angetan von der Leistungsfähigkeit
der Focal Chorus 816 V - gerade für denjenigen Anwender, der viel Freude
an einer reichhaltigen, nachdrücklichen und raumfüllenden Wiedergabe hat,
ist dieser Standlautsprecher sehr empfehlenswert. Man kann mit der Focal
Chorus 816 V problemlos alle Musikrichtungen genießen - dank des für die
Preisklasse hervorragenden Hochtöners kommen auch Klassik-Hörer auf ihre
Kosten, denn Strahlkraft und Klarheit, ansonsten oft Fremdworte in dieser
Preisklasse, gehören sehr wohl zum Repertoire der Focal Chorus 816 V.
Sie verbindet die sehr gute Filigranarbeit im oberen Frequenzbereich mit
einem nahezu nahtlos angebundenen, durch akustische Fülle und beachtlichen
Detailreichtum stimmigen Mitteltonbereich und einem runden, kraftvoll
antretenden Bass. Bereits bei Zimmerlautstärke klingt die Focal Chorus
816 V angenehm komplett, man hört auch bei klassischer Musik schon viele
Feinheiten heraus. Durch den günstigen Wirkungsgrad eignet sich die Focal
Chorus 816 V auch sehr gut zur Kombination mit normal leistungsfähigen
Verstärkern - man muss keinen Watt-Primus an diesen Lautsprecher hängen,
um auf hohem Level Musik genießen zu können.
Bei verschiedenen Stücken Andrea Bocellis (Sentimento-CD) erfüllte die
Focal Chorus 816 V erstaunlich hohe Erwartungen: So war der Bühnenaufbau
überraschend gut, man konnte die Präsenz von Bocellis Stimme sehr gut
spüren, für einen Lautsprecher dieser Preisliga waren Stimmauflösung und
Tonalität ausgezeichnet. Die Trennung zwischen Stimmen und Instrumenten
gelang der Focal Chorus 816 ebenfalls außergewöhnlich gut. Präzise ertönten
auch einzelne Instrumente, lediglich im Bassbereich war zwar das Volumen
beeindruckend, die Detaillierung kleiner tieffrequenter Einzelheiten kann
man jedoch noch präziser erledigen. Hier merkt man letztendlich doch,
dass man, gerade in solchen Preisklassen, doch bereit sein muss, Kompromisse
einzugehen, auch wenn diese bei der Focal Chorus 816 V absolut vertretbar
sind.
Bei verschiedenen Walzern von Johann Strauß bewies die Focal Chorus 816
V ebenfalls ihre Talente - sie schaffte einen sehr guten Kompromiss
aus reichhaltiger Wiedergabecharakteristik mit üppigem Bass und echter,
erlebter Dynamik. Es mag hier Boxen geben, die noch mehr das Gebotene
analysieren, sezieren: Die Freude, die die Focal Chorus 816 V bereitet,
erreicht kaum ein anderer Lautsprecher dieser Preisregionen. Es geht einfach
voran, man beginnt, sich auf angenehme Weise in die Musik hineinzuversetzen.
Die Focal Chorus 816V fordert nicht, sie überzeugt von Innen heraus durch
ihre gelassene, gleichzeitig runde und mitreißende Spielweise. Sie strengt
nicht an, sondern spricht durch reichhaltige Gefälligkeit für sich.
Bei Club- und Techno-Stücken brilliert die französische Box Focal Chorus
816 V ebenfalls. Bei unseren "Sunshine Live Classics" bot sie ein eindrucksvolles
Effektspektakel und schleuderte vor allem tieffrequente Passagen gekonnt
durch den Hörraum. Durch die gekonnte, nie aggressive Gesamtauslegung
können ohne Schwierigkeiten auch derartige Musikrichtungen über mehrere
Stunden in beträchtlicher Lautstärke konsumiert werden.

Tief unten überzeugend: Mit ihrem vollen, nachdrücklichen
Bassbereich sammelt die Focal Chorus 816 V viele Punkte
Die Raumwirkung im Bassbereich ist ohne Zweifel für einen Lautsprecher
mit diesen Gehäuseabmessungen herausragend. Dies ist Verdienst der Auslegung
mit zwei Bassreflexrohren: Die Downfire-Lösung sorgt zusätzlich für ein
360 Grad-Basspanorama, während die normale Bassreflexöffnung für gute
Staffelung und ordentliche Präzision verantwortlich zeichnet. Mit diesen
Merkmalen kann die Focal Chorus 816 V auch sehr effektreiche Musik wie
Dance- oder Trance-Stücke ausgezeichnet darstellen. Allerdings hat auch
dieser Schallwandler, wie üblich, ein entsprechendes Hörerprofil: Wer
es gern reichhaltig, rund und kraftvoll mag, ist hier bestens bedient.
Es ist kein Lautsprecher für den analytischen Minimalisten, dafür liefert
die Focal Chorus 816V einfach zu viel Nachdruck und Fülle. Sie präsentiert
alles üppig - aber nie oberflächlich. Daher ist es auch völlig falsch,
der Focal Chorus 816 V den Status einer für viel Action und Wirbel sorgenden
Disco-Box zuzusprechen, die sich auf jeder Privatparty einen neuen Freundeskreis
schafft. Dafür wäre eher eine JBL Northridge E100 zuständig. Diese ist
nochmals deutlich preiswerter als die Focal Chorus 816 V, bietet dafür
aber auch nur ein einfaches Finish.
Akustisch meistert die JBL Northridge E 100 auch massive Bassattacken
souverän, ist aber kein Lautsprecher, mit der man Klassikhörer oder auch
Liebhaber modernerer Orchestermusik ansprechen könnte. Ein typischer Schallwandler
also, der sich im Jugendzimmer mit hohem HipHop- oder Hardstyle-Anteil
gut macht. Konkurrenz für die Focal Chorus 816 V nähert sich in Form der
Nubert nuWave 85, die mit ca. 450,00€ deutlich günstiger ist. Dies
merkt man allerdings auch, denn die Nubert-Box wirkt optisch weitaus schlichter.
Gleichfalls ist die Verarbeitung sehr solide. Akustisch spielt die Nubert
locker in der 600,00€-Liga - ein großes Lob für die kleine schwäbische
Standbox. Es reicht aber nicht, um die Focal Chorus 816 V zu schlagen
- was daran liegt, dass die hervorragende Focal Chorus 816 V ihrerseits
ihrer Preisklasse enteilt ist. Direkter akustischer Vergleich mit der
nuWave: Die Focal Chorus 816 V liefert den druckvolleren Bass und erfreut
den Hörer mit sehr gut dosierter Brillanz im Hochtonbereich. Die Nubert
nuWave 85 klingt nüchterner und im Hochtonbereich nicht ganz so frei.
Für ca. 450,00€ ist die recht neutrale Box aber nach wie vor eine
exzellente Okkasion.
Der nächste, sehr harte Konkurrent für die Focal Chorus 816V kommt aus
dem Hause Monitor Audio. Die Silver RS-8 ist ein bärenstarkes Paket ohne
Schwächen, dynamisch, zupackend im Bassbereich und mit für die Preisklasse
ausgezeichneter Detaillierungsarbeit. Gleichzeitig ist die Box, ebenso
wie die Focal, von exzellenter Verarbeitungsgüte. Sogar einen ähnlichen
Sockel, auf dem der Lautsprecher ruht, bringt die Silver RS-8 mit. Und:
Die Lautsprecherkabel-Anschlussterminals der Monitor Audio-Konstruktion
sind deutlich besser als diejenigen der Focal Chorus 816V - hat also unser
Test-Kandidat überhaupt eine Chance gegen den britischen Überflieger?
Die klare Antwort: Der Lautsprecher aus dem Land des "laissez-faire" besteht
sogar ausgezeichnet gegen die Monitor Audio, beide können sich als gleichwertige
Alternativen an der Klassenspitze behaupten. Die Focal Chorus 816 V macht
optisch mit ihrem ausgefeilteren Gehäusedesign noch mehr mehr - die ebenso
hochwertig verarbeitete Monitor Audio-Box gibt da eher den konservativ-klassischen
Lautsprecher und weniger den eleganten Einrichtungsgegenstand ab. Akustisch
bietet die Focal Chorus 816V nochmals mehr Weitläufigkeit. Der Bassbereich
ist noch druckvoller, die Höhenwiedergabe wirkt eine Idee lässiger, souveräner.
Die Pegelfestigkeit liegt minimal höher. Die Monitor Audio klingt dafür
etwas zurückhaltender, ohne aber je langweilig zu werden, und detailliert
im tieffrequenten Bereich besser. Zudem ist sie insgesamt noch ausgewogener,
nicht so üppig im tieffrequenten Bereich. Die MA ist ein Lautsprecher,
der einfach jedem gefällt, was ihrer Verbreitung sicherlich zuträglich
ist.

Die Focal Chorus 816 V spricht den Hörer an, der auf relaxte
Art und Weise beim Hören etwas erleben möchte
Also ein klares Patt, und die Erkenntnis, dass es immer von Nöten ist,
ausgiebig Probe hören - denn je nach Hörertyp haben beide Boxen
große Reize und sind trotzdem, das ist das Schöne, finanzierbar. Sogar,
das muss klar gesagt werden, bieten sowohl Focal als auch MA eine deutlich
höhere "Alltagstauglichkeit" als viele teurere Schallwandler, die vielleicht
noch kristallklarer im Hochtonbereich klingen und noch mehr Details ans
Tageslicht holen - allerdings verlangt diese Art Lautsprecher auch mehr
vom Hörer. Er muss bereit sein, sich der Box hinzugeben, auf die Suche
nach akustischen Einzelheiten zu gehen, und muss begeisterungsfähig sein
bezüglich manchmal schon zu prägnanter Hochton-Spielarten - so entspannt
zu hören, wie es mit der Focal und der Monitor Audio über Stunden funktioniert,
ist dann kaum möglich. Es gibt allerdings einige wenige besonders imposante
Edel-Lautsprecher, die beinahe alles können: Feinst detaillieren, entspannt
spielen, eine weitläufige Kulisse aufbauen und grandios aussehen - wichtig
für den Optik-Gourmet.
Die Eintrittskarte in den Kreis der absoluten Champions ist allerdings
nicht eben günstig: Die Mordaunt-Short Performance 6 kommt auf ca. 2.500,00€/
Stck, in Anbetracht ihrer Elite-Qualitäten ist dies aber absolut fair.
Wer die Mordaunt Short Performance 6 (alias MSP6) kauft, spielt bereits
in einer außerordentlich hohen Liga, allerdings sind auch schon für günstigere
Beträge hörbare Steigerungen möglich. Nochmals einen deutlichen qualitativen
Sprung gegenüber MA Silver RS-8 und Focal Chorus 816V ermöglicht die Quadral
Aurum 970, die in der Liga bis etwa 1.500,00€ (Stückpreis) mit ihrem
satten, gleichzeitig aber feinfühligen und mitreißenden Klang auf exzellentem
Level operiert. Zudem ist die Quadral Aurum 970 auch noch enorm pegelfest.
In dieser Disziplin hat sie trotz der überzeugenden Einzelleistung allerdings
keine Chance gegen die Nubert nuLine 120, die mit ihrem ausgewogenen Sound
auch bei größter Lautstärke imponiert und sich somit hervorragend als
leistungsstabile Basis für Home Theatre-Anwendungen eignet. Hier tun sich
Welten zwischen Chorus sowie der knapp dahinter folgenden Silver, die
beide für ihre Klasse wirklich pegelfest sind, und der nuLine 120 auf:
Im 30 Quadratmeter-Hörraum sind sowohl Focal Chorus 816V als auch Silver
RS8 noch bei hohem Pegel sehr gelassen, wenn der Hörraum aber größer wird,
schlägt die nuLine 120 zu und pegelt die günstigeren Boxen gnadenlos nieder.
Auch die Quadral Aurum 970 hat hier wenig Chancen. Sie überflügelt zwar
die beiden Kontrahenten von MA und Focal, hält aber einen Respektabstand
zur nuLine 120. Mit einem sehr lebendigen, dynamischen Klang ist auch
die KEF XQ5 (Stückpreis ca. 1.500,00€)
eine sehr verheißungsvolle Alternative, die besonders Klassik- und Jazzliebhaber
anspricht. Dafür sind kleine Abstriche bezüglich Bassdruck und Pegelfestigkeit
zu machen. Mit ihrer sehr edlen Optik, den kompakten Abmessungen und der
langlebigen Verarbeitung ist die KEF
XQ5 für HiFi-Liebhaber aber eine brillante Alternative.
Wie schnell selbst im Boxen-Business Highlights kommen und gehen, zeigt
ein Vergleich mit der Pioneer S-H810V: Diese ca. 800,00€ / Stück
kostende Standbox kann sich gegen Focal Chorus 816V und Monitor Audio
Silver RS-8 nicht mehr behaupten. Zwar klingt sie noch klarer im Hochtonbereich,
wirkt aber weniger ausgewogen und besitzt nicht die nötige Durchsetzungskraft
im Bassbereich. Auch die KEF IQ9
ist für sich betrachtet eine angenehm klingende Box ohne gravierende
Schwächen, aber die Focal Chorus 816 V geht schlicht und einfach vorbei
- mit mehr Bassdruck, höherer Kontrolle, größerer Pegelfestigkeit und
mehr Brillanz im Hochtonbereich. Auch die Monitor Audio mit ihrer präzisen
Hochtonabbildung schlägt die KEF
iQ9 - was allerdings keine Schande ist, denn die Focal und die Monitor
Audio sind schon Ausnahmeerscheinungen. Unter Miteinbeziehung ihrer Preisklasse
können wir der gelungenen Focal Chorus 816V ein "ausgezeichnet - hervorragend"
als Zensur mit auf den Heimweg nach Frankreich geben - verbunden mit einer
schlichten Bilanz: Voilá - so baut man Lautsprecher. Elegant, preiswert,
universell talentiert und echten Hörspaß bringend.
Fazit

So sehen Siegertypen aus: Mit attraktiver Optik und begeisterndem
Klang sichert sich die Focal Chorus 816V einen großen Test-Erfolg
Ein äußerst gelungenes Gesamtpaket: Mit sehr fundierter Basswiedergabe,
einem erstaunlich vielschichtigen und brillanten Hochtonbereich und klarer
Mitteltonwiedergabe wird die Focal Chorus 816V sehr viele Käufer finden.
Sie tischt üppig, aber gleichzeitig sehr gefällig auf - die richtige Box
für denjenigen Hörer, der beim Hören etwas erleben möchte, was bleibend
in Erinnerung bleibt, ohne aber sich während des Hörprozesses extrem anstrengen
zu müssen. Die tadellose Pegelfestigkeit und die edle, deutlich über Preisklassenniveau
liegende Optik tragen ebenfalls ihren Teil zum Test-Urteil bei: Die rundherum
begeisternde Focal Chorus 816 V wird zusammen mit der Monitor Audio Silver
RS-8 Preisklassenreferenz!
Mit ihrem kräftigen Bass und der sehr guten Dynamik macht
die Focal Chorus 816V richtig Spaß - dank des feinfühlig-brillanten Hochtonbereichs
kommen auch anspruchsvolle Hörer voll auf ihre Kosten

Standlautsprecher bis 800,00€
Test 18. September 2006
Preis-/Leistungsverhältnis          
+ Sehr nachdrücklicher und raumfüllender Bass
+ Bereits bei Zimmerlautstärke imposante Klangkulisse
+ Hochtöner mit Leistungsprofil deutlich über Klassenniveau
+ Hohe Pegelfestigkeit
+ Sehr guter Wirkungsgrad ermöglicht vielfältige Kombinationsmöglichkeiten
- Nicht allzu viel Auswahl bei den Gehäusefarben
- Sehr einfache Anschlussterminals ohne Bi-Amping-Möglichkeit
Test: Thomas Hermsen, Carsten Rampacher - AREADVD
18. September 2006
Verantwortlich für den Inhalt: Detlev
Schnick, © Copyright 2006 HIFI-REGLER, AREADVD
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