Test: Focal Dome 5.1 Surroundsystem - technische Highlights in kleinem
Gehäuse
Test: Autor: Lars Mette , AREADVD
- update: 02.03.2009
Mit der neuen Dome-Serie möchte der französische Lautsprecheranbieter Focal
neue Akzente im Bereich der 5.1 Kompaktsysteme setzen. Klein gebaute Schallwandler
gibt es zwar wie Sand am Meer, doch richtig hochwertige Lösungen muss
man mit der Lupe suchen. Erweitert man die Parameter dann noch um eine
hochklassige Detailverarbeitung sowie integrierte Wand- und Deckenhalterungen,
lichtet sich das Marktangebot nochmals deutlich.

Focal besitzt aber nicht nur den Anspruch auf
die oben genannten Attribute, sondern möchte die Dome Modellreihe zusätzlich
auch noch durch eine attraktive Preisgestaltung für den Käufer interessant
machen. Unser 5.1 Test-System des Focal Dome liegt preislich derzeit
bei ca. EUR 1.850,00, was angesichts einer technisch hochwertigen Bestückung
mit vollwertigen 2-Wege Satelliten (inkl. aufwändigem Aluminium/Magnesium
Hochtöner) scheint dies ein sehr fairer Wechselkurs für akustisch anspruchsvolle
Designliebhaber zu sein. Inwiefern dies zutrifft, möchten wir im nachfolgenden
Test klären.
Verarbeitung/Optik:

Durch die runde Optik mit ihren fließenden Formen wirken die Focal
Dome Satelliten optisch sehr ansprechend. Obwohl die Lautsprecher
mit rund 10cm Gehäusedurchmesser recht klein ausfallen und nur 0,8 Liter
Innenvolumen besitzen, so bringen sie dennoch ein stattliches Gewicht
von knapp 2 Kilogramm auf die Waage. Die Stoffrahmen sorgen für einen
guten Schutz der Membranen, die Befestigung erfolgt über 4 feststehende
Inbusschauben auf der Schallwand aus akustisch optimiertem Kunststoff.
Als Material für die restlichen Gehäusebauteile kommt hauptsächlich Aluminium
zum Einsatz.

Der Dome-Subwoofer könnte bei einer Star-Wars
Convention
mühelos als kleiner schwarzer Bruder von R2-D2 durchgehen:
dank
seiner ungewöhnlichen Kuppel mitsamt kreisrunden
Gehäuse,
unterscheidet er sich optisch sehr stark von klassischen
Subwoofermodellen. Die Abmessungen geben sich mit einem Durchmesser von
27 cm, sowie einer Höhe von ca. 40 cm sehr kompakt, so
dass die Unterbringung im Wohnraum leicht gemacht wird.
 Chassiseinpassung und Gehäuseverarbeitung
sind tadellos ausgeführt, lediglich der untere Abschluss der verchromten
Zierleiste könnte etwas sauberer sein. Die implementierte Mechanik (siehe
Führungsrille auf der Unterseite) erlaubt das stufenlose Neigen des
Lautsprechers um fast 90 Grad. Beim Einstellen der Neigung muss man
durchaus etwas kräftiger zu Werke gehen, doch dank des hohen Widerstands
bleibt das Chassis dann auch in der gewünschten Position verharren und
verstellt sich nachträglich nicht mehr. 
Eine klassische Klavierlackbehandlung,
mit bis zu 11 Schichten poliertem Lack, wäre in dieser Preisklasse nicht
realisierbar. Focal setzt stattdessen auf
eine etwas wenig aufwändigere Hochglanzlackierung, was man optisch kaum
erkennen kann. Die Oberflächen besitzen ein sehr gleichmäßiges
Finish und wirken dementsprechend hochwertig. Alternativ zu unseren
schwarz gekleideten Test-Geräten liefert Focal das Dome-Set preisgleich
auch in trendigem Hochglanz-Weiß aus. Bei den Lautsprecherabdeckungen
kann man sich optional noch blaue, gelbe oder rote Elemente hinzubestellen.
Wie so häufig bei französischen Produkten (wie zB. bei Advance
Acoustic), gibt sich auch der Focal Subwoofer recht patriotisch und
trägt seine Abstammung selbstbewusst zur Schau. So vertrauenserweckend
jenes Branding auch wirken mag: uns wäre eine simple LED zur Betriebsanzeige
lieber gewesen, denn abgesehen vom hinteren Bedienpanel besitzt der Subwoofer
leider keine zusätzlichen Informations- oder Justageeinrichtungen.

Überaus flexibel erweisen sich die Dome Satelliten
in Bezug auf die Installationsmöglichkeiten. Zum Lieferumfang gehört nicht
nur eine Gummibodenplatte (für Tischaufstellung) sondern ebenfalls eine
Montagehalterung für Wand- und Deckeninstallation. Die Platte wird zunächst
mit Dübeln an der Bausubstanz befestigt, anschließend hängt man den Lautsprecher
einfach in das Gerüst ein und sichert das Ganze seitlich noch mit zwei
Schrauben. Diese Lösung zeichnet sich gleichermaßen durch einfaches Handling
aus, erlaubt eine vollständig verdeckte Installation und kostet darüberhinaus
keinen Aufpreis. Hier hat Focal ganze Arbeit
geleistet.
Technischer Aufbau:

Focal bezeichnet seine Boxen offiziell als
"High-End compact Loudspeaker System". Rein äußerlich ist die hochwertige
Technik vor allem hinsichtlich der Chassisbestückung zu erkennen. Während
fast alle ähnlich dimensionierten Systemen mit einem Breitbandchassis
vorlieb nehmen müssen, verfügen die Satelliten des Focal Dome 5.1 über
eine vollwertige 2-Wege Bestückung, wie man sie auch von großgewachsenen,
hochwertigen Kompaktlautsprechern, wie zB. der Monitor Audio GS-10 kennt.
Durch die verschiedenen Anforderungen in der Wiedergabe unterschiedlicher
Frequenzbereiche, weist ein solch aufgebautes System grundsätzlich einen
großen Vorteil gegenüber einem Single-Chassis Konzept auf: die Hochtonwiedergabe
wird hierdurch nicht durch den deutlich auslenkungsintensiveren Mittel-
und Tieftonbereich in Mitleidenschaft gezogen. Damit auch bei kurzen Hörabständen
eine kleines akustisches Zentrum vorliegt, wohnen beide Chassis sehr dicht
beieinander.

Focal gehört zu den wenigen Herstellern, die sich
ihre Bauteile nicht bei anderen Firmen einkaufen müssen. Im Stammwerk
Saint-Etienne produziert man neben Chassis, sogar Frequenzweichenbauteile
sowie Gehäuse. Auf diese Weise kann man nicht nur günstiger kalkulieren,
sondern ist zugleich in der Lage, sich selbst exakt die benötigten Komponenten
quasi "maßgeschneidert" fertigen zu können. Hiervon profitiert selbstverständlich
auch die Dome-Serie: der verbaute Hochtöner basiert auf den Erfahrungen
von höheren Serien und besitzt eine spezielle Aluminium-Magnesium Legierung,
zur Optimierung der Dämpfungseigenschaften. Zusammen mit einem neuartigem
Neodym-Antrieb soll dieser Hochtöner in Bezug auf Geschwindigkeit,
Klirrverhalten und Auflösung neue Maßstäbe in seiner Klasse setzen.

Auch ein Stockwerk tiefer haben die Franzosen ihr Know-How einließen
lassen. Das 10cm Chassis benutzt Polyglass-Membranmaterial, um Belastbarkeit
und Präzision miteinander zu vereinen. Dieser Werkstoff basiert auf einem
Papierzellstoff mit mikroskopisch kleinen Glaskugeln auf der Vorderseite,
die der strukturellen Verstärkung dienen. Laut Focal bietet diese Technik
eine überlegene Impulsgenauigkeit und ein hervorragendes Verhältnis zwischen
geringen Gewicht und maximaler Steifigkeit. Der Frequenzgang der Dome-Satelliten
ist auf einen möglichst sanft fallenden Bassbereich abgestimmt, um von
wandnahen Aufstellungen möglichst gut profitieren zu können. Während der
Produktentwicklung legte Focal nicht nur großen Wert auf die Belastbarkeit,
sondern ebenfalls auf einen guten, basskräftigen "Soloklang" der Satelliten.
Das Dome-Set wird daher nicht nur in Dome 5.1 oder Dome
2.1 Konfiguration angeboten, sondern ebenfalls als Dome
2.0 Stereosystem vermarktet.

Die Lautsprecherkabel
werden direkt in 2 Lüsterklemmen verschraubt. Den hierfür notwendigen
Inbusschlüssel findet man praktischerweise direkt im Sockel des Lautsprechers.
Bananenstecker scheiden somit logischerweise aus und auch bei Lautspreckerkabeln
mit Querschnitten überhalb von 2,5mm² sieht es schlecht aus. Man ist somit
auf recht dünne Kabel angewiesen. Hierzu passt auch, dass der rückwärtige
Kabeldurchlass am Standfuss ebenfalls recht klein dimensioniert ist. Der
große Vorteil bei der Focal-Lösung ist einerseits die Realisierung eines
vollständig verdeckten sowie platzsparenden Anschlussterminals, zumal
sich das Festschrauben der Lautsprecherkabel (gerade bei sehr kleinen
Querschnitten) als extrem stabil bzw. zuverlässig erweist.
Die wichtigsten technischen Daten in der Zusammenfassung
| Modell |
Focal Dome Satellit |
| Chassisbestückung |
2-Wege System mit
1x 100mm Polyglass Tiefmitteltöner
1x 25mm Inverted Dome Hochtöner aus Aluminium/Magnesium |
| Übergangsfrequenz |
2500 Hertz |
| Frequenzumfang |
80Hz - 28 kHz (+- 3db) |
| Belastbarkeit |
100 Watt |
| Wirkungsgrad |
88db bei 2,83V/1 Meter |
| Abmessungen |
17,2 x 14,4 x 14,3 cm (H,B,T) |
| Gewicht |
1,9 Kilogramm |
(bitte beachten Sie, dass es sich hier um Herstellerangaben handelt)
 Der Subwoofer wird aus
einem Stück
Aluminium gefertigt, um dem Gerät eine bestmögliche
Behausung, mit hoher Steifigkeit und mechanischer Belastbarkeit, zu
bieten. Die Schallerzeugung erfolgt mit Hilfe eines 21cm
Langhubchassis, welches nach unten abstrahlt und über die
danebenliegende Bassreflexöffnung ventiliert wird. Die
Kontaktaufnahme zum Boden erfolgt über drei fest integriete
Abstandshalter mit gummierten Stirnflächen.

Das rückwärtige Anschlusspanel besitzt
zwar keine aufsehenerregende Funktionsvielfalt, erlaubt aber sämtliche
betriebsrelevanten Justagen. Abgesehen von der obligatorischen Lautstärke-
sowie Crossover (Übergangsfrequenz) Regelung, steht noch ein Phasenumschalter
sowie ein "Auto-Power" Modus zur Disposition. Über die Cinch Buchse des
LFE Inputs kann man per Adapterkabel auch eine Integration via
Lautsprecherkabel durchführen, so dass man nicht auf Verstärker mit
dediziertem Subwooferanschluss angewiesen ist. Für diesen Fall verfügt
der Subwoofer über eine vorkalibrierte Crossover Einstellungsmarkierung
bei 120 Hertz, mit dem die Satelliten
optimal angesteuert werden sollen. Positiv zu erwähnen ist
die Stromzuführung via Kaltgerätebuchse mitsamt Kippschalter zur
Steuerung des Betriebszustands. Wie bei Subwoofern von Focal üblich,
empfiehlt der französiche Hersteller auch im Dome-Datenblatt eine Aufstellung
in Raumecken. Während die Satelliten auch einzeln als Dome
2.0 System verkauft werden, gibt es den Subwoofer ausschließlich
innerhalb eines Dome-Systems und wird nicht als Einzelprodukt angeboten.
Die wichtigsten technischen Daten in
der Zusammenfassung:
| Modell |
Dome Subwoofer |
| Chassisbestückung |
1x 210 mm Polyflex Tieftöner, Bassreflex Prinzip |
| Signaleingänge |
1x LFE Cinch Input |
| Frequenzumfang |
42 Hz - 200 Hz (+- 3db)
unterer Eckpunkt 35 Hz |
| Leistung |
100 Watt Digitalendstufe |
| Funktionen |
variable Übergangsfrequenz,
Phasenumschalter
Auto-Power
Lautstärkeregelung |
| Abmessungen |
40,0 x 27,6 x 27x6 (H,B,T) |
| Gewicht |
8,2 Kilogramm |
(bitte beachten Sie, dass es sich hier um Herstellerangaben handelt)
Test-Umgebung:
 Beim Größenvergleich zwischen Rack und
dem Dome Subwoofer werden dessen kompakte Abmessungen sehr schön deutlich.
Selbstverständlich haben wir die oben abgebildete High-End Elektronik
nicht nur zum Fotografieren benutzt, sondern damit auch das französische
Ensemble betrieben. Da solch eine Kombination in der Praxis wohl kaum
irgendwo anzutreffen sein wird, griffen wir zusätzlich noch zum Marantz
SR-6003, um die Verträglichkeit mit günstigen AV-Receiver n zu
checken. Generell fiel auf, dass die Dome-Satelliten einen gesunden
Leistungsbedarf haben und sowohl in Bezug auf Klang-, als auch Leistungsniveau
sehr gut in der 1.000,00 Euro AV-Receiver -Klasse aufgehoben sind.
Unsere hauptsächlich eingesetzte Hardware in der
Übersicht:
| Elektronik |
Denon AVP-1HDA/Audionet MapV2 + AmpVII
Audionet PreG2 + Audionet Max Marantz SR-6003
|
| Quellgeräte |
Denon DVD-3800 mit Cinemike Tuning (Test folgt in Kürze)
Accustic Arts TubeDacII + Drive II
Advance Acoustic MCD403 |
| Bildwiedergabe |
Sim2 C3X1080 Projektor |
| Verkabelung |
German High-End , Silent Wire |
Höreindrücke:
Kompakte Surroundsysteme genießen bei Audio-Gourmets keinen sonderlich
guten Ruf: es lässt sich nicht leugnen, dass die allgemeinen Klangcharakteristiken
häufig unzureichend sind und den Hörer mit dünner Mitteltonwiedergabe
sowie nicht vorhandener Raumabbildung malträtieren. In vielen Fällen
versuchen die Hersteller ihre Systeme über den Subwoofer
wieder attraktiv zu machen und erreichen exakt das Gegenteil, wenn dessen
chronisch-überforderte Minimembran im Frequenzkeller fleißig aufdickt
und zugleich jegliche Konturen wegwischt.
Unter diesem Aspekt freut es uns sehr, dass das Focal-Dome-Set erstaunlich
erwachsene Töne anschlägt: hinsichtlich der Tonalität herrscht grundsätzlich
eine recht gute Ausgewogenheit innerhalb des Frequenzspektrums. Ungewöhnlicherweise
besitzt dieses Set jedoch keine hochtonlastige Spielweise, sondern bringt stattdessen
eine kleine Betonung der mittleren Frequenzen ein. Bei Zugrundelegung
von strengen Maßstäben würden wir einen etwas fließenderen Übergang zwischen
diesen beiden Bereichen wünschen, wo uns beim Testen die Anbindung des
Hochtöners minimal zu leise vorkam. Hier wäre es besser, wenn der Hochtöner
im Übergang zum Tiefmitteltöner schneller "einspringen" könnte, denn mit
zunehmender Frequenz agiert er mit steigender Präsenz. Fairerweise muss
man diesbezüglich aber erwähnen, dass wir auch bei vergleichbaren
Systemen (5.1 Satelliten/Säulen-Sets) bislang noch keine makellose Klangbalance
vorgefunden haben, zumal sich das Focal-Ensemble insgesamt recht gut aus
der Affaire zieht und keine groben Abstimmungsfehler mitbringt. Nach
Rücksprache mit dem Hersteller wurden wir darüber informiert, dass dieser
Kritikpunkt im Lauf der Zeit abgemildert würde, da sich die fabrikneuen
Lautsprecher wohl noch nicht ganz eingespielt hätten ( ca. 30 Stunden
zum Abschluss der Test-Reihen).
Absolute Begeisterung löste das Klangfarbenreichtum sowie die Detaillierung
der Focal Dome Satelliten aus:
während der Grundtonbereich hauptsächlich von Volumen geprägt wird, beweisen
die Lautsprecher in den darüberliegenden Frequenzbereichen eine sehr schnelle,
präzise Signalumsetzung. Besonders der Hochtöner punktet mit einer hohen
Brillanz und Durchzeichnung. Auch die Auflösung sowie Klangtransparenz
liegt klassenbezogen auf einem außerordentlichem Niveau, wenngleich die
Gesamtcharakteristik keine übermäßige Milde/Seidigkeit erkennen lässt.
Die Bassdarstellung gelingt den kugelartigen Schallwandlern sehr gut,
sie spielen bis deutlich unter die 100 Hertz Marke recht körperhaft auf
und lassen dabei auch in Bezug auf die Konturierungsgenauigkeit keine
größere Kritik aufkommen. Richtig druckvoll spielen die Dome-Satelliten
natürlich nicht, aber man kann mit Ihnen defintiv auch ohne Subwoofer
Musik hören, ohne den Eindruck zu haben, etwas zu vermissen. Diese Eigenschaft
hätten wir einer derart kleinen Box eigentlich nicht zugetraut! Auf einen
Zugewinn der unteren Frequenzen durch eine Wand- oder Deckenmontage, sind
die Satelliten nicht angewiesen. Wir empfehlen Ihnen daher zur Ausschöpfung
des maximalen Klangpotentials eine möglichst freie Aufstellung.
Der Subwoofer des Focal Dome 5.1 knüpft nicht ganz an das hohe Leistungsniveau
der Satelliten an: während der maximale Tiefgang in Anbetracht von Gehäusevolumen
und Membrangröße bemerkenswert weit hinab reicht, genügt die gebotene
Sauberkeit leider nicht für einen vorderen Tabellenplatz. Bei typischen
Heimkino-Tiefbasseffekten unterhalb 50Hertz meldet sich zudem auch noch
die Bassreflexöffnung in Form von mittelstarken Ventilationsgeräuschen.
Unter Einbeziehung sämtlicher Aspekte erweist sich der Subwoofer aber
als praxisgerecht, schließlich sind alle anderen Modelle in dieser Größenordnung
mit denselben Problemen konfrontiert. Im Tiefbassbereich sind die physikalischen
Grenzen nunmal deutlich enger gesteckt, als im Mittel-/Hochtonbereich.
Um einem kleinvolumigem Subwoofer erstklassige akustische Leistungen abzugewinnen,
muss man sich extrem hochkarätiger und teurer Technik bedienen. Als Beispiel
möchten wir hier die Modelle von Velodyne oder Sunfire (Test folgt demnächst)
aufführen, die aber preislich jenseits des kompletten Focal-Sets liegen.
Immerhin erweist sich der Focal Subwoofer für normale Anwendungsprofile
als absolut ausreichend konzeptioniert: er verkraftet auch etwas höhere
Lautstärken und erfreulicherweise spielt er überhalb 60Hertz recht kontrolliert,
so dass er für musikalische Anwendungen durchaus geeignet ist.

Die kleinen Satelliten schlagen sich einzeln ausgezeichnet !
Die Pegelfestigkeit müssen wir differenziert beschreiben, weil das Ergebnis
stark vom Anwendungsfall und Feinabstimmung abhängig ist. Wer den Wunsch
hegt, das Pod-Race aus Star Wars Episode 1 mit brachialem Pegel zu erleben,
wird vom Subwoofer des Focal Dome 5.1 schneller auf den Boden der Tatsachen
zurückgeholt, als Sebulba "Poodoo" sagen kann. Die teilweise extrem tief
abgemischten LFE-Effekte überfordern die kleine Membran bei stark angehobener
Zimmerlautstärke. Hier wäre beim Subwoofer vielleicht ein steilerer Hochpassfilter
bei ca. 45 Hertz sinnvoll gewesen, denn dann würde der kleine Subwoofer
sich nicht im Tiefstbassbereich austoben und dabei verausgaben. Andererseits
kann man genau diese Abstimmung auch positiv beurteilen, schließlich bietet
der Bassist mit üblichen Wohnzimmerpegeln einen formidablen Tiefbass,
den die meisten anderen vergleichbaren Subwoofer (zB. Monitor Audio Radius
360) in dieser Form nicht bieten. Die Satelliten des Focal Dome 5.1 sind
hingegen mit einer erstklassigen Pegelfestigkeit gesegnet und stehen auch
einer intensiven Partybeschallung nicht im Wege. Im Betrieb ohne Subwooferunterstützung
vermindert sich überhalb von ca. 85db der Bassdruck, allerdings bleibt
die Wiedergabe nach wie vor sauber und kontrolliert. Hier setzt das Focal
Dome-Quintett den absoluten Benchmark seiner Klasse. Erst ab ca. 95db
gelangt man in den Grenzbereich, wo sich eine zunehmend aggressive Hochtonwiedergabe
einstellt. Man kann somit problemlos auch größere Wohnzimmer mit ihnen
beschallen, was normalerweise mit solch kleinen Lautsprechersystemen
nur eingeschränkt empfehlenswert ist. Einziger kleiner Makel an den Satelliten
stellt der nur durchschnittliche Wirkungsgrad dar, so dass man bei der
AV-Receiver Wahl nicht gerade zum günstigsten
Gerät greifen sollte. In Bezug auf klangliche Abstimmung und Leistungsfähigkeit
erwies sich bei unseren Hörtests der Marantz SR6003 als harmonierende
Kombination.
Die meisten automatischen Einmesssysteme haben eine Trennung von 120 Hertz
vorgeschlagen. Nach eingängigen Hörtests haben wir uns für eine generelle
Trennfrequenz bei 100 Hertz entschieden, weil hiermit in unserem Raum
ein noch besserer Übergang zum Subwoofer erreicht werden konnte. Sofern
es mit den verwendeten AV-Receiver n möglich war, realisierten wir
zudem noch eine Frequenzgangsabschwächung unter 50Hertz auf dem Subwooferkanal,
was Pegelfestigkeit und Präzision verbesserte. Außerdem erwies es sich
als empfehlenswert, den Tiefbass-Spezialisten in mittlerer Distanz (ca.
2,5 Meter) und mit wandnaher Aufstellung zu betrieben.
Insgesamt hatten wir bei den Hörtests viel Spaß mit dem Focal 5.1-Dome-Set.
Die akustische Umsetzung von "Herr der Ringe Disc1 SEE" war von einer
hohen Vielschichtigkeit und Differenzierung geprägt, als Gandalf mit seinem
Pferdegespann in das Auenland einkehrt. Die gebotene Finesse und Detailversessenheit,
mit der Umgebungsinformationen (klapperndes Zaumzeug, Hufgeräusche etc.)
herausgeschält werden, gelingt den Satelliten außerordentlich gut. Die
einsetzende Hintegrundmusik garniert das französische Lautsprecher-Ensemble
mit hoher Vitalität und Feinzeichnung. Man kann generell festhalten, dass
die gebotene Klangdynamik (speziell im Hoch-/Mitteltonbereich) eine große
Stärke darstellt und ein Extralob verdient. Unabhängig davon, ob Frodo
mit Orks kämpft oder Pferdegalopp das Heimkino erzittern lässt -
stets sorgt das Set für eine schwungvolle und dadurch emotional-ansprechende
Spielweise. Selbst die schwierige Umsetzung feindynamischer Akzente gelingt
den Lautsprecher sehr gut, was sich beispielsweise in einer charismatischen
Stimmwiedergabe äußert. Der Erzählstimme aus dem Vorspann fehlt es minimal
an Seidigkeit, wobei hingegen die akustische Gestaltung von Aragorn oder
Boromir mit einem sehr guten Maß an Grundtonvolumen und Nachdrücklichkeit
erfolgt. Während der Scharmützel in den Minen von Moria muss der Focal
Dome -Subwoofer teilweise schon ein wenig um Contenance ringen, wenn der
Höhlentroll lautstark durch die Gänge stapft. Man kann ihm dabei
aber keineswegs ein Mangel an Bassfundament oder Engagement vorwerfen,
denn er begnügt sich nicht mit einem Statisten-Dasein und nimmt akustisch
schon gerne mal eine etwas vordergründigere Position ein. Durch die Verwendung
von fünf identischen Satelliten profitiert die Surroundabbildung durch
eine makellose Homogenität. Speziell bei effektlastigen Szenen darf man
sich über identische Klangfarben aus allen Richtungen erfreuen, zumal
das Focal Dome-Set über ein gutes Rundumstrahlverhalten verfügt. Der Klang
löst sich recht gut von den Lautsprechern und wird großflächig im Raum
wiedergegeben. Auf diese Weise stellt sich eine gute Surroundkulisse mit
großer Klangbühne ein, die sich deutlich von punktuell-aufspielenden
Mitbewerbersystemen unterscheidet. Die Rearspeaker des Focal Dome 5.1
können somit auch etwas breiter montiert werden, um eine größere Hörzone
zu beschallen. Damit die Kohärenz der Gesamtabbildung auf einem hohen
Niveau bleibt, empfehlen wir jedoch keine allzu großen Höhenunterschiede
zwischen Front- und Rearbereich.
Die gute Bühnenstaffelung ist auch ein Grund für die ansprechende Stereowiedergabe:
unabhängig von der Konfiguration des Subwoofers, darf man sich über ein
großes Maß an Rauminformationen freuen. Ortbarkeit und Lokalisationsschärfe
sind bei manch größerem Kompaktlautsprecher zwar noch etwas besser, aber
in der Summe aller Eigenschaften, kann das Focal
Dome 5.1 absolut überzeugen: die Tonalität ist recht ausgeglichen,
Klangdetaillierung und Dynamik gehören sowieso zu den Schokoladenseiten
und in Kombination mit der basskräftigen Spielweise (bezogen auf Stand-Alone
Betrieb ohne Subwoofer) sowie der gelösten Raumabbildung, entpuppt das
Focal-Set viele musikalische Talente.
Fazit:

Mit dem Dome System bietet Focal ein gleichermaßen optisch wie
akustisch überzeugendes Gesamtpaket an. Dank kleiner Abmessungen, der
frei einstellbaren Gehäuseneigung, sowie der Möglichkeit einer unkomplizierten
Wand- und Deckenmontage, fügen sich die Lautsprecher in fast jedes Ambiente
nahtlos ein. Auf diese Weise kommt man der Idealvorstellung von "unsichtbaren"
Lautsprechern schon ziemlich nah, zumal das französische Sixtett auch
überzeugende Klänge von sich gibt. Der Subwoofer des Focal Dome 5.1 kann
seine geringe Größe bei extremen Pegeln bzw. Tiefbasseffekten akustisch
zwar nicht ganz leugnen, bietet aber dennoch solide Dienste. Das große
Highlight setzen zweifelsohne die hervorragenden Satelliten, die in vielen
Klangaspekten Erstaunliches leisten und über ein breites Anwendungsspektrum
verfügen. Der aufgerufene Komplettpreis von ca.1.850,00 Euro ist daher
als fair und angemessen zu bewerten. Für Anwender mit dem Wunsch nach möglichst
unauffälliger Lautsprecherintegration, die aber dennoch große Ansprüche
an die Klangwiedergabe stellen, lohnt sich die Hörpobe beim nächstgelegenen
Focal-Händler auf jeden Fall.
Klein, elegant und klangstark: das Focal
Dome 5.1 Surroundset
erweist sich als vielseitige Klanglösung für alle
Fälle,
wo Design und Akustik gleichermaßen entscheidend sind.

Focal Dome 5.1 System
Surroundlautsprecherset
Gesamtpreis ca. 1.850,00 Euro
Test: 2. März 2009
+ stimmige
Gesamtabstimmung
+ saubere Mittel-/Hochtonwiedergabe mit guter Detaillierung und
Auflösung
+ Basswiedergabe der Satelliten reicht auch für Single-Betrieb
+ gute Pegelfestigkeit der Satelliten
+ flexible Installationsmöglichkeiten (Decken-/Wandmontage
etc.)
+ kleine Abmessungen sämtlicher Komponenten
+ ansprechende Gehäuseverarbeitung
- Subwoofer bietet wenig Einstelloptionen (Equalizing etc.)
- bei Tiefbasswiedergabe nur eingeschränkte Pegelfestigkeit
und Präzision
- Satelliten können nur mit dünnen Lautsprecherkabeln betrieben werden
Text: Lars Mette, AREADVD
2. März 2009
Verantwortlich für den Inhalt: Detlev
Schnick, © Copyright 2009 HIFI-REGLER, AREADVD
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