Geneva Model M Serie 2 bei AUDIO im Test

AUDIO

1/2009

Testauszug:

"...so mancher Netzwerk-Player wäre wohl neidisch auf die Technik, die im hübschen Klavierlack-Korpus des Multitalents steckt. Da wäre zum Beispiel die DSP-Technik, die aus dem nach Mono-Monitor aussehenden Kompakt-System einen verblüffend weiten Sound zaubert. Dabei imitiert das Model M2 nicht einfach eine Stereo-Bühne, sondern erschafft eine völlig neue Abbildung. "Embracing Sounds" nennt sich die patentierte Technologie, die für die beiden Zweiwege-Boxen die Frequenzen so aufteilt, dass eine fast 180 Grad breite Klangbühne entsteht und mitunter gerne auch mal ein paar Soundeffekte hinter die Ohren der erstaunten Zuhörer platziert. Wenn das Geneva Model M2 richtig steht - in einem nicht zu großen Raum, nicht zu weit entfernt und vor allem nicht zu tief -, erlebt so manche, vielgehörte Scheibe eine faszinierende Renaissance. Bislang nur wenig beachtete Studioeffekte erwachen zum Leben, bis dato unauffällige Klangstreusel wuseln plötzlich flink und agil durch den Raum. Niemals aber klingt es zu künstlich oder gar erzwungen. Vier Digitalendstufen befeuern die Tweeter und die beiden Vier-Zoll-Woofer jeweils mit ausreichenden 25 Watt. Eine intelligente Bassentzerrung schreitet ein, bevor es womöglich irgendwo im Gehäuse scheppern könnte. Lieber verzichtet das Geneva auf Tiefton, als dass es nicht mehr klingen könnte. Je hochwertiger übrigens das Ausgangsmaterial, desto besser klingt das System: Unterschiede in der MP3-Datenrate lassen sich am Geneva hervorragend demonstrieren. Neben UKW-Radio, CD (die durch den Toaster-Schlitz auf dem Deckel eingeworfen wird) und anderen Hochpegel-Quellen über den AUX-Eingang versteht sich das Model M2 auch auf die Wiedergabe vom iPod, inklusive der neuesten Generation von iPod Touch und iPhone. Rechts oben in der Ecke gibt das Geneva mit leuchtend roten Lettern preis, welche Quelle aktiv ist. Im Vergleich zum noch gar nicht so alten Vorgänger M gibt es nun auch einen schicken Ehrenplatz für den Porti auf dem spiegelnden Deck. So lässt sich der Player einfach mit der beiliegenden Fernbedienung steuern, wenn auch nur rudimentär vorwärts oder rückwärts skippend. Eingesteckt im Dock wird der iPod aber nicht nur geladen; er erlaubt auch den Zugriff auf komfortable Internetdienste..."

Bewertung:

+ optisch und klanglich exotisch-faszinierend, kompatibel mit den neuen iPods
- wenig Bass

Fazit:

Man kann das Geneva Model M2 nicht mit einem herkömmlichen Stereo-System vergleichen, auch wenn wir es hier versuchen. Es ist zu individuell, zu spannend, zu ungewöhnlich und für seinen Preis zu spektakulär in der Wiedergabe. Die einen werden es möglicherweise hassen, aber die meisten werden es lieben.

Gesamturteil: Spitzenklasse