TEST: Stereo-Standlautsprecher Heco Metas XT-501 - akustische Freuden zum kleinen Preis?
Test: Philipp Kind, Jens Willershausen, Carsten Rampacher,
alle AREADVD - update: 12. Februar
2010

Einführung
Für einen Paarpreis von ca. 600,00 EUR stellt die Heco
Metas XT 501 ein lukratives Angebot dar - zum vergleichsweise kleinen
Preis erhält der potentielle Kunde eine 2,5 Wege-Bassreflex-Standbox,
die mit einer RMS-Belastbarkeit von 160 und einer maximalen Belastbarkeit
von 280 Watt auch durchaus mit kräftigeren Stereoverstärkern oder AV-Receivern
der Mittelklasse/oberen Mittelklasse betrieben werden kann. Der Wirkungsgrad
fällt mit 91 dB relativ hoch aus - daher muss man keinen Kraftprotz
für die Signalverstärkung einsetzen, auch mit kleineren Maschinen ist
so eine Zusammenarbeit möglich. Der Frequenzgang reicht von 26 Hz bis
42.000 Hz, zumindest dem (geduldigen) Papier nach kann man sich mit der
Metas XT501 auch dem Hören aktueller HD-Soundtracks widmen. Die in elegantem
Walnuss-Finish oder in schickem schwarzen Hochglanz-Outfit zum Käufer
kommende Box ist für Impedanzen von 4 bis 8 Ohm ausgelegt. Damit die ganze
Performance auch ungestört genossen werden kann, beeindruckt der Lautsprecher
mit einem mehrfach verstrebten, dicken MDF-Gehäuse. Ob der Schallwandler
ein Geheimtipp für Preis-/Leistungsbewusste ist, klärt der folgende Test-Bericht.
Verarbeitung und Technik

Gute Verarbeitung der Schallwand

Auch im Detail gibt es am Finish wenig auszusetzen. der
Übergang Schallwand-Korpus ist recht präzise ausgeführt

Für die Preisliga enorm hochwertiges
Lautsprecherkabel-Anschlussterminal

Für die Preisliga nahezu perfekte Qualität

Sockel mit Heco-Emblem

Sauber aufgebaute Frequenzweiche

Auskleidung mit Dämmwolle

Chassis ausgebaut

Chassis im Detail - für die Preisklasse ist alles sehr
hochwertig gehalten
Es ist sehr erstaunlich, was für eine überzeugende Verarbeitungsqualität
die Metas für den fairen Kaufpreis offeriert. Das Walnuss-Finish ist sauber
ausgeführt, auch an den kritischen Übergängen vom Boxenkorpus zur vorderen,
in Graphit gehaltenen Schallwand finden sich kaum Mängel. Sensationell
für die günstige Preisklasse sind die soliden, edlen Einfassungen der
Chassis sowie der rückseitig untergebrachten Bassreflexrohre und das hervorragende
Lautsprecherkabel-Anschlussterminal. Hinten sind die Gehäuseecken etwas
spitz, eine etwas sanftere Kantengestaltung wäre wünschenswert. Der Sockel
mit Heco-Logo, auf dem der Schallwandler ruht, ruft Assoziationen mit
höheren Preisklassen hervor. Im Inneren der Metas warten keine bösen Überraschungen
- die Frequenzweiche präsentiert sich mit sauberem Aufbau, die innere
Verkabelung geht ebenfalls in Ordnung. Der reichliche Einsatz von Dämmwolle
die hochwertigen Chassis aus Aluminiumdruckguss zeigen, dass man auch
für vergleichsweise kleine Kaufpreise echte Qualität erwarten darf. Die
Membranen bestehen aus leichtem und gleichzeitig hochstabilen Kraftpapier.
Den Antrieb besorgen große Ferritmagnete, die Schwingspule soll für eine
Box dieser Preisklasse besonders leistungsfähig sein - beim gesamten Aufbau
der Metas orientiert sich Heco an der Celan-Serie.
Der Hochtöner ist auch konstruktiv mit dem aus der Celan-Serie verwandt,
wurde aber für den Einsatz in den Metas-Lautsprechern neu entwickelt und
entsprechend abgestimmt. Er besitzt einen speziell geformten Aluminium-Flansch,
der für ein optimiertes Abstrahlverhalten zuständig ist. Die neue Hochtonkalotte
aus stabiler Polyster-Fiber wird in einem speziellen Verfahren mit dauerelastischem
Weichschaum getränkt. Dieser Prozess führt zu geringeren Verzerrungswerten.
Ein transparenter, auch für lange Hörsessions geeigneter Klang ist eine
angenehme weitere Folge der umfangreichen Bemühungen. Die dicken Wände
des MDF-Gehäuses garantieren eine hohe Steifigkeit, zudem sind noch weitere
Verstrebungen für noch mehr Stabilität eingebaut. Die Standlautsprecher
stehen, auch das ist eher unüblich bei einem Paarpreis von ca. 600,00
EUR (Marktpreis), auf edlen Metallspikes.

Chassis mit Metallrahmen und solider Verschraubung

Neu entwickelter Hochtöner

Bassreflexöffnungen

Sicht von hinten

Wahlweise mit Gummi verkleidete Füße oder Spikes - beides
ist im Lieferumfang
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend.
Test-Equipment

Test-Equipment
Klang
- Blank & Jones - The Singles, "The Nightfly", "Sunrise"; Masterblaster
- We love Italo Disco, "Pamana", "Hypnotic Tango": Mit hoher Grobdynamik
und Impulstreue zeigen sich die Heco Metas XT501 spielfreudig und schwungvoll.
Der Tieftonbereich kann sogar etwas anspruchsvollere Stereohörer ein
Lächeln auf die Lippen zaubern - trocken und präzise bleiben die niedrigen
Frequenzen bei vergleichsweise hohem Pegel. Tatsächlich sind wir von
der Pegelfestigkeit der Heco Metas 501 begeistert, ohne Verzerrungen
im Mittel- und Hochtonbereich bleiben die Heco Metas XT 501 souverän
und komprimieren nicht. Lediglich im vorher gelobten Bassbereich ist
ab besonders hoher Lautstärke der nebengeräuschfreie Musikbetrieb nicht
mehr aufrechtzuerhalten. Die Stimmwiedergabe ist charakteristisch, wenngleich
Feindynamik im Stimmverhalten verloren geht und Feinheiten nicht immer
sauber nuanciert sind. Dennoch zeigen die Heco Metas XT 501 Details
in den Mitten auf und lösen Vokalstimmen sehr schön von den Lautsprecherkomponenten.
Der Hochtonbereich wirkt sauber aufgelöst, ist aber etwas zurückhaltend
und beinahe zu dezent. Leicht warm und angenehm spielend fehlt es im
oberen Drittel an Brillanz und Feindynamik. Insgesamt wirkt die Abstimmung
in sich schlüssig und durch die freudige Spielweise bringen die Hecos
bei dieser schwungvollen Musikrichtung einfach Spaß.
- Corona - "Try Me Out," "Rhythm of the Night": Auch in dieser flotten
Test-Sequenz bereiten uns die preisgünstigen Heco Stereokomponenten
Freude. Schnell und mit authentischem Swing wird man zum Fußwippen beinahe
gezwungen. Die aufweisende Grobdynamik mit leichten Einschränkungen
im Hochtonbereich ist für die "kleinen" Hecos bemerkenswert. Selbst
kleine Stimmdetails von Corona werden in dieser Sequenz von den Heco
Metas XT 501 modelliert. Das einspielende Keyboard klingt sauber, die
gesamte Differenzierung der verschiedenen Instrumente gelingt gut und
im Zusammenhang ist das Klanggeschehen wiederum fein von den Komponenten
gelöst. Ebenso wirkt die Ibiza-typische weite und füllige Klangatmosphäre
in den Liedern Coronas voluminös in den Raum getragen und sorgt so für
authentisches Flair.
- Nightwish - "Dead Boy's Poem", "Master Passion Greed": Die Stimme
zu Beginn des Liedes wird sauber und klar, selbst mit kleinen Details,
von den Lautsprechern wiedergegeben, die einsetzende Stahlsaitengitarre
hingegen wirkt etwas zu wenig aggressiv und in den Hintergrund gerückt.
Nach dem Zustoßen des Schlagzeugs kann das Ensemble einen leicht blechernen
Einschlag nicht verstecken. Die Heco Metas XT 501 bauen durchaus authentisch
melancholische Atmosphäre auf und packen hinter kräftigen Bassschlägen
auch ausreichend Volumen. Steigerungen sind hier erneut bei der Feindynamik,
der Stimmcharakteristik und dem Auflösungsvermögen möglich.
- Royal Philharmonic Orchestra - James Bond Themes, "Golden Eye", "Thunderball":
Keine leichte Aufgabe für die Heco Metas XT501, gleich zu Beginn auch
eine erste kleine Schwachstelle. Bei stereophonen Anwendern ist das
Anschlagsgeräuschs des Kontrabasses hier nicht allzu schwer auszumachen,
die Hecos modellieren dieses feindynamische Detail nicht konturenecht.
Schwungvoll und konturiert hingegen wirkt das Zusammenspiel, der vorhin
aufgefallene blecherne Einschlag ist hier nicht so ausgeprägt. Die Querflöte
durften wir schon einen Tick ausdrucksvoller bewundern, ihr eigentlich
leicht scharfer Sound erklingt etwas zu warm. Trotz unserer angesprochenen
Mängel funktioniert das Gesamtkonzept der Heco Metas XT 501 tadellos,
sauberer Klang mit Stärken im Bassbereich und einer ordentlichen Pegelfestigkeit
plus schwungvollem Sound.
Klangliche Eigenschaften im Überblick
- Hochtonwiedergabe: Sehr angenehm, bezüglich der Präsenz aber minimal
zurückgenommen. Harmonie geht hier über maximale Brillanz.
- Mitteltonwiedergabe: Stimmen werden klar verständlich wiedergegeben.
Vokale Charakteristika werden recht ordentlich erfasst. Die Mitten sind
sauber eingearbeitet.
- Basswiedergabe: Sehr guter Tiefgang für die Preisklasse, nachdrücklicher,
voluminöser Bass mit guter Strukturierung.
- Tonalität: Leicht warm ausgelegt, sehr gut für lange Hörsessions geeignet.
- Räumlichkeit: Die Heco Metas XT501 schafft einen natürlichen Raum,
der im Bassbereich schon minimal zu großzügig wirkt.
- Wirkungsgrad: In der Praxis recht gut - zu schwächliche Verstärker
sollte man aber nicht verwenden. Bei Stereoverstärkern sollte man schon
bei der Preisliga um EUR 400,00, bei AVRs um EUR 550,00 - 600,00 einsteigen.
- Pegelfestigkeit: Fürs Geld hervorragend - auch deutlich erhöhte Lautstärken
werden ohne Schwierigkeiten gemanagt. Zudem ist der Grenzbereicht recht
weich ausgelegt, die Heco Metas XT 501 übersteuert nicht plötzlich brutal,
sondern driftet sanft ihrem Pegel-Ende entgegen.
Konkurrenzvergleich
- Quadral Rhodium 70: Preislich vergleichbar, tritt die Hannoveraner
Box auch mit enormer Dynamik an. Der Hochtonbereich erscheint lebendiger
und frischer als bei der Heco, dafür bietet die Heco Metas XT501 die
nochmals harmonischere Auslegung - sie eignet sich überragend für lange
Hörsessions. Die Rhodium löst den Sound minimal besser von der Box,
die Metas hält mit mehr Fülle im Bassbereich dagegen. Das Finish ist
in beiden Fällen ebenso ausgezeichnet wie die Pegelfestigkeit.
- Nubert nuLine 82: Mit ca. EUR 470,00 pro Stück ist die nuLine 82 deutlich
teurer. Das schlägt sich in einem besseren Detaillierungsvermögen nieder,
welches sich über alle Frequenzbereiche erstreckt. Der Bass kommt noch
genauer auf den Punkt - was Volumen und Nachdruck angeht, muss sich
die Metas aber keinesfalls verstecken, hier hält sie erstaunlich gut
mit. Das leicht Warme der Heco Metas501 geht der nuLine 82 ab, sie klingt
neutraler.
- Klipsch Reference RB-81: Wer nicht die Möglichkeit hat, Standboxen
zu stellen, auf einen vollen Sound aber nicht verzichten möchte, hat
eine verlockende Alternative in der hoch belastbaren und sehr dynamischen
RB-81. Mit kraftvollem Bass und sehr gutem Anschluss an den unteren
Mitteltonbereich macht sie beinahe vergessen, dass sie ein Regallautsprecher
ist. der Hochtonbereich präsentiert sich als klar und prägnant, aber
geschickt wird Aggressivität vermieden. Das Detaillierungsvermögen geht
absolut in Ordnung, setzt aber keine Maßstäbe.
Fazit

Sehr gut verarbeitet und mit kräftigem Klang gesegnet
- die Heco Metas XT 501
Die Heco Metas XT 501 ist ohne Übertreibung als Volltreffer zu bezeichnen.
Sicherlich scheinen akustische Schwächen durch - diese werden allerdings
hauptsächlich vom erfahrenen, anspruchsvollen Anwender bemerkt, und wer
ein deutlich erhöhtes Anspruchsprofil hat, wird sich bei den größeren
Heco-Serien The Statement und
Celan bedienen. Wer einfach eine
gute Box zum kleinen Preis sucht, die dynamisch auftritt, viel Hörspaß
bereitet und zudem sehr gut verarbeitet ist, findet in der Heco Metas
501 einen ausgezeichneten Partner. Der Schallwander eignet sich auch prima
als Front L/R-Box in einem Mehrkanal-Setup.
Kraftvoll aufspielender, angenehm klingender
Standlautsprecher mit überdurchschnittlicher Verarbeitung zum kleinen Preis

Stereo-Lautsprecher Mittelklasse
Test 12. Februar 2010
Pro:
- Pegelfest
- Angenehme Klangcharakteristik
- Nachdrücklicher Bass und guter Tiefgang
- Saubere Verarbeitung
- Sehr günstiger Marktpreis
Contra:
- Etwas zurückgenommener Hochtonbereich
Technische Daten
? Prinzip 2 1/2 Wege Standbox, Bassreflex
? Impedanz 4-8 Ohm
? Bestückung 1 x 170 mm Tieftöner, 1 x 170 mm Mitteltöner, 1 x 25
mm Hochtonkalotte
? Belastbarkeit RMS / max. 160 / 280 Watt
? Abmessungen (BxHxT) 230 x 1000 x 340 mm
? Hochtonpegelanpassung linear / +2dB
? Stabiles, mehrfach verstrebtes MDF Gehäuse
? Hochwertiges Anschlussterminal mit stabilen, vergoldeten Schraubklemmen und Bi-wiring / Bi-amping Option
? Hochtöner mit 25mm Gewebe-Kalotte, mit kurzem Hornansatz und Doppelmagnetsystem
? Tief-/Mitteltöner mit hochbelastbarer 32mm Schwingspule, Papier/Woll-Membran und einer leichten Gewebe-Staubschutzkalotte
? Tieftöner mit Hochbelastbarer 32mm Schwingspule und einer gehärteten Papiermembran.
? Zwei fest verschraubte Bassreflexrohre
Test: Philipp Kind, Jens Willershausen, Carsten Rampacher,
alle AREADVD
12. Februar 2010
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