TEST: Stereo Standlautsprecher Heco Aleva 500 - Dynamik, Kraft und edle Optik
Test: Carsten Rampacher, AREADVD
- update: 30. Oktober 2008

Einführung
Eine hochwertige und elegante Erscheinung, gepaart mit edlen Materialien:
Die Heco Aleva 500 würde man
spontan deutlich teurer als die derzeitigen ca. 600,00 EUR pro Stück einstufen,
die der 2,5 Wege-Standlautsprecher mit doppelter Bassreflexöffnung auf
der Rückseite kostet. Mit Belastungswerten von 170 Watt (RMS) beziehungsweise
280 Watt (kurzzeitige Impulsbelastbarkeit) werden ausgezeichnete Werte
erzielt. Der Wirkungsgrad (2,83 V @ 1 m) fällt mit 91 dB so günstig aus,
dass der Schallwandler auch an weniger leistungsstarker Elektronik betrieben
werden kann. Wir haben im Praxis-Test nachgeprüft, ob die Aleva 500 nur
optisch, oder auch klanglich voll überzeugt.
Technische Daten

Zwei Bassreflexöffnungen auf der Rückseite - unmittelbar
an die Wand sollte man die Aleva 500 nicht stellen

2 x 170 mm Tiefmitteltöner, dazwischen ist der 25 mm
Hochtöner untergebracht

Höhenanhebung um 2 dB möglich
Die Gehäuse der Heco Aleva 500 sind aus dickem MDF gefertigt
und daher besonders resonanzarm. Der Druckgussflansch des Hochtöners ist
diamantgeschliffen und hat einen kurzen Hornansatz für eine verbesserte
Abstrahlcharakteristik. Im Hochtonbereich kommt eine außergewöhnlich leichte
24 mm Gewebekalotte zum Einsatz, die mit einem effizienten Doppelmagnetsystem
kombiniert wird. Der Frequenzbereich, den die Heco Aleva 500 darstellen
kann, endet erst bei 42 kHz. Optional kann der Hochtonpegel um 2 dB angehoben
werden, um so speziellen raumakustischen Problemen (sehr stark bedämpfter
Hörraum) entgegen wirken zu können. Die Anhebung passiert mittels eines
speziellen weiteren LS-Terminals hinten auf der Rückseite der Heco Aleva
500. Die Frequenzweiche ist nur aus hochwertigen Bauteilen gefertigt,
die Innenverkabelung stammt vom renommierten Anbieter Oehlbach.
Die beiden 170 mm Tiefmitteltöner der Heco Aleva500 verwenden Membranen
aus Kraftpapier. das nach der DIN-Norm 6730 zertifiziert ist. Diese Norm
schreibt einen Anteil von mindestens 90 Prozent Langfaser-Kraftzellstoff
vor, der höchste Ansprüche an Zugfähigkeit und Berstdruck erfüllt. Die
Holzfasern werden dann unter Zugabe von 5 Prozent Wollfäden vermischt.
Während dieses Prozesses verhaken sich die Fasern ineinander und bilden
ein dichtes Geflecht.
Grunddaten der Heco Aleva 500:
- Prinzip: 2,5 Wege-Bassreflex-Standlautsprecher mit zwei Bassreflexöffnungen
- Bestückung: 2 x 170 mm Tiefmitteltöner, 25 mm Hochtöner
- RMS-Belastbarkeit 170, maximale Belastbarkeit 280 Watt
- Impedanz 4 bis 8 Ohm
- Frequenzbereich 28 Hz bis 42 kHz
- Übergangsfrequenz 350/3.500 Hz
- Wirkungsgrad 91 dB
- Ausführung Kirsche Echtholzfurnier, Silber Glanzlack, Schwarz Glanzlack
- Maße (B x H x T in mm) 195 x 1.020 x 328
Fazit: Zu einem fairen Kaufpreis liefert Heco tadellose
Technik und Top-Belastungswerte. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse:
Ausgezeichnet.
Verarbeitung

Hochwertige, fest verschraubte Alu-Rahmen

Erstklassig eingepasster Hochtöner

Auch die beiden Tiefmitteltöner sitzen präzise

Saubere Kantenverarbeitung

Ausgezeichnete Oberflächenqualität

Anschlussterminals deutlich über Preisklassenniveau

Sockel
Die Heco Aleva 500 kommt im schlichten, schicken Gewand daher. Sie macht
keinen Hehl aus ihrer Mission, Hörräume mit wohlklingender Akustik zu
füllen, und sieht daher auch wie ein klassischer Standlautsprecher
aus. Durch die relativ schmale Bauform wirkt der Schallwandler allerdings
eher grazil und schlank, der massige Eindruck vieler konventioneller Standboxen
kommt daher erst gar nicht auf. Zum optischen Auftritt passt die gediegene,
fehlerfreie Verarbeitung. Die makellos tiefschwarzen Oberflächen unserer
Test-Lautsprecher korrespondieren vortrefflich
mit den edlen Ringen aus echtem Aluminium, die Hoch-, Tiefmitteltöner
und Bassreflexöffnungen zieren. Alle Gehäusekanten sind perfekt gerundet,
was auch haptische Hochgefühle auslöst. Die Box ruht auf einem Sockel,
der bezüglich der Optik perfekt integriert wurde. Die Chassis sind exzellent
eingepasst. Das Lautsprecherkabel-Anschlussterminal ist für die Preisklasse
überdurchschnittlich hochwertig. Die mitgelieferten Stoffschutzgitter
sehen zwar etwas dröge aus, sitzen aber tadellos und werfen keine unschönen
Falten. Gesamtnote Verarbeitung in Relation zur Preisklasse: Hervorragend.
Test-Equipment
Klang
Die Heco Aleva 500 ist ein Lautsprecher, der durch seinen ausgewogenen,
kräftigen Charakter viele Käufergruppen ansprechen dürfte. Durch die ausgezeichnete
Pegelfestigkeit ist er für das Hören mit höherem Pegel sehr gut geeignet
- vor allem auch die Art, wie die Aleva mit großen Lautstärken umgeht,
macht sie so reizvoll. Anstatt spitz, aggressiv und komprimiert im Bassbereich
aufzutreten, spielt sie bei hohem Pegel noch souverän und angenehm auf.
Beim Remix von "Rhythm is a Dancer" von Snap aus dem Jahre 2003 bleibt
die volle Kontrolle über Bass, Stimm- und Instrumentalwiedergabe auch
bei deutlich erhöhter Hörlautstärke erhalten. Die Heco Aleva 500 klingt
locker und souverän, die beiden 170 mm Tiefmitteltöber bieten einen kontrollierten
Membranhub und eine sehr gute Impulstreue. Gerade der Bassbereich überzeugt
auch durch Struktur und klar umrissene Konturen. Das absolut gleichzeitige
Eintreffen aller Klanganteile sichert ein homogenes, in sich schlüssiges
akustisches Bild ohne störenden Versatz. Die Trennung von Stimmen, Effekten
und Instrumenten gefällt - ebenso die weitläufige Räumlichkeit, die die
Heco Aleva 500 auch in Hörräumen um die 30 Quadratmeter aufbaut. Empfehlenswert
ist, den Schallwandler leicht in Richtung des Auditoriums einzudrehen
und die Heco Aleva 500 möglichst frei im Raum unterzubringen. Dann können
die beiden rückseitig montierten Bassreflexöffnungen ihrer Arbeit effizient
nachgehen, und der Bassdruck, der aufgebaut wird, fällt üppig aus: Bei
Lasgos "Pray" ist das bereitgestellte tieffrequente Fundament so massiv,
dass der weniger erfahrene Anwender spontan die Suche nach einem zusätzlich
betriebenen aktiven Subwoofer startet. Dabei erscheint der Bass nie vordergründig
oder aufgesetzt, sondern präsentiert sich stets als hervorragend integriert.
Der Aufbau auch schneller Effektkombinationen gelingt der Heco Aleva 500
tadellos - die Box ist einfach unheimlich schnell und zögert keine Millisekunde
bei der Umsetzung von Impulsen.
Unternehmen wir nun einen musikalischen Ausflug in die 80er Jahre. Mit
sattem, klarem Bass und dynamischen Aufbau bringt die Heco Aleva 500 den
Beginn von "Don't you want me" der Kult-Band Human League zum Zuhörer.
Die Stimme ertönt zwar nicht übertrieben feinsinnig, löst sich aber dafür
sehr gut vom Lautsprecher. Die Heco Aleva möchte Spaß machen durch eine
gekonnte Mischung aus Kraft und Dynamik - das Ausleuchten letzter hochfrequenter
Details und das millimetergenaue Zeigen jeder vokalen Struktur im Mitteltonbereich
überlässt die Heco Aleva500 lieber neutraler abgestimmten Kontrahenten,
die sich für sehr ernsthaftes Hören besser eignen. Die leicht warm abgestimmte
Aleva trifft hingegen durch die Vermittlung eines ganzheitlichen, fließenden
und kräftigen Hörerlebnisses eher den Nerv des Anwenders, der, getrieben
von seiner Lieblingsmusik, schnell auf andere Gedanken kommen und einfach
abschalten möchte. Die Heco Aleva 500 schafft es für ein so günstiges
Produkt ausgesprochen schnell, den Hörer durch den gleichmäßigen, unaufgeregten,
gleichzeitig aber mitreißend Energie geladenen Sound in ihren Bann zu
ziehen: Souverän und nachdrücklich brilliert sie bei enormer Lautstärke
beim Wax-hit "Building a Bridge to your Heart": Gerade die Basswiedergabe
beweist erneut ihre tieffrequente Kompetenz, da Nachdruck, Klarheit und
Schnelligkeit eine harmonische Verbindung miteinander eingehen. Bei "Cold
Days, hot Nights" von Moti Special stechen diese Talente erneut hervor.
Klar und prägnant ertönen die verschiedenen Klanganteile, der Bass weist
eine gelungene Kombination aus Tiefgang und kraftvollem Volumen auf. Die
Stimme des Sängers wird harmonisch eingebunden und löst sich erneut sehr
schön von den Lautsprechern.
Bei Wolfgang Amadeus Mozarts Klarinettenkonzert (SACD) zeigt die Heco
Aleva500, dass sie durchaus auch für Klassikfans, die eine fließend-harmonische
Wiedergabe über eine streng analytische, hochpräzise ausleuchtende Darstellung
stellen, eine willkommene und zudem preisgünstige Alternativen zu manchem
Kontrahenten ist. Gerade die nahtlosen Übergänge im 1. Satz des Konzertes,
die sehr dynamische Einbindung aller Instrumente, die weich, klar und
angenehm klingenden Streicher und die sehr homogen ertönende Klarinette,
die weder blechern noch hohl erscheint, machen das Anhören dieses wunderschönen
Musikstücks zu einem echten Erlebnis. der Hochtonbereich könnte natürlich
noch brillanter und feinsinniger ertönen - aber wir reden hier von einem
Lautsprecher, der pro Stück keine 600 EUR kostet. Dafür ist das Gebotene
enorm, sehr gut hat uns gefallen, dass die Heco Aleva 500 auch bei der
Wiedergabe klassischer Musikstücke einfach Freude am Hören vermittelt
- durch Verve und Esprit schafft sie es, den Hörer auch aus ernsten Gedankengängen
heraus zu reißen und direkten Zugang zur Musik zu verschaffen.
Der Vergleich mit verschiedenen Kontrahenten fällt sehr interessant aus.
Die Canton Chrono 509 DC liegt
preislich ähnlich der Heco Aleva 500, nimmt aber eine völlig andere
Position ein. Sie klingt ernsthafter, neutraler als die Heco Aleva 500
und ist damit für den Musikliebhaber, der gern Musikstücke konzentriert
analysiert, eine hervorragende Wahl. Die Heco-Box spricht mit hörbar besserem
Tiefgang, mehr Kraft und mehr Volumen ganz andere Käufergruppen an. Was
den gebotenen Tiefgang angeht, kann auch die Quadral Rhodium 70
nicht mithalten - dafür bietet die kleinere der beiden Rhodium-Standboxen
einfach ein ausgezeichnetes Preis-/Leistungsverhältnis: mit ca. 400 EUR/Stück
spielt sie eine ganze Preisklasse unter der Aleva 500, bietet für das
investierte Geld aber einen dynamischen und klaren Sound. Das praktisch
perfekte Finish der Heco Aleva 500 darf bei der Rhodium 70 aber nicht
erwartet werden. Sie ist sehr gut verarbeitet, der enorme Materialeinsatz
der Heco-Konstruktion liegt aber sichtbar darüber. Nuberts nuLine 82 präsentiert
sich mit einem Stückpreis von ca. 470,00 EUR als weitere klangstarke Alternative.
Sie ist extrem belastbar und spielt frisch sowie erstaunlich neutral.
Im Hochtonbereich muss sie der Chrono 509 DC den Vortritt lassen, dafür
aber begeistert die uLine 82 mit dem feinfühligsten Mitteltonbereich.
Das Spaß- und Emotionspotential der Heco Aleva 500 wird aber auch von
der nuLine 82 nicht erreicht. Gesamtnote Klang Heco Aleva 500 in Relation
zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend.
Fazit

Optik und Akustik gehen bei der Heco Aleva 500 eine harmonische
Verbindung miteinander ein
Die Heco Aleva500 hat das Zeug zu einem echten Bestseller, denn sie weist
keine ernsthaften Schwächen auf: Das hervorragende Finish und die edle,
zeitlos-elegante Optik setzten gleich nach dem Auspacken Akzente, die
man auf diesem hohen Niveau nur selten in der Preisklasse bis 800,00 EUR/Stück
findet. Auch klanglich setzt sich die Aleva von vielen Mitwettbewerbern
ab: Die hohe Impulstreue wird mit einer kraftvollen, gleichzeitig aber
entspannten, ausgesprochen angenehmen Wiedergabe gekoppelt. Gralsritter
des völlig neutralen Klangs müssen weitersuchen - Anwender, die jedoch
die pure Freude am Hören zu einem sehr fairen Kaufpreis fokussieren, liegen
bei der Aleva 500 genau richtig. Durch den sehr guten Wirkungsgrad kann
der Lautsprecher mit einer Vielzahl auch nicht allzu leistungsstarker
zuspielender Elektronik kombiniert werden - allerdings sollte man den
schön klingenden Schallwandler möglichst frei im Hörraum, der gern auch
um die 30 Quadratmeter große sein darf, positionieren.
Die Heco Aleva 500 sorgt mit ihrer erstklassigen Verarbeitungsqualität
und dem schwungvollen, kräftigen Klang optisch und akustisch für große
Freude

Stereo-Standautsprecher Mittelklasse
Test 30.10.2008
Preis-/Leistungsverhältnis           
Preis-/Leistungs-Extra-Stern für Finish weit über Preisklassenniveau
+ Kraftvoller, nachdrücklicher und zugleich sehr angenehmer
Klang
+ Enorme Impulstreue
+ Sehr gute Trennung von Stimmen und Instrumenten
+ Außerordentlich pegelfest
+ Weitläufiger, aber klar umrissener Bühnenaufbau
+ Maßstäbe setzende Fertigungsqualität
- nicht für die wandnahe Aufstellung geeignet
Test: Carsten Rampacher, AREADVD
30. Oktober 2008
Verantwortlich für den Inhalt: Detlev
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