TEST: JBL Studio L-Serie - Neuer Maßstab in der Liga bis 3.000,00€
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Test: Carsten Rampacher, AREADVD
- update: 12.01.2006

Einführung
Das klingt nach einem echten Schnäppchen: Für einen Preis von ca. 2500,00€
geht bei den Sound-Experten von JBL ein 5.0-Setup über die Ladentheke,
das auch ambitionierte Anwender neugierig machen dürfte, denn anstatt
unterdimensionierter Mini-Böxchen sorgen ausgewachsene Vierwege-Standboxen
nicht nur vorn, sondern auch im Surroundbereich für eine abwechslungsreiche
und fundierte Wiedergabe: Die Studio L-Serie trägt beste Gene in sich,
um dem preis-/leistungsbewussten Mehrkanal-Freund glücklich zu machen.
Wir verwendeten für unser 5.0 Test-Set die JBL
L890 als Frontlautsprecher, den JBL
LC2 (größerer der beiden Center) und die JBL
L880 Standbox für die beiden Surroundkanäle. Aufgrund der Basskraft
der vier Standboxen verzichteten wir auf einen zusätzlichen aktiven Subwoofer,
wer trotzdem a uf einen passenden Bassisten zurückgreifen möchte, auch
diesen haben wir bereits getestet: Der
JBL L8400 steht für in den Startlöchern. Nun aber sind wir gespannt
- schafft es das Studio L-Ensemble, uns tief zu beeindrucken ?
Verarbeitung

Saubere Kantenverarbeitung

Fürs Geld wird ein ohne Einschränkung tadelloser
Verarbeitungsstandard geboten

Integrierte Standfüße aus Aluminium bei JBL
L880 und JBL L890

Präzise Einpassung aller Lautsprecher-Chassis
Für die günstigen Kaufpreise sind die Studio L-Lautsprecher routiniert
und sauber verarbeitet. Alle Gehäusekanten sind exakt ausgeführt und lassen
keine Ungenauigkeiten erkennen. Die Lautsprecher-Chassis sind exakt ins
Gehäuse eingefügt. Zu loben sind ferner die integrierten Füße bei den
Standboxen JBL L890 und JBL
L880. Die bi-wiring- und bi-amping-fähigen vergoldeten Anschlussterminals
sind von klassenüblicher Qualität.
Bewertung          
Technik, Aufbau und Ausstattung

JBL L 880 und JBL
L 890 sind als Vierwege-Systeme ausgeführt
Hier können die beiden großen Standlautsprecher zunächst mit ihrer aufwändigen
Bestückung punkten. Die Vierwege-Standlautsprecher kommen mit zwei Hochtönern,
einer ist in Hornform als Super-Hochtöner ausgelegt. Durch diese doppelte
Hochttöner-Bestückung reicht der Frequenzgang bis auf 40 kHz hinauf. (untere
Grenzfrequenz: L890 30 Hz, L880 40 Hz). Viel Aufwand in dieser Preisklasse,
normalerweise muss man für so aufwändig ausgeführte Boxen deutlich mehr
berappen. Die Pioneer S-H810V hat z.B. auch einen separaten Super-Hochtöner.
Bei den Studio L-Boxen kommt ein 20 mm Superhochtöner aus Mylan in Kombination
mit einem Bi-Radial-Horn aus Aluminiumdruckguss zum Einsatz. Als normaler
Hochtöner fungiert eine 25 mm Kalotte aus reinem Titan. Als Mitteltöner
verwendet JBL ein 100 mm Chassis mit PolyPlas-Membran und Gummisicke,
der Korb besteht aus Aluminium-Druckguss.

100 mm Mitteltöner

2 x 200 mm Basstreiber bei der JBL
L 890, 2 x 150 mm Basstreiber bei der JBL
L880
PolyPlas-Membranen sorgen für eine erhöhte Steifigkeit für Mittel- und
Tieftöner - trotz niedrigen Gewichts. Diese Technologie hat JBL
von seinen sündhaft teuren Profi-Beschallungssystemen entnommen. Im einzelnen
handelt es sich bei PolyPlas um eine spezielle Oberflächenbehandlung,
die Eigenresonanzen der Membran eliminiert und für eine gleichmäßige,
kolbenförmige Membranbewegung sorgt. Dadurch entsteht ein fester, straffer
Bass und ein knackiger unterer Mitteltonbereich. Als Basschassis sind
bei der JBL L890 2 x 200 mm Bauteile
ebenfalls mit PolyPlas-Beschichtung (JBL
L 880: 2 x 150 mm Basschassis) verbaut. Als Korb kommt auch hier eine
Variante aus Alu-Druckguss zum Einsatz. JBL sieht
gerade bei Bass-Chassis einen deutlichen Vorteil des Aluminium-Korbes,
da normale, dünnere Körbe aus Blech bei sehr kraftvollen Bässen anfangen
können, zu schwingen. Außerdem stört das Leichtmetall Aluminium die in
der Schwingspule erzeugten Magnetfelder nicht, was die exakte Basswiedergabe
weiter erleichtert.
Bei allen Lautsprechern kommt als Frequenzweiche JBLs "Straight -Line Signal
Path" (SSP)-Bauteil zum Einsatz. Vorteil der Konstruktion ist der kurze
Signalweg, um mögliche Signalbeeinflussungen gering zu halten - das sorgt
für wenig Rauschen und geringen Gesamtwiederstand der Bauteile. Die Qualität
der Signalübertragung steigern dicke Verbindungskabel. Interessant in
diesem Zusammenhang ist, dass manche Boxenhersteller auf möglichst einfach
gehaltene Frequenzweichen mit wenig Bauteilen setzen, andere verbauen
höchst aufwändige Frequenzweichen für präzise Arbeit - wir kennen Lautsprecher
mit beiden Konstruktionsprinzipien, die für ausgesprochen überzeugende
akustische Resultate sorgen.

Spezielles Bassreflexsystem für wenig Luftwirbel
Wie sich später im Test zeigen wird, überzeugen die großen, 27,3 kg schweren
Frontlautsprecher JBL L890 und
die ebenfalls noch ausladenden, 24,5 kg wiegenden Surroundlautsprecher
JBL L880 mit einem besonders nachdrücklichen,
kräftigen Bassbereich. Das ist auch Verdienst des "Free Flow"-Bassreflexrohres",
welches den Wirkungsgrad im Bassbereich verbessert. Ein am Computer berechnetes
Verbindungsrohr befördert Luftschwingungen nach außen. Aufgrund der speziellen
Konstruktion des Bassreflexrohres entstehen praktisch keine hörbaren Luftverwirbelungen
an der Gehäuseöffnung. Beide Standlautsprecher sind mit einer Empfindlichkeit
von 91 dB auch für die Kombination mit normal leistungsfähiger Elektronik
ausgelegt - hier beweisen die JBL-Boxen, dass der faire Kaufpreis der
Schallwandler nicht durch überdurchschnittliche Anforderungen an die Elektronik,
was dann hohe Investitionen erfordert, wieder egalisiert wird. Bereits
ab gibt es AV-Receiver wie den Denon
AVR-2106 oder den Kenwood KRF-X9090D,
die prima mit den JBLs zurecht kommen dürften. Akustisch anbieten
für unser 5.0 Setup tut sich der grandios klingende und der nicht zu teure
Harman Kardon AVR-435. Prima passt
auch der dynamische Yamaha RX-V2600
zu diesem Boxen-Setup. Wer wissen möchte, was diese Lautsprecher wirklich
können, muss nicht zögern und kann auch einen Harman
Kardon AVR-7300 zusammen mit den Studio L-Boxen betreiben. Für
eine stimmige akustische Abkopplung vom Boden sorgen die Alu-Standfüße
zusammen mit 8 mm Spikes, alles wird bereits mitgeliefert - sehr lobenswert.
Als Belastungswerte gibt JBL 125 Watt als Dauer- und 500 Watt als Kurzzeit-Maximalbelastung
im Falle der JBL L 890 an. Bei
der JBL L 880 sind es 100 und 400
Watt. Die empfohlene maximale Verstärkerleistung liegt bei 250 Watt (JBL
L890) beziehungsweise 200 Watt (JBL
L880)
Der JBL LC2 ist auch als 4-Wege-Modell
konzipiert und eignet sich mit seiner geringen Tiefe optimal für die Wandmontage.
Für die Aufstellung z.B. auf einem Regal o.ä. ist er weniger geeignet,
hier besteht "Kippgefahr". Hoch- und Mitteltöner sind mit den Bauteilen
von JBL L 880 und JBL
L 890 identisch. Als Bestückung im Tieftonbereich dienen, wie bei
der JBL L 880, 2 x 150 mm Chassis.
Anders als bei den Standboxen-Kollegen fallen die Belastungswerte aus:
75 Watt Dauerbelastbarkeit ist etwas wenig, wie später die Test-Reihen
zeigen, hält der JBL LC2 jedoch
stets genug Reserven in der Hinterhand, um auch bei hohem Pegel akustisch
zu beeindrucken. Der Frequenzgang reicht hier v0n 50 Hz bis hinauf auf
40 kHz - auch der JBL LC2 setzt
auf den Superhochtöner. Mit einer Empfindlichkeit von 92 dB wird ein ausgesprochen
guter Wert erreicht, der dafür sorgt, dass man den JBL
LC 2 auch in Verbindung mit nicht allzu leistungsfähiger Elektronik
einsetzen kann. Die maximale Kurzzeit-Belastung liegt bei 300, die
maximale Dauerbelastung bei 75 Watt. Als größte Verstärkerleistung empfiehlt
JBL beim 13,2 kg schweren Center 150 Watt.
Insgesamt verdient sich die Studio L Serie ausgezeichnete Zensuren. Die aufwändige
Chassisbestückung mit eigenem Superhochtöner stellt eine Wiedergabemöglichkeit
für die Lautsprecher auch beim Anhören
von DVD-A- und SACD-Tonträgern sicher. Die Bauteile sind hochwertig ausgeführt.
Durch den hohen Wirkungsgrad können die Studio L-Komponenten auch mit
normaler Elektronik bestens angesteuert werden, durch die ausgezeichnete
technische Basis sind die preisgünstigen Boxen aber auch im Zusammenspiel
mit teuren Verstärkern und Receivern problemlos zu betreiben.
Bewertung          
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sowie ausführlichem
Fazit
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