Klipsch RF-7 II bei AUDIO im Test: Empfehlung

Audio: Empfehlung (ab 01/10)

11/2010

"In der Audio-Ausgabe 11/2010 auf den Seiten 134 bis 137 wurde die Klipsch RF-7 II getestet."

Testauszug:

"...klanglich haben beide trotz der Namensähnlichkeit praktisch nichts mehr gemein: Wo die alte RF-7 eher in Richtung Partybox und ungestümer Attacke orientiert war, gab sich die neue ungewöhnlich kultiviert. Prägnant und machtvoll ihr Auftritt bei Widors 6. Sinfonie für Orgel (Belanger, Atma), wo sie die Pfeifen des riesigen Instruments in voller Lebensgröße in den Hörraum drücken ließ, aber ebenso feinsinnig und sanft, wenn die spärlicheren Register gefragt waren. Allenfalls die sehr direkte, etwas übertrieben holographische Abbildung, die erst bei Hörabständen jenseits der 3,5 Meter so richtig an Raumtiefe gewinnt, hatte sie noch mit ihrer Vorgängerin gemein. Das mochte die Stimme von Kari Bremnes manchmal etwas schmaler darstellen, als sie eigentlich war; auch kitzelte die Nubert NuVero 14 mehr Details aus der Aufnahme und klang etwas silbriger und präziser. Die Klipsch dagegen entfesselte die pure Spielfreude und schaffte trotz ihres eher in die Höhe statt in die Tiefe gebauten Raumes eine sensationelle Atmosphäre, konnte Direktheit und Attacke vermitteln, ohne jemals Kontrolle oder Klangschönheit zu vernachlässigen. Überhaupt gelang es kaum, sie mit schwierigen Aufnahmen zur Verzweiflung zu bringen, was bei einem so direkten und zudem noch horngeladenen Speaker durchaus selten ist: Selbst Stan Webbs "Baby's Got Me Crying" (Guitar Heroes, Zounds) katapultierte den Hörer subito in einen rauchverhangenen Probenraum mit der unverwechselbar authentischen Atmosphäre eines unverstärkten Schlagzeugs. Ohne jeglichen Anflug von Lästigkeit ließ die Klipsch die Hörer einfach mit dem Fuß wippen. Die Nubert dagegen, auch wenn sie grobdynamisch nur einige Dezibel hinter der Klipsch zurückstand, wurde mit der Aufnahme gar nicht warm: Wie ein klassikliebender Oberstudienrat schwang sie den ablehnenden Zeigefinger und beschränkte sich unter Vermeidung jeglichen Grooves auf die Darstellung der aufnahmetechnischen Fehler und Unsauberkeiten der Aufnahme; ganz so, als wolle sie sagen, Stan Webb sei hier im Hörraum nicht willkommen. Umgekehrt galt das nicht: Die intellektuelle Durchdringung von Beethovens kopflastigem Tripelkonzert (Haitink, LSO live), die der Nubert mit atemberaubender Genauigkeit gelang, verarbeitete die Klipsch humoristisch mit einem homogeneren, durch ihre Dynamik aber auch sehr unvermittelten Erlebnis. Eine Box, die Musik eher fürs Herz als für den Kopf liefert. Eine, die beliebige Lautstärken und präziseste Bässe produzieren kann, mit der man aber letztlich doch ganz normal und ganz entspannt jegliche Musik hören kann und will..."

Bewertung:

+ ultimativ dynamische Box mit sensationellem Druck und Bass, dabei kultiviert und ausgewogen
- braucht viel Platz, bildet Stimmen etwas eng ab

Fazit:

Zugegeben: Mit der alten RF-7 habe ich ob ihres fehlenden Feingeistes etwas gehadert. Die kaum geänderte Optik der IIer-Auflage könnte suggerieren, hier sei nur ein Facelift am Werk. Doch weit gefehlt: Die Abstimmung der neuen RF-7 II ist mehr als der Stand der Technik. Dynamik und Klanggröße sind sensationell. Ihre kultivierte Genauigkeit kann auch Feingeister überzeugen. Schön zu wissen, dass man mit ihr jederzeit bis zum Abwinken rocken kann - aber man muss eben nicht!

Preis/Leistung: überragend