TEST: Magnat Stereo-Röhrenverstärker MA 800
Test: Carsten Rampacher, AREADVD
- update: 07. April 2009


Einführung
Magnat hat sich zum Ziel gesetzt,
auch mit hochwertiger Stereo-Elektronik beim Käufer zu punkten. Klassische
Tugenden wie hochwertige Baugruppen und eine edle Anmutung der Komponenten
sollen dabei einer größeren Akzeptanz am Markt dienlich sein - so auch
beim Verstärker Magnat MA800
mit Röhrenvorstufe. Für ca. 1.500,00 EUR wahlweise in schwarzer oder
silberner Version erhältlich, mobilisiert der Stereoverstärker
Magnat MA 800 an 4 Ohm 2 x 100
Watt (20 Hz bis 20 kHz, Klirrfaktor < 1,0 %), an 8 Ohm bleiben 2 x
75 Watt übrig. Wir waren gespannt, ob sich das noble Gerät für anspruchsvolle
Stereohörer, die den angenehmen Sound eines Röhrenverstärkers suchen,
eignet.
Verarbeitung

Sehr gute Passungen, gleichmäßig mit kleinen Spaltmaßen

Sehr edle Speakerterminals

Schwere, massiv verarbeitete Fernbedienung

Preisklassengemäße Gerätestandfüße

Sehr hochwertiges Innenleben

Sehr gute Bauteilqualität

Röhren der Vorstufe

Ringkerntrafo
Optisch fällt die edle und elegante, schlichte formale Gestaltung
positiv auf - der Magnat MA 800
ist eine Komponente, die man sich auch nach Jahren noch gern anschaut.
Das Finish des Magnat MA 800
beeindruckt auch in Details durch Hochwertigkeit, selbst die mitgelieferte
Fernbedienung für die komplette Steuerung besteht aus gebürstetem, dicken
Aluminium mit feiner Gummierung. Das Front-Display löst fein auf und ist
gut abzulesen. Die großen, noblen Lautsprecherkabel-Anschlussterminals,
die fest sitzenden Cinchbuchsen oder die stimmige Verschraubung - die
Rückseite hat auch ihre Reize. Die in 60 Stunden eingebrannten, aus russischer
Produktion stammenden Röhren sind durch 2 kleine Fenster auf der Gerätefrontblende
zu sehen. Die dicke Alu-Frontblende ist gleichmäßig gebürstet und bezüglich
der Materialdicke (8 mm) exzellent. Sie sitzt aus seitlicher Sicht sehr
präzise. Hervorzuheben sind auch die hochwertigen Gerätestandfüße. Der
Lautstärkedrehregler liegt gut in der Hand und läuft relativ exakt. Das
exzellent verarbeitete Innenleben ist eine einzige Freude - zu nennen
wären das saubere Gesamtlayout und der große Ringkerntrafo. Gesamtnote
in Relation zur Preisklasse: Hervorragend.
Anschlüsse

Anschlusssektion
Die Anschlussübersicht:
Der Magnat MA800
ist ein reines Analoggerät und verfügt auch anschlusseitig nicht über
digitale Verbindungsmöglichkeiten. Über getrennte Eingangsbuchsen für
MM und MC können zwei Plattenspieler
gleichzeitig angeschlossen werden.
- Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse, Bi-Wiring
- 6 Cincheingänge (Phono MM, Phono MC, Tuner, CD, AUX, Tape)
- 1 x REC Out
- 3,5 mm Audioeingang auf der Front für portable Geräte
- Anschluss für Kaltgerätenetzstecker
Anschlussseitig sind sogar 2 Anschlüsse für Plattenspieler
vorhanden. Zudem steht ein 3,5 mm Analog Miniklinkeneingang auf der Frontblende
zur Verfügung. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Gut.
Technik und Ausstattung

Durch Fenster auf der Frontblende Sicht auf die Röhren der
Vorstufe
Konventionelle Technik auf hohem Niveau: Der Magnat
MA800 weist hochwertige konstruktive Details auf, Die Eingangssignalumschaltung
über hochwertige Präzisionsrelais zeigt den hohen Bauteilstandard des
Magnat MA 800 ebenso auf wie
die kanalgetrennt aufgebaute Röhrenvorstufe (mit selektierten und eingebrannten
Röhren), die mit 2 x ECC82 Doppeltrioden bestückt ist. Die Lautstärke-
und Balance-Regelung erfolgt über hochpräzise ALPS-Potentiometer. Der
diskret aufgebaute Endverstärker ist mit Sanken-Leistungstransistoren
bestückt. Das Netzteil hat kanalgetrennte Spannungsversorgungen und einen
großen Ringkerntrafo aufzubieten. Für den Standbybetrieb ist im Sinne
einer geringen Stromaufnahme ein separates Netzteil installiert (Standby-Stromverbrauch
1 Watt). Das Punktmatrixdisplay ist abschaltbar.
Daten:
-
Nennleistung: 20 Hz - 20 kHz, THD < 1.0%, 4 Ohm 2
x 110 W 20 Hz - 20 kHz, THD < 1.0%, 8 Ohm 2 x 75 W
Impulsleistung: 1 kHz, 4 Ohm 2 x 200 W
-
Frequenzgang
CD/Tuner/Aux/Line/Tape 5 Hz - 100 kHz (-3,0 dB) 20 Hz - 20 kHz (+/-0,1
dB)
Phono 20 Hz - 20 kHz (+/-0,3 dB)
-
Subsonic Filter: 16Hz, 18dB/Oct.
-
Geräuschspannungsabstand
-
CD/Tuner/Aux/Line/Tape 110dB
Phono MM 88dB
Phono MC 75dB
-
Eingangsempfindlichkeit
CD/Tuner/Aux/Line/Tape 400mV/100 kOhm
Phono MM 2mV/47 kOhm
Phono MC 0,3mV/470 Ohm
Netzspannung 230 VAC / 50 Hz
-
Leistungsaufnahme Maximal 250 W
Standby 1,0 W
-
Farbvarianten Silber, Schwarz
-
Abmessungen B x H x T Hauptgerät: 430mm x 125mm x 330mm
(380mm inkl. Bedienelemente und Anschlußklemmen)
Fernbedienung: 45mm x 190mm x 23mm
-
Gewicht 11,0 kg
-
Lieferumfang Magnat
MA 800 Verstärker, Fernbedienung incl. Batterie, Netzkabel Ausführliche
Bedienungsanleitung
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet. Eine
Ausstattung für den Klang-Puristen und eine enorm hochwertige Bauteilselektion.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.
Bedienung

Lautstärkedrehregler und Regler für die Eingangswahl

Im 4 Stufen dimmbares Display

Übersichtliche Fernbedienung
Mittels der Fernbedienung lässt sich der Magnat
MA 800 sehr einfach bedienen. Befehle werden schnell umgesetzt, dank
des tadellosen Tastendruckpunktes der gummierten Tasten macht das Handling
richtig Freude. Die Umschaltung der Eingänge erfolgt ebenso komfortabel
wie das Dimmen des Displays (4 Stufen stehen zur Verfügung). Die beiden
Phono-Eingänge sind separat ansteuerbar. Gesamtnote Bedienung: Ausgezeichnet.
Klang
Jean-Michel Jarre, CD "Jarre in China": Bei dieser CD setzt sich
der Magnat MA800 ausgezeichnet
in Szene. In Anbetracht der Tatsache, dass Röhren in der Vorstufe verbaut
sind - diese stehen im Ruf, einen angenehmen, warmen Sound zu erzeugen,
der aber im Hochtonbereich nicht allzu viel Brillanz bietet - ist die
Strahlkraft und das Auflösungsvermögen im Hochtonbereich tadellos. Fein
dosiert, samtig und lebendig breitet sich der Sound im Hörraum aus. Bei
"Oxygene 4" entsteht ein räumlich dichtes Klangbild, das zwar bezüglich
der Grobdynamik nicht auf sensationellem Level agiert, dafür aber mit
fließenden Übergängen zwischen den einzelnen Frequenzbereichen punkten
kann. Der Zuhörer fühlt sich, obwohl der Magnat
MA 800 nur ein Zweikanalverstärker ist, bildlich gesprochen vom Klang
umhüllt. Die Raumwirkung ist selbst bei kleinen Effekten höchst beachtlich.
Der ruhige Anfang von Equinoxe 8 mit dem Leierkasten-Sound und dem prasselnden
Regen im Hintergrund beweist, wie gut der Magnat
MA800 klangliche Ebenen voneinander trennen kann. Die Beifallsbekundungen
des Publikums und die darauf folgende Effekteinlage kommen aus räumlicher
Perspektive ebenfalls tadellos zur Geltung. Mit Feingefühl werden Effektgebilde
aufgebaut, vom Lautsprecher gelöst und frei im Hörraum platziert. Effekte
werden von Anfang bis Ende durchmodelliert, feines Abklingen oder Nebengeräusche
in der Aufbauphase werden sehr gut erfasst. Somit lässt sich zusammenfassend
sagen, dass die feindynamischen Talente des Magnat
MA 800 ausgesprochen ausgeprägt sind.
Paul Potts, CD "One Chance": Bei "Nessun Dorma" machen sich die
verbauten Röhren akustisch bemerkbar. Die Stimme von Paul Potts erhält
einen leicht warmen Touch, der zwar dem akustischen Analytiker nicht unbedingt
gefallen wird - dafür aber erscheint die Tonalität enorm angenehm und
seidig. Höhere Pegel zu hören ist dank dieser Auslegung kein Problem,
vielmehr macht es enormen Spaß - die Stimme bleibt auch bei größeren Lautstärken
stabil und seidig in ihrer vokalen Charakteristik. Messerscharfe Brillanz
sucht man vergeblich - hier sollte man sich einen Transistorverstärker
besorgen. Die gebotene Bühne ist bezüglich Weite und Tiefe ausgezeichnet,
vor allem die Tiefenstaffelung gefällt. Fließend, nahtlos gestaltet sich
die Integration der orchestralen Elemente. Obwohl die Stimme von Potts
klar platziert ist und auch die Instrumente sehr gut von der Stimme getrennt
werden, ist das Gesamtergebnis homogen und stimmig. Auch bei "Time to
say Goodbye" setzten sich diese Eindrücke fort. Mit warmem Einschlag und
viel Volumen im Bassbereich wendet sich der Magnat
MA800 klar an den Klang-Genießer, der üppige akustische Formen liebt.
Minimalistisch angehauchte Hörer-Typen werden sich dagegen eine andere
Art von Verstärker wünschen: Mit weniger Volumen, schnellerem Antritt
und höherer tonaler Neutralität.
James Bond, CD "Best of Bond": Der sensible, leicht warme
und feinsinnige Sound macht auch bei der Wiedergabe der Titelsongs aus
verschiedenen James Bond-Filmen viel Freude. So bei "Nobody does it better"
aus "Der Spion, der mich liebte". Der vielschichtige, aber relativ langsame
Titel wird mit sehr guter Raumwirkung und einer tadellosen Loslösung der
Stimme vom Lautsprecher zur Geltung gebracht. Der Bass ist trotz des Volumens
nicht unpräzise und schwammig. Klar kann nicht die Schnelligkeit und Dynamik
eines sauber aufgebauten Verstärkers mit Transistorvorstufe erwartet werden
- aber die ordentliche Präzision verbunden mit dem intensiv erlebten Volumen
hat auch seinen Reiz. Die Stimme klingt weich, angenehm und zeigt trotzdem
Kontur, so dass auch hier mit höherem Pegel gern gehört wird. Die Bläser
klingen harmonisch und nicht zu schneidend. Die Pegelfestigkeit des Verstärkers
ist gut, aber auch nicht mehr - für Hörer, denen enorme Lautstärken über
alles geht, hält der Markt Alternativen bereit. Ob diese aber so homogen
und raumfüllend klingen, darf angezweifelt werden. Bei "A View to a Kill"
wirkt das akustische Ergebnis nachdrücklich, kraftvoll und fundiert. Die
Stimme des Sängers fängt nicht an, zu verzerren, wenn man sich bezüglich
der Lautstärke Bereichen oberhalb der Zimmerlautstärke nähert. Sehr gut
gefiel uns der Verstärker mit Röhrenvorstufe auch bei "All Time High"
(aus Octopussy, gesungen von Rita Coolidge) - die Emotionalität des Songs
bringt der Magnat MA 800 sehr
gut zum Ausdruck. Ein ganzheitliches, intensives Hörerlebnis wird geboten
- zum Zuhören und zum Genießen. Der Magnat-Verstärker Magnat
MA800 greift zwar, das muss man klar sagen, interpretatorisch ein,
das werden die Liebhaber eines vollen, sich mit hoher Dichte im Raum verteilenden
Klangs aber gern in Kauf nehmen. Beim A-HA Klassiker "The Living Daylights"
wird eine solide Dynamik geboten, die keine Bäume ausreißt, aber für ein
Gerät mit Röhrenvorstufe auch wahrhaftig nicht schlecht ist. Die sehr
guten Übergänge innerhalb des Frequenzspektrums sowie die angenehme Stimmwiedergabe
sprechen auch bei diesem Song für den Magnat
MA 800.
Durch den samtigen, leicht warmen Hochtonbereich kann der
Verstärker sehr gut mit Boxen kombiniert werden, die einiges an Strahlkraft
im Hochtonbereich mitbringen oder annähernd neutral ausgelegt sind. Prima
klappt das Zusammenspiel mit der Magnat Quantum 1005, die viel Brillanz
im Hochtonbereich offeriert, was zusammen mit dem Magnat
MA 800 für ein gleichermaßen strahlendes wie angenehmes Klangbild
sorgt. Der präzise Bass der Box sorgt für eine gute Kontrolle des tieffrequenten
Geschehens. Als kleine, kostengünstige Alternative - wenn man nach dem
Kauf des Verstärkers nicht mehr so viel Geld zur Verfügung hat - weiß
sich die Nubert nuLine 82 in Szene setzen. Ihre tatkräftige, schnelle
Art hilft, die leichte Trägheit des Magnat
MA800 gut zu kompensieren. Zudem ist sie akustisch lebendig und tonal
neutral ausgelegt.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet -
hervorragend.
Fazit

Magnat setzt sich auf dem konventionell
orientierten Stereo-Markt mit edlen, technisch auf hochwertigem Fundament
konstruierten Komponenten sehr gut in Szene - dies untermauert auch der
Magnat MA 800. Mit seidigem,
kräftigen Sound macht er keinen Hehl aus seiner Röhrenvorstufe. Er wendet
sich klar an den akustischen Genießer, der ein zeitlos schönes Gerät sucht,
das mit üppiger, gleichzeitig aber sensibler Ausschmückung Musik zum Ausdruck
bringen kann. Enorm pegelfest ist der Magnat
MA 800 nicht, dafür aber spielt er mit enormer räumlicher Dichte und
emotionaler Intensivität.
Magnat präsentiert mit dem Magnat
MA800 ein edles Stück Technik mit seidigem Klang und hervorragender
Räumlichkeit

Stereoverstärker Obere Mittelklasse
Test 07. April 2009
Preis-/Leistungsverhältnis          
+ Angenehmer und harmonischer Klang
+ Seidiger Hochtonbereich
+ Extrem gute Räumlichkeit
+ Sehr guter Bühnenaufbau
+ Hervorragendes Finish
- Nur durchschnittliche Pegelfestigkeit
Test: Carsten Rampacher, AREADVD
Datum: 07. April 2009
Verantwortlich für den Inhalt: Detlev
Schnick, © Copyright 2009 HIFI-REGLER, AREADVD
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