Test: AV-Receiver Marantz SR-6003
Autor: Lars Mette, AREADVD - update:
16.Februar 2009
Mit dem Marantz SR6003 möchte
sich der japanische Hersteller einen großes Stück vom Kuchen der 1.000,00
Euro AV-Receiver Klasse abschneiden.
Damit die Zielsetzung auch von Erfolg gekrönt ist, bringt der Traditionshersteller
seinen Zögling mit einer Komplettausstattung an den Start: neben einer
HDMI1.3a Bestückung mit Decodern für Dolby
TrueHD und DTS-HD,
verfügt der Marantz SR-6003
über eine hochwertige Videosektion sowie viele weitere Goodies wie zB.
die Audyssey Multi-EQ Einmessung, ein grafisches Userinterface oder die
USB-Schnittstelle. Selbstverständlich kann man mittlerweile alleine durch
praktische Features keinen Blumentopf mehr gewinnen, so dass Marantz
dem SR-6003 auch in Bezug auf seine akustische Eigenschaften
eine sorgfältige Entwicklung angedeihen ließ. Wir haben den für ca.
1.000,00 Euro erhältlichen AV-Receiver
genauer inspiziert, um ihn mit dem aktuellen Platzhirschen (allen voran
dem Denon AVR-2809) zu vergleichen.

Die wichtigsten Ausstattungsmerkmale in der Zusammenfassung:
- 7x 100 Watt Leistung (an 8Ohm)
- Decoder für Dolby TrueHD, DTS-HD sowie die niedrigeren Derivate
- Videoskalierung + De-Interlacing für analoge Quellen bis 1080p
- HDMI1.3 3x Eingang / 2x Ausgang
- USB Eingang + MDAX Schaltung zur Verbesserung komprimierter Audiofiles
- Raumeinmessung via Audyssey MultiEQ
- grafische Benutzeroberfläche
Verarbeitung und Design:
Im Gegensatz zu den vorherigen Gerätegenerationen wirkt die aktuelle
Serie weniger kantig und besitzt fließendere Formen. Durch die aufgeräumte
Front entstehend eine massiv wirkende Optik, die ein wenig Bolidenflair
vermittelt. Mit Ausnahme des Einschaltknopfes und diverser Beschriftungen/Logos
glänzt der Marantz SR-6003 mit
einer symmetrischen Anordnung der Bedienelemente. Die beiden Drehregler
übernehmen jeweils die Quellenwahl sowie Pegelstellung und weisen eine
klassenübliche Usability auf. Der Lauf könnte etwas präziser ausgeführt
sein, die Anfassqualität der aluminiumbeschichteten Bedienelemente geht
jedoch in Ordnung. Etwas schade finden wir, dass die blauen LEDs überhalb
der Regler dem Modellwechsel zum Opfer gefallen sind, die beim Marantz
SR6001 noch für eine optische Auflockerung gesorgt haben.

Beim Blick auf die Seite erspähen wie die
übliche Gehäuseverschraubung in dieser Preisklasse.
Massive Seitenverkleidungen aus Aluminium ohne sichtbare
Verschraubungen behält sich Marantz (wie auch die anderen
Hersteller) für hochwertigere Geräte auf. Das verwendete
Blech ist ähnlich dünnwandig wie bei vergleichbaren
Geräten von Denon, Yamaha und Co. Bei den Passungen der
verschiedenen Chassiselemente gibt es keinen Anlass zur Klage, die
Spaltmaße fallen sehr gleichmäßig aus.

Hinsichtlich der Materialqualität findet sich
gleichermaßen Licht und Schatten: während rings um Display
und Frontklappe eine hochwertige gebürste Aluminiumfront das
Gerät ziert, ziehen die seitlich angebrachten Kunststoffelemente
das haptische Niveau etwas nach unten. Fairerweise muss man aber an
dieser Stelle erwähnen, dass eine geschwunge Frontverkleidung aus
2mm dickem Alumiumprofil in dieser Preisklasse ohnehin unüblich
wäre. Außerdem ist der Materialmix in optischer Hinsicht nur
bei genauem Blick zu erkennen. Laut Marantz besitzen die eigensetzten
Kunststoffelemente eine störungsabsorbierende Funktion und kommen
bei den Kunden sehr positiv an.

Die Abdeckplatte des Bedienpanels besitzt eine Aluminiumschicht
und fügt sich deswegen nahtlos in die Gesamtoptik ein. Hinsichtlich der
mechanischen Integration überzeugt die Konstruktion. Die Klappe gleitet
zwar nicht ganz so stark bedämpft wie zB. bei einem Yamaha
RX-V1900 herunter, weist aber eine zufriedenstellende Passgenauigkeit
und Solidität auf.
 Im untersten Stockwerk
lässt sich Marantz nicht lumpen und spendiert dem Marantz
SR-6003 optisch ansprechende Standfüsse aus Kunststoff mit Alumiumbeschichtung.
Wem das schwarze Kleid des Marantz
SR-6003 nicht gefällt, kann sich den Marantz-Receiver übrigens auch
in einer silbernen Ausführung (mit goldfarbener Nuancierung) bestellen.  Das integrierte Gerätedisplay
gehört zu den besseren seiner Art: es informiert in zweizeiliger
Schrift über gewählte Quelle/Surroundmodus, sowie Lautstärke. Erfreulich
ist die Tatsache, dass die Schriftgröße recht groß ausfällt, was
die Ablesbarkeit auch aus größeren Entfernungen erleichert. Zusätzlich
beinhaltet das Display noch einige kleine Piktogramme bzw. Symbole,
um diverse Betriebszustände zu visualisieren. Eine stufenweise Dimmfunktion
besitzt der Marantz SR6003
zwar nicht, aber immerhin lässt sich das Display komplett deaktivieren
(es blendet sich dann lediglich bei Statusänderungen kurz ein).

Die Anschlussbuchsen sind solide ausgeführt und erweisen sich als zweckmäßig
und robust. Die Rückwand verbiegt sich auch beim kräftigen Einstecken
von Kabeln nicht. Bei den Lautsprecherterminals sind Menschen mit großen
Fingern aufgrund der engen Positionierung etwas im Nachteil, aber ansonsten
gehen auch diese Schnittstellen in Ordnung. Speziell bei Verwendung von
Lautsprecherkabeln jenseits des 2,5mm² Kabeldurchmessers empfiehlt sich
der Einsatz von Bananensteckern, welche im Marantz
SR6003 sicheren Halt finden.
Technischer Aufbau und Features:
In Bezug auf seinen Grundaufbau orientiert sich der Marantz
SR-6003 am Standardlayout in dieser Preisklasse. Die Netzteilsektion
beansprucht die linke Flanke des Gerätes, während die Endstufen in einen
zentral angebrachten Kühlkörper (quer hinter dem Frontpanel) münden. Die
Signalelektronik teilt sich auf mehrere Ebenen auf und nimmt die hinteren
Bereiche des Gerätes ein. Die Steuersignale für Teile der Displayelektronik
werden mit Hilfe eines kleinen Platinenstegs über den Kühlkörper transportiert,
was uns nicht ideal erscheint.

Die Netzteilsektion des Marantz SR6003
basiert auf einem EI-Stromtransformator mit großen Entbrummkondensatoren.
Auffallend ist in diesem Zusammenhang, dass die intern verlegten Stromkabel
einerseits mustergültig sauber miteinander verdrillt sind, andererseits
aber keinen sonderlich massiven Eindruck hinterlassen und kaum von den
Signalkabeln zu unterscheiden sind. Die Leistungsaufnahme wird mit max.
600 Watt angegeben, womit der Marantz
SR-6003 laut offizieller Angabe 100 Watt/8 Ohm Sinusleistung
über seine 7 Endstufen ausgibt.

Aus dieser Perspektive kann man den 3-lagigen Aufbau sehr schön erkennen.
Durch die große Anzahl einzelner Platinen wirkt der Marantz
SR-6003 etwas unaufgeräumter als manche seiner Kollegen. Im obersten
Stockwerk thront die Videoverarbeitung mitsamt der HDMI-Sektion. Die digitale
Audiosignalverarbeitung inkl. Processing und D/A Wandlung (192 kHz/24-Bit
für jeden Kanal) ist auf der mittleren Platine beheimatet, während
im Keller des Marantz SR6003
hauptsächlich analoge Audioschaltkreise vorzufinden sind. Die zahlreich
vorzufindenden Flachbandkabel realisieren kurze Verbindungswege und verdeutlichen
in Kombination mit der stark aufgegliederten Platinenstruktur, die großen
Bemühungen von Marantz nach optimalen Arbeitsbedingungen sämtlicher Baugruppen.

Hinter der Frontklappe findet sich (fast) alles, was sich das Heimkinoherz
wünschen kann: neben analogen Audio- und Videoeingängen, offeriert der
Marantz SR-6003 auch einen optischen
Digitaleingang sowie eine USB Schnittstelle, über die man den Receiver
problemlos und schnell mit Musik (MP3, WAV, WMA und AAC) füttern kann.
Zusätzlich stehen noch Direktzugriffstasten für die Quellenwahl und
ein Navigationskreuz zur Verfügung. Auch Kopfhörer und Messmikrofon werden
hinter der Frontklappe entgegengenommen. Insgesamt eine sehr gute Lösung,
weil der Marantz SR6003 auf
diese Weise trotz seiner aufgeräumten Optik viele Funktionen bietet. Trotzdem
gibt es noch Raum für Verbesserungen: so wäre ein Front HDMI Eingang genauso
wünschenswert, wie eine coaxiale Digitalschnittstelle. Unerreicht ist
nach wie vor die Lösung von Harman-Kardon, wo die vergleichbaren Receiver
eine Umschaltmöglichkeit zwischen Ein- und Ausgabe bei den Frontschnittstellen
anbieten.

Der Blick auf die Anschlussektion bringt keine Überraschungen zu Tage:
der Marantz SR-6003 besitzt
eine preisklassenübliche Schnittstellenvielfalt, inklusive Pre-Out Buchsen.
Ungewöhnlich ist hingegen die HDMI Bestückung, wo das Gerät lediglich
drei Eingänge aufweist, dafür aber gleich zwei Ausgänge besitzt. Details
zur Steuerung der beiden HDMI Outputs finden Sie im weiteren Verlauf dieser
Rubrik. Sämtliche Digitaleingänge (inkl. HDMI) sowie die Component-Videoeingänge
lassen sich den Quellen frei zuweisen. Der analoge Mehrkanaleingang ist
für 7.1 ausgelegt und besitzt eine eigene Einpegelungskonfiguration. DSPs,
Delay oder Equalizereinstellung sind bei diesem Eingang nicht aktivierbar.
Die nicht vorhandenen Netzwerk- oder iPod Schnittstellen wird durch die
USB Buchse wieder ausgeglichen. Wie auf dem Bild zu erkennen ist,
besitzt der Marantz SR6003 insgesamt
9 Paar Lautsprecherbuchsen, die im Standardlayout für eine 7.1 Konfiguration
mit Front A/B Schaltung vorgesehen sind. Die Umschaltung zwischen den
beiden Lautsprecherpaaren erfolgt via Fernbedienung. Wer nur ein 5.1 Setup
betreibt, kann die brachliegenden beiden Endstufen wahlweise für den Zone2-Ausgang
oder zum Bi-Amping der Frontlautsprecher nutzen. Die hierfür notwendige
Konfiguration gestaltet sich jedoch etwas kompliziert, da die Zuordnung
jener Endstufen für die Zone2 über das GUI erfolgt, während der Bi-Amping
Modus mit Hilfe eines kleinen Schalters auf der Geräterückseite aktiviert
wird.
Übersicht der Schnittstellen:
| Audio digital |
2x coaxialer Eingang
4x optischer Eingang / 1x optischer Ausgang |
| Audio analog |
7x Stereo analog Eingang / 3x Ausgang
1x 7.1 Channel analog Eingang
1x Stereo Pre-Out für Zone 2
1x 7.1 Channel analog Ausgang als Pre-Out |
| Video digital |
3x HDMI 1.3a Eingang / 2x HDMI 1.3a Ausgang |
| Video analog |
5x FBAS Eingang / 2x Ausgang
4x SVideo Eingang / 2x Ausgang
3x Component Eingang / 2x Ausgang |
| sonstige |
RS232, Antenne, DC-Trigger, Remote in/Out |

An Decodern fährt der Marantz SR-6003
alles auf, was Rang und Namen hat. Dabei werden auch sämtliche aktuellen
HD-Tonformate von Dolby sowie DTS (Auflistung siehe weiter unten) unterstützt.
Die integrierten DSP-Programme umfassen nicht nur Dolby Prologic2x sowie
DTS:Neo6, sondern ebenfalls das Marantz-eigene Circle Surround II. In
Bezug auf sonstige DSP-Programme gibt sich der Receiver spartanisch
und verzichtet auf Simulationsprogramme diverser Lokalitäten wie Kirchen
oder Nachtclubs. Zur Verbesserung der MP3 Wiedergabe verfügt das Gerät
über eine Funktion mit der Bezeichnung M-Dax. Der Marantz Dynamic Audio
Expander soll dazu dienen, die klanglichen Einbußen bei komprimierten
Audiofiles zu kompensieren. M-Dax lässt sich bei der Wiedergabe entsprechender
Medien in drei Stufen (Off, Low und High) justieren. Bei unseren Tests
stellte sich die mittlere Stufe als beste Variante heraus, da sie einen
guten Mittelweg zwischen dynamischer Nachwürzung sowie natürlicher Musikwiedergabe
bietet. Für die räumliche Wiedergabe ohne Surroundlautsprecher beinhaltet
der SR6003 zusätzlich die Neural THX sowie Dolby Virtual Speaker Technologie.
Die DSP Modi des Marantz SR-6003
in der Übersicht
| Dolby |
Dolby Digital 2.0, 5.1 inkl. EX
Dolby True HD , Dolby Digital Plus
Dolby ProLogicIIx Cinema und Musik, voll konfigurierbar
auf sämtliche Tonformate lässt sich PL2x zur Generierung der Surroundback anwenden |
| DTS |
DTS 5.1, 24/96, DTS-ES 6.1 Matrix/Discrete
DTS Neo:6 Movie und Musik, voll konfigurierbar
DTS-HD High Resolution, DTS-HD Master Audio
auf sämtliche Tonformate lässt sich PL2x zur Generierung der Surroundback anwenden |
| sonstige |
Stereo (inkl. Downconverting von Mehrkanalquellen)
Pure-Audio (Abschaltung sämtlicher nicht Stereo-relavanten Schaltkreise)
Circle SurroundII
Dolby Virtual Speaker
Neural THX
M-Dax
PCM über HDMI, ohne nachträgliche Anwendung von PL2x |

Bei AV-Receivern der 1.000,00 Euro Klasse
gehört eine leistungsfähige Raumanpassung mittlerweile zum guten Ton.
Marantz vertraut hierfür (wie auch Denon
und Onkyo) auf das Einmessverfahren MultEQ von Audyysey. Beim
Marantz SR6003 kommt eine Version
zum Einsatz, welche bis zu 6 Positionen im Hörraum einmisst bzw. optimiert.
Auf die Funktionserweiterungen DynamicEQ+Volume hat man im Hause Marantz
verzichtet. Audyssey MultEQ arbeitet mit mit FIR (Finite Impulse
Response)-Filtertechnik und Advanced Low Frequency Correction (ALFC),
um eine exakte Anpassung an den Hörraum und die dortigen Gegebenheiten
zu ermöglichen. Es stehen verschiedene auswählbare Kurven zur Verfügung:
Die Audyssey MultEQ Referenzkurve und ihre Ableger Audyssey Flat
(flach über den gesamten Frequenzgang) und Audyssey Bypass Front (Referenzkurve
ohne Korrektur der Front L/R-Lautsprecher). Zusätzlich bringt der Marantz
SR-6003 auch einen manuell einstellbaren grafischen Equalizer
mit. Leider lassen sich die, von Audyssey errechneten EQ-Settings nicht
in den manuellen EQ hineinkopieren, um ihn noch etwas an den Hörgeschmack
anzupassen. Glücklicherweise stellt das aber kein Beinbruch dar, denn
bei unseren Test-Reihen erwiesen sich die ermittelten Frequenzgänge stets
als korrekt. Im Detail bevorzugte das Einmessverfahren eine höhere Trennung
zwischen Satelliten und Subwoofer, stellte aber dennoch flüssige
Übergänge her. Lediglich die Einpegelung des Subwoofers musste in einigen
Fällen manuell wieder etwas angehoben werden, um ein adäquates Bassfundament
zu bekommen. Zur besseren Einordnung des Klangcharakters beziehen sich
unsere Höreindrücke im weiteren Verlauf dieses Test-Berichts auf die Wiedergabe
ohne Einflüsse von Equalizern. Letztendlich sind dessen spezifischen Eingriffe
sehr stark vom Raum, der Aufstellung, sowie den Lautsprechern abhängig.
 Als Videozentrale werkelt
im Marantz SR6003 der IP00C773
von "i-Chips", einem spezialisiertem Anbieter für Bildverarbeitung und
Visualierung. Dieser Chip beherrscht Up-Conversion analoger Quellen
auf HDMI und bietet bietet auch zugleich ein Upscaling (bis zu1080p)
sowie ein bewegungsadaptives Deinterlacing an. Die Rechenoperationen
erfolgen mit einer Auflösung von 10 Bit und sind auf alle in Frage kommenden
analogen Eingangssignale (576i/p, 720p, 1080i) anwendbar. Großes Augenmerk
lag den Entwicklern auf eine überzeugende Bildqualität, damit dieses
Feature einen echten Mehrwert für Besitzer von analogen Videoquellen
bietet. Im Vergleich zu den aktuellen Produkten von Onkyo und Harman/Kardon
bietet der Marantz SR-6003
jedoch keine weitergehenden Justagemöglichkeiten der Bildattribute.
HDMI Videosignale schleift das Gerät unbearbeitet durch, was sich in
einer fehlerfreien/unkomplizierten Alltagsnutzung äußerte. Auch mit
24p Signalen war der Marantz SR-6003
nicht aus der Ruhe zu bringen. Details zur Konfiguration der beiden
HDMI Ausgänge finden Sie in der nächsten Rubrik.
Die wichtigsten technischen Daten in der Zusammenfassung:
| Modell |
Marantz SR-6003 |
| Aufbau |
7.1 AV-Receiver
7 Endstufen á 100 Watt
Leistungsaufnahme max 600 Watt |
| Audio-Features |
Audyssey Raumeinmessung für bis zu 6 Sitzplätze
Dekodierung sämtlicher aktuellen Tonformate gemäß HDMI1.3a
2. Zone, Stereo wahlweise per SB-Endstufe oder Pre-Out
3. Zone, Stereo über Digitalausgang |
| Video-Features |
analoge Quellen -> i/p Wandung+Scaling bis 1080p
HDMI Quellen -> unbearbeitete Weiterleitung
2 HDMI Ausgänge, schaltbar |
| Besonderheiten |
grafisches Userinterface (GUI)
USB Frontschnittstelle zur Audiowiedergabe komprimierter Dateien |
| Abmessungen |
44,0 x 16,5 x 38,8cm (B,H,T) |
| Gewicht |
13,2 Kilogramm |
Bedienung und Einstelloptionen

Laut Marantz (Quelle: Website) wird die
Einrichtung des Marantz SR 6003
mit der beigelegten LCD-Fernbedienung nicht nur ein einfaches, sondern
zugleich auch freudiges Erlebnis. Und wir müssen zugeben: was sich
zunächst nach typischer Hersteller-Schönfärberei anhört, entpuppt sich
in der Praxis erfreulicherweise als absolut zutreffend. Der Controller
verströmt durch seine konventionelle Machart aber nicht unbedingt einen
sonderlich exklusiven Flair auf dem Couchtisch. Durch seine gute haptische
Materialanmutung und die praktische Belegung, stellt sich jedoch
eine tadellose Alltagstauglichkeit ein, von der speziell die aktuellen
Denon-Controller nur träumen können. Dank der integrierten Lernfunktion
dirigiert die Fernbedienung bis zu 6 weitere Geräte innerhalb der Heimkinoanlage.
Damit Sie beim abendlichen Filmgenuss auch immer den perfekten Überblick
haben, lässt sich der Controller per Knopfdruck komplett hinterleuchten.
 Das Graphical User Interface verdient
zwar streng genommen seinen Namen nicht unbedingt (schließlich ist von
Grafiken recht wenig zu sehen), wirkt aber sehr aufgeräumt und gut strukturiert.
Sämtliche Optionen sind im Hauptmenü sinnvoll untergliedert, so dass
man ohne Umschweife zu den gewünschten Parametern gelangt. Im Vergleich
zu den Vergängergenerationen ist Marantz hier
ein großer Schritt gelungen. Wir möchten Ihnen nachfolgend die wichtigsten
Funktionen vorstellen, damit Sie einen Eindruck der Bedienungsfreundlichkeit
erhalten.
 Der erste Menüpunkt befasst sich
mit quellenbezogenen Parametern. Hier erfolgt die Zuordnung von
digitalen Audioeingängen sowie der HDMI- und Component
Videoschnittstellen (Function Input Setup). Der nächste
Menüpunkt legt die Parameter für den analogen 7.1 Eingang
hinsichtlich Einpegelung und Videoquelle fest. Außerdem ist eine
Umbennung der Eingänge möglich (bis zu 10 Zeichen). Was wir
vermissen, ist eine quellenspezifische Möglichkeit zur
Konfiguration der Kanalpegel, sowie unterschiedliche LipSync
Settings.
 Unter "Speaker Setup"
befindet sich der Zugang zur automatischen Einmessung, sowie der manuellen
Konfiguration. Wie auf obiger Abbildung zu erkennen ist, bietet der
Marantz SR 6003 über das manuelle
Setup lediglich eine zentrale Trennfrequenz für die auf "small" definierten
Lautsprecher. Als Übernahmefrequenzen stehen 60, 80, 100, 120, 140,
160 und 180 Hertz zur Auswahl, die Entfernung wird in 3cm Schritten
gemessen und erlaubt unterschiedliche Werte für die beiden Frontkanäle.
Die Option "Bass Mix" betrifft lediglich die Stereo Wiedergabe und legt
fest, ob der Subwoofer bei Fullrange Lautsprecher mitlaufen soll.
 Im Surround Setup werden
hauptsächlich die DSP-Modi parametrisiert. Zur Auswahl stehen die
üblichen Justagen für ProLogicIIx Musik und Neo:6. Das
hauseigene Circle SurroundII erlaubt eine Anpassung hinsichtlich
Bassintensität (Trubass) und Sprachwiedergabe (SRS Dialog). Auch
die zweite Marantz-spezifische Wiedergabenorm lässt sich in diesem
Menü konfigurieren, indem der zuvor bereits vorgestellte M-Dax
(Marantz Dynamic Audio Expander) drei verschiedene Stufen zur
Arbeitsweise bereithält. Außerdem noch erreichbar über
"Surround Setup": die Einpegelung der Kanäle (Channel / LFE Level)
sowie die Aktivierung der Hochtonabsenkung (HT-EQ).
 Wenig überraschend, befasst
sich der Menüpunkt "Video Setup" mit sämtlichen visuellen Aspekten des
Marantz SR6003. Wie Sie sehen,
umfassen die Optionen lediglich die Grundfunktionen und erlauben keine
fortgeschrittenen Operationen wie zB. Schärfe- oder Helligkeitsregler.
Ebenfalls zu bemängeln ist der Umstand, dass man den Video Converter
sowie De-Interlacing lediglich global ein-/ausschalten kann und nicht
quellenspezifisch. Lob verdient sich Marantz
hingegen für die einfache Steuerung des aktiven HDMI Ausgangs, bei dem
man jeweils eine unterschiedliche Ausgangsauflösung hinterlegen kann.
 Unter "Preference" versammeln sich
sämtliche Einstellungen, welche die Gesamtheit des Gerätes
betreffen. In diesem Menüpunkt erfolgt nicht nur die Konfiguration der
zusätzlichen Zonen, sondern auch die Nutzung der
Surroundback-Endstufen, sowie den Umgang mit den HDMI Daten (HDMI
Audio/HDMI LipSync). Die manuelle Justage der LipSync Einstellung ist
übrigens nicht über das GUI zu finden, sondern wird direkt
über die Fernbedienung vorgenommen.
 Der letzte Menüpunkt führt
zu den Equalizer-Settings, wo man sich die ermittelten Audyssey-Ergebnisse
kanalweise betrachten kann und außerdem auch noch eine eigene Speicherbank
zum Anlegen einer eigenen Konfiguration bekommt. Mit dem oben abgebildeten
grafischen 9-Band Equalizer erlaubt das Gerät eine Modifkation über
einen Großteil des Frequenzbereiches. Leider steht diese Möglichkeit
nicht für den Subwoofer zur Verfügung, obwohl gerade hier eine eine
manuelle Anpassung des Frequenzgangs Sinn machen würde. Eigentlich auch
nicht weiter schlimm, denn schließlich wäre der Equalizer im unteren
Frequenzbereich sowieso zu grob gerastert gewesen (lediglich 63Hz und
125Hz), um eine exakte Abschwächung von Raummoden vorzunehmen.
Hier könnte die automatische Einmessung weiterhelfen, denn laut Hersteller
werden jene Dröhnfrequenzen von Audyssey entschärft. Das Problem
ist nur, dass die hierbei ermittelten Frequenzgangänderung mit demselben
9-Band Equalizer dargestellt werden, so dass man über die genauen Ergebnisse
im unteren Frequenzbereich leider nicht richtig informiert. Daher bleibt
dem Anwender nichts anderes übrig, als der Audyssey-Einmessung blind
zu vertrauen. In diesem Punkt müssen wir aber nicht nur den Marantz
SR6003 kritisieren, sondern auch alle anderen Hersteller darauf
hinweisen, dass der Informationsgehalt der automatischen Einmessungen
noch großes Verbesserungspotential aufweist. Ein Silberstreifen am Horizont
könnte der bald erscheinende Sherwood Newcastle R-972 darstellen. Nach
der Einmessung generiert das Gerät eine Datei mit sämtlichen Informationen,
welche der Anwender entweder per USB oder direkt über die Netzwerkschnittstelle
an den Hersteller senden kann, um eine Analyse mitsamt Konfigurationseinstellungen
zurückzubekommen. Diese Produktankündigung muss man zwar mit Vorsicht
genießen (schließlich wäre es nicht die erste Seifenblase aus dem Hause
Sherwood), doch es zeigt ganz klar, wohin der Weg gehen könnte, um dem
Anwender mehr Transparenz in die Eingriffe von Audyssey und Co. zu geben.
Test-Umgebung:

Aufgrund der neutral abgestimmten Spielweise setzen wir für diesen Test hauptsächlich
ein 5.1 Surroundsystem aus der Cantius Serie von ASW ein. Diese Wahl erwies
sich im Verlauf der Hörtests als harmonierende Zusammenstellung, weil
beide Komponenten hinsichtlich der Feinfühligkeit und Klangdetaillierung
eine ähnliche Ausrichtung verfolgen. Obwohl die Firma ASW nicht die Marktpräsenz
wie zB. Nubert oder Teufel verfügt, braucht sich die Cantius-Serie keineswegs
vor ihren Mitbewerbern verstecken. Speziell die hohe Homogenität innerhalb
der Klangkulisse erreicht ein außerordentliches Niveau für
HiFi-Lautsprecher. Sie liegt fast auf dem Level von identisch-bestückten
THX-Sets, während die Ohren mit einer besseren Auflösung und räumlicherer
Wiedergabe verwöhnt werden.

Als Silberscheibenleser fungiert ein Duett aus den beiden Denon Geräten
Denon DVD-2500BT sowie dem Denon
DVD-3930. Für optimale Wiedergabeeigenschaften haben wir die Geräte von
Cinemike modifizieren lassen, was sich akustisch vornehmlich durch gesteigerte
Basspräzison, Dynamik und Klangtransparenz bemerkbar macht. Das Tuning
zielt zwar normalerweise auf deutlich hochpreisigere Umgebungen, doch
andererseits können wir dem Marantz SR6003 dadurch sein maximales Entfaltungspotential
entlocken.

Für die Bildwiedergabe dient der Pioneer PDP-6090. Als FullHD Plasma-TV der
neunten Generation greift dieses Modell auf ausgeklügelte Technologien
zurück, um eine hervorragende Bildqualität zu gewährleisten. Damit wir
den SR6003 auch mit den beliebten Projektoren aus der Einstiegsklasse
testen können, haben wir unserem Sim2 C3X1080 eine kurze Auszeit gegönnt
und greifen stattdessen auf einen Mitsubishi HC6000 zurück.
Unsere hauptsächlich eingesetzte Hardware in der Übersicht:
| Lautsprecher |
5.1 Set ASW Cantius
Monitor Audio Platinum Set |
| Blu-Ray |
Denon DVD-2500BT Cinemike Edition (Test folgt) |
| DVD |
Denon DVD-3930 Cinemike Edition Stufe 3 |
| HDMI Kabel |
Thunderflash Peak Line
Silent Wire Referenz |
| Bildwiedergabegerät |
Pioneer PDP-6090
Mitsubishi HC6000 |
Praxiseindrücke:
Der Marantz SR-6003 bläst zum
Angriff auf die Herrschaft in der 1.000,00 Euro Zone. Sein Rüstzeug ist
auf dem aktuellen Stand der Technik, so dass wir der japanischen Offensive
mit Interesse entgegenblicken. Um sich zu beweisen schicken wir den tapferen
Mehrkanalkrieger gleich direkt an die Front: mit der Blu-Ray Version von
"Pearl Harbor" befindet sich der Marantz
SR6003 direkt im Kampfgetümmel und muss sich seinen Weg durch komplexe
Surroundarrangements bahnen:
Zunächst beginnen wir mit dem ersten Kapitel, wo Dany und sein Kumpel
Rave unfreiwillig eine kleine Spritztour mit einem Doppeldecker unternehmen
und dabei ihre Faszination an der Fliegerei entdecken. Der Marantz
SR-6003 gibt den startenden Propeller wuchtig sowie dynamisch wieder,
bleibt daber aber sets sehr kontrolliert und verströmt eine hohe Souveränität.
Seine beeindruckende Klangruhe beweist er wenig später, indem er die Geigen
beim einsetzenden Score mit hoher Strahlkraft und Feinauflösung wiedergibt,
während sich die Gesamtbalance zwischen der musikalische und effektbezogenen
Ebene sehr harmonisch erweist. Der Marantz
SR6003 besitzt damit eine Gabe, die man in der vorliegenden Preisklasse
in dieser Qualität ansonsten nur vom Denon
AVR-2809 kennt. Er ist nicht darauf getrimmt, spezielle klangliche
Schokoladenseiten in die Waagschale zu werfen, um andere Wiedergabeaspekte
zu kaschieren, sondern bietet eine rundum gelungene Abstimmung auf hohem
Niveau. Interessanterweise erinnert uns auch die Tonalität an den
Denon Receiver, denn beim Marantz
SR-6003 haben die Entwickler ebenfalls eine minimale Betonung im unteren
Mittenbereich vorgenommen und mit einer kernig-straffen Basswiedergabe,
sowie seidigen Hochtondarstellung kombiniert. Im Gegensatz zu manch früherem
Marantz-Receiver erfolgt die Klangfärbung lediglich in einem sehr dezentem
Maße, so dass das Quellmaterial nicht auf brutalisierende Weise entfremdet
wird. Stattdessen erfolgt lediglich eine gekonnte Betonung, bereits vorhandener
Klangdetails, was sich in einer natürlichen und zugleich nachdrücklich/intensiven
Spielweise wiederspiegelt. Ein Schlüsselfaktor für eine emtional-berührende
Wiedergabe stellen bei unserem Filmbeispiel speziell die Kategorien Grobdynamik,
Bassdruck und Surroundabbildung dar, womit sich der Test-Proband ganz
besonders in Kapitel 21 beweisen kann:
Beim Luftangriff auf den Marinestützpunkt sorgt der japanische Mehrkanaljongleur
schon bei den ersten einfliegenden Zeros für einen großzügigen Raumeindruck.
Der hierbei eintretende Übergang zwischen hinteren und vorderen Lautsprechern
erfolgt flüssig und ohne wechselnde Klangfarben. An dieser Stelle sind
schon manche Mitbewerber aus der AV-Receiver
Einstiegs- und Mittelklasse gescheitert, indem mit guten Lautsprecher
nicht verheimlicht werden konnte, dass die Surroundkanäle mit einer differierenden Signalansteuerung
bestückt sind. Die Folge aus solch einer Konfiguration sind abweichende
Klangeinfärbungen bei bewegenden Objekten zwischen Front- und Rearachse.
Der Marantz SR-6003 meistert
diese Hürde jedenfalls mit Bravour: die Flugzeuggeräusche werden an sämtliche
Kanäle mit dem gleichen hohen Maß an Klangdetaillierung und tonaler Integrität
ausgegeben. Sehr gut gelingt dem Test-Gerät ebenfalls die Umsetzung der
druckvollen Explosionen, welche mit einer impulsiven Dynamik das Trommelfell
verwöhnen. Für die angestammte Preisklasse erweist sich das Niveau an
Bassdruck sowie Kontrolle als vorzüglich und generiert eine Akustik, die
sogar einer höheren Preisklasse noch würdig wäre. Ein Extralob verdient
sich der Marantz SR-6003 für
die permanent hohe Souveränität, die sich das Gerät selbst inmitten von
MG-Gefechten und komplexen Effektsequenzen aufrechterhält. Sicherlich
wird hier nicht ganz die dynamische Differenzierung, oder Detaillierungstiefe (deutlich
teurer) AV-Receiver Flaggschiffe erreicht, doch in Relation zur beheimateten
Preisklasse agiert der Marantz Receiver mit erstaunlichen Durchsichtigkeit
und Informationsreichtum.
Der Marantz SR 6003 besitzt genug
Potential, um selbst friedfertige Nachbarn auf die Palme zu treiben. Obwohl
manche Konkurrenzprodukte mit massiveren Kühlkörpern glänzen können, so
kann sich der Marantz SR-6003 inmitten
der performancestarken Mittelklasse gut behaupten. Der Marantz
SR-6003 macht auch lange Partynächte mit hohen Pegeln klaglos mit,
ohne in störendem Maße einzubrechen. Dabei ist zwar eine starke Erwärmung
zu beobachten, doch eine Verbrennungsgefahr beim Anfassen des Geäuses,
wie bei anderen Geräten, besteht glücklicherweise nicht. Mit wirkungsgradstarken
Lautsprecher hat das Gerät auch jenseits der 100db Schwelle noch genug
Power, um grobdynamische Abstufungen zu realisieren. Hinsichtlich gebotenem
Nachdruck bzw. Basshärte klingt der AV-Receiver erst bei Pegeln zunehmend
kraftlos, die im normalen Wohnzimmer ohnehin kaum jemand fahren kann.
Von größerer Bedeutung für die anvisierte Zielgruppe ist die positive
Tatsache, dass der SR6003 unter Belastung seine kultivierte, angenehme
Spielweise beibehält und nicht zu den Gerät gehört, die ihre Besitzer
mit einem aggresiv-stechendem Klangbild malträtiert. Auf diese Weise wird
auch der lautstarke Konsum von Konzert-DVDs nicht zu einer masochistischen
Hörerfahrung, sondern bietet eine erwachsene Performance im oberen Drittel
dieser Preisklasse. Wer nicht gerade eine Privatdisko betreibt und/oder
einen Hörraum mit mehr als 25m² beschallt, wird mit der gebotenen Pegelfestigkeit
mit allergrößer Wahrscheinlich locker auskommen.
So schön es auch ist, mit dem Marantz
SR-6003 das Heimkino zum Beben zu bringen, möchten wir natürlich auch
die etwas feineren Klangattribute auf Her(t)z und Nieren prüfen. Hierfür
haben wir die Komödie "Mitten ins Herz" aus dem Regal gezogen und die
HD-DVD Version über den Cinemike-getunten Toshiba HD-XE1 an den Marantz
SR-6003 weitergeben lassen. Wenn Hugh Grant und Drew Barrymoore ihre
Stimmbänder zu 80er Jahre Pop-Musik schwingen, steht jedem Wiedergabekanal
anspruchsvolle Arbeit bevor. Das rund 2 minütige Musikvideo zu Beginn
des Filmes gibt der Marantz Receiver mit straffer Bassumsetzung und guter
Grunddynamik wieder. Die Wiedergabe der hochtonlastigen Synthesizereffekte
wird nicht von maximaler Herausarbeitung/Isolierung geprägt - stattdessen
verfolgt der SR6003 eine Klangauslegung mit Schwerpunkt auf gesamtheitlicher
Harmonie und verzichtet dabei auf spezielle Betonung einzelner Wiedergabeaspekte.
Beispielsweise der Pioneer LX-51 agiert bei dieser Szene etwas ruppiger/auffälliger,
indem er bestimmte Bass- und Hochtoneffekte leicht dominierend ausgibt,
dabei allerdings weder der Luftigkeit noch der insgesamt lässig-souveränen
Klangkultur des Marantz SR6003
Paroli bieten kann. Speziell die gleichermaßen informationsreiche wie
angenehm seidig-luftige Wiedergabe hoher Frequenzen, sorgt bei der Wiedergabe
anspruchsvollerer Filmkost für einen akustischen Klassenunterschied. "Mitten
ins Herz" besitzt aber weit mehr, als nur ein anspruchsvoll umzusetzendes
Intro: abgesehen von den zahlreichen, hochqualitativen Musikuntermalung,
kann sich der Marantz SR-6003 auch
mit der hervorragend angemischten Sprachwiedergabe vorteilhaft in Szene
setzen. Die deutsche Syncronstimme von Hugh Grant wird mit einem realistischem
Maß an Grundtonvolumen wiedergegeben, welches zudem auch sauber konturiert
ist. Dabei schält der Marantz SR-6003
viele akustische Nuancierungen und Detailinformationen aus der Sprachwiedergabe
heraus und sorgt auf diese Weise für eine First-Class Akustik. Auch die
oftmals leicht piepsige Syncronstimme seiner Leinwandgenossin
(Drew Barrymoore) ertönt natürlich und verfärbungsfrei aus dem Centerspeaker,
zumal der Marantz SR-6003 speziell
bei Frauenstimmen aufgrund seiner enormen Klangtransparenz sowieso ein
hohes Begeisterungspotential besitzt.

Der Marantz SR-6003 (oben rechts)
in einem unserer Test-Studios.
Besondere Anerkennung verdient sich der Marantz
SR-6003 während zweikanaliger Sessions. Auch im Stereobetrieb
findet sich die stimmige, leicht anschiebende Tonalität wieder, mit dem
der Receiver schon im Mehrkanalbetrieb zu gefallen wusste. Überraschend
ist dabei die hohe Qualität der Bühnenabbildung, die wir in dieser Qualität
nur selten in der 1.000,00 Euro vorgetroffen haben. Dem Marantz
SR 6003 gelingt es, die Bühne weitesgehend von den Lautsprechern zu
lösen und die Akteure im Hörraum zu positionieren. Und auch wenn man eine
Preisklasse höher schaut, wird es schwierig, eine bessere Tiefenstaffelung
zu finden. Erst mit AV-Boliden vom Schlage eines Denon AVC-A1HD oder reinrassigen
Stereokomponenten kann man den Marantz
SR-6003 klar überflügeln. Von bemerkenswerter Güte stellt sich bei
unserem Test-Gerät nicht nur die gebotene Räumlichkeit, sondern ebenfalls
auch die feindynamische Sorgfalt heraus. Zusammen mit einer guten Detaillierungstiefe
gewinnt der Marantz Receiver damit an Vielschichtigkeit und Struktur,
so dass das Klangbild zu keinem Zeitpunkt oberflächlich oder lustlos wirkt.
Die klar gegliederte Mittenwiedergabe löst das musikalische Geschehen
nuanciert auf, während der Hochtonbereich gleichermaßen informationsreich,
wie angenehm zu Werke geht. Basslastige Stücke meistert der Receiver zu
unseren Zufriedenheit, allerdings merkten wir beim Einsatz der Vincent
Monoblöcke SP996 (Stückpreis ca. 300,00 Euro), dass die integrierten
Endstufen speziell hinsichtlich Impulsfreudigkeit und Geschwindigkeit
etwas bremsen. Diese Tendenz ist aber bei sämtlichen, uns bekannten AV-Receivern
zu beachten, zumal sich der Marantz
SR6003 in seiner Preisklasse sogar noch am mit Besten aus der Affaire
zieht und verhältnismäßig temperamentvoll auftritt. Anwender mit normalen
Ansprüchen dürften mit dem Marantz Receiver sehr zufrieden sein, denn
im Vergleich zu anderen Geräten generiert der Marantz
SR 6003 seine voluminöse Basswiedergabe nicht auf Kosten der Kontrolle
und verfolgt stets eine konturierte, präzise Abstimmung.
Obwohl der Marantz SR6003 im
Vergleich mit einem Yamaha RX-V1900
auf den ersten Blick nicht gerade als DSP-Spezialist auftritt, so kann
er dennoch mit seinen Surroundaufpolierern Akzente setzen. Die integrierten
ProLogicIIx- sowie DTS Neo:6 Codecs gehen ihrer Arbeit in gewohnt überzeugender
Manier nach und harmonieren dabei vortrefflich mit der Klangauslegung
des Marantz SR-6003. Das Dolby
Derivat gefällt durch ein gutes Grundtonfundament sowie kraftvollem Antritt,
während das DTS Programm etwas schlanker und feinfühliger in Erscheinung
tritt. Einen klaren Sieger kann man hier nicht küren, da sich beide DSP-Modi
in der Praxis gegenseitig sehr gut ergänzen. Zur Verstärkung des Raumeindrucks
bei TV-Sendungen oder Dolby 2.0 Abmischung haben wir stets PL2-Movie
bevorzugt, doch um klassische Aufnahmen besser zur Geltung zu bringen,
gefiel uns wiederrum die fernnervigere, analytische Vorgehensweise von
DTS Neo:6 Music etwas besser. Wem das nicht reicht, kann sich beim Marantz
SR-6003 sogar noch bei einem drittem Surroundaufpolierer bedienen:
Circle SurroundII stellt im Gegensatz zu ProLogicII und DTS Neo:6 eine
proprietäre Entwicklung aus dem Hause Marantz dar und ist speziell auf
deren Geräte abgestimmt. Daher wundert es nicht, dass der Marantz
SR-6003 in diesem Modus noch ein wenig besser klingt und mit mehr
Feinschliff sowie einer höheren Dynamik agiert, was sich speziell bei
komplexen Musik-Arrangements sehr schön heraushören lässt. Hier haben
die Kontrahenten aus dem Hause Denon, Pioneer und Yamaha wenig entgegenzusetzen
und müssen dem Marantz SR8001 diesbezüglich das Feld überlassen.
In Bezug auf die Bildeigenschaften punktet der Test-Proband mit einer
zuverlässigen HDMI Umschaltung. Sämtliche Formate werden fehlerlos
durchgeschleift und erscheinen ohne sichtbaren Qualitätsverlust auf dem
Bildschirm. Die Umschaltzeiten erweisen sich als recht flott, auch das
GUI baut sich zügig auf. Bei der Konvertierung und Bearbeitung analoger
Videoquellen bietet der Marantz
SR-6003 solide Leistungen, erreicht aber nicht ganz das Niveau der
Klassenspitze. Der gebotene Kontrastumfang und die Farbreinheit ist über
alle Zweifel erhaben, allerdings könnte sowohl die Vollbildwandlung als
auch das Scaling noch etwas besser sein. Beim Test mit Star Wars Episode
III per S-Video Zuspielung zeigten sich schon bei der gelben Laufschrift
kleinere Unsauberkeiten sowie minimal zitternde Buchstaben, zumal die
gesamte Wiedergabe auch nicht völlig flüssig vonstatten lief. In der anschließend
ablaufenden Weltraumschlacht manifestiert sich der Ersteindruck: Farbwiedergabe
und Detaillierungstiefe sind überdurchschnittlich, wenngleich die
Bildschärfe nicht ganz an die Klassenspitze herankommt. Das De-Interlacing
arbeitet ohne große Fehler, allerdings haben wir die Raumgleiter auch
schon flüssiger durch die Galaxis fliegen sehen. Das gebotene Niveau ist
mit Sicherheit keineswegs als schlecht zu klassifizieren - der Marantz
SR-6003übertrumpft immerhin so manches Bildwiedergabegeräte mit seiner
Videoverarbeitung. Sein nicht-überdurchschnittliches Abschneiden
ist vielmehr dem generell sehr hohen Niveau geschuldet, welches mittlerweile
in der AV-Receiver Mittelklasse hinsichtlich
der Bildverarbeitung herrscht. Wir möchten an dieser Stelle aber eine
Lanze für Marantz brechen: isoliert betrachtet, stellt eine gute Videoarbeitung
sicherlich ein tolles Feature dar. Allerdings kann man über die Sinnhaftigkeit
solcher Funktionen geteilter Meinung sein. Nach Ansicht des Autors, sollte
ein AV-Receiver ausschließlich auf die akustischen Aspekte ausgerichtet
sein. Es ist nur allzu logisch, dass jedes hinzugewonnene Feature nicht
nur die Signalreinheit sowie interne Stromversorgung belastet, sondern
zugleich auch einen Kostenfaktor darstellt, den man anderweitig wieder
ausgleichen muss. Außerdem wäre durchaus die Frage erlaubt, wozu man in
Zeiten von Blu-Ray, HD-Konsolen (PS3+XBOX360) oder HD-Receivern überhaupt
noch Wert auf eine hochwertige analoge Videoverarbeitung legen sollte.
Doch unabhängig von der persönlichen Meinung des Autors möchten wir ganz
nüchtern festhalten, dass der Marantz
SR-6003 bezüglich der Videoverarbeitung nicht ganz auf absolutem Referenzniveau
operiert und deswegen bei Anwendern mit entsprechendem Bedarf etwas im
Nachteil ist.
Denon AVR-2809
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Im Vergleich zu seinem Klassenkameraden aus dem Hause Denon erkämpft
sich der Marantz SR-6003
ein Unentschieden auf hohem Niveau. Der Marantz
SR6003 muss zwar mit einem HDMI Eingang weniger vorlieb nehmen
und hinkt auch in Bezug auf die Videoperformance etwas hinterher,
doch dafür arbeitet er feine Klangnuancen minimal besser heraus und
klingt insgesamt etwas filigraner. Die kultivierte Klangcharakteristik
mit leicht warmer Einfärbung ist bei beiden Modellen vergleichbar,
auch die gute Pegelfestigkeit liegt auf demselben Niveau. Im Surroundbetrieb
besitzt sowohl der Denon AVR2809
als auch der Marantz SR-6003
aufgrund der erwachsenen Spielweise ein großes Faszinationspotential,
wobei der Marantz SR-6003 die
Zügel im Frequenzkeller noch etwas straffer in der Hand hält, während
der Denon AVR-2809 eine
Spur temperamentvoller agiert. Freunde des Stereoklangs finden sowohl
im Denon AVR-2809 als auch
Marantz SR-6003 die wohl
beste Performance in dieser Preisklasse, allerdings schiebt sich der
Marantz SR-6003 durch die
strukturiertere Bühnenstaffelung hauchdünn in Führung. |
Marantz SR-7500
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Der Vergleich zum Vor-Vorgänger hat sich angeboten, da sich ein entsprechendes
Gerät zum Test-Zeitpunkt zufällig in der Redaktion befand. Auf diese
Weise konnten wir die Weiterentwicklung sehr schön überprüfen. Der
Marantz SR-7500 wurde vor 2 Jahren für ca. 1.000,00 Euro angeboten
und kann daher (trotz höherer Typisierung) als Vergleichsmaßstab herangezogen
werden. Von seiner Gesamtkonzeption klingt der Marantz
SR-6003 bei gleicher Detailfülle etwas seidiger/luftiger und druckvoller,
während der SR-7500 eine kältere Klangauslegung verfolgt und geringfügig
souveräner bei der Pegelfestigkeit agiert. HDMI, Scaler und De-Interlacer
sucht man beim Marantz SR-7500 vergeblich, so dass ein Vergleich der
Videosektion nicht möglich ist Lässt man die unterschiedliche Tonalität
außer Acht, liegen beide Geräte auf einem sehr ähnlichen Niveau, was
die Wiedergabe von Stereo und 5.1 Dolby Digital Tracks betrifft. Klare
Vorteile in Bezug auf Dynamikabstufungen und Nuancierung feiner Klangdetails
kann der Marantz SR-6003
bei gut abgemischten Blu-Rays mit HD-Tonformaten für sich verbuchen,
dem sein Kontrahent naturgemäß nichts entgegenzusetzen hat. Interessant
ist in diesem Zusammenhang, dass man beim SR6003 für beste Ergebnisse
eine Zuspielung via HDMI realisieren sollte, während der Marantz SR-7500
diese Leistung über die konventionellen Digitaleingänge realisiert,
während das neuere Gerät hier nachlässt. Fazit: der Generationenvergleich
war hochinteressant und hat gleichermaßen das Maß an technischer Weiterentwicklung
aufgezeigt, aber auch dokumentiert dass speziell die konventionellen
Digitalanschlüsse unter den hinzugekommenen Features gelitten haben.
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Pioneer LX-51
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Pioneer schickt in der 1.000,00 Euro-Klasse den Pioneer LX-51 ins
Rennen um die Gunst der Käufer. Der bolidenähnliche Koloss besitzt
eine leistungsfähige DSP-Engine und kann sogar im 5.1 Dolby Digital/DTS
Betrieb DSP-Programme zur Feinabstimmung des Klanges anwenden (zB.
Action DSP zur Betonung von Score und LFE-Effekten). Sowohl der Marantz
SR6003 als auch der Denon
AVR2809 sind hierzu nicht in der Lage und fokussieren eine 1:1
Umsetzung des akustischen Geschehens. Diese Charakteristik merkt man
den verschiedenen Effekten schon bei der Grund-Tonalität an: der Pioneer
LX-51 versteht sich als Entertainer und engagiert sich speziell bei
der Auskleidung im unteren und oberen Frequenzbereich, wo der Marantz
SR-6003 mehr Wert auf Balance und audiophil-veranlagte Klangdetaillierung
liegt. Ähnliche Beobachtungen haben wir auch im Mittentonbereich
festgestellt, hier vermittelt der Marantz mehr Emotionen und
Feingefühl, wo der Pioneer LX-51 etwas körperlos erscheint. Im
Stereobetrieb diversifizieren sich die Geräte entsprechend weiter:
der Pioneer konzentriert sich auf Druck und Grobdynamik, während der
Marantz SR-6003 das Klanggeschehen
besser vom Lautsprecher löst und insgesamt ausgeglichener und lockerer
aufspielt. Bei der Pegelfestigkeit schlägt die große Stunde des Pioneers,
wo er sich vom Marantz SR6003
in Extremsituationen etwas absetzen kann. Bei den Videofeatures geht
der Pioneer dank seiner noch gekonnteren Analog-/Digitalwandlung in
Führung, was allerdings nur für Anwender mit entsprechenden Quellgeräten
von Relevanz ist, da sich die Geräte beim Durchschleifen von HDMI-Signalen
nichts schenken.
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Fazit:

Der Marantz SR6003 entpuppt
sich bei unserem Test als hervorragender AV-Receiver,
der nur knapp die Tabellenführung in der 1.000,00-Euro-Liga verpasst.
Das gute Abschneiden verdankt er seinen kräftigen, durchtrainierten Endstufen,
die auch bei einem langen Heimkino-Abend nicht vorzeitig schlapp machen.
Außerdem punktet das japanische Kraftpaket auch mit feingeistigen Qualitäten
und sichert sich durch eine detailreiche, homogene Klangabstimmung eine
große Fangemeinde. Der Marantz SR
6003 bringt ein außerordentlich hohes Maß an Ausgewogenheit in die
1.000,00 Euro Klasse und eignet sich akustisch gleichermaßen hervorragend
für Stereoanwendungen und hochauflösenden Filmton. Schade, dass Marantz
mit den HDMI-Eingängen etwas geizt und beim Videoprocessing
der analogen Quellen nicht ganz auf absolutem Referenzniveu operiert. Doch
wer sich an diesen Details nicht stört, erhält mit dem Marantz
SR 6003 zweifelsfrei ein hervorragendes Gerät, welches darüberhinaus
auch mit Details, wie zB. die flexibel nutzbaren Endstufen oder der
eleganten Optik, viel Freude beim täglichen Umgang beschert. Dank
der hervorragenden Fernbedienung und des übersichtlichen On Screen Displays,
kann sich der Marantz SR6003
zudem auch noch mit einem gutem Bedienkonzept schmücken. Marantz beweist
mit diesem Gerät, wieviel Klang man schon für 1.000,00 Euro erwarten kann,
ohne dafür an der Ausstattung/Komfort sparen zu müssen - aus diesem Grund
können wir dem Marantz SR6003
auch eine uneingeschränkte Kaufempfehlung für akustisch versierte Anwender
aussprechen.
Ausstattungsvielfalt, Bedienkomfort und speziell
die
ausgewogene Klangabstimmung vereinen sich im Marantz SR6003 zu einem der
besten AV-Receiver seiner Klasse.
 Marantz SR-6003 , ca. 1.000,00
Euro
AV-Receiver
Test: 16. Februar 2009
Preis-/Leistung:          
+ universelle Klangeigenschaften mit hoher Ausgewogenheit und natürlicher Tonalität
+ Circle Surround II sorgt für natürlichen Raumklang bei Stereoquellen
+ solide Pegelfestigkeit
+ 7. Endstufe flexibel einsetzbar für Surround-Back, Zone2 oder Bi-Amping
+ ansprechendes Gerätedesign
+ übersichtliches GUI, einfaches Bedienkonzept, hochwertige Fernbedienung
- nur 3 HDMI Eingänge
- Videoprocessing bei analoger Bildverarbeitung nicht perfekt
- wenig DSP Modi
- etwas zu grobes Lautsprechersetup
- Gerätefront teilweise aus Kunststoff
Text: Lars Mette, AREADVD
Verantwortlich für den Inhalt: Detlev
Schnick, © Copyright 2009 HIFI-REGLER, AREADVD
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