Marantz AV7702 bei AUDIOVISION im Test: Referenz

AUDIOVISION: Referenz

1/2015

In der audiovison Ausgabe 1/2015 auf den Seiten 68 bis 71 wurde eine Kombination aus einer Vor- und einer Endstufe getestet

Testauszug:

"... im Labor zeigt sich, dass die MM 8077 der optimale Spielpartner für die Vorstufe ist: Stand bereits das Testmuster aus Ausgabe 8-2013 gut im Futter, hat das aktuelle im Schnitt rund 20 Watt pro Kanal zugelegt. Die absoluten Zahlen beeindruckten uns ebenso, denn mit einer Gesamtleistung von 1.100 Watt, gemessen mit sieben Kanälen an vier Ohm, zählt die 8077 zu den kräftigsten von uns getesteten AV-Verstärkern. Wo viel Power ist, entsteht auch viel Wärme, die in diesem Fall ein Lüfter effizient über einen Kühltunnel abführt. Wenn Ersterer loslegt, ist er zwar hörbar, doch schaltet er sich immer nur kurz und ausschließlich bei extremen Lastanforderungen zu, so dass er praktisch nicht stört. Der Ventilator saugt kühle Luft über die obere Gehäuseöffnung an, weshalb die Endstufe am besten frei stehend oder auf der Vorstufe platziert werden sollte. Marantz empfiehlt, zu den Seiten, nach hinten und oben mindestens 30 Zentimeter Platz zu lassen. Im Hörtest geht die Kombi mit einer fantastischen Leichtigkeit zu Werke, wie es kaum einem AV-Receiver gelingt: Mühelos löst sie feinste Details wie leise Hallfahnen auf den Surround-Kanälen im Stück "Gaslight Abbie" der Pop-Band Steely Dan auf. Den Bassbereich gibt sie dabei kraftvoll, stets nuanciert und differenziert  wieder. Mit der Live-Konzert-DVD "Away from the sun" der US-Rocker 3 Doors Down zeigt das Verstärkerduo, dass es rauen Gitarrenrock mit hohen Lautstärken ebenfalls beherrscht: Der Präsent aufgenommene Gesang von Frontmann Brad Arnold steht stabil im Raum, während die Kickdrum schnell und druckvoll knallt. Obwohl die THX-zertifizierte Mischung laut, dicht und präsent daherkommt, offenbart die Marantz-Kombi keine Spur von Stress. Stets spielt sie unangestrengt und neutral auf, weshalb wir instinktiv versucht waren, noch ein wenig lauter zu hören. Heftige Bassattacken wie im Dolby-Trailer Speheres gibt sie bar jeder Kompression an die Lautsprecher weiter. Im Hörtest entschieden wir uns übrigens für die Vor-End-Verbindung via Cinchstrippen. die XLR-Variante ist kein Muss, sie kann aber sinnvoll sein, wenn lange Kabelwege zwischen den Komponenten zu überbrücken sind.

Im zweiten Hördurchgang ließen wir die Audyssey-Einmess-Automatik ans Ruder und überprüften außerdem das Klangbild mit aktiv Subwoofer: Neben der korrekten Einstellung von Pegel, Distanz und Bassfiltern sorgte Audyssey für einen homogeneren Klang, indem es die leichten Timbre-Unterschiede zwischen den unterschiedlichen Boxen per Equalizer minimierte, ohne dass es zu einem unnatürlichen Klang kam. Vor allem über die drei Frontboxen wandernde Dialoge lösen sich besser von den Lautsprechern. Für unseren Geschmack könnte aber auch die sanfteren der beiden Adyssey-Zielkurven "Reference" einen Tick bassfülliger und weniger höhenbetont aufspielen - aber das ist Jammern auf höchstem Niveau. Gut gelungen finden wir die Schaltungen Dynamic EQ und Dynamic Volume, die den Klang bei leiser Wiedergabe durch lautstärkeabhängiges Anheben der Bässe und Höhen sowie passende Dynamikreduktion verbesser. Die Audyssey-LFC-Schaltung, die das Durchdringen wummernder Bässe zum Nachbarn minimieren soll, kann erwartungsgemäß keine Wunder vollbringen: Denn in dem Maß, wie die Bässe im Nachbarraum leiser werden, schienen sie auch im Hörraum zu fehlen. ..."

"... nach der Korrektur der leicht abweichenden Distanzwerte für linken und rechten Lautsprecher verwöhnt uns das Duo mit einem Stereo-Sound, wie er besser nicht sein könnte: Insbesondere Besitzer großer Standboxen kommen im Pure-Direct-Modus, bei dem alle DSP-Schaltungen inklusive Bassmanagement inaktiv sind, in den Genuss eines kristallklaren Klangs, wie ihn reinrassige Stereo-Verstärker nicht besser zaubern können. Der sparsam mit Gesang und Akistikgitarre instrumentierte Song "Birds" von Emiliana Torrini baut dann eine fantastische Nähe auf, egal ob Zuspielung über HDMI oder den optischen Eingang erfolgt. ..."

Bewertung:

+ enorm kraftvoll-kontrollierter Klang

+ sehr hohe Leistungsreserven

+ leistungsfähige Einmess-Automatik

+ reichhaltige Ausstattung

- Bedienung nicht immer intuitiv

Fazit:

Die Kombination aus der Vorstufe AV 7702 und den hauseigenen Endstufen ist aufgrund ihrer Leistung und den unzähligen Einstellmöglichkeiten kaum zu toppen. Mühelos spielt sie sich mit ihrem kraftvoll-nuancierten Klang in unsere Referenz-Liga.