Marantz AV8802A und Marantz MM8077 im Test bei Audiovision: Referenz

Dieser Test bezieht sich auf folgende Produkte
Marantz MM8077

7-Kanal-Endstufe


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Marantz AV8802A

13.2 A/V-Vorstufe


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AUDIOVISION: Referenz

9/2016

In der Audiovision 9/2016 auf den Seiten 20 bis 25 wurde eine Vor-/End-Kombi aus Marantz AV8802A / Marantz MM 8777 getestet


Testauszug:

"... in Sachen Anschlussvielfalt schöpft die Vorstufe aus dem Vollen: Highlight ist die riesige Pre-Out-Sektion, die 15 Buchsen im XLR-Format umfasst; gar 19 sind es im Cinch-Format. Die vier zusätzlichen Cinch-Ausgänge dienen für die Nebenräume 2 und 3. Maximal verarbeitet die Vorstufe 13 Kanäle gleichzeitig (11.2-Processing). Zudem verfügt sie über einen XLR-Stereo-Eingang. Ob man die Endstufe via Cinch- oder XLR-Stereo-Eingang verkabelt, spielt klanglich normalerweise keine Rolle. Grundsätzlich ist XLR aber robuster und durch die symmetrische Übertragung unempfindlicher gegen Einstreuungen.
Als Einmess-Automatik verwendet Marantz mit MultEQ XT32 Pro das größte System von Audyssey, das auch die Profi-Kalibrierung durch zertifizierte Fachhändler erlaubt. Manuell kann man den Klang mit Bass- und Höhenreglern für die Stereo-Frontboxen sowie einem Grafik Equalizer nachjustieren. Der bietet neun Regler von recht hohen 63 Hz bis 16 kHz für alle Boxen außer den Subwoofern, was bei ungünstiger Raumakustik oder Boxenplatzierung zu Bassproblemen führen kann. Obendrauf funktioniert der Equalizer leider nur, falls man Audyssey deaktiviert, was einen Punkt kostet. An den Einstellungen für Pegel, Distanz und Crossover-Frequenzen gibt es dagegen nichts zu meckern. ..."

"... wie schon erwähnt versteht das verbesserte Videoboard 4K/60p-Signale inklusive HDR, HDCP 2.2 sowie der verlustfreien 4:4:4-Farbauflösung. Der Videoprozessor rechnet niedriger aufgelöste Bilder der Digital- und Analogeingänge ins 4K-Format hoch und erlaubt unter anderem feinfühlige Korrekturen von Helligkeit, Kontrast und Farbsättigung.
Drahtlos vernetzt die AV8802A via WLAN, Airplay und Bluetooth (leider ohne verlustfreien apt-X-Codec) zu mobilen Geräten. An Netz-Musikquellen gibt es ein bequem bedienbares Internet-Radio auf vTuner-Basis; Nutzer des Streaming-Dienstes Spotify können Musik direkt über den Verstärker abspielen. Der USB/DLNA-Dateiplayer unterstützt zudem High-Res-Tonformate (24 Bit/192 kHz) wie AIFF, ALAC, FLAC und DSD (2,8 MHz). ..."

"... mit mindestens 130 Watt pro Kanal im Mehrkanalbetrieb sowie einer Gesamtleistung von 1.100 Watt ist die MM8077-Endstufe für alle Fälle gewappnet. Mit soviel Dampf unter der Haube brachte die Kombi dann auch Steely Dans "Janie Runaway" lässig und locker, federnd im Bass und luftig in den Höhen zu Gehör; der Sound klang angenehm musikalisch und trotzdem hochauflösend. Danach schoben wir die im Atmos-Ton abgemischte Konzert-Blu-ray "Smoke + Mirrors" der Imagine Dragons in den Scheibendreher – und ließen auch Audyssey zu Werke schreiten. Die Einmessung gelang tadellos und lieferte für alle Lautsprecher-Parameter plausible Werte, die automatisch ermittelte EQ-Kurve "Reference" klang dabei ausgewogen, während "Flat" die Höhen für unseren Geschmack etwas zu sehr anhob. Einmal aktiviert, donnerte der eindrucksvolle Atmos-Mix enorm räumlich und geschlossen drauf los, die Instrumente standen plastisch-greifbar in unserem Hörraum. Bei Zuschaltung von "Dynamik EQ" legte die Vorstufe noch eine schippe Bass für mehr Volumen drauf, lies Hochtöne mehr strahlen und Details besser durchhören – ohne auch bei Live-Pegeln nervig zu werden. So saßen wir mitten in der Konzerthalle – ein einzigartiges Erlebnis!
Auch mit Filmton lief die Kombi zu Bestform auf: Egal ob wir "The Expendables 3" im Atmos Mix, "Crimson Peak" mit DTS:X-Ton oder Clips von der Auro-Demodisc spielten – der Sound klang stets zupackend, präzise, voluminös und räumlich absolut überzeugend. Besser geht es nicht. ..."


"... auch im 2-Kanal-Betrieb ist die Marantz-Kombi ein Highlight uns sorgte etwa bei Carla Brunis gehauchtem Gesang in "L’Amour" für viel Gänsehaut; Stimme wie Instrumente standen Körperhaft im Raum und ließen einen die Lautsprecher vergessen. Michael Jacksons "Bad" klang impulsiv, druckvoll und auf den Punkt – so muss es sein. Für komprimierte Musik kann man die "M-DAX"-Schaltung aktivieren, die Störgeräusche vermindert und dabei den Klang nur etwas dumpfer macht. ..."


Bewertung:

+ feinauflösender und souveräner Klang

+ sehr hohe Leistungsreserven

+ Videoboard mit 4K/60p und HDCP 2.2

+ Dekoder für Dolby Atmos, DTS:X und Auro 3D

- Equalizer nicht optimal


Fazit:

Mit allen 3D-Ton-Dekodern, 4K-Video-Board, enormen Leistungsreserven sowie ausgezeichnetem Klang zieht die Vor-End-Kombi von Marantz mit Bravour in die Referenzliga unserer Bestenliste ein. 6.000 Euro sind allerdings kein Pappenstiel.


Testurteil: sehr gut

Referenzklasse