Marantz PM 11S2 bei STEREO im Test

STEREO
Marantz PM 11S2

12/2008

Testauszug:

"...er besticht durch majestätische, farbige und lockere Klangbilder..."

"...sobald es um atmosphärische und tonale Qualitäten ging, schob sich der Neue deutlich nach vorne. Exemplarisch zeigte sich das im "Balulalow" aus Benjamin Brittens "Ceremony Of Carols". Der S2 brachte den Knabenchor geschmeidiger und verteilte die glockenhellen Stimmen erheblich plastischer im Raum. Über den S1 tönten sie artifizieller, weil mit einem eisigen Timbre belegt, und sie rückten zudem stärker zu den Seiten hin, statt die gesamte Breite des Spektrums auszufüllen. Hier hatte der alte Amp klar das Nachsehen, und beim Aufdröseln der komplexen räumlichen und zeitlichen Strukturen in Christy Barons "Overjoyed" von der STEREO Hörtest-CD V ebenfalls. Dieser Titel windet sich rhythmisch aalglatt aus den Boxen heraus und fasziniert durch die gelungene Kombination von feingliedriger Auflösung und Energie. Über den S1 kam er gesetzter, fast ein wenig gebremster als über seinen gleichteuren Nachfolger, der mehr Schwung in den Vortrag brachte und außerdem erneut die Raumtiefe erheblich besser auslotete. Logisch, dass während des Hörtests beide Verstärker im selben Rack standen und mit gleichen, phasenkorrekt orientierten Netzkabeln nebeneinander aus derselben Leiste versorgt wurden. Und auch die Lautstärke stimmte aufs halbe Dezibel exakt. Da half kein Lamentieren: Unser bisheriges Arbeitsgerät hat ausgedient. Und das gilt für das integrierte Phonoteil noch insbesondere. Die MM/MC-Platine ist ebenfalls mit SA-3-HDAMs bestückt und lockte so noch mehr Finesse und natürliche Beschwingtheit aus den Tonabnehmern. Billy Braggs "California Stars" entwickelte eine Art von lockerem Swing, die dem S1 unerreichbar blieb, luftiger Backgroundgesang in Al Jarreaus "Thinkin' About It Too" setzte sich klarer vom noch quirligeren Instrumentengewimmel ab, und die präsent aufgenommene Jennifer Warnes kam in den Stücken ihres berühmten "Hunter"-Albums angenehmer 'rüber. Kein Zweifel, der große Vollverstärker aus Marantz' S-Serie zeigt ab sofort noch mehr Klasse. Er spielt in keiner anderen Liga, ist aber die paar Punkte besser, auf die es ankommt!..."

Fazit:

Das nennt man gelungene Modellpflege. Durch ein paar Modifikationen hat einer der wichtigsten Verstärker des HiFi-Angebots noch mehr Klasse gewonnen. Die penible Verarbeitung und die edlen Oberflächen des 26,5-Kilo-Amps sind geblieben. Doch klanglich legt der S2 gerade in den Bereichen Räumlichkeit, Auflösung und tonaler Geschmeidigkeit zu.

Preis/Leistung: exzellent