Marantz SR7008 bei AUDIOVISION im Test: Highlight

AUDIOVISION: Highlight (ab 3/07)

11/2013

"In der Audiovision-Ausgabe 11/2013 auf den Seiten 48 bis 50 wurde der Marantz SR7008 getestet."

Testauszug:

"...im Audiolabor zeigt der Marantz seinen heißspornigen Charakter: Er zieht bei einer Ausgangsleistung von 5 x 5 Watt satte 330 Watt aus der Steckdose und erwärmt sich deshalb entsprechend stark. Dafür begeistern seine Power-Reserven, die im Schnitt um zehn Prozent höher als beim Vorgänger ausfallen. Selbst wenn sieben Endstufen unter Volldampf stehen, was mit Filmton nur selten vorkommt, bricht die Power mit einer Kanalleistung von 80 bis 90 Watt kaum ein. Dass angesichts derart großzügiger Leistungsmerkmale das Schlachtengetümmel im Vorspann des ersten "Herr der Ringe"-Abenteuers mit Ehrfurcht einflößenden Pegeln gelingt, verwundert da nicht. Mit der feinsinnigen Art, mit welcher der Marantz musiziert, hatten wir hingegen nicht unbedingt gerechnet: Gesang und Arrangement in der Steely Dan-Nummer "What A Shame About Me" wirken bei ihm wie aus einem Guss. Dazu grooven Kickdrum und E-Bass in der Dolby- und DTS-Fassung gleichermaßen druckvoll, obwohl das Lautsprecherset in unserer Test-Anordnung ohne Subwoofer auskommen muss. Die Einmess-Automatik sorgt dank präziser Pegel- und Distanz-Justage für eine perfekt einhüllende Surround-Kulisse, während der Audyssey-Equalizer Geschmackssache ist: Auch die sanftere der beiden EQ-Kurven reicherte den Sound für unser Empfinden mit etwas zuviel Brillanz an - wie man hören und anhand der angezeigten EQ-Kurven auch sehen konnte. Bei Surround-Wiedergabe sollte man deshalb den Heimkino-EQ zuschalten: Er besänftigt die etwas zu aufdringlichen Höhen. Apropos Kurven: Laut Audyssey wird auch der Subwoofer entzerrt, wobei das Audyssey-Menü keine Korrekturgrafik für den Sub anzeigt. Was der Einmessung sehr gut gelingt, ist die Verbesserung des Zusammenspiels aller Boxen: Wo zuvor der Center klanglich etwas aus der Reihe tanzt, fügt er sich anschließend fast nahtlos ein. Vom neuen Audyssey-Feature LFC, welches das Durchdringen der Bässe zum Nachbarn abmildern soll, sind wir nicht ganz überzeugt: Zwar bleibt das Klangbild dynamisch, doch hohe Pegel ohne entsprechende Tiefbasseinlagen machen wenig Spaß - genauso gut könnte man leiser hören oder den Bass reduzieren. Erwähnung verdient noch die Rauscharmut der Equalizer: Als wir diesen in Musikpausen bei Maximallautstärke zuschalteten, verstärkte sich das Rauschen so gut wie gar nicht..."

"...bei der Stereo-Wiedergabe punktet der Marantz durch seinen transparenten und zugleich warmen Klang, der sich unabhängig vom gewählten Eingang einstellt. Für eine optimale Tiefenstaffelung sollte man jedoch die Entfernungseinstellung im Lautsprechermenü überprüfen und gegebenenfalls identische Werte für Links und Rechts eingeben, da sich die akustische Bühne schon bei leicht abweichenden Einstellungen verschiebt. Bei leiser Wiedergabelautstärke empfiehlt sich die Einstellung "Audyssey Byp. L/R" in Kombination mit Dynamic EQ: So kann man die gut funktionierende Loudness-Schaltung nutzen, ohne dass der Audyssey-Equalizer zupackt. SACD-Fans können DSD-Ton über HDMI oder den analogen 7.1-Eingang einspeisen. Die inaktive Pegelregelung am Analogeingang deutet darauf hin, dass der Ton auf die Weise direkt der Verstärkersektion zugeführt wird und somit Beeinflussungen durch zusätzliche AD/DA-Wandlungen ausgeschlossen werden können..."

Bewertung:

+ hervorragender Klang
+ reichhaltige Ausstattung
+ aufwändige Einmess-Automatik
+ flexible Multiroom-Unterstützung
- hoher Stromverbrauch im Betrieb
- kein WLAN-Modul erhältlich

Fazit:

Der Marantz SR 7008 bietet ein tolles Gesamtpaket. Der Preis ist angemessen, die Ausstattung auf dem neuesten Stand und bei Leistung und Klangqualität wird er auch von teureren Receivern kaum überboten.