Marantz UD9004 bei STEREOPLAY im Test: Referenz

STEREOPLAY: Referenz (ab 9/08)

11/2009

Testauszug:

"...die Videoqualitäten entsprechen den Erwartungen an solch eine Maschine. Das De-Interlacing rechnet schön scharf und schaltet schnell und zuverlässig seine Modi um, das Scaling, das auch abschaltbar ist (Source Direct), zeichnet mit spitzem Stift auch die feinsten Details. Ungewöhnlich: Der 1080p24-Modus spielt jedes Quellmaterial mit 24 Hertz. Das führt beispielsweise bei PAL-DVDs zu Rucklern, bringt aber Filme auf amerikanischen und japanischen DVDs wie Blu-rays in Fluss. Für den Normalfall dient der Modus "Auto". Standard- und High Definition zeigt der Marantz in ruhigen, feingezeichneten und verblüffend zum Hineingreifen plastischen Bildern auf der Leinwand. Schon bei den Filmausschnitten bewies der UD 9004, dass er klanglich weit vorne spielt. Ein Check mit Dave Brubecks "Take Five" von CD zeigte dann bereits per HDMI außergewöhnlich feinen, musikalisch fließenden Klang, der schon nach wenigen Takten klar machte, dass ihm das Blu-ray-Arbeitspferd der Redaktion, ein Pioneer BDP-LX08 (Test 5/09), nur wenig entgegensetzen konnte - und der klingt vergleichsweise gut für seine 1000 Euro. Konnte es wirklich sein, dass Marantz den Mund nicht zu voll genommen hat, als sie damit angab, der UD 9004 stecke fast alle Player, auch audiophile Stereo-Laufwerke, ganz locker in die Tasche? Das lässt sich feststellen! Und so schlossen die Tester den Bluray-Player und die SACD-Referenz Ayre C 5xe MP (Heft 9/09) per XLR an die Thorens-Referenzverstärker an. Wieder kam "Take Five“ von CD in die Laufwerke, denn mit dem niedrig aufgelösten PCM-Datenstrom muss die Elektronik sich mehr beweisen als mit hochauflösendem SACD-Material. Der Ayre spielte sehr schlüssig und differenzierte Instrumente und Raum sehr scharf, ohne dabei analytisch kalt zu wirken. Der Marantz konterte mit treibendem musikalischen Fluss und stabilerem Bass. Paul Desmonds Saxophon klang aber metallischer als beim Ayre, der fast schon ins Hölzerne übertrieb. Der UD 9004 zeichnete den Raum nicht so genau, zog dafür die Konturen der Instrumente schärfer nach. Plattenwechsel: "Jazzkantine". Zur "Vorspeise" spielt ein ganz nah aufgenommenes Vibraphon. Der Ayre setzte die glockigen Anschläge, das Nachklingen, die Mechanik, das Atmen und Füßeln von Musiker Günter Hampel und den umgebenden Raum wie aus einem Guss zu einem Klangkörper zusammen. Der Marantz swingte und groovte zwar genauso schön, aber irgendwie passten Anschläge und Ausklingen nicht mehr so perfekt zusammen. Die einzelnen Elemente der Aufnahme waren alle da, aber fügten sich nicht so schlüssig zu einem Ganzen. Trotzdem, auf so hohem Niveau spielten bislang tatsächlich keine BD-Dreher und auch nur wenige spezialisierte High-End-Player - Gratulation an die Entwickler von Marantz. Ein Gegencheck mit SACD und DVD-Audio kam zum gleichen Schluss: Der UD 9004 spielt wunderbar musikalisch, verblüffend detailreich und mit mächtig Schub im Keller. Die Cinch-Ausgänge klangen ähnlich, allenfalls einen Tick unaufgeräumter als XLR. Der UD 9004 hat noch einen coolen Trick auf Lager: SACDs können, auch mehrkanalig, als PCM per HDMI ausgegeben werden. Das klang trotz einer zwangsreduzierten Auflösung auf 16 Bit und 44,1 kHz besser als die meisten CDs. Selbst für ganz alte Surroundverstärker gibt es eine Umrechnungshilfe für die SP/DIF-Ausgabe aller Tonformate auf wahlweise Dolby Digital oder DTS. Marantz verspricht mit dem UD 9004 nicht zuviel. Zum tollen Bild kommt mit konventionellen und audiophilen Medien ein Klangniveau, das bisher kein Allroundplayer erreichte. stereoplay Referenz!..."

Fazit:

Blu-ray-Universalplayer, der auch DVD-Audio und SACD spielt. Bombastische Verarbeitung. Erstaunlich plastisches, scharfes Bild. Phantastisch musikalischer Klang, spielt auch analog auf höchstem Niveau, besonders via XLR-Buchsen.

Klang: absolute Spitzenklasse

Gesamturteil: überragend

Preis/Leistung: sehr gut