Musical Fidelity M1-ViNL bei STEREO im Test

STEREO

12/2011

"In der Stereo-Ausgabe 12/2011 auf den Seiten 73 bis 74 wurde der Musical Fidelity M1VINL getestet."

Testauszug:

"...unser Hörparcours war bestückt mit musikalischen Hürden von Willy de Ville bis Pink Floyd, von Freddie Hubbard bis Puccini, und auch Frank Zappa durfte seine Qualitäten als Bürgerschreck ein weiteres Mal unter Beweis stellen. Hauptlieferant der frisch abgetasteten Rillen waren das Benz LP-S sowie das Gullwing, das ebenfalls von Albert Lukaschek in der Schweiz gebaut wird. Abgeschlossen haben wir diese Systeme mit 400 Ohm, das passte in unseren Versuchen prima. Den musikalischen Einstieg besorgte der viel zu früh gestorbene de Ville mit einer Unplugged-Version von "Storybook", live aufgenommen in Berlin. Hier glänzte der ViNL mit genau der richtigen Dosierung von Schmelz und Geradlinigkeit, ließ die kratzig-nölige, leicht brüchige Stimme de Villes imaginär im Hörraum entstehen, zugleich die Spannung im Publikum spürbar werden. Die Fokussierung gelang hier und auch bei allen weiteren gehörten Platten ganz ausgezeichnet bei einer gleichzeitig schönen Darstellung der Bühnenstaffelung in Breite, Tiefe und Höhe. Von Rauschen oder gar Verzerrungen weit und breit keine Spur. Es bedurfte schon intensiven Hörens und einer bestens aufeinander abgestimmten Kette, um den musikalischen Tausendsassa mit seinen Grenzen vertraut zu machen. Erst in einem solchen Umfeld war erkennbar, dass es ganz oben in der absoluten Top-Klasse der Phonostufen vereinzelte Exemplare gibt, die die rundum hervorragenden Eigenschaften der Musical in Einzeldisziplinen noch zu toppen verstehen. Ich hole etwas weiter aus, weil den meisten Musikliebhabern kaum bewusst sein dürfte, wovon überhaupt die Rede ist: Stellen Sie sich vor, Sie genießen eine Ihrer Lieblingsplatten, die zudem auch noch gut aufgenommen und sauber gepresst ist. Sie freuen sich an dem schönen, großen akustischen Bild und den dargebotenen Proportionen und Klangfarben und an der satten Dynamik. Es gibt nichts, was Ihnen fehlt, Sie sind rundum glücklich. Und dann kommt so ein Phonovorstufenschlachtschiff aus der Kategorie "wunderbar, aber unerreichbar kostspielig" daher. Und zeigt Ihnen eine Raumabbildung, die mit "Stereo" nur sehr unzureichend beschrieben ist, weil Holografie, das scheinbar "um die Ecke hören können" eine völlig neue Erfahrung ist. Dieses letzte kleine Stück auf der Reise in den High-End-Himmel müssen Sie im Zweifelsfall ohne die Musical gehen, aber bis zu diesem Punkt wird sie Ihnen ein treuer und glücklich machender Begleiter auf Ihrem Weg ins HiFi-Nirvana sein. Antony Michaelson hat den Mund voll, aber nicht zu voll genommen und mit der ViNL eine optisch und preislich bescheidene, klanglich aber große Phonostufe kreiert..."

Fazit:

Ein starkes Stück! Hochmusikalisch, flexibel auf alle Arten von Tonabnehmern einstellbar, dabei einfache Bedienung. Preishammer!

Preis/Leistung: überragend