Onkyo TX-NR3030 bei AUDIOVISION im Test: Highlight

AUDIOVISION: Highlight (ab 3/07)

11/2014

In der Audiovision 11/2014 auf den Seiten 22 bis 32 wurden 2 AV-Receiver getestet.

Testauszug:

"... Onkyos TX-NR 3030 ist ein Heißsporn: Bei einer Ausgangsleistung von 5 x 5 Watt zieht er bereits 380 Watt aus der Steckdose - und erwärmt ich entsprechend stark. Die beiden Lüfter sind desshalb häufig aktiv und können bei leisen Filmpassagen hörbar werden (32dBA bei einem Meter Entfernung). Hinsichtlich der Verstärkerleistung gibt es Licht und Schatten. Bei Stereo erfreut er mit Kraft im Überfluss, auch bei fünfkanaliger Auslastung an sechs Ohm sollte er mit 101 Watt nie in Bedrängis kommen. Zu gering für diese Receiver-Klasse ist die bedingt durch die früh ensetzdene Schutzschaltung begrenzte Sieben-Kanal-Leistung, die an vier Ohm nur 48 Watt beträgt (der Vorgänger kam auf 88 Watt). Im Hörtest machte sich dieses Manko erfreulicherweise nicht bemerkbar, weil hier praktisch nie alle Kanäle gleichzeitig gefordert sind: So spielt der Onkyo bei Steely Dans "Janie Runaway" äußerst souverän, druckvoll und lässig auf - von Leistungsschwäche konnte auch bei hohen Pegeln nicht die Rede sein. Aggressiv abgemischte Scheiben, wie die Bühnen-Performance eines 3-Doors-Down-Konzerts, reproduziert er mit der gebührenden Direktheit, gleitet dabei aber nie ins Schreiend-Nervende ab. Beim Wechsel von "direct" (unabhänig vom Setup spielen hier alle Boxen ohne Bassfilterung) auf die Hörmodi "Dolby Digital" und "DTS" mit klein definiertem Center und kleinen Sourrounds, verliert der Bass nicht an Stärke, was auf ein gut funktionierendes Bassmanagemet hinweist. Wie immer erfolgt unser erster Hörtest-Durchgang dabei ohne Subwoofer-Unterstützung. Die zuschaltbare "Phase Matching Bass"-Schaltung sorgt je nach Scheibe für einen stabileren, satteren Bass.

Im zweiten Hördurchgang musst der Receiver seinen Klang mit Einmessung und Subwoofer unter Beweis stellen: AccuEQ hat nach wenigen Minuten sinnvolle Trennfrequenzen sowie korrekte Kanalpegel und Distanzen ermittelt - sieht man vom etwas laut aufspielenden Subwoofer einmal ab, den wir von Hand leiser stellen (was ohne Bildschirm mit der "Q/Setup"-Taste gelingt). Ob die zuschaltbare AccuEQ-Frequenzgang-Entzerrung sich positiv bemerkbar macht, hängt vom jeweiligen Lautsprecherset ab: Im Test ließ sie Center und Surround-Boxen etwas hellen klingen und glich sie gut an die Abstimmung der Frontboxen an. Welche Frequenzen die Schaltung aber genau verstärkt oder dämpft, erschließt sich dem Kunden leider nicht. Laut Onkyo werden die Frontboxen durch AcuuEQ nicht bearbeitet, was von Vorteil ist, wenn diese klangneutral sind. ..."

"... für seine Stereo-Wiedergabe verdient der Onkyo die volle Punkzahl. Denn ob man CDs über den optischen Eingang hört oder HDMI, spielt keine Rolle: Stets musiziert er enorm ausgewogen und feinauflösend. Der Bass erklingt bei aktiver PM-Bass-Einstellung besonders straff und druckvoll, so dass wir dei den meisten Stücken den Hörmodus "Stereo" stat "Direct" oder "Pure Audio" bevorzugen, bei denen die DSP-Verarbeitung inaktiv ist. ..."

Bewertung:

+ elf Endstufen

+ erstklassig dynamischer und feinauflösender Klang

+ Dolby Atmos ohne Firmware-Update

+ 4K-Videoverarbeitung mit HDMI 2.2 und HDCP 2.2

- kein manueller Equalizer

- Siebenkanal-Leistung für diese Klasse nicht optimal

Fazit:

Nicht nur für Dolby-Atmos-Fans dürfte der TX-NR 3030 mit seinen elf Endstufen erste Wahl sein, auch die HDCP-Unterstützung gibt es derzeit nur bei Onkyo. Dass er im Gegensatz zum Vorgänger  nicht in der Referenzklasse landet, liegt in erster Linie an der geringen Mehrkanal-Leistung.