Panasonic TX-55AXW904 bei AUDIOVISION im Test: Highlight

AUDIOVISION: Highlight (ab 3/07)

12/2014

In der audiovision Ausgabe 12/2014 auf den Seiten 26 bis 29  wurde der Panasonic TX-55AXW904 getestet

Testauszug:

"... passend zur Top-Ausstattung macht der AXW 904 auch bildtechnisch eine gute Figur. Hier sticht besonders der Upscaler hervor, der für eine durchweg hohe Schärfe im Tuner-Betrieb sorgt - dank des abschaltbaren Overscans sogar ohne Randbeschnitt. Jedoch läuft der Fernseher nur bei HDTV zur Höchstform auf, da SD-Programmen im Vergleich zu manchen Rivalen ein gewisser Punch fehlt. Lob verdient die saubere Bewegungsdarstellung: Weder in Sportübertragungen noch an Laufschriften wie Börsentickern sind nennenswerte Nachzieheffekte auszumachen. Panasonics Filmglättung "Intelligent Frame Creation" kann demnach getrost ausbleiben: Sie lässt Motive zwar flüssig über den Bildschirm gleiten, ruft allerdings unschöne Artefakte an den Kanten hervor.

Am DE-Interlacing gibt es nichts auszusetzten. Sowohl Signal vom Tuner als auch von externen HDMI-Quellen werden makellos verarbeitet. Selbst schwierige Szenen wie die Landung des Jets zu Beginn der DVD "Sechs Tage, sieben Nächte" oder den Kameraschwenk über den Strand meistert der 55-Zöller bravourös. Tagsüber garantieren der hohe Hellraumkontrast von 822:1 und die Leuchtreserven von bis zu 470 Candela pro Quadratmeter ein brilliantes Bild. Der Kontrast nimmt aus seitlicher Perpektive deutlich weniger ab als beim AXW 804; die Helligkeitseinbußen fallen mit 50 Prozent aber nach wie vor hoch aus. Dafür ist das Panel etwas homogener ausgeleuchtet als bei den bisherigen Panasonics, was einfarbige Testbilder verdeutlichen. ..."

"... seinen Hauptvorteil spielt das vollflächige zonenweise ansteuerbare Backlight in düsteren Kinostreifen aus. So kommen nicht bloß Innenaufnahmen der Mühle aus "Krabat", sondern auch die Schattenbreiche am Space Shuttle im Weltraum-Thriller "Gravity" deutlich plastischer und kräftiger zur Geltung als auf Edge-LED-TVs. Aufhellungen beziehungsweise Dirty-Screen-Effekte, mit denen die untergeordneten Modelle zu kämpfen haben, sind beim AXW 904 kein Thema. Einzig Spitzlichter vor dunklem Hintergrund führen partiell (trotz Local Dimming) zu leichter Wolkenbildung. Trotzdem erreicht der Im-Bild-Kontrast mit schwarzem Hintergrund einen Rekordwert von über 4.000:1. Der EBU-Im-Bild-Kontrast liegt im Vergleich nur bei 571:1. Bei Filmen trägt die neue Bildschaltung "Kontrast-Remastering" zur Verbesserung des Bildeindrucks bei, insbesondere reflektierende Elemtene wie am Space Shuttle in "Gravity" gewinnen an Intensität. Um Blu-rays in 4K-Qualität zu genießen, sollten Sie im Bildmenü die pixelgenaue Darstellungs-Option "1080p: Punkt auf 4Punkt" aktivieren - diese ist ab Werk abgeschaltet.

Etwas Nachhilfe benötigt das Flagschiff bei den Farben. Zwar bietet Panasonic mehrere neutrale Presets an, die sich auf den ersten Blick kaum unterscheiden, doch steckt der Teufel im Detail: Während unser anfänglicher Favorit "THX Bright Room" mit einer mittleren Leuchtkraft von 211 Candela, reinem Weiß sowie perfekt abgestimmten Grundfarben überzeugt, reproduziert er die Mischtöne leider weniger genau. Die Professionell-Modi treffen die Nuancen deutlich besser, obgleich sie mit 165 respektive 121 Candela pro Quadratmeter (Variante 1/2) deutlich dunkler und beim Weißpunkt einen Tick zu warm eingestellt sind. Daher weisen Schwaz-Weiß-Streifen einen minimalen Gelb-Rotstich auf. Die Farbreproduktion des günstigeren Bruders hat uns etwas besser gefallen, wobei sie sich per CalMAN-Software verbessern lässt. Erweiterte Farbräume à la Sonys Triluminos-Technologie sucht man vergeblich. Immerhin verspricht Panasonic bei Quellen im zukünftigen BT.2020-Standard eine aufwändige und akkurate Konvertierung auf den Farbumfang des Fernsehers. Lässt die erhöhte Bildwiedergabefrequenz (Backlight Scanning) zunächst auf ein Marketingversprechen schließen, sorgt sie in der Praxis tatsächlich für ein Plus an Bewegungsschärfe. Nicht einmal die hektischen Kampfszenen im achten Kapitel von "Krabat" bringen den AXW 904 aus der Fassung - die 24p-Wiedergabe meistert er ebenso perfekt. Auf Wunsch beseitigt die "Intelligent Frame Creation" auf den zwei höchsten Stufen das originale Kinoruckeln und erzeugt einen flüssigen Videolook. ..."

"... in Sachen UHD haben die Entwickler offensichtlich immer noch nicht nachgebesssert. Zumindest quittiert unser AXW 904 den Versuch, Ultra-HD-Videos im HEVC-Format wiederzugeben, mit einer Fehlermeldung - und das, obwohl laut Hersteller ein entsprechender Decoder an Bord ist. Gleiches gilt für Clips mit 4.096 statt 3.840 horizontalen Pixeln. Kein Problem bereiten dem Mediaplayer der H.264.Codec sowie Aufnahmen von gängigen 4K-Kameras wie der hauseigenen Lumix GH4, der GoPo Hero 3 Black Edition oder den Sony-Camcordern FDR-AX 1 und -AX 100. Für eine ruckelfreie Darstellung sollte das Speichermedium allerdings nach dem exFAT-Standard formatiert sein. Dennoch bleiben bestimmte JPEG-Fotos wohl oder übel auf der Strecke; niedriger aufgelöste Bilder werden hochskaliert.

Alle vier HDMI-Eingänge kommen mit UHD-Signalen bis 60p zurecht. Unser Quellmaterial vom angeschlossenen 4K-Camcorder Sony PXw-Z 100 erscheint perfekt durchgezeichnet und farbneutral. Bewegte Motive verwischen zwar weiterhin minimal, wirken aber subjekitv schärfer als beim AXW 804. Praktisch: Sämtliche Bildregler stehen uneingeschränkt zur Verfügung. ..."

Bewertung:

+ beispiellose Ausstattung inklusieve Sat-over-IP

+ extrem scharfes Bild mit sauberer Detailzeichnung

+ hohe Helligkeitsreserven

+ hochwertiges und edel anmutendes Design

- Farben ab Werk nicht optimal

- Klangqualität könnte besser sein

Fazit:

Panasonic findet mit dem T-55 AXW 904 zu neuen Kräften: Er ist der wohl beste 4K-Fernseher, den die Japaner je gebaut haben und kommt außerdem der Konkurrenz aus Südkorea bedrohlich nah. Bei der Bildqualität hätten wir im Vergleich zum kleineren Bruder jedoch mehr erwartet. Die Farbwiedergabe und der Kontrast fallen sogar etwas schlechter aus.