Piega Classic 7.0 bei Audio im Test

Dieser Test bezieht sich auf folgende Produkte
Piega Classic 7.0

Standlautsprecher


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AUDIO

1/2016

In der Audio Ausgabe 1/2016 auf den Seiten 28 bis 30 wurde die Piega Classic 7.0 getestet.

Testauszug:
„… schon nach kurzer Einspielzeit konnte die Lady in White jenen ruhigen, unaufgeregten Fluss in ihre Darbietung bringen, mit der sanfte Klanganmut wie auf der neuen SACDD von Carrie Newcomer für sich einnehmen kann. Die Piega kann Musik mit jener ganz eigenen Mischung aus Homogenität und Offenheit wiedergeben, wie sie nur erfahrene Lautsprecherbauer hinbekommen. Denn weder erkaufte sich die 7.0 ihre volltönende, sonore Stimmwiedergabe mit einer übergebührlichen Betonung der unteren Mitten, was dann schnell auf Kosten differenzierter Grundtonwiedergabe gehen kann. Noch schummelte sie mit unverschämter Brillanzbetonung Höhen herbei, die auf den ersten Höreindruck erfrischend, auf Dauer aber nur noch nervend wirken.
Nein, die große der kleinen Piega-Lautsprecher hat eine weiße Weste, was die Frequenzbereiche angeht, denn auch im Bass mogelt sie nicht: Den von vielen Mitbewerbern gewohnt, Tiefbass nur vortäuschenden Kick bei 60 Hertz erspart sie den Hörern. Man hat sogar insbesondere bei sehr freier Aufstellung im Raum den Eindruck sehr zurückhaltender Bass-Wiedergabe. Die Brustkörbe großer Bassisten wie Martti Talvela im Verdi-Requiem unter Georg Solti (Decca/Universal) schnurrten da ein wenig zusammen, dem Kontraoktav-Fundament spätromantischer Sinfonieorchester (Bruckner 8 unter Jaap von Zweden, Challenge Classics) ging etwas Autorität abhanden.
„… doch das vermeintliche Manko ließ sich vergleichsweise einfach beheben. Im relativ stark bedämpften und recht großen AUDIO-Hörraum suchte die zurückhaltende Schweizerin offenbar doch Nähe. Nähe zur Rückwand beispielsweise. Im Gegensatz zu vielen ihrer Klassen-Kameradinnen gewann sie durch Abstände  diesseits von 50 Zentimetern an Bass-Masse, ohne aufzuschwemmen. Wandnah und eingewinkelt auf die Hörposition spielte sie weiterhin eine weiter ihrer großen Stärken aus: die punktgenaue Fokussierung. Der Autor ist ein großer Fan von Aretha Franklin. In ihrer „Atlantic Album Collection“ findet sich der Mono-Mix ihres großen Hits „Respect“.
Das Piega-Pärchen stellte die respektable Stimme der Amerikanerin punktgenau in ihre Mitte, und zwar auch vor die Band und die Background-Sängerinnen. Im Stereo-Mix offenbarte sie dann auch noch präzise, dass die Produzenten die Stimme da ein bisschen „breiter“ abgemischt und Band wie Background relativ strikt auf die zwei Kanäle verteilt hatten. Die Piega Classic 7.0 ist ein wahrhaft feiner Lautsprecher, der jeden Rappen, pardon: jeden Cent wert ist. …“

Bewertung:
+ neutraler, fein abgestimmter Standlautsprecher
+ fokussierte und differenzierte Wiedergabe
+ natürliche Klangfarben
+ recht guter Wirkungsgrad
- Bass und Maximalpegel begrenzt
- freistehend zu wenig Druck

Fazit:
Mit der Classic-Serie steigt Piega mit Glanz und Gloria ins mittlere Preissegment ein. Billige Lautsprecher werden aus Horgen wohl nie kommen, doch mit der Classic 7.0 für 3000 Euro pro Paar beweisen die Schweizer auch in  dieser Preisklasse ihre Sonderklasse. Dieser Standlautsprecher im edlen Hochglanz-Look erlaubt sich keinerlei für preiswerte Boxen typische Tricksereien. Piega steht mit blütenweißer Weste da.

Preis/Leistung: überragend