Pioneer SC-LX77 bei AUDIOVISION im Test: Highlight

AUDIOVISION: Highlight (ab 3/07)

4/2014

"In der Audiovision-Ausgabe 4/2014 auf den Seiten 30 bis 32 wurde der Pioneer SC-LX77 getestet."

Testauszug:

"...straff, kontrolliert und luftig spielt der Receiver drauf los: Er reproduziert unsere oft zitierte Steely-Dan-Scheibe "Two against Nature" sowohl in der PCM 5.1 (DVD-Audio) als auch in der Dolby-/DTS-Fassung (DVD-Video) mit gleichermaßen druckvollen wie satten Bässen, wenn die "Phase Control" zugeschaltet ist. Schaltet man sie ab, erklingen die Bässe dagegen dünner als bei anderen Receivern dieser Preisklasse, wenn wie im ersten Hördurchgang kein Subwoofer am Werk ist. Actionreichen Filmton wie in "Terminator 3" gibt der Receiver mit tiefsten Bässen und zugleich sauberen Dialogen bei höchsten Pegeln wieder. Trotz enormer Kraftreserven handelt es sich um einen ausgesprochen sparsamen Verstärker: Hört man Musik in Zimmerlautstärke, zieht der Pioneer nur 70 Watt aus der Steckdose. Der temperaturgeregelte Lüfter ist hörbar, schaltet sich aber erst bei extremer Leistungsanforderung zu, so dass man von ihm nichts mitbekommt. Lässt man die Einmessautomatik ans Ruder, legt der Pioneer nochmals an Präzision zu. Zwar gerät der Klang erst etwas zu höhenreich. Doch das ist nicht weiter schlimm, erlaubt doch das sechsstufige X-Curve-Filter eine subtile und sanfte Höhenabsenkung, die weder Sprachverständlichkeit noch Transparenz bei Musikwiedergabe verschlechtert. Beeindruckender als die Frequenzgangkorrektur, die für ein homogen zusammenspielendes Lautsprecherset sorgt, ist die Wirkung der "Full-Band-Phase-Control": Wir hörten vorher nicht unmittelbar, dass die Bässe gegenüber den Mitten und Höhen leicht verzögert waren. Nichtsdestotrotz erscheint mit korrigiertem Group Delay die Darbietung klarer, mehr aus einem Guss und stresst weniger bei hohen Lautstärken..."

"...der Pioneeer beherrscht nicht nur brachialen Kinosound, sondern auch leise Töne: Schon Audio-CDs klingen luftig und feinauflösend, und zwar sowohl über HDMI als auch über den optischen Eingang. Mit SACDs, deren DSD-Datenstrom der Pioneer über HDMI in Empfang nimmt, baut er eine fantastische Feinzeichnung und Präzision auf. Im Klangcharakter tritt er je nach Einstellung des D-Filters eher warm ("Slow") oder anspringend ("Sharp", "Short") auf. Weitere Klangakzente lassen sich mit dem zuschaltbaren Upsampling und Upscaling ("Hi-Bit 32") setzen. Im Pure-Direct-Hörmodus sind schließlich alle nicht zwingend benötigten Schaltkreise inaktiv - auch die Korrektur der Gruppenlaufzeit, weshalb der "audiophilste" Modus nicht zwingend besser als "Direct" klingt..."

Bewertung:

+ hervorragender Klang mit kräftigem Bass
+ niedriger Stromverbrauch
+ umfassende Ausstattung
+ raffinierte Einmess-Automatik
- Menü-Bedienung nicht immer optimal
- Bass-Equalizer nur bis 63 Hertz

Fazit:

Der Pioneer spielt sich mit viel Ausstattung, Power und Top-Klang in unsere Referenzliga. Mankos hat er nur wenige, wie ein recht langsames, in die Jahre gekommenes Menü und einen an sich tollen BassEQ, dessen Regelbereich Pioneer erweitern sollte.