Pioneer SC-LX87 bei AUDIOVISION im Test: Referenz

AUDIOVISION: Referenz

10/2013

"In der Audiovision-Ausgabe 10/2013 auf den Seiten 20 bis 24 wurde der Pioneer SC-LX87 getestet."

Testauszug:

"...wie seine Vorgänger lässt der Pioneer im Messlabor keine Wünsche offen: Die üppigen Leistungsreserven verhelfen ihm in jeder Situation zu einem souveränen Auftritt - egal, ob bei zwei-, fünf- oder siebenkanaliger Volllast. Mit einer Leistungsaufnahme von weniger als 90 Watt bei fünf mal fünf Watt Ausgangsleistung verbraucht er zudem rund ein Drittel weniger Strom als vergleichbare Receiver und heizt sich somit weniger auf. Im ersten Hördurchgang musste der SC-LX 87 sein Klangpotenzial ohne Unterstützung der Einmess-Automatik beweisen. Dennoch spielte er sich gleich bei den ersten Takten des Steely-Dan-Albums "Two Against Nature" in die Herzen der Zuhörer: Nur wenige Verstärker verleihen dem eher schlank aufgenommenen Sound so viel Wärme und Druck wie der Pioneer bei zugeschalteter Phase Control. Bei Receiver-Hörtests müssen die Probanden ihr Können nämlich ohne Unterstützung durch einen Aktivbass zeigen, denn nur so offenbaren sich eventuelle Leistungsschwächen oder Bassmanagement-Probleme. Im zweiten Hördurchgang kommt die Einmessung zum Zug: Sie bietet dem Hörer im aufwändigsten Modus "automatisches MCACC" drei Entzerrungsprogramme an, von denen uns "Symmetry" am besten gefällt. Das Steely-Dan-Stück "What A Shame About Me", das schon im ersten Durchlauf gespielt wurde, klingt nach der Einmessung noch etwas druckvoller, vor allem aber runder und wie aus einem Guss. Feine Klangdetails wie der leise metallisch klirrende Snare-Teppich lösen sich sauberer von den Boxen, ohne dass die Höhen aufdringlich hervorstechen. Fast scheint es, als würde ein Schleier verschwinden, sobald das MCACC-System zugeschaltet wird: Die Klangunterschiede zwischen den Lautsprechern verringern sich, speziell der im Praxistest zu tief positionierte Center passt nun besser zu den Frontboxen. Auch die im unbelassenen Zustand leicht brummige Stimme des Sprechers zu Anfang der IMAX-Doku "Everest - Gipfel ohne Gnade" nimmt an Klarheit zu. Bei schlechter Sprachverständlichkeit empfiehlt die Anleitung, den im Standard-Hörmodus verfügbaren "Dialog Enhancer" zu aktivieren, der die entsprechenden Frequenzbereiche den beiden Frontlautsprechern zumischt - da er aber stark ins Klangbild eingreift, sollte man ihn nur im Notfall einsetzen. Der Frequenzgang-betonte MCACC-Modus "All Channel Adjust" klingt ähnlich, wobei Tiefbass sowie Anschlagsgeräusche geringfügig leiser und weicher als in "Symmetry" wirken. Grundsätzlich liefern beide Varianten ausgewogenen Sound und im Unterschied zu anderen Einmess-Systemen treten die Höhen nicht zu stark hervor..."

"...bei stereophoner Musikwiedergabe klingt der SC-LX 87 genauso mitreißend und musikalisch wie im Mehrkanal-Betrieb. Ob man den Pure-Direct-Modus bevorzugt, bei dem alle nicht zwingend notwendigen Verarbeitungsschritte inaktiv sind (also auch die Korrektur der Gruppenlaufzeit), ist Geschmackssache, Puristen kommen mit ihm in den Genuss unberührter Audiosignale - speziell bei analogen Quellen wie Schallplattenspielern macht er Sinn. Grundsätzlich gibt es aber auch am Direct-Modus nichts auszusetzen, da das Klangbild trotz EQ und leicht unterschiedlicher Abstände von linkem sowie rechtem Lautsprecher natürlich bleibt. Die komplexen Beats auf dem verspulten Mouseon-Mars-Track "Send Me Shivers" spielt der Receiver schnörkelfrei, präzise und doch mit einer gewissen Wärme ab. Die Auswirkungen des Audioscalers, der den CD-Sound auf Wunsch in höhere Wortbreiten und Abtastraten ("Hi-Bit32", "Upsampling") konvertiert, sind kaum wahrnehmbar. Wohl aber verändert der umschaltbare Downsampling-Filter die Sound-Nuancen: "Slow" klingt rund und warm, "Sharp" einen Tick höhenreicher und schneller..."

Bewertung:

+ hervorragender Klang mit kräftigem Bass
+ niedriger Stromverbrauch
+ umfassende Ausstattung
+ leistungsfähige Einmess-Automatik
- Bass-Equalizer nur bis 63 Hertz

Fazit:

Mit dem SC-LX87 trifft Pioneer wieder einmal voll ins Schwarze: Er vereint erstklassigen Sound sowie flexible Klangregler mit modernster Video- und Multimedia-Ausstattung bei geringem Stromverbrauch. Einzige Mankos sind die etwas hakelige Bedienung und der nicht gerade niedrige Preis.