Pioneer SC-LX89 im Test bei Audiovision: Referenz

AUDIOVISION: Referenz

1/2016

In der Audiovision Ausgabe 1/2016 auf den Seiten 20 bis 25 wurde der Pioneer SC-LX89 AV-Receiver getestet.

Testauszug:
„… übersichtlicher und intuitiver, aber für unseren Geschmack noch immer zu verschachtelt, präsentiert sich das Basismenü bestehend aus den drei Blöcken „Netzwerk/Bluetooth“, „MCACC Pro“ und „Grundeinstellungen“. Während die Settings des Equalizers im Menü der Einmess-Automatik vorgenommen wird, ist das eigentliche Lautsprecher-Setup über die Grundeinstellungen erreichbar. Vorbildlich fallen hier die Distanz-Einstellungen mit einem Zentimeter aus, die Lautstärke-Pegel lassen sich mit 0,5 Dezibel optimal justieren; den lauten Rauschgenerator kann man nicht abschalten.
Die Einstellungen für Dolby Atmos decken fast alle Möglichkeiten ab, bei 7.2.4-Setup lassen sich Dolby-Enabled-Speaker sogar auf die Surround-Back-Boxen platzieren. Bei einer 7.2.2-Konfiguration können Dolby-Enabled-Boxen sowohl auf die Front-, Back- als auch die Surround-Back-Boxen gestellt werden, Höhenboxen kommen mittig an die Decke. Auch 9.2.2-Setups sind möglich, dann mit zusätzlichen Front-Height- und/oder Front-Wide-Boxen zu einem Pärchen Top-Middle- bzw. Dolby-Boxen. Wer nicht das volle Atmos Setup nutzt, kann dreie Endstufen für Bi-Amping oder die Beschallung von zwei zusätzlichen Hörzonen verwenden. …“
„… Videoseitig ist der Pioneer mit HDMI 2.0 samt HDR- und HDCP-2.2-Unterstützung nach BT.2020-Norm an allen Ein- und Ausgängen bestens für die UHD-Zukunft gerüstet. Niedriger aufgelöste Signale skaliert der SC-LX89 auf 4K, die Bilder können dank Video-Equalizer umfangreich manipuliert werden. …“
„… wie sein Vorgänger strotz der SC-LX89 bei der Leistungsmessung mit über 1.100 Watt im 7-Kanalbetrieb bei 4-Ohm-Last vor Kraft und beschallt auch stromhungrige Lautsprecher in XXL-Heimkinos mühelos. Auch beim durchschnittlichen Stromverbrauch hält der SC-LX89 den Wert seines Vorläufers mit 103 Watt und rutscht somit erneut nur knapp an unserem Stromsparer-Logo vorbei – vergleichbare Receiver-Boliden ziehen oft den dreifachen Saft aus der Steckdose. Seine Power setzt der Pioneer dann auch musikalisch um: So hievt das Schwergewicht Steely Dans „Gaslighting Abbie“ mit solch einer anspringenden Leichtfüßigkeit, federnder Dynamik und körperhaften Abbildungen in den Hörraum, dass es eine wahre Freude ist. Tonal von oben bis unten wie aus einem Guss spielt er mit musikalischem Feingeist und stemmt Bassläufe konturiert wie druckvoll in den Hörraum – auch ohne angeschlossenen Subwoofer. Dabei kippte der Klang auch bei hoher Lautstärke nie ins Harte, was stressfreies Langzeithören ermöglicht. Beim Atmos-Trailer „Amaze“ schickte der SC-LX89 Brachialbässe auf die Membranen unserer Frontboxen – eindrucksvoll auch, wie weit der Pioneer außerhalb der Boxen Effekte platziert und so ein großräumiges, einhüllendes Surround-Feld schafft.
Vor dem zweiten Hördurchgang mit Subwoofer musste die Einmessung ran. Wie immer empfehlen wir die Einmess-Variante „Auto MCACC“, die nach verrichteter Arbeit gleich drei Klangkurven bereitstellt. Besonders „Symmetry“ und „All Ch Adj“ liefern bei nur geringer Anhebung von Bässen und höchster Frequenzen einen etwas wärmeren und trotzdem fein durchgezeichneten Klang. „Front Allign“ passte gekonnt den Sound aller Lautsprecher an die beiden Hauptlautsprecher an, die unangetastet bleiben. …“
„… als nächstes rotierte unser DVD-Stolperstein „3 Doors Down – Away from the Sun“ im Player, dessen „On Stage“-Dolby-Soundmix ob falscher Phasenbezüge zwischen Subwoofer und Frontboxen auf vielen Verstärkern dünn und bassarm klingt. Dank Pioneers „Phase Control+“-Schaltung und korrigierter Gruppenlaufzeiten schallte der Dolby-Mix jedoch genauso druckvoll wie die korrekt aufgenommene DTS-Spur – Klasse! Nicht minder eindrucksvoll tönte der Ausschnitt aus „X-Men – Zukunft ist Vergangenheit“ auf der „2015 DTS Demo Disc“, den wir mit dem vollen Arsenal an Klangverbesserungen um SC-LX89 krachen ließen, darunter auch das „Standing Wave“-Filter zur Vermeidung von Dröhnen aufgrund stehender Wellen bei ungünstiger Raumakustik bis hin zum sechsstufigen „X-Curve“-Filter, das spitze Höhen bei Filmton zuverlässig absenkt. So klingt selbst bei extremen Pegeln der Mutanten-Kampf im „X-Men“-Abenteuer nie schrill und unsauber. Bässe drückten kraftvoll, aber nie eingedickt oder schwammig. So machen Action-Filme Spaß. …“
„…  da im vermeintlich audiophilsten Hörmodus „Pure-Direct“ alle nicht zwingend benötigten Schaltkreise deaktiviert sind – also beispielsweise auch die Korrektur der Gruppenlaufzeit – bevorzugten wir im Hörtest den „Direct“-Modus. Damit konnte der Pioneer auch mit Stereo-Musik seine Stärken bei Lebendigkeit, Bass und Durchzeichnung voll ausspielen: So tanzte Michael Jacksons „Who is it“ dank kontrollierter, straffer Bässe, körperhafter Mitten und präzise aufgelöster Höhen förmlich zwischen den Boxen – und das unabhängig von der Zuspielung über HDMI oder optischen Eingang. …“

Bewertung:
+ hervorragender Klang mit kräftigem Bass
+ Dolby Atmos und DTS:X samt 11.2.-Kanalprocessing
+ zukunftssicher dank HDMI 2.0, HDCP 2.2 und HDR
+ sehr hohe Leistungsreserven
+ niedriger Stromverbrauch
- Bedienung könnte besser sein

Fazit:
Pioneers neues AV-Flaggschiff verzückt mit hervorragendem Klang und begeistert mit satter Leistung sowie reichhaltiger Ausstattung – und landet auf Platz 1 unserer aktuellen Bestenliste. Als einziger Kritikpunkt bleibt eigentlich nur der noch nicht optimale Bedienkomfort.

Testurteil: sehr gut
Referenzklasse