Pro-Ject Debut Carbon Premium (rot) bei AUDIO im Test

Dieser Test bezieht sich auf folgende Produkte
Pro-Ject Debut Carbon DC Basic / Phono USB

Plattenspieler mit integriertem Phono-Vorverstärker mit A/D-Wandler, USB-Schnittstelle und analogem Ausgang.


Zum Produkt
AUDIO
Pro-Ject Debut Carbon Premium (rot)

10/2012

"In der Audio-Ausgabe 10/2012 auf den Seiten 54 bis 57 wurden von Pro-Ject vier Modelle des Debut Carbon getestet."

Testauszug:

"...der Hörtest begann mit mit dem Ur-Debut, der seit Jahren im AUDIO-Hörraum als Vergleichsgerät dient. Dessen serienmäßiges Ortofon OM5E wurde für den Test per Nadeltausch in ein OM10 verwandelt, wie es auch ab Werk auf dem Carbon Basic montiert ist - uns interessierten zunächst die Eigenschaften von Laufwerk und Arm, weniger die längst bekannten Qualitäten der unterschiedlichen Ortofon-Nadeln. Mit "Pitseleh" von der Elliott-Smith-Scheibe "XO" (Bong Load Custom Records) hätte man den Vergleich eigentlich schon vor Ablauf des kurzen Songwriter-Stücks abbrechen können: Die Zunahme an Sauberkeit und Ausdruckskraft war offensichtlich, eine subjektiv merklich lautere Wiedergabe bei zugleich leiserem Hintergrundgeräusch (die selbstverständlich auch nach einem Überkreuz-Tausch der Nadeleinschübe erhalten blieb) zeugte davon, dass der neue Spieler die Rillenauslenkungen effizienter als sein Vorgänger in elektrische Ströme umwandelte. Der Normal-Debut wanderte also ins Regal. Auf dem Laufwerkstisch neben dem Carbon Basic nahm nun der Carbon Premium Platz, der sich vom Basic lediglich durch sein besseres System unterscheidet: Statt des guten OM10 trägt er das exzellente 2M Red, wie immer ab Werk sauber justiert und mit einem etwas schwereren Gegengewicht auch tonarmseitig korrekt angepasst. Wieder war das Bessere des Guten Feind, und zwar nachhaltig und eindeutig: Kam man vom feinzeichnenden, plastischen Red, wirkte das 10er mittenbetont und fast etwas diffus. Nur selten bietet HiFi für nur 50 Euro Mehrpreis einen so klaren Mehrwert wie in diesem Fall. Natürlich kann man auch mit dem normalen Debut Carbon jahrelang toll Musik hören. Ist die Nadel des 10ers dann irgendwann mal erschöpft, kann man immer noch auf ein besseres System wechseln und klanglich einen sehr befriedigenden Schritt nach vorn machen. Vergleicht man die beiden Versionen dagegen vor dem Kauf, wird der Basic meist sehr schnell aus dem Rennen sein. Dergestalt bereits von 315 auf 365 Euro gelockt, muss der Interessent dann gleich noch einer weiteren Versuchung widerstehen - oder stattgeben: Einen magischen 50-Euro-Sprung weiter steht mit dem Debut Carbon Esprit das Spitzenmodell der Debut-Familie. Aus dem Premium geht er durch Tausch des Blechtellers gegen einen Rundling aus präzise gedrehtem Acryl hervor. Wir sind jetzt also bei 420 Euro, stehen aber vor einem todschicken Spieler, der wenig überraschend - auch nochmal anders klingt als der Premium. Ein Stück weit hat dieser Unterschied auch geometrische Gründe: Die Acrylscheibe ist etwas dicker als der Blechteller, und da der Arm nicht höhenverstellbar ist, taucht die Nadel somit etwas flacher in die Rille. Das allein reicht aber nicht, um die zusätzliche Ruhe, die bessere Abbildung und die merklich größere tonale Ausgewogenheit zu erklären, die der Esprit an den Tag legte. Eine Sonderrolle nimmt schließlich der Debut Carbon Basic Phono/USB ein: klanglich mit dem Basic vergleichbar, besitzt er einen integrierten Phono-Vorverstärker samt USB-Schnittstelle zum Übertragen von Schallplatten auf den PC - der einzige "USB-Plattenspieler", den AUDIO wirklich empfehlen kann..."

Bewertung:

+ exzellenter Klang
+ klare Steigerung vom Basic bis zum Esprit

Fazit:

Eindrucksvoll, wieviel Klang schon das Basismodell für 315 Euro aus den Platten herausholt. Aus Sicht des HiFi-Hobbyisten haben die teureren Varianten des Debut Carbon aber sogar das bessere Preis-Leistungsverhältnis, weil hier das Konzept seine ganze Stärke zeigt. Wer keine strengen Budgetgrenzen hat, dem sei auch ein Blick auf noch teurere Spieler ans Herz gelegt: Die beim Debut beobachteten, drastischen Qualitätssprünge für vergleichbar wenig Mehrpreis setzen sich nämlich bis in merklich höhere Preisklassen fast linear fort - auch bei Pro-Ject.

Preis/Leistung: überragend