Pro-Ject Elemental bei STEREO im Test

STEREO

2/2015

In der Stereo Ausgabe 2/2015 auf den Seiten 72 bis 74 wurde der Pro-Ject Elemental getestet, der sich nur durch den fehlenden USB-Anschluss vom Pro-Ject Elemental Phono USB unterscheidet.

Testauszug:

"... uns interessierte vielmehr: Was leistet ein Plattenspieler für nur gut 200 Euro? Aus diesem Grund schlossen wir den Elemental zunächst an unsere Referenz-Komponenten an, etwa Brinkmanns Phono-Amp Edison für satte 9000 Euro. An dessen weiteren zwei Eingängen brillierten prunkvolle Analoggeräte mit fünfstelligen Preisschildern. Würden sie den vergleichsweise schlicht und fragil wirkenden Pro-Ject zur Lachnummer degradieren? Keineswegs. Natürlich spielte dieser nicht in der Referenz-, sonder eher in der Elementarklasse, doch in dieser so überzeugend, frisch und unbekümmert, dass ihm der Respekt der Zuhörer gewiss war. Stets verstand es der Basisdreher, die Idee der Musik zu vermitteln. Die lässige  Nonchanlance von Madelein Peyroux' "Instead" passte ebenso zu seinen Ausdrucksfähigkeiten wie die turbulente Rasanz des so oft gehörten Openers von Diana Kralls "Paris"-Konzert. Sogar von der wuchtigen Vehemenz und strahlenden Fähigkeiten des Orchesters in Chadwicks "Jubilee" blieb über das schmale Brett des Elementals viel mehr als nur eine vage Ahnung. ..."

"... offen gestanden hatten wir uns mit der Vorgabe auf die Verrücktheit "Einstiegsdreher an Top-Anlage" eingelassen, um uns und der Welt zu beweisen, dass es ein 200-Euro-Spielerchen eben nicht bringt, und waren nun in unserer Arroganz düpiert. Gewiss, die Analogwelt hebt der Pro-Ject nicht aus den Angeln. Aber für eine faustdicke Überraschung reichte sein Auftritt allemal. Lichtenegger, der als Vorteil des Konzepts nennt, dass er etwa die Tonarmmasse genau auf den Abtaster abstimmen konnte, hat wohl alles herausgeholt, was möglich war. Dabei gab es aber Grenzen. Sobald sich die Nadel in die Einlaufrille senkte , wurde bei höheren Pegeln ein leises Summen in den Boxen hörbar: Motorvibrationen, die sich auf Lager, Teller und Platte übertrugen, bei einsetzender Musik allerdings von dieser überdeckt wurden. Mit "lauten" Pop-Platten und an preisklasseadäquaten Spielpartnern dürften solche kleinen Schwächen kaum ins Gewicht fallen.

Wir haben beide Elementals an günstigen Vollverstärkern ausprobiert, wobei sich erwies, dass der integrierte Phono-Amp der USB-Variante auf sehr ordentlichem Niveau läuft. An Marantz' PM 7005 gefiel uns das etwas farbigere und druckvollere Ergebnis in dieser Weise sogar besser, als wenn das Basismodell über dessen Phono-Buchsen spielte. Was man von dem zu hören bekommt, hängt natürlich wesentlich von der Güte des vorhandenen Phono-Zweigs ab. Bei günstigen Verstärkern oft ein limitierender Faktor.

So bleibt der Elemental in seiner Welt. Kein Problem, denn er darf als prima gemachte, ausgereifte und überraschend klangstarke Komplettlösung gelten, wenn der Plattenspieler kaum mehr als zwei "Hunnies" kosten darf. Und er verleitet durchaus dazu, sich aktiv mit dem Thema Plattenspieler zu beschäftigen. Dabei fällt etwa auf, dass der Mini-Pro-Ject genau wie seine großen Brüder auf die Polung des externen Netzteils reagiert. Falsch  herum eingesteckt leidet die Räumlichkeit, und die oberen Lagen geraten leicht harsch. Hier ist eben alles wie sonst - ungeachtet der Einfachheit.

Das führt uns zur Anfangsfrage zurück: Wie viel Plattenspieler braucht man? Für den gelungenen Einstieg gewiss nicht mehr als einen Elemental. Trotz mancher Einschränkungen wird Pro-Jects Kleinster unter den nachwachsenden Vinylhörern gewiss für analoge Elementar-Erlebnisse sorgen. ..."

Fazit:

Als analoges "Elementarteilchen" bringt Pro-Jects aufs Wesentliche konzentrierter Elemental frischen Schwung in die Basisklasse. Ein pfiffig und mit Augenmaß gemachter Plattenspieler "Made in Europe", der bei Einsteigern garantiert manchen Grundstein für die Freude am Vinylhören legt.

Preis/Leistung: überragend