Test: Elac Debut F6 – preiswerter 3-Wege-Standlautsprecher mit beeindruckender Akustik

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Elac Debut F6

Standlautsprecher


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HIFI-REGLER-TEST

19.04.2016

Autor: Carsten Rampacher, AREADVD, exklusiv für HIFI-REGLER, 19.4.2016

Lesen Sie hier eine Zusammenfassung des aktuellen Tests bei AREADVD zum Standlautsprecher Elac Debut F6.

 

Elac Debut F6

 

Große Erfolge feiert der Kieler Traditionshersteller Elac schon seit einiger Zeit mit der "Debut" Lautsprecherserie. Die Boxen wurden von keinem geringeren als von Andrew Jones mit entwickelt, der früher in den Diensten der renommierten Lautsprecherfirmen KEF und TAD stand. Sehr beliebt ist die pro Stück 379,00 EUR kostende Standbox Debut F5 – doch  manchem Hörer ist diese Konstruktion zu klein und zu wenig imposant. Zeit also, nachzubessern.

 

Elac Debut F6 - eine Nummer größer bitte!

 

Elac Debut F6 Rueckseite

Über einen Meter hoch und mit drei Bassreflex-Öffnungen hinten

 

Die Debut F6 ist die logische Fortsetzung der Erfolgsgeschichte. Der Bassreflex-Standlautsprecher ist eine 3-Wege-Konstruktion, die pro Stück 21,2 kg wiegt und 1.092 mm hoch, 216 mm breit und 254 mm tief ist.

Man kann den Schallwandler an Verstärker mit 4 bis 8 Ohm Impedanz verwenden, und der Wirkungsgrad (2,83V/1m) wird vom Hersteller mit durchschnittlichen 87 dB angegeben. Daher sollte man schon für eine entsprechend kraftvolle Zuspielung sorgen.

 

Bestückung mit Doppelbass

 

Elac Debut F6 Basschassis

Gleich zwei 16,5 cm Basschassis

 

Ein 2,54 mm messender Hochtöner – natürlich in dieser Preisklasse ein konventioneller Kalottenhochtöner und kein Elac JET Bändchenhochtöner, der in den teureren Elac-Baureihen Verwendung findet – wird ergänzt von einem 16,5 cm Mitteltonchassis und gleich zwei ebenfalls 16,5 cm messenden Basstreibern. Die Membrane von Mittel- und Tieftönern bestehen aus besonders leichtem sowie steifen Aramid, was ein präzises Ein- und Auslenkverhalten zur Folge hat.

 

Belastungswerte lesen sich durchschnittlich

 

Durchschnittlich lesen sich die vom Werk angegebenen Belastungswerte. 80 Watt Dauerbelastbarkeit und 150 Watt Maximalbelastbarkeit sind der Preisklasse entsprechende Werte. Wie wir aber wissen – grau ist alle Theorie, die Praxis wird später zeigen, welche Pegel die Debut F6 mitgeht. Den Frequenzgang gibt der Hersteller mit 39 Hz bis 20 kHz an. Die obere Grenzfrequenz von 20 kHz deutet an, dass Elac die Einstiegssserie nicht unbedingt als das Idealmaß für die High Resolution Audio-Wiedergabe ansieht – ganz im Gegenteil zu den größeren Baureihen des Hauses Elac, z.B. die Standbox FS 247.3 mit JET 5 Bändchen für eine hervorragende Präsentation auch enorm hoher Frequenzen.

 

Einfaches, aber robustes Finish

 

Folierung

Folierung nicht perfekt

 

Dass es sich bei der Elac Debut-Serie um die günstigste Möglichkeit handelt,  in den Besitz von Elac-Schallwandlern zu gelangen, zeigt auch die Verarbeitung. Zeichnen sich Elac-Boxen sonst meist durch opulenten Materialeinsatz und enorm penible Fertigungsqualität aus, merkt man der Debut-Serie an, dass sie vor allem auf dem US-Markt, auf dem andere Faktoren wichtig sind (viel Lautsprecher fürs Geld), für Furore sorgen soll. Eine Folierung ausschließlich in schwarzer Ausführung, die an den Kanten (die etwas spitz sind) nicht perfekt ausgeführt ist, und konventionelle Stoff-Schutzgitter, die nicht magnetisch haften, sondern in entsprechende Metallstifte auf der Schallwand geschoben werden, sind Beweise für das günstige Preissegment.

 

Gehäuse aus einem Guss

 

Gehaeuse aus einem Guss

Gehäuse aus einem Gussm keine seperat befestigte Schallwand

 

Anschluesse der Debut F6

Anschlüsse

 

Gut gefällt uns, dass die Debut F6 keine separat mehr befestigte Schallwand aufweist, sondern ein Gehäuse "aus einem Guss". Das wirkt deutlich attraktiver. Die Standfüße, auf denen die F6 ruht, gefallen ebenfalls, denn der Formfaktor passt sehr gut zum Rest der Box. Auf der Lautsprecher-Rückseite finden sich natürlich Schraubanschlüsse, allerdings nicht in Bi-Wiring-Konfiguration.

 

Akustisch extrem stark

 

Entscheidende Frage ist natürlich: Wie klingt die Elac Debut F6? Kann sie sich von der kleineren Debut F5 und vor allem auch von der Preisklassen-Konkurrenz absetzen?

Hier geben die Hörtestreihen klare Antworten. Überrascht hat uns, dass die Debut F6 durchaus auch HiRes-Audio-Dateien im Flac-Format in 48, 88,2,96 und 192 kHz ansprechend wiedergibt. Dabei hat sie keine Berührungsängste mit "großen Stimmen": Die "Nessun Dorma"-Adaption des berühmten deutschen Tenors Jonas Kaufmann stellt sie sogar für die Preisliga exzellent dar. Die legendäre Arie aus Giacomo Puccinis "Turandot" stellt eigentlich enorme Anforderungen an das akustische Potential. Doch die Klarheit der vokalen Konturen, das Auflösungsvermögen über den gesamten Frequenzbereich und auch die Loslösung der vokalen Anteile von den Lautsprecher-Chassis verdienen Respekt. Diana Kralls Version  von "California Dreamin'" birgt auch einige klangliche Risiken für preiswerte Schallwandler. Doch auch hier trumpft die F6 auf: Souverän auch bei hohem Pegel, mit kräftigem, präzisem Bass, der sich aber nie unschön profilieren möchte, und mit einer angenehmen Gesamt-Charakteristik wird hier nahezu ein Optimum für die Preisklasse geboten.

 

Grobdynamisch eine Macht

 

Wenn es dann richtig nachdrücklich zugeht, wie bei "Past Is Dead" der Punk-Rocker von Bad Religion, beweist uns die Elac Debut F6, dass sie auch eine ausgezeichnete Grobdynamik offerieren kann. Bon Jovis Klassiker "Living On A Prayer" verdeutlicht ebenfalls, wie lebendig und auch wie energiegeladen die Debut F6 agieren kann – ohne dabei die Stimmwiedergabe zu vernachlässigen, die ohne Zweifel sehr gut ist und über dem liegt, was in den Preisklassen bis 500 EUR pro Lautsprecher normalerweise "Gang und Gäbe" ist.

 

Fazit

 

Die Elac Debut F6 Standbox spielt im HIFI REGLER-Test groß auf und liefert eine beeindruckende Pegelfestigkeit, eine sehr gute Grobdynamik und eine für den günstigen Preis ausgezeichnete Feindynamik. Der Schallwandler ist relativ einfach verarbeitet, mehr Opulenz konnte Elac in Anbetracht des günstigen Kaufpreises nicht aufbieten. Insgesamt dürfte sich derzeit kaum ein anderer Lautsprecher finden, der für so wenig Geld so gut klingt . Ein komplettes Elac Debut Set hat AREADVD getestet, auch dort war die Debut F6 mit dabei! Den kompletten Test lesen Sie direkt bei AREADVD 5.1.2 Elac Debut Set.


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