TEST: Yamaha 7.2 AV-Receiver RX-V775 (Kurzfassung)

HIFI-REGLER-TEST

26.6.2013

Autor: Carsten Rampacher, AREADVD, exklusiv für HIFI-REGLER, 26.6.2013

Lesen Sie hier eine Zusammenfassung des aktuellen Tests bei AREADVD des Yamaha AVENTAGE-Receiver Yamaha RX-V 775.

Yamaha positioniert den neuen AV-Receiver RX-V775, wahlweise in Schwarz oder Titan lieferbar, etwas über den anderen Mittelklasse-Modellen der großen Anbieter. Als direkte Konkurrenz fungiert hier der RX-V675 für 599 Euro, während der RX-V775 mit etwas mehr Leistung auf 699 Euro kommt. Satte 160 Watt (4 Ohm, 1 kHz, 0,9 % Klirrfaktor) stehen an Kraft zur Verfügung, das reicht auch für den größeren Hörraum. Eingebaut sind 192 kHz/24-Bit Digital-Analog-Wandler des renommierten Anbieters Burr Brown. Wie bei modernen AVRs üblich, kommt der RX-V775 auch mit FLAC- oder WAV-Audiodateien bis 192 kHz zurecht.

Yamaha RX-V 775 - Frontansicht

Yamaha RX-V 775


Der Yamaha besitzt zwei simultan zu nützende HDMI-Ausgänge, sechs HDMI-Eingänge (einer vorn), zwei Subwoofer-Pre-Outs und das sehr präzise arbeitende automatische Lautsprechereinmesssystem YPAO mit bis zu acht Einmess-Positionen. User mit Erfahrung und akustischem Verständnis haben überdies die Chance, mittels einem manuellen, lautsprecherselektiven parametrischen EQ zu optimieren.

Handy-App für komfortable Bedienung

AV Controller App für Android u. iOS. Zum Vergrößern aufs Bild klicken ...

Verschiedene HiFi- und Cinema-DSP-Programme sind, wie bei jedem Yamaha AV-Receiver, auch beim 775 mit an Bord. Besonders erwähnenswert: Yamaha kreiert keine DSPs am Computer durch reine Simulation, sondern vermisst real existierende Räume akustisch präzise und baut auf diesen Daten DSP-Programme auf. Dadurch "verbiegen" Yamahas DSPs auch nicht den Klang, sondern passen in subtilen Bereichen an: Etwas mehr Räumlichkeit, etwas mehr Durchzeichnung oder etwas mehr instrumentale Präsenz werden dann geboten. Wichtig ist es aber, dass man auch ein DSP-Programm auswählt, das zum Quellmaterial passt.

Der RX-V775 ist mit einem Videoprozessor ausgerüstet, der in der Lage ist, ein Hochrechnen von Bildsignalen auf bis zu 4k durchzuführen. In unseren Testreihen gelang das Hochrechnen von 576i Material auf 1080p sehr gut, das Bild ist stabil, detailreich und rauscharm, und zwar bei Video- und bei Filmmaterial. Leider gibt es keinen Video-EQ.

Der AV-Receiver vertritt optisch den seit einigen Jahren gängigen Yamaha-Stil. An der Verarbeitung gibt es prinzipiell nichts auszusetzen, allerdings wirkt die Gerätefront aufgrund der zahlreichen Bedienelemente etwas überfrachtet. Das gilt auch für die mitgelieferte, in zwei Farben gehaltene Fernbedienung, die gerade im oberen Bereich viele recht kleine und gleichförmige Tasten aufweist.

Hier kann die für Android- und Apple iOS-Devices verfügbare "AV Controller" App eine gute Hilfestellung leisten, denn sie ermöglicht eine wirklich komfortable und übersichtliche Bedienung aller relevanten Funktionen des Yamaha RX-V775 Receivers. Die App überzeugt überdies durch liebevolle Details. So sind den einzelnen DSP-Programmen kleine Bilder zugewiesen, die die Aufgabe des jeweiligen DSPs verdeutlichen.

Die Menüs des Graphical User Interfaces, die auf dem angeschlossenen Fernseher oder Beamer betrachtet werden können, sind Yamaha-Besitzern bereits hinlänglich bekannt. Neueinsteiger müssen einmal die Bedienlogik internalisieren, dann kommen auch sie ohne Probleme zurecht. Ein Erstinstallations-Assistent fehlt allerdings. Dadurch, dass alle Einrichtungsprozesse aber recht einfach zu bewerkstelligen sind, ist dies zu verschmerzen.

Praktisch sind die sogenannten "Scene"-Tasten, die auch per App bedienbar sind und sich ebenfalls auf der Fernbedienung und auf der Gerätefrontblende befinden. Mittels diesen können Befehlsketten in Gang gesetzt werden, wie bei einer Macro-Funktion (z.B. TV schauen oder Blu-ray schauen).

Rückseite des Yamaha RX-V775

Rückseite des Yamaha RX-V775 mit Anschlüssen


Multimedial erfreut der Yamaha mit problemloser Wiedergabe von Flac Hi-Res Audiodateien. Komprimierte Musikdateien gibt der 775 überraschend lebendig wieder. Dies liegt am sehr gut arbeitenden "Music Enhancer", der dem Hochtonbereich mehr Strahlkraft, den Mitten mehr Kontur und dem Bass mehr Präzision und Kraft gibt. Die kostenlose Internet Radio Plattform vTuner ist ferner integriert, und es gibt einen Napster-Zugang (kostenpflichtig). Spotify fehlt derzeit im Angebot. Natürlich kann der RX-V775 auch Musikdateien von PCs oder Servern im gleichen Netzwerk steamen. Ein WLAN-Modul ist beim Yamaha nicht mit eingebaut. Es findet sich hinten eine konventionelle Netzwerk-Schnittstelle.

Klanglich agiert der RX-V775 im Mehrkanalbetrieb sehr gefällig und distanziert sich von der schlankeren, analytischen Auslegung früherer Modelle, die akustisch quasi dem klassischen HiFi-Ideal der 80er Jahre entsprachen. Mit etwas mehr Wärme im Klangbild und mit fülligerem, aber nie zu dick aufgetragenem Bass hat Yamaha dem 775 ausgesprochen nützliche Gene mit auf den Weg gegeben. Ganz gleich, ob bei Musik oder Filmton, stets agiert der AV-Receiver ausgewogen, realisiert aber gleichzeitig eine sehr gute Grob- und auch Feindynamik. Gerade die Cinema DSP-Programme "Adventure" und "Spectacle" können zur Aufwertung von Filmtonspuren im Detail herangezogen werden. Im Stereobetrieb bleiben kaum Wünsche offen, auch hier klingt der RX-V775 angenehm und kräftig. Er detailliert gut und schafft eine glaubwürdige virtuelle Bühne.

Insgesamt stellt der Yamaha RX-V775 ein harmonisches Gesamtpaket mit sehr guter Audio- und Video-Performance dar.Ein Video-EQ und ein Ersteinrichtungsassistent sowie Spotify werden bezüglich der Ausstattung vermisst.

Im ausführlichen Testbericht bei AREADVD lesen Sie, wie sich der Yamaha RX-V775 mühelos ein "Überragend" in der oberen Mittelklasse sichert.


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