Thorens TD 203 bei STEREO im Test

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Thorens TD 203

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STEREO

1/2015

In der Stereo Ausgabe 1/2015 auf den Seiten 84 und 85 wurde der Thorens TD 203 getestet

Testauszug:

"... nach ein paar Plattenseiten wähnten wir den samt eines Staubschutzes aus Acryl gelieferten TD 203 fertig fürs "Verhör". Dabei gefiel er auf Anhieb durch seine frische, unbekümmerte Art. Was wir auch auflegten - der Thorens legte locker und flüssig los. Da gab es keine angezogene Handbremse im Timing und auch keine hohlwangige Blässe in den Klangfarben, sondern vollmundige Gitarren und lebendig pluckernde Dynamik. Moto: Hoppla, jetzt komm' ich!

Sympatisch und ansprechend tönte das, aber auch etwas hemdsärmelig und halbstark. Wer erfahren will, was der flache Dreher draufhat, muss ihm mindestens 15 Stunde Einspielzeit gewähren. Dann weitet sich sein räumliches Spektrum, vermindern sich die leichten Rauigkeiten im Hochton, und der TD 203 rückt näher an den in Heft 1/14 getesteten TD 209 heran, der als Vergleichsgerät mitlief. Der kostet mit 1000 Euro deutlich mehr und hielt sich das kleinere Modell gerade mal durch seine stimmigeren Mitten und etwas abgeklärtere wie um Nuancen präzisere Spielweise von der Pelle.

Doch das Gesetz des Handelns lag beim TD 203, der sich den verschiedenartigen Titeln der STEREO Hörtest-LP mit Feingefühl, aber eben vor allem beherztem Einsatz widmet. Ob die kallige Dynamik von Antonio Forciones "Attempo" oder der sanfte Chor in "Mitt Hjerte Alltid Vanker", ob die anmutige Rhythmik in Louis Caparts "Marie-Jeanne-Gabrielle" oder das treibende Schlagwerk in Amber Rubarths Kunstkopfaufnahme "Good Mystery" - der Thorens fand stets den richtigen Zugang zur Musik.

Selbst bei Respighis in die schwierig abzutastenden Innenrillen gepresstem, fulminant einsetzendem Orchester, das gewiss nicht zu den bevorzugten Stücken des Neulings zählt, gab sich dieser keine Blöße, sondern behielt trotz des vehementen Ansturms immerhin noch leidlich den Durch- und Überbick.

Am Ende hatten wir mit dem TD 203 richtig schön Musik gehört. Da muss man gar nicht die 300 Euro zum TD 209 drauflegen. Das preislich bescheidenere Modell spielt an günstigen Anlagen, die ja ohnehin eher den großen Wurf als die audiophilen Facetten im Blick haben, ebenso sympatisch, zuweilen vielleicht sogar passender. Wer sich im gehobenen Einstiegsbereich des Analogangebots umsieht, der darf Thorens' neuen Dreher mit dem großen musikalischen Herzen dabei tatsächlich als eine Art "kleine Referenz" betrachten. ..."

Klangniveau: 58%

Preis/Leistung: exzellent