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TEST: Toshiba HD DVD-Player HD-E1

Autor: Karsten Serck, AREADVD - update: 18.12.2006

HD DVD-Player - Toshiba HD-E1 (HD-E 1) - im Test bei HIFI-REGLER

Nachdem Xbox 360-Besitzer bereits seit dem 24. November auf der Konsole HD DVDs betrachten können, erfolgt jetzt in Kürze doch noch vor Jahresende die Auslieferung des ersten "richtigen" HD DVD-Players an den Handel. Der Toshiba HD-E1 ist der erste HD DVD-Player von Toshiba für den europäischen Markt und unterscheidet sich sichtlich von den ersten HD DVD-Playern der ersten Generation in den USA und Japan. In den USA wird der Toshiba HD-E 1 unter der Bezeichnung "HD-A2" verkauft. Zum Preis von derzeit ca. 600,00EUR bietet Toshiba den HD-E1 in Europa an, der neben HD DVDs auch CD Audio, CD-R, CD-RW, DVDs, DVD-R, und DVD-RW abspielen kann. Multimedia-Formate wie MP3 oder WMA werden nicht unterstützt.

Ebenso wie beim Blu-ray Disc-Player Samsung BD-P1000 verzichtet auch Toshiba bei seinem Toshiba HD-E1 auf eine SCART-Buchse. Zur Abwärtskompatibilität stehen aber ein S-Video- und ein Composite Video-Ausgang zur Verfügung. Standard bei HD DVD ist die u.a. für Software-Updates verwendbare Netzwerkschnittstelle (welche die ersten Blu-ray Disc-Player Samsung BD-P1000 und Panasonic DMP-BD10 noch nicht bieten). Erweiterungsmöglichkeiten bieten auch die zwei hinter der Fronklappe versteckten USB "Expansion Ports, die den Anschluss von Game-Controllern erlauben.

Für allgemeine Informationen zur Technik der HD DVD lesen Sie bitte unser umfangreiches Special Blu-ray Disc vs. HD-DVD.

HD DVD-Player - Toshiba HD-E1 (HD-E 1) - im Test bei HIFI-REGLER

Anschlüsse

  • 1 x HDMI 1.2
  • 1 x YUV
  • 1 x S-Video
  • 1 x Composite Video
  • 1 x Digital Out (optisch)
  • 1 x Stereo (analog)
  • 1 x Ethernet
  • 2 x Expansion-Port (USB

Das Innenleben des Geräts

HD DVD-Player - Toshiba HD-E1 (HD-E 1) - im Test bei HIFI-REGLER

Auch der Toshiba HD-E1 basiert wie bereits zuvor die erste HD DVD-Player-Generation in den USA zum Großteil auf PC-Technologie. Nicht nur das HD DVD-Laufwerk ist eine klassische PC-Komponente, auch auf dem Motherboard befindet sich ein Intel-Prozessor als Zentraleinheit. Die Anmerkungen in der Bedienungsanleitung verraten den Einsatz eines Linux-Kernels als Betriebsystem. Mehrere Kühlkörper auf der Hauptplatine sorgen für eine Wärmeableitung. Dennoch kommt zusätzlich ein Lüfter auf der Rückseite des Toshiba HD-E1 zum Einsatz, der die warme Luft aus dem Gerät herausführen soll.

Installation (Bild)

HD DVD-Player - Toshiba HD-E1 (HD-E 1) - im Test bei HIFI-REGLER

Der Toshiba HD-E1 ist mit einer HDMI 1.2-Schnittstelle (ein HDMI-Kabel befindet sich im Lieferumfang) sowie einem YUV-Ausgang ausgestattet und kann HDTV-Bilder von HD DVDs in 1080i und 720p mit einer Bildwechselfrequenz von 60 Hz ausgeben. Da jedes Display die Auflösungen in unterschiedlich guter Qualität hoch- oder runterrechnet, sollte bei jeder individuellen Konfiguration genau geprüft werden, welche Einstellung das beste Bild bietet. Eine 1080p-Wiedergabemöglichkeit mit 60 Hz oder 24 Hz ist nicht vorhanden. Daher treten aufgrund des bereits von NTSC-DVDs bekannten "Pulldowns" mitunter leicht rucklige Bewegungen auf, da die Bildwiedergabe von 24 Bildern pro Sekunde auf der Disc auf 60 Hz hochgerechnet werden muss. Diese fallen aber in der Praxis eigentlich nur bei langsamen Kameraschwenks leicht auf. In Japan und den USA, wo dieses Verfahren bereits seit Jahren genutzt wird, hat es zumindest bislang noch keine Massenproteste gegeben. Die Alternative wäre eine Beibehaltung des bei DVDs üblichen PAL-Speedups gewesen: Hierzu wird das Filmmaster um vier Prozent beschleunigt und mit 25 Bildern pro Sekunde auf der DVD abgelegt, was eine einfache Umrechnung auf die PAL-üblichen 50 Hz erlaubt. Die von allen großen Studios getroffene Lösung mit dem Pulldown hat aber den Vorteil, dass für die HD DVD-Produktion weltweit das identische Original-Master zum Einsatz kommen kann und somit keine Neuabtastung vorgenommen werden muss.

Moderne Displays wie z.B. die sechste und siebte Plasma-Generation von Pioneer (Pure Cinema "ADV"-Modus) sind übrigens in der Lage, aus dem 1080i 60 Hz-Signal wieder genau die auf der HD DVD abgespeicherten 24 Frames pro Sekunde zu erkennen und das Bild selbst in den problematischen Szenen absolut flüssig darzustellen. Auf unseren Pioneer-Plasmas liefen alle HD DVDs dank dieses "Reverse Pulldowns" ruckelfrei.

Die ideale Lösung wäre die Integration eines 24 Hz-Bildausgabe-Modus gewesen, auch wenn es derzeit kaum Displays und Projektoren gibt, die solche Signale unterstützen. Zumindest auf solchen Geräten wären dann aber eine absolut flüssige Bildwiedergabe direkt aus dem Player mit 24 Bildern pro Sekunde möglich gewesen.

Zusätzlich zu den HDTV-Auflösungen lassen sich im Setup auch 480i/576i und 480p/576p anwählen. Laut Anleitung können "HD DVD-Discs, die einen hoch auflösenden Inhalt mit einer Feldrate von 50 Hz oder einer Rahmenrate von 25 Hz aufweisen", erst nach einem geplanten Firmware-Update abgespielt werden, welches in Kürze angeboten werden soll. Dies spielt beim Stand von heute keine besondere Rolle, da sämtliche derzeit produzierten HD DVDs entweder 24 Frame-Filmmaterial oder 60 Hz-Videomaterial bieten. Relevant ist dies höchstens für europäische HD DVD-Produzenten, die in 50 Hz produziertes Video-Material auf HD DVD veröffentlichen wollen. Neben HD DVDs spielt der Toshiba HD-E 1 auch herkömmliche DVDs hochskaliert auf 720p oder 1080i ab.

Der Toshiba HD-E1 unterstützt die parallele Wiedergabe des Video-Signals sowohl über den HDMI als auch den YUV-Komponentenausgang. Der Komponentenausgang ist aktiv, sofern durch die Disc die Bildausgabe nicht eingeschränkt wird. Dies ist aber bislang nicht der Fall und die großen Hollywood-Studios haben bislang auch noch keine Absicht zu einer solchen Einschränkung angekündigt, da dies gerade in den USA mit einer hohen Verbreitung von älteren HDTV-Geräten ohne HDMI die Zielgruppe für neue Filme in HDTV doch erheblich einschränken könnte. Laut einer freiwilligen Vereinbarung, soll sich hieran auch bis 2010 nichts ändern. Die Composite- und S-Video-Buchsen geben immer ein konvertiertes Signal in Standard-Auflösung aus.

Die Bildeinstellmöglichkeiten beschränken sich auf die Konfiguration der Anschlüsse und das gewünschte Bildausgabeformat. Einen Video-Equalizer zur Optimierung der Video-Ausgabe bietet der Toshiba HD-E 1 leider nicht. 

HD DVD-Player - Toshiba HD-E1 (HD-E 1) - im Test bei HIFI-REGLER

Installation (Ton)

Der Ton wird über drei Schnittstellen ausgegeben: Als Mehrkanal-Mix über HDMI und den optischen Digitalausgang sowie in Stereo über den analogen Cinch-Ausgang.

HDMI lässt sich dann nutzen, wenn ein AV-System vorhanden ist, welches digitalen PCM-Mehrkanalton verarbeiten kann. Dies ist nicht selbstverständlich für AV-Receiver mit HDMI-Schnittstelle, da diese mitunter auch nur Stereo-Signale verarbeiten können. Nutzt man die HDMI-Verbindung, so wandelt der Toshiba HD-E 1 die Tonformate von der Disc in unkomprimierten PCM 5.1-Mehrkanalton um und leitet diesen an den AV-Receiver weiter. Das Audio-Setup für die HDMI-Schnittstelle ist recht simpel. Im Idealfall wird automatisch erkannt, ob ein Receiver angeschlossen ist, der PCM-Mehrkanalton wiedergeben kann. Ansonsten kann dies manuell durch die Auswahl "PCM" eingestellt werden. In der Einstellung PCM Downmix wird der Ton als PCM Stereo-Signal ausgegeben. Die Automatik-Einstellung empfiehlt sich, wenn man ab und zu den Ton auch einfach nur über die Lautsprecher des Displays hören möchte, da TV-Geräte mit HDMI überwiegend nur Stereo-Ton verarbeiten.

Die Umwandlung auf PCM-Mehrkanalton ermöglicht auch eine Wiedergabe der neuen Audio-Codecs wie Dolby TrueHD an heutigen AV-Receivern mit HDMI-Schnittstelle ohne dass man hierbei qualitative Kompromisse eingehen muss. Erst die HDMI 1.3-Schnittstelle, mit der der größere Toshiba HD-XE1 ausgestattet sein wird, erlaubt eine direkte Übertragung der Tonformate als Bitstream.

HD DVD-Player - Toshiba HD-E1 (HD-E 1) - im Test bei HIFI-REGLER

Während bei Blu-ray Disc-Veröffentlichungen gerade von Sony vielfach normales Dolby Digital 5.1 und unkomprimierter PCM 5.1-Ton eingesetzt wird, dominiert bei der HD DVD Dolby Digital Plus. Das Lossless-Format Dolby True HD wird bei deutschen HD DVD-Veröffentlichungen bisher kaum eingesetzt. Studio Canal verwendet bei seinen über Kinowelt vertriebenen HD DVDs DTS HD. DTS HD-Tracks kann der Toshiba HD-E 1 abspielen, gibt dabei aber nur das abwärtskompatible "DTS Core", also ein Standard DTS-Signal aus.

Überbewerten sollte man die neuen "Lossless"-Audio-Formate ohnehin nicht. Denn um guten Sound aus demToshiba HD-E1 zu bekommen, bedarf es nicht unbedingt einer HDMI-Schnittstelle. Denn auch für den optischen Digitalausgang nimmt der Toshiba HD-E 1 eine hochwertige Signalwandlung vor. Intern verfügt der Toshiba HD-E1 über einen DTS-Encoder, der sämtliche Tonformate auf der HD DVD in einen DTS 5.1-Mix mit einer Datenrate von 1536 kbps umwandelt. Dies stellt eine Abwärtskompatibilität zu fast allen älteren Digital-Audio-Mehrkanalsystemen mit der höchsten Datenrate her, die die klassischen DTS-Spezifikationen für AV-Systeme erlauben (Das z.B. von der XBox 360 verwendete Dolby Digital ist hier auf 640 kbps begrenzt). Der Ton von DVDs wird hingegen ganz normal im Ursprungsformat (z.B. Dolby Digital) ausgegeben. Auch ohne neuen AV-Receiver mit HDMI-Schnittstelle lohnt es sich also, auf HD DVD umzusteigen.

Zusätzlich zur Konfiguration der Audio-Schnittstellen gibt es noch eine "Dynamic Range-Steuerung", die die Dynamik für die Wiedergabe zu später Nacht reduziert sowie ein "Dialog Enhancement" für DVDs zur Anpassung der Dialog-Lautstärke von Dolby Digital-Tracks.

 

 HD DVD-Player - Toshiba HD-E1 (HD-E 1) - im Test bei HIFI-REGLER

Netzwerk

Eine Netzwerk-Schnittstelle ist Pflicht für alle HD DVD-Player. Diese kann sowohl für Software-Updates als auch spezielle interaktive Features genutzt werden, die in Zukunft geplant sind. Das normale Abspielen von HD DVDs ist aber auch ohne Netzwerkverbindung möglich. Die Einstellmöglichkeiten der Netzwerkschnittstelle sind sehr umfangreich. Neben einer automatischen DHCP-Konfiguration ist auch die manuelle Vergabe einer lokalen IP-Adresse möglich.

Über den Menüpunkt "Wartung > Aktualisieren" ist über das Internet auch eine Aktualisierung der Firmware möglich. Alternativ lassen sich Updates aber auch via CD installieren. Besitzer des Geräts können sich unter www.highdefinitiondvd.eu registrieren, um Informationen über neue Updates zu erhalten.

Eine der Möglichkeiten, die die Netzwerkverbindung zukünftig bieten kann, ist z.B. der Download von speziellen Trailern, die über einen Download-Link auf einer HD DVD angeboten werden können. Zum Abspeichern solcher Inhalte ist der Toshiba HD-E1 mit einem sogenannten "Persistent Storage" mit einer Speicherkapazität von 128 MB ausgestattet. Ebenso werden hier z.B. Bookmarks abgelegt, die einzelne Discs zum Abspeichern individueller Szenen ermöglichen.

 

Regionalcode

Während die DVD-Wiedergabe auf Filme mit Regionalcode 2 für Europa und Japan beschränkt ist, gibt es bei der HD DVD keinen Regionalcode, was es HD DVD-Käufern ermöglicht, auch Filme aus den USA abzuspielen, wo das Titelangebot aufgrund des bereits im Frühjahr 2006 erfolgten Starts bereits etwas größer ist. Dies ist ein klarer Pluspunkt für HD DVD gegenüber der Blu-ray Disc, bei der es ein Regionalcode-System gibt, welches gerade von Anbietern wie Fox und Buena Vista in der Praxis auch recht restriktiv eingesetzt wird.

Eine Diskussion über die Einführung eines Regional-Code-Systems findet im DVD-Forum noch statt. Interesse hieran sollen aber weniger die großen Hollywood-Studios als vielmehr kleinere Anbieter haben. Selbst wenn ein Regionalcode später eingeführt werden sollte, soll dies aber keinen Einfluss auf die Wiedergabe der Titel auf den aktuellen HD DVD-Playern ohne Regionalcode haben. Laut Toshiba wäre die Einführung eines Regionalcodes ausschließlich durch ein Firmware-Update für das Laufwerk möglich (welches Toshiba nicht beabsichtigt). Die normalen Firmware-Updates, die Toshiba anbietet, beinhalten aber nur Änderungen der Geräte-Firmware.

 

Bedienung

HD DVD-Player - Toshiba HD-E1 (HD-E 1) - im Test bei HIFI-REGLER

Der Toshiba HD-E1 macht einen solide verarbeiteten Eindruck in einem ansprechenden, klassischen Design. Billiges Plastik ist nicht zu sehen. Selbst die Kunststoff-Front wirkt recht nobel. Die On Screen-Menüs sind sehr schlicht gestaltet, aber übersichtlich und gut lesbar.

HD DVD-Player - Toshiba HD-E1 (HD-E 1) - im Test bei HIFI-REGLER

Die Fernbedienung ist ein Leichtgewicht. Mit etwas Geschick gelingt es sogar, die Fernbedienung auf einem Finger zu balancieren und gleichzeitig mit nur einem weiteren Finger zu steuern. Trotz des Kunststoff-Materials wirkt die Fernbedienung solide verarbeitet. Die gummierten Drucktasten sind sehr leichtgängig. Die glatte Kunststoff-Oberfläche erweist sich leider als Staubfänger. Die Anzahl der Tasten ist sehr hoch. Ihre Anordnung ist aber recht sinnvoll und die wichtigsten Tasten sind um das Cursor-Kreuz angeordnet. Die Fernbedienung erlaubt auch das Steuern eines Fernsehers nach Eingabe eines Codes aus der Bedienungsanleitung. Ein Kritikpunkt sind die einheitlich schwarzen Tasten und die im Dunkeln nicht optimal ablesbare Beschriftung. Eine Hintergrundbeleuchtung ist nicht vorhanden.

Nach dem Anschluss ans Netz benötigt der Toshiba 43 Sekunden zum Hochfahren. Beim Booten startet der Player zunächst noch in PAL-Auflösung (576i) und wechselt, sobald das Hintergrundbild erscheint, in dem im Setup eingestellten Bildausgabe-Modus. Startet man den Toshiba HD-E 1 aus dem Standby mit eingelegter HD DVD, so erscheint das erste Bild nach 57 Sekunden. Ist der Toshiba HD-E1 eingeschaltet, vergehen nach dem Einlegen einer HD DVD rund 29 Sekunden, bis das erste Bild erscheint. Bei DVDs sind die Ladezeiten kürzer. Hier erscheint das erste Bild bereits nach rund 14 Sekunden. 

Die Zugriffszeiten des Laufwerks sind ein wenig träge. Für den Wechsel zwischen zwei Kapiteln braucht derToshiba HD-E1 rund dreieinhalb Sekunden. Laufwerksgeräusche hört man eigentlich nur beim Booten einer HD DVD. Im Betrieb macht sich lediglich der dauerhaft laufende Lüfter durch das Rauschen der zirkulierenden Luft dezent bemerkbar. Im Vergleich zur lauten Xbox 360 produziert der Lüfter selbst aber keine Motorengeräusche. Bei der HD DVD-Wiedergabe fällt störend auf, dass sich sämtliche getesteten HD DVDs nach einem Stop der Wiedergabe nicht an der gleichen Stelle fortsetzen lassen. In der Anleitung findet man hierzu einen Hinweis, dass dies bei einigen Discs passieren kann, allerdings bereitet hier die Xbox 360 keine Probleme.

HD DVD-Player - Toshiba HD-E1 (HD-E 1) - im Test bei HIFI-REGLER

Das Geräte-Display im Dot Matrix-Design ist auch aus größerem Abstand gut ablesbar und zeigt neben der Laufzeit noch viele kleinere Informationen an. Interessant ist auch die On Screen-Anzeige der Disc-Parameter. Nach Druck auf die Display-Taste erhält man Informationen über die Video- und Audio-Codecs der eingelegten Disc. Wünschenswert für ein kommendes Firmware-Update wäre höchstens noch eine Bitraten-Anzeige.

HD DVD-Player - Toshiba HD-E1 (HD-E 1) - im Test bei HIFI-REGLER

Bildqualität (HD DVD)

HD DVD-Player - Toshiba HD-E1 (HD-E 1) - im Test bei HIFI-REGLER

Die Bildqualität des Toshiba HD-E1 ist exzellent. Dank einer inzwischen größeren Auswahl an Filmen sowohl aus den USA als auch Deutschland in sehr guter Qualität ließ sich der Toshiba HD-E1 mit den richtigen HD DVDs auf Anhieb zur Höchstleistung auffahren. Sowohl mit Test-Bildern als auch Spielfilmen präsentiert der Toshiba HD-E1 ein extrem detailscharfes, kontrastreiches und farbintensives Bild. Mit der "King Kong" HD DVD zeigt der Toshiba HD-E 1 eine geradezu pixelgenaue Schärfe. Das Bild wirkt extrem plastisch und fehlerfrei. Störungen oder Unregelmäßigkeiten lassen sich im Bild nicht erkennen. Dabei präsentiert der Toshiba HD-E 1 noch ein besseres Bild als Premiere HD. Der Toshiba HDE 1 bietet über den YUV-Ausgang und die HDMI-Schnittstelle die identische Bildqualität. Qualitative Unterschiede lassen sich selbst bei längeren A/B-Vergleichen nicht erkennen. 

Da der HD-E1 der erste "richtige" HD DVD-Player für den deutschen Markt ist, war ein Bildvergleich nur mit dem Xbox 360 HD DVD-Player möglich, der preislich wirklich ein Schnäppchen ist, aber eben auch nur im Zusammenspiel mit der recht lauten Xbox 360-Konsole funktioniert. Qualitativ gibt sich der Xbox 360 HD DVD-Player keine Blöße. Die Schärfe und Farbwiedergabe beider Geräte liegt auf einem nahezu identischen Level. Minimale Unterschiede zeigen sich beim Kontrast. Hier hat der Toshiba HD-E 1 doch die Nase vorn und lässt das Bild ein wenig plastischer wirken als der im Direktvergleich etwas dunklere Xbox 360 HD DVD-Player.

Die Anschaffung des Toshiba HD-E1 lohnt sich übrigens bereits dann, wenn man noch kein Display mit HDTV-Auflösung besitzt. Denn selbst die auf NTSC-Auflösung (480i oder 480p) herunterskalierten HDTV-Bilder sehen noch deutlich besser aus als die Qualität, die die meisten DVDs bieten. Beim ersten Blick möchte man angesichts der hohen Schärfe nicht glauben, dass es sich dabei nicht um HDTV-Bilder handelt. Vor allem Artefakte oder Rauschfilter, die typischen Probleme der DVD, sind bei HD DVDs kaum zu erkennen. Die wirklich erstaunliche Qualität, die der Toshiba HD-E 1 selbst bei NTSC-Auflösung bietet, zeigt damit leider aber auch, wie weit die Qualität der meisten DVDs vom prinzipiell technisch Machbaren entfernt ist. Die Schärfe des Players bei NTSC-Auflösung ist immer noch höher als die Schärfe, die die meisten PAL-DVDs bieten.

HD DVD-Player - Toshiba HD-E1 (HD-E 1) - im Test bei HIFI-REGLER

Bildqualität (DVD)

Auch als DVD-Player macht sich der Toshiba HD-E1 sehr gut. George Lucas kann ruhig warten, bis er meint, mit einer Blu-ray Disc oder HD DVD-Veröffentlichung genügend Geld verdienen zu können, denn auch das hochskalierte DVD-Bild der Star Wars "Classic Trilogy" sieht qualitativ sehr gut aus. Gegenüber der Darstellung im normalen 576i/576p-Modus ergibt sich hier wirklich eine sichtbare Verbesserung. Im 720p-Modus zeigte sich das Bild besonders scharf. Falls der vernünftig arbeitende Progressive-Modus durch falsch gesetzte Flags auf einer DVD doch einmal irritiert werden sollte, gibt der Toshiba auch die Option zur Deaktivierung der Automatik und einer manuellen Auswahl von Film- oder Video-Modus. Das Kopierschutz-Paradoxum Hollywoods offenbarte sich beim Wechsel auf den Komponentenausgang, der nur die DVD-Wiedergabe bis zu 576p unterstützt: Echtes HDTV von HD DVD ist über YUV möglich, normale, einfach nur hochskalierte DVDs aber nicht. 

HD DVD-Player - Toshiba HD-E1 (HD-E 1) - im Test bei HIFI-REGLER

Tonqualität

Die Soundqualität über die HDMI-Schnittstelle ist sehr gut. Auf unserem Test-System (Marantz SR8001-Receiver & Canton Ergo 5.1-Set) wurden Heimkino-Soundtracks wie z.B. der hervorragende Music Score von "Phantom of the Opera" extrem weiträumig, mit hoher Dynamik und glasklaren Höhen wiedergegeben. Auch "King Kong" präsentierte sich sehr weiträumig und voluminös mit kräftigen Bässen.

Die Unterschiede zwischen Dolby Digital Plus und Dolby True HD-Tracks erscheinen ebenso wie beim Test des Samsung BD-P1000 Blu-ray Disc-Players deutlich geringer als man es vielleicht von der Theorie her meinen möchte. Der Aha-Effekt stellt sich beim Hören von "Lossless"-Soundtracks nicht auf Anhieb ein. Erst nach längerem Hinhören entdeckt man minimale Nuancen zwischen den beiden Tonformaten. Dolby True HD klingt insgesamt einen Tick feiner und weiträumiger als Dolby Digital Plus. Die Unterschiede sind aber wirklich marginal.

Einen sehr hochwertigen Sound bietet ebenfalls der integrierte DTS-Encoder, der über den optischen Digitalausgang eine wunderbare Abwärtskompatibilität zu AV-Systemen ohne HDMI herstellt. Dabei handelt es sich keineswegs um eine Kompromisslösung. Denn qualitativ handelt es sich höchstens um Nuancen, die die Tonqualität über den optischen Digitalausgang zu HDMI unterscheidet. Dynamik-Probleme bei der Wiedergabe von Dolby Digital Plus-Soundtracks, mit dem die Xbox 360 mit ihrem Dolby Digital-Decoder hat, sind beim Toshiba HD-E1 kein Thema. 


Fazit

Mit dem Toshiba HD-E1 bringt Toshiba jetzt auch in Europa den ersten HD DVD-Player an - und das zu einem deutlich günstigeren Preis als man für die ersten Blu-ray Disc-Player hinlegen muss. Die HD DVD-Bildwiedergabe ist exzellent und auch mit DVDs bietet der integrierte Scaler in HDTV-Auflösung eine verbesserte Bildqualität. Nicht nur mit neuen AV-Receiver mit HDMI-Schnittstelle bietet der Toshiba HD-E 1 eine sehr gute Bild- und Tonqualität. Dank dem integrierten DTS 5.1-Encoder lässt sich der Toshiba HD-E 1 ohne qualitative Kompromisse auch mit herkömmlichen AV-Receivern nutzen.

Die Lade- und Zugriffszeiten sind noch etwas länger als bei normalen DVD-Playern und auch der Lüfter macht sich dezent bemerkbar. Dennoch bietet der Toshiba HD-E1 zu einem Preis, der mit dem der ersten DVD-Player zu vergleichen ist, ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis.

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Pro:

  • Sehr gute Bildqualität
  • Hervorragende Abwärtskompatibilität über den optischen Digitalausgang durch DTS 5.1-Encoding

Contra:

  • Keine 1080p/24-Wiedergabe
  • Dezent hörbares Lüftergeräusch

Technische Features des Toshiba HD-E1:

  • Anschlüsse:
    • 2 Kanal Audio (Analog)
    • Digital Audio (koaxial)
    • Composite Video Ausgang
    • S-Video Ausgang
    • HDMI (V 1.2)
    • Komponenten Video Ausgang
    • 2x Extension Port (Game Port)

     

  • Bild:
    • 720p - 1080i Ausgabe
    • Digital Noise Reduction - DNR
    • Mehrfach Zoom
    • On Screen Display - OSD
    • Standard DVD Video Upscaling auf 720p / 1.080i
    • Zeitlupe

     

  • Ton:
    • DTS HD
    • DTS kompatibel
    • Dolby Digital Plus
    • Dolby Digital kompatibel
    • Dolby True HD
    • Wiedergabeformate:
        HD DVD-Video, DVD-Video
    • Wiedergabemedien: :
        CD Audio, CD-R, CD-RW, DVD-R, DVD-RW, DVD VR Format (-RW)

Verantwortlich für den Inhalt: Detlev Schnick, © Copyright 2007 HIFI-REGLER, AREADVD
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