Transrotor Fat Bob S bei STEREO im Test

STEREO

4/2013

"In der Stereo-Ausgabe 4/2013 auf den Seiten 70 bis 72 wurde der Transrotor Fat Bob S getestet."

Testauszug:

"...gegen das Merlo ist nichts einzuwenden. Wie viel Energie, eherne Festigkeit und Punch der unteren Lagen das trutzige Laufwerk bereitstellt, lässt sich mit ihm ergründen, zumal es erfreulich frisch, räumlich, dynamisch und differenziert tönt. Wir haben den Fat Bob S darüber hinaus mit einer ganzen Reihe von Tonabnehmern "verhört", die wir zum zügigen Wechsel in identischen Headshells vormontiert hatten. Besonders farbig und fulminant kommt etwa Ortofons Cadenza Red (um 1150 Euro) an dem massigen Transrotor zur Geltung. Orchesterwerke bieten so tonale Schwere und erdiges Timbre, Stimmen sonoren Schmelz. Ein Dauergast bei unseren Tests und immer wieder einen Tipp wert ist das ACE SL von Benz für 740 Euro. Obgleich präsent aufspielend, erhielten wir mit ihm die im Vergleich zum Merlo noch homogeneren, geschmeidigeren Klangbilder, weshalb wir ihm hier den Vorzug geben würden. Wer etwas mehr Ausgangsspannung sowie einen Tick mehr Attacke wünscht, was nicht nur Pop-Hörern zusagt, greift zum gleichteuren ACE SM. Eine Traumehe ging der Fat Bob S während unserer Versuche indes mit Dynavectors DV-20X2L (um 730 Euro) ein. Die Darbietungen gerieten ausgesprochen beweglich, dreidimensional und feingliedrig, ohne es dafür an Elan und Druck fehlen zu lassen. Alles war glaubhaft und echt. Die Wiedergabe erreichte in dieser Kombination eine gelassene Selbstverständlichkeit sowie in sämtlichen Belangen organisierte Geschlossenheit, wie sie meist erst in noch höheren Plattenspielerklassen anzutreffen ist. Einmal mehr wurde klar, wie stark der Tonabnehmer ins Ergebnis eingeht. Dasselbe gilt für die Stromversorgung des in einer externen Alu-Dose untergebrachten Motors. Die erfolgt im einfachsten Fall aus einem simplen Umspanner mit festem Netzkabel. Erheblich besser, weil zum Beispiel im räumlichen Spektrum größer, tiefer sowie im Timing feinfühliger, klingt's allerdings am erheblich aufwändiger ausgeführten, geregelten Netzteil "Konstant Studio" das zudem eine Regulierung der beiden Geschwindigkeiten erlaubt - ein nicht zu unterschätzender Vorzug. Es kann gleich bestellt werden, wobei man einen Motorblock ohne Netzschalter erhält, ist aber auch jederzeit nachrüstbar. Die 420 Euro, die man in jedem Fall berappen muss, sind gut angelegt, da das Konstant Studio dem zuvor etwas heiseren Hochton mehr Farbe verlieh und ihn schlüssiger integrierte. Dadurch kam etwa das zuvor in den Höhen leicht vorlaut wirkende Merlo-MC stimmiger 'rüber. Der Grundtonbereich profitiert ebenfalls von dem potenten, präzisen Versorger. Frank Sinatras Auftritt im Sands zu Las Vegas erschien so nicht nur weiträumiger und facettenreicher, sondern auch fulminanter und insgesamt deutlich glaubhafter. Nach dem Wechsel zurück auf die Einfachlösung schrumpften die Klangbilder stets in sich zusammen, verloren an Atem und Autorität. Deshalb meinen wir: Das Konstant Studio, dessen phasenrichtiger Anschluss beachtet sein will, sollte man dem Fat BobS, der Musik und seinem Gehör gönnen. Klanggourmets - und wer sonst kauft solch einen Plattenspieler - sollten auch dem optionalen TMD-Lager ihr Ohr leihen. Dieses wird anstelle des einteiligen Rundstücks eingesetzt, um das sich der Antriebsriemen schlingt. Der Trick: Beim "Transrotor Magnetic Drive", für den der Hersteller 380/420 Euro bei Erstausstattung/Nachlieferung aufruft, wird nur die untere Scheibe vom Riemen bewegt. Sie schiebt den auf der per Kugellager verbundenen oberen Lagerscheibe liegenden Teller über magnetische Kopplung an. Diese ist "hart" genug, um für definierten Vortrieb zu sorgen, aber zugleich so "weich" und flexibel, dass kleinere Unregelmäßigkeiten geschluckt werden sollen. Tatsächlich machte sich der innerhalb von zwei Minuten bewerkstelligte Umbau aufs TMD-Lager in Form von gesteigerter Auffächerung und mehr Luft zwischen den Instrumenten wie auch um sie herum bemerkbar. Abermals wurde der Vortrag feinsinniger, ausfinessierter und in sich ruhender, entwickelte der Fat Bob S sein audiophiles Gespür hörbar weiter. Wer nun noch das zum Tonarm gelieferte und allenfalls mittelprächtige, rosafarbene Kabel gegen ein besseres austauscht, ist in diesem Rahmen am Ziel. Für noch mehr Klang müsste man bei Arm und Tonabnehmer höher angreifen. Doch dafür besteht keine Notwendigkeit, zumal die Rechnung samt Konstant Studio und TMD-Lager sowie dem von uns favorisierten Dynavector-MC exakt 5000 Euro ausweist. Ohne weitere Ausstattung muss man inklusive eines passenden Abtasters mindestens 4000 Euro für den Fat BobS veranschlagen. Nicht billig, aber immer noch günstig angesichts des garantierten anhaltenden Vinyl-Spaßes..."

Fazit:

Mit neuem Standardtonarm und einigen Detailverbesserungen kann der Fat Bob S gegenüber seiner ersten Ausführung klanglich noch etwas zulegen. Er bietet eine in sich ruhende, stabile und bis in die untersten Lagen hinab felsenfeste Wiedergabe.

Preis/Leistung: exzellent