XXL-TEST: AV-Receiver Yamaha RX-V2065 - DSP-Ass und Multimedia-Könner?
Test: Carsten Ramapcher, AREADVD
- update: 13. Januar 2010

Schicke Erscheinung

Yamaha baut seit langer Zeit schon leistungsfähige AV-Receiver
und AV-Verstärker

Fernbedienung

Gutes Anschlussangebot
Einführung
Für ca. 1.100,00 EUR bietet Yamaha
den 7.1 AV-Receiver RX-V2065 an, der über eine 7 x 180 Watt starke
Endstufe und alle aktuellen Decoder verfügt. Durch den "Ultra Low Jitter
PLL Schaltkreis" für die HDMI-Eingänge und die konventionellen Digitaleingänge
werden unschöne akustische Einflüsse, die durch Jitter - Zeitlauffehler
im Signal - entstehen, eliminiert, was für eine impulstreue, dynamische
Wiedergabe sorgt. Für alle Kanäle setzt Yamaha auf Burr Brown 192 kHz/24-Bit
D/A-Wandler. Eine intelligente Schaltung macht es einfach, die für den
Surround Back-Betrieb vorgesehenen Endstufen für Zone 2 oder für Front
Bi-Amping zu konfigurieren. Natürlich ist Yamahas automatisches Lautsprecher-Setup
mit Room EQ-Funktion, YPAO, mit an Bord. Gleich 17 DSP-Programme möchten
die Yamaha-Tradition fortführen, besonders hoch entwickelte Programme
für Entertainment, Musik und Film zu offerieren. Im Gegensatz zu den kleineren
Modellen, die den Einsatz der DSPs nur in den klassischen Heimkinotonformaten
wie DTS 5.1 oder Dolby Digital 5.1 ermöglichen, kann man beim 2065 die
DSPs teilweise auch für die aktuellen HD-Tonformate nutzen. Für stark
komprimierte Dateiformate steht der Yamaha Compressed Music Enhancer bereit,
um die Klangqualität nachhaltig zu steigern. Optional kann der Käufer
das iPod-Dock Denon YDS-11 erwerben.

Hochwertige digitale DSP-Programme

"Scene" Tasten für die Aktivierung von
Makrofunktionen mit Tasten auf der Fernbedienung....

...und direkt am Gerät
Während eingehende HDMI-Signale videoseitig durchgeschliffen und nicht
weiter bearbeitet werden, steht für analog eingehende Videosignale ein
Upscaling bis auf 1080p mit anschließender Signalausgabe über den HDMI-Ausgang
zur Disposition. Auch multimedial möchte sich der Yamaha
RX-V2065 gut aufstellen. Daher gibt Yamaha ihm eine Netzwerkbuchse
mit auf den Weg zum Kunden - so kann man bequem Internet Radio hören oder
Musik vom PC, Home Server oder NAS-Laufwerk streamen. Wie viele moderne
netzwerkfähige Komponenten trägt der Yamaha das DLNA-Zertifikat. Ebenfalls
vorhanden - auch dies erhöht die multimediale Flexibilität - ist ein USB-Anschluss.
Besonders einfach soll die Bedienung durch die lernfähige und zudem vorprogrammierte
Fernbedienung sowie die speziellen Scene-Tasten werden. Letztere beinhalten
die Möglichkeit, Macros zu programmieren, um ganze Befehlsketten - z.B.
DVD anschauen oder Radio hören - mit nur einem Knopf- bzw. Tastendruck
zu starten. Das neu gestaltete grafische User-Interface trägt ebenfalls
zum leichten Handling bei. Was Yamahas neuer AV-Receiver der Mittelklasse
leistet, steht im folgenden Testbericht.
Verarbeitung

Sauber eingepasste Frontblende

Hochwertige Gerätestandfüße

Etwas schwergängiger, aber optisch und haptisch schöner
Lautstärkeregler

Gerasterter Eingangswahlregler

Verarbeitung der Rückseite im Detail

Innerer Aufbau

Elko-Sektion

Zusätzliche Verstrebung

Trafo
Die Frontblende besteht selbstverständlich aus Aluminium und weist saubere
Passungen auf. Das Display der aktuellen Yamaha xx65-Modelle ist nicht
mehr, wie früher, bernsteinfarben, sondern bläulich-weiß. Die Abkehr von
der traditionellen Farbgebung begründet Yamaha
mit der nun besseren Integrationsfähigkeit in AV-Anlagen, da viele Gerätehersteller
auf bläulich weiße Displays setzen. Die Yamaha-Variante zeigt selbstverständlich
in Punktmatrixauflösung an und garantiert durch die Schriftgröße eine
tadellose Ablesbarkeit. Der große Lautstärkedrehregler besteht aus Metall
und bietet eine angenehme Haptik, ist aber etwas schwergängig. Die beiden
kleinen Drehregler für die Wahl des Eingangs und des DSP-Programms sind
ebenfalls recht hochwertig. Hinter einer Klappe verborgen befindet sich
der Front AV-Eingang. Die Rückseite des Yamaha
RX-V 2065 ist fehlerfrei verarbeitet, alle Buchsen sitzen fest. Die
Lautsprecherkabel-Schraubanschlüsse entsprechen dem in dieser Preisliga
üblichen Standard. Zum hochwertigen Eindruck tragen auch die neu entwickelten
OSDs bei, die wir schon vom RX-V1065
kennen. Grafisch veraltete User Interfaces im Stil der frühen 80er Jahre
sind mittlerweile global "out". Die mitgelieferte Fernbedienung wirkt
hinsichtlich der Materialqualität ordentlich, aber nicht überdurchschnittlich
gut. Es befinden sich relativ viele und teilweise kleine Tasten auf der
Vorderseite. Das Innenleben präsentiert sich deutlich aufgeräumter
als bei früheren Yamaha AVR Modellen, das Platinenlayout und die Verkabelung
sind ordentlich gehalten. Der große Trafo wirkt vertrauenserweckend. Für
eine bessere Steifigkeit ist zusätzlich eine Querstrebe eingebaut. Gesamtnote
Verarbeitung in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend.
Anschlüsse

USB-Eingang auf der Gerätefront

Front AV-Eingang

Gutes Anschlussangebot

Schraubanschlüsse für die Lautsprecher

Zwei HDMI-Ausgänge
Der Yamaha RX-V 2065 hat ein
neu entwickeltes Menü zur Anschlusszuweisung (Bilder siehe unten in der
nächsten Wertung), welches das Hinzufügen von Geräten erleichtert. Die
einzelnen Buchsen sind grafisch gut dargestellt. Die einzelnen Ein- und
Ausgänge sind folgendermaßen zusammen gefasst:
- 4 x HDMI-In als HDMI 1,2,3,4 2 x HDMI-Out. Gut sind zwei HDMI-Ausgänge,
so kann z.B. an den ersten Ausgang ein Beamer und an den zweiten Ausgang ein
Flachbildschirm angeschlossen werden.
- V-Aux-Eingang auf der Frontseite - gut geeignet z.B. für den Anschluss
eines Camcoders. Der Eingang besteht aus Analog Stereo-Cinch, Video-FBAS
und, sehr praktisch, HDMI für moderne HD-Camcorder.
- Phonoeigang für den dedizierten Anschluss eines Plattenspielers
- Multi Channel Input 7.1
- Dock - für den direkten Anschluss eines optional erhältlichen iPod-Docks
- AV1 - bestehend aus Komponenteneingang (Bild) sowie optischem
Digitaleingang (Ton)
- AV 2 - bestehend aus Komponenteneingang (Bild) sowie koaxialem
Digitaleingang (Ton)
- AV 3 - bestehend aus FBAS Composite Eingang (Bild) und koaxialem
Digitaleingang (Ton)
- AV 4 - bestehend aus FBAS Composite Eingang (Bild) sowie optischem
Digitaleingang (Ton)
- AV 5: - bestehend aus FBAS Composite Eingang, S-Video-Eingang (Bild)
sowie Analog Stereo-Cinch (Ton)
- AV 6 - bestehend aus FBAS Composite Eingang (Bild) sowie Analog
Stereo-Cinch (Ton)
- Audio 1: Analog Stereo-Cinch (Ton)
- Audio 2: Analog Stereo-Cinch (Ton)
Hinzu kommen weitere die folgenden weiteren Anwendungsmöglichkeiten:
- USB per Fronteingang
- Net Radio bei Einbindung ins Netzwerk (RJ45 Netzwerkkabel)
- PC Musikdatenstreaming bei Einbindung ins Netzwerk (RJ45 Netzwerkkabel)
- Tuner (analoger Radiotuner)
Ausgänge:
- 2 x HDMI-Out. Gut sind zwei HDMI-Ausgänge, so kann z.B. an den ersten
Ausgang ein Beamer und an den zweiten Ausgang ein Flachbildschirm
angeschlossen werden. Die HDMI-Ausgänge können folgendermaßen
konfiguriert werden: HDMI Out 1+2, HDMI Out 1, HDMI Out 2, HMDI Out Off
- Monitorausgang Analog-Video: Komponente, FBAS
- 2 x Analog Stereo-Cinch
- jeweils 1 x Analog Stereo Cinch für Zone 2/Zone 3
- 7.2 Vorverstärkerausgang - sehr gut: Es sind zwei
Subwoofer-Vorverstärkerausgänge vorhanden.
- 1 digitaler optischer Ausgang
- Auf der Frontseite Kopfhörerausgang mit Nutzung von Yamaha Silent Cinema
(Surroundwiedergabe auch im Kopfhörerbetrieb bei Verwendung eines
herkömmlichen Stereokopfhörers)
Gesamtnote Anschlüsse in Relation zur Preisklasse und Gerätekategorie:
Ausgezeichnet - hervorragend.
Konfiguration, Setup und Bedienung
YPAO

Notwendige Bestätigung zum Starten des Einmessvorgangs

YPAO - Startbildschirm
- Verschiedene EQ-Typen stehen zur Wahl: Flat, Natural, Front
- Dauer für das Einmessen einer Hörposition zuzüglich 10 Sekunden
Vorbereitungszeit nach Drücken der Start-Taste: ca. 1.12 Minuten.
- Nach Beendigung des Einmessvorgangs werden der minimale eingemessene Pegel
und der maximale eingemessene Pegel angezeigt. Ebenso die kürzeste und die
längste Distanz, genauere Angaben für jede einzelne Box finden sich nicht.
Hier muss man später im LS-Menü bei aktivierter YPAO-Einmessung
nachschauen, um einen Überblick über alle eingemessenen Parameter zu
bekommen.
- Wenn während des Einmessvorgangs Fehler auftreten - z.B. das System stellt
fest, dass ein Lautsprecher falsch verkabelt ist - so werden diese bei den
"Check"-Meldungen aufgelistet.
- Die ermittelten Entfernungswerte sowie die Einpegelung erfolgt sehr
präzise.
- YPAO agiert akustisch sehr differenziert und gekonnt. Die Übergänge
Front-Surround sind sauber gestaltet, der Hochtonbereich erscheint weder
bedeckt noch zu spitz. Unausgewogenheiten im Frequenzgang werden demnach
nicht drastisch, sondern sensibel korrigiert.
DSP-Programme
Cinema/Movie DSP
- Standard - nach dem Vorbild eines "idealen Kinosaals"
konzipiert, in dem für die Zuhörer von den Seiten und von hinten
kräftiger Nachhall entsteht.
- Spectacle - für zeitgemäße Action-Blockbuster sehr gut geeignet, eine
ausgezeichnete Darstellung großer wie auch kleiner Effekte wird durch die
hohe Grob- und Feindynamik ermöglicht.
- Adventure: Auch dieses Soundfeld ist für Action- und Abenteuerfilme
ausgelegt. Es begrenzt den Nachhall und legt viel Betonung auf die
Reproduktion eines kraftvollen Raums, der breit nach links und rechts im
Sinne einer optimalen Weitläufigkeit erweitert wird. Die reproduzierte
akustische Tiefe wird auch relativ begrenzt, um die Trennung der einzelnen
Audiokanäle zu verdeutlichen.
- Sci-Fi: Eine intensiv erlebte Räumlichkeit geht mit klarer Trennung von
Stimmen, Music Score und Effekten einher.
- Drama: Soundfeld mit stabilem Nachhall, trotzdem ist ein hohes Maß an
Plastizität vorhanden. Der Zuhörer soll das Gefühl bekommen, sich mitten
in der Handlung zu befinden. Um dies zu ermöglichen, ist die
Dialogqualität und die Stimmverständlichkeit besonders hoch.
- Mono Movie: Optimale Expansion und genau berechneter Nachhall für alte
Mono-Produktionen.
- Sports: Sportsendungen sowie Variete-Programme sollen mit Live-Flair
übertragen werden.
- Action Game: Für schnelle, effektreiche PC- und Konsolengames gedacht.
- Roleplaying Game: Für PC/Konsolen Abenteuer- und Rollenspiele
gedacht.
Musik-DSP
- Hall in Munich: Simulation einer Konzerthalle mit ca. 2500 Plätzen in
München, mit eleganter Holzverkleidung und feinem, sich schön
ausbreitendem Nachhall. Der virtuelle Sitz des Zuhörers befindet sich in
der Mitte links der Arena.
- Hall in Vienna: Mittelgroße Konzerthalle mit etwa 1700 Sitzplätzen in
traditionellen Wiener Baustil. Säulen und Ornamente generieren extrem
komplexe Reflexionen aus allen Richtungen, dies führt zu einem vollen,
reichen Sound.
- Chamber: Relativ breiter Raum mit hoher Decke - in etwa wie ein
Empfangssaal in einem Schloss. Der angenehme Nachhalleffekt sorgt dafür,
dass dieser Modus bei Kammermusik sehr gut einzusetzen ist.
- Cellar Club: Klangfeld mit kräftigem Klang, entspricht dem eines
gemütlichen Kellerclubs. Der virtuelle Sitz des Zuhörers ist in vorderster
Reihe vor der kleinen Bühne.
- The Roxy Theatre: Soundfeld eines Live-Rockmusikhauses in Los Angeles mit
ca. 460 Plätzen. Der virtuelle Sitz des Zuhörers befindet sich in der
Mitte leicht nach links versetzt.
- The Bottom Line: Nachgebildetes Soundfeld eines berühmten New Yorker
Jazzclubs. Der Raum bietet Sitze für 300 Personen an der linken und rechten
Seite eines natürlich ausgeprägten Soundfeldes.
- Music Video: Soll den Klang von Livekonzerten simulieren, mit einer klaren
Wiedergabe von Instrumenten und Stimmen. Die Live-Atmosphöre mit
Beifallsbekundungen etc. wird vom Surroundklangfeld wiedergegeben.
Für welche Tonformate lassen sich die DSPs nutzen?
- Für in Dolby Surround, Dolby Digital und DTS encodiertes Material.
- Bei DTS-HD Master Audio-Tonspuren wird, soll ein Soundfeldprogramm
eingesetzt werden, automatisch zum normalen DTS Decoder gewechselt - dann
können die DSPs angewählt werden. Wir empfehlen, bei DTS-HD Master Audio,
sollen keine Beeinträchtigungen der Soundqualität entstehen, im direkten
Decodermodus ohne DSPs zu arbeiten.
- Bei Tonspuren in Dolby TrueHD wird unter anderem ein anderes Programm als
das vom User angewählte automatisch ausgewählt.
Fernbedienung

Fernbedienung mit relativ vielen Bedienelementen
Die Fernbedienung liegt gut in der Hand und ist auch mit nur einer Hand ohne
Schwierigkeiten zu bedienen. Allerdings fehlt für die Verwendung im dunklen
Heimkinoraum eine Beleuchtungsmöglichkeit, und gerade im unteren Bereich sind
relativ viele eher kleine und gleichförmige Tasten vorhanden. Gut sind der sich
abgrenzende, relativ große Lautstärkeregler und die vier sich ebenfalls
absetzenden Makrotasten (Scene).
Menüs

Scene Select - Macroanwahl auch übers OSD

Erster Teil des Eingangswahl-Menüs

Die konventionellen Anschlussformen

Multimedia-Wahlmöglichkeiten
Der Yamaha RX-V 2065 verfügt über
eine neue gestaltete Menüoberfläche. Nach Drücken der Taste ""On Screen"
auf der Fernbedienung erscheint zunächst das "Select Scene" Menü, um eine
der Macros in Bewegung zu setzen. Rechts im unteren Bildschirmrand ist
ein weißer Pfeil, klickt man diesen an, kommt man ins Anschluss-Setup.
In diesem finden sich komplett vorkonfigurierte Anschlusskombinationen,
die die Verbindungsaufnahme externer Zuspieler mit dem Yamaha
RX-V2065 deutlich erleichtern. Hat man sich durch das Anschlussmenü
"durchgearbeitet", taucht wiederum rechts unten im OSD ein weißer Schriftzug
"Setup" auf. Diese Menüstruktur - bei aller Freude über die optische Gefälligkeit
- ist so nicht uneingeschränkt zu loben, da sich der Anwender erst durch
verschiedene Screens klicken muss, um ins Setup zu gelangen.
Nachdem man auf das Symbol geklickt hat, kommt man ins Grundmenü für die
verschiedenen Einstellungen, welches sich folgendermaßen gliedert:
- Speaker Setup
- Sound Setup
- Function Setup
- DSP Parameter
- Memory Guard
Zum Punkt "Speaker Setup":

Manuelles Lautsprecher-Setup

Pegelabgleich

Time Alignment
Hier wählt der Anwender zwischen Auto Setup (dann wird YPAO gestartet) und
Manual Setup. Im Unterpunkt Manual Setup ist folgendes einstellbar:
- Speaker Configuration mit Zuweisung der sechsten und siebten Endstufe
(Front Bi-Amping, Zone 2/Zone 3, Front Presence)
- Bassausgabe (Subwoofer/Front/Front plus Subwoofer bei
Fullrange-Frontlautsprechern plus externem aktivem Bass)
- Front Speaker: Small/Large
- Center Speaker: Small/Large/None
- Surround Speaker: Small/Large/None
- Surround Back Speaker: None/large x 1/large x 2/small x 1/small x 2)
- Bassübernahmefrequenz (leider nur global und nicht
Lautsprechergruppen-selektiv): 40/60/80/90/100/110/120/160/200 Hz
- Lautsprecherpegel, für jeden Lautsprecher getrennt einstellbar in 0.5
dB-Schritten
- Time Alignment/Speaker Distance, für jeden Lautsprecher getrennt
einstellbar in 10 cm-Schritten
- Equalizer: Hier kann der Anwender wählen: Entweder die per automatischem
Room EQ (parametrisch) ermittelten Kurven Natural, Front oder Flat, EQ
ausschalten oder den geometrischen manuellen EQ anwählen. Dieser hält für
Front/Center/Surround folgende Bänder bereit: 63/160/400 Hz, 1/2,5/6,3/16
kHz, einstellbar in 0,5 dB-Schritten von - 6 bis + 6 dB.
- Test Tone - zum Aktivieren des Test-Tons. Etwas unpraktisch, dass
dies nicht gleich im Pegel-Menü für den Pegelangleich erledigt wird.
Zum Punkt "Sound Setup":
- Dynamic Range: Min/Auto, Standard, Maximum
- Lipsync: HDMI Out 1, HDMI Out 2, Analog Monitor Out
Zum Punkt "Function Setup":
HDMI:

- HDMI Control (Steuerung über HDMI CEC) an/aus
- Standby Through an/aus - bei Aktivierung können auch im Standby-Betrieb
HDMI-Signale durchgeleitet werden
- Audio Output: Verstärker/TV/Verstärker plus TV
- Auflösung: Through/1080p/1080i/720p/576p
- Aspect: 16:9/Smart Zoom/Through
Display:

- Dimmer -4/-3/-2/-1/0
- Front Panel Display Scroll (Scrollen des Gerätedisplays):
kontinuierlich/einmal
- GUI Position: Ausrichtung des OSDs auf dem Bildschirm
Volume:
- Adaptive DRC (Dynamic Range Control, adaptive Steuerung des
Dynamikbereiches): Auto oder Off
- Max. Volume (Festsetzen einer maximalen Grenzlautstärke, die dann nicht
überschritten wird, sinnvoll z.B. wenn man Kinder hat)
- Initial Volume (anfängliche Lautstärke)
Input Rename (Umbennenungsmöglichkeit für die Eingänge zur
Individualisierung)
Zone:
- Zone2 Max. Volume
- Zone2 Initial. Volume
Network:

Netzwerkoptionen
- IP Adress (in diesem Menü sollte DHCP auf "on" stehen für eine
automatische Adressvergabe)
- MAC Adress Filter
- Network Standby
- Information (Status der Netzwerkeinbindung)
DSP Parameter
Unter diesem Unterpunkt kann man für die eingebauten DSP-Programme verschiedene
Parameter manuell abändern. Zugleich ist dieser Menüpunkt auch eine gute
Möglichkeit, DSP-Programme hinsichtlich der Werkseinstellungen miteinander
zu vergleichen. Je nach DSP-Programm stehen unterschiedlich viele Parameter,
die justiert werden können, zur Verfügung. Und: Nicht nur für die von
Yamaha entwickelten DSPs, auch für Standardprogramme
wie Dolby PLII Movie stehen verschiedene Justagemöglichkeiten (im Falle
PLII Movie DSP-Level, Surround Initial Delay - anfängliche Verzögerung
im Surroundbereich - , Surround Room Size - wahrgenommene Größe des Surroundraumes
-, Surround Liveness - akustische Lebendigkeit im Surroundbereich, Initialize).
Wir haben Screenshots verschiedener DSP-Programme bereit gestellt, um die
verschiedenen Einstelloptionen zu verdeutlichen:

Hall in Vienna

Sci-Fi

Adventure

Spectacle

Chamber

Bottom Line
Letzter Menüpunkt ist "Memory Guard on/off" - hierbei
handelt es sich um die Möglichkeit, die getroffenen Einstellungen gegen
unbeabsichtigte Änderungen zu schützen.
Fazit Konfiguration, Setup und Bedienung
Mit dem neu entwickelten und übersichtlichen grafischen
Benutzerinterface spricht der Yamaha
RX-V2065 auch weniger versierte und erfahrene Anwender an. Das Anschließen
von Zuspielern an den Yamaha RX-V
2065 stellt kaum jemanden vor Probleme, nur die Fernbedienung könnte
mit einer Beleuchtung und etwas größeren Tasten ausgestattet werden. Apropos
Ausstattung - diese ist aus akustischer Sicht recht reichhaltig. Der Yamaha
RX-V2065 bringt zwar "nur" sieben und noch eine neun Endstufen mit,
dies ist aber in Anbetracht der Preisklasse problemlos zu verzeihen. Die
eingebauten DSP-Programme sind aufwändig programmiert und entsprechen
bezüglich ihrer Parameterausgestaltung real existierenden Räumen, die
präzise vermessen wurden. Zusätzlich besteht bei Dolby TrueHD die Möglichkeit,
verschiedene DSP-Programme auch bei diesem aktuellen HD-Tonformat zu nutzen.
Ebenfalls können versierte Anwender verschiedene Parameter (Umfang je
nach DSP-Programm unterschiedlich) individuell justieren. Das Einmesssystem
ist nicht besonders umfangreich ausstaffiert und misst nur ein einer Hörposition
ein, die Ergebnisse sind trotzdem sehr gut. Als Nachteil wäre der kleinere
Sweet Spot anzuführen, das ist aber nur dann von Interesse, wenn man häufiger
mit mehr Personen hört. Die Videosektion bietet ein Upscaling analog eingehender
Videosignale auf bis zu 1080p, digital eingehende HDMI-Signale werden
durchgeschliffen. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.
Multimedia und Netzwerk

Der gerade laufende Titel während des PC-Streamings wird auch
im Gerätedisplay angezeigt

Musikwiedergabe beim Streaming vom Server

Internet Radio

Auswahl nach Genre
- Der Yamaha RX-V2065 kann
Audiodateien (WAV (nur PCM), MP3, WMA, MPEG-4 AAC) von einem Home Server
(getestet mit einer Buffalo Link Station unter Twonky Media) oder einem
PC mit Windows Media Player 11 o.ä. streamen. Der Buffalo Server wurde
sofort erkannt, die entsprechenden Musikstücke wurden ohne Probleme
wiedergegeben.
- Bei der Wiedergabe datenreduzierter Tracks von unserem Server haben
wir gleich den Compressed Music Enhancer getestet. Dieser ist in zwei
Spielarten verfügbar. Als 2-Kanal-Enhancer kümmert er sich um die Aufbesserung
eines Signals, welches zu den beiden Frontlautsprechern bei der normalen
Stereowiedergabe geleitet wird. Ebenfalls steht ein 7-Kanal-Enhancer
für die verbessere Wiedergabe von datenkomprimierten Formaten im Mehrkanal-Stereomodus
zur Verfügung. In allen Test-Reihen konnte sich der Compressed Music
Enhancer gut in Szene setzen. Der Hochtonbereich wirkt lebendiger, die
Mitten weisen mehr Struktur auf, und der Bass besitzt mehr Dynamik und
Punch. Im Mehrkanal-Stereomodus wird der Effekt noch ein wenig deutlicher.
- Internet Radio: Wer den Yamaha
RX-V 2065 mittels Netzwerkkabel ins Heimnetzwerk integriert, kann,
sofern eine Verbindung zum Internet besteht, auf viele Stationen des
Internet Radio zugreifen. Yamaha setzt als Server vTuner ein mit Zugriffmöglichkeit
auf über 2000 Sender. Wie üblich kann man Bookmarks setzen, sich die
Radiostationen nach Genre oder Land sortiert anzeigen lassen sowie neue
beziehungsweise besonders populäre Stationen gesondert betrachten. Auch
bei der Wiedergabe der Internet Radio Stationen erzielt der Compressed
Music Enhancer sehr gute Ergebnisse und ermöglicht ein lebendiges, klares
Klangbild mit guter Hochton- und nachdrücklicher Basswiedergabe. Das
Buffern der einzelnen Stationen dauert manchmal relativ lange
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.
Test-Equipment
Klang
Grundsätzliche Aussagen über die akustischen Fähigkeiten des RX-V2065:

Sauberer Klang ist auch dann garantiert, wenn man heftig am
Lautstärkedrehregler aktiv wird
- Tonalität: Der Yamaha RX-V2065
ist neutral ausgelegt, ein typisches Merkmal für aktuelle Yamaha AV-Receiver.
Auch beim RX-V1065 konnten
wir diese Auslegung bereits akustisch heraushören. Alle Frequenzbereiche
sind identisch betont, für seine Preisklasse ist es schon beinahe sensationell,
wie gering die klanglichen Verfärbungen ausfallen.
- Pegelfestigkeit: Eine Paradedisziplin des 2065.
Er lässt selbst pegelfeste und zudem teurere Konkurrenten wie den Onkyo
TX-NR1007 hinter sich. Selbst im Mehrkanal-Stereobetrieb ohne angeschlossenen
aktiven Subwoofer versorgt der Yamaha
RX-V 2065 ein 5.1 Ensemble mit großen Standboxen vorn problemlos
mit Schub, der auch bei sehr hohem Pegel praktisch nicht nachlässt.
Der sehr harte, trockene und präzise Bass ist des Weiteren hervorzuheben.
- Hochtonbereich: Mit Strahlkraft und Prägnanz geht der Yamaha
RX-V2065 zu Werke. Er agiert nicht samtig und sanft, aber auch keinesfalls
spitz oder aggressiv.
- Mitteltonbereich: Mit sehr guter Einpassung in Richtung Hoch- und
Tieftonbereich gefällt der Mitteltonbereich, der zudem sehr facettenreich
agiert und eine klare, charismatische Stimmwiedergabe sicherstellt.
- Bassbereich: Der trockene, klare, sehr gut strukturierte Bass ist
exzellent. Selbst dann, wenn kein separater aktiver Subwoofer vorhanden
ist, gefällt die Leistungsfähigkeit im Bassbereich immens. Wenn man
Standlautsprechern mit sehr gutem Tiefgang einsetzt, merkt man, wie
tief der Yamaha RX-V2065 herunterspielt.
Wenn man einen aktiven Subwoofer verwendet, beeindruckt die gleichmäßige,
lineare Ansteuerung.
- Lösung des Klangs von den Lautsprechern: Für die Preisliga ausgezeichnete
Ergebnisse - nur sehr anspruchsvolle Hörer wünschen sich eine noch deutlichere
Loslösung des Sounds von den Boxen.
- Räumlichkeit: Sowohl im Front- als auch im Surroundklangfeld
offeriert der RX-V2065 eine
fein dosierte Räumlichkeit, die sowohl in Bezug auf die Weite als auch
auf die Tiefenstaffelung überzeugt. Allerdings geht bei entsprechend
teureren AV-Verstärkern nochmals mehr, die verschiedenen räumlichen
Ebenen lassen sich bei solchen Modellen noch besser voneinander differenzieren.
- Klangliche Auslegung, Vergleich Stereo - Stereo-to-Surround, Mehrkanal:
Imposanterweise bleibt die Auslegung in allen drei Betriebsarten praktisch
gleich. Das zupackende, kraftvolle und tonal neutrale Wesen des 2065
kommt stets klar heraus.
Neue Tonformate - DTS-HD Master Audio und Dolby TrueHD
BD, Andrea Bocelli, Vivere ? Live in Tuscany, Melodramma, PCM
5.1:
Gerade diese Blu-ray, mit einer aus akustischer Sicht sehr detailreichen
und klaren Mehrkanaltonspur in PCM versehen, birgt für AV-Receiver niedrigerer
Preisklasse einige Risiken, denn es ist alles andere als einfach,
Andreas fesselnde und charismatische Stimme korrekt zu erfassen. Der Yamaha
RX-V2065 aber kann sich hier seines ausgesprochen gut strukturierten
Mitteltonbereiches bedienen und sorgt nicht nur für eine tadellose Darstellung
stimmtypischer Merkmale, sondern positioniert die Stimme auch korrekt
im Raum - und gibt der gesamten Vorstellung durch die präzisen Umrisse
viel Stabilität. Wer hier noch mehr will, muss mindestens zu einem Gerät
der Preisklasse ab 2.000,00 EUR greifen - eine deutliche Mehrinvestition,
die dann dafür sorgt, dass der Schmelz in der Stimme Bocellis noch besser
zur Geltung kommt. Wer die Wiedergabe des Konzertes anstatt neutral und
frisch lieber etwas samtig-zürckhaltender mag, könnte sich zum Vergleich
den Onkyo TX-NR1007 anhören.
Die Trennung zwischen Stimmen und Instrumenten ist ausgezeichnet, was
dafür sorgt, dass man bei Instrumenten und Stimmen auch kleinere Feinheiten
heraushören kann. Die Räumlichkeit erscheint authentisch ausgeprägt, die
Beifallsbekundungen des Publikums kommen mit lebendiger Ausgestaltung
zur Geltung.
BD, Wolfgang Amadeus Mozart, Le Nozze di Figaro (Figaros
Hochzeit), DTS-HD High Resolution Audio:
Gleich der berühmte, schwungvolle Beginn der wunderschönen Oper stellt
die Yamaha vor eine harte Probe, denn die sehr dynamischen, mit Verve
gespielten orchestralen Einsätze müssen impulstreu und sensibel übertragen
werden. Der RX-V 2065 aber bleibt
gelassen - und gibt jedem Instrument des Orchesters viel Kontur und Klarheit
mit. Nur im äußersten Hochtonbereich ebbt die Detailwelle dann etwas ab.
Nehmen wir hier zum Beispiel den Yamaha
DSP-Z11 zum Vergleich, so bringt dieser noch mehr Brillanz und Durchhörbarkeit
in den Hochtonbereich. Auch die Übergänge zwischen komplettem Orchestereinsatz
und instrumentalen Soli werden dann noch akzentuierter herausgestellt.
Für seine Preisklasse aber erbringt der Yamaha
RX-V2065 eine vorbildliche Leistung - zu dieser gehört auch der glaubhaft
dargestellte Raum. Nun waren wir gespannt auf die Güte der vokalen Wiedergabe
- die überragende Besetzung dieser BD von den Salzburger Festspielen stellt
hier einen passenden Rahmen dar. Und der Yamaha
RX-V2065 enttäuscht auch hier nicht - ohne aggressiven, schneidenden
Unterton, sondern prägnant und klar erfolgt die Stimmdarstellung.
Männerstimmen haben Fundament und Ausdruckskraft, Frauenstimmen klingen
emotional und fein umrissen. Insgesamt überzeugt der 2065
auch bei den "feinen und leisen Tönen" - er eignet sich keinesfalls nur
für actiongeladene Hollywood-Blockbuster, sondern ist auch für den Klassik-
und Opernliebhaber eine ausgezeichnete Wahl, gerade dann, wenn man den
günstigen Preis mit ins Kalkül zieht.
BD Tiesto - Copenhagen, Elements of World Tour, BD 2, DTS-HD
Master Audio
Mit Wucht und Härte arbeitet der Yamaha
RX-V 2065 die Kickbässe heraus. Das reichhaltige Surroundklangfeld
wird von Dynamik und Präzision begleitet. Schnelle Effektkombinationen
schießt der AV-Receiver bestimmungsgerecht durch alle Kanäle. Das Treibende,
Mitreißende der Tracks wird vom Yamaha sehr gut erkannt. Die exakte Ansteuerung
des aktiven Subwoofers ist erneut zu loben. Setzt man leistungsfähige
Fullrange-Frontlautsprecher ein, sollte die Basssignalausgabe im Menü
des Yamaha RX-V2065 auf jeden
Fall auf "both" stehen, damit sowohl Subwoofer als auch Frontlautsprecher
die Bassanteile in den Hörraum schleudern können.
BD Baraka, DTS-HD Master Audio, Kapitel 5:
Klar und kraftvoll untermalt der Yamaha
RX-V2065 gleich im ersten Kapitel die eindrucksvolle Bergkulisse.
Der im Hintergrund hörbare Wind wird fein dosiert in den Raum gestellt.
Die Instrumente werden mit ordentlicher Sensibilität wiedergegeben - teurere
AV-Receiver oder AV-Verstärker holen beim Abklingen der Instrumente und
bei der Brillanz und dem Ausleuchtungsvermögen im Hochtonbereich aber
noch mehr Einzelheiten heraus. Hier merkt man, dass auch bei einer Investition
von über 1.000,00 EUR in einen AV-Receiver noch Luft nach oben ist. Sehr
gut arbeitet der Yamaha RX-V 2065
einen realistisch wirkenden virtuellen Raum heraus, gerade, als sich ein
akustischer Spannungsbogen mit Steigerungen durch Basseinsätze und gesteigerte
Raumklanganteile ankündigt (kurz vor dem Wechsel zum 2. Kapitel - Lhasa/Tibet).
Die Glocken in der zweiten akustischen Ebene stattet der Yamaha
RX-V2065 mit realistischem Hallverhalten und korrekter Einbindung
ins tonale Gesamtgefüge aus.
BD Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels, Dolby
TrueHD, ab Filmbeginn:
Wir haben bei diesem Dolby TrueHD Soundtrack das "Adventure" DSP eingesetzt,
um eine maximale Weitläufigkeit und eine überzeugende Darstellung massiver
wie auch kleinerer Effekte zu erhalten. Im dritten Kapitel kann der Yamaha
RX-V2065 seine Fähigkeiten sehr gut ausspielen - es kommt zunächst
zu einer Spannungssituation, als sich Indiana Jones' Freund auf die Seite
der Gegner schlägt. Anschließend beginnt eine wilde Verfolgungsjagd, mit
Schusswechseln, energiegeladenem Music Score und massiven Effekgebilden
- hier wäre als Beispiel die Fahrt mit dem Raketenwagen zu nennen. Als
zu Beginn des 4. Kapitels ein Flugzeug startet, wird diese kurze Sequenz
sehr nachhaltig und eindrucksvoll dargestellt. Bei der folgenden Diskussion
im wenig gemütlichen Verhörraum beweist der RX-V
2065, dass er Stimmen differenziert und mit Substanz wiedergegen kann.
Im 11. Kapitel bei der Jagd durch den Dschungel gibt der Yamaha
RX-V 2065 die Geräuschkulisse, die auch durch die Laute der tropischen
Tiere im Hintergrund bestimmt ist, sehr vielschichtig wieder. Die wilde
Fahrt in den Geländewagen inklusive aufdringlicher Affen wird mit raumfüllender
Effektdarstellung aufbereitet. Antrittsstark ist der Yamaha sofort zur
Stellen, wenn es darum geht, kurz aufeinander folgende Effektformationen
mit dem richtigen Timing darzustellen. Der großvolumige Dieselmotor des
durch den Dschungel rasenden Militär-LKWs wird ebenfalls authentisch übertragen.
Die Schusswechsel ertönen dynamisch, die auf dem boden in Massen wieselnden
Käfer ebenfalls.
BD Batman ? The Dark Knight, Dolby TrueHD, ab Filmbeginn:
Die englische Dolby trueHD-Tonspur ist sehr dynamisch und basskräftig. Zudem
kann man bei TrueHD die sehr guten DSPs ohne Auflösungsverluste einsetzen, in
unserem Falle haben wir das sehr nachdrücklich agierende Spectacle DSP
eingesetzt. Schnelle Effektübergänge und eine reichhaltige Auskleidung von
Effekten sind hier hervorzuheben. Am Anfang sprengen die Schergen des Jokers
eine Fensterscheibe aus ihrem Rahmen - mit Wucht bekommt auch der Zuhörer
dieses Ereignis zu spüren. Aber auch kleinere Effekte wie das Ansetzen des
Bohrers an der Tresortür im Bankgebäude werden sehr klar herausgearbeitet. Die
Schüsse aus der Pumpgun des Bank-Filialleiters stellen mit massiver
Durchschlagskraft ihre akustische Energie zur Schau. Bei den maskierten
Gangstern merkt man an der leicht bedeckten Stimme genau, dass sie Masken
tragen. Der Music Score wird spannungsgeladen eingebunden. Setzen wir "Adventure"
als Vergleichs-DSP ein, erscheint das Geschehen noch eine Idee weitläufiger
präsentiert, ein kraftvoller Raum mit sehr gleichmäßiger Wiedergabe wird
erschaffen.
Stereoklang
Yamaha fokussiert mehr und mehr eine einwandfreie Klangqualität auch
im Stereobetrieb, dies belegt der Yamaha
RX-V 2065 eindrucksvoll. Er bietet eine glaubhafte Bühne mit einer
erstaunlichen Tiefenstaffelung. Auch Gesangs- oder Instrumentalsoli kommen
sehr gut zur Geltung. Die vokalen Talente kommen bei der Zweikanalwiedergabe
voll zum Tragen. Stimmen haben Kontur und ertönen mit authentischem Timbre.
Filigrane, stimmtypische Elemente werden zwar nicht zur Gänze erfasst
- dies kann man erst bei einem AV-Boliden erwarten - aber doch zu einem
beträchtlichen Teil aus der Tonspur geschält. Frisch, klar und lebendig
werden auch komplexe Instrumente wie das Cembalo, die Violine oder die
Harfe wiedergegeben. Blechblasinstrumenten fehlt jede Belegtheit - natürlich
und schwungvoll kommen Trompeten oder auch das Saxophon heraus. Der erstaunliche
Tiefgang lädt dazu ein, leistungsfähige, groß dimensionierte Frontlautsprecher
auch ohne den Support eines aktiven Subwoofers einzusetzen.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Hervorragend.
Passende Lautsprechersets:

- Teufel 5.1 Säulen-System LT5: Mit klarem, lebendigen Sound bringt
das LT5 die Dynamik des Yamaha sehr gut zum Ausdruck. Der leistungsfähige
aktive Subwoofer sorgt für eine sehr hoch liegende tieffrequente Performance.
Dadurch, dass der Woofer präzise und trocken spielt, ist auch hier die
Auslegung sehr passend zum Yamaha
RX-V 2065.

- Nubert nuBox 5.2-Set (2 x nuBox 511, 1 x nuBox CS-411, 2 x nuBox 311,
2 x nuBox AW-441): Kompromisslos pegelfest, laden die nuBoxen gerade
dazu ein, die Pegelreserven des RX-V
2065 voll zu nutzen. Die zwei kompakten AW-441 liefern eine unglaubliche
Basskraft und lassen auch den Einsatz dieses Ensembles im 35 Quadratmeter
messenden Hörraums zu. Akustisch ist das nuBox-Set lebendig und frisch
ausgelegt, der Hochtonbereich ist klar, aber nicht übermäßig strahlend,
was dafür sorgt, dass hohe Pegel problemlos auch über längere Distanzen
gefahren werden können.

- Quadral Platinum M 5.1-Set (M4/M2/M1/Sub 700): Teuer, aber auch brillant
- so könnte man das Platinum M Set in aller Kürze charakterisieren.
Mit der vorzüglichen Grob- und Feindynamik sowie der klaren, natürlichen
Gesamtwiedergabe bietet das Platinum M Set hohe Reserven - auch in Bezug
auf die überragende Pegelfestigkeit, die sowohl für die passiven Komponenten
als auch für den kraftvoll und exakt aufspielenden aktiven Subwoofer
gilt.
Videosektion
- Der Yamaha RX-V2065 kann
analoge Videosignale auf bis zu 1080p hochskalieren, eine Bearbeitung
eingehender HDMI-Signale ist nicht möglich.
- Upscaling von Filmmaterial (Star Wars Episode III) 576i auf 1080p:
Der Yamaha RX-V2065 liefert
ein detailreiches Upscaling auf die Full HD Auflösung, das De-Interlacing
weist kleine Treppenstufen auf. Ansonsten gefallen Bildstabilität und
Bewegungswiedergabe, die Star Wars-typische gelbe Schrift zu Beginn
wird in satter Farbgebung und mit sicherem Lauf wiedergegeben. Der Yamaha
RX-V2065 holt zudem relativ viele Sterne auf den Bildschirm. Der
kurz darauf durchs Bild gleitende Sternzerstörer weist nur minimales
Zittern im Bereich der Kommandobrücke auf - ansonsten ist das Bild ruhig
und stabil. Zudem werden viele Details auch im Bereich des Flügels,
der im Schatten liegt, herausgearbeitet.;
- Upscaling von Videomaterial - 576i auf 1080p - AVEC Professional Test
DVD: Beim bewegten Stadtbild von Esslingen überzeugt der Yamaha
RX-V2065 mit ordentlicher Bildschärfe und guter Stabilität bei den
Kamerafahren. Die Dachziegel der Häuser zittern oder flimmern kaum.
Die Rasenflächen werden ansprechend wiedergegeben, auch das historische
Gemäuer - die alte Standbefestigung - erscheint rauscharm und detailreich.
Beim Pendel, das in verschiedenen Geschwindigkeiten über eine Linie
gleitet, ist die Bewegungsstabilität erneut sehr gut, das Pendel ist
außerdem scharf und klar erkennbar, das Innere wird differenziert dargestellt.
Die Linie, über die das Pendel gleitet, zittert lediglich minimal. Bei
den verschieden farbigen Schriften, die in unterschiedlichen Geschwindigkeiten
durchs Bild gleiten, schlägt sich der Yamaha
RX-V 2065 ebenfalls wacker, die einzelnen Buchstaben sind scharf
erkennbar und weisen kaum Doppelkonturen oder Pixelmuster auf. Die Farbtrennung
ist sehr gut.
Gesamtnote in Relation zu Gerätekategorie und Preisklasse: Ausgezeichnet -
hervorragend.
Konkurrenzvergleich:

- Yamaha RX-V1065: Der "kleinere
Bruder" punktet in seiner Liga ebenfalls mit einer ausgezeichneten Pegelfestigkeit,
muss sich im Vergleich aber dem teureren Yamaha
RX-V2065 klar geschlagen geben. Der Yamaha
RX-V 2065 agiert auch noch dynamischer und bietet im Bassbereich
mehr Fundament sowie Präzision, so dass der Preisunterschied gerade
für den akustisch anspruchsvollen Anwender voll gerechtfertigt ist.

- Onkyo TX-NR1007: Der Onkyo
TX-NR1007 profitiert sich als Ausstattungsgigant - ganz gleich, ob sauber
integrierte Netzwerkfunktion, die neuesten Decoder, THX Ultra 2 Plus-Zertifikat
und eine beispielhaft ausgestattete Videosektion mit herausragendem
Video-EQ - dieses ganze Paket gibt es zu Marktpreisen ab ca. 1.200,00
EUR. Was Pegelfestigkeit, Finesse im Mitteltonbereich oder Bassperformance
angeht, kann der Yamaha RX-V2065
aber vorbeiziehen.

- Sony STR-DA6400ES: Mit Marktpreisen von ca. 2.200,00 EUR spielt der
Sony preislich in einer anderen Liga - verblüffend, wie nahe der Yamaha
Yamaha RX-V2065 dem dynamischen
6400er kommt. Feindynamisch kann der Sony Vorteile verbuchen, die den
Preisklassenunterschied rechtfertigen. Die Netzwerkausstattung des 6400
ist beispielhaft, vor allem die Streamingmöglichkeiten (Audio/Foto/Video-Daten)
sind zu loben. Den überragenden DSP-Programmen und dem ausgezeichneten
Einmesssystem des Yamaha hat der Sony nichts entgegen zu setzen - dafür
beißt sich der Yamaha an der herausragenden Videoqualitäten des STR-DA6400ES
die Zähne aus. Beide AV-Receiver sammeln mit den attraktiven User
Interfaces Pluspunkte.

- Denon AVR-4310: Auch der
Denon ist deutlich teurer als der Yamaha
2065, dafür aber enorm üppig ausgestattet. Audyssey DSX und Dolby
Pro Logic IIz sind ebenso mit an Bord wie umfangreiche Netzwerkfeatures.
Der Sound ist besonders harmonisch, und auch die Räumlichkeit setzt
in der 2.000,00 EUR-Preisklasse Maßstäbe. Bezüglich der Pegelfestigkeit
ist der Yamaha RX-V 2065 dem
Denon AVR4310 recht dicht
auf den Fersen, zudem kontert er mit seinen effektiv arbeitenden DSPs.
Die Videosektion des AVR-4310
führt den Preisklassenunterschied aber deutlich vor Augen.
Fazit und absolute Einordnung

Top-Performance zum fairen Kaufpreis bietet der Yamaha
RX-V2065
Mit dem Yamaha RX-V 2065 kauft
sich der Anwender mit höherem akustischem Anspruch, der aber gleichzeitig
finanziell auf dem Boden bleiben möchte, einen rundherum sehr empfehlenswerten
AV-Receiver, dem echte Schwächen komplett
abgehen. Mit der hervorragenden Pegelfestigkeit öffnet der Yamaha
RX-V2065 sogar die Tür zur 2.000,00 EUR-Liga, das gilt auch für die
hohe klangliche Neutralität und die enorme Basspräzision. Auch die überragenden
DSPP-Programme könnten ebenso gut von einem deutlich teureren Modell stammen.
Nur bei der Güte der Videosektion bleibt der Yamaha
RX-V 2065 seiner Preisliga treu - nicht, dass die Ergebnisse schlecht
wären, ganz im Gegenteil - aber man sieht doch, dass hier Geräte der 2.000,00
EUR-Preisklasse noch ein sichtbar stabileres De-Interlacing und noch mehr
Klarheit und Schärfe beim Upscaling realisieren. Außerdem können die AV-Receiver
dieser eben genannten teureren Preisklasse auch HDMI-Signale bis auf 1080p
hochkonvertieren und nicht nur analog eingehende Videosignale. Die OSD-Optionen
fallen zwar recht reichhaltig aus, aber auch hier bieten teurere AVRs
noch mehr Vielfalt. Hier stellt sich aber die Frage, wer diese Vielfalt
braucht, denn alles, was wirklich nötig ist, hat auch der Yamaha
RX-V2065 schon mit an Bord. Sehr schön, wenngleich nicht ganz so flexible
wie völlig frei zuweisbare Eingänge, ist das Eingangssetup, dank der grafischen
Unterstützung finden sich hier auch weniger versierte Anwender bestens
zurecht. Solide und somit Yamaha-typisch fällt die Verarbeitung aus, die
optischen Unterscheidungsmerkmale zu den kleineren "Geschwistern" offenbaren
sich aber eher auf den zweiten Blick. Insgesamt erhält der Heimkinoliebhaber
mit dem RX-V2065 gerade im akustischen
Bereich überdurchschnittliche AV-Schaltzentrale, die klanglich klar in
einer höheren preislichen Liga spielt. Zu dem Kaufpreis, zu dem der Yamaha
RX-V2065 angeboten wird, gibt es derzeit wohl kaum einen besser klingenden
AV-Receiver.
Yamahas Klangtalent - enorm pegelfest, dynamisch und
kraftvoll aufspielend, wähnt sich der stolze Besitzer zum günstigen Kaufpreis
schon in der AVR-Oberklasse

AV-Receiver Mittelklasse
13. Januar 2010
+ Enorm pegelfest
+ Überragende Grob- und Feindynamik
+ Tonal neutral ausgelegt
+ In allen Betriebsarten identische Grundklangcharakteristik
+ Hervorragende DSP-Programme
+ Netzwerkfunktionalitäten (Streaming, Internet Radio)
+ Übersichtliches GUI
+ Solide Verarbeitung
+ In Anbetracht der Leistung sehr günstiger Kaufpreis
- Nicht absolut flexibles Eingangsmanagement
- Fernbedienung ohne Beleuchtung und mit vielen kleinen Tasten
- Nur Musikdaten-Streaming (kein Foto oder Video)
Technische Daten: www.yamaha-online.de
Test: Carsten Rampacher, AREADVD
13. Januar 2010
Verantwortlich für den Inhalt: Detlev
Schnick, © Copyright 2010 HIFI-REGLER, AREADVD
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