TEST: AV-Receiver Yamaha RX-V663
Test: Thomas Hermsen und Carsten Rampacher, beide AREADVD
- update: 12.06.2008

Einführung
Für einen fairen Einstandspreis von derzeit ca. EUR 550,00 trumpft der
Yamaha RX-V 663 mit üppiger Ausstattung
auf. Zu nennen wäre als wichtigstes Ausstattungsmerkmal die Decodingmöglichkeit
für alle neuen HD-Tonformate - nachdem Onkyo mit dem Onkyo TX-SR605 aus
der 2007er Kollektion schon bewiesen hat, dass es möglich ist, alle HD-Decoder
in einem preisgünstigen AV-Receiver unterzubringen,
ziehen nun die anderen Anbieter nach. Beim Yamaha
RX-V663 erschöpft sich die Ausstattungsvielfalt aber keinesfalls nur
mit den HD-Decodern. Vielmehr trumpft das Modell mit kräftigen 7 x 145
Watt, dem automatischen Lautsprecher-Einmess-/EQ-System YPAO sowie der
SCENE-Funktion auf. Die vier SCENE-Tasten machen die Bedienung des Yamaha
RX-V 663 besonders einfach, denn, wie auf bei einem programmierten
Macro auf der Fernbedienung fassen diese Tasten verschiedene einzelne
Bedienvorgänge zu einem einzigen Prozess zusammen. Ab Werk sind die Tasten
zunächst auf die Vorgaben "DVD ansehen", "CD hören", "Fernsehen" und "Rundfunk"
eingestellt. Der Druck auf eine der SCENE-Tasten löst automatisch verschiedene
Vorgänge zum Aktivieren des zur Taste gehörigen Programms aus. Es sind
auch andere SCENE-Einstellungen verfügbar, etwa "iPod abhören", "Sportfernsehen"
oder "Actionspiel starten". Natürlich
kann der Anwender vorgegebene SCENE-Namen ändern oder jederzeit eigene
SCENES anlegen. Mittels des optional erhältlichen iPod-Docks Yamaha
YDS-10 können verschiedene Apple iPods Kontakt mit dem Yamaha
RX-V663 aufnehmen. Passend dazu verfügt der Yamaha
RX-V663 gleich über den "Music Enhancer", der sich um eine Steigerung
der Klangqualität bei komprimierten Audio-Dateien kümmert. Für individuellen
Hörgenuss zuständig sind die insgesamt 22 HiFi- und Cinema-DSP-Programme.
Für das Hören mit kürzestmöglichem Signalweg verfügt der Yamaha
RX-V 663 über einen Pure Direct Modus. Der Yamaha
RX-V663 bringt eine Bi-Amping- und eine Zone 2 Funktion mit. An Video-Ausstattungsmerkmalen
offeriert der Yamaha RX-V 663
einen De-Interlacer sowie den Support von 1.080p/24 Hz-Signalen über HDMI.
Der De-Interlacer ist nur bei der HDMI-Signalausgabe aktiv und arbeitet
dann, wenn das angeschlossene Bildwiedergabegerät kein 576i über HDMI
akzeptiert. Bei analogen Videosignalen ist nur eine Signalwandlung zwischen
FBAS, S-Video und Komponente möglich.
Verarbeitung
Außen:

Saubere Detailverarbeitung, nur Standby-Knopf und kein
richtiger Netzschalter

Akkurate Einpassung der Displayumrandung und des Lautstärke-Drehreglers

Tadellos eingearbeiteter Abschluss der Frontblende im
unteren Bereich

Optisch gelungene Gerätestandfüße

Großflächiges, fein auflösendes Gerätedisplay

Mitgelieferte Fernbedienung: Für die Preisliga ist der
Qualitätseindruck sehr gut

Einfaches mitgeliefertes Messmikrophon
Die äußere Verarbeitung des Yamaha
RX-V663 überzeugt. Zwar erscheint die Frontplatte etwas unaufgeräumt,
die Detailverarbeitung und die Materialauswahl bieten aber keinen Anlass
zur Klage. Die Frontblende ist sauber eingepasst, der Alu-Schliff wirkt
angemessen hochwertig, und der Lautstärke-Drehregler liegt gut in der
Hand. Wie bei allen Yamaha AV-Receivern gefällt
uns das fein auflösende, große und farblich angenehme Punktmatrix-Display.
Die mitgelieferte Fernbedienung ist für die Preisliga aus qualitativer
Sicht ohne Fehl und Tadel.
Innen:

Das Innenleben des Yamaha
RX-V 663 ist, typisch für die Preisklasse, kein Muster für einen aufgeräumten
Aufbau

Sehr detaillierter Blick ins Innerste

Die von Yamaha entwickelten
Elkos

Trafo (links) und Blech-Kühlkörper
Das Innenleben des Yamaha
RX-V663 überzeugt bezüglich des Platinenlayouts. Die Verkabelung könnte
aber noch etwas sorgfältiger erfolgen. Dass in diesen Preisklassen mit
spitzer Feder kalkuliert wird, beweisen Details wie der Blech-Kühlkörper. Insgesamt
erhält der Yamaha RX-V663 mit
sauberer äußerer Verarbeitung und noch gutem Finish innen die Gesamtnote
gut - sehr gut.
Anschlüsse

Der Yamaha RX-V663
von hinten

2 geschaltete Netzbuchsen, 3 Komponenteneingänge, 1 Komponentenausgang,
Anschluss für iPod-Dock

2 HDMI-Eingänge, 1 HDMI-Ausgang - das ist Minimalbestückung.
3 optische Digitaleingänge, 2 koaxiale Digitaleingänge, 1 optischer Digitalausgang

Lautsprecherkabel-Schraubanschluss
Die Anschlussbestückung ist bezüglich der HDMI-Konnektionsmöglichkeiten
nicht sonderlich üppig. Gerade einmal zwei HDMI 1.3a-Eingänge stehen zur
Verfügung. Vergleicht man hier mit dem Onkyo
TX-SR606 - der gleich teuer ist -, zeigt sich Nachbesserungsbedarf,
denn Onkyo offeriert gleich vier HDMI-Inputs. Gut ist, dass der Yamaha
RX-V 663 gleich drei Komponenteneingänge mitbringt. So können hochwertige
ältere analoge Zuspieler ausreichend Berücksichtigung finden. Der Yamaha
RX-V 663 bringt einen 5.1- und keinen 7.1-Externeingang mit. Drei
optische Digitaleingänge, zwei koaxiale Digitaleingänge und ein optischer
Digitalausgang entsprechen dem normalen Durchschnitt. Wer das optional
zu bestellende iPod-Dock YDS-10 kauft, kann seinen iPod über die Fernbedienung
des Yamaha RX-V 663 steuern.
Der benötgite Anschluss für die Dockingstation befindet sich ebenfalls
auf der Rückseite des Yamaha RX-V663.
Gesamtnote Anschlüsse in Relation zur Preisklasse: Gut.
Konfigurationsmöglichkeiten/Ausstattung
1. Unterschiede zum Vorgänger RX-V661:
- Decoder für DD Plus, DD TrueHD, DTS-HD HRA, DTS-HD
MA
- Automatisches Audio Delay dank HDMI 1.3
- Pure Direct Schaltung
- Center GEQ mit 7 statt 5 Bändern
- De-Interlacer bei Wandlung nach HDMI
- Zweiter Subwoofer Pre-Out
- Eingang für externen Decoder ist nicht mehr in 5.1 sondern in 7.1 bestückt.
- Vergoldete Frontanschlüsse
- 5 Watt mehr pro Kanal in jeder Betreibsart.
- 200 Gramm schwerer
2. Die Ausstattung im Detail
Die Ausstattung des Yamaha
RX-V663 ist hervorragend - und zwar ohne jede Einschränkung.
Das beginnt bei den Decodern für Dolby TrueHD und DTS-HD Master Audio,
geht weiter mit den kräftigen Endstufen mit 145 Watt pro Kanal mit Bi-Amping-Option
(Surround Back Endstufen können für Bi-Amping der Frontlautsprecher verwendet
werden), führt über die reichhaltig ausstaffierte DSP-Sektion mit 22 DSP-Programmen
sowie den 192 kHz/24-Bit D/A-Wandlern und endet bei Komfortfeatures wie
der eingangs beschriebenen Scene-Funktion (programmierbare Macros für
häufig vorkommende Funktionsketten). Das On Screen Display entspricht
grafisch nicht der Konfiguration, die Yamaha
in den edlen Topmodellen anbietet, sondern ist sehr schlicht gehalten
und nur in englischer Sprache verfügbar. Davon abgesehen sind die OSDs
sehr übersichtlich. Natürlich ist der Yamaha
RX-V 663 mit einem automatischen Einmesssystem (YPAO) ausgestattet,
das neben den Basisparametern (Lautsprecher-Größe, Lautsprecher-Entfernung
vom Hörplatz, Lautsprecher-Pegelangleich) auch ein Equalizing durchführt.
Das System funktionierte zuverlässig und erbrachte einen recht gleichmäßigen,
homogenen Sound.
Im Vergleich zur manuell konfigurierten Version aber fehlte
es etwas an Spritzigkeit im Hochtonbereich. Zudem wirkte der Bass aufgrund
der zurückhaltenden Subwoofereinstellung etwas schlank - dafür aber relativ
präzise. Die Justagemöglichkeiten in den verschiedenen manuellen Lautsprecher-Setup-Menüs
sind umfangreich. Ebenso bringt der Yamaha
RX-V663 für versierte Anwender die Möglichkeit mit, die verschiedenen
DSPs hinsichtlich von Justageparametern dem Hörraum und dem Hörgeschmack
anzupassen. Je nach DSP-Programm sind die einstellbaren Optionen unterschiedlich.
Es können beispielsweise die Größe des virtuellen Raumes, die Intensität
der DSP-Wirkung und verschiedene Parameter die Nachhallzeit betreffend
eingegeben werden. Diese sehr umfangreichen Tools sind als beispielhaft
zu bezeichnen - kein anderer Anbieter kann eine solche Vielfalt aufbringen.
Für eine Verbesserung der Klangqualität komprimierter Formate hat der
Yamaha RX-V663 den "Compressed Music
Enhancer" mit an Bord. Sehr schön ist auch der manuelle grafische EQ,
der Lautsprecher-selektiv arbeitet. Der Yamaha
RX-V663 ist Multiroom-fähig (zwei Hörzonen).
An Video-Ausstattungsmerkmalen bringt der Yamaha
RX-V663 einen De-Interlacer mit und sichert den Support von 1.080p/24
Hz-Signalen über HDMI. Der De-Interlacer ist nur bei der HDMI-Signalausgabe
aktiv und arbeitet dann, wenn das angeschlossene Bildwiedergabegerät kein
576i über HDMI akzeptiert. Bei analogen Videosignalen ist nur eine Signalwandlung
zwischen FBAS, S-Video und Komponente möglich. Das De-Interlacing funktioniert
nur bei gleichzeitiger Signalwandlung von analog nach digital, resp. HDMI.
Hier handelt der Yamaha RX-V 663 mit
dem angeschlossenen Bildwiedergabegerät aus, ob dieses 576i annehmen kann
oder nicht. Kann es das nicht, wird de-interlaced. Bei den analogen Signalen
erfolgt ausschließlich eine Signalkonvertierung und keinerlei Signalbearbeitung.
Skaliert wird in keiner Betriebsart.
Gesamtnote Ausstattung in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - Hervorragend.

Oberste Menü-Ebene: Das "Set Menü" bietet die Auswahl
zwischen den manuellen Einstellmöglichkeiten und der automatischen YPAO
Einmessung der Lautsprecher mit anschließendem Ermitteln einer auf den
Hörraum und die Boxen abgestimmten EQ-Kurve

Übersicht über die manuellen Einstellmöglichkeiten

Im "Basic Menu" des manuellen Set-Ups finden sich die
Parameter für die Anpassung des verwendeten Lautsprecher-Systems

Übersichtliches OSD für die Lautsprecher-Größe (hier die
Frontlautsprecher)

Grafisch interessante Darstellung des Menüs für die Einstellung
des Pegels jedes einzelnen Lautsprechers

Einstellmöglichkeit fürs Time Alignment in 0,10 Meter-Schritten

Vielfältig einstellbare Subwoofer-Übernahmefrequenz

Die Subwoofer-Phase ist einstellbar, das ist praktisch,
wenn dies am Subwoofer selber nicht funktioniert

Das Eingangsmenü: Der Yamaha
RX-V663 verfügt auch über einen dedizierten Phono-Eingang

Eingangs- und Anschlusszuordnung am Beispiel der Quelle
"DVD"

Bei jedem Eingang besteht die Möglichkeit, einen individuellen
neuen Namen zu erstellen, einen Digitalanschluss zuzuweisen und einen
Lautstärkeangleich vorzunehmen

Möglichkeiten zum manuellen Klang-Feintuning bietet das
"Sound Menu"

Der Yamaha RX-V663
verfügt über einen grafischen EQ für jeden Lautsprecher, hier im Bild
der linke Frontlautsprecher. Die verfügbaren Bänder: 63/160/400/1.000/2.5000/6.300/16.000
Hz

Zweiter Teil des EQs (LS: Front Links)

Die Einstellschritte entsprechen 0,5 dB

LipSync (fürs zeitgleiche Eintreffen von Audio- und Videosignal):
Wahlweise manuell einzugeben oder mittels HDMI Auto (ab HDMI 1.3) automatische
Festlegung

Einstellmöglichkeit, getrennt für Lautsprecher und Kopfhörerausgang,
für den Dynamikbereich. Wer Filme und Musik in voller Qualität und mit
vollem Dynamikumfang genießen möchte, muss "Dynamic Range" auf "MAX" stellen

Der LFE (Low Frequency Effects) Regler ist für Lautsprecher
und Kopfhörerausgang getrennt regelbar

Mittels OSD kann jedes DSP-Programm individuell angepasst
werden. Die einzelnen Einstellmöglichkeiten variieren je nach gewähltem
DSP-Programm. Hier das DSP-Programm "SciFi", welches sehr räumlich und
atmosphärisch dicht darstellt.

Die Werkseinstellungen des "Movie/Spectacle"-DSPs. Wie
zu erkennen ist, sind die Parameter im Vergleich zum Sci-Fi-DSP verändert.
Dadurch erhält das Programm eine andere Charakteristik. Beim "Spectacle"-DSP
liegt eine kraftvolle Effektwiedergabe im Fokus

Hier die Einstellmöglichkeiten des DSP-Programms "Entertainment/Sports"

Entertainment-DSP "Music Video"

HiFi-DSP "Classical/Hall in Munich"

HiFi-DSP "Classical/Chamber" für Kammermusik

Der "Music Enhancer", hier im 7-Kanal-Modus, verbessert
die Klangqualität komprimierter Audio-Dateien

Menü für die 7-Kanal-Stereowiedergabe

Optionsmenü, u.A. mit Video-Einstellmöglichkeiten und
dem Set-Up für eine zweite Hörzone

Einstell-Optionen für Gerätedisplay und OSD- Beim Gerätedisplay
kann der Dimmfaktor eingestellt werden, beim OSD u.a. die Anzeigedauer

Umfangreiche Signal-Informationen, per OSD abrufbar

Übersicht über den aktuellen Gerätestatus
Bedienung
Der Yamaha RX-V663 ist insgesamt
einfach zu handhaben. Das Punktmatrixdisplay des Gerätes ist auch aus
einiger Entfernung sehr gut ablesbar. Die schlichten, aber übersichtlichen
On Screen Menüs stehen einer problemlosen Bedienung ebenfalls nicht im
Wege. Auf der Gerätefront befinden sich relativ viele Tasten - nach kurzer
Eingewöhnungsphase findet man sich aber auch damit ohne Schwierigkeiten
zurecht. Die mitgelieferte Fernbedienung liegt gut in der Hand und gefällt
mit übersichtlich angeordneten Tasten. Gesamtnote Bedienung: Ausgezeichnet
Test-Equipment
Klang
Wir beginnen mit dem möglichen Frequenzgang und der Tonalität des Yamaha
RX-V663. Der Bass erscheint sehr strukturiert, allerdings werden in
Bezug auf den Tiefgang keine sensationellen Werte erzielt. Der sehr kraftvolle
Kickbassbereich versucht, dieses Defizit auszugleichen, was auch erstaunlich
gut gelingt - es sei denn, man ist ein sehr versierter Hörer, der dann
doch merkt, dass ganz unten im Frequenzkeller ein paar Anteile fehlen.
Der Bass ist, was für die kleineren Yamaha
AV-Receiver neu ist, tendenziell eher schlank, dafür aber überraschend
präzise. Frühere Generationen klangen voller, konnten aber nicht das identische
Niveau an Präzision aufbieten. Zum Bass im speziellen ist noch anzumerken,
dass man bei stark gehobener Lautstärke doch merkt, dass man es mit einem
Modell der 600,00 EUR-Preisklasse zu tun hat - denn dann wird das akustische
Geschehen zwar noch dargestellt, es fehlt Effekten aber die Durchschlagskraft
im Tieftonbereich. Rein für sich betrachtet, gibt es an der Pegelfestigkeit,
Yamaha-typisch, nichts auszusetzen. Dadurch,
dass der Leistung zehrende Tieftonbereich nicht bis ganz unten in den
Frequenzkeller geht, ist genug Power auch bei lautem Hören vorhanden. Die
Endstufensektion des Yamaha RX-V
663 hält auch längere Etappen mit gehobenem Pegel aus. Das Teufel
System 9 harmoniert gut mit dem Yamaha
RX-V663 - für massive Bässe ist hier ohnehin das Kraftwerk M 9500
SW zuständig, so kann sich der Yamaha RX-V663
sein gesamtes Leistungsvermögen für die anderen Frequenzbereiche aufsparen.
Die Mitten werden klar und neutral erfasst. Auch im Bereich
der oberen Mitten, an der Schnittstelle zum Hochtonbereich, ist das Auflösungsvermögen
als gut zu bezeichnen. Die Wiedergabe ist sehr sauber und frei von größeren
Verfärbungen. Die Höhen erscheinen etwas zurückgenommen, werden dafür
aber auch bei gehobenem Pegel nie schrill oder aggressiv. Außerdem wird
diese leichte Zurücknahme durch den sehr präsenten oberen Mitteltonbereich
beinahe kaschiert. Wir halten diese Auslegung, gerade in Anbetracht der
Tatsache, was in derartigen Preissegmenten für Equipment (Boxen,
Zuspieler) verwendet wird, für durchaus angemessen. Was uns erstaunt hat:
Yamaha offeriert eine für ein Gerät dieser
Preisklasse sehr neutrale, authentische Auslegung, die keine großen akustischen
Interpretationen zulässt. Durch die sehr gelungene Einarbeitung von
Stimmen sollte man dem Yamaha RX-V663
die Chance geben, mit einem größer dimensionierten und korrekt ausgerichteten
Center zusammen arbeiten zu können. Nun zu den Einzelheiten der vokalen
Darstellung. Bei der Stimmwiedergabe stellt der Yamaha
RX-V 663 eine klare Verständlichkeit in den Mittelpunkt. Sehr zu loben
ist, dass auch die vokale Darstellung authentisch und neutral gehalten
ist. Allzu viel Kontur im Fundament darf wie üblich in dieser Preisklasse
aber nicht erwartet werden. Durch einen entsprechenden, leicht warm und
füllig ausgelegten Center kann man aber etwas mehr Substanz ins Klangbild
bringen.
Das gesamte Auflösungsvermögen des kleinen Siebenkanal-Receivers
Yamaha RX-V663 hat uns gut gefallen.
Vom Kickbassbereich bis in die oberen Mitten wird die vordere Ebene des
akustischen Geschehens akkurat aufgelöst. Dadurch entsteht ein sehr lebendiges,
durchhörbares Klangbild. Allerdings arbeitet der Yamaha
RX-V663 kleinere Ereignisse, die in der zweiten oder dritten akustischen
Ebene stattfinden und dem Sound Tiefe verleihen, nicht perfekt heraus
- hier merkt man deutlich die angestammte Preisklasse. Teurere Modelle,
gerade auch von Yamaha, schneiden hier hörbar
besser ab. In der obersten Klangebene überzeugt die Feindynamik des Yamaha
RX-V 663 absolut. Hier werden auch kleine Einzelheiten wie instrumentale
Charakteristika schön erfasst, bezüglich eines Orchesters kann man sagen,
bei der ersten Geige arbeitet der Yamaha
RX-V663 viele Informationen, auch in subtilen Bereichen, heraus. Bei
den Instrumenten in der dritten Reihe aber fehlt es dann an Talent, auch
hier kleine Einzelheiten repräsentativ einzuarbeiten. Bezüglich des Bühnenaufbaus
stellen wir fest, dass der Yamaha
RX-V663 erfreulicherweise eine gut nachvollziehbare Bühne aufbaut.
Sie ist allerdings seitlich nicht allzu weit geöffnet, daher wird nicht
die souveräne Weitläufigkeit aufgeboten, die gerade ausgewachsene AV-Receiver-Boliden
als Vorteil für sich verbuchen können. Durch das fehlende Vermögen, Details
aus der zweiten oder dritten Reihe einzuarbeiten, leidet die Dreidimensionalität.
Sehr gut integriert sind erneut die Yamaha-typischen
DSP-Programme. Die Detailarbeit an einigen akustischen Punkten wird dem
erfahrenen Hörer treffend deutlich gemacht. Mit viel räumlicher Weite
suggeriert das Sci-Fi-DSP gekonnt die "unendlichen Weiten" des Weltalls
- gerade auch im Surround- und Back Surround-Bereich wirken die Effekte
und Rauminformationen sehr luftig und unkomprimiert vorgetragen. Der "Adventure"-Modus
setzt sich mit sehr facettenreich repräsentiertem Music Score und einer
sehr guten Mischung aus Stimmpräzision und Effekteinarbeitung ebenfalls
sehr gut in Szene. Mit druckvolleren Effekten und einer intensiven Räumlichkeit
kann das "Spectacle"-DSP aufwarten.
Detailanalyse neue Tonnormen:
Vergleich Batman Begins ab Laufzeit 16:14, Dolby True HD
vs. Dolby Digital
- mehr Kontur in Stimmen
- etwas höhere Feindynamik
- deutlichere Grobdynamik
- schneller und Präziser
- dichterer Aufbau und Eindruck von Musik
- Bass ist genauer, akzentuierter und straffer
- Man bekommt mehr Rauminformationen, kann im Gegensatz zu DD die Einarbeitung
von Effekten (Hallgerät etc.) ganz leicht heraushören
- Hochton ist auflösender
- Stimmen sind verständlicher
- Eine gewisse Schärfe bei Extremen (Schwerter laut und hochfrequent aufeinander)
wird zugunsten von mehr Dynamik und Auflösung herausgenommen -> klingt
so als ob der DD-Encoder in den Limiter gelaufen wäre und schon nahe am
Klippen war. Hier ist der Headroom der neuen Formate zu spüren.
Fazit Klang:
Der Yamaha RX-V663
hat eine quicklebendige Spielweise, welche sich speziell zwischen dem
Kickbass und dem oberen Mittenbereich/Präsenzbereich abspielt. Er spielt
schnell, zackig und strukturiert den Bass sehr schön, ohne dabei ins komplett
Schlanke abzugleiten. Die Mitten und der Grundton wie auch die oberen
Mitten werden gleichberechtigt in den Raum getragen und vermitteln hierdurch
ein sehr neutrales Klangbild. Es wirkt frisch und lebendig. Gesamtnote
Klang in Relation zum Kaufpreis: Ausgezeichnet
Videosektion
1. Wandlung von FBAS und Y/C nach YUV, Durchleitung eines
YUV-Signals
Zuspielung von Denon DVD-3930
und weitergereicht an Pioneer PDP-5080XA
Wie nicht anders zu erwarten, bietet das gewandelte FBAS-Bild
nicht die Details des YUV-Bildes. Das ist in Anbetracht des Signals aber
technisch auch nicht anders möglich. Die Qualität der Wandlung liegt für
ein Gerät dieser Preisklasse auf einem sehr hohem Niveau. Im direkten
Vergleich zum durchgeschliffenen YUV-Bild ist nur sehr wenig Rauschen
wahrzunehmen. Die Farbdarstellung ist sehr ausgewogen und auf einem konstant
hohem Level ohne jegliches Pumpen oder Schwanken. Details sind für eine
derartige Wandlung sehr viele zu sehen. Deutlich überlegen hat noch kein
vergleichbares Gerät diese Wandlung vorgenommen.
Die Wandlung des Y/C-Signals nach YUV erfolgt in analoger Güte zur FBAS-Wandlung:
Auch hier scheint der Yamaha RX-V
663 das nahezu Maximale aus dem angelieferten Signal im Kontext seiner
Güte zu machen. Im Gegensatz zu vielen anderen Videowandlungssektionen
macht es mit dem Yamaha RX-V663
trotz des Wissens um die Qualität des YUV-Signals Spaß, ein Y/C-Signal
zu betrachten. Es rauscht nur minimal, die Farben werden sauber und voll
dargestellt und der Kontrast befindet sich auf einem enorm hohem Niveau.
Wäre nicht die geringere Schärfe, der Mangel an Details und Durchzeichnung
könnte man fast meinen, dass es sich hierbei um ein YUV-Bild handelt.
Die Durchleitung des Componenten-Signals, YUV, erledigt der Yamaha
RX-V 663 ohne merkliche Eingriffe ins Signal. Dies erscheint wie eine
sehr einfache Übung ? stellt in der Praxis aber offenbar für viele
Ingenieure eine nicht zu erfüllende Herausforderung da. Mit dem Yamaha
RX-V663 als YUV-Schaltzentrale erhält man genau das Bild auf dem Bildschirm
oder dem Beamer welches die Quelle ausgibt.
2. A/D-Videowandlung
Der Yamaha RX-V663 bietet die
Option, analoge Videosignale in digitale zu wandeln und per HDMI an ein
Betrachtungsgerät weiter zu reichen.
Das Ergebnis der gewandelten analogen Signale zueinender ist untereinander
identisch mit den Ergebnissen der analog-analog-Konvertierung. Das FBAS-Signal
macht einen erstaunlichen Eindruck in Anbetracht der technischen Möglichkeiten
dieses Signaltyps. Die fehlende Auflösung ist dem Signal anzukreiden ?
im Rahmen des Machbaren sind aber sogar die Farben klar differenziert,
sauber und stabil und der Kontrast ist erstaunlich hoch. Das SVHS (Y/C)
? Bild besticht durch einen abermals erhöhten Kontrast, kräftigere
und abermals definiertere Farben und eine ansprechende Dynamik im Bild.
Auch hier können keine Artefakte oder ähnliche Konvertierungsfehler erkannt
werden. Yamaha scheint hier einen wirklichen
tollen Job gemacht zu haben. Die Steigerung der Qualität bei Umschalten
auf die YUV-Quelle entspricht den Erwartungen bei Wissen um die höhere
Güte dieser Verbindungsart.
3. Quervergleiche
Unser Setup ermöglicht uns verschiedene direkte Vergleiche. So haben wir
parallel zu den analogen Eingängen unsere Quelle auch mit einer HDMI-Verbindung
mit dem Yamaha RX-V663 verkabelt.
Zwischen diese beiden Geräte haben wir einen Real Cable 4:2 HDMI-Switch
zwischengeschaltet. Dies ermöglicht es uns das originale Bild des
Denon DVD-3930 direkt an unserem Kuro
Pioneer PDP-5080XA auf dem einen Eingang zu betrachten und auf dem
anderen das über den Yamaha RX-V663
erhaltene Bild.
Vergleichen wir das von analog nach HDMI gewandelte Bild mit dem durch
den Yamaha RX-V663 durchgeschliffenen
HDMI-Bild, fällt auf, dass im Rahmen der A/D-Wandlung weich gezeichnet
wird. Wir können keine Artefakte feststellen. Hingegen ist deutlich zu
erkennen, dass das gewandelte Bild weniger Details enthält, in ganz dunklen
Passagen einige Details vorenthält und in hellen leicht überstrahlt. Dieser
leicht überhöhte Kontrast scheint einher zu gehen mit einem minimalen
Eingriff in den Gammaverlauf, da Helligkeitsverteilungen nicht ganz originär
dargestellt werden. Mit dem Verlust der Details geht ein geringer Schärfeverlust
einher.
Beim durchschleifen, ganz gleich welcher HDMI-Bilder, Standard-TV oder
High-Definition-TV, können wir keine Signalbeeinflussung feststellen.
Bilanz: Die Qualität der analogen Videokonvertierung ist auf einem für
diese Preisklasse äußerst hohem Niveau. Sollte man ein Betrachtungsgerät
mit hochwertiger Wandler- und Videoelektronikbestückung haben, empfehlen
wir aus dem Yamaha RX-V 663 bei
Einspeisung analoger Quellen die Ausgabe in YUV. Will man lediglich
zwei HDMI-Quellen switchen, wird diese Aufgabe ohne Fehl und Tadel erledigt.
Im Gegensatz hierzu steht die Wandlung der analogen Videosignale in digitale.
Hier überzeugt das Ergebnis nicht auf voller Strecke. Zur Ehrenrettung
des kleinen und günstigen Yamaha
RX-V 663 muss aber hinzugefügt werden, dass unser Test-Equipment einfach
jede Schwäche offen legt, welche auf günstigerem Material nicht derart
ins Gewicht fällt. Die Funktion des De-Interlacers konnten wir leider
nicht überprüfen, was in der Funktionsweise des hier eingebauten begründet
liegt. Der Yamaha RX-V663 prüft
per HDMI-Kommunikation die Fähigkeit der angeschlossenen TVs und Beamer
zur Darstellung von HDMI-Signalen in 576i. Noch vor wenigen Jahren war
dies eine sehr seltene Fähigkeit ? was sich in zwischen aber grundlegend
geändert hat. Sämtliche unsere aktuellen Test-Referenzen beherrschen dieses
Signal. In Folge dessen schreitet der Yamaha
RX-V663 nicht zur Arbeit. Dies würde er nur machen wenn der TV oder
der Beamer im mitteilen, dass er per HDMI nur 576p oder höher verarbeiten
kann. Gesamtnote Videosektion in Relation zur Preisklasse: Gut - sehr
gut.
Fazit

Üppig ausgestatteter AV-Receiver
mit frischem, authentischen Klang
Der Yamaha RX-V663
kann mit typischen Yamaha-Tugenden punkten.
Hierzu zählen die gute Verarbeitung und die üppige Ausstattung. Die Einstellmöglichkeiten
sind vielfältig, der Klang ist authentisch und neutral in der Basisauslegung.
Somit bietet das Gerät eine sehr gute Grundlage, um gezielte Verfeinerungen
mit den verschiedenen HiFi- und Cinema-DSP-Programmen vorzunehmen. Die
umfangreichen Parameter, die der Anwender individuell anpassen kann, sind
als beispielhaft zu bezeichnen. Kein Konkurrent kann hier das Niveau des
Yamaha RX-V663 mitgehen. Die
Videosektion trumpft mit einer hervorragenden Wandlung von FBAS und S-Video
auf analoges YUV auf. Die A/D-Wandlung ist gut, aber nicht sensationell.
Insgesamt präsentiert sich der Yamaha
RX-V663 als audiotechnisch reichhaltig ausgestatteter, solider AV-Receiver
mit ehrlichem Klang - diese Kombination dürfte dem Gerät viele Käufer
bescheren.
Direkt und klar klingender, audioseitig enorm üppig ausstaffierter
AV-Receiver zum fairen Preis

AV-Receiver Mittelklasse
Test 12. Juni 2008
Preis-/Leistungsverhältnis          
+ Klarer, natürlicher Klang
+ Sehr gute DSP-Programme
+ Gut geeignet zum Zusammenspiel mit Lautsprechersystemen bis zur oberen
Mittelklasse
+ Sehr gute analoge Videonormwandlung
+ Solides Finish
+ Fairer Kaufpreis
- Nur 2 HDMI-Eingänge
- Relativ nutzlose De-Interlacing-Funktion und kein Scaler
Technische Daten
- DIN-Ausgangsleistung (4 Ohm, 1kHz, 0,7%THD): 7 x 145W | Ausgangsleistung
RMS (8 Ohm, 20-20.000Hz): 7x95W
- Technisches:
- Dämpfungsfaktor (8 Ohm,20-20.000 Hz): 120
- Frequenzgang: 10 Hz?100 kHz +0, -3 dB
- Geräuschspannungsabstand (CD): 100 dB (250 mV)
- Klirranteil: 0,06%
- Aufnahmeleistung: 390 W
- Aufnahmeleistung: Standby: < 0,1W
- Decoder:
- Dolby Pro-Logic
- Dolby Pro-Logic II
- Dolby Pro-Logic II
- Dolby Digital
- Dolby Digital EX
- Dolby Digital Plus
- Dolby Digital TrueHD
- DTS Neo:6
- DTS Digital Surround
- DTS-ES
- DTS-ES Discrete
- DTS 96/24
- DTS-HD High Resolution Audio
- DTS-HD Master Audio
- Yamaha Parametric Room Acoustic Optimizer (YPAO), inkl. Messmikrophon:
Mit 7-Band Parameter Equalizer
- Manuell einstellbare Subwoofer-Übernahmefrequenzen: 40, 60, 80, 90,
100, 110, 120, 160 und 200Hz
- Scene - Funktion
- SILENT CINEMA
- Virtual CINEMA DSP
- Quad-Field CINEMA DSP
- DSP-Programme: 17
- 192 kHz/24-Bit-D/A-Wandler
- Audio Delay
- Multi Room Funktion: Zone 2
- Night Listening Enhancer
- Bi-Amping Konfiguration
- Pure-Direct-Schalter
- Compressed Music Enhancer
- Audio Mute: Full oder -20dB
- Center GEQ: 7 Band
- iPod Dockopional
- Anschlüsse:
- Audio/Video (in-/outputs): 5 / 2
- Analog audio (in-/outputs): 3 / 1
- Koaxialer digital (ein-/ausgänge): 2 / -
- Optischer digital (ein-/ausgänge): 4 / 1
- Composite video (ein-/ausgänge): 5 / 2
- S-video (ein-/ausgänge): 5 / 3
- Komponenten Video Anschluss (ein-/ausgänge): 3 / 1
- HDMI (in/out): 2 / 1 repeater
- Monitorausgänge: 1x Composite Video, 1x S-video, 1x Component
Video, 1x HDMI
- Subwoofer-Ausgang: 2
- Pre Out: 8 Kanal
- 6-Kanal-Eingang für externe Decoder
- 8-Kanal Eingang für externen Decoder
- Phono Eingang
- Eingangsanschluss Vorderseite: S-Video, Composite, Stereo in,
Optical in
- Lautsprecherumschaltung: A, B, A+B
- Vergoldete Anschlüsse: Frontanschlüsse
- De-Interlacer
- Video-Umwandlung: Composite Video <-> S-Video <-> Component
Video ->HDMI
- Bildschirmmenü(OSD)
- Tuner:
- RDS (Radio-Daten-System)
- Senderspeicher: 40
- UKW-Geräuschspannungsabstand: 73dB/70dB
- Basics:
- Lieferbare Farben: schwarz, titan
Zubehör: Fernbedienung, Batterien, Bedienungsanleitung, FM-Antenne,
YPAO - Mikrofon
Abmessungen (B x H x T): 435 x 171 x 393 mm
Gewicht: 11,8 kg
TEST: Thomas Hermsen, Carsten Rampacher, AREADVD
12. Juni 2008
Verantwortlich für den Inhalt: Detlev
Schnick, © Copyright 2008 HIFI-REGLER, AREADVD
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