TEST: Yamaha 7.1 AV-Receiver RX-V765 - flexible Schaltzentrale mit Top-Videosektion
Test: Carsten Rampacher und Philipp Kind, beider AREADVD
- update: 24.08.2009


Einführung
Für ca. 600,00 bietet Yamaha seit kurzem
eine voll ausgestattete AV-Schaltzentrale an - für diesen Betrag wechselt
der Yamaha RX-V765 den Besitzer,
der sich in neuer, hochwertiger Optik und mit Pro Logic IIz sowie vier
HDMI-Eingängen voll auf der Höhe der Zeit präsentiert. Mit an Bord sind
natürlich Decoder für alle aktuellen HD-Tonformate sowie mit "Cinema DSP
3D" die neueste Generation der berühmten Yamaha DSP-Programme, die bei
diesem preislich relativ günstigen Modell aber nur für die Aufbereitung
herkömmlicher Tonformate eingesetzt werden können und nicht für die aktuellen
HD-Tonformate ausgelegt sind. Dolby Digital Plus, Dolby TrueHD, DTS-HD
High-Resolution Audio und DTS-HD
Master Audio werden ausschließlich direkt weiter gereicht. Insgesamt
17 Cinema- und HiFi-DSP-Programme sind für die herkömmlichen Formate verfügbar.
Auch das automatische Einmess- und Room EQ-System YPAO ist selbstverständlich
in der Featureliste zu finden. 145 Watt pro Kanal stehen an Leistung im
Datenblatt. Videoseitig können analog eingehende Audiosignale auf bis
zu 1.080p hochskaliert und de-interlacet werden. Weitere Neuerungen betreffen
das Gerätedisplay (nun weiß und nicht mehr bernsteinfarben, neue Grafik)
sowie die Fernbedienung, die optisch etwas den IR-Controllern der Top-AV-Verstärker
Yamaha DSP-Z7 und
Yamaha DSP-Z11 angeglichen wurde. Ob der Yamaha
RX-V765 das Zeug zum Bestseller hat, haben wir für Sie untersucht.
Technik und Neuerungen
Was steckt an Technik im Yamaha
RX-V765? Zunächst zu nennen sind die vier HDMI-Eingänge, die alle
aktuelle Spezifikationen (CEC-fähig, Deep Colour und xv. Colour-Support)
erfüllen. Auch kann der 765 eine zweite Hörzone bedienen (Endstufenzuweisung
oder Pre-Out für Anschluss eines eigenen Zone 2 Verstärkers).
Unterschiede zum RX-V663 (Vorgänger):

Neue Fernbedienung

Neues Display, neue DSP-Programme

Nun stehen 4 HDMI-Eingänge zur Verfügung
| |
Yamaha RX-V663 |
Yamaha RX-V765 |
| HDMI-In |
2 |
4 |
| HDMI-CEC |
nein |
ja |
HDMI Through
im Standbybetrieb |
ja (40 W Stromverbrauch) |
ja (1-3 W Stromverbrauch) |
| Video-Upconversion |
nur Signaldurchleitung |
Scaling/De-Interlacing bis
1080p |
| Cinema DSP 3D |
nein |
ja |
| Adaptive DRC |
ja |
ja - in verbesserter Form |
| Neues User-Interface |
nein |
ja |
Eingangsquellen-
Verbindungen |
8 |
14 |
| Gerätedisplay |
bernstein |
weiß |
| Fernbedienung |
altes, schwarzes Modell |
neues, schwarz-silbernes
Modell |

Vier "Scene" Tasten zum Schnellzugriff auf
Funktionsketten
Gründlich überarbeitet wurde auch der innere Aufbau. Mehr
Präzision, mehr Grob- sowie Feindynamik sollen die hörbaren Folgen
sein. Tonal ist eine hohe Natürlichkeit ohne Einfärbungen das Ziel der
Yamaha-Entwickler. Eine realistische Abbildung mit flüssigen Übergängen
und perfekt abgestimmte DSP-Programme sorgen für eine hohe akustische
Leistungsfähigkeit. Um dies technisch zu realisieren, wurden die Signalwege
innerhalb des Gerätes drastisch verkürzt, zudem wurde die Stromversorgung
neu entwickelt. Eine komplette Separierung der Stromversorgung zwischen
analoger und digitaler Sektion ist ebenfalls neu. Neu im Yamaha
RX-V 765 sind auch die Cinema DSP 3D Programme mit nahtloseren Übergängen
für ein optimal geschlossenes Klangbild und einen atmosphärisch dichten
Sound. Um die Vorzüge auszunutzen, sind Front Presence Lautsprecher notwendig
- diese sind räumlich oberhalb der Front-LS zu platzieren und werden auch
für Dolby Pro Logic IIz benötigt.
Verarbeitung außen

Saubere seitliche Einpassung der Frontblende

Hochwertige Gerätestandfüße

Haptisch und optisch überzeugender Lautstärkedrehregler

Tadellose Verarbeitung der mitgelieferten, neu designten
Fernbedienung
Verarbeitung innen

Übersichtliches Innenleben

Elko-Sektion

Sehr sauberes Endstufenlayout - vorbildlich für die
Preisklasse

Flachbandkabel

Ordentlich zusammen gefasste Kabelstränge

Sensor am Kühlkörper

Platinenlayout

Trafo
Insgesamt hat Yamaha mit dem
Yamaha RX-V765 auch bezüglich
der Verarbeitungsqualität einen weiteren Schritt nach vorn gemacht. Gerade
das Innenleben erscheint uns nun sichtbar aufgeräumter, das neue Endstufenlayout
hat uns aus optischer Sicht überzeugt. Die Verkabelung erscheint insgesamt
übersichtlicher. Sauber verarbeitet ist die ebenfalls neue Fernbedienung,
die sich im Design an den IR-Gebern der Topmodelle orientiert. Das neue,
nun weiße Gerätedisplay punktet mit hoher Auflösung und akkurater Integration.
Die auf der Gerätefront untergebrachten Regler und Bedienelemente sind
ebenfalls einwandfrei verarbeitet, die Gerätestandfüße erscheinen für
die Preisklasse als sehr hochwertig. Gesamtnote Verarbeitung in Relation
zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend.
Anschlüsse

Rückseite

Lautsprecherkabel-Anschlussterminals
Hinten:
- 4 HDMI-Eingänge, 1 HDMI-Ausgang
- iPod-Dock-Anschluss für YDS-11 (optional erhältlich)
- 2 optische und 2 koaxiale Digitaleingänge
- 7.2 Pre-Out mit 2 Ausgängen zum Anschluss aktiver Subwoofer
- 7.1 Externeingang
- 2 Komponenteneingänge
- Video-Monitorausgänge; FBAS, Komponente
- 4 x Cinch-Stereo-analog-In, plus 1 x Phono-In, 1 x
Cinch-Stereo-analog-Out
- 4 x FBAS-In, 1 x S-Video-In, 1 x FBAS-Out (plus der schon
aufgeführte Monitorausgang)
- Remote in/out
- Antennenanschluss
- 12 V Trigger Ausgang
- LS-Schraubanschlüsse für alle Kanäle inklusive Front
Presence
Vorn:
- Mikrophonanschluss für YPAO-Einmessmikrophon
- FBAS-Videoeingang plus Cinch-Stereo-analog-In
Bilanzierend bietet der Yamaha
RX-V765 eine sehr gute Anschlussauswahl, was man an den umfangreichen
HDMI-Eingängen und auch am 7.2 Vorverstärkerausgang sehr gut festmachen
lässt - ein derartiger Pre-Out fehlt dem Konkurrenten von Onkyo, dem Onkyo
TX-SR607, der dafür noch mehr HDMI-Verbindungsmöglichkeiten mitbringt.
Gesamtnote Anschlüsse in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet - hervorragend.
Konfiguration,
Setup und Bedienung

Grafisch schlichtes Grundmenü
YPAO Einmeßsystem

Start von YPAO
Das Einmeßsystem aus dem Hause Yamaha scheint zuverlässige
Arbeit zu verrichten. Nach Einstecken des Setup-Mikrofons wird eine automatische
Konfiguration der Lautsprecherkomponenten vorgenommen. 1 Minute und 25
Sekunden schnell ist YPAO und misst nur an einer Hörposition ein. Die
ermittelten Parameter sind relativ genau, manuell nachbessern mussten
wir nicht.
Menü

Manueller grafischer Equalizer

Einfach verständliches manuelles Lautsprecher-Setup

Nicht gelungenes Menü zum manuellen Pegelabgleich
Speaker Setup
? Auto Setup: Automatische Lautsprechereinstellung mittels YPAO
? Manual Setup: Manuelle Einstellung
A) Extra SP Assign: Zone2/Presence/None, Zone2 Menu (not)Available,
Lautsprechergröße einstellen, Übernahmefrequenz, Subwoofer Phase
Normal/Reverse
B) Level: Pegeleinstellung der Lautsprecher (Balkenanzeige, keine dB-Werte)
C) Distance: Lautsprecherabstand zum Hörplatz einstellen in 0,1m-Schritten
D) Equalizer: EQ Type Select: Auto PEQ/ GEQ (manuelle Pegeleinstellung verschiedener Frequenzen)/ Off
E) Test Tone On/Off
Sound Setup

Lip Sync-Einstellung

Ausführliche Signalinfos
? Dynamic Range: Min/Auto, STD, Max
? Lipsync: HDMI Auto On/Off, Auto Delay 0-240ms in 1er Steps, Manual Delay 0-240ms in 1er Steps
Function Setup

HDMI-Menü
? HDMI: Control Off/On, Standby Through Off/On, Audio Output
Amp/TV/Amp+TV, Resolution Through/576p/720p/1080i/1080p, Aspect:
Through/Smart/16:9
? Display: Dimmer -4 bis 0, FL Scroll Once/Continue, OSD Shift -5 bis +5
? Volume: Adaptive DRC Auto/Off, Max Volume -30 bis +16.5 dB, Initial Volume: Off/Mute
? Input Rename: Namensänderung der Eingänge inkl. Vorlagen z.b. ?Blu-Ray?, ?DVD?
? Zone 2: Zone 2 SP
DSP Parameter
? Anzeige des derzeit gewählten DSPs, ist keiner gewählt wird hier ?Straight ? No Parameter? angezeigt
Memory Guard
? On/Off
Drückt man auf der Fernbedienung die ?Options?-Taste öffnet sich für den derzeit angewählten Eingang folgendes
OSD-Menü:
? Volume Trim -6dB bis +6dB
? Decoder Mode Auto/DTS
? Extended Surround Auto/ES,EX/Off
? Signal Info: Audio Format/Channel/Sampling/Bitrate, Video In/Out
Das Menü ist übersichtlich gehalten und gerade für Einsteiger sehr gut
zu bedienen. Leider ist die Menüsprache komplett in Englisch gehalten
und kann nicht verändert werden, dies kann bei einigen technischen
Ausdrücken zu Verwirrung führen. Die vorhandenen Funktionen sind zwar
nicht übermäßig umfangreich, elementare Einstellungen fehlen aber
nicht. Lediglich eine dB-Angabe bei der Pegeleinstellung der
Lautsprecher hätte sich als vorteilhaft erwiesen.
Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet.
Test-Equipment
Klang
Modus Straight, YPAO deaktiviert - von Hand eingemessen:
Andrea Bocelli, Melodramma, LPCM 5.1:
Die Stimme Bocellis zu Beginn des Konzertes kommt sehr angenehm zum Publikum.
Die vokale Ausprägung stimmtypischer Charakteristika gelingt dem Yamaha
RX-V765 für diese Preisklasse sehr gut. Auch die Einarbeitung des
Vogelzwitscherns und der Kirchenglocken im Hintergrund erfreut durch die
tadellose Präzision. Als das Konzert beginnt, beweist der Yamaha
RX-V 765 erneut sein Talent bei der Stimmwiedergabe - bis auf kleine
vokale Details, die nur sehr deutlich teurere AV-Receiver
herausarbeiten, bietet der Yamaha
RX-V 765 eine sehr gefällige und natürliche Wiedergabe mit reiner
Tonalität ohne störende Einfärbungen. Der Bassbereich bringt viel Volumen
mit, ganz unten herum merkt man dem Yamaha
RX-V765 aber seine Preisklasse an: Hier agieren teurere Modelle präziser
und bringen mehr tieffrequente Details zum Vorschein. Für seine bescheidene
Preisklasse aber ist das Leistungspotential hoch.
Within Tempation, Black Symphony, Intro, LPCM 5.1:
Der Choral kommt recht ausdrucksstark zur Geltung. Die tonale Ausgewogenheit
des Yamaha RX-V765 ist auch
hier von Vorteil. Das begeisterte Publikum wird dynamisch und ungefiltert
präsentiert. Die subtilen Bassgebilde beim Aufbau der Klangkulisse werden
für einen 600,00 EUR AV-Receiver ausgezeichnet
erfasst und sauber sowie mit erstaunlichem Tiefgang durch die sehr präzise
Ansteuerung des aktiven Subwoofers wiedergegeben. Der langsame, spannungsgeladene
und mit mystischen Elementen versehene Aufbau wird vom Yamaha
RX-V 765 mit intensiver Räumlichkeit übertragen. Die Pegelfestigkeit
ist erstklassig - der Yamaha RX-V765
befeuert enorm souverän und gleichmäßig auch einen knapp 30 Quadratmeter
messenden Raum mit enormer Lautstärke. Erst sehr spät beginnt der Bereich
zwischen unteren Mitten und Bass etwas aufzuweichen. Bilanzierend gibt
der Yamaha RX-V765 gerade bei
dieser BD eine erstklassige Figur ab und lässt so manchen 1.000 EUR AV-Receiver
alt aussehen - gerade die dichte, echt erscheinende Surround-Klangkulisse
ist auch für diese Einschätzung verantwortlich.
Stirb Langsam 4.0, Kapitel 5.Tonspur englisch DTS-HD Master Audio:
Die gute Stimmwiedergabe zeigt sich auch beim Dialog McLane - Farrell aufs
Neue. Als dann Gabriels Killer ins Geschehen eingreifen, überzeugt der
Yamaha mit spontaner Reaktion seiner Endstufen - die Grobdynamik ist hervorragend.
Raumfüllend und effektstark gibt der Yamaha
RX-V765 die Actionsequenz wieder. Bei Stirb Langsam 4.0 werden auch
kleinere Details gut erkannt und schnell ins Gesamtgefüge eingearbeitet
(Rollen des Feuerlöschers auf dem Boden). Die Schusswechsel werden mit
Nachdruck und Weitläufigkeit vorgetragen - erstaunlich, wie erwachsen
der neue Yamaha AV-Receiver akustisch vorgeht. Die Schüsse aus McLanes
Handfeuerwaffe und den MPs der Killer sind bezüglich Volumen und Tonalität
deutlich voneinander zu unterscheiden. Der Music Score wird kraftvoll
mit eingebunden. Der Hochtonbereich erscheint sehr lebendig und tritt
deutlich in Erscheinung.
Modus Straight, YPAO aktiviert:
Batman - the Dark Knight, Dolby True HD 5.1, englisch: Yamaha
hat es geschafft, mit YPAO ein leistungsfähiges EQ- und Lautsprecherkalibrierungssystem
einzubauen, welches sich in der Betriebsart "Natural" sehr gut schlägt.
Im Vergleich zur "Parametric EQ Off" Einstellung wirken die Front-/Surroundübergänge
fließender, das gesamte Klangbild erscheint wie aus einem Guss. YPAO macht
nicht den Fehler, wie es ältere LS-Einmessysteme machen, und lässt den
Bass "verhungern" - vielmehr wird auch mit aktiviertem YPAO ein ordentlicher
Nachdruck geboten, die Präzision bei der niederfrequenten Wiedergabe steigt
aber hörbar. Zudem wird der Hochtonbereich "entschärft", gerade bei großer
Lautstärke erscheinen die Höhen etwas milder, ohne aber bedeckt oder matt
zu wirken. Der straffe, sehr gut eingebundene Mitteltonbereich ist schon
ohne YPAO sehr zu loben.
Herkömmliche Tonformate, Qualität der DSP-Programme:
- Batman - the Dark Knight, deutsch, Dolby Digital 5.1, DSP "Spectacle":
Die Gesamtdynamik gleich zu Beginn des Films steigt bei aktiviertem DSP. Das
Klangbild erscheint noch nachdrücklicher, das Glas der Scheibe, die aus
ihrem Rahmen gesprengt wird, spritzt noch intensiver nach allen Seiten
weg. Der Basseinsatz wirkt noch massiver, ohne an Präzision
einzubüßen. Stimmen werden nach wie vor sehr charakteristisch
wiedergegeben und nicht bezüglich des Stellenwertes zu sehr nach hinten
gerückt.
- James Bond 007, Stirb an einem anderen Tag, DTS 5.1, deutsch, DSP "Spectacle"
versus DSP "Adventure": Bei der deutschen DTS-Tonspur
können wir nur das "Adventure" DSP empfehlen - es entfaltet hier
im direkten Vergleich (Bond fährt mit dem Aston Martin zum Eispalast) eine
nochmals intensivere Weitläufigkeit, der Music Score erscheint
facettenreicher, der Sound entwickelt insgesamt mehr Tiefe und ist besser
gestaffelt. Das Motorengeräusch des kraftvollen englischen Sportwagens
erscheint durch die geringere Dröhnneigung des Adventure-DSPs noch
realistischer.
- Fluch der Karibik, DTS 5.1 deutsch, DSP Spectable versus DSP Adventure:
Das Spectacle DSP hat bei dieser Tonspur absolut seinen Reiz - noch mehr
Punch und gleichzeitig kaum ein Strukturverlust gegenüber der "Straight"
Übertragung. "Adventure" aber weiß ebenfalls zu gefallen - mehr
Präzision im Bass und ein erstklassiges Gefühl intensiv wahrgenommener
Räumlichkeit.
Stereo versus Stereo to Surround vs. Yamaha HiFi-DSP - Bedrich Smetana,
"die Moldau":
- Stereo: Der Yamaha enttäuscht auch im Stereobetrieb nicht. Eine dynamische
Vorstellung mit guter Detailliert wird auch den hörerfahrenen Anwender
freuen. Anstatt vordergründig und emotionslos zu spielen, löst der Yamaha
RX-V765 souverän seine Eintrittskarte in die nächsthöhere Preisklasse
- auch in der 800,00 EUR-Liga hätte uns eine so fundierte, räumlich
glaubwürdige Stereo-Performance sehr positiv überrascht.
- Pro Logic II: Auch in PLII Music setzt sich der Yamaha
RX-V765 ausgezeichnet in Szene. Er offeriert eine natürliche Räumlichkeit,
die keinen merkbaren unnatürlichen Hall mit hinzufügt. Die Präsenz der
Front-Klangkulisse bleibt somit praktisch in vollem Umfang erhalten,
lediglich die Tiefenstaffelung bei hinteren musikalischen Ebenen nimmt
leicht ab. Die instrumentale Ausstrahlung und die fließende, mitreißende
sowie emotionale Darstellung der wunderschönen Symphonie sorgt für eine
exzellente Vorstellung.
- DTS Neo:6: Nicht mithalten mit der Performance von PLII Music kann
Neo:6. Musikalische Ebenen verlaufen ineinander, es hapert an der Fähigkeit,
sauber auseinander zu differenzieren. Auch wirkt der obere Mitteltonbereich
leicht überbetont, während der eigentliche Hochtonbereich zu gedämpft
erscheint. Die Räumlichkeit auf den Surroundkanälen ist weniger ausgeprägt.
- HiFi-DSP, "Hall Vienna": Yamaha stellt
hier die große Kompetenz beim Programmieren hochwertiger DSPs unter
Beweis - real existierende Räumlichkeiten, in diesem unseren Falle der
Wiener Musikverein, werden exakt akustisch vermessen. Mit schon beinahe
filigranem Ausklingen der Instrumente und einer sehr sensiblen, brillanten,
aber gleichzeitig fließenden Spielweise der Streicher setzt das Yamaha
DSP hier klar die Maßstäbe. Die schöne, feindynamisch deutlich über
Preisklassenniveau liegende Auskleidung aller Frequenzbereiche mit präzisem,
sehr gut gestaffelten Bass hat uns über alle Maßen gefallen.
Die DSP-Bearbeitung ist den herkömmlichen Tonformaten und verlustfreiem LPCM
bis maximal 96 kHz vorbehalten: Dolby TrueHD, DTS-HD Master/HR können nicht
nachbearbeitet werden.
Gesamtnote Klang in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet -
hervorragend.
Video
576i Videomaterial, zugeführt mittels Komponente, Up-Conversion auf HDMI
1080p, AVEC Professional Test DVD:
- Schriften in verschiedenen Geschwindigkeiten vor verschieden farbigem
Hintergrund: Der Yamaha RX-V765
macht für die Preisklasse einen sehr guten Job. Nur leichte Nachzieheffekte
und Doppelkonturen sind zu erkennen, ansonsten überzeugen Farbtrennung
und Flüssigkeit der Wiedergabe. Auch erzeugt der kleine Yamaha ein überraschend
scharfes Bild. Beim roten Hintergrund sind leichte Rauschmuster erkennbar.
- Pendel in verschiedenen Geschwindigkeiten: Exzellent differenziert
der Yamaha selbst bei schneller Pendelbewegung das Pendelinnere, das
scharf und klar dargestellt wird. Die Linie, über die das Pendel gleitet,
zittert minimal, ebenso weist die Pendelspitze leichte Unreinheiten
auf. Für ein 600,00 EUR-Gerät aber eine tolle Darbietung.
- Stadtbild von Esslingen: relativ stabiles Bild bei der Kamerafahrt,
gute Durchzeichnung der Hausdächer, nur leichte Flimmereffekte, gute
Bildtiefe, sehr schönes Differenzierungsvermögen bei der Darstellung
der Pflastersteine auf dem Weg in der Parkanlage. Hoch liegende Gesamtschärfe,
sehr satte Grünwiedergabe, sonst ausgesprochen natürliche Farbdarstellung.
576i Filmmaterial, zugeführt mittels Komponente, Up-Conversion auf HDMI
1080p, Star Wars Episode III, Eröffnungssequenz:
- Star Wars-Schrift zu Beginn: Hervorragende Farbtreue, nur die weiter
nach hinten laufendende Teile der Schriften weisen leichte Störmuster
auf. Recht ruhiger Lauf
- Sterne im Star Wars-Universum: Der Yamaha
RX-V 765 holt erstaunlich viele Sterne auf den Bildschirm.
- Sternzerstörer - Bildschärfe und Detailtreue sowie Kontrast des im
Dunkeln liegenden Flügels: Sehr gute Kontrastdynamik auch bei kleinen
Differenzen. Hohe Gesamtbildschärfe, gute Detailtreue. Nur etwas Flimmern
und etwas Unruhe an manchen Kanten.
- Jäger, die den Sternzerstörer passieren: Leichte Rauschmuster bei
den schnellen Bewegungen, ansonsten erstaunlich scharfe Bewegungswiedergabe
- Abknicken der Jäger von Obi Wan und Anakin in die Raumschlacht: Tadellose
Bildtiefe, gute Detaillierung auch der weiter unten liegenden Raumschiffe
und Raumstationen.
- Durchzeichnung der Gesichter von Obi-Wan und Anakin: Akkurate Herausarbeitung
der Gesichtszüge, gute, aber etwas blasse Farbgebung, im letzten Detail
leichtes Verwischen - insgesamt aber sehr gefällig.
- Bildruhe insgesamt: Für die Preisklasse sehr gut.
Bilanzierend ist die Videofunktionalität für diese Preisklasse ungemein
gut. Alle Basisparameter weisen eine hohe Güte auf. Natürlich kann von
einem AV-Receiver mit einem Kaufpreis
von ca. 600,00 EUR nicht erwartet werden, dass das De-Interlacing und
das Upscaling im absoluten Zusammenhang neue Referenzwerte aufstellen.
Schon aufgrund des preislichen Gesamtgefüges, in welches sich der Yamaha
RX-V765 einordnet, ist er eher zum Zusammenspiel mit guten 42 Zoll
LCD-TVs und Plasma-Fernsehgeräten der Mittelklasse ausgelegt und weniger
darauf optimiert, an einem Full HD Beamer eine exzellente Figur zu hinterlassen.
Vergleichen wir bezüglich der Videoqualität aber mit Komponenten früherer
Generationen, so ist festzuhalten, dass mittlerweile die Leistungsstärke
der eingebauten Videosektionen auf einem Level ist, den man vor drei oder
vier Jahren nur bei einem gut 1.000,00 EUR teuren AV-Receiver
gefunden hätte. Gesamtnote in Relation zur Preisklasse: Ausgezeichnet
- hervorragend.
Audio- und Video-Konkurrenzvergleich
Nachdem die wirklich begeisternden Yamaha AV-Receiver längere Zeit hauptsächlich
in höheren Preisklassen beheimatet waren, gelingt den DSP-erfahrenen Japanern
mit dem Yamaha RX-V765 nun in
der hart umkämpften 600,00 EUR-Liga ein absolutes Spitzenprodukt. Während
sich nun mancher Leser vielleicht fragen wird, wieso es gerade bei den
AV-Receiver so viele Top-Tests gibt, möchten wir in diesem Bericht über
den Yamaha RX-V 765 einmal etwas
weiter ausholen, um unserer Leserschaft keine Frage schuldig zu bleiben.
Tatsache ist, dass es kaum eine andere Sparte an Unterhaltungselektronik-Komponenten
gibt, in dem so viele erstklassige Geräte vorhanden sind wie bei den AV-Receivern/Verstärkern.
Bei diversen LCD-Fernsehern und Blu-ray-Playern, bei Multimediazubehör,
Lautsprechern oder Handys geben wir uns genau so Mühe, durch eine entsprechende
Vorauswahl nur Modelle zu testen, die aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit
hoch interessant sind. Aber aufs Ganze gesehen scheinen bei diesen Produktsparten
doch noch Mängel durch, die zwar selten eklatant, aber doch partiell störend
sind - vor allem wenn man das Verhältnis von Preis, Leistung und Einsatzmöglichkeiten
beleuchtet. Damit ist gemeint, dass sicherlich auch Preisklassen-Referenzen
wie dieser hier besprochene Yamaha
RX-V 765 oder aber der Onkyo
TX-SR607 sicherlich noch ein paar kleine Mankos haben, aber der Yamaha
RX-V765 ist im Gegensatz zu "Spezialisten" wie einem LCD-TV
oder einem BD-Spieler der Dreh- und Angelpunkt der heutigen HD-Heimkinoanlage.
Er sorgt für guten Ton, schleift Videosignale durch oder bearbeitet diese
sogar, er ist für den Betrieb in mindestens einer zusätzlichen Hörzone
geeignet und misst sich auch noch automatisch auf die akustischen Gegebenheiten
im Hörraum ein. Also eine ganze Flut von Funktionen, von denen Geräte
wie der Yamaha RX-V765 keine
auch nur befriedigend, sondern insgesamt sehr erfreulich erfüllen. Für
diese ganze Performance-Power sind zudem vergleichsweise humane Kaufpreise
fällig, bezugnehmend auf den Yamaha
RX-V765 oder den Onkyo TX-SR607
reden wir von Straßenpreisen von ca. 450,00 EUR. Das hat mit den 800,00
DM AV-Receivern vor 10 Jahren nichts mehr zu tun - hier wird große Leistung
zum kleinen Preis geboten. Nun wird das Argument aufkommen, dass wir dann
einfach andere Maßstäbe anlegen sollen - aber wozu? Nur bei den AV-Receivern
von einem generell höheren Leistungsniveau im Vergleich zu anderen Komponenten
auszugehen und dementsprechend schlechter zu bewerten, wäre unserer Ansicht
nach nicht der richtige Weg. Warum sollte man die Entwickler solcher Maschinen
um ihren verdienten Lohn bringen? Die Geräte leisten für ihr Geld extrem
viel, und das wird auch honoriert. Die nächste Frage wird sein, wie dann
eine Differenzierungsmöglichkeit für die größtenteils hervorragenden AV-Receiver
gegeben sein soll - doch dies ist relativ einfach, und wer sich die Mühe
macht, nicht nur das Fazit, sondern den gesamten Bericht zu lesen, wird
herausfinden, dass jedes Gerät auf ein anderes Userprofil zugeschnitten
ist. Darum von "besser" und "schlechter" zu sprechen, wäre falsch - ist
der Lamborghini oder der Ferrari der "bessere" Sportwagen? Antwort - beide
faszinieren und bieten ein extrem gutes Feeling, sind aber grundverschieden.
Als filigrane Drehzahlmaschine mit messerscharfer Reaktion brilliert der
Ferrari, als ultramassive Schubmaschine mit rauem Charme setzt der Lamborghini
Akzente. So ähnlich verhält es sich, um auf unsere Vergleiche zurück zu
kommen, auch mit dem Onkyo TX-SR607
und dem Yamaha RX-V765. Während
der Yamaha RX-V765 sich als
Videomeister mit Maßstäbe setzender DSP-Sektion für die Wiedergabe herkömmlicher
Tonspuren profiliert, punktet der Onkyo mit einem nochmals schöneren Sound
und einer etwas höheren Pegelfestigkeit. Beide kokettieren mit der Möglichkeit,
zusätzliche Front High-Lautsprecher aufzustellen, um ein noch intensiveres
klangliches Erlebnis bereit zu stellen. Yamaha spricht von "Front Presence",
während Dolby beim System Pro Logic IIz dies mit "Front High" umschreibt.
Vergleichen wir den aktuellen Yamaha
RX-V765 mit dem letztjährigen Yamaha RX-V663, so ist ein sehr deutlicher
Aufwärtstrend festzustellen. Kreideten wir dem Yamaha RX-V 663 noch die
wenig Begeisterung weckende Videosektion an, so ist genau die Bildsignalverarbeitung
das Aushängestück beim Yamaha RX-V765.
Hier hat Yamaha die Schwächen des 2008er Gerätes
präzise erkannt und gekonnt ausgemerzt. Der Yamaha
RX-V 765 ist so gut, dass er mit nochmals wirkungsvolleren DSPs und
der eben erwähnten sehr hochwertigen Videosektion im Yamaha-internen Vergleich
sogar den höher positionierten Yamaha RX-V863 im wahrsten Wortsinne "alt
aussehen" lässt. Die leicht mildere, aber ebenso brillante und durchhörbare
Hochtonwiedergabe und ein wenig mehr Nachdrücklichkeit wird aufgeboten,
Feinarbeit an den DSPs sorgt für eine weiter gestiegene Praxistauglichkeit.
Fazit

Leistungsstark und hochwertig präsentiert sich der Yamaha
RX-V765
Der Yamaha RX-V765 darf getrost
als Meilenstein für Yamaha angesehen werden, ist dieser preiswerte AV-Receiver
doch in der Lage, das hohe Ansehen der großen Yamaha AV-Verstärker und
-Receiver-Modelle nun in eine bürgerliche Preisklasse zu transportieren.
Yamaha hat beim Yamaha RX-V 765
konsequent die Schwachstellen vergangener kleinerer AV-Receiver-Modelle
erkannt und beseitigt. So bietet der Yamaha
RX-V765 nun eine für die Preisklasse exzellente, leistungsfähige Videosektion
mit tadellosem De-Interlacing und Upscaling. Des Weiteren ist der innere
Aufbau nun sehr ordentlich, das Wirrwarr vergangener Generationen ist
nicht mehr anzutreffen. Überhaupt begeistert die sehr hochwertige Verarbeitung
praktisch ohne Abstriche. Klanglich bietet der natürlich und klar klingende
AV-Receiver Yamaha RX-V 765
eine sehr stringente Auslegung, die tonal überraschend neutral ist. Wer
im Detail Anpassungen vornehmen möchte und leine eicht interpretatorische
Wiedergabecharakteristik wünscht, ist in der Lage, gezielte Optimierungen
über die leistungsstarke DSP-Sektion vornehmen zu können. Minuspunkt des
Yamaha RX-V765 ist die altbackene
Gestaltung des nur in Englisch verfügbaren OSDs. Gerade die Konkurrenz
on Onkyo bietet mittlerweile auch in diesen Preisklassen eine grafisch
deutlich bessere Leistung. Bilanzierend aber tritt der Yamaha
RX-V765 bärenstark auf und beweist mit Nachdruck, was in der Preisliga
(UVP) bis 600,00 EUR mittlerweile an Performance möglich ist. Mit dem RX-V765 schafft Yamaha in der 600,00 EUR-Liga
den Sprung zurück an die Klassenspitze - besonders dank der exzellenten
DSP- und Video-Sektion

AV-Receiver Preisklassenreferenz untere Mittelklasse
+ Überragende Videosektion
+ In Grundeinstellung natürlicher und klarer Klang
+ DSP-Programme mit ausgezeichneten Optimierungsmöglichkeiten
+ Sehr gute Anschlussbestückung
+ Hochwertige Verarbeitung
+ Günstiger Kaufpreis
- Altbackene Menügrafik
Absolute Einordnung
Wie wir bereits beim obigen Konkurrenzvergleich schriftlich erfasst haben,
herrscht, dies ist als ausgesprochen erfreulich festzuhalten, bereits
in sehr günstigen Preisklassen ein hohes Leistungsniveau vor. Geräte wie
der hier getestete Yamaha RX-V765
können problemlos mit Lautsprechersets zwischen 600,00 und 2.500,00 EUR
betrieben werden und weisen somit auch bezüglich der Einsatzmöglichkeiten
eine hohe Flexibilität auf. Wer des Öfteren mit hohem Pegel fährt, wird
aber nicht davor bewahrt, für den Support im leistungsintensiven Bassbereich
zusätzlich auf einen aktiven Subwoofer zu setzen. Zudem sollte man sich,
wenn man in Hörräumen über 30 Quadratmeter richtiges Heimkino-Flair erleben
möchte, einen leistungsstärkeren AV-Receiver
der Liga ab ca. 1.000,00 EUR anschaffen. Auch derjenige, der hohe feindynamische
Ansprüche stellt und auch ein Lautsprecherset einsetzt, dass diese akustisch
umzusetzen weiß, sollte sich selbst den Gefallen tun und mehr Geld investieren
- denn bei allen Stärken, die ein 600,00 EUR AV-Receiver
mittlerweile aufweist, darf nicht vergessen werden, dass mit einem solchen
Gerät erst der Einstieg in die faszinierende Welt des richtigen Home Theater-Feelings
vollzogen ist - die Aufstiegsmöglichkeiten nach oben sind immens und beinahe
unbegrenzt, wenn man bereit ist, ein entsprechendes finanzielles Potential
freizusetzen.
Grundfeatures laut Yamaha-Website:
Wichtige Funktionen:
Neue SCENE Tasten (BD/DVD, TV, CD, Radio) ? schnell und einfach zu handhaben
Dekoder für die HD Tonformate
iPod kompatibel mit optionalem YDS-11 iPod ? Dock
iPod Titel werden auf dem Frontdisplay angezeigt.
Neue Fernbedienung
Zone 2 Steuerung
Klangqualität:
Kraftvoller 7-Kanal-Surround-Sound mit 145W/Kanal
Burr-Brown 192kHz/24-Bit D/A-Wandler für alle Kanäle
Pure Direct
Bildqualität:
Analog Video Aufwärtsskalierung auf 1080p
Unterstützt 1080p-Signale über HDMI (4 Eingänge und 1 Ausgang)
Deep Color (30/36Bit), x.v.Colour, 120Hz/24Hz Bildwiederholfrequenz und Auto Lip-Sync
Surround-Extras:
CINEMA DSP 3D mit 17 DSP Programmen mit Adaptive DSP - Pegel
Compressed Music Enhancer verbessert den Klang von komprimierten Musiksignalen
Audio Delay für Lippensynchrone Tonwiedergabe (0?240ms)
Text: Carsten Rampacher, Philipp Kind, beide AREADVD
24. Juli 2009
Verantwortlich für den Inhalt: Detlev
Schnick, © Copyright 2009 HIFI-REGLER, AREADVD
Mehr zum Thema "Yamaha AV-Receiver" finden Sie auch in Google,
der weltweit besten Suchmaschine.
|