Heimkino FAQ - update 05.03.2015

Die meistgestellten Fragen zu Heimkinoanlagen, update 02.03.2015
Autoren: Carsten Rampacher, Detlev Schnick und Philipp Kind

Häufig gestellte Fragen rund ums Heimkino ohne Anspruch auf Vollständigkeit

1. Grundlagen

1.1 Was bedeutet 5.1 / 7.1 für's Heimkino?

5.1 bzw. 7.1 oder auch 5.2/7.2. – je nach Anzahl der Subwoofer - ist ein Hinweis auf die Kanalanordnung im Heimkino. Sowohl die verlustbehafteten Enkodierungsverfahren Dolby Digital und DTS als auch die hochauflösenden Tonformate Dolby TrueHD und DTS-HD MA bieten 5 bzw. 7 diskrete Kanäle. Zwei Frontlautsprecher, ein Centerlautsprecher und zwei Surroundlautsprecher als insgesamt 5 Vollfrequenzkanäle, dazu einer oder mehrere Bass-Effektkanäle mit begrenzter Frequenzwiedergabe. Bei den brandaktuellen Formaten Auro3D und Dolby Atmos erweitert sich die Kanalanordnung um weitere Lautsprecher, die im oberen Bereich der Wand und der Decke montiert sind, z.B. 7.1.4 (7 = Front- und Surround-Lautsprecher inklusive Surround Back, 1 = Subwoofer, 4 = Deckenlautsprecher vorne und hinten).

Lautsprecher-Konfiguration

Lautsprecher-Konfiguration, hier 7.1 plus zusätzlich Front High-Lautsprecher

1.2 Was sind die gängigsten Tonformate im Heimkino?

Die gängigsten Tonformate im Heimkino-Bereich sind Dolby Digital, Dolby TrueHD, DTS und DTS HD Master Audio. Hinzu kommt DTS-HD High Resolution und seit kurzem Auro3D und Dolby Atmos.

Dolby Digital und DTS gibt es bereits seit den Zeiten der DVD, hierbei handelt es sich um Tonkomprimierungsformate, die besonders platzsparend agieren, aber in möglichst guter Qualität Mehrkanal-Tonspuren liefern können. Mit der Einführung des Datenträgers Blu-ray, der mit 25 und 50 GB deutlich mehr Kapazität zu bieten hat, kommen die verlustfrei komprimierbaren Tonformate Dolby TrueHD und DTS-HD MA sowie DTS-HD HR (High Resolution) hinzu. Diese Komprimierungsverfahren benötigen mehr Platz wie DD und DTS, sparen aber gegenüber dem Ausgangsmaterial noch deutlich ein und bieten quasi identische Qualität. DTS HD High Resolution ist ein Sonderfall. Auch hier handelt es sich um eine verlustbehaftete Kompression, die aber dem DTS HD MA-Datenstrom in puncto Qualität kaum nachstehen solll. Da DTS HD High Resolution weniger Speicherplatz benötigt, kommt es häufig auf deutschen Blu-ray Discs zum Einsatz, die neben dem englischen Originalton qualitativ hochwertigere deutsche Synchronisation bieten.

Vereinzelt gibt es mittlerweile auch Blu-ray Discs mit Auro3D oder Dolby Atmos-Tonspuren, die ebenfalls verlustfrei komprimiert sind und noch mehr Audio-Informationen offerieren. Die neuen Formate umfassen eine Mischung aus kanal- und effektbasierter Abmischung. Vorhandene Blu-ray Player leiten das Signal problemlos weiter, der AV-Receiver muss die neuen Formate allerdings dekodieren können und entsprechende Lautsprecher müssen installiert sein, um die Vorzüge der neuen Formate genießen zu können.

1.3 Gibt es weitere, verlustfreie Tonkomprimierungsverfahren für Heimkino-Anlagen?

Bei DVD Audio (DVD, deren Speicherkapazität für hochqualitative Musikdaten genutzt wird, hier befindet sich zumindest hauptsächlich kein Film o.ä. auf der DVD Audio, sondern Musik in besonders guter Qualität) wird mit Meridian Lossless Packing (MLP) gearbeitet, welches verlustfrei komprimiert. Als Basis für DVD-As dienen ebenfalls PCM-Samples.

1.4 Welche Samples dienen als Basis für das Audio-Encoding?

PCM-Samples (Pulse Code Modulation-Samples). Mittels dieses Verfahrens werden analoge Signale unkomprimiert in digitale Signale umgewandelt. Je nach Enkodierungsverfahren wird das Ursprungssignal in DD, DTS, Dolby TrueHD, DTS-HD MA/HR, Auro3D und Dolby Atmos gewandelt.

1.5 Wie wirkt ein Decoder für DD/DTS/Dolby TrueHD/DTS-HD/Auro3D/Dolby Atmos?

Der Decoder entschlüsselt den komprimierten Datenstrom, damit das dekodierte Signal elektrisch weiterverarbeitet und letztendlich hörbar gemacht werden kann. Die leistungsfähigsten Decoder sind üblicherweise im AV-Receiver integriert, aber auch hochwertige Blu-ray Player bieten leistungsfähige Decoder. Die Ausnahme sind externe Decoder, die ausschließlich für die Entschlüsselung und den Transport zum Verstärker zuständig sind.

1.6 Wie kann ich digitale Datenströme von meinem Quellgerät zum Heimkino-Verstärker/-Receiver der Heimkino-Anlage kabelbasiert transportieren?

Je nach Signal bieten sich hier verschiedene Optionen an, die gängigste Variante ist aber sicherlich das HDMI-Kabel. Via HDMI können sämtliche digital enkodierten Audio-Datenströme verlustfrei übertragen werden. Auch ein optisches oder koaxiales Digitalkabel ist denkbar, diese übertragen allerdings nur Dolby Digital- und DTS-Tonspuren. Die Übertragung verlustfrei komprimierter Tonformate ist damit nicht möglich.

1.7 Welche digitale Übertragungsart sollte man im Heimkino wählen?

Für maximale Flexibilität sollte HDMI gewählt werden. Unterschiede gibt es dabei kaum und, wenn überhaupt hörbar, hängen sie mit der Güte des Kabels zusammen. Besonders bei Kabellängen über 10 Metern sollte man aber auf eine hohe Qualität des Kabels, besonders eine ausreichende Schirmung und solide Kontakte, größeren Wert legen.

HDMI-Kabel

HDMI ist erste Wahl im Heimkino

1.8 Welche Voraussetzungen sind für UltraHD notwendig?

Abgesehen von einem UltraHD-fähigen TV oder Projektor ist für UltraHD-Videosignale HDMI ebenfalls unentbehrlich. Um die Übertragung vollwertiger UltraHD-Signale mit einer Auflösung von 3840 x 2160 Pixeln mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde und erweitertem Farbraum zu ermöglichen, müssen alle Geräte der Heimkino-Kette über HDMI 2.0 Anschlüsse verfügen, die auch HDCP 2.2 unterstützen müssen. Zwar gibt es auch TV-Geräte, z.B. von Panasonic, die mit DisplayPort ausgestattet sind, HDMI ist und bleibt im Heimkino aber erste Wahl.

Software-seitig muss eine Dekodierung des neuen HEVC/h.265-Codecs gegeben sein. Außerdem empfiehlt sich die Unterstützung des TV/Projektor-Gerätes von Video-On-Demand-Diensten und USB 3.0 Anschlüssen. Die 4K/UltraHD Blu-ray Spezifikation wurde zwar unlängst verabschiedet, im Moment kann man aber davon ausgehen, dass auch Festplatten als Datenträger zum Einsatz kommen und Streaming im Bereich UltraHD eine größere Rolle spielen wird.

1.9 Gibt es viele Blu-ray Player, die schon einen Decoder für digital komprimierte Tonformate mitbringen?

Der Großteil der am Markt erhältlichen Blu-ray Player ist auch in der Lage, sämtliche Tonformate – abgesehen von Auro3D und Dolby Atmos - mittels internem Dekoder zu dekodieren. Bei entsprechendem Equipment ist es aber im Regelfall besser, der hochwertigen Decoder-Einheit im AV-Receiver das Entschlüsselungsverfahren zu überlassen.

Im Einzelfall, z.B. wenn man einen älteren AV-Receiver sein Eigen nennt, kann es sinnvoll sein, den hochwertigen Blu-ray Player dekodieren zu lassen. Sollte das Gerät auch über keinen HDMI-Eingang verfügen, dann muss der Blu-ray Player für maximale Qualität auch über einen analogen 5.1 bzw. 7.1 Ausgang verfügen, mit dem das Signal verlustfrei an den AV-Receiver weitergeleitet werden kann. 

1.10 Wie konfiguriere ich meine Heimkino-Anlage, wenn ich mein Quellgerät dekodieren lassen möchte, mein Heimkino-Receiver aber nur einen analogen Mehrkanal-Audio-Eingang hat?

Ich schließe den internen Decoder des Blu-ray Players mit Cinchkabeln an den Mehrkanal-Eingang meines Heimkino-Receivers an.

1.11 Wie verfahre ich, wenn ich in meiner Heimkino-Anlage sowohl einen Decoder im Blu-ray-Player als auch im Heimkino-Receiver habe?

Bis auf wenige Ausnahmen sind die Decoder im Heimkino-Receiver besser für eine optimale Performance geeignet, gerade für den Filmbetrieb.

1.12 Wann kann es besser sein, den Decoder eines Blu-ray bzw. Universal-Players zu verwenden?

Wenn es sich um einen extrem hochwertigen Blu-ray bzw. Universal-Player für BD, DVD, DVD-Audio und SACD handelt, dessen D/A-Wandler und Decodereinheit hervorragend arbeiten.
 

2. Die neuen Tonformate Dolby Atmos und Auro3D

2.1 Was sind die neuen Tonformate Dolby Atmos und Auro3D?

Kurz gesagt sind die neuen Klangtechnologien die Fortsetzung der konventionellen Surround-Formate DD, DTS, Dolby TrueHD und DTS-HD. Durch die Ansteuerung zusätzlicher Lautsprecher (oberhalb der Front- und Rear-Kanäle bzw. an der Decke) soll ein realitätsnahes 3D-Klangerlebnis und eine nahtlose Klangkulisse ermöglicht werden.

Dolby Atmos: Neues Logo

Neues Tonformat – neues Logo

2.2 Welche Vorteile bieten Dolby Atmos und Auro3D?

Beide Systeme zeichnen sich durch ein umhüllendes 3D-Klangerlebnis und eine realitätsnahe Soundkulisse aus. Eine exaktere räumliche Abbildung, die Integration von Klangquellen von oben und die präzise Positionierung von Effekten im Raum sprechen für die neuen Tonformate.

Genauere Infos und wie die neuen Formate konkret arbeiten, erhalten Sie in unseren dedizierten Info-Specials zu Dolby Atmos und Auro3D.

Der Zuhörer fühlt sich komplett eingebunden lebendiger, authentischer Akustik

Auro3D unterteilt die akustische Wahrnehmung in drei verschiedene Ebenen (Layer)

2.3 Welche Voraussetzungen sind für die neuen Formate notwendig?

Beide Formate benötigen zusätzliche Lautsprecher im Deckenbereich bzw. über den Front- und Rear-Lautsprechern. Wer nicht unbedingt zusätzliche Schallwandler in die Decke integrieren möchte, kann bei Dolby Atmos auf sogenannte Dolby Atmos-Module zurückgreifen, die auf den Front- oder Rear-Lautsprechern platziert werden, das Signal nach oben hin abstrahlen und mit Reflexionen arbeiten. Zudem benötigt man einen AV-Receiver, der das Dolby Atmos oder Auro3D-Signal dekodieren kann. Keine Gedanken muss man sich hingegen bezüglich des Blu-ray Players machen. Geräte, die Dolby TrueHD als Bitstream übertragen können, kommen auch mit den neuen Formaten zurecht. Auch bei den Kabeln gibt es keine Probleme, konventionelle HDMI-Kabel reichen für die Weiterleitung des Signals völlig aus.

2.4 Gibt es bereits Blu-ray Discs mit den neuen Tonformaten?

Definitiv ja. Die ersten Blu-ray Discs mit Dolby Atmos sind bereits seit November 2014 erhältlich, z.b. Transformers 4 – Ära des Untergangs. Auch Warner Bros. Hat angekündigt, die Hobbit-Reihe mit Dolby Atmos zu versehen. Da Dolby Atmos-Mastering auch häufig im Kino anzutreffen ist, ist ein Transport ins Heimkino denkbar einfach. Auch Auro3D hat mit „Red Tails“ schon eine Blu-ray Disc im Angebot, außerdem gibt es mit Lichtmond und „Pure Audio“ Blu-rays schon qualitativ hochwertige Audio-Aufnahmen.

Aufgrund der bereits 180 Dolby Atmos Kino-Abmischungen kann Auro3D bezüglich Software nicht mithalten. Allerdings muss man auch zu Bedenken geben, dass Atmos-Abmischungen hauptsächlich im englischen Originalton vorliegen und bisher nur sehr wenige deutsche Synchronisationen in Aussicht gestellt werden.

2.5 Dolby Atmos & Auro3D – Was ist mit DTS?

Eine berechtigte Frage. Bisher gab es zu Dolby immer den großen Gegenpol DTS, der mit DTS HD sogar den Großteil der aktuellen Blu-ray Discs stellt. Tatsächlich soll ab März 2015 „DTS:X“ Dolby Atmos und Auro3D Konkurrenz machen. Die Fortsetzung des erfolgreichen Formates DTS-HD arbeitet wie Dolby Atmos objektbasiert und nicht mit einer festen Anzahl an Kanälen. AV-Receiver-Hersteller haben bereits die Unterstützung von DTS:X bekundet und wollen noch 2015 Geräte mit DTS:X-Support auf den Markt bringen.

Atmos-Lautsprecher

Top-Firing Modul für Dolby Atmos-Anwendungen

2.6 Sind die neuen Tonformate Dolby Atmos und DTS:X abwärtskompatibel?

Sowohl Dolby Atmos als auch DTS:X sind komplett abwärtskompatibel. AV-Receiver ohne Support für die neuen Formate geben dann einfach Dolby TrueHD bzw. DTS-HD MA aus und negieren die zusätzlichen Informationen schlichtweg.

3. THX

3.1 Was versteht man im Heimkino unter THX?

Im Gegensatz zu den verschiedenen Formaten von DTS und Dolby Digital ist THX kein weiteres Tonkomprimierungssystem, sondern eine spezielle Art der Nachbearbeitung, um den Klang der DVD im Heimkino möglichst nahe an den ursprünglichen Sound im Kino zu bringen.

Zudem können Heimkino-Geräte, wie z.B. Lautsprecher oder AV-Receiver, einem Zertifizierungsprozess unterzogen werden und dann ein entsprechendes THX-Zertifikat erhalten, dass Qualität und Leistung des Gerätes beschreibt.

3.2 Wie arbeitet THX im Heimkino?

Nach dem Decodieren von verlustbehaftet oder verlustfrei komprimierten Audiosignalen durch einen DSP-Chip im Heimkino-Receiver übernimmt ein zweiter DSP-Chip die THX-Nachbearbeitung. Hier werden dann verschiedene Optimierungen vorgenommen, wie z.B. eine Höhenanpassung. Diese Modifizierungen sind im Heimkino-Bereich grundsätzlich unterschiedlich zu denen, die für die Vorführung in kommerziellen Kinos gelten.

3.3 Woran erkenne ich ein Heimkino-THX-Gerät?

Heimkino-Verstärker und -Receiver, die das THX Zertifikat haben, sind am entsprechenden Logo auf der Frontplatte zu erkennen. Auch Lautsprecher und selbst Kabel für den Heimkino-Einsatz werden mit der THX-Lizensierung ausgestattet. Neu hinzugekommen sind auch Soundbars, für die ein eigenes THX-Zertifikat kreiert wurde.

3.4 Unter welchen Voraussetzungen erhält ein Gerät ein THX-Zertifikat?

Ein Heimkino-Verstärker oder -Receiver muss spezielle Anforderungen z.B. bezüglich der Stabilität des Netzteils und der Qualität der verbauten Baugruppen erfüllen. Die Prüfung nehmen die Experten von THX Lucasfilm in Kalifornien vor. Ein Lautsprecher muss bestimmte Kriterien bezüglich des Abstrahlverhaltens und des Aufbaus erfüllen, um ein THX-Zertifikat für den Heimkino-Bereich zu erhalten.

3.5 Gibt es verschiedene THX Zertifikate für Heimkino-Komponenten?

Ja. Die niedrigste Stufe nennt sich "THX Select". Bei diesem Zertifikat wurden die Anforderungen an die Geräte und den Aufbau des Heimkino-Systems gegenüber dem ursprünglichen, nicht differenzierten THX-Zertikat für Heimkino-Anwendungen etwas reduziert. THX Select und THX Select 2 sind besonders für kleinere und mittelgroße Hörräume geeignet. Nach der Einführung von THX Select wurde das ursprüngliche THX in "THX Ultra" umbenannt. Um dieses THX-Zertifikat zu erhalten, müssen der Heimkino-Komponenten schon sehr strengen Leistungsanforderungen genügen. THX Ultra ist besonders für die Beschallung größerer und sehr großer Hörräume vorgesehen. Verschiedene THX DSPs umfassen auch Music-, Cinema- und Game-Modes.

4. Surround-Aufpolierer

4.1 Welche Bedeutung haben DTS Neo:6, Dolby Pro Logic II, Logic 7 und Smart Circle Surround II für Heimkino-Systeme?

Dies sind alles sog. Surround-Aufpolierer, deren Zweck es ist, aus herkömmlichen Stereo- oder Dolby Pro Logic-Quellen (z.B. Videotapes, CDs, LDs, TV-Sendungen) mittels aufwändiger Matrixtechnik ein höherwertiges Surround-Klangbild zu erzeugen.

4.2 Unterscheiden diese Programme zwischen Film- und Musikquellen?

Die meisten der o.g. Heimkino-Programme haben verschiedene Sound-Modi, zur optimierten Wiedergabe von Filmton einerseits und für Musikwiedergabe andererseits.

4.3 Es gibt verschiedene Dolby ProLogicII Heimkino-Versionen. Welche sind die gebräuchlichen Varianten?

Es gibt eine Vollversion, in der im Music Mode verschiedene Parameter (Center/Front-LS-Balance, Front/Rear-Balance, Panorama Mode für weiträumigeres Klangbild) einstellbar sind, und eine Version ohne Einstellmöglichkeiten im Music Mode. Im dedizierten Kino-Modus gibt es bei ProLogicII grundsätzlich keine Einstellmöglichkeiten. Bei ProLogic IIz werden die Front Height-Lautsprecher mit einbezogen, um eine nach oben erweiterte Klangkulisse bieten zu können.

4.4 Lohnt sich der Einsatz dieser Surround-Aufpolierer im Heimkino?

Das muss jeder für sich selbst entscheiden. In typischen Heimkino-Umgebungen liefern sie größtenteils ein Klangbild mit natürlicher Räumlichkeit ohne zuviel Hall. Natürlich geht an Authentizität und Präzision ein wenig verloren. Wir empfehlen: Unbedingt Probe hören!

5. Lautsprecher und AV-Receiver/-Verstärker der Heimkino-Anlage

5.1 Was ist ein aktiver Subwoofer?

Ein Subwoofer ist ein für Tieffrequenzen optimierter Lautsprecher. Der Zusatz aktiv sagt aus, dass der Subwoofer über einen eingebauten Leistungsverstärker verfügt. Aktive Subwoofer sind besonders geeignet für die Übertragung des .1-Kanals bei 5.1-, 6.1- und 7.1-Heimkino-Systemen.

5.2 Wie schließe ich den aktiven Subwoofer an meinen Heimkino-Receiver an?

Dafür gibt es extra auf der Rückseite praktisch aller aktuellen Heimkino-Receiver einen speziellen Cinch-Anschluss (Subwoofer Pre-Out). Dieser ist meist gelb markiert. Bei hochwertigen Receivern gibt es häufig auch zwei, dediziert angesteuerte, Pre-Outs.

5.3 Wozu brauche ich den aktiven Subwoofer?

Der aktive Subwoofer nimmt dem Heimkino-Receiver Arbeit im leistungsintensiven Tiefbassbereich ab. Damit müssen die Endstufen des Heimkino-Receivers weniger Leistung kostende Arbeit verrichten und die Performance des Heimkino-Systems verbessert sich. Zusätzlich sorgen aktive Subwoofer, je nach Gehäusevolumen und Endstufe, für einen überragenden Basseinsatz: Großes Volumen, hoher Pegel und sehr gute Präzision bei niedrigsten Frequenzen. Nur mit einem leistungsstarken aktiven Subwoofer läßt sich das für spannungsgeladene Szenen guter Spielfilme so typisch Tiefbassgrummeln auch im Heimkino exakt so wiedergeben, wie es der Regisseur für's Kino auf die Tonspur gebracht hat. Ein guter Subwoofer überträgt selbst subsonale Frequenzen und wandelt sie z.T. in Bewegungsenergie und nur unterbewußt wahrnehmbare Luftschwingung um.

5.4 Was ist die Subwoofer-Übernahmefrequenz (Cross-Over-Frequency)?

Erst bei Tönen ab dieser Frequenz beginnt der Subwoofer zu arbeiten. An guten Heimkino-Subwoofern ist diese Frequenz manuell einstellbar.

5.5 Was ist bei der Wahl der Übernahmefrequenz im Heimkino zu beachten?

Sie sollte nicht zu hoch sein, denn nur niedrige Frequenzen bis zu ca. 100 Hz kann das menschliche Ohr nicht im Raum orten. Oberhalb dieser Grenze erhöht sich mit größer werdender Übernahmefrequenz die Möglichkeit der akustischen Ortung des aktiven Subwoofers. Die Übernahmefrequenz sollte sich aber auch nach der untersten Frequenzgrenze der verwendeten Hauptlautsprecher richten. Bei bassstarken Hauptlautsprechern kann es den Gesamtklang im Heimkino entscheidend verbessern, die Übernahmefrequenz niedrig anzusetzen, dafür aber den Basspegel am Subwoofer anzuheben. Hier sollte man sich nicht scheuen, ein wenig zu experimentieren.

5.6 Wenn ich große, bassstarke passive Hauptlautsprecher habe, kann ich dann im Heimkino auf den aktiven Subwoofer verzichten?

Zu dieser Frage gehen die Meinungen der Experten auseinander. Manche meinen ja, von anderen kommt ein entschiedenes Nein. Die Subwoofer-Asketen verweisen darauf, dass ein leistungsstarker Heimkino-Verstärker oder -Receiver mit entsprechend bassstarken Lautsprechern vollkommen ausreicht. Dagegen spricht, dass der Basskanal des Soundtracks - der am Heimkino-Receiver auf einem eigenen LFE-Anschluss (Low Frequency Effect) ausgegeben wird - dedizierte Bass-Signale enthält. Verzichtet man auf den Subwoofer, gehen diese Signale bei der Wiedergabe im Heimkino definitiv und vollständig verloren. Zwar führen auch die Hauptkanäle Bassfrequenzen mit, doch diese sind nur eine Teilmenge der gesamten Basssignale des Soundtracks, die bei richtiger Wiedergabe aus dem Bass der Hauptlautsprecher plus dem Bass des LFE-Kanal bestehen. Unter diesem Aspekt ist für wahren Filmgenuss im Heimkino (anders könnte es bei Musikwiedergabe über die Heimkino-Anlage aussehen) von einem Verzicht auf den aktiven Subwoofer abzuraten.

Quadral Subwoofer

Leistungsfähige Subwoofer gibt es mittlerweile in recht kompaktem Format


5.7 Was eine "Bassfalle" oder ein "Bassloch"? Was kann ich dagegen tun?

Die niedrigen Bass-Frequenzen sind besonders langwellig. Dadurch kann das Phänomen entstehen, dass sich eine bestimmte Bassfrequenz - in einem typischen Heimkino-Raum der Bereich etwa zwischen 58 und 62 Hz - an einer bestimmten Stelle im Heimkinoraum - meist ziemlich in der Mitte - selbst auslöscht und damit nicht mehr hörbar ist. Man spricht dann von Resonanzschwingungen oder landläufig von Bassfalle oder Bassloch. Die Ursache liegt darin, dass die vom Subwoofer abgestrahlte Welle an dieser Stelle im Heimkino-Raum auf die von der Rückwand reflektierte vorhergegangene Welle trifft. Da beide Wellen die gleiche Länge haben, heben sie sich auf. Pech, wenn dies gerade in den spannendsten Szenen und genau an Ihrem Hörplatz geschieht. Abhilfe: Wenn Sie nur einen Subwoofer einsetzen, positionieren sie ihn nicht symmetrisch im Raum und in Abstrahlrichtung nicht axial sondern eher diagonal. Beim Einsatz von zwei Subwoofern im Heimkino-Raum reduziert sich die Gefahr der Bassfalle bereits erheblich. Werden zudem noch die o.g. Aufstellhinweise beachtet ist die Gefahr der hörbaren Bassfalle gebannt.

5.8 Was sind Shaker oder Transducer und welchen Zweck haben sie im Heimkino?

Tieffrequenzen unter 29 Hz sind vom menschlichen Ohr nicht mehr hörbar. Sie werden allenfalls noch bei entsprechendem Pegel vom Zwergfell aufgenommen und als vibrierende Luftschwingung empfunden. Einem guten Kino-Soundtrack mischt der Toningeneur in ganz bestimmten Szenen bewußt und gezielt solche subsonalen Frequenzen bei. In gut ausgerüsteten kommerziellen Kinos steht bestimmte Hardware zur Umwandlung dieser Frequenzen in Bewegungsenergie bereit. Was viele nicht wissen: Auch auf DVD- und Blu-ray-Soundtracks sind diese Frequenzen häufig übernommen worden. Ohne entsprechende Hardware gehen sie im Heimkino jedoch leider verloren. An dieser Stelle kommen sog. Transducer zum Einsatz.

5.9 Wie funktionieren Shaker oder Transducer?

Transducer werden vorwiegend in Panzer- und Flugsimulatoren eingesetzt. Um einen solchen Transducer - z.B.: den ButtKicker LFE Kit- im Heimkino anzuschließen brauchen Sie zunächst (1) einen oder mehrere Transducer (Diese werden am Boden oder im Sofa oder Stuhl befestigt.), (2) einen handelsüblichen Stereo-Equalizer, (3) ein Subwooferkabel mit Y-Weiche, (4) eine regelbare Endstufe mit wenigstens einem freien Kanal und (5) hochkapazitives Lautsprecherkabel in der erforderlichen Länge. Eine detaillierte Einbauanleitung würde dieses Heimkino-FAQ sprengen. Zu diesem Thema folgt aber in Kürze ein eigenes HIFI-REGLER Special.

5.10 Sind im Heimkino spezielle Subwooferkabel erforderlich?

Ja. Prinzipiell funktioniert zum Subwoofer-Anschluss hier jedes NF-Audio Cinch-Kabel. Im Heimkino ist jedoch eindringlich davon abzuraten, diese Kabel für tiefe Frequenzen zu verwenden. Diese Empfehlung gilt umso mehr, je hochwertiger und "audiophiler" das NF-Audiokabel ist. Warum? Seit es audiophiles HiFi gibt hat sich die Forschung der Kabelhersteller stets darauf konzentriert, NF-Kabel für den kritischen Hörbereich der hohen Mittenfrequenzen und der Hochtonfrequenzen zu optimieren. Entsprechend sind bei diesen Kabeln die Kupferqualität, die Litzenanzahl je mm² und die Strangstruktur der Innenleiter zielgerichtet aufgebaut. Als das Thema Heimkino aufkam, haben die Akkustik-Ingenieure der Welt-Technologieführer im Kabelbereich Oehlbach und MonsterCable viel in Forschung und Entwicklung investiert, um Kabel zu entwickeln, die bei der Übertragung einen genau gegenteiligen Effekt haben. Das Ergebnis ist das, was wir heute als Subwooferkabel kennen.

5.11 Soll ich die Modi "Large" oder "Small" am AV-Receiver-Setup für meine Heimkino-Lautsprecher einstellen?

Die Einstell-Optionen Large oder Small richten sich nach dem Frequenzspektrum, welches der angeschlossene Lautsprecher im Heimkino übertragen kann. Large ist nur für Lautsprecher mit einem großen Übertragungsbereich zu empfehlen. Meist fährt man, gerade im Heimkino-Einsatz, bei den meisten Lautsprechern mit der Small-Einstellung bessere Ergebnisse ein. Besondere Vorsicht ist beim Center geboten: Hier lohnt sich die Large-Einstellung nur, wenn exakt der gleiche hochwertige Boxentyp mit großem Frequenzbereich als Center verwendet wird, der auch für den rechten und linken Frontkanal benutzt wird. Auch bei den Surrounds ist im Heimkino meist Small die richtige Einstellung.

5.12 Wann kann man die Einstellung "Large"nutzen?

Im DVD Audio-Betrieb, wenn - wie es der Idealfall vorsieht - fünf hochwertige, identische Lautsprecher mit großem Frequenzbereich eingesetzt werden.

5.13 Wieso muss ich den Abstand der Lautsprecher vom Hörplatz bzw. die Delay-Time im Setup des Heimkino-Receivers einstellen?

Haben alle oder einige der aufgestellten Lautsprecher eine unterschiedliche Distanz zum Hörplatz, so sollten die sich daraus ergebenden Klangverfälschungen durch Einstellung der richtigen Verzögerungszeit (= Delay Time) ausgeglichen werden. So kommen die Signale zu unterschiedlichen Zeitpunkten in den Lautsprechern an und werden auch bei asymmetrischer Lautsprecher-Konfiguration vom menschlichen Ohr so wahrgenommen, als ob alle im Heimkino plazierten Lautsprecher den gleichen optimalen Abstand zum Hörplatz hätten.

5.14 Was ist ein Dipol im Heimkino?

Ein für den Heimkino-Surroundeinsatz konzipierter Lautsprecher mit 2 kompletten Bestückungen (meist 2 x je 1 Hoch- und 1 Mittel/Tieftöner), der im Surroundbereich des Heimkino-Raumes ein diffuses Klangbild erzeugen soll. Der Abstrahlwinkel der beiden verbauten Systeme ist je nach Dipoltyp verschieden.

5.15 Was bringt ein Dipol?

Dipol-Lautsprecher erzeugen im Surroundklangbild des Heimkino-Systems eine größere Weite und eine höhere klangliche Dichte. Wenn es in einer Szene regnet soll das Gehör den Regen so empfinden, als ob es tatsächlich flächendeckend im Raum regnet. Ähnliches gilt bei typischen Surroundszenen wie Straßen- oder Kampfszenarios. Die Surround-Klangkulisse wirkt mit Dipolen kompletter und die Anzahl störender Klanglöcher wird reduziert.

5.16 Ist ein Dipol für den Mehrkanal-Musikbetrieb geeignet?

Es kommt vor allem auf die Akustik des Hörraums und den Geschmack des Hörers an. Prinzipiell bieten Dipole bauartbedingt weniger Präzision bei der Effektdarstellung und sind eigentlich eher für den Heimkino-Betrieb zu empfehlen.

5.17 Was ist ein Subwoofer/Satelliten-System?

Diese Systeme bestehen aus fünf bis sechs kleinen bis mittelgroßen Satelliten-Lautsprechern und aus einem bei den meisten Systemen aktiven Subwoofer.

5.18 Was sind die Vorteile solcher Systeme?

Oft günstiger Kaufpreis, wenig Platzbedarf, schickes Design. Der hohe Bekanntheitsgrad der Marke Bose begründet sich im Consumer-Bereich wesentlich auf solche Systeme. Und in der Tat hat Bose in diesem Bereich den Markt mit z.T. sehr anerkennenswerten technologischen Innovationen bereichert.

5.19 Was sind die Nachteile solcher Systeme?

Oft bieten die kleinen Satellitenlautsprecher mangels ausreichender Mittenpegel nur bescheidene Klangqualität. Um den Mangel im Mittenfrequenzspektrum auszugleichen muss der Subwoofer zu früh eingreifen (bei zu hoher Übergangsfrequenz) und wird dadurch im Hörraum akustisch ortbar. Lässt man den Subwoofer hingegen erst im unteren Frequenzspektrum eingreifen, gibt es ein Klangloch zwischen der untersten Grenzfrequenz der Satellitenlautsprecher und der Übernahmefrequenz des Subwoofers. Insbesondere beim Musikhören hat man dann ständig das Gefühl, dass wichtige Elemente der Musik schlicht fehlen.

5.20 Ist dies bei jedem Sub-/Sat-System so?

Nach allgemeiner Auffassung ist es bisher keinem Hersteller (mit Ausnahme vielleicht von Bose) gelungen, den o.g. Nachteil etwa durch besondere Subwoofer- oder Satelliten-Konstruktionen vollständig auszugleichen. Der Miniaturisierung eines Lautsprechers sind schlicht und einfach durch die Physik Grenzen gesetzt. Diese prinzipiellen Nachteile lassen sich nicht eliminieren, fallen aber bei hochwertigen Systemen eigendlich nur nur noch Klangpuristen auf. Somit kann ein hochwertiges Sub/Sat-System mit klangstarken Satelliten aus hochwertigem Material und einem leistungskräftigen aktiven Subwoofer durchaus ein guter Kauf für's Homecinema sein. (Lesen Sie z.B. den Test des KEF KHT 3005.) Immer dann, wenn es um einen geringen Platzbedarf, flexible Integrationsmöglichkeiten und elegantes Design geht und das Homecinema gleichzeitig auch Wohnumgebung ist, wird man sicher zuerst an ein solches Lautsprechersystem denken.

6. Blu-ray-Player

6.1 Wie integriere ich meinen Blu-ray Player möglichst komfortabel in meine Heimkino-Anlage?

Der Blu-ray Player wird, für den Genuß bester Bild- und Tonqualität, per HDMI an den AV-Receiver angeschlossen. Dieser leitet das Videosignal dann an den TV oder Projektor, ebenfalls wieder via HDMI weiter. Der Anschluss via HDMI garantiert nicht nur die signalstabile Weiterleitung des 1080p-Signals sondern auch den bitgenauen Transport sämtlicher hochauflösenden Tonformate.

Besonders hochwertige Blu-ray Player bieten manchmal auch zwei HDMI-Ausgänge. Hier wird Bild und Ton diskret und separat ausgegeben. Dann schließt man den Video-Ausgang direkt an das Bildwiedergabegerät und den Ausgang für den Ton an den AV-Receiver an.

6.2 Was ist ein Videoequalizer?

Mittels des Videoequalizers kann man verschiedene Bildeinstellparameter wie z.B die Bildschärfe und den Kontrast hoch- bzw. herunterregeln. Auch vorgefertigte Bild-Modi findet man in aktuellen Geräten.

6.3 Welche Formate spielt jeder Blu-ray-Player ab?

Blu-ray Discs, DVD-Videos, Video-CDs (VCDs) und Audio-CDs.

6.4 Welche Formate spielt ein Großteil der DVD-Player auf dem deutschen Markt zusätzlich ab?

BD-R, BD-RE, DVD-R, CD-Rs, CD-RWs, MP3-CDs.

6.5 Kann ein Blu-ray Player DVD-Audio wiedergeben?

Nicht zwingend. Es gibt aber einige, besonders hochwertige und teurere Blu-ray Player, die auch DVD-Audio Discs und Super Audio CDs (SACD) wiedergeben. Häufig nennt man diese Geräte auch Universal-Player. In solchen Geräten arbeiten besonders hochwertige D/A-Wandler, die die Signale der DVD-Audio und SACD hochwertig verarbeiten können.

Pioneer BDP-LX58

Hochwertige Universal-Player wie der BDP-LX58 von Pioneer bieten auch exzellente Audiowiedergabe

6.6 Wie sieht es mit High Resolution Audio aus?

Auch hier gibt es Geräte, die dank hochwertiger interner Komponenten und exzellenten D/A-Wandlern die Audio-Dateien mit hoher Auflösung (bis zu 192 kHz/24-Bit) in FLAC oder auch DSD, verarbeiten können. Diese Dateien werden meist von einem PC oder Netzwerk-Server zugespielt, eine Netzwerkverbindung des Blu-ray Players ist also obligatorisch. 

6.7 Gibt es weitere Multimedia-Features?

In vielen Blu-ray Playern, die mit Netzwerk-Funktionen ausgestattet sind, steckt auch ein umfangreiches Multimedia-Paket. Dazu gehören dann verschiedene Internet-Applikationen und Video- on-Demand-Dienste (ähnlich wie in einem Smart TV). Außerdem steht DLNA-Streaming und Wiedergabe von Fotos, Videos und Musik von USB zur Verfügung. Wer auf Multimedia-Features Wert legt, sollte den Umfang der unterstützten Features des gewünschten Gerätes genau prüfen.