Neue HDMI-Norm 2.1 und die Zukunft von 8K TV-Geräten
22.02.2017

Autor: Carsten Rampacher, AREADVD, exklusiv für HIFI-REGLER, update: 20.02.2017

 

Gerade haben wir uns an HDMI 2.0 mit den "Unter-Normen" HDMI 2.0a und HDMI 2.0b gewöhnt, da legt das HDMI-Konsortium erneut nach: HDMI 2.1 heißt der neueste Standard. Ab dem zweiten Quartal 2017 werden erste Geräte mit HDMI 2.1 erwartet, besonders wichtig wird HDMI 2.1 zukünftig, wenn in ca. 3 Jahren die ersten 8K-Fernseher ausgeliefert werden.

 

Samsung One Connect Box HDMI-Anschluesse

HDMI-Anschlüsse Samsung One Connect Box

 

Wir haben für Sie die Eigenschaften der neuen HDMI-Norm zusammengefasst:

  • Unterstützung von 8k (7.680 x 4.320 Pixel) und sogar 10k (10.328 x 7.760 Pixel)mit 60 Hz und 4K mit 120 Hz (HFR, High Frame Rate)
  • Geeignet für VR (Virtual Reality)
  • Bei 10k würden die Video-Daten nicht im ursprünglichen Zustand, sondern komprimiert übertragen (Display Stream Compression 1.2)
  • Dynamisches HDR mit Metadaten (Frame-by-Frame-Basis). Bislang wurde eine HDR-Einstellung (bei HDR10) für den gesamten Film festgelegt
  • Unterstützung aller HDR-Formate inklusive Dolby Vision sowie Samsung Tone Mastering
  • Unterstützung von HDR mit bis zu 12 Bit Farbtiefe
  • eARC: Signalisierung für objektbasierte Audioformate (Dolby Atmos, dts:X) mit Auto-Erkennung
  • Game Mode VRR mit variablen Bildwiederholraten für bessere 3D-Grafiken beim Betrieb zusammen mit Spielekonsolen und PCs

 

Wer HDMI 2.1 in maximaler Ausprägung verwenden möchte, sollte auf den Kauf neuer Kabel vorbereitet sein.

 

Bedingt durch die enorm gewachsene maximale Bandbreite von 48 Gbit/s reichen die bislang verwendeten Kabel nicht mehr aus.  Wer allerdings nicht mit der maximal möglichen Bandbreite arbeitet, wird keine neuen Kabel benötigen. Entsprechend für HDMI 2.1 geeignete Kabel sollen als "48G" bezeichnet werden. Des Weiteren ist HDMI 2.1 abwärtskompatibel zu früheren HDMI-Versionen.

Der eigentliche Stecker mit seinen Verbindungen wird nicht verändert Nicht völlige Einigkeit herrscht darüber ob die neuen HDMI 2.1 Funktionen in bereits vorhandenen Devices per Firmware-Update "nachgerüstet" werden können. Aufgrund der stark gewachsenen Anforderungen auch an die Hardware würden wir davon ausgehen, dass es nicht funktioniert.

Als HDMI 2.0 damals eingeführt wurde, haben auch verschiedene Hersteller zunächst angekündigt, einen Teil der Funktionen per Software-Update nachzureichen. In der Praxis wurde nichts daraus: Bei HDMI 2.0 waren damals neue Boards erforderlich.

 

Samsung 8K Prototyp in 65 Zoll

Samsung 8K Prototyp in 65 Zoll auf der CES 2017

 

Dass HDMI 2.1 vielleicht noch nicht sofort, aber recht bald eine Daseinsbereichtigung hat, steht außer Frage.

 

Praktisch alle namhaften TV-Hersteller präsentieren bereits seit einiger Zeit Prototypen von 8K-TVs auf Messen rund um den Globus. Waren es anfänglich noch Prototypen im frühen Entwicklungsstadium, sind die TV-Geräte mittlerweile beinahe serienreif. Daher: 8K ist keine ferne Zukunftsvision mehr, sondern wird zügig auf den Markt kommen.

Bereits im Jahr 2016 soll die Produktion von 8K Displays anlaufen – perfektes Timing: Denn die Olympischen Sommerspiele in Tokio 2020 werden vom japanischen Fernsehen, so wie es bislang angekündigt wurde, in 8K ausgestrahlt,  und passend dazu gibt es 2020 dann auch die ersten TV-Modelle mit 8K Auflösung – schneller als gedacht hat HDMI 2.1 dann einen hohen Stellenwert.

Vereinzelt gibt es sogar schon 8K TVs, wenn auch das Quellmaterial sehr rar gesät ist und nicht nur deshalb eine Kaufabsicht derzeit wenig Sinn macht: Der LG UH8550 mit 1,90 Meter Bilddiagonale, so war zu lesen, soll für einen Mammut-Preis von  umgerechnet 130.000 EUR tatsächlich käuflich sein. Eine schon 2015 vorgestellte Sonderanfertigung von Sharp für umgerechnet rund 120.000 EUR (85 Zoll Bilddiagonale) war ein weiterer Beitrag zum Thema 8K.

Sollte man dann 8K Material haben, so stellt sich die große Frage, wie das datenintensive Material dann zum TV geleitet wird, die 18 Gbps von HDMI 2.0 reichen hier definitiv nicht – da muss HDMI 2.1 "ran".

Daher - festzuhalten ist: Für eine massenkompatible 8K Wiedergabe, die Chancen auf Marktakzeptanz hat, wird HDMI 2.1 definitiv benötigt.

HDMI 2.1 würde theoretisch sogar 10K – also noch einen Step weiter – unterstützen können. Wer die Bandbreiten miteinander vergleicht, erkennt, wie weit HDMI 2.0  von HDMI 2.1 entfernt ist: Während bei HDMI 2.0 maximal 18 Gbps möglich sind, gehen mit HDMI 2.1 bis zu 48 (!) Gbps.

 

Fazit

 

Aktuell ist man gut gerüstet, wenn man über eine moderne AV-Kette mit Ultra HD HDR-TV, Ultra HD Blu-ray-Player und AV-Receiver mit dts:X/Dolby Atmos-Decoder und HDMI 2.0 Terminals mit HDCP 2.2 verfügt. Bestimmt ist es nicht notwendig, sofort ein Upgrade durchzuführen, wenn neue Devices mit HDMI 2.1 auf den Markt kommen. Was im Einzelnen noch 2017 an kompatiblen TV-Geräten oder anderen Produkten wie AV-Receivern erwartet wird, steht momentan noch nicht fest.

Die Zukunft in rund drei Jahren dürfte aber große Spannung bringen, denn wenn zahlreiche Hersteller 8K TVs mit HDMI 2.1 auf den Markt bringen und auch entsprechende Inhalte verfügbar sind, werden die ersten "Early Adopters" wieder ein Upgrade durchführen.


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