Brummen - Ursachen und Abhilfe

update: 21.11.2014

Ein Blick in Service-Statistiken zeigt: Brummen ist eines der am häufigsten auftretenden Störphänomene bei Audio-Geräten. Doch auch das sagt die Statistik: Nur in etwa 20% der Fälle wird die Störung durch einen Fehler in den betroffenen Komponenten selbst verursacht.

Besonders ärgerlich wird's dann, wenn Sie Ihr Gerät zum Kundendienst gegeben haben, und es dem Vermerk "Im Dauertest geprüft - kein Fehler feststellbar" zurückerhalten haben und das Brummen nach wie vor da ist. Grund genug für uns, ein Paar Tipps zu geben, wie Sie das Problem Schritt für Schritt eingrenzen und lösen können.

1. Schritt:

Prüfen Sie die Verbindungsstellen zwischen Stecker und Kabel an Ihren Netz-, Cinch-Scart- und Lautsprecher-Verbindungen. Sogenannte "kalte Lötstellen", das sind Lötverbindungen, bei denen die Bleiverbindung angebrochen ist, führen zwar (noch) nicht zu einem Totalausfall der Verbindung, können aber bereits die heimtückischen Brummgeräusche verursachen.

Wir empfehlen, nicht mit dem Lötkolben zu basteln, sondern das Kabel von einer Fachwerkstatt reparieren zu lassen - oder den Austausch in ein hochwertiges Kabel. Letzteres hat mitunter schon zu überraschenden Ergebnissen hinsichtlich verbesserter Klangqualität geführt.

2. Schritt

Auch Coax-Digitalkabel mit unzureichender Abschirmung können Brummen verursachen. Typischerweise eher schlecht abgeschirmt sind Beipackkabel aus der Originalverpackung von AV-Receivern oder Blu-ray-Playern. Zwar wird hier ein digitaler Datenstrom mit Fehlerkorrekturalgorithmen übertragen, doch es ist ein verbreiteter Irrglaube, dass dabei mangels analoger Übertragung keine Störsignale entstehen können.

Allein die elektrische Art der digitalen Übertragung (anders als z.B. die optische Übertragung via Lichtleiter-Verbindung) kann zum Entstehen einer Brummschleife führen. Ein gut geschirmtes Coax-Digitalkabel muss nicht teuer sein. Informieren Sie sich in unserem Kabelshop über Preise und Qualitäten.

3. Schritt

Häufig entsteht Brummen, wenn sich im Hausstromnetz oder bei den Stromversorgern irgendetwas ändert. Die Gründe für dieses "irgendetwas" können sehr diffus sein. Vereinfacht ausgedrückt stellt sich das so dar: Durch elektromagnetische (EMI) und hochfrequente Störungen (RFI) im Netz können optische und akustische Störungen auf Bildschirmen und in Lautsprechern erzeugt werden.

Solche Störungen können durch fehlerhafte oder schlecht abgeschirmte Geräte entstehen, sowie häufig durch Regelelektronik (Licht- oder Drehzahlregler). Dies hier technisch tiefergehend zu erklären, würde hier zu weit führen. Jedenfalls tritt als Folge bei Ihrer Anlage die sogenannte Brummschleife auf.

Typische Fehlerbeschreibung: "Die Anlage hatte nie etwas, aber plötzlich brummt es, wenn ich den Subwoofer einschalte". Kaufen Sie sich im Rundfunk- und Fernsehfachhandel (oder bei HIFI-REGLER - siehe Produktübersicht Netzdosenleisten) eine gute Mehrfachsteckdosenleiste (mehr Infos unter Netzleistemit Netzfilter und hängen Sie alle Geräte an diese Netzleiste, also auch Geräte, die vom Brummen nicht betroffen sind. Meist ist in diesen Leisten auch ein Überspannungsschutz (z.B. gegen indirekten Blitzeinschlag) eingebaut, was ohnehin bei hochwertigen Anlagen eine sinnvolle Sicherheitseinrichtung ist.

4. Schritt

Haben weder Schritt 1 noch Schritt 2 Abhilfe gebracht, könnte die Ursache in der Antennenleitung liegen. Auch hier wollen wir Ihnen eine Erklärung der tieferen technischen Ursachen ersparen. Das Phänomen tritt immerhin so häufig auf, dass die Industrie ein Zubehörteil namens Mantelstromfilter erfunden hat, das im Handel - häufig in Verbindung mit einem teuren Technikereinsatz - recht gern verkauft wird.

Auch den Mantelstromfilter (Mehr zu diesem hochinteressanten Bauteil erhahren Sie in unserem Special Mantelstromfilter.) erhalten Sie im Rundfunk- und Fernsehfachhandel. Es handelt sich dabei um eine Art Adapter bzw. Aufsteckbuchse für die Antennensteckdosen, in die die Antennenstecker Ihres Antennenkabels eingesteckt werden. Auch dies macht im Sinne einer Vorsorge Sinn, da diese Störströme eigenartigerweise von heute auf morgen auftreten (und auch wieder verschwinden) können.

Mittlerweile sind selbst in billigen Antennenkabeln häufig Mantelstromfilter bereits integriert.

5. Schritt

Eigentlich unglaublich, aber wir hatten schon Fälle, in denen der Kunde Schritt 1 bis 3 durchgeführt hatte, das Gerät vom Service zweifelsfrei als fehlerfrei diagnostiziert war, und dennoch das Brummen nach wie vor auftrat - in manchen Fällen auch intermittierend, d.h. nicht immer.

Der Kunde hatte einen Freund in einer Nachbarwohnung im gleichen Haus. Umzug der gesamten Anlage dorthin: Brummen. Umzug der Anlage in ein anderes Haus: Plötzlich war das Brummen verschwunden und trat auch im Dauerbetrieb nicht mehr auf.

Mikrowellen, das Gigahertz-Pulsen drahtloser Telefonanlagen oder sonstiger Elektrosmog - was letztlich der Auslöser solcher Störungen ist, wird sich selten zweifelsfrei ermitteln lassen. Aber das ist ein anderes Problem ...

6. Schritt:

Man muss nicht unbedingt Schritt 4 durchführen, um festzustellen, dass ein Gerät ein Fall für den Kundendienst ist. Tritt z.B. nach einigen Stunden Betrieb eine ungewöhnliche Erhitzung am Gerät (z.B. am Trafo) auf oder geht das Brummen mit anderen akustischen Störungen einher, liegt der Verdacht nahe, dass ein Bauteil seinen Geist aufgegeben hat. In diesem Fall rufen Sie einfach die Kundendienst-Hotline von HIFI-REGLER unter 09251-879-500 an oder schicken eine Email an service@hifi-regler.de. Bitte halten Sie Ihre Kunden-Nummer bereit.

Von einem Kunden erhielten wir kürzlich diese Mail: "Vielen Dank für Ihre schnelle Hilfe. Ihre Analyse mit der Brummschleife war korrekt. Eine Steckdosenleiste mit Netzfilter war nicht nötig, da das Problem mittels einer geänderten Erdung gelöst werden konnte." Wir empfehlen allerdings nachdrücklich, solche Arbeiten nur von einem Elektrofachbetrieb oder einem ausgewiesenen Fachmann durchführen zulassen.

 

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