Kabel FAQ

Moderator: Detlev Schnick, HIFI-REGLER - update: 15.03.2006

Nach der großen Resonanz auf unser interaktives Subwoofer FAQ haben wir uns auf vielfachen Wunsch hin entschlossen, nach dem gleichen Muster ein interaktives Kabel FAQ zu veröffentlichen. Was heißt interaktiv? Wenn Sie als Leser eine Frage haben, die Sie in diesem Kabel FAQ nicht finden, dann sind Sie herzlich eingeladen, uns eine E-Mail zu schreiben und Ihre Frage zu stellen. Wir werden das Thema dann schnellstmöglich in unsere Kabel FAQ aufnehmen. FAQ steht für Frequently Asked Questions. Deshalb bitten wir Sie, darauf zu achten, dass Ihre Frage nicht zu individuell ist und ihre Beantwortung auch anderen Lesern dieses FAQ einen Nutzen bringt. Und nun viel Spaß beim Schmökern in unserem Kabel FAQ ...

Inhalt

 

Welche Bedeutung haben Kabel für HiFi- und Heimkino-Anlagen?

Kabel dienen bei hochwertigen HiFi- und Heimkino-Anlagen zur Verbindung der einzelnen Geräte bzw. Komponenten. So ist z.B. ein DVD-Player über ein Digitalkabel mit dem AV-Receiver verbunden. Der DVD-Player wiederum kann über den AV-Receiver oder direkt mit einem S-VHS-Kabel mit dem Fernseher oder Projektor verbunden sein. Allein zu jeder dieser Verbindungen gibt es vielfältige Varianten. So kann der gleiche digitale Datenstrom zwischen DVD-Player und AV-Receiver entweder über ein elektrisches Digitalkabel (Koaxkabel) oder über ein optisches Digitalkabel (Lichtleiterkabel) übertragen werden. Wahlweise kann der Ton der DVD auch analog über ein 5.1-Kabel vom DVD-Player zum AV-Receiver gespielt werden. Das gleiche gilt für die Bilddaten: analog über FBAS/Composite, S-Video, YUV/Componente, RGB oder digital über DVI, HDMI oder SDI. Für jede dieser Signalarten gibt es unterschiedliche Kabel, so können einige z.B. über SCART verbunden werden, andere benötigen eigene Anschlussarten. Jede Variante hat grundsätzlich unterschiedlichen Einfluss auf die Signalqualität. Hinzu kommt, dass auch bei hochwertigen Geräten nicht alle Anschlüsse im gleichen Qualitäts-Level ausgeführt sind. So kann z.B. bei einem DVD-Player der YUV-Ausgang weitaus bessere Ergebnisse liefern, als der DVI-Ausgang des gleichen Gerätes (was in der Theorie genau umgekehrt sein sollte). Bei einem anderen DVD-Player oder Sat-Receiver / PVR liefert hingegen DVI das weitaus bessere Bild. All dies ist hier nicht das Thema, denn es geht ja "nur" um die Kabel-Verbindung. Zur Theorie und praktischen Bedeutung der Verbindungen verweisen wir auf die Ausführungen in unserem Kabelshop und in unseren Specials Videosignale, Scart, DVI, und HDMI. Hier geht es allein um die Qualität des Kabels und um den daraus resultierenden Einfluss auf Bild und Ton. Dies ist deshalb so wichtig, weil alle anderen Faktoren von diesem Flaschenhals abhängen. Wie oft schon hat sich tagelange, ja wochenlange Fehlersuche in dem Moment erledigt, indem ein hochwertiges Kabel oder eine optimal gefilterte Netzleiste eingesetzt wurde. Kabel sind potentiell das schwächste Glied in einer Kette von Geräten. Selbst die hochwertigsten Komponenten können ihr wahres Leistungspotential nicht ausfahren, wenn sie an dieser Stelle gebremst werden.

Kann oder darf ein Kabel Signalschwächen korrigieren?

Grundsätzlich soll ein Kabel neutral konzipiert sein, d.h. es soll im Idealfall die Ton- oder Bildsignale exakt so übertragen, wie sie von den Geräten angeliefert werden. Diese Aufgabe perfekt zu lösen, zeichnet ein gutes Kabel aus. Wenn also ein Kabel mit dem Argument angepriesen wird, es würde das Bild oder den Ton einer Anlage verbessern oder es würde "klingen", dann ist stets Vorsicht angebracht. Kabel an einer Anlage sind passive Elemente. Sie können aus sich selbst heraus niemals eigene Leistungssteigerungen bringen, die die angeschlossenen Komponenten selbst nicht zur Verfügung stellen können. Eine zulässige Ausnahme gibt es jedoch von dieser Reglel: Im HiFi-Bereich können Kabel durchaus leichte Korrekturen am Klangbild ermöglichen. So kann z.B. ein bewusst für einen wärmeren Klang konzipiertes NF-Kabel oder Lautsprecherkabel gezielt in einer Anlage eingesetzt werden, die zwar insgesamt phantastisch spielt, jedoch einen Tick unterkühlt oder ein wenig zu analytisch wirkt. Es gibt diesbezüglich jedoch keine allgemeingültigen Empfehlungen. In der Praxis hat es sich meist bewährt, mit verschiedenen Kabel-Typen einer Preisklasse im Hörraum zu experimentieren bis Kabel und Anlage harmonieren und die gewünschte Klangharmonie erreicht ist.

Wie unterscheiden sich analoge und digitale Kabel?

Die Frage ist eigentlich falsch gestellt. Es gibt keine analogen oder digitalen Kabel. Es gibt nur unterschiedliche Signale. Vereinfacht ausgedrückt: Analoge Signale bestehen aus Schwingungen, vergleichbar mit einer Sinuskurve. Sie sind extrem störempfindlich. Störungen sind leicht zu bemerken. Digitale Signale bestehen hingegen aus einem Datenstrom dessen Ihnhalt nur zwei Zustände kennt 0 oder 1 bzw. an oder aus. Dieser Datenstrom ist ebenfalls sehr fehleranfällig. Allerdings sind in der Sende- und Empfangselektronik Fehlerkorrekturprozeduren eingebaut, so dass Fehler häufig so schnell korrigiert werden, dass man sie nicht oder kaum bemerkt. Nicht selten können sich Fehler im Datenstrom aber auch in gut wahrnehmbaren Artefakten äußerrn.

Das Kabel selbst kann für analoge oder digitale Daten absolut gleich sein. Ein Videokabel für FBAS/Composite, die einfachste Art der Videoübertragung, wird mit einem Kabel mit einem Wellenwiderstand von 75 Ω realisiert. Das gleiche gilt für das Koax-Digitalkabel. Tatsächlich kann man ein solches Kabel für bei Signalarten verwenden - sowohl für die analoge Videoübertragung mit FBAS/Composite, wie auch für die Übertragung des digitalen Datenstromes von z.B. Dolby Digital. Anders hingegen das optische Digitalkabel. Dieses kann ausschließlich als Lichtleiterkabel und zur Übertragung eines digitalen Datenstromes verwendet werden.

Zusammenfassend kann man sagen, dass analoge Kabel die Qualität der Signalübertragung in sehr vielen kleinen Nuancen beeinflussen können, die dauerhaft hör- oder sichtbar sind. Digitale Kabel funktionieren oder funktionieren nicht. Wenn sie nicht funktionieren entstehen Übertragungsfehler, die sich - sofern sie nicht von der Elektronik korrigiert werden - in Bild- oder Tonartefakten äußern können. Diese Artefakte treten meist sporadisch und im Zusammenhang mit ganz bestimmten Umgebungsvariablen (Handy in der Nähe, störsendender Kühlschrank des Nachbarn) auf. Die Fehlersuche ist bei Digitalverbindungen daher meist sehr aufwändig.

Welchen Einfluss hat die Kabellänge?

Die Länge eines Kabels wird in der Bedeutung für Bild- und Klangqualität häufig überschätzt. Die elektrischen Informationen bewegen sich im Kabel in Lichtgeschwindigkeit, da sind Verzögerungseffekte und Laufzeitdifferenzen normalerweise vernachlässigbar. Dennoch wird z.B. bei im Bereich hochwertiger Lautsprecherkabel allgemein geraten, für symmetrische Boxen - also z.B. für die linke und rechte Stereo-Lautsprecherbox jeweils Kabel gleicher Länge zu verwenden. Es ist uns zwar nie gelungen, bei unterschiedlichen Längen einen Unterschied im Klangbild herauszuhören, dennoch schließen wir uns dieser Empfehlung an.

Die Empfehlung, NF-Kabel (Audiokabel, Stereokabel, Cinch-Kabel) oder Digitalkabel möglichst kurz zu halten - z.B. 0,5 m statt 1,0 m - kann ebenfalls zwei sinnvolle Gründe haben: Zum einen schafft man so an den Geräterückseiten erheblich mehr Ordnung, zum zweiten ist bei einem kürzeren Kabel die Gefahr, dass sich Mantelströme (Mehr dazu in unserem Special Mantelstromfilter) im Kabel aufbauen deutlich geringer. Leider gibt es viele High-End-Kabel standardmäßig nur ab 1,0 m und ob ein Umbau der Originalterminierung qualitätssteigernd wirkt, ist zumindest fraglich.

Anders sieht es bei digitalen Videokabel vom Typ DVI und HDMI oder beim analogen Videokabel (FBAS/Composite, S-VHS-Kabel, RGB, oder YUV/Componenten) aus. Die komplexer aufgebauten und erheblich empfindlicheren Videosignale (s.a. Special Videosignale) reagieren bei größeren Längen eher mit Störungen. Hier gilt die Faustregel, dass bis 10 Meter Länge generell keine Probleme auftreten sollten. Bei größeren Längen empfehlen wir, zu hochwertigen Modellen renommierter Hersteller zu greifen. Beispiel HDMI: Hier ist Wireworld weltweit einer der Vorreiter. Das preisgünstige Wireworld CHROMA HDMI wird bis 5 Meter Länge gebaut. Darüber setzt dann das Wireworld ULTRAVIOLET HDMI auf, mit Längen bis 15 Meter. Wer dann Längen bis 20 Meter mit HDMI überbrücken will, für den bietet Wireworld das Wireworld Starlight 6 HDMI. Ein Kabel, das dann in der Länge von 20 Metern immerhin mit einen stolzen Preis von 1.579,00 € (UVP) daherkommt. Keine Angst, es geht auch günstiger: Rund 300 € (UVP) kostet das Oehlbach HDMI 2000 in 20 Meter Länge. Betrachtet man die Verkaufszahlen, dann stellt man fest, dass doch die allermeisten Kunden vor allzu hohen Investitionen à la Wireworld Starlight zurückschrecken. Dennoch gibt gibt es eine kleine feine Kundengruppe die hier offensichtlich keinerlei Kompromisse eingehen will und bewusst Geld in die Hand nimmt, um höchste Videoqualität zu erhalten.

Wie wirken sich Weichmacher aus?

Als Weichmacher werden chemische Substanzen bezeichnet, die bei der Herstellung aus einem ursprünglich harten, festen und spröden Kunststoff einen weichen, flexiblen Kunststoff erzeugen. Weichmacher sind bei der Kunststoffummantelung von Bedeutung, da sie direkt oder indirekt die Alterungs-Oxydation des innenliegenden Kupferleiters fördern. Dies hat besonders schädlichen Einfluss auf den Signalfluss, da fast der gesamte Strom auf der Oberfläche des Leiters fließt. Deshalb sind die besten Leiter aus sogenanntem OFC-Kupfer (Oxygen Free Copper), d.h. sauerstoifffreiem Kupfer gefertigt. Spröde, wenige flexible Kabel enthalten weniger Weichmacher und sind daher i.d.R. besser für einen langfristig störungsfreien Signalfluss im Kabel geeignet. Diese Regel gilt allerdings nur, wenn der Innenleiter direkten Kontakt zu einer Kunststoffisolierung mit Weichmachern hat.

Ist die Laufrichtung im Kabel wirklich von Bedeutung?

Hochwertige Kabel sind meist mit einer Laufrichtungsangabe versehen. Bei allen Kabel-Typen von Wireworld ist dies z.B. der Fall. Diese Kabel sollten so verlegt werden, dass der Signalfluss gemäß der Laufrichtungsangabe verläuft. Z.B. von DVD-Player zu AV-Receiver oder von Verstärker zum Lautsprecher u.s.w. Hinter dieser Regel steht eine ganz simple Überlegung: Beim Fertigungsprozess der Kabel wird der Leiter so bearbeitet, dass sich die Molekulatstruktur des Kupfers in der Längsrichtung des Kabels verändert. Dies beeinflusst den Stromfluss und zwar unterschiedlich je nach Laufrichtung. Innovative Kabelhersteller - auch hier war Wireworld wieder ein Vorreiter - haben herausgefunden, welche Molekularstruktur für die Übertragungsqualität optimal ist und die Fertigung entsprechend aufgebaut. Dabei kommt es vor allem darauf an, dass auch alle Litzen aus denen ein Leiterstrang besteht ebenfalls in gleicher Laufrichtung verflochten werden. Am Ende des Fertigungsprozesses ist ein Kabel entstanden, dessen Lufrichtungs-Struktur tatsächlich nur für eine bestimmte Richtung optimal ist.

Molekularstrukturen im Kupfer

Zwei Litzen eines Kabelstranges, der z.B. aus 48 solcher Litzen geflochten ist. Links haben die Litzen gegenläufige Molekularstrukturen während sie rechts in einem laufrichtungsgebundenen Kabel gleichgerichtet sind.

Wie man in der Abbildung ob sieht, ist es also durchaus von Bedeutung für den feinen Signalfluss, ob alle Litzen gleichgerichtet gewickelt sind, oder ob sie zufällig mit einander verflochten wurden.

Hochwertige Kabel werden bei manchen Herstellern am Ende des Produktionsprozesses einem Prüfstrom mit hoher Spannung ausgesetzt. Auch dies dürfte die Richtung der Molekularstruktur im Kupfer ausrichten und somit die optimale Laufrichtung definieren. Umstritten ist allerdings die Auffassung, dass dieser Effekt auch beim sogenannten "Einspielen" eines Kabels eintritt und nach der Einspielphase anhand der Richtungsmarkierung erkennbar ist, wir das Kabel gemäß der Einspielphase "richtig" angeschlossen wird.

Welche Bedeutung hat der sogenannte Skin-Effekt

Ein gutes Kabel besteht nicht aus einem Leiter sondern aus möglichst vielen dünnen Adern - Litzen genannt -, die miteinander verflochten sind. Dies dient nicht nur der besseren biegefestigkeit des Kabels, sondern hat auch signaltechnische Gründe. Jeder Stromleiter weist nämlich einen sogenannten Skin-

 

Effekt auf. Dieer besagt, dass der Strom umsomehr an den Außenseiten, also quasi auf der Haut des Leiters fließt, desto höher die transportierten Signalfrequenzen sind. Der tatsächlich für den Stromfluss zur Verfügung stehende Leiterquerschnitt reduziert sich somit mit steigender Frequenz (denn der Innerkern des Leiters steht zunehmend weniger für den Stromfluss zur Verfügung). Ganz praktisch betrachtet kann dies bedeuten, dass bei einem Kabelquerschnitt von z.B. 4mm² nur dem Bassbereich die vollen 4mm² zur Verfügung stehen. der Hochtonbereich kann nur etwa 1 oder 1,5 mm² nutzen. In dieser Situation werden hohe Töne einfach schlechjter übertragen, als tiefe. Auch ist dies ein Grund dafür dass dicke Kabel (mit großem Querschnitt) oft auffallend basslastig klingen. Dies macht sich gerade bei Musik sehr störend bemerbar: Auflösung und die Feinzeichnung der gesamten Wiedergabe lassen hörbar nach.

Damit wird klar, dass Kabelhersteller bei der Entwicklung ihr Hauptaugenmerk auf die Vermeidung gerade des Skin-Effektes legen. Monitor Kabel und auch Kimber Kable haben 8neben anderen) hierzu spezielle Kabel entwickelt, bei denen eine Vielzahl kleiner einzeln isolierter kleiner Adern zu einem Strang zusammengefasst sind. Diese Kabel haben zwar mitunter die Dicke eines Gartenschlauches, stellen aber ein vielfaches der sonstüblichen Leiteroberfläche für den Stromfluss zur Verfügung. Meist sind solche Kabel-Konstruktionen noch mit anderen Kunstgriffen verbunden, wie z.B. beim Black&White LS-1202, das in unserem Special Lautsprecherkabel ausführlich erklärt ist. So entsteht dann allerdings leider ein recht teures Kabel.

Welche Vorteile hat der geflochtene Aufbau mancher Kabel?

Bei jedem Kabel kann man eine ihnen eigene Induktivität feststellen. Verursacht wird diese durch den Widerstand, den das Leitermaterial in Abhängigkeit der Frequenz (Tonlage) der Übertragung des Musik-Videosignals entgegensetzt. behindert. Die Konsequenz der Induktivität ist, dass der im Kabel fließende Strom Magnetfelder aufbaut, die sich je nach Ausrichtung und Lage, gegenseitig aufheben können und Interferenzen erzeugen.

Es gibt bei Kabeln ein recht simples Prinzip, um diese aus dem Signalfluss selbst entehenden Störungen zu eliminieren: Isolierte Leiter werden miteinander verflochten und dann werden die Geflechte der Hin- und Rückführenden Leiter nochmals miteinander verflochten bzw. verdrillt. Die einfachste Flechtstruktur ist 2x2, d.h. jeder Leiter besteht aus zwei miteinander verflochtenen Adern und beide Leiter sind ihrerseits miteinander verdrillt. So sind übrigens auch die hochsensiblen CAT5-Netzwerkkabel im Computerbereich aufgebaut - sie werden auch "Twisted Pair" genannt. Das Wirkungsprinzip beruht darauf, dass bei den Plus- (Hinfluß) und Minusleitern (Rückfluß) der Stromfluss entgegengesetzt Stromflusses läuft. Somit ist auch die Ausrichtung der Magnetfeldergegenläufig. Die verdrillte Flechtstruktur bewirkt dann, dass sich die Magnetfelder im Bereich der Überlappungen weitgehend auflösen. Dies führt zu einer ganz erheblichen Verminderung der Induktivität und es entstehen deutlich weniger Interferenzen. Video- und Musiksignale können ungehindert zu ihren Zielen gelangen.

Einer der Hersteller, der konsequent auf geflochten Kabelstrukturen gesetzt hat, war Kimber Kable. Die schon fast legendäre Wirkung der im Grunde doch recht preisgünstigen Klassiker Kimber 4PR und Kimber 8PR ist nicht zuletzt auf deren clevere Flechtstruktur zurückzuführen. Seltsam nur, dass Kimber bisher mit dieser Technik kaum Nachahmer gefunden hat. Bei der PETS-Technik, die Monitor Kabel in seinen Black&White Lautsprecherkabeln einsetzt, werden die Adernpaare kreisförmig um das ein rohrförmiges Trägermaterial verseilt und bilden eine Art Hohlleiter. Durch diese spezielle Anordnung entstehen besonders viele Überlappungsbereiche der Magnetfelder.

Was hat es mit Mantelströmen auf sich?

Nicht nur Kabel, sondern auch Gerätegehäuse (über die Masse mit den Kabeln verbunden) wirken wie Antennen und empfangen jede Menge von Störungen aus der Umgebung. Eine gute Schirmung wirkt dem entgegen, kann aber das Problem nicht vollständig verhindern. Richtig problematisch werden diese Störungen dann, wenn sich dadurch in einem von zwei Leitern eines Paares unterschiedliche Potentiale aufbauen. Man spricht dann von sogenannten Mantelströmen. Diese versuchen sich permanent auszugleichen und führen so zu einem ungewollten Stromfluss im Kabel der dann seinerseits zu Interferenzen mit dem transportierten Signal führt. Die Lösung sind sogenannte Mantelstromfilter - Ferritkerne oder Absorberferrite -, die an beiden Enden des Kabel direkt hinter dem Stecker angebracht werden. Da die Mantelströme sehr hochfrequent sind können sie von den übrigen Signalen isoliert werden indem man ihnen mit den Ferritringen einen hohen Widerstand entgegensetzt und sie so eliminiert. Vorsicht ist allerdings bei HDTV-Kabeln und Antennenkabeln für HD-Empfang vom Sat-Receiver angebracht, denn hier ist das Nutzsignal so hochfrequent, dass es bereits von den Ferritkernen angegriffen werden kann. Deshalb verzichtet man dort meist auf Mantelstromfilter und setzt lieber auf eine besonders Aufwändige Schirmung. Mehr zum Thema erfahren Sie in unserem Special Mantelstromfilter...

Wie verhindere ich Masseschleifen (Brummschleifen)?

Sehr vereinfacht erklärt entstehen Brummschleifen (Masseschleifen) so: Das Erdungspotential unterschiedlicher Steckdosen im Hausstromnetz ist grundsätzlich nicht gleich, auch wenn alle Schutzleiter miteinander verbunden und gleichermaßen geerdet sind. Sind nun mehrere Geräte am Stromnetz angeschlossen, so baut sich zwischen den Geräten eine Spannungsdifferenz auf, die nach einem Ausgleich strebt. Werden diese Geräte nun über ein Typisches Ausio- oder Videokabel miteinander verbunden, so ist häufig das Abschirmgeflecht auch gleichzeitig der Masseleiter. Über diesen versucht sich jetzt der Differenzstrom aus den Erdungspotentialen auszugleichen. Dies führt zu einer Brummspannung (Wechselstrom) die in den NF-Strom (Gleichstrom) einfließt und sich bei Audiosignalen als lautstärkeabhängiges Brummen oder bei Videosignalen in langsam von oben nach unten über das Bild wandernde waagrechte Streifen zeigen.

Heute ist das Problem kaum noch anzutreffen, da die meisten Geräte mit zweipoligen Euro-Netzsteckern ausgestattet sind und so keinen Kontakt zur Erdung der Steckdose haben. Meist jedoch treten Brummschleifen auf, wenn ein Gerät mit einem Schukostecker mit Erdung ausgestattet ist (z.B. Subwoofer), das andere jedoch mit Euro-Netzstecker (z.B. AV-Receiver) angeschlossen ist und beide typischerweise über das Subwooferkabel eine Masseverbindung haben. Es gibt eine Vielzahl erfolgversprechender Tricks um eine Masseschleife zu verhindern. Eine Schritt-für-Schrittanleitung finden Sie in unserem Special Brummen. Der einfachste und unkomplizierteste Lösungsansatz ist der Einsatz einer guten Netzleiste. Der dort integrierte Netzfilter sorgt mit dafür, dass die Spannungsdifferenz-Potentiale gar nicht erst entstehen. Darüber hinaus hat man damit auch noch einen wirksamen Blitzschutz bzw. Überspannungsschutz.

Was ist "Jitter" und wie kommt es zum Jitter-Effekt?

Bei der digitalen Datenübertragung werden die Einsen und Nullen mittels Spannungsimpulsen übertragen. Ob es sich bei den Übertragenen Bits um eine Eins oder Null handelt wird mittels Schwellwerten ermittelt. So werden z.B. 0 - 0,5V als Null und 4,5 - 5V als Eins interpretiert werden. Dieses Verfahren bring zwar eine zusätzliche Sicherheit bei der Übertragung aber einen weiteren Wichtigen Faktor kann es nicht kompensieren: Zeit!

Bei der Seriellen Datenübertragung wie sie bei Audio / Videodaten üblich ist, werden die Bits nacheinander gesendet und empfangen. Die Selektion zwischen Eins und Null wird hier über die Impulsdauer realisiert (z.B. langer Impuls = Eins, kurzer Impuls = Null). Der Jitter Effekt verändert aufgrund der Kabeleigenschaften die Impulsdauer. Der Empfänger hat dann Schwierigkeiten die Daten einwandfrei zu erkennen. Bei schlechten Digitalkabel mit ausgeprägtem Jitter muss in diesem Falle der D/A Wandler öfter die Fehlerkorrektur einsetzen wodurch die Wiedergabequalität leidet.

Was ist ein Dielektrikum und wie wird es bei Kabeln eingesetzt?

Ein Dielektrikum ist ein nichtleitendes Material, das zur Isolation zwischen den Elektroden eines Kondensators eingesetzt wird. Bei Kabeln dient es der Isolation zwischen Innen- und Außenleiter eines Koaxialkabels oder bei symmetrischen Kabeln zwischen beiden Leitern. Für Dielektrika in Kabeln werden Kunststoffe wie Polyäthylen (PE) oder Polytetrafluorethylen (PTFE) verwendet. Das beste Dielektrikum ist Luft (besser noch wäre ein Vakuum), daher wird bei einigen Kabelherstellern ein Hohlleitersteg zwischen die beiden stromführenden Adern gelegt.

Warum wird dieser Aufwand betrieben, wenn doch eigentlich eine ganz normale Isolierung ausreichen sollte. Der Grund liegt in der Kapazität, die ein jedes Kabel naturgemäß besitzt. Kapazität ist die Fähigkeit elektrische Ladung (Energie) zu speichern. Bei hochempfindlichen Video- oder Audio-Kabeln ist diese Fähigkeit jedoch unerwünscht, denn die Energie des Signals soll doch möglichst zu 100% übertragen werden und nicht im Kabel zwischengespeichert werden. Ein gutes Dielektrikum, eingebettet in eine clevere Kabelkontruktion verhindert, dass sich in den Kabeln Ladungen aufbauen.

Eine sehr gute Konstruktion ist auch auch die locker geflochtene Struktur der Kabel von Kimber. Hier entsteht automatisch und mit geringstem Aufwand ein Dielektrikum innerhalb der Flechtstruktur.

Wie funktionieren "Aktive Kabel" und welchen Nutzen bringen sie?

Kabel sind normalerweise passive Elemente, d.h. greifen nicht aktiv in die physikalischen Grundlagen der Signalübertragung ein. Dies bedeutet aber, dass allein schon wegen der natürlichen Gesetze der Physik gewisse Filterwirkungen, Verluste oder Verfäschungen im Signalverlauf auftreten. Dies lässt sich selbst bei bestem Aufbau von Leitermaterial und Schirmung niemals ganz vermeiden. Deshalb sind einige Kabel-Hersteller - z.B. AudioQuest oder Monitor Kabel - dazu übergegangen elektronische Komponenten mit eigener Stromversorgung in einige Modelle ihrer High-End-Kabel zu integrieren. Solchermaßen aktive Kabel beeinflussen ganz gezielt bestimmte Parameter der Kabelphysik. So kann z.B. in einem aktiven Lautsprecherkabel die Induktivität (Magnatfeldaufbau um das Kabel) neutralisiert werden, was die ansonsten fast unvermeidlichen Klangverfäschungen - insbesondere Höhenabschwächung - weiter minimiert. Aktive Komponenten in der Kabelstrecke können auch bei der Überbrückung größerer Verbindungslängen eingesetzt werden um über Verstärkung Signalverluste zu minimieren.

Warum ist eine gute Schirmung wichtig und wie ist sie aufgebaut?

Signale einer HiFi- oder Heimkino-Anlagen sind naturgemäß sehr schwach. Sochermaßen sind sie besonders anfällig füräußere elektrische und magnetische Einflüsse und Störfelder. Als Gegenmaßnahme werden die stromführenden Leiter durch eine Abschirmung geschützt. Dies können in der einfachsten Ausführung Spiralabschirmungen sein, bei denen über einer inneren nicht leitenden Ummantelung ein Draht spiralförmig um den Leiter gewickelt wird. Besser sind dann schon um den Leiter geflochtene Gewebeabschirmungen, idealerweise aus Kupfer. Auch Folienwicklungen (Aluminiumfolie) haben sich bei bestimmten Störeinflüssen bewährt. Besonders aufwändig aber optimal im Sinne einer breitbandigen Schirmungswirkung ist die Kombinationen verschiedener Techniken - z.B. doppelte und dreifache Abschirmungen aus Geflecht- und Folienschirmungen, aufgebaut aus unterschiedlichen Materialien. Bei solchen kombinierten Schirmungen (Geflecht oder Folie) spricht man vom Überdeckungsgrad, der maxinmal 100% betragen kann.

Die Abschirmung kann selbst mit dem Nutzstrom durchflossen sein (typischerweise z.B. beim Koaxkabel) in den sich ein Störstrom einkoppeln kann. Oder die Schirmung ist rein passiv und zur Ableitung eventueller Störströme einseitig an einem der verbunden Geräte angeschlossen.

Ziel ist es stets, die signalführenden Leiter im Kabel wie in einem Faradayschen Käfig einzuschließen, so dass das Signal weitgehend unbeeinflusst von äußeren Einflüssen transportiert wird. Die Wirkung der Abschirmung wird Schirmungsmaß oder Dämpfungsmaß genannt, wird in dB gemessen und beschreibt die Abschwächung etwaiger Störströme. Ein hervorragendes Schirmungsmaß ist z.B. 120 dB.

Warum ist die richtige Polung ("Phasenlage") wichtig?

Beim Anschluss von Lautsprechen muss immer Minus mit Minus und Plus mit Plus oder rot mit rot und schwarz mit schwarz verbunden werden. Ein leider gar nicht so seltener Fehler ist es, die Kabel beim Anschluss zu verdrehen und bei einem Lautsprecher genau falsch anzustecken - also Minus auf Plus und umgekehrt. Die Folge: Die Phasenlage des falsch angeschlossenen Lautsprechers ist genau um 180 zum anderen verdreht und somit arbeitet dieser Lautsprecher gegen den anderen. So ergibt sich ein verworrenes Klangfeld bei dem die Musik nicht mehr räumlich zuzuordnen ist. Werden beide Lautsprecher verpolt angeschlossen (Plus auf Minus und umgekehrt), so ist die Phase ja letztlich wieder gleichlaufend und der Klang bleibt unbeeinflusst. Übrigens kann durch den verpolten Anschluss an keiner der Komptonenten ein schaden entsstehen. Lediglich der Klang leidet.

Welchen Einfluss hat die Verlegung des Kabels?

Der Einfluss der Verlegung ist nicht unbedeutend und wird häufig unterschätzt. Faustregel: Kabel sollten grundsätzlich möglichst geradlinig verlegt werden. Schleifen können einen ungewollten Spuleneffekt erzeugen. Liegen die Kabel auf elastischem Untergrund (z.B. bei Bühnenaufbauten), dann sollten sie unbedingt von Vibrationen entkoppelt werden. Auch eine zusätzliche Abschirmung mit einem Rohr oder haushaltsüblicher Alufolie kann in bestimmten Fällen sinnvoll sein. Leider hat man in einer typischen Wohnumgebung nicht allzuviele Möglichkeiten, bei der Kabelverlegung zu experimentieren. Beachten Sie zum Thema Verlegung auch den nachstehden Punkt Mikrofonie ...

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