Kabel FAQ - Seite 2

Moderator: Detlev Schnick, HIFI-REGLER - update: 19.04.2006

Nach der großen Resonanz auf unser interaktives Subwoofer FAQ haben wir uns auf vielfachen Wunsch hin entschlossen, nach dem gleichen Muster ein interaktives Kabel FAQ zu veröffentlichen. Was heißt interaktiv? Wenn Sie als Leser eine Frage haben, die Sie in diesem Kabel FAQ nicht finden, dann sind Sie herzlich eingeladen, uns eine E-Mail zu schreiben und Ihre Frage zu stellen. Wir werden das Thema dann schnellstmöglich in unsere Kabel FAQ aufnehmen. FAQ steht für Frequently Asked Questions. Deshalb bitten wir Sie, darauf zu achten, dass Ihre Frage nicht zu individuell ist und ihre Beantwortung auch anderen Lesern dieses FAQ einen Nutzen bringt. Und nun viel Spaß beim Schmökern in unserem Kabel FAQ ...
 

Inhalt

 

Was ist Mikrofonie und wie entsteht sie?

Unter Mikrofonie versteht man die Empfindlichkeit elektronischer Komponenten gegenüber Schallschwingungen. Dies ist meist gewollt - Beispiel: Mikrofon; Tritt dies ungewollt auf, so spricht man von Mikrofonie. Bei Musiksignalen kann sie sich durch schrilles Pfeifen bemerkbar machen, beim Videosignal z.B. als waagerechte Bildstreifen zeigen. Mikrofonie-Effekte enstehen im Kern dadurch, dass bei gleicher Kapazität die Spannung sinkt. Sie können vom Kabel ausgehen (wenn durch mechanischen Druck sich der Abstand der Leiter verändert - z.B. wenn man auf ein Kabel tritt) oder vom Stecker (wenn die Mechanik zu locker aufgebaut ist und sich die Abstände der Pole ändern). In der Praxis tritt Mikrofonie am häufigsten auf, wenn Kabel stark geknickt werden (z.B. um eine scharfe Ecke fest verlegt) oder hohem Druck ausgesetzt sind (z.B. ein Schrank steht auf dem Kabel). Das Risiko von Mikrofonie steigt mit zunehmender Kabellänge, da mehr Leitermaterial zum aufbau von Kapazität vorhanden ist und insgesamt auch mehr Risiken für mechanischen Druck bestehen.

Wie entstehen elektrostatische Effekte?

Solche Effekte können z.B. entstehen aus der Reibung des Isoliermaterials mit dem Leiter. Dies ist zwar sehr selten, kann aber gerade in einer Testumgebung auftreten, wenn Kabel immer wieder bewegt und dabei gebogen werden und dabei sog. "mechanischer Stress" entsteht. Dies ist nichts, was einem große Sorgen machen muss, man sollte einfach nur wissen, dass diese Möglichkeit besteht. Immerhin weisen einige Kabelhersteller ausdrücklich darauf hin. Etwas häufiger ist schon die Möglichkeit, dass sich der Kunsstoffmantel des Kabels durch Reibung an anderen Flächen auflädt, z.B. beim Ziehen über einen Polyamid-Teppichboden. Je größer die Längen, desto größer ist die Gefahr und die Größe der elektrostatischen Ladung. Dies beeinflusst definitiv das Klangverhalten der Anlage - auch bei hochwertigsten Kabeln!

Es gibt Außenummantelungen aus Kunstsoffen, die anfälliger sind für elektrostische Aufladungen und solche, die sich diesbezüglich eher neutral verhalten. Leider kennen wir keinen Kabelhersteller, der diesbezüglich Angaben zu seinen Kabelummantelungen macht.

Was hat es mit der Antennenwirkung von Kabeln auf sich?

Ja, Kabel können wie Antennen wirken und elektromagnetische Felder und hochfrequente Radioimpulse einfangen. Logisch, dass dies unerwünscht ist und daher soll dies mittels der die Leiter umgebenden Abschirmung verhindert werden. Leider kann jedoch die Abschirmung selbst wiederum zur Antenne werden, was man mit kombinierten Techniken (Gewebe, Folie, unterschiedliche Materialien) - siehe Abschirmung - zu vermeiden sucht, jedoch nie ganz verhindern kann. Gegen elektromagnetische Einflüsse kann es immerhin helfen, wenn die Leiter miteinander verflochten sind (siehe Flechtstruktur). Eine der wirkungsvollsten Antennen ist das Hausstromnetz, da dieses in keiner Weise geschirmt ist. Die Firma Monster Cable hat ein Messgerät entwickelt mit dem man die Antennenwirkung akustisch messen kann. In der überwiegenden Anzahl der von uns gemessenen Steckdosen konnte man zwar verrauscht aber doch recht deutlich zu verstehen bestimmte Radiosendungen hören. Mit einem Netzfilter, wie er in guten Netzleisten eingebaut ist, kann der Antenneneffekt aus dem Stromnetz vollständig eliminiert werden.

Welche Kabel brauche ich bei Bi-Wiring oder Bi-Amping?

Lautsprecher kann man alternativ zur typischen Anschlussart, genannt "Single-Wire" über "Bi-Wiring" (weiter unterschieden in "Single Bi-Wiring" und "echtes Bi-Wiring") und Bi-Amping am Verstärker anschließen.

Fast alle Lautsprecher verfügen über zwei Plus- und zwei Minus-Anschlüsse, wobei das eine Paar Anschlüsse direkt den Tieftonbereich der Lautsprecherfrequenzweiche ansteuert und das andere Paar den Mittel-Hochtonbereich. Bei Werksauslieferung sind beide Anschlusspaare mit einer Bi-Wiring-Brücke kurzgeschlossen und können so unmittelbar für den Normalfall der Verkabelung, d.h. Single-Wire eingesetzt werden. Zum Bi-Wring entfernt man die Brücke. Die einfachere Variante von Bi-Wiring ist das sogenannte "Single Bi-Wiring". Dazu werden spezielle Lautsprecherkabel eingesetzt, die auf der Verstärkerseite einen Plus- und einen Minusanschluss und auf der Lautsprecherseite zwei Plus und zwei Minusanschlüsse besitzen. Der Vorteil liegt darin, dass die Frequenzweiche im Lautsprecher getrennt angefahren wird und so eine minimale elektrische Entkopplung der Signale von Tiefton- und Mittel-Hochtonbereich erreicht wird.

Besser ist allerding "echtes Bi-Wiring". Auch hier werden wieder zwei nach Tiefton- und Hoch-/Mitteltonbereich getrennte Lautsprecheranschlüsse angesteuert. Statt eines einzigen Single-Bi-Wire-Kabels liegen dabei bereits an den Verstärkerausgängen zwei separate Kabel an, um die beiden Frequenzbereiche anzusteuern. Sie sind allerdings am Verstärkerausgang parallel geschaltet. So wird eine deutlich bessere elektrische Entkopplung erreicht, da auch im Kabel selbst kein Übersprechen (gegenseitige Beeinflussung der Frequenzbereiche) mehr möglich ist. Darüber hinaus wird man für den Bassbereich Kabel mit größerem Ader-Querschnitt und im Hoch-Mitteltonzweig eher Kabel mit vielen sehr feinen Litzen verwenden und so die Übertragungs-Charakteristika der unterschiedlichen Frequenzbereiche unterstützen. Im Ergebnis erreicht man mit Bi-Wiring oft gut hörbar detailreichere Klänge und mehr Präzision im Tieftonbereich.

Bei Be-Amping arbeitet man mit einer Stereo-Vorstufe (oder einem Vollverstärker mit Vorverstärkerausgängen) und zwei Stereo-Endstufen, die parallel an die Vorverstärker-Ausgänge angeschlossen werden. Eine Endstufe ist dabei für den Tiefonbereich (Bass) zuständig, die andere für den Mittel-/Hochtonbereich. Die Trennung erfolgt dadurch, dass die aus den Endstufen kommenden an den Bi-Wiring-Eingängen der Boxen angeschlossen werden. So können beide Frequenzbereiche auch vom Pegel her ideal an die Raumakustik und persönlichen Geschmack angepasst werden. Bei dieser Variante hat man automatisch auch die Vorteile von echtem Bi-Wiring.

Auch wenn Sie bei Single-Wiring, also der Normalform der Verkabelung bleiben, sollten Sie zumindest eine Änderung vornehmen: Tauschen Sie die billigen werkseitig eingesetzten Bi-Wiringbrücken gegen gute Bi-Wiring-Jumper aus Lautsprecherkabel (z.B. Wireworld Solstice) aus. Die Werksbrücken sind zwar meist vergoldet, intern jedoch aus gebogenem vernickeltem Blech gefertigt - ein Material, das unter Stromfluss geradezu prädestiniert ist für elektromagnetische Verwirbelungen. Da können Bi-Wirng-Jumper bei geringem Kapitaleinsatz sensationelle Klangverbesserungen erzeugen.

Welche Bedeutung hat der Wellenwiderstand / Impedanz im Kabel?

Wellenwiderstand, auch Impedanz genannt ist der Widerstand, den das Kabel dem elektrischen Stromfluss entgegensetzt. Die Impedanz wird beeinflusst von der Induktivität und der Kapazität des Kabels und ist in Ohm (Ω) angegeben. Für Digitalkabel und Videokabel (Composite/FBAS) hat sich ein Standardwert von 75 Ω herausgebildet. Da die Anschlüsse der Geräte von diesem Wellenwiderstand ausgehen, kann es problematisch werden, wenn das Kabel eine erheblich abweichende Induktivität aufweist. Deshalb ist ein Wellenwiderstand innerhalb der Norm ein wichtiges Qualitätsmerkmal - gerade für Digitalkabel. Abweichungen vom Standard-Wellenwiederstand können z.B. zu Reflektionen führen.

Wie wirken sich die Qualitätsunterschiede von Kupfer aus?

Die Qualität des als Leitermaterial eingesetzt Kupfers ist von erheblicher Bedeutung für einen guten Signaltransfer - und leider auch für den Preis eines Kabels. Normale Elektrokabel werden aus normalem Kupfer gefertigt, das sauerstoff enthält und daher leicht oxidiert. Da sich die Oxidation von der Obefläche ins innere des Leiters frisst und der Strom primär auf der Obefläche fließt (siehe Skin-Effekt) haben oxidierte Kabel ganz erheblich negativen Einfluss auf den Transport der Elektronen im Kabel und damit auf die Signalqualität. Die Verwendung von sogenanntem OFC (Oxygen Free Copper) oder technisch korrekt: OFHC (Oxygen-Free High-Conductivity) Kupfer für die Leiter ist also Pflicht für ein gutes Kabel. Genaugenommen wird der beim Herstellungsprozess nicht komplett entfernt sondern von etwa 235 PPM (Parts Per Million = Fremdmoleküle je 1 Million Moleküle) bei "normalem" Kupfer auf etwa 40 PPM bei OFHC Kupfer verringert.

So wie die durch Oxidation veränderten Kupfermoleküle ein Hindernis im Kabel darstellen, so kann dies auch durch eine inhomogene und durch Verunreinigungen veränderte Kupferstruktur geschehen. Innovative Hersteller haben dies erkannt und Herstellungsprozesse entwickelt, bei denen die kristalline Struktur des Kupfer aud die Leitereigenschaften hin optimiert wurde. So wurde LC-OFC Kupfer (Linear-Crystal OFC) entwickelt bei dem die Kupfer-Moleküle in die Länge gezogen und in Längsrichtung ausgerichtet werden und zudem in der Menge erduziert werden.

Noch einen Schritt weiter geht man mit UP-OCC Kupfer (Ultra Pure Copper by Ohno Continuous Casting Prozess; benannt nach dem Patent von Prof. Ohno, Chiba Institute of Technology, Japan). In Produktbeschreibungen wird dieses Kupfer oft auch als PCOCC (Pure Copper by Ohno Continuous Casting) bezeichnet. Dabei wird das Kupfer in einem hochkomplexen Herstellungsprozess zu Kupferdrähten gezogen, die durch ein spezielles Schmelzverfahren eine nachezu monokristalline Struktur umgewandelt werden, d.h. der Draht besteht letztlich aus einem einzigen Kupferkristall ohne die sonst für Metalle typische Körnung oder Maserung.

Eine weitere Steigerung findet man bei den Black&White Kabeln von Monitor: MGC Kupfer (Medical Grade Copper = medizinisch reines Kupfer). Bei diesem extrem reinen Kupfer wird das Material nicht nur von Sauerstoff, sondern auch alle anderen Verunreinigungen gereinigt. So werden Werte von bis 30 PPM erreicht, d.h. in einer Million Kupfer-Molekülen sind nur noch 30 Fremdmoleküle enthalten (z.B. beim Monitor Black&White LS 1602 - Laut Labormessungen von Monitor konnte bei diesem Lautsprecherkabel die Leitfähigkeit des Kupfers um 2% gesteigert werden.)

Was sind Interferenzen und wie wirken sie sich aus?

Von Interferenzen spricht man, wenn sich Signale unterschiedlicher Frequenzen überlagern oder mischen. Dabei können ungewollterweise völlig neue Signale entstehen, die mit dem Ursprungssignal absolut nichts zu tun haben. Ursache ist meist eine schlechte Abschirmung. Die Störungen im Bild- und Tonsignal sind ebenso unterschiedlich, wie die Varianten der Signalmischungen und lassen sich daher nicht im Vorhinein definieren. Ein großer Teil der Kabeltechnik zielt darauf ab, gerade diese Interferenzen - mit denen wir in unserer Elektrosmog behafteten Umwelt immer häufiger zu rechnen haben - zu vermeiden.

 

Wie funktionieren symmetrisch aufgebaute Kabel?

Normale NF-Audio- oder Videokabel sind wie Antewnnenkabel koaxial aufgebaut. D.h. innen liegt der

XLR-Stecker für symmetrische Kabel

Ein XLR-Stecker (Monitor XLR-Stecker)

eigentliche Signalleiter und außen um diesen gewickelt befindet sich der Masseleiter, der meist auch gleichzeitig die Abschirmung übernimmt. D.h. Hinleiter und Rückleiter sind asymmetrisch angeordnet. Anders ist dies bei symmetrisch aufgebauten Kabeln, bei denen zwei exakt identische Adern für den Hin- und Rückleiter verwendet werden. Diese Konstruktionsweise erzeugt eine extrem hohe Störsicherheit da elektromagnetische Störungen sich gegenseitig kompensieren. Meist wird zusätzlich unter der Außenummantelung noch eine separate Abschirmung eingesetzt, was einen zusätzlichen Schutz ergibt. Typischerweise werden an symmetrischen Kabeln XLR-Stecker eingesetzt. Bei Kimber Kable gibt es jedoch auch symmetrische NF-Kabel mit Cinch-Stecker - z.B. das Test-Sieger-Kabel Kimber Timbre, das zwar auf eine Außenschirmung verzichtet, diese abeer wegen seiner hervorragenden verdrillten Flechtstruktur auch nicht benötigt. An dieser Stelle gilt es mit einem weitverbreiteten Irrtum aufzuräumen: XLR-Kabel sind immer symmetrische Audiokabel - ein symmetrische Kabel muss aber nicht unbedingt ein XLR-Kabel sein. Es kann eben auch ein Cinch-Kabel sein.

Was versteht man unter der Leitfähigkeit und warum ist sie wichtig?

Als Leitfähigkeit bezeichnet man die Fähigkeit eines Leitermaterials, Strom zu transportieren. Dies soll bei Kabeln idealerweise völlig verlustfrei geschehen. Jedes Material hat seine eigene, materialspezifische Leitfähigkeit, die Leitwert genannt und in Meter/Ohm x mm² gemessen wird. Damit wird ausgedrückt wie lang ein Leiter mit einem Quadratmillimeter Querschnitt sein muss, um exakt ein Ohm Widerstand zu erzeugen. Je höher dieser Wert, je länger also der Leiter sein kann, desto besser ist sein Leitwert. Silber weist unter normalen Umständen mit 62 m/Ω x mm² den besten Leitwert auf, (normales) Kupfer steht mit 56 m/Ω x mm² an zweiter Stelle und Gold liegt mit 47,6 m/Ω x mm² an dritter Stelle. Gold hat allerdings an Steckerkomponenten so viele andere Vorteile, dass diese die etwas geringere Leitfähigkeit gegenüber Kupfer und Silber kompensieren. Der Leitwert kann durch eine Verbesserung der Reinheit des Materials erheblich erhöht werden. So ist es Monitor Kabel in seinen High-End-Serien gelungen, durch den Einsatz von extrem reinem MGC (Medical Geade Copper) Kupfer den Leitwert auf 59,1 m/Ohm x mm² zu verbessern. Zwei weitere Materialien, die Häufig bei Kabeln vorkommen: Nickel hat einen Leitwert von 14,5 m/Ω x mm², Zinn einen Leitwert von 8,3 m/Ω x mm².

Wie wirken sich Induktivität und Kapazität im Kabel aus?

Von Induktivität spricht man, wenn ein Material auf magnetischem Wege Energie speichert. Die Maßzahl für die magnetische Induktivität lautet Henry. Bei Kabeln wird sie in μH/m angegeben. Beispiel: Das Lautsprecherkabel Kimber 4 VS hat z.B. bei 20 kHz eine Induktivität von 0,24 μH/m und liegt damit im optimalen Bereich. Um die Wirkungsweise einer Induktivität auf den Signaltransfer im Kabel zu verstehen, genügt es zunächst, zu wissen, daß sich um einen stromdurchflossenen Leiter herum ein besonderer Zustand einstellt, den man Magnetisches Feld nennt. Dieses Feld hat die Eigenschaft, während seiner Änderung, beispielsweise kurz nach dem Einschalten oder Abschalten des Stromes, in einem benachbarten Leiter, aber auch in dem das Feld erzeugenden Leiter selbst, eine Spannung hervorzurufen ("Selbstinduktion"). Mit steigender Frequenz bleibt immer weniger Zeit um das Magnetfeld zu bilden und die Stromstärke sinkt in Folge. Die Induktivität im Kabel ist also im Grunde ein frequenzabhängiger Widerstand und wird mitunter auch "induktiver Blindwiderstand" genannt. Ziel der Kabelkonstrukteure ist es, diesen klangschädigenden induktiven Widerstand (der sich besonders auf Höhen negativ auswirkt) möglichst vollständig auszuschalten. Gerade bei Lautsprecherkabeln lassen sich so große Erfolge erzielen. Die einzelnen Lösungsansätze reichen von einer ausgeklügelten Flechtstruktur bis hin zur Verwendung eines Dielektrikums als Isolator.

Kabel haben naturgemäß auch die Eigenschaft elektrische Ladung zu speichern. Dies nennt man Kapazität. Während dies z.B. einem Kondensator eine gewollte Wirkung ist, ist diese Fähigkeit bei einem Kabel höchst unerwünscht, denn die Energie des Signals soll ja möglichst zu 100% übertragen und nicht zwischengespeichert werden. Die Kapzität wird gemessen in pF/m (Pico-Farat je Meter). Je niedriger die angegebene bzw. Tatsächliche Kapazität, desto besser der Klang in den Höhen. Werte unter 60 pF/m gelten allgemein schon als sehr gut für Lautsprecher- und Audiokabel, 30 pF/m gelten als Spitzenwert. Wichtigste Konstruktionsmerkmale, um niedrige Kapazitäten zu erreichen sind auch hier gute Isolationsmaterialien, allen voran Luft. Siehe Dielektrikums.

Was hat es mit der Laufzeit auf sich?

Unter Laufzeit versteht man die Zeit, die ein Signal benötigt, um von der Quelle zu seinem Ziel zu gelangen. Das menschliche Ohr nimmt Rauminformationen über Laufzeitunterschiede wahr. Deshalb sollten die Lautsprecher so aufgestellt werden, dass sie jeweils den gleichen Abstand zum Hörplatz haben.

Was das elektrische Signal in Lautsprecherkabeln betrifft, so meinen einige Experten, dass die Kabellängen in jedem Fall gleich sein sollten (also auch bei asymmetrischer Position zum Verstärker), um Laufzeitunterschiede zu vermeiden. Da sich die elektrischen Impulse im Kabel aber in Lichtgeschwindigkeit verbreiten, ist aus rein technischer Sicht nicht ganz nachvollziehbar welchen Einfluss darauf ein paar Kabel-Meter mehr oder weniger haben sollten. Dennoch macht es aus rein praktischen Erwägungen Sinn, ein Stereo-Kabel-Paar in gleicher Länge einzusetzen. Schließlich sind gute Kabel nicht gerade billig und wenn man später die Positionierung des Verstärkers doch einmal symmetrisch zu den Boxen aufbaut, dann muss man nicht neue Kabel kaufen. Überschüssige Kabellängen sollten übrigens niemals nicht als Ring gelegt oder aufgewickelt werden (Spulenwirkung!), sondern besser z.B. in Schlangenlinien gleichmäßig auf dem Boden gelegt werden.

Wie kommt es zu Reflektionen?

Geräte erwarten bei digitalen Audio- und bei Videosignalen einen definierten Wellenwiderstand von 75 Ω. Weicht der WEllenwiederstand eines Kabels davon ab, dann kann es zu Reflektionen kommen. Dabei kommt ein Teil der gesendeten Signale nicht beim empfangenden Gerät an sondern wird an der Anschlussbuchse zurück in das Kabel reflektiert. So entsteht im Kabel eine Art Echo, das das Originalsignal überlagert. Im Kabel ist die Situation ähnlich wie in einem sehr halligen Raum: Es gibt so viel Widerhall und Schallreflektionen, dass man sein eigenes Wort kaum verstehen, geschweige denn die Rufe anderer identifizieren oder interpretieren kann. Ab einem gewissen Maß an Reflektionen sind auch die Fehlerkorrektur-Mechanismen in den Geräten überfordert und es kommt zu Fehlfunktionen. Viele Bild- und Tonartefakte oder andere Qualitätsschwächen sind auf Reflektionen zurückzuführen.

Woran erkennt man gut aufgebaute Stecker?

Eine Kette ist so gut wie ihr schwächstes Glied. Im Kabel ist dies der Stecker. An einen guten Stecker sind eine ganze Reihe von Anforderungen zu stellen: Zunächst einmal muss der Übergangswiderstand so niedrig wie möglich sein. Dieser entsteht dann, wenn sich die Kontaktflächen berühren und Strom fließt. Schlechte Kontaktstellen haben einen hohen Übergangswiderstand und führen an dieser Stelle zu entsprechenden Verlusten. Eine möglichst große Kontaktfläche, glatte und oxidationsgeschützte Oberflächen (Vergoldung, s.u.) und ein rutsch- und wackelfester Sitz verbessern den Kontak und führen im Ergebnis zu einem niedrigen Übergangswiderstand. Um langfristig einen guten Kontakt zu gewährleisten muss der Stecker vor allem auch knick- und zugfest mit dem Kabel verbunden sein. Im Stecker müssen die Kabelleiter ebenso kontaktstark mit den Pins des Steckers verbunden sein. Ob hier Crimpen oder Löten besser ist, darüber streiten sich die Experten (Siehe Löten oder Crimpen?). Beim Löten jedenfalls ist ein Lötmetall mit hohem Feinsilberanteil (z.B. WBT 0800 Lötzinn) von großem Vorteil. Auch die Kabel von AudioQuest zeichnen sich durch ein speziell entwickeltes Lötmittel aus. Wichtig ist auch, dass der Stecker mindestens genausogut geschirmt ist, wie das Kabel. Eher auf Massenfertigung weisen angespitzte Kunststoffstecker hin, während massive und oberflächenveredelte Vollmetallstecker im High-End-Bereich der Standard sind. Stecker vom Spezialisten WBT weisen eine Besonderheit auf: Durch Drehen der Steckerhülle werden die Kontaktarme des Stecker zusammengepresst und arretieren sich so sehr fest um den Buchsenschaft. Als das Non-Plus-Ultra im Bereich der NF-Audio-Stecker gilt der WBT 0110 Ag nextgen Signature.

Was ist besser, Löten oder Crimpen?

Es gibt im wesentlichen vier Möglichkeiten, die Kabelenden mit den Kontaktelementen im Stecker zu verbinden: Löten, Crimpen, Schrauben und Klemmen. Löten gilt allgemein als die professionellste Methode, hat jedoch einige Nachteile: Durch die alternierende Strombelastung, Oxydation oder Temperaturschwankungen kann sich das Lötmaterial von den Kontaktflächen lösen und eine vollständige oder partiellen Unterbrechnung verursachen. Zudem kann im Laufe der Zeit Luftzfeuchtigkeit in die Verbindung eindringen und zu chemischen Prozessen zwischen Kupferleiter, Lötmittel (Zinn-, Blei- oder Silber-Lot bzw. Legierungen) und Kontaktelementen des Steckers führen. Zusammen mit der naturgemäß niedrigen Leitfähgkeit des Lötmittels gibt es also eine ganze Reihe von Risiken, die bei einer Lötverbindung zu hohen Überghangswiderständen führen können.

Beim Crimpverfahren wird der zu befestigende Kontakt (meist in Hülsenform) mit einer Spezialzange sehr gleichmäßig und unter extrem hohem Anpressdruck um den Leiter des Kabels gefaltet. Bei richtiger Ausführung ist die Verbindung sogar luftdicht wodurch Luftfeuchtigkeit keine (Oxydations-) Schäden verursachen kann. Die Übergangswiderstände sind niedrig, da Material direkt auf Material liegt und kein niedrigleitenden Verbindungsmaterial zwischen Kontakten und Leiter liegt. Nachteilig ist allerdings, dass sich bei zu kleinen Kontaktflächen und zu niedrigem Anpressdruck (was leider oft der Fall ist) zu viele Unebenheiten zwischen den gepressten Materialien verbleiben und dann doch der Übergangswiderstand zu hoch ist oder es gar zu Verwirbelungen im Stromfluss kommt. Diese Probleme bestehen vor allem bei Schraub- und Klemmverbindungen.

Zusammenfassend kann man feststellen, dass eine sehr gut ausgeführte Crimpung einer Lötverbindung vorzuziehen ist. Eine Lötverbindung ist jedoch einer Schraub- oder Klemmverbindung vorzuziehen.

Sind vergoldete Stecker und Buchsen wirklich besser?

Hochwertige Kabelstecker und Geräte-Buchsen sind fast immer vergoldet. Es handelt dabei übrigens stets um eine "Echtvergoldung", d.h. die Metallteile werden in einem elektrochemischen bzw. galvanischen Prozess mit einer (sehr) dünnen Schicht Gold - oft sogar 24 Karat - überzogen. Dies hat zwar im ersten Ansatz keinen nennenwerten Einfluss auf Leitfähigkeit (Gold hat sogar eine geringfügig schlechtere Leitfähigkeit als Kupfer, ist dafür aber bestens geeignet, um Materialunebenheiten zu füllen!), schützt die Komponenten jedoch auf beste Art und Weise vor Alterskorrosion und mechanischer Abnutzung der Kontaktflächen. Insofern dient die Vergoldung der langfristigen Sicherung eines gleichbleibend guten Signalflusses an der Kontaktstellen der Kabel. Der größte Vorteil der Vergoldung besteht jedoch darin, dass sie sich quasi als Standard durchgesetzt hat und somit vermiden wird, dass an den Kontakten (zumindest an den Oberflächen) unterschiedliche Materialien aufeinander treffen. Dies würde zu Variationen der Übergangswiderstände und damit zu Thermospannungen, magnetischen Verzerrungen und Wirbelstromverlusten führen.

Was verbirgt sich hinter dem Begriff Dämpfung?

Bei der Dämpfung eines Kabels unterscheidet man die Schirmungsdämpfung (siehe Schirmung) und die Signaldämpfung des Kabels. Um letztere geht es hier. Die Dämpfung sagt aus, wieviel von einem Signal bei festgelegten Bedingungen (z.B. 20° Celsius, 100 Meter) bei welcher Frequenz noch am anderen Ende überbleibt und wird in dB (Dezibel) gemessen. Je geringer die Dämpfung der gesamten Kabelstrecke, d.h. je niedriger der dB-Wert ist, desto besser ist die Signaldämpfung. Sie hängt in der Regel von folgenden Faktoren ab:

  • Kabelkonstruktion - jedes Kabel hat eine ihm eigene frequenzabhängige Dämpfung je Längeneinheit
  • Abweichende Wellenwiderstände, fehlerhafte Kontakte an Steckern, Knicke im Kabel
  • Anzahl und Art der Anschlusstellen (Stecker oder Kupplungen) im Signalweg
  • Länge der Kabelstrecke

Dämpfungswerte werden meist bei Antennenkabeln genannt. Ein guter Wert für die Kabeldämpfung liegt bei ≤ 30 dB/100m. Wie bei allen dB-Angaben gilt auch hier: Eine um 10 dB höhere Dämpfung bewirkt eine Verringerung der verfügbaren Signalleistung um das Zehnfache!

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