Mantelstromfilter - Funktionsweise an Audio-NF-Anschlüssen

update: 19.11.2014

Vorsicht bei Tipps zum HiFi-Tuning ist stets angebracht. Gibt es doch gerade in diesem Sektor viel Hokuspokus - oft maßlos überteuert oder bestenfalls wirkungslos. Ein kleines Zubehörteil kann jedoch bedenkenlos eingesetzt werden, ist vergleichsweise preiswert und bringt oft erstaunliche Ergebnisse: der Mantelstromfilter.

Da wir immer wieder mal Emails erhalten, mit der Frage nach der Informationen zum Thema Mantelstromfilter, haben wir ein wenig gestöbert und die folgenden Informationen zusammengestellt. Gefunden haben wir sie übrigens in den Verkaufsunterlagen von HMS, dem Hersteller der wahrscheinlich weltweit besten Netzleiste HMS Energia.

"Die Bezeichnung Mantelstromfilter stammt aus dem überwiegenden Einsatz dieser Filterart in der Hochfrequenztechnik in Verbindung mit koaxialen Kabeln. Hier soll das Filter einen ungleichen Stromfluß zwischen dem zentralliegenden Innenleiter und dem als Schirmung und Rückleitung ausgeführten Außenleiter (Mantel) verhindern.

Mantelstromfilter für Koaxialkabel

Die Spulen des Filters müssen eine sehr enge magnetische Kopplung haben, um über einen möglichst großen Frequenzbereich wirksam zu sein. Die Wirkung beruht auf der Tatsache, daß Signalströme eigentlich im Hin- und Rückfluß nur gleich groß sein können.

In diesem Fall hebt sich die induktive Wirkung der Einzelwicklungen gegeneinander auf. Ungleiche Ströme, wie sie durch z.B. Massepotentialdifferenzen auf der Schirmleitung entstehen, werden jedoch durch den mit der Frequenz steigenden, induktiven Widerstand der Masseleitungsspule stark reduziert.

Im einfachsten Fall zieht man geeignete Ferritringe über das Kabel. Ferrite erzeugen wegen ihrer hohen magnetischen Leitfähigkeit eine entsprechend vergleichbare Wirkung in dem betreffenden Kabelabschnitt.

Koaxiale Kabel haben aufgrund der sehr verschiedenen Geometrie und unterschiedlichen Abstandes von Innen- und Schirmleitung zum Ferrit, keine absolut identische, magnetische Kopplung. Hierdurch wie auch durch ungeeignete Ferrite entstehen oft Klangbeeinträchtigungen des Audiosignals."

Im HIFI-REGLER-Special Brummen geben wir ein Paar Tipps, wie Sie ein solches Problem Schritt für Schritt eingrenzen und lösen können.

Eine ähnliche Funktion wie der Mantelstromfilter an NF-Anschlüssen hat der Netzfilter (Entstörfilter) am Netzanschluß (220/230 Volt Hausstrom). Ein Netzfilter ist standardmäßig Bestandteil einer hochwertigen Netzleiste. Lesen Sie hier Infos zum Thema Netzleiste ... In diesem Zusammenhang empfehlen wir, sich auch mit dem Thema Blitzschutz und Überspannungsschutz zu befassen.

 

Empfehlenswerte Netzleisten:

  • Eine gute Standard-Netzleiste ist die Brennenstuhl BF 30000 (6-fach).
  • Für den Überspannungs- und Blitzschutz an Geräten mit Antennenanschluss empfehlen wir den Einsatz der Brennenstuhl Premium-Line Netzleiste.
  • Die wahrscheinlich weltweit beste Netztleiste (mit integriertem Mantelstromfilter) ist die HMS Energia. Eine tatsächlich nicht ganz billige Netzleiste. Doch wer den Preis nicht scheut, investiert mit dem Energia Stromschutz-Konzept die absolute Spirtzenlösung für Audio- und Video-Komponenten. (HEIMKINO 05/2002)
  • Auch der renommierte Kabelhersteller Oehlbach hat auf diesem Sektor einiges zu bieten. Die Powersocket 908 oder die etwas günstigere Powersocket 907 werden bei extremen Spannungsspitzen automatisch von Stromnetz gekoppelt. Erst durch Drücken der "Reset"-Taste, kann die Netzleiste danach wieder in Betrieb genommen werden.

 

Verantwortlich für den Inhalt: Detlev Schnick, © Copyright 2002 - 2016 HIFI-REGLER