Einmessen mit DIRAC Live und den neuen Arcam Receivern SR250, AVR550 und AVR850

Autor: Carsten Rampacher, AREADVD, exklusiv für HIFI-REGLER, update: 13.02.2016

 

Arcam AVR 550

Mit DIRAC: Arcam AVR550

 

In Fachkreisen wird es schon als beinahe revolutionär begrüßt, dass die britischen HiFi- und AV-Experten von Arcam aus Cambridge nun auf DIRAC als Einmess- und Room EQ-System für die Topmodelle setzt. Der Hersteller DIRAC Research kommt aus der professionellen Technik, wo übrigens auch Audyssey (Einmesssystem z.B. von D&M AV-Receivern) seine Ursprünge hat.

 

Andere Einmesssysteme

 

Einmessmikro des Arcam AVR550

Mikrofon des AVR550

 

Das Audyssey-System für die Consumer-Komponenten funktioniert trotzdem wie auch die anderen Konkurrenten: Mikrofon am AV-Receiver anschließen, am Hörplatz in Ohrhöhe aufstellen und der Einmessvorgang beginnt.

Kein weiteres Gerät, kein PC und auch kein Notebook sind erforderlich.  Bei Pioneers MCACC kann man auf Wunsch auch einen PC mit in gewisse EQ-Optimierungsprozesse mit einbeziehen, Pflicht ist es allerdings nicht.

 

Der PC übernimmt die Kontrolle

Anders bei DIRAC Live, der Version, über die Arcams Komponenten verfügen. Hier ist ein PC oder ein Notebook zwingend von Nöten, um eine sehr effektive und professionelle Einmess-Prozedur durchzuführen. Vom Rechner werden im Übrigen auch sämtliche Berechnungen, die mit dem Einmessvorgang in Verbindung stehen, durchgeführt. Das nimmt dem AV-Receiver natürlich einiges an Arbeit ab. Nachdem die entsprechende EQ-Kurve vom PC berechnet wurde, findet die Übertragung zum AV-Receiver statt.

 

Lautsprecher-Setup wird im OSD des AVRs festgelegt

 

Lautsprecher-Konfiguration

Die Lautsprecher-Konfiguration wird im Setup des AVRs festgelegt

 

Wie geht der stolze Arcam-Besitzer zum Einmessen nun im Detail vor? Zuerst ist es natürlich erforderlich, den AV-Receiver schlichtweg einzuschalten.

Das Lautsprecher-Layout, das Verwendung finden soll, wird noch im AV-Receiver festgelegt. Ein sehr wichtiger Punkt, nämlich wie die 6. Und die 7. Endstufe (bei AVR550 und AVR850) verwendet werden soll, findet sich im Übrigen ganz am Ende des On Screen Displays des AVRs. Hier kann man z.B. auswählen,  ob man ein Setup mit Back Surround Lautsprechern oder aber mit Front Height Lautsprechern für Dolby Atmos oder DTS:X betreiben möchte. PC/Notebook und der AV-Receiver müssen sich für die Verwendung von DIRAC selbstverständlich im identischen Netzwerk befinden.

 

Das Mikrofon wir mit dem PC verbunden

Das mitgelieferte Mikrofon für die Lautsprecher-Einmessung wird nicht, wie sonst üblich, mit dem AV-Receiver, sondern per entsprechendem Adapter mit dem PC verbunden.

Am PC sollte dafür ein freier USB-Anschluss zur Verfügung stehen. In den USB-Slot wird der weiße Adapter gesteckt, am Adapter dann findet das Mikrofon selbst Anschluss. Das Mikrofon wird am Hörplatz auf Ohrhöhe aufgestellt. So besser die Platzierung des Mikrofons, so präziser und genauer auf den Hörplatz abgestimmt sind später die Ergebnisse.

 

Download der Software

Von der englischen Arcam-Website wird nun die korrekte Version der DIRAC Live-Software für Windows-PCs oder für Mac-Rechner heruntergeladen. Anschließend wird das Programm auf dem jeweiligen PC installiert.

 

Nun beginnt die Arbeit von DIRAC

 

Präzise wird die akustische Situation im Hörraum ermittelt

 

Optimierungen der ersten Messung

Optimierungen werden durchgeführt

 

Optimierungen im Detail

Hier im Detail

 

Verständlicherweise kann DIRAC nur arbeiten, wenn der AV-Receiver eingeschaltet ist.

In unseren Test-Reihen mit einem AVR550 wurde der AV-Receiver von DIRAC korrekt erkannt. Nun wird zunächst der Grundpegel der Lautsprecher korrekt justiert.

Tipps für die richtige Vorgehensweise liefert die Software auch. Allerdings sollte man der englischen Sprache mächtig sein, in deutscher Version steht die Arbeitsanleitung nicht zur Verfügung.

DIRAC misst jetzt das System im Ist-Zustand, anschließend ist es dem Anwender möglich, die gemessenen Kurven zu verbessern.

 

Komplette Konfigurationen können gespeichert werden

 

DIRAC-Kurven_Uebertrag auf den AV

Fertige DIRAC-Kurven werden auf den AV-Receiver übertragen

 

Es ist möglich, komplette DIRAC-Setups auf dem PC zu speichern und auch später wieder zu laden. Nachdem die Messung und die Optimierung erledigt sind, können die Daten vom PC zum AV-Receiver übermittelt werden.

 

DIRAC im On Screen Menü aktivieren

Im On Screen-Menü des Arcam AV-Receivers kann man nun das übertragene DIRAC Projekt aktivieren und anschließend ist die Raumkorrektur.

Der betreffende Punkt ist im Menüpunkt "Konfigurieren der Eingänge" zu finden. Für jeden Eingang kann man separat bestimmen, ob die ermittelte und zum AVR übertragene DIRAC-Kurve verwendet werden soll. Wer verschiedene DIRAC-Kurven optimiert hat (z.B. eine für Filmton, eine andere für Musik), kann verschiedenen Eingängen auch unterschiedliche DIRAC-Kurven zuordnen.

 

DIRAC in der Praxis

Aufgrund der Tatsache, dass ein PC/Notebook in den Einmessvorgang zwingend eingebunden ist und die Software recht viele Optionen offeriert, sind gewisse Vorkenntnisse nicht von Nachteil. Ganz so einfach wie andere Einmesssysteme der Konkurrenz, die meist noch in den Ersteinrichtungsprozess eingebunden sind, funktioniert DIRAC nicht. Dafür aber sind die Resultate aus akustischer Sicht sehr überzeugend.

 

Die Nachteile akustisch lebendiger Räume verschwinden

Akustisch lebendige, hellhörige Räume mit unschönem Nachhall sind eine echte Herausforderung für Einmess- und Room EQ-Systeme.

Hier leistet DIRAC ganz besonders starke Arbeit. Akustische Konturen sind präziser herauszuhören, der Hochtonbereich ist brillanter sowie präziser. Schwammige, hallige Komponenten im Klangbild werden effektiv reduziert. Von der Leistungsstärke her ist DIRAC weit oben einzuordnen


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