Welche Ausstattungsdetails sind wichtig bei modernen Ultra HD-TVs und AV-Receivern? Welche Ausstattungsdetails braucht man nicht?
01.02.2017

Autor: Carsten Rampacher, AREADVD, exklusiv für HIFI-REGLER, update: 23.01.2017

 

Samsung UE55KS9090

Samsung UE55KS9090 aus der Generation 2016

 

4K-/Ultra HD-TV

 

Wichtig ist hier:

  • Die hohe Auflösung von 3.840 x 2.160 Pixeln allein schöpft das Potential bei Weitem nicht aus. Wichtig ist ein Ultra HD-TV, der auch High Dynamic Range-Content (HDR-Inhalte) wiedergibt. Gebräuchlich ist derzeit der Standard HDR10, der auf allen Ultra HD-Blu-rays und auf dem meisten Content von Video On Demand (VoD) Dienstleistern ist. Viele TV-Hersteller bieten zudem Hybrid Log Gamma (HLG) als zweiten HDR-Standard, speziell für zukünftige TV-Übertragungen. Dolby Vision gewinnt zwar an Bedeutung (für 2017 sind erste Ultra HD Blu-rays mit Dolby Vision angekündigt), ist aber kein Must-Have derzeit. Vorzüge von HDR-tauglichen Panels: Deutlich gestiegener Kontrastumfang von HDR-Material wird optimal auf dem TV abgebildet.

 

LG HDR-Format-Unterstuetzung

Nur LG unterstützt alle HDR-Formate, aktuell relevant sind allerdings nur HDR 10, HLG und mehr und mehr Dolby Vision

 

  • Der TV sollte spezielle Bildprogramme mitbringen, die für den HDR-Betrieb optimiert sind.
  • Mindestens zwei der HDMI-Terminals des TVs (besser alle Terminals) sollten HDMI 2.0 plus HDCD 2.2 unterstützen.

 

Panasonic OLED-Prototyp CES 2017

Panasonic zeigte auf der CES den neuen OLED-Prototyp

 

  • Schaut man sehr viel bei geringem externem Lichteinfall, ist ein OLED-TV wie z.B. von Panasonic oder Sony eine teure, aber auch bildstarke Alternative. OLEDs haben einen exzellenten Schwarzwert, aber keine so hohe maximale Helligkeit.
  • Möchte man selbst bei deutlichem externem Lichteinfall noch einen maximalen Kontrastumfang genießen, sollte man zu einem LCD-basierten Ultra HD-TV mit hoher Leuchtkraft beim Panel (ab 1.000 Nit) greifen.
  • Ideal für Ultra HD sind Bildschirmdiagonalen ab 60 Zoll. 55 Zoll sollte für langfristiges Sehvergnügen der absolut unterste Wert sein.

 

Bitte beachten:

  • 65 Zoll Bildschirmdiagonale sind schon sehr groß, und gleichzeitig preislich fair kalkuliert. – die teils extremen Aufpreise auf 77, 78 oder gar 80 Zoll sollte man sich reiflich überlegen. Oft bekommt man für den Preis eines 78-Zoll-Ultra HD-TVs einen 65-Zöller fürs Wohnzimmer und noch einen 55-Zöller fürs Schlafzimmer. Und: Ein großes Bild allein macht nicht glücklich, Bildqualität ist deutlich wichtiger, und diese definiert sich über Panel-Qualität und Güte der Bildsignalverarbeitung
  • Alte Anschlussformen wie Scart oder YUV braucht man 2017 nicht mehr wirklich

 

 

Das braucht man:

  • Decoder für Dolby Atmos und dts:X
  • Wer größere Lautsprechersetups, z.B. mit vier Top Firing-Modulen, betreiben möchte, sollte gleich einen AV-Receiver mit mindestens neun Endstufen kaufen
  • Gerade Musikliebhaber sollten einen aktuellen AV-Receiver mit kompletter High Resolution Audio-Unterstützung kaufen: ALAC, AIFF (mindestens bis 96 kHz/24-Bit) WAV/FLAC (bis 192 kHz/24Bit), DSD (2,8/5,6 MHz)

 

Innenleben

Hochwertige AV-Receiver sind häufig mit sehr guten DACs versehen, hier der Pioneer SC-LX801

 

  • WLAN und kabelgebundener Netzwerkanschluss sind wichtig für eine flexible Netzwerkeinbindung und daher mittlerweile außer bei absoluten Einsteigermodellen Standard
  • Die Musikstreaming-Dienste, die größte allgemeine Akzeptanz haben, sollten unterstützt werden (Spotify und Tidal insbesondere, dazu eine kostenfreie Internet Radio Plattform wie vTuner zum Beispiel)
  • Ein integrierter Installationsassistent für die Ersteinrichtung ist eine große Hilfe. Beinahe alle neuen AV-Receiver bringen ein derartiges System mit, in das auch das Lautsprecher-Einmess- und Room EQ-System mit eingebunden ist.

 

Installationsassistent

Ein integrierter Installationsassistent ist ein sinnvolles Feature - hier im Onkyo TX-RZ3100

 

  • HDMI-Anschlüsse, von denen mindestens vier dem HDMI-Standard 2.0 inklusive HDCP 2.2 entsprechen

 

Das braucht man nicht:

  • In Ultra HD-Zeiten braucht man keine komplette Videosektion mehr im AV-Receiver. Meist gibt es noch ein mögliches Upscaling von Full HD- auf Ultra HD/4K-Content, das reicht.
  • Analoge Videoanschlüsse sind im HDMI-Zeitalter weniger wichtig.
  • Nicht mehr wichtig ist es, ob der AV-Receiver noch über als besonders klangstark und emotional aufspielend bekannte analoge Endstufeneinheiten verfügt. Moderne Digitalendstufen klingen mittlerweile praktisch genauso authentisch.
  • Wer einen AV-Receiver möchte, sollte ein richtig vollwertiges, großes Modell nehmen und von den weniger gut ausgestatteten und weniger leistungsfähigen Slim Line-Modellen Abstand nehmen.
  • Unmengen analoger Audioanschlüsse werden heutzutage kaum noch benötigt.


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