Fakten rund um Dolby Atmos

Text von Detlev Schnick, HIFI-REGLER update: 12.07.2016

Auf der IFA 2014 war es bei den großen AV-Receiver-Herstellern das innovative Feature schlechthin: Dolby Atmos. Auf der diesjährigen HIGH END in München war es bei einschlägigen Herstellern bereits ein Thema gewesen. Allerdings wurde damals noch hinter vorgehaltener Hand und unter dem Siegel strengster Vertraulichkeit gesprochen: Mit der nächsten Generation, d.h. möglicherweise schon im Herbst 2014, sollten AV-Receiver mit einem neuen Tonformat ausgestattet sein. Und das soll nicht nur einfach ein "Facelift" im Sinne eines neuen Features bestehender Ton-Formate sein. Vielmehr wird es wahrhaft revolutionäre Möglichkeiten bieten - sozusagen echtes 3D im Klangerlebnis. Sein Name: Dolby Atmos. Jetzt ist es offiziell. Und das Klangerlebnis ist großartig - wie wir jetzt tatsächlich auch live festellen konnten.

Im Markt der Kino-Soundsysteme gilt Dolby Atmos neben Auro-3D als das derzeit modernste. Das Sound-Format bietet dem Besucher ein beeindruckend realitätsnahes Sounderlebnis. Um dies zu erreichen, positionieren die Ton-Ingenieure und Soundmixer einzelne digitale Informationen der Soundkulisse bereits bei der Abmischung exakt in einem virtuellen dreidimensionalen Raum. Beim Abspielen des Films wird dann jeder Lautsprecher einzeln angesteuert und der Sound kann so durch den Saal "wandern". Das Ergebnis ist eine nahtlose Klangkulisse. So authentisch wurde die Handlung auf der Leinwand noch nie durch eine Raumklang-Atmosphäre unterstützt.

Auf der CES 2015 in Las Vegas hat jetzt auch DTS angekündigt, dass das Unternehmen ein Produkt im Bereich "Immersive Sound" anbieten wird: Im März 2015 wird ein Sound-System namens DTS:X vorgestellt. Hier finden sie erste Infos zu DTS:X ...

Seit 2012 bereits im Kino

  Dolby Atmos Logo
  Abb. 1: Das Dolby Atmos Logo wird vermutlich in Kürze auch im Heimkino-Sektor häufiger zu sehen sein. - Bild: © Dolby Laboratories

Vereinzelt kann man in Dolby Atmos bereits in größeren kommerziellen Kinos, z.B. in Multiplexkinos, wie dem Traumpalast in Backnang, dem Cinecitta in Nürnberg sowie im ZOO Palast oder im CineStar-Kino in Berlin, genießen. Auch UCI Kinowelt setzt mit seinem iSens®-Konzept (Dresden, Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Bochum) auf den neuen 360°-Kinosound. Meist wird Dolby Atmos in Verbindung mit High-Tech-Equipment wie HFR 3D sowie einem anspruchsvollen Kinoprogramm eingesetzt. Somit könnte ein Blick in die Spezifikationen für kommerzielle Kinos zumindest vage Rückschlüsse auf die Funktionsweise vom zukünftigen Dolby Atmos im Home Theatre Sektor zulassen.

Die neueste Technologie der Klangspezialisten aus San Francisco wurde bereits im April 2012 eingeführt. Viele Filme werden mittlerweile sogar nativ in der neuen Technik abgemischt, und Dolby Laboratories stellt die Abmischungen exklusiv den mit Atmos-Equipment ausgestatteten Kinos zur Verfügung. Seitdem haben die großen Hollywood-Studios und Filmschaffenden Dolby Atmos mit großer Begeisterung aufgegriffen, darunter über 20 Oscar-Preisträger in den Bereichen Regie und Ton.

Vorteile von Dolby Atmos

Was zeichnet das neue System aus? Dolby Atmos setzt die erfolgreiche Linie von Dolbys Surround-Tonformaten nahtlos fort. Beim neusten System kann man theoretisch eine unbegrenzte Anzahl von Tonspuren verwenden. Schon die erste Generation von Atmos-Prozessoren unterstützt bis zu 128 Tonspuren (=Audio-Objekte) und bis zu 64 unterschiedliche Lautsprechersignale. Und natürlich ist das neue Dolby-Format abwärtskompatibel zu früheren Formaten.

Dolby nennt auf seiner Website drei Elemente, die das Klangerlebnis von Dolby Atmos in signifikanter Weise gegenüber bestehenden 5.1- und 7.1-Systemen verbessern:

  • Verbesserte Audio-Qualität und vereinfachte Feinabstimmung der Klangfarben.
  • Exaktere räumliche Abbildung und deutlich höhere Klangauflösung.
  • Einführung einer Klangquelle von oben, d.h. von der Decke kommend.

Was aber ist so anders an Dolby Atmos? Die unglaubliche Flexibilität im Sinne eines authentischen Klangbildes. Während frühere Dolby-Systeme mehreren Lautsprechern ein und dasselbe Signal zuordneten, ist Atmos in der Lage, jedem einzelnen Lautsprecher im Setup ein individuelles dynamisches Signal zu geben.

Tonquellen hochpräzise im Raum positionieren

Das eröffnet ungeahnte Möglichkeiten, denn gerade in großen Multiplex-Kinosälen kann man nun eine Vielzahl von Lautsprechern installieren, die jeweils ein individuelles Signal wiedergeben können. Mittels der neuen Technologie ist es realisierbar, Tonquellen hochpräzise im Raum zu positionieren. Dadurch, dass der benachbarte Lautsprecher ein anderes individuelles Signal wiedergibt, werden auch kleine dynamische Differenzen im Sinne größtmöglicher Authentizität darstellbar. Gleichzeitig spielt es keine Rolle mehr, wo im Kinosaal der Zuhörer sich befindet – an jedem Platz ist realistisches Hören möglich.

Ein Beispiel ...

... mag dies veranschaulichen: Eine Szene auf einem großen öffentlichen Platz. Es regnet in Strömen. Und gelegentlich ist Gewitterdonner zu hören. Zwei Darsteller befinden sich im Gespräch. Der Klang auftreffender Regentropfen sollte relativ gleichmäßig über alle Lautsprecher wiedergegeben werden. Dann ist aber auch das Geräusch eines Mopeds zu hören, das im Hintergrund außerhalb des Bildausschnittes von vorne links nach hinten rechts fährt. Zusätzlich sind vielleicht noch eine Polizeisirene, Kirchenglocken, Gewitterdonner und eventuell noch weitere Unterhaltungen von Passanten zu hören. Alle diese Geräusche haben ihre Quelle an unterschiedlichen Orten.

Bisher ...

Dolby atmos in Theatre

Abb. 2: Insbesondere in der Vergrößerung sind die zusätzlichen Deckenlautsprecher gut zu erkennen. - Bild: Dolby Laboratories

... wurden all diese Geräusche gleichmäßig über alle Surround-Lautsprecher wiedergebenen. Dadurch leidet natürlich die räumliche Zuordnungsschärfe beim Zuschauer, denn die einzelnen Geräusche fließen zwangsläufig ineinander.

Dolby Atmos verhindert dies, denn damit kann nun jeder Surroundlautsprecher einzeln angesprochen werden. Geräuschkulissen wie die oben beschriebene erfahren eine erheblich präzisere und damit räumlichere Wirkung. Details können herausgearbeitet werden und im Unterbewusstsein erzeugt die differenzierte akustische Umgebung eine ganz neue, bisher nicht gekannte Realität.

 

Dynamische Audio-Objekte

Wie wird bei der Erstellung einer Atmos-Abmischung verfahren und wie erfolgt dann die Wiedergabe? Bei jedem fertigen Atmos-Soundtrack bilden Hintergrundgeräusche die Basis, die nach hinlänglich bekannten, kanalbasierten Verfahren abgemischt werden. Zu diesen Basiselementen gesellen sich dann dynamische Audio-Elemente, die sich exakt nach den gerade auf der Leinwand gezeigten visuellen Ereignissen platzieren lassen.

Dolby spricht von dynamischen Audio-Objekten. In der oben genannten Beispielszene wären solche Audio-Objekte z.B. das Moped, die Kirchenglocken oder die Polizeisirene. Diese werden als virtuelle punktförmige Objekte definiert und es wird ihnen eine Richtung und ein Klang zugeordnet.

Die Audio-Objekte bestehen also zum einen aus dem Geräusch an sich (z.B. Moped, Kirchenglocken) und zum anderen aus den Positionsdaten, den sogenannten Meta-Daten. Sie sind somit als ein einziges dediziertes Schallereignis abgrenzbar und müssen somit nicht mehr wie bisher in einem pauschalen Klangstrom allen Kanälen gleichzeitig zugemischt werden. Die klingenden Objekte werden nun an Bewegungsvektoren gekoppelt und können sich so im virtuellen Raum, um einen Mittelpunkt (den Zuschauer) herum bewegen.

Die exakte Positionierung des Geräusches im Kinosaal erfolgt dadurch, dass den beteiligten Lautsprechern unterschiedliche Lautstärkepegel zugeordnet werden. Beispiel: Ein statisches Audio-Objekt (Kirchenglocken) kann durchaus 5, 10 oder mehr Lautsprecher ansprechen, wobei dort, wo der Klang geortet werden soll der stärkte Pegel zugewiesen wird die übrigen Lautsprecher geben das Echo wieder. Ein dynamisches Audio-Objekt (Moped) wird meist noch weitaus mehr unterschiedliche Lautsprecher ansprechen. Da hier die Zeitschiene hinzukommt wird die primäre Schallquelle (mit dem stärksten Pegel) von einem Lautsprecher zum nächsten wandern.

Unabhängig vom jeweiligen Lautsprecher-Setup

Der große Vorteil der objektbasierten Vorgehensweise ist, dass sie sowohl funktioniert, wenn nur 3, 5 oder 7 Lautsprecher vorhanden sind, als auch, wenn mehr Lautsprecher, theoretisch unbegrenzt viele zur Verfügung stehen. Gerade dann kommt das große Potenzial von Dolby Atmos zum tragen. Denn dadurch, dass ein Geräusch nur ein einziges Schallereignis darstellt, ist auch nur eine (diskrete) Tonspur dafür erforderlich.

Im o.g. Beispiel ist dies das Fahrgeräusch des Mopeds. Anhand den auf der Tonspur hinterlegten Werten ermittelt der Dekoder nun den Weg des Mopeds. Dabei wird zeitabhängig in Echtzeit errechnet, welche Position das Moped zu einem gegebenen Zeitpunkt zum Zuschauer hat und welche Lautsprecher des gegebenen Lautsprecher-Setups zu einem bestimmten Zeitpunkt welchen Anteil des Schallergeignisses wiederzugeben haben, um es an der gewünschten Stelle hörbar zu machen und somit die Illusion der Bewegung zu erzeugen.

Innerhalb der Metadaten von Dolby Atmos ist festgelegt, wie sich die akustischen Elemente bei der Wiedergabe ins tonale Gesamtgeschehen einfügen sollen. Unabhängig von der vorhandenen Lautsprecherkonfiguration im entsprechenden Kino (oder vielleicht später zu Hause) erhält man so genau den akustischen Effekt, den der Regisseur beabsichtigt hatte.

"Voice of God" - Der Sound, der von oben kommt

Mit Dolby Atmos wird eine fünfte bzw. sechste Klangdimension eingeführt. Damit wird echtes 3D-Hören möglich. In der wirklichen Welt treffen Audio-Signale aus allen Richtungen auf die menschlichen Ohren. D.h. nicht nur von vorne, rechts, links und hinten, sondern eben auch von oben.

Nimmt man das Grummeln der Transducer hinzu, die in gut ausgestatteten Kinos im Boden, direkt unter den Sitzen montiert sind (hier werden die Tiefbassanteile aus dem Subwoofer-Kanal in kinetische Energie, sprich in Vibrationen umgewandelt), so könnte man diese von unten kommenden Vibrationen auch bereits als fünfte Dimension bezeichnen. Somit wäre dann der Klang von oben die sechste Dimension. Es wird sozusagen eine "obere Hemisphäre" geöffnet, was beim Zuschauer natürlich ein völlig neues Gefühl von Klangwirklichkeit erzeugt.

Beispiele:

  • In einer Dschungel-Szene kommt ein statisches Geräusch von einer Grille, die in einem Baum sitzt und zirpt. Wenn in einem solchen Fall das Geräusch so abgemischt werden kann, dass es tatsächlich als von oben kommend geortet wird, dann bewirkt hier der Sound eine deutlich intensivere Einbeziehung des Zuschauers in die Szene.
  • Ein Helicopter hebt auf der Leinwand ab und fliegt über die Köpfe der Zuschauer nach hinten weg. Hier bewirken die bereits mit Dolby Surround 7.1 eingeführten zusätzlichen disketen Surround-Tonspuren, dass der Zuschauer eine Bewegung von vorne nach hinten wahrnimmt: ein dynamisches Geräusch. Darüber hinaus gewinnt der Zuschauer durch die zusätzlichen Decken-Lautsprecher eine wesentlich überzeugendere Wahrnehmung, dass der Helicopter tatsächlich über die Köpfe fliegt. Letztendlich ermöglicht die Hinzunahme von Deckenlautsprechern, dass der Regisseur Geräusche von den Wänden in die Raummitte ziehen kann.
  • In der o.g. Regen-Szene Szene auf dem öffentlichen Platz kommen Donner (dynamisch) und die Kirchturmglocken (statisch) tatsächlich von oben.

Wo genau werden zusätzliche Lautsprecher erforderlich?

Im wesentlichen gibt es zwei Zonen die besonders profitieren von den neuen Möglichkeiten, die Dolby Atmos bietet: Vorne seitlich neben der Leinwand (vordere Side Surround-Speaker) und der gesamte Deckenbereich oben (Top Surround Speaker). Zusätzliche linke und rechte Center-Speaker (Lc und Rc) werden von Dolby nur bei Leinwandbreiten von über 12 Metern empfohlen und können hier vernachlässigt werden.

Side Surround Speaker

Die grundsätzliche Aufgabe des Kinosounds ist es, die Handlung auf der Leinwand zu unterstützen. Die neuen Möglichkeiten, den Klang punktgenau im Kinosaal zu positionieren, vereinfachen die Umsetzung dieser Aufgabe enorm. Wenn z.B. ein Darsteller seinen Blick auf eine bestimmte Stelle richtet, dann hat der Regisseur jetzt die Möglichkeit den Klang auf genau dem in seiner Blickrichtung positionierten Lautsprecher zuzuordnen (siehe Abb. unten rechts)

 

So wirkt Dolby Atmos auch auf Dialoge

Abb. 3: Das Bild links zeigt, wie es bisher ist: Weil es keine Möglichkeit der Differenzierung gibt, muss ein zielgerichtetes Geräusch auf die gesamte Reihe seitlicher Surround-Lautsprecher verteilt werden. Rechts sieht man, dass mit Dolby Atmos das gleiche Geräusch genau einer Klangquelle (in diesem Fall dem vordersten Side-Surround) zugeordnet werden kann.

Hinzu kommt noch ein weiterer Vorteil: Dieser Effekt wird an jeder Stelle im Kinosaal konsitstent wahrgenommen, d.h. die Lokalisierung geht nicht verloren egal wo der Zuschauer sitzt. In einem 5.1.- bzw. 7.1-System hingegen wäre das Hören eines solchen Effektes abhängig von der Sitzposition des Zuschauers (siehe oben Abb. links).

Die höhere Auflösung bietet neue Möglichkeiten, den gesamten Hörraum in die akustische Szenerie einzubeziehen. Dies ist eine bedeutende Innovation, die sich völlig von der herkömmlichen Herangehensweise unterscheidet. Bisher wurde das Klanggeschehen bei der Produktion so abgemischt, dass es beim Zuschauer an einem bestimmten Punkt, dem "Sweet Spot" (der idealen Hörposition) den gewüschnten Effekt zu erzielt. Mit den neuen raumbezogenen Audio-Abmischungen wird dem Zuschauer eine erheblich authentischere Unterstützung der Handlung auf der Leinwand geboten.

 

Dolby Atmos bringt neue zusätzliche Side-Surround-Speaker

Abb. 4: Die neuen zusätzlichen Side-Surround-Speaker im vorderen Bereich (grün) sollten auf den Referenz-Bereich im Auditorium gerichtet sein (siehe auch Abb 5). Erkennbar ist dieses Prinzip in der hier gezeigten Abbildung auch bei den Top-Surrounds (ebenfalls grün) an der Decke.

Um einen sanften Übergang von der Leinwand ins Publikum und umgekehrt zu gewährleisten, sollten alle Surround-Speaker einer Seite entlang der Wand bis ganz nach vorne zur Leinwand plaziert werden. Die neuen zusätzlichen Side-Surrounds von Dolby Atmos (zusätzlich zu den bisher bei 5.1- und 7.1-Systemen empfohlenen) werden bei der Wiedergabe der bisherigen Surround-Systeme (5.1 oder 7.1) nicht als seitliche Surround-Speaker genutzt. Um eine einheitliche Klangabdeckung zu gewährleisten sollte der Abstrahlwinkel der Side-Surrounds im vorderen Bereich und im hinteren Bereich der Seitenwände auf die Referenzposition im Auditorium ausgerichtet werden.

Top-Surround-Lautsprecher

Die Deckenlautsprecher sollten in zwei Reihen von der Leinwand bis zur Rückwand aufgestellt sein. Die Reihen sollten den Raum in etwa in drei gleiche Bereiche aufteilen. Wie in der Abb. 5 sichtbar, gehen sie idealerweise symmetrisch vom Lc und dem Rc (in der Abb. grün, die beiden optionalen o.g. linken und rechten Center-Speaker) in einer Verlängerung zur Rückwand.

Dolby Atmos führt neue zusätzliche Deckenlautsprecher ein.

Abb. 5: Die neuen zusätzlichen Top-Surround-Speaker (grün) sollten soweit nach vorne geführt werden, wie die neuen zusätzlichen Side-Surround-Lautsprecher (ebenfalls grün).

Die Top-Surround-Speaker sollten in Bezug auf die Leinwand auf einer Ebene zu den seitlichen Surrounds plaziert werden, ohne jedoch den Lichtpfad der Projektion zu behindern. Ebenso wie die seitlichen und hinteren Surround-Lautsprecher sollten auch die Top-Surround-Speaker auf die Referenz-Position im Auditorium ausgerichtet sein.

Dolby Atmos in AV-Receivern

Am 23. Juni 2014 erhielten wir von Onkyo eine Pressemitteilung, in der für drei AV-Receiver das Feature Dolby Atmos angekündigt wird. Am 26.06.2014 folgten entsprechende Pressemitteilungen von Denon und Marantz. Damit hatten wir endlich die ersten offiziellen Stellungnahmen seitens der Industrie.

Bei Onkyo lauten die Modellbezeichnungen der AV-Receiver, die Dolby Atmos ausgestattet sind: Onkyo PR-SC5530, Onkyo TX-NR1030, und Onkyo TX-NR3030 - sowie die 2016er-Modelle TX-NR555, TX-NR656, TX-RZ710, TX-RZ810 und TX-RZ900. In der o.g. Pressemitteilung heißt es u.a.:

Dolby Atmos beschert Heimkinoliebhabern eine ganz neue Klangdimension und damit ein noch authentischeres Unterhaltungserlebnis: Der Raum füllt sich mit beeindruckend klarem, kräftigem, tiefem und detailreichem Klang aus jeder Richtung – einschließlich von oben. “Einige der weltweit einflussreichsten Filmemacher nutzen Dolby Atmos bereits, um das Publikum mitten in die Handlung hinein zu versetzen”, so Onkyo Marketing General Manager, Kevin Miyagi. “Dolby Atmos schafft ein multidimensionales Klangerlebnis von atemberaubender Klarheit und Detailreichtum. Wir sind begeistert, diese Technologie unseren Kunden als einer der ersten Hersteller anbieten zu können.”

Weiter heißt es in der Pressemitteilung vom 23. Juni 2014:

Ausgewählte Onkyo AV-Receiver und -Controller verfügen über zwei 32-Bit Signalprozessoren (DSP), um Dolby Atmos-Tracks dekodieren, skalieren und kalibrieren zu können. Die Inhalte werden somit optimal an individuelle Heimkino-Konfigurationen angepasst. Besitzer kompatibler Onkyo-Komponenten können ihr favorisiertes Heimkino-Setup frei wählen: Das neue Surroundformat entfaltet seine volle Wirkung mit zwei oder mehr Deckenlautsprechern bereits in 5.1-, 7.1- oder 9.1-Umgebungen. Alternativ können existierende Lautsprecher-Setups auch mit speziell für Dolby Atmos entwickelten Lautsprechern ergänzt werden.
Die Dolby Atmos unterstütztenden A/V Receiver der Generation 2014 verfügen über zwei 32-Bit Signalprozessoren (DSP), um Dolby Atmos-Tracks dekodieren, skalieren und kalibrieren zu können. Die Inhalte werden somit optimal an individuelle Heimkino-Konfigurationen angepasst. Besitzer kompatibler Onkyo-Komponenten können ihr favorisiertes Heimkino-Setup frei wählen: Das neue Surroundformat entfaltet seine volle Wirkung mit zwei oder mehr Deckenlautsprechern bereits in 5.1-, 7.1- oder 9.1- Umgebungen. Alternativ können existierende Lautsprecher-Setups auch mit speziell für Dolby Atmos entwickelten Lautsprechern ergänzt werden.

Und über Dolby Atmos heißt es in der Onkyo PM:

Dolby Atmos liefert ein fesselnde, mehrdimensionales Klangatmosphäre – Klänge lassen sich beliebig im Raum platzieren und bewegen, um ein vollkommen einhüllendes Unterhaltungserlebnis zu schaffen. Dolby Atmos nutzt objektorientierte Tonmischung, um unabhängige Audioelemente durch diskrete Kanäle zu überlagern und so 3D-Klangeffekte ausgesprochen realistisch im Raum zu bewegen. Das Format passt sich an jede Heimkinokonfiguration mit vertikalen Kanälen an und schafft so ein umfassendes Klangfeld mit äußerst präzisen gerichteten und Über-Kopf-Klangeffekten.

Bei Denon heißen die neuen Dolby-Atmos-fähigen AV-Receiver Denon AVR-X7200W, Denon AVR-X6200W, und Denon AVR-X4200W sowie aus der neueren 2016er-Baureihe AVR-X3300W, AVR-X2300W und AVR-X1300W. Yashinori Yamada von Denon sagt folgendes zu Dolby Atmos:

Jedes einzelne Detail wird lebendig, sodass der Hörer das Gefühl hat, sich mitten in Geschehen zu befinden. Diese Erfahrung ist bisher einzigartig in der Heimkinowelt.

Bei Marantz präsentiert zwei Vorstufen, das 13.2-Kanal-Gerät Marantz AV8802A und eine 11.2-Kanal-Vorstufe, die auf den Namen AV 7702 Mk2 hört. In der Pressemitteilung vom 26.06.2014 wird Don Freeman, Vice President Global Marketing bei D+M wie folgt zitiert:

Nur Dolby Atmos bietet einen multidimensionalen Sound, der den gesamten Raum erfüllt und jedes Detail zum Leben erweckt – seien es die Motorengeräusche von Rennwagen auf der Rennstrecke, das Rauschen des Windes oder ein Pfeil, der einmal quer durch den Raum fliegt. Für Heimkinosysteme ist dies ein ganz großer Schritt nach vorne.

Weitere Dolby-Atmos-fähige Geräte von Marantz: SR7011 und SR6011.

Yamaha berichtet uns, dass deren neue 2016er-Aventage-Modelle Yamaha RX-A3060, RX-A2060 , RX-A1060, RX-A860, RX-V781 und RX-V681 durchgehend mit den für Dolby Atmos erforderlichen Chips ausgestattet sind.
 

Wir haben zwischenzeitlich einige Informationen von Onkyo erhalten und sie auf der Seite Dolby Atmos im Heimkino: Das müssen Sie wissen zusammengefasst. Weitere Informationen finden Sie auf www.dolby.com und auf blog.dolby.com. Wenn Sie Fragen haben können sie uns gerne eine E-Mail schreiben: info@hifi-regler.de oder sich per Telefon an uns wenden: 0 92 51 / 879 - 500.

 

Fazit

 

Bei der Erstellung eines Atmos-Soundtracks setzt Dolby also auf zwei Komponenten: die althergebrachte Kanalabmischung und die neue akustische Dynamik mittels punktgenau zu platzierenden Audioelementen (Audio-Objekte). Ein weiterer Vorteil von Dolby Atmos: als Abfallprodukt einer Atmos-Abmischung können auf einfachem Wege 7.1- oder 5.1-Abmischungen erstellt werden, die dann auf konventionellen Abspielgeräten und Lautsprechern wiedergegeben werden können. Im Ergebnis dürften die zusätzlichen seitlichen und insbesondere die Top-Surround-Kanäle eine ganz neue bisher nicht gekannte Sound-Atmosophäre erzeugen.

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