Verstärker - Tipps & Tricks

Text von Matthias Walther-RichtersHIFI-REGLER, update: 18.11.2014

Matthias Walther-Richters (40), seit über 15 Jahren im Berater-Team von HIFI-REGLER: "Ob HiFi oder Home-Cinema - der Kauf einer Anlage will wohl überlegt sein. Bei der immer komplizierter werdenden Technik steht man da schnell vor einem Berg ungelöster Fragen. Nutzen Sie doch einfach unsere langjährige Erfahrung! Ich helfe Ihnen gerne, um für Sie die richtige Kaufentscheidung zu finden. Damit Sie viele Jahre Freude an Ihrer Anlage haben - und uns als zufriedener Kunde weiterempfehlen. Schicken Sie mir einfache eine E-Mail oder rufen Sie mich an unter 0180-5252570* (oder 09251-879500). Falls ich im Gespräch bin, hinterlassen Sie bitte Ihre Telefon-Nummer. Ich rufe Sie dann gerne zurück."

Der Verstärker bildet das Zentrum jeder Stereoanlage. Einerseits werden hier sämtliche Programmquellen angeschlossen und verwaltet, auf der anderen Seite muss der Verstärker die Signale dieser Programmquellen soweit aufbereiten und verstärken, dass die angeschlossenen Lautsprecher adäquat angetrieben werden können.

Die Auswahl des Verstärkers spielt folglich eine entscheidende Rolle für die Qualität und Nutzbarkeit der gesamten Stereoanlage.  Aus diesem Grund möchten wir Ihnen hier – ohne Anspruch auf Vollständigkeit – ein paar Tipps geben, was beim Kauf eines Stereo-Verstärkers zu beachten ist.

Grundbegriffe

Stereo-Verstärker setzen sich intern – grob gesagt – aus zwei Baugruppen zusammen: Dem Vorverstärker und den Endverstärker. Üblicherweiseweise sind diese beiden Komponenten in einem Gerät zusammengefasst. Man spricht dann spricht man von einem Vollverstärker. Sind die Baugruppen in getrennten unabhängigen Gehäusen untergebracht, dann spricht man von einer Vorstufe und Endstufe bzw. von einer Vor-/Endstufen-Kombi.

Vorverstärker

Der Vorverstärker ist die Schaltzentrale. Hier werden alle Programmquellen angeschlossen und ihre Signale werden so aufbereitet, dass sie sich in einem für die Endstufen nutzbaren Spannungs- und Impedanzbereich befinden. Darüber hinaus beinhaltet der Vorverstärker die Lautstärkeregelung. 

Endverstärker

Da die vom Vorverstärker ausgegebene Spannung nicht ausreicht, um einen Lautsprecher anzutreiben, muss dem Vorverstärker eine Endstufe nachgeschaltet werden, die die Spannung soweit erhöht, dass der Lautsprecher sinnvoll betrieben werden kann.

Einige Lautsprecher verfügen über einen integrierten Endverstärker. Diese werden als Aktiv-Lautsprecher bezeichnet und können direkt an den Vorverstärker angeschlossen werden.

Vollverstärker

Vollverstärker sind eine Kombination aus Vor- und Endverstärker. Hier können auf der einen Seite die Signalquellen angeschlossen werden. Auf der anderen Seite ist ein Vollverstärker in der Lage die Lautsprecher anzutreiben. Da hier – anders als bei getrennten Vor-Enstufen – nur ein Gerät benötigt wird und Vollverstärker im Normalfall preisgünstiger sind, als in Klang und Ausstattung vergleichbare getrennte Komponenten, erfreuen sich Vollverstärker größter Beliebtheit beim Endverbraucher. 

Mögliche Anlagen-Konfigurationen

Mit den oben dargestellten Verstärkerkomponenten ergeben sich folgende Kombinationsmöglichkeiten:

Klassisch: Vollverstärker mit passiven Lautsprechern

Klassische Verstärker Konfigaration

 

Vor-/Endstufen-Kombi mit passiven Lautsprechern

Verstärker Konfiguation 2

 

Vorstufe mit aktiven Lautsprechern

Verstärker Konfiguration 3

Welche Eingänge sind wichtig?

Verstärker-Eingänge

Hochpegel-Cinch-Eingänge am Denon PMA-2010AE

Der Blick auf die Rückseite eines Verstärkers zeigt eine Fülle von Anschluss-Buchsen.

Die Hochpegel-Eingänge

An den Hochpegel-Eingängen werden sämtliche Quellen angeschlossen, die ihre Signale analog ausgeben. Die einzige Ausnahme bilden Plattenspieler (Eingangsempfindlichkeit der Hochpegel-Eingänge beträgt 100 bis 500 mV. Vergewissern Sie sich also, dass der zur Auswahl stehende Verstärker über genügend Hochpegel-Eingänge, für die von Ihnen genutzten Programmquellen, verfügt. 

XLR-Eingänge

Symmetrische XLR-Eingä- nge am Marantz PM15S2

Hochpegel-Eingänge verfügen in der Regel über Cinch-Buchsen. Neben diesen Anschlüssen gibt es – vorwiegend im High End Bereich – symmetrische XLR-Verbindungen ("Balanced Input", wobei "balanced" gleichbedeutend ist mit "symmetrisch"). Die symmetrische Signalübertragung stammt aus der Studiotechnik und ist unempfindlicher gegen Einstreuungen. Wenn die Signalquelle ebenfalls über symmetrische Ausgänge verfügt, ist eine Verbindung via XLR sinnvoll, da geringe klangliche Vorteile bestehen können. Eine Verbindung via Cinch-XLR-Adapter ist dagegen nicht sinnvoll, da das Signal nicht symmetrisch übertragen wird und sich daher keinerlei Vorteile daraus ergeben.

An älteren Geräten deutscher Hersteller findet man mitunter noch 5-polige DIN-Anschlüsse. Diese sind Cinch-Steckern klanglich gleichzusetzen. Auch hier lohnt sich die Nutzung nur, wenn sowohl Quelle als auch Verstärker über DIN- Buchsen Verfügen. Eine Adaptierung ist nicht sinnvoll.


TIPP:

  • Stellen Sie sicher, dass der ausgewählte Verstärker über genügend Hochpegel-Eingänge für alle von Ihnen genutzten Programmquellen, die über die analogen Ausgänge betrieben werden sollen, verfügt.
  • DIN- oder XLR-Eingänge sind nur dann erforderlich, wenn Sie über Programmquellen verfügen, die entsprechende Ausgänge haben. Eine Adaptierung ist nicht sinnvoll.


Digitale Eingänge und D/A-Wandler

In jüngster Vergangenheit dienen immer häufiger Computer oder Fernsehgeräte als Signallieferanten für die Stereoanlage. Schließlich haben zahlreiche Computernutzer ihr Musikarchiv mittlerweile auf der Festplatte des Rechners gespeichert und der Ton des Fernsehers passt einfach besser zum großen Bild, wenn er über ausgewachsene Lautsprecher wiedergegeben wird.

Da die Soundkarten von Computern gehobenen Ansprüchen an die Klangqualität in der Regel nicht genügen, empfiehlt sich eine Anbindung der Stereoanlage an das Heimnetzwerk. Da es sich hier um ein eigenes und dazu noch sehr umfangreiches Thema handelt, soll an dieser Stelle nicht weiter darauf eingegangen werden. Als Alternative zur Anbindung an das Heimnetzwerk bietet sich die Möglichkeit den Rechner (digital) via USB im Lexikon) mit dem Verstärker zu verbinden.

Auch bei den Fernsehgeräten empfiehlt sich eine digitale Verkabelung, da die Geräte häufig gar nicht mehr über analoge Tonausgänge verfügen. Auch wenn Koaxial-Kabel und S/PIDF im Lexikon) klanglich minimal besser sind als ihre optischen Pendants, sollten Fernseher, genau wie Set-Top-Boxen, grundsätzlich über die optischen Digitaleingänge angeschlossen werden, da es über Koaxiale (elektrische) Verbindungen zu Brummschleifen kommen kann.

Koaxiale Digitaleingänge werden dagegen für CD-Laufwerke, Netzwerk-Player und andere digitale Quellen, die nicht an die Hausantenne (egal ob Kabel, Satellit oder terrestrisch)  angeschlossen sind, genutzt.

Neben optischen, koaxialen und USB-Eingängen gibt es noch BNCXLR und Firewire-Eingänge, die aber eher einen Exotenstatus haben und an dieser Stelle nicht näher erläutert werden sollen.

Um digitale Signale verarbeiten zu können benötigt ein Verstärker – neben den entsprechenden Eingängen – einen Rechner, der die digitalen Signale in analoge Signale umwandeln kann. Dieser Rechner wird als D/A-Wandler bezeichnet. Da der D/A-Wandler einen großen Einfluss auf die Klangqualität der digital am Verstärker angeschlossenen Signalquellen hat, sollte er entsprechend hochwertig sein.

Auch wenn zunehmend Nachfrage nach Stereo-Verstärkern mit D/A-Wandler und digitalen Eingängen besteht, ist das Angebot noch nicht besonders umfangreich. Aber keine Sorge, allein die Tatsache, dass der in einem langen Auswahlprozess mühsam zum Ziel aller Wünsche auserkorene Verstärker nicht über die erforderliche digitale Ausstattung verfügt, sollte Sie nicht davon abhalten das Wunschgerät zu erstehen. Der Wunschverstärker kann dann problemlos mit einem CinchXLR) an einen Hochpegel-Eingang des Verstärkers angeschlossen.

Bedenken Sie, dass der D/A-Wandler die Klangqualität aller angeschlossenen Quellen deutlich beeinflusst. Ein paar Euro mehr sind an dieser Stelle gut investiert. Bei hochwertigen D/A-Wandlern sollte darauf geachtet werden, dass über die Digitaleingänge auch Hochbitformate mit Abtastraten von 192 kHz (siehe auch Samplingfrequenz) verarbeitet werden können.

Wenn Sie neben der Anschaffung eines Verstärkers mit dem Erwerb eines neuen CD-Spielers liebäugeln, ist die Anschaffung eines externen D/A-Wandlers möglicherweise überflüssig, da jeder CD-Spieler zwangsläufig über einen integrierten D/A-Wandler verfügt. Auch die nötigen Digitaleingänge, die für eine Anbindung von Computer oder Fernsehgerät an den CD-Spieler erforderlich sind, sind mittlerweile an zahlreichen Geräten zu finden. Verfügt ein CD-Spieler über die von Ihnen benötigten Digitaleingänge und entspricht auch sonst Ihren Anforderungen, dann greifen Sie zu. Die Anschaffung eines zusätzlichen D/A Wandlers ist dann nicht mehr nötig.

Falls der CD-Spieler darüber hinaus über in der Lautstärke regelbare (variable) Hochpegel-Ausgänge verfügt und ausschließlich digitale Eingänge benötigt werden, kann der CD-Spieler die Funktion des Vorverstärkers übernehmen und direkt an eine Endstufe oder aktive Lautsprecher angeschlossen werden.


TIPP:

  • Um den Computer oder den Fernseher sinnvoll an einen Verstärker anzuschließen benötigt dieser digitale Eingänge und einen D/A-Wandler.
  • Verfügt der Wunschverstärker nicht über die notwendige digitale Ausstattung, kann dies durch die Anschaffung eines externen D/A-Wandlers oder eines CD-Spielers mit digitalen Eingängen ausgeglichen werden.
  • Achten Sie darauf, dass der Wandler die Tonformate aller von Ihnen archivierten Audio-Dateien verarbeiten kann.
  • Da alle Quellen, die digital mit dem Verstärker verbunden werden sollen, stark durch die Qualität des D/A-Wandlers geprägt werden, sollte dieser möglichst hochwertig sein.
  • Obwohl die koaxiale (elektrische) Verbindung klanglich etwas besser ist als die Optische, sollten alle Quellen, die an die Hausantenne (egal ob Kabel, Satellit oder terrestrisch) angeschlossen sind, über die optischen Eingänge an den Verstärker angeschlossen werden, da sich sonst wegen doppelter Erdung Brummschleifen bilden könnten.


Anschluss eines Plattenspielers

Soll auch ein Phono-Eingang erforderlich. Einen der "normalen" Hochpegel-Eingänge kann man zu diesem Zweck nicht verwenden, weil das Signal vom Plattenspieler einen deutlich niedrigeren Pegel aufweist als die Hochpegel-Signale und außerdem entzerrt werden muss. Die Eingangsempfindlichkeit eines MM-Phonoeingangs

Beachten Sie, dass es zwei  unterschiedliche Arten von Tonabnehmern gibt, die jeweils unterschiedliche Phono-Eingänge benötigen. Auf der einen Seite gibt es die MM (Moving Magnet) Systeme mit vergleichsweise hohem Pegel. Auf der anderen Seite stehen die sehr viel leiseren MC (Moving Coil) Systeme. Je nach verwendetem Tonabnehmersystem sind die Eingangsemfindlichkeitswerte unterschiedlich (2 bis 5 mV am MM-Eingang oder 0,1 bis 0,5 mV am MC-Eingang) und dementsprechend wird ein MM-Phono-Eingang oder ein MC-Phono-Eingang benötigt.

Im analogen Bereich üben Kabel bekanntermaßen einen besonders starken Bereich auf die Klangqualität aus. Da die Spannung an einem Phonoeingang um das bis zu 5.000-fache (0,1 mV zu 500 mV) niedriger sein kann, als an einem "normalen" Hochpegeleingang, bietet es sich an, diese Verbindungen mit einem speziellen Phonokabel herzustellen.

Einige wenige MC-Tonabnehmer – sog. High-Output-MC – verfügen über genügend Pegel, um sie auch an einem MM-Eingang zu betreiben. Fast jeder Phono-Eingang ist für MM-Systeme geeignet. MC-Systeme lassen sich dagegen nur an einem Teil der Phono-Eingänge  betreiben.

Falls der Wunschverstärker lediglich Hochpegel-Signale verwalten kann, ist die Anschaffung eines externen Phono-Vorverstärkers nötig. Auch dieser muss für den von Ihnen genutzten Tonabnehmertyp geeignet sein. Zahlreiche Plattenspieler – besonders im Einstiegsbereich – verfügen über einen integrierten Phono-Vorverstärker und können an jeden Hochpegel-Eingang angeschlossen werden.


TIPP:
  • Plattenspieler können nicht an Hochpegel-Eingängen betrieben werden, sonder benötigen einen speziellen Phono-Eingang. Eine Ausnahme bilden Plattenspieler mit integriertem Phono-Vorverstärker.
  • Stellen Sie sicher, dass der Phono-Eingang auch für das von Ihnen betriebene Tonabnehmersystem geeignet ist (MM oder MC).
  • Verfügt der Verstärker über keinen Phono-Eingang, kann er durch einen externen Phono-Vorverstärker ergänzt werden.

 

Wie teuer sollte ein Verstärker sein?

Der Kaufpreis des Verstärkers sollte sich am Lautsprecher orientieren. In der Fachliteratur gibt es unterschiedliche Meinungen, wie sich die Gewichtung des Budgets einer HiFi-Anlage auf Lautsprecher und Verstärker idealerweise verteilen sollte. Am häufigsten liest man, dass etwa 60-70 Prozent des Budgets (für Lautsprecher und Verstärker) auf Lautsprecher entfallen kann. Die restlichen 30-40 Prozent bleiben für den Verstärker. Insgesamt dürfte so das beste Klangergebnis für den eingesetzten Geldbetrag erzielt werden.

Wenn Sie die Anschaffung kleiner High-End-Lautsprecher beabsichtigen, so kann es sinnvoll sein, die Gewichtung etwas mehr in Richtung  Verstärker zu verschieben. Auch Lautsprecher, die elektrisch hohe Anforderungen an den Verstärker stellen – sei es durch einen extrem niedrigen Wirkungsgrad oder durch einen Impedanzverlauf, der sich bedenklich dem Kurzschluss nähert – benötigen kräftige und damit teuere Verstärker. Auch hier darf der Verstärker im Verhältnis zu den Lautsprechern etwas kostspieliger sein.

Röhren-Verstärker spielen eine Sonderrolle (siehe hierzu das folgende Kapitel) und sollten von der oben beschriebenen Faustregel ausgenommen werden.
 


TIPP:

  • Der Verstärker sollte etwa halb so viel kosten wie die angeschlossenen Lautsprecher.
  • Beim Betrieb von elektrisch anspruchsvollen Lautsprechern sollte etwas mehr in den Verstärker investiert werden.

 

Wie hoch sollte die Leistung des Verstärkers sein?

Die Leistung des Verstärkers ist in den Augen vieler Endverbraucher ein entscheidendes Kriterium für dessen Qualität. Aber klingt ein Verstärker mit 100 Watt eigentlich wirklich besser als sein Kollege, der nur 50 Watt unter der Haube hat? Diese Frage kann getrost mit nein beantwortet werden.

Wie viel Leistung ein Verstärker benötigt, ist letztlich vom angeschlossenen Lautsprecher abhängig. Und auch hier gibt es ein großes Missverständnis. Häufig wird die Belastbarkeitsgrenze des Lautsprechers als Maß für die erforderliche Verstärkerleistung gesehen. Dies hat mit der Realität aber wenig zu tun.

Wie aber sollte man beim Kauf des Verstärkers vorgehen, um herauszufinden wie viel Leistung benötigt wird?

Berücksichtigen Sie die im Kapitel zuvor erläuterte Faustregel. Der Verstärker sollte etwa halb so teuer sein wie die Lautsprecher, an die er angeschlossen wird. Jetzt sind sie schon einmal halbwegs auf der sicheren Seite. Darüber hinaus gilt, dass die entscheidenden Kriterien, für die beim Verstärker erforderliche Leistung, der Wirkungsgrad des angeschlossenen Lautsprechers, sowie dessen Impedanzverlauf sind.

Der Wirkungsgrad gibt an, wie groß der Schalldruck des Lautsprechers in 1 Meter Entfernung ist, wenn der Lautsprecher mit einer Leistung von 1 Watt angetrieben wird. Bei den meisten Lautsprechern, die heute  angeboten werden, bewegt sich dieser um den Bereich von 85 dB. Ist dies auch bei Ihren Lautsprechern der Fall, müssen Sie sich keine nennenswerten Gedanken über die Leistung Ihres Verstärkers machen, da nahezu jeder Transistorverstärker in der Lage ist den Lautsprecher anzutreiben. Ist der Wirkungsgrad niedriger, dann benötigt der Verstärker mehr Leistung. Erkundigen Sie sich, ob der Wunschverstärker genügend Leistung für Ihre Lautsprecher bereitstellt. Vor allem so genannte Class A-Verstärker verfügen häufig nicht über genügend Kraft, um Lautsprecher mit niedrigem Wirkungsgrad vernünftig anzutreiben. Röhren-Verstärker haben – was die Leistung betrifft – eine Sonderstellung. Insbesondere bei Eintakt-Trioden-Verstärkern reicht auch ein Wirkungsgrad von 85 dB nicht aus. Erkundigen Sie sich auch hier welchen Wirkungsgrad Ihr Wunschverstärker benötigt.  

Die Impedanz (gemessen in Ohm agekürzt mit dem griechischen Buchstaben Ω) ist frequenzabhängig und schwankt bei den meisten Lautsprechern mehr oder weniger stark. Entscheidend ist der niedrigste Impedanzwert, den der Lautsprecher über das gesamte Frequenzspektrum, das er wiedergeben kann, erreicht. Dieser Wert wird im Folgenden als untere Grenzimpedanz bezeichnet. Je höher die untere Grenzimpedanz liegt, desto unkritischer ist der Lautsprecher für den Verstärker anzutreiben. Hier sind Werte von 4 Ω für die allermeisten Stereoverstärker unkritisch. Problematisch wird es erst bei einer unteren Grenzimpedanz von 2 Ω oder weniger, bei der nur noch die wenigsten Verstärker wirklich stromstabil oder laststabil bleiben. Man verwendet in diesem Zusammenhang auch den Begriff hochstromfähig.

Bei der Auswahl des Verstärkers gilt folgendes. Bei einer unteren Grenzimpedanz von mehr als 4 Ω ist der Betrieb des Lautsprechers für praktisch jeden Stereo-Verstärker (auch für Röhren-Verstärker) unproblematisch. Bei einer unteren Grenzimpedanz von weniger als 4 Ω scheiden Röhrenverstärker aus, bei weniger als 3 Ω sollten Sie dann auch bei Transistor-Verstärkern nachfragen, ob der Verstärker Ihren Lautsprecher vernünftig antreiben kann.


TIPP:

  • Die entscheidenden Größen, für die beim Verstärker erforderliche Leistung, sind der Wirkungsgrad und die untere Grenzimpedanz des Lautsprechers. Liegt beides im gängigen Bereich ( >85 dB, >4 Ω), so ist praktisch jeder Transistor-Verstärker in der Lage die Lautsprecher ausreichend mit Spannung zu versorgen.
  • Liegen Wirkungsgrad und untere Grenzimpedanz niedriger, so ist insbesondere bei Class-A-Verstärkern zu klären, ob die Leistung des Verstärkers für die vorhandenen Lautsprecher ausreicht.
  • Röhren-Verstärker benötigen je nach Schaltungsprinzip noch einmal einen deutlich höheren Wirkungsgrad. Hier hilft nachfragen.

 

Disclaimer, Fazit und weiterführende Links

Die vorstehenden Ausführungen richten sich primär an Einsteiger. Um dieser Zielgruppe einen hohen praktischen Nutzen zu bieten, wollten wir unbedingt vermeiden, unsere Leser mit einem Wust von technischem Fachwissen zu erschlagen. Daher haben wir uns ganz bewusst bemüht, die Zusammenhänge so einfach wie möglich darzustellen und uns auf wesentliche Informationen - eben Tricks & Tipps - zu beschränken. Dies bitten wir zu bedenken, wenn Sie, lieber Leser, zu der Gruppe der "high-endigen audiophilen Spezialisten" gehören und den nötigen Tiefgang - aus Ihrer Sicht zu Recht - vermissen.

Es gibt nach wie vor eine ganze Reihe hervorragender Verstärker am Markt. Wenn auch die Jahre stürmischer Innovationen in Sachen Klangoptimierung der Vergangenheit angehören. Heutige Innovationen betreffen den Bereich neue digitale Medien und zwar in Sachen Anschlussfunktionalität und Wiedergabequalität komprimierter Formate (MP3 u.s.w.). In diesem Bereich sind Innovationen mit hohen Lizenzgebühren und hohen Aufwendungen für Programmierkapazitäten belastet. Dies können eigentlich nur noch große international tätige Hersteller stemmen und so kann man zunehmend beobachten, dass immer mehr große Hersteller die Nase vorn haben. In erster Linie sind dies DenonMarantzOnkyoYamaha oder Pioneer. Aber auch einige im Vergleich eher kleinere europäische Hersteller wie NADCambridge AudioMusical Fidelity können sich gut behaupten. Daneben gelingt es erstaunlicherweise auch zwei deutschen Herstellern sich im Markt konstant zu halten. Es sind dies T+A (siehe T+A MUSIC RECEIVER oder T+A MUSIC PLAYER / T+A POWER PLANT) und AVM. Diese beiden Hersteller verbinden in geradezu vorbildlicher Weise deutsche Präzision und Lösungskompentenz mit einem überwiegend sehr gutem Preis-/Leistungsverhälnis.

Wir empfehlen gerade bei einem hochwertigen Fernseher das Thema Blitzschutz und Überspannungsschutz ... zu beachten. Dazu können Sie im gleichnamigen HIFI-REGLER-Special einige Informationen abrufen.

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