HIFI REGLER-Special: Was ist für optimalen Stereoklang zu beachten?

Autor: Carsten Rampacher, AREADVD, exklusiv für HIFI-REGLER, update: 06.02.2017

 

Wer sich eine neue Stereo-Anlage kaufen möchte, hat es auf den ersten Blick leichter als der Surround-Liebhaber. Nur ein Verstärker plus entsprechender Zuspieler und ein Paar Lautsprecher, das ist alles. Trotzdem sollte man vor dem Kauf verschiedene Punkte beachten.

 

1. Relationen beachten

 

Wer zum Beispiel ein Paar 1.000 EUR-Lautsprecher an einem 2.000 EUR Stereoverstärker betreibt, wird dessen Fähigkeiten nicht ausnutzen können. Anders sieht es mit einem aufwändigeren Boxenpaar für 3.000 EUR aus – man sollte demnach immer ein vernünftiges Preis-Verhältnis zwischen den einzelnen Komponenten schaffen. Manchmal kommt es auch vor, dass eigentlich relativ günstige Boxen dafür sorgen, dass selbst teure Verstärkern sehr gut herauskommen, umgekehrt gibt es günstige Verstärker, die man aufgrund ihrer überdurchschnittlichen Leistungsstärke auch an kostspieligen Lautsprechern verwenden kann. Das sind aber Einzelfälle und entsprechen nicht der Regel.

 

2. Auf die richtigen Anschlüsse beim Stereoverstärker schauen.

 

Das ist gerade dann wichtig, wenn man z.B. einen Schallplattenspieler an die Stereo-Anlage anschließen möchte. Sind dafür direkt am Verstärker die nötigen Voraussetzungen geschaffen, oder brauche ich einen externen Phono-Vorverstärker?

 

Anschlüsse am Stereo-Verstärker

Wichtig: über welche Anschlüsse verfügt der Stereoverstärker

 

3. SACD/CD-Player digital anschließen

 

Ebenfalls wichtig, wenn man z.B. einen SACD/CD-Player digital anschließen möchte: Optische/koaxiale Digitaleingänge sind am Verstärker dafür erforderlich.

 

4. D/A-Wandler

 

Wer den CD/SACD-Spieler digital mit dem Stereoverstärker verbinden möchte, sollte sich vergewissern, dass der im Verstärker eingebaute Digital-Analog-Wandler die entsprechend hochwertige Qualität aufweist, oder ob es mehr Sinn macht, den D/A-Wandler im Zuspieler einzusetzen.

 

5. High Resolution Audio

 

Dieser Sammelbegriff bezeichnet hochauflösende Audio-Dateien auf PCM-Basis (die dann z.B. in FLAC-Container gepackt werden) oder im Format DSD (Direct Stream Digital), die einen vollwertigen Oberwellenbereich und eine erweiterte Dynamik garantieren. Wer Hi-Res wiedergeben möchte über den Stereoverstärker, sollte darauf achten, dass ein sogenannter asynchroner USB-DAC an Bord ist. Mittels USB-Kabel wird das Notebook direkt mit dem Verstärker verbunden. Variante 2: Einen Netzwerk-Stereo-Receiver, z.B. von Yamaha oder Onkyo, kaufen, der beherrscht oft auch die Hi-Res-Audio-Wiedergabe übers Netzwerk und greift direkt auf Notebook oder Home Server zu.

 

6. Lautsprecher und Verstärker

 

Wichtig ist, dass Lautsprecher und Verstärker klanglich zusammenpassen. Am besten ausgiebig testen und zusätzlich die Meinung eines Experten einholen.

 

Yamaha A-S801

Yamaha A-S801

 

7. Lautsprecher-Auswahl

 

Sucht man nach einer hochwertigen Lösung, so ist bei der Auswahl der Lautsprecher auf folgendes zu achten: Hoch belastbare, aufwändig konzipierte Chassis mit möglichst leichtem Membran-Material für höchste Impulstreue, Gehäuse der Box mit hoher Wandstärke für geringe Gehäuse-Resonanzen, sauber konstruierte Frequenzweiche für bestmögliche Aufteilung der einzelnen Frequenzbereiche auf die Chassis. Meist kann man sagen, dass ab einem Stückpreis von rund 500 EUR/Regallautsprecher beziehungsweise ca. 800 EUR/Standlautsprecher eine tadellose Qualität auch fürs hochwertige zweikanalige Musikhören gegeben ist. Das heißt nicht, dass günstigere Lautsprecher ihr Geld nicht Wert sind, sondern nur, dass der anspruchsvolle, erfahrene Musikhörer sich besser an gehobenen Preisklassen orientieren sollte.

 

Dali Opticon 2

Hohe akustische Kompetenz im kompakten Format - die Dali Opticon 2

 

8. Radio

 

Wer gern auch Radio hören möchte, hat zwei Möglichkeiten: Entweder gleich auf einen Stereo-Receiver mit Tuner an Bord zurückgreifen, oder einen Tuner separat kaufen. Im Sinne bestmöglicher Zukunftssicherheit sollte man auf einen Tuner zurückgreifen, der auch den digitalen Radioempfang über DAB/DAB+ unterstützt.

 

9. Subwoofer

 

Wer nur recht kompakte Regallautsprecher aufstellen kann, aber hohe Erwartungen hinsichtlich der Leistungsstärke im Bassbereich hat, kann auf einen Stereoverstärker oder Stereoreceiver zurückgreifen, der einen Vorverstärkerausgang für den direkten Anschluss eines separat erhältlichen aktiven Subwoofers mitbringt. Solche Geräte gibt es immer häufiger.

 

Elac Subwoofer

Auch im Stereo-Setup kann ein zusätzlicher Subwoofer Benefits bieten

 

10. Digitale oder analoge Endstufen?

 

Nicht mehr kaufentscheidend ist mittlerweile, ob der Stereoverstärker digitale oder analoge Endstufen an Bord hat. Digitale Endstufen weisen kaum Verlustwärme beim Verstärkungsprozess auf und arbeiten daher sehr effizient. Zudem bauen sie sehr kompakt. Früher sagte man immer, dass digitale Endstufen gerade im Hochtonbereich eher synthetisch und wenig emotional klingen. Mittlerweile gibt es extrem gut klingende digitale Endstufen, aber erst in gehobenen Preisklassen. Wer emotionalen Klang vor allem bei Klassik und Jazz in günstigeren Preisregionen unterhalb der 1.000 EUR genießen möchte, sollte vielleicht besser zu einem, Verstärker/Receiver mit herkömmlichen analogen Endstufen greifen.


Verantwortlich für den Inhalt: Detlev Schnick, © Copyright 2002 - 2017 HIFI-REGLER