Yamaha
DSP-AZ 2 im Test (DSP-AZ2)
Test: Carsten
Rampacher, AREADVD 23.12.2002
- Wenn Sie beim Lesen dieses Test-Berichtes auf Fachbegriffe stoßen,
die Ihnen noch unbekannt sind, so nutzen Sie unser Lexikon!

Ausstattung
Der Yamaha
DSP-AZ 1 konnte in unserem Praxistest absolut begeistern - doch
auch wenn sein Preis von ca. 2800 EUR für das Gebotene sehr fair ist,
so sind selbst viele sehr engagierte Heimcineasten und Mehrkanal-Musikfreunde
nicht bereit, für das Hobby so beträchtliche Investitionen vorzunehmen.
Für alle, die gehobene Qualität zum günstigeren Kaufpreis suchen,
ohne aber wirklich Verzicht üben zu wollen, offeriert Yamaha seit
kurzem den Yamaha
DSP-AZ 2 für ca. 1.550,00 EUR. Der
wahlweise in Titan oder Schwarz lieferbare AV-Verstärker decodiert
"standesüblich" neben DTS / Dolby Digital 5.1 auch DTS ES Matrix/Discrete
6.1 und Dolby Digital 5.1 EX. Dazu kommen noch ein Decoder für DTS
96/24 und die Surround-Aufpolierer Dolby Pro Logic II (mit allen Einstellmöglichkeiten
im Music Mode) und DTS Neo:6. Wie es sich für einen Yamaha AV-Verstärker
gehört, verfügt auch der Yamaha
DSP-AZ 2 über eine große Anzahl aufwändig gestalteter Cinema-
und HiFi-DSP-Programme (mehr zur DSP-Technik findet sich im Anhang
zum Test, wo auch alle Programme und deren Editiermöglichkeiten aufgeführt
sind). Genug Leistung kauft man auf jeden Fall ein, denn der Yamaha
DSP-AZ 2 bringt 6 x 190 W (4
Ohm, 1 kHz, 0,7 % THD, DIN) und 2 x 45 W (4 Ohm, 1 kHz, 0,7 % THD,
DIN) für die Fronteffektkanäle mit.
Für den Back Surround Bereich sieht Yamaha auch in dieser Preisklasse
weiterhin nur eine Endstufe vor. In der Praxis wirkt sich dies unter
den meisten Bedingungen aber praktisch kaum aus, nur wer mit mehreren
Personen in großen Hörräumen Heimkino-Vorführungen genießen möchte,
profitiert von 2 Lautsprechern, da durch die Sitzposition bedingte
Klangunterschiede bei der Back Surround-Effektwiedergabe mit 2 Lautsprechern
besser ausgeglichen werden können. Zudem erscheint das Klangbild noch
minimal dichter. Da Yamaha aber mit seinen verschiedenen Cinema DSP-Programmen
sowieso ein sehr voluminöses Klangbild im Surroundbereich bietet,
wird dieses Manko von der Ein-Lautsprecher-Back Surround-Lösung zum
größten Teil ausgeglichen. Als spezielles Yamaha-Feature gibt es für
noch mehr Effektvolumen und eine noch genauere Positionierung verschiedener
Effektarten zwei Endstufen für die vorderen Effektkanäle.
Anschlüsse sind
mehr als genug vorhanden, so gibt es unter anderem zwei Komponenten-Eingänge
und einen Komponenten-Ausgang, fünf optische (ein Eingang auf der
Frontseite) und zwei koaxiale Digitaleingänge, zwei optische Digitalausgänge,
einen kompletten Satz an Pre-Outs für alle Kanäle (Subwooferausgang
doppelt vorhanden), solide Schraubverschlüsse auch für ein eventuell
verwendetes Hauptlautsprecher-Paar B, eine RS232-Schnittstelle sowie
einen kompletten Front-AV-Eingang inklusive optischem Digitaleingang
und S-Video-Buchse. Der Fronteingang befindet sich unter einer Klappe,
deren Ausführung als Beispiel für das ganze Gerät gelten kann: Solide
und handwerklich hochwertig. Hier erhält der Kunde eine Verarbeitungsgüte,
die der Preisklasse absolut angemessen ist. Auch die tadellos ausgeführten
Drehregler bestätigen dies. Die schon gut bekannte, vorprogrammierte
und lernfähige Fernbedienung ist ebenfalls von sehr guter Qualität.
Die
verbauten Chips stammen aus der hauseigenen Chipschmiede, hier kauft
Yamaha nicht zu, sondern entwickelt selber, was in der heutigen Zeit
selten geworden ist. Insgesamt besticht der Yamaha
DSP-AZ 2 mit einer funktionellen, umfassenden und hochwertigen
Ausstattung und einer auf sehr hohem Niveau liegenden Verarbeitung.
Bewertung
    
Bedienung
Die
bereits hinlänglich bekannte Yamaha-Fernbedienung kann auch diesmal
wieder gefallen. Besonders handlich ist sie zwar nicht, die übersichtlich
und klar angeordneten Tastengruppen fallen aber ebenso positiv auf
wie die Beleuchtung der wichtigsten Funktionselemente und das kleine
LC-Display, in dem die gerade aktivierte Geräte-Funktion (z.B. DVD
oder LD) angezeigt wird. Selbstverständlich ist die Fernbedienung
vorprogrammiert und lernfähig. Mitgeliefert wird auch ein On Screen
Display, das gerade bei den Grundeinstellungen am Anfang eine große
Hilfe darstellt. Ohne Schwierigkeiten kann der Yamaha
DSP-AZ2 betriebsfertig justiert werden. Lobenswert: Yamaha hat
sich endlich zu einer bei der Konkurrenz schon weit verbreiteten Steigerung
des Bedienkomforts entschlossen, beim Yamaha
DSP-AZ 2 können nun, wie auch schon beim Yamaha
RX-V 1300, via OSD mit allgemeiner Gültigkeit die Lautsprecher-Abstände
vom Hörplatz in Metern eingegeben werden - dies war bei Yamaha AV-Verstärkern
und -Receivern nicht immer so. Noch besser gefiele uns diese Funktion
allerdings, wenn man die Abstände für die Front L/R Lautsprecher und
Surround L/R Lautsprecher auch getrennt für die linke und rechte Box
und nicht nur für beide Boxen zusammen einstellen könnte. Für den
engagierten Heimkino- und Mehrkanal-Musikfreund empfiehlt es sich,
die ausführliche Bedienungsanleitung gründlich durchzulesen, im Anhang
finden sich nämlich noch sehr interessante Details zum Editieren der
einzelnen DSP-Programme (auch hier am Ende des Tests aufgelistet und
teilweise kommentiert). Wer die nötige Geduld aufbringt und sich entsprechend
Zeit nimmt, kann den Yamaha
DSP-AZ 2 und seine vielen DSP-Programme noch dem Hörraum und dem
individuellen Geschmack anpassen. Wer einmal durchschaut hat, wie
es geht, und sich dei einzelnen Parameter-Bezeichnungen und deren
Funktion merkt, wird für die wichtigsten DSPs bereits mit einem vertretbaren
Zeitaufwand ein noch besseres akustisches Resultat erzielen können.
Doch auch mit optischen und weiteren praktischen Werten geizt der
Yamaha
DSP-AZ 2 nicht: So erfreut immer wieder das große, fein auflösende
Gerätedisplay in bernsteinfarbener Ausführung mit tadellosem Kontrast,
ebenso ist der AV-Verstärker mit einem praktischen Front AV-Eingang
inklusive optischem Digital-Input versehen, der sich, zusammen mit
weiteren, einfach und klar zu bedienenden Funktionselementen hinter
der massiven Frontklappe verbirgt. Der sehr gut in der Hand liegende
Lautstärkeregler vervollständigt den fast makellosen Gesamteindruck.
Bewertung
     
Ton
Test-Equipment:
- DVD-Player
Denon
DVD-A 1
-
Frontlautsprecher
Mirage FRX-9
-
Centerlautsprecher
Mirage MC-2
-
Surroundlautsprecher
Mirage FRX-Rear
-
Back Surround-Lautsprecher
Mirage FRX-Rear
- Aktiver Subwoofer
Monitor Audio Fast Bass 212
- Plasma Panasonic
TH-37PW 5
- Verkablung
von Monster
- 5-fach Metallnetzleiste
von Straightwire
Klang Film
Von einem AV-Verstärker,
der über 1.500 EUR kostet, erwartet man verschiedenen Dinge: So zum
Beispiel, dass man nicht unbedingt einen aktiven Subwoofer anschließen
muss, um eine ansprechende Basswiedergabe zu erreichen. Dies ist sogar
inzwischen bei verschiedenen besonders gut gelungenen Modelle der
Preiskategorie bis knapp über 700 EUR möglich (z.B. Pioneer
VSX-D 811, Marantz
SR-4300 oder Harman
Kardon AVR-3550). Also erwartet man von einem deutlich teureren
Gerät auch deutlich mehr. So zum Beispiel, dass die Basskraft auch
bei höheren Pegeln in größeren Hörräumen für ordentlich Druck sorgt.
Und, dass selbst nach drei Stunden Dauereinsatz bei höherer Lautstärke
die Performance nicht wesentlich leidet. Hinzu kommt, dass beim zusätzlichen
Einsatz eines aktiven Subwoofers entsprechender Dimensionierung echtes
Kinofeeling und nicht nur ein kleines Surround-Feuerwerkchen geboten
werden sollte.
Alles kein Problem
für unseren Yamaha
DSP-AZ 2, dessen Endstufen eine ausgezeichnete Dynamik, ein rasches
Ansprechverhalten und eine hervorragende Dauer-Performance mitbringen.
Die Basskraft ist enorm - auch ohne aktiven Subwoofer, auch bei hohen
Pegeln, also, wenn im arbeitsintensiven Bassbereich richtig Leistung
abverlangt wird. Zudem funktioniert auch die geräteinterne Bassumleitung
sehr gut: Wird im Setup als Bass-Wiedergabemedium Main L/R (also die
Hauptlautsprecher) eingestellt, so werden diese auch mit den Bassanteilen
ansprechend versorgt. Allen Freunden großvolumiger Standlautsprecher
sei aber an dieser Stelle folgendes "Geheimnis" verraten: Auch wenn
man bereits Heimkinospaß mit hochwertigen großen Standboxen haben
kann - vorausgesetzt, ein potenter Verstärker wie der Yamaha
DSP-AZ2 ist im Equipment vorhanden -, noch mehr "Feuer" in Form
tieffrequenter Effektgewalt, subtiler Tiefbasswiedergabe und einem
vollkommen überzeugenden Gesamtvolumen wird erst mit Hilfe eines aktiven
Subwoofers erreicht. Dieser sollte allerdings von ausgezeichneter
Qualität sein, also die entsprechende Leistung und den entsprechenden
aufwändigen Aufbau für eine Basswiedergabe z.B. ohne Strömungsgeräusche
mitbringen. Ein qualitativ unterdurchschnittlicher Subwoofer vermiest
durch mangelhafte Präzision, zu wenig Druck und zu frühes Durchschlagen
den Mehrkanal-Spaß, hier sollte man also nicht am falschen Ende sparen.
Um den "Unterhaltungswert"
zu steigern, bringt der Yamaha als "Bonbons" noch seine tadellosen
Cinema DSP-Programme mit. Besonders empfehlenswert sind Adventure,
Spectacle und Sci-Fi, zusätzlich kann man bei Filmen, die in DD 5.1
oder DTS 5.1 vorliegen und eine ausgeprägte Effektkulisse haben, noch
(wie bei Geräten mit EX-Funktion üblich) manuell die Back Surround
Matrix aktivieren. Ergebnis von DSP-Programm plus Back Surround Matrix
ist ein intensiveres Hörerlebnis, das in einer besonders gelungenen
Abstimmung von Stimm- und Effektwiedergabe sowie dem Music Score auszeichnet.
Je nach Programm, präsentiert sich die Kraft der Effektwiedergabe
und das Gesamtvolumen der "normalen" DD- oder DTS-Wiedergabe als hörbar
überlegen. Man sollte jedoch, möchte man die DSP-Programme richtig
nutzen, folgende Hinweise beachten (mehr zur DSP-Technik steht im
Anhang zu diesem Test):
- Experimentieren.
Oftmals bringt erst der Vergleich mehrerer Cinema DSP-Programme
das geeignete Ergebnis. Natürlich sollte auch die Art der Software
(z.B. Western, Science Fiction Film, Actionspektakel á la "The Rock"
oder "MI2") mit in die Überlegungen einbezogen werden.
- Zeit nehmen.
Nach fünf Minuten "gerade mal eben reinhören" findet man kaum einen
Unterschied zwischen den einzelnen DSP-Programmen bzw. zwischen
einem DSP-Programm und dem normalen DD/DTS-Betriebsmodus.
- Bei allen Erwartungen
realistisch bleiben. Die Yamaha DSPs können einem hervorragend abgemischten
Film noch mehr akustische Brillanz verleihen sowie eine nicht voll
befriedigende Tonspur wirkungsvoll aufpolieren, die Nachteile einer
nicht besonders gut abgemischten DVD (schlechte, dumpfe Hochtonwiedergabe,
zu wenig Volumen, unpräziser Bass, monotone Effektkulisse) können
aber nicht völlig vergessen gemacht werden.
Hörbeispiele
Bei "Mission Impossible
2" konnte sich der starke Yamaha erwartungsgemäß gut in Szene setzen.
Bereits in der Anfangssequenz begeistert die Dynamik, mit der der
Yamaha
DSP-AZ 2 den Flugzeugabsturz und die Vorgeschichte wiedergibt.
Die Effekte sind sehr präzise zu orten, die Effektwiedergabe ist sehr
klar und facettenreich. Hier zeigt sich eine kleine Verbesserung gegenüber
dem Vorgänger, die aber erst nach umfangreichem Probe hören zu merken
sind: Während schon der Yamaha
DSP-AX 3200 ein ausgezeichnetes Volumen der gesamten Klangkulisse
bieten konnte, kommt beim DSP-AZ2 zusätzlich eine nochmals leicht
gesteigerte Klarheit der Effektdarstellung hinzu. Besitzer des Yamaha
DSP-AX 3200 müssen sich aber nicht grämen: Das bei diesem Modell
gebotene Niveau ist keinesfalls deutlich schlechter, es sind wirklich
nur Nuancen. Nach wie vor gehört auch der Yamaha
DSP-AX 3200 zu den besonders gut gelungenen AV-Verstärkern gehobener
Preisklassen. Natürlich und lebendig ist die Stimmwiedergabe, dazu
sind die Stimmen auch tadellos ins Gesamtgeschehen eingearbeitet.
Bassattacken,
die noch immer nichts von ihrer Faszination eingebüßt haben, finden
sich auf "Independence Day" noch immer zur Genüge. Der Yamaha zeigt
bereits nach wenigen Sekunden sein Können, als das Alien-Mutterschiff
mit einem kraftvollen Tiefbass den Mond passiert. Mit Wucht und Präzision
schleudert der AV-Verstärker alle Arten von Effekten quer durch den
Hörraum. Sehr gut: Die weitläufige Wiedergabe, die den Eindruck, hier
ein besonders kraftvolles Spektakel erleben zu dürfen, verstärkt.
Oftmals ist bei manchen AV-Receivern oder -Verstärkern herauszuhören,
dass zwar schon eine kräftige Effektwiedergabe möglich ist, nicht
allzu vielen Geräten gelingt es aber, das weitläufige, tief in den
Raum gehende, dreidimensionale Klangbild in einen Hörraum zu transportieren,
der natürlich nicht annähernd die Größe und die Akustik eines hervorragend
aufgebauten und entsprechend dimensionierten Kinosaals hat. Den realen
Erlebnis-Faktor, der erst für ein "Mittendrin-Sounderlebnis" sorgt,
weiß der Yamaha
DSP-AZ 2 exzellent zu realisieren. Sehr empfehlenswert ist hier
das "SciFi"- oder auch das "Spectacle"-DSP-Progamm, die Wahl sollte
sich auch nach dem individuellen Geschmack und nach dem sonstigen
Equipment sowie der Größe und der Akustik des Hörraums richten. Zusätzlich
raten wir, die Back Surround Matrix in Betrieb zu nehmen.
Imposant geht
es auch bei "Star Wars - Episode 1, The Phantom Menace" zu. Schon
die von den Fans geliebte traditionelle Eröffnungs-Melodie wird mit
dem nötigen Nachdruck wiedergegeben, was folgt, ist Heimkino auf hohem
Niveau: Zusammen mit einem hervorragenden Zuspieler (in unserem Falle
der Denon DVD-A1) und einem entsprechenden Bildausgabegerät (in unserem
Fall das Plasma-TV-Ensemble Panasonic
KIT TH-37 PW 5 EX), einem sehr guten Lautsprecherset (Mirage FRX-9,
MC-2, FRX-Rear) sowie dem sehr kraftvollen und präzisen Monitor Audio
Fast Bass 212) sowie einer hochwertigen Verkabelung kann hier ein
akustisches und visuelles Erlebnis geboten werden, das auch stark
gehobenen Ansprüchen genügt. Yamaha
DSP-AZ 2 trägt seinen gewichtigen Teil dazu bei, indem er mit
sehr hoher Genauigkeit ein akustisches Bild der zahlreichen Laserschwert-Gefechte
bereit stellt. Die verschiedenen Explosionen, z.B. die des Raumschiffes
der Jedi-Botschafter direkt zu Beginn, lassen den Hörraum in seinen
Grundfesten erbeben. Als DSP-Modus für diesen in Dolby Digital 5.1
EX vorliegenden Film raten wir auch in diesem Fall zum Sci-Fi-Programm,
das besonders weitläufig und tief in den Raum hineingehend arbeitet.
Klang Mehrkanal-Musik
Eine gefällige,
mit einem sehr guten Volumen versehene Wiedergabe war bislang auch
im Mehrkanal-Musikbetrieb kennzeichnend für AV-Verstärker und -Receiver
aus dem Hause Yamaha. Doch nicht nur das, denn selbst bei nur befriedigender
Software holen die Yamaha-Geräte, auch wenn anstatt der verschiedenen
Hifi-DSP-Programme "nur" das normale Dolby Digital 5.1, je nach Geschmack
mit oder ohne manuell aktivierter Back Surround Matrix, für die Wiedergabe
bemüht wird, noch erstaunlich runde Resultate aus dem nicht ganz überzeugenden
Ausgangsmaterial. Natürlich können matte Höhen, wenig Volumen oder
eine nicht vollkommende Detailfreudigkeit nicht völlig vergessen gemacht
werden, aber es ist doch immer wieder erfreulich, dass selbst durchschnittliche
DVDs wie die zum Test herangezogene Ace Of Base-DVD "Da Capo" erstaunlich
komplett klingen. Dass die Höhenabmischung nicht allzu gut gelungen
ist (zu dumpf, zu wenig Transparenz), lässt sich weiterhin nicht verleugnen,
aber die Homogenität des Klangbilds, maßgeblich vom stimmigen Gesamtvolumen
beeinflusst, zeigt, dass der Yamaha
DSP-AZ 2 die Disc wirklich anhörbar macht. Nicht unterschätzen
darf man natürlich die großen Auswirkungen, die die Akustik des Hörraums
und die verwendeten Lautsprecher auf das gesamte Hörerlebnis haben.
Dies wird der Vollständigkeit halber immer wieder erwähnt, damit kein
Leser auf die Idee kommt, dass der AV-Verstärker praktisch ausschließlich
den Klang beeinflusst. Es ist eine sorgfältige Abstimmung aller beteiligten
Komponenten erforderlich, ebenfalls sollte man die akustischen Eigenschaften
seines Hörraums kennen. Und: Die gesamte Anlage ist immer nur so gut
wie ihr schwächstes Glied. Berücksichtigt man alle Faktoren in ausreichender
Art und Weise, bereitet der Yamaha
DSP-AZ 2 wirklich viel Hörspaß, gefallen haben uns auch seine
Pegelfestigkeit, die es problemlos möglich macht, auch Hörräume, die
40 Quadratmeter groß sind, mit hohen Lautstärken zu beschallen.
Mit akustisch
sehr guten DVDs kommt der AV-Verstärker ebenfalls sehr gut zurecht.
So brachte der Yamaha
DSP-AZ 2 bei Wolfgang Amadeus Mozarts 40. Symphonie (Naxos Musical
Journey DTS/DD 5.1 DVD) vor allem die Orchestereinsätze sehr gut zur
Geltung: Hier stimmten alle Faktoren, von der Herausarbeitung jedes
einzelnen beteiligten Instruments über die Dynamik bis zur hohen Gesamtharmonie
des Klangbilds schenkte der hochwertige Verstärker jedem Part das
richtige Maß an Aufmerksamkeit. Im Vergleich zum bereits ausgezeichneten
Vorgänger Yamaha
DSP-AX 3200 verbesserte Yamaha zwei Dinge: So spielt der Yamaha
DSP-AZ 2 im Hochtonbereich noch eine Nuance freier auf, zugleich
steigerte man die Präzision bei der Detaileinarbeitung, die nun noch
akzentuierter, aber ohne Nachteile bei der gesamten Harmonie, vonstatten
geht. Ähnliches haben wir bereits beim kürzlich getesteten Yamaha
RX-V 1300 zwei Preisklassen niedriger, aber auf einem für die
1.000 EUR-Preisklasse ebenfalls erfreulichen Level, feststellen können.
Seine sehr guten
Leistungen vervollständigt der Yamaha bei der Wiedergabe des Neujahrskonzerts
2002 (TDK Limited Edition, Director`s Cut, Seji Ozawa dirigiert die
Wiener Philharmoniker/den Musikverein Wien, DTS/DD 5.1): Mit Schwung
und Elan bringt der Yamaha
DSP-AZ 2 die verschiedenen Walzer des "Walzerkönigs" Johann Strauß
Sohn zur Geltung und schafft es somit, das ganz spezielle Flair, das
gerade dieser Konzertsaal mit imposanter Akustik, weltberühmten Musikern
und der zu Wien passenden Musik bietet, in den Hörraum zu transportieren.
Zu beachten bei dieser DVD ist allerdings, dass man hier kein DSP-Programm
verwenden sollte. Der Grund: Das Wiener Neujahrskonzert findet traditionell
im Großen Musikvereins-Saal in Wien statt, einer der Konzerträume
mit der weltbesten Akustik - hier bräuchte man schon ein DSP-Programm
mit ebendieser Prägung. Yamaha führt das passende DSP-Programm auch
im Repertoire, aber nur das Topmodell Yamaha
DSP-AZ 1 kommt in den Genuss des Großen Musikvereins-Saals in
Wien (Europe Hall C: 1700 Sitzplätze, reich mit Ornamenten verziert,
dadurch reichhaltige Reflexionen, kastenförmiger Aufbau). Hier sollte
Yamaha vielleicht diese herausragende Akustik dieses Wiener Saals,
im Yamaha
DSP-AZ 1 sehr passend eingefangen, auch den kleineren Modellen
als DSP-Programm einsetzen.
Noch etwas Generelles:
Wer gern die entsprechenden HiFi-DSP-Programme verwenden und ein akustisch
überzeugendes Ergebnis sicherstellen möchte, sollte sich zuvor genau
über die Vorbilder der DSP-Programme, die in der Bedienungsanleitung
aufgeführt sind, informieren. Diese akustischen Vorbilder sollte man
sich richtig einprägen - wenn man dann eine Multichannel DVD sein
eigen nennt, deren musikalische Vorlage genau an einem der für die
DSP-Programme als Vorbild dienenden Orte (z.B. die Alte Oper in Frankfurt
oder die Münchener Philharmonie) aufgenommen wurde, dann erlebt man
Musikgenuss auf hohem Niveau.
Leider ist das
Angebot an Software noch immer unzureichend - dabei hätte DTS 96/24
von seinen Qualitäten her eine weitaus raschere Verbreitung bezüglich
zur Verfügung stehender Discs verdient. Der Yamaha Yamaha
DSP-AZ 2 konnte sich bei der "Brasilian Bossa"-DVD, die akustisch
besonders gut gelungen ist, hervorragend in Szene setzen. Die Spielfreude
der Musiker, die lebendige Piano- und Flötenwiedergabe, konnte er
tadellos umsetzen und so den der Musik eigenen, klaren und unverfälschten
Charakter, praktisch in vollem Umfang erhalten.
Klang
Stereo/Pro Logic II Music / HiFi-DSP
Die Stereowiedergabe
des Yamaha
DSP-AZ 2 gefällt mit einem differenzierten, ausgewogenen Vortrag.
Bei Johann Sebastian Bachs "Weihnachtsoratorium" (gespielt vom Gewandhausorchester
Leipzig, gesungen vom Thomanerchor Leipzig in der Leipziger Nikolai-Kirche
am 12.12.1998), abgelegt auf einer von führenden Klassik-Fachhändlern
empfohlenen CD, gefällt die sehr schöne Instrumental- und Stimmdarstellung.
Im Vergleich zum Vorgänger Yamaha
DSP-AX 3200 verbesserte Yamaha weiter die Qualität des Hochtonbereichs.
Er ist nochmals besser ausbalanciert, klar und richtig akzentuiert.
Zwar erzielte bereits der Yamaha
DSP-AX 3200 hier sehr beachtliche Leistungen, groß sind die Unterschiede
daher nicht. Im direkten Vergleich (wir hatte noch einen Yamaha
DSP-AX 3200 zur Verfügung) werden sie aber nach intensiven Testreihen
hörbar. Ausgezeichnet möchte dem Yamaha
DSP-AZ 2 auch die Stimmwiedergabe gelingen. Hier ist positiv zu
vermerken, dass der Yamaha
DSP-AZ 2 im Vergleich zum Vorgänger leicht an Natürlichkeit zulegen
konnte, die gesamte Klangcharakteristik der Stimmen, verbunden mit
der imposanten Raumwirkung in der Nikolaikirche, wirkt so noch realer.
Nichts zu wünschen übrig für diese Preisklasse lässt die Plastizität.
So schafft es der Yamaha
DSP-AZ 2, eine umfassende Darstellung zu ermöglichen, die auch
kleine Feinheiten gut berücksichtigt. Wer natürlich ein echter Stereoliebhaber
ist, der findet immer noch Verbesserungsvorschläge, wie ein nochmals
transparenterer Hochtonbereich, eine nochmals souveränere Gesamtdarstellung
- aber die meisten Hörer werden überrascht sein, auf welch hohem Level
sich die Stereowiedergabe des Yamaha
DSP-AZ 2 befindet.
Dieses Niveau
hält die exzellente ProLogic II Integration problemlos (inklusive
aller Einstellmöglichkeiten im Music Mode). Hier kommt aber nicht
nur der Freund klassischer Musik, sondern auch der Liebhaber effektstarker
Trance- und Dance-Musik auf seine Kosten: Der Yamaha liefert ein sehr
voluminöses Klangbild auch im Surround-Bereich und lässt all die Suchenden
fündig werden, die immer noch denken, im PLII Music Betrieb ließe
die Basskraft zu wünschen übrig: Im mehrstündigen Testeinsatz bei
verschiedenen "einschlägigen" CDs erreichte der Yamaha
DSP-AZ 2 selbst ohne angeschlossenen aktiven Subwoofer sehr gute
Werte bezüglich der tieffrequenten Wiedergabe.
Da sich Pro Logic
II so gut bewährt, stellt sich natürlich bei den HiFi-DSP-Programmen
die Frage, ob sie nicht zwar ein nettes Zusatzfeature darstellen,
aber im Grunde keine echte Daseinsberechtigung mehr haben. Die Frage,
ob die HiFi-DSP-Programme nach wie vor Sinn machen, muss gerade bei
den teuren Yamaha AV-Boliden klar mit "Ja" beantwortet werden. Gerade
die Liebhaber klassischer Kirchenmusik, die eine Orgel in höchster
Klanggüte hören möchten, haben mit den hervorragend gemachten "Church"
DSP-Programmen "Freiburg" und "Royaumont" wirkungsvolle Werkzeuge
in der Hand - vorausgesetzt, die verwendete Software ist in einer
der beiden Lokationen oder in einer akustisch ähnlichen Lokation aufgenommen.
Ist dies der Fall, werden mit den Yamaha-eigenen Programmen bessere
Ergebnisse als mit PLII Music erzielt. das Hallverhalten der Kirche
wird weitaus präziser und naturgetreuer abgebildet, PLII Music bildet
im Vergleich zu platt und zu undifferenziert ab. Das komplexe Reflexionsbild
alter Kirchen kann vom generell sehr guten PLII Music nicht im vollen
Umfang wiedergegeben werden. Dass dem so ist, liegt daran, dass die
Yamaha DSP Programme völlig anders arbeiten und auf exakten akustischen
Vermessungen der Original-Räumlichkeiten beruhen, die dann durch komplexe
Schallverteilungs-Muster elektronisch umgesetzt werden und so die
Akustik der Kirche praktisch ins heimische Wohnzimmer holen. Bei Johann
Sebastian Bachs "Preludes&Fugues", gespielt von Simon Preston,
wird der Unterschied zwischen PLII Music und dem Church-Programm "Freiburg"
gut akustisch deutlich.
Bewertung
Klang Film      
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik      
Bewertung Klang Dolby PLII/HiFi-DSP      
Bewertung Klang Stereo      
Fazit
Der Yamaha
DSP-AZ 2 ist wieder ein typischer Yamaha-AV-Verstärker geworden
- mit seiner ausgewogenen, voluminösen Darstellung eignet er sich
hervorragend als "Universalwaffe", denn in beiden Einsatzgebieten,
im musikalischen wie auch im heimcineastischen, kann er gleichermaßen
überzeugen. Zusätzlich präsentiert sich gerade im Filmbetrieb die
Detaildarstellung als im Vergleich zum bereits sehr guten Vorgänger
als verbessert: Im Surround- wie auch im Frontbereich arbeitet der
Yamaha
DSP-AZ2 auch kleine Effekte und Umgebungsgeräusche noch klarer
und akzentuierter heraus, ohne aber die Gesamtverteilung des Klangbilds
unpassend zu verschieben. Die Stereowiedergabe ist ebenfalls klanglich
überzeugend, klar und homogen ist hier die Darstellung. Auch, was
die Detailintegration angeht, liefert der Yamaha
DSP-AZ 2 ein sehr respektables Ergebnis ab. Verschiedene Cinema-
und auch HiFi-DSP-Programme sind ganz ausgezeichnet gelungen, was
Yamahas Sonderstellung bezüglich der Qualität der DSP-Modi nachhaltig
untermauert. Außerdem bekommt der Käufer noch umfangreiche Editier-
und Anpassungsmöglichkeiten.
Den bisherigen
Eindruck vervollständigen die Endstufen, die auch in Hörräumen bis
40 Quadratmeter selbst ohne angeschlossenen aktiven Subwoofer tadellose
Leistungen, auch im leistungsintensiven Bassbereich, sicherstellen.
Im Zusammenspiel mit einem potenten aktiven Subwoofer steigen selbstverständlich
die auch im Dauerbetrieb problemlos realisierbaren Pegel weiter an
- was der Yamaha
DSP-AZ 2 ohne die Unterstützung eines aktiven "Bassisten" an Basskraft
und Dauerperformance anbietet, ist aber trotzdem hervorragend und
zeigt, dass alle diejenigen, die an der Leistungskraft und der Pegelfestigkeit
solcher AV-Verstärker zweifeln, den Yamaha
DSP-AZ 2 doch mal ausgiebig Probe hören und testen sollten. Ähnliches
raten wir Kritikern auch beim Denon
AVR-3803, der sich gerade ebenfalls bei uns im Testbetrieb befindet
und dessen Endstufensektion bereits im Vorgänger AVR-3802 überzeugen
konnte.
Natürlich, mehr
Performance geht immer noch, denn die teureren Modelle, die Yamaha
mit dem DSP-AZ
1 und Denon mit dem Denon
AVC-A 11 SR oder dem Denon
AVC-A 1 SR im Programm führen, müssen schließlich auch noch ihre
Daseinsberechtigung haben. Bei den hervorragenden Eigenschaften, die
Yamaha
DSP-AZ 2 und Denon
AVR-3803 mitbringen, dürfte das Gebotene aber selbst für Anspruchsvolle
bereits reichen. Mit der Möglichkeit, nochmals deutlich höhere Maximalpegel
auch in großen Hörräumen zu realisieren, einer noch wuchtigeren, kräftigeren
Gesamtdarstellung, der noch exakteren Modellierung kleinster Einzelheiten
sowie einem noch plastischeren Stereoklang sowie einer alles umfassenden
Ausstattung setzen sich die Topliner für sehr anspruchsvolle Heimkino-
und Musikliebhaber von den "Kronprinzen" ab.
Doch zurück zum
Yamaha
DSP-AZ 2, der mit seiner hervorragenden Verarbeitung und der insgesamt
einfachen Bedienung weitere Akzente setzt. Hier wird klar Oberklasse-Niveau
geboten, dies gilt auch für die umfassende Ausstattung. Zwei Verbesserungsvorschläge
hätten wir dennoch: So wäre ein Lautsprecher-Setup mit einer getrennten
Laufzeit-Anpassung jeweils für den rechten und den linken Haupt- bzw.
Surroundlautsprecher gerade in dieser Preisklasse wünschenswert (Einstellung
nur Hauptlautsprecher L/R zusammen und Surroundlautsprecher L/R zusammen
möglich). Zweiter Vorschlag: Noch eine zweite Endstufe für den Back
Surround Bereich ins Package aufnehmen, was in der Praxis bei manchen
Konstellationen kleine klangliche Vorteile brächte (z.B. wenn man
im größeren Raum mit mehreren Personen Filme genießen möchte). Diese
Kritikpunkte ändern aber nichts daran, dass der Yamaha
DSP-AZ 2 zum einen eine zwar behutsame, aber sehr gelungene Weiterentwicklung
des Vorgängers darstellt, zum anderen zeigt der AV-Verstärker, welches
hohe Gesamtniveau in der 1500 EUR-Klasse inzwischen geboten wird. Bezieht
man das Preis-/Leistungsverhältnis und die Preisklasse mit ein, ist
der Yamaha
DSP-AZ 2 einer der besten AV-Verstärker, die wir bislang getestet
haben.
Mit
Einbeziehung des Preis-/Leistungsverhältnisses einer der besten AV-Verstärker,
die wir bislang getestet haben
 Oberklasse
Test 23.12.2002
Preis-/Leistungsverhältnis:
     
Pro:
- Voluminöse
Filmton-Darstellung mit sehr guter Detaileinarbeitung
- Ausgewogene
und gefällige Mehrkanal-Musikwiedergabe
- Guter Klang
auch bei nur ausreichender Software
- Hohe Pegelfestigkeit
auch beim Betrieb ohne aktiven Subwoofer
- Sehr guter,
klarer und harmonischer Stereoklang
- Verschiedene
exzellente DSP-Programme
- Vielfältige
Editier- und Anpassungsmöglichkeiten
- Hervorragendes
Gerätedisplay
- Umfangreiches
OSD
- Sehr gute Fernbedienung
inklusive Beleuchtung
- Überragendes
Preis-/Leistungsverhältnis
Contra:
-
Nur
eine Endstufe für den Back Surround Bereich
-
Lautsprecher-Delayeinstellung
sollte für jede Box einzeln möglich sein
Die
technischen Grunddaten:
- Decodiert DTS
ES Matrix/Discrete 6.1, Dolby Digital 5.1 EX, DTS 96/24
- DTS NEO:6 Music/Cinema,
Dolby PLII Music/Movie mit allen Einstellmöglichkeiten im Music
Mode
- 6 x 190 W (4
Ohm, 1 kHz, 0,7 % THD, DIN) + 2 x 45 W (4 Ohm, 1 kHz, 0,7 % THD,
DIN) für die Fronteffektkanäle
- Frequenzgang:
10Hz - 100000Hz ,-3dB
- Klirrfaktor:
0,008%
- 33 DSP-Programme
- 192 kHz/24-Bit
D/A-Wandler
- Video-Wandlung
von Composite in S-Video möglich
- Bass Extension
- 2 Digital-In
koaxial, 5 optische Digi-In (frei zuweisbar)
- 2 optische
Digitalausgänge
- 3 Komponenteneingänge
(frei zuweisbar), 1 Komponentenausgang
- 2 Monitorausgänge
(beide FBAS/S-Video)
- 4 Audio-Eingänge,
2 Audio-Ausgänge
- 6 Audio/Video-Eingänge
2 Audio/Video-Ausgänge, alle S-Video/FBAS-beschaltet
- Pre-Outs für
alle Kanäle, Endstufen auftrennbar für Hauptkanäle/Centerkanal/Front-Effekt-Kanäle
- 2 x Subwoofer-Pre
Out
- 5.1 Eingang
(DVD Audio/SACD-tauglich)
- Front AV Eingang
inklusive S-Video und optischem Digitaleingang
- RS-232 Schnittstelle
auf Geräterückseite
- Vergoldete
Anschlussbuchsen
- Fernbedienung:
vorprogrammiert u. lernfähig
- OSD
- Gewicht 22
kg
- Maße 435 Breite
x 191 Höhe x 453 Tiefe
- Farben: Schwarz,
Titan
Anhang:
Ausstattung und DSP-Technik
Wie von Yamaha-AV-Verstärkern
und -Receivern gewohnt, tritt auch der Yamaha
DSP-AZ 2 mit unterschiedlichen HiFi-und Cinema-DSP-Programmen
in verschiedenen Variationsmöglichkeiten an. Hier der Überblick:
HiFi-DSP:
- Concert Hall
1: Wählbar: Europe Hall A (Philharmonie München, große, fächerförmige
Konzerthalle mit etwa 2500 Sitzen, wenig Reflexionen von den Wänden,
der Klang breitet sich fein aus), Europe Hall B (Große kastenförmige
Konzerthalle/Alte Oper in Frankfurt/Main mit weniger als 2400 Sitzplätzen.
Solides, kraftvolles Klangbild. Der virtuelle Sitz des Zuhörers
befindet sich im rechten mittleren Abschnitt des ersten Geschosses),
- Concert Hall
2: USA Hall C (Boston Philharmony, große Konzerthalle mit 2600 Plätzen,
traditionelles europäisches Design, Betonung der mittleren und hohen
Frequenzen), Live Concert (Große, runde Konzerthalle mit reichen
Klangeffekten, starkes Presence Soundfeld für Betonung der Bühnencharakteristik.
Der virtuelle Sitz des Zuhörers ist vorn in der Mitte in Bühnennähe)
- Church: Freiburg
(lange Nachhallverzögerung, frühzeitige Reflexionen eher klein),
Royaumont (Akustik des Speiseraums im mittelalterlichen Kloster
Royaumont, bei Paris gelegen)
- Jazz Club:
The Bottom Line (Jazz Club in New York mit Plätzen für 300 Personen.
Klang recht natürlich, für einige Jazz-Aufnahmen geeignet. Auf jeden
Fall aber, je nach Gusto, in normalem Stereo oder PLII Music gegen
hören), Village Gate (New Yorker Jazzclub, der sich im Keller befindet,
virtuelle Sitzposition links in Richtung Raummitte)
- Rock Concert:
The Roxy Theatre (Für dynamische Rockmusik geeignet. Die Daten stammen
aus Rock-Club aus L.A. Virtueller Sitz des Hörers: In der Mitte
der Halle), Arena (Klassische, kastenförmige Konzerthalle, lange
Verzögerungszeiten zwischen dem direkten Sound und den Effekten
mit dem Raumgefühl einer großen Arena)
- Entertainment:
Disco (der Sound ist dicht und stark konzentriert), 8-Kanal-Stereo
Cinema-DSP:
- Movie Theater
1: Spectacle, weites Soundfeld eines 70 mm Filmtheaters wird kreiert.
Besonders gut geeignet für Actionfilme mit vielen Effektsequenzen.
Effektiv arbeitender Bassbereich mit großem Volumen und beachtlicher
Präzision
- Movie Theater
1: Sci-Fi, wirkt noch eine Spur weitläufiger als Spectacle, dafür
z.B. bei Schusswechseln nicht ganz so explosiv.
- Movie Theater
2: Adventure, Sehr guter Kompromiss aus kräftiger Effektwiedergabe
und hervorragender Gesamtharmonie. Voluminöser, voller Klang mit
großer Dichte
- Movie Theater
2: General, nicht unbedingt das beste Soundfeld. Manche ältere Produktionen
oder Filme mit eher zurückhaltender Effektwiedergabe klingen damit
eine Spur harmonischer, vielleicht auch die ein oder andere Komödie.
Ansonsten kaum Verbesserungen gegenüber der "normalen" DD/DTS/ProLogic-Wiedergabe.
- Enhanced Mode
(DD/DTS/ProLogic): Dieses DSP simuliert die Multi Surround-Lautsprechersysteme
von Kinos für 35 mm-Filme. Ohne Verlust der Ortung des Originalsklangs
soll eine gute Effektwiedergabe garantiert sein. Bei einigen Filmen
Verbesserung des Volumens des Surround-Klangfelds
Nur
für Audio/Video-Quellen in 2-Kanal:
- Entertainment/Game:
Tiefe und Raumgefühl für Computerspiele. In der Praxis lieber PLII
Movie verwenden
- Music Video:
Pop&Rock, Opera
- TV Theater:
Mono Movie/Variety&Sport
Für
Surround-Klang ohne Surround-Lautsprecher:
- Virtual Cinema
DSP: DSP-Effektwiedergabe auch ohne hintere Surround-Lautsprecher
möglich. Auch mit einer Lautsprecher-Minimalkonfiguration (auch
ohne Center) sind so zumindest ansatzweise Surround-Erlebnisse akustisch
möglich. In der Praxis, zaubern kann man auch bei Yamaha nicht,
empfiehlt sich ein solches Programm als Übergangs-Notlösung - viel
besser ist es, eine vollwertige Surround-Lautsprecherkonfiguration
zu verwenden.
Für
Surround-Klang mittels normalem Stereokopfhörer:
- Silent Cinema,
ein speziell von Yamaha entwickelter, auf Natürlichkeit und ein
realistisches Klangbild getrimmter DSP-Algorythmus für den Betrieb
mit einem normalen Stereokopfhörer. Die Parameter für jedes Soundfeld
wurden so justiert, dass alle Yamaha DSP-Programme mit ihrer speziellen
Charakteristik auch via Kopfhörer genossen werden können.
Yamaha
DSP
DSP-Programme
- die Grundlagen
Der Yamaha DSP
Prozessor ist so aufgebaut, dass eine völlig unabhängige Verarbeitung
des vorderen Präsenzbereiches und des hinteren Surround-Soundfeldes
ermöglicht wird. Der Surroundbereich wird schon seit der Einführung
der Cinema DSP Technolgie 1990 (damals war Dolby Pro Logic der Mehrkanalstandard)
mit zwei unabhängigen Klangfeldern für den linken und den rechten
Kanal nachbearbeitet. Mit dem Aufkommen der Extended Surround-Heimkino-Tonnormen
DTS ES und Dolby Digital EX legte Yamaha nach und setzt ein zusätzliches
drittes Klangfeld für den Back Surround Kanal, der bei Yamaha mit
einem Lautsprecher betrieben wird, ein. Die Position der akustischen
Effekte wird durch das dekodierte Eingangssignal vorgegeben, der Dekoder
selbst arbeitet mit unendlich großer Kanaltrennung - in der Praxis
jedoch ist ist die Kanaltrennung durch die nachfolgenden analogen
Baugruppen des Verstärkers (speziell zu nennen wäre die gemeinsame
elektrische Masseverbindung) leicht eingeschränkt.
Die Signalverarbeitung
der einzelnen Kanäle durch den DSP Prozessor erzeugt aus den bis zu
6 Vollfrequenzkanälen bei Dolby Digital und DTS, die nach dem Decodieren
als relativ "punktförmige" Informationen zur Verfügung stehen, ein
geschlossenes Klangbild. Die Ausdehnung und die Intensität, mit anderen
Worten die Charakteristik des jeweiligen Klangbildes, variiert je
nach angewähltem DSP Programm. Die Wahl des entsprechenden DSP Programms
sollte sich nach dem vorliegenden Film- oder Musikmaterial richten,
da nur beim optimalen Zusammenspiel vom Ausgangsmaterial und der gewählten
DSP Nachbearbeitungsart eine optimale Performance erreicht werden
kann.
Auf der Basis
normaler Wiedergabearten wie Mono, Stereo, Dolby ProLogic Surround,
Dolby Digital 5.1 oder DTS 5.1 gestalten die Yamaha-Toningenieure
ihre eigenen Soundfelder. Jedes der Cinema-DSP-Programme ist vom Charakter
her verschieden, denn die auf realen Messungen beruhenden Daten, die
dann zu den verschiedenen vorkommenden Soundfeldern verarbeitete werden,
unterscheiden sich. Bei den Soundfeldern differenziert Yamaha zwischen
dem Presence-Soundfeld (das Soundfeld, welches sich vorne hinter den
Lautsprechern ausbreitet) und den linken und rechten Surround-Soundfeld
sowie dem Nachhall. Die Presence- und Surround-Soundfeld-Daten zeigen
sich in der Verteilung der virtuellen Klangquellen und der Echomuster.
Die zwei unterschiedlichen Soundfeld-Typen werden mit komplexen Elementen
wie zum Beispiel der Energiebalance und den Signalmischverhältnissen
verarbeitet. Insgesamt ergibt sich so ein exakt auf das Wahrnehmungsvermögen
der Zuhörer zugeschnittenes Soundfeld.
Das erklärte Ziel
von Yamaha Cinema DSP ist, die räumlichen und klanglichen Eigenschaften
eines Kinosaals in einem möglichsten hohen Grad an Perfektion auf
die heimischen "vier Wände" zu übertragen, beziehungsweise die geringere
Anzahl der Lautsprecher zu Hause und die ungünstigeren räumlichen
Bedingungen bestmöglich zum kompensieren. Daher erzeugt der Yamaha
DSP Prozessor ein Klangfeld nach einem Reflexionsmuster, das dem eines
Abhörstudios der Filmindustrie entspricht. Yamaha-typisch ist, dass
im Surroundbereich nicht auf Dipole, sondern auf Direktstrahler gesetzt
wird. Vorteil dieser Lösung soll laut Yamaha sein, dass das hörraumeigene
Klangfeld durch den anderen Aufbau eines Direktstrahlers im Vergleich
zum Dipol nicht zu stark angeregt wird.
DSP-Programme
richtig verstehen: Spezielle Aspekte und Grenzen der Ton-Nachbearbeitung
-
Um bei Dolby
ProLogic-codiertem Tonmaterial die rechts-/links-Trennung im Surroundbereich
zu verbessern, stützt sich der dem Nachbearbeitungsvorgang zu
Grunde liegende Algorhythmus des Prozessors - anders als bei Dolby
Digital oder DTS - auch auf tonale Informationen aus den Stereokanälen.
Dies kann im Einzelfall zu dem Eindruck führen, dass die Kanaltrennung
vorn - hinten leicht eingeschränkt ist
-
Um ein geschlossenes
Klangfeld ohne störende Klanglöcher im Heimkino-Raum zu erzeugen,
werden Effektverläufe von vorn nach hinten oder auch von hinten
nach vorn von einem Kanal an den anderen "übergeben". Speziell
bei impulsartigen Signalen ist daher die hörbare Übernahme in
den Surroundbereich sachgerecht - denn, so argumentiert Yamaha,
dieses Verhalten entspricht genau dem in der realen Welt. Hier
sollte eher der Vergleich zum Kino als der zu "reinem", also nicht
nachbearbeiteten Dolby Digital gezogen werden. Auch die akustischen
Eigenschaften des Hörraums spielen - je nach dessen "Halligkeit"
und/oder Hellhörigkeit - in die Wahrnehmung solcher eben geschilderter
Effekt hinein.
-
Ein weiterer
Einfluss entsteht durch die akustischen Eigenschaften des gewählten
DSP-Programms. Zu beachte ist hier aber, dass - wie weiter unten
ausführlich erläutert - die Parameter jedes einzelnen DSP-Programms
individuell nachbearbeitet werden können. Speziell mit Hilfe einer
Reduzierung der Parameter "Liveness", "Room Size" und "Initial
Delay" lässt sich einem zu großen akustischen Eigenleben des Hörraums
beikommen.
-
Bei der Wiedergabe
von Stereosignalen in einem der Movie Theatre-Programme wird der
Dolby ProLogic-Dekoder aktiviert. Durch die einfache Struktur
des Decoders wird dann das Differenzsignal L - R auf die Surroundkanäle
geführt, somit wird das DSP zusätzlich unterstützt. Da Yamaha
die Movie Theatre Programme für die Wiedergabe von Mehrkanalton
entwickelt hat hat, ist der Dolby ProLogic-Dekoder nicht abschaltbar
und führt daher zu den vorher genannten unerwünschten Effekten
bei der Wiedergabe von uncodiertem Stereomaterial. Da hilft dann
nur die Wahl eins Programms ohne den vorgeschalteten Dolby PL
Dekoder.
Die
Vorbilder für die Yamaha DSP-Programme
Mit den paar DSP-Programmen,
die sich bei fast jedem AV-Receiver oder -Verstärker als Bonus Feature
im Ausstattungsumfang befinden, sind die Yamaha DSPs kaum zu vergleichen.
Die Yamaha-Variante ist darum sehr interessant, weil die Yamaha-Toningenieure
für ihre verschiedenen Cinema- und Hifi-DSP-Programme real existierende
Räume tonal exakt vermessen haben. Das heißt: Für die Kino-DSP-Programme
dienten als Maßstab verschiedene Kinos auf der ganzen Welt, für die
Hifi-DSP-Programme zum Beispiel Konzerthallen und Kirchen. So handelt
es sich nicht um ausschließlich am Computer erstellte Programme, sondern
um auf realen Bedingungen basierende. Zur Yamaha DSP-Technologie gehören
umfangreiche Einstellmöglichkeiten, die es ermöglichen, das jeweilige
Programm optimal an das akustische Verhalten des Hörraums anzupassen.
Ebenso kann der Benutzer die Homogenität des Klangbilds der verwendeten
Lautsprecher mit verschiedenen Einstellmöglichkeiten anpassen. Viele
Yamaha DSP-Programme sind in Hinsicht auf die beiden miteinander konkurrierenden
Mehrkanal-Tonformate DTS und Dolby Digital optimiert.
Welche
Lautsprecher sind zu verwenden?
Yamaha DSP ist
bei der Wahl der Lautsprecher flexibel und stellt die Wahl der Lautsprecher-Bestückung
weitgehend frei. So können für den linken und den rechten Frontkanal
zum Beispiel auch hochwertige, musikalische Standboxen verwendet werden,
die auch im Stereo-Betrieb ein gefälliges Klangbild bieten. Im Surroundbereich
sind keine Dipole erforderlich: Das dem Dipol eigene, für die Filmschau
zuhause gewinnbringende diffuse Klangbild wird bei Yamaha im Rahmen
der DSP-Programme elektronisch erzeugt. Durch die Möglichkeit, die
Kennlinien der Lautsprecher elektronisch anzupassen, wäre es theoretisch
möglich, auch Lautsprecher-Typen verschiedener Hersteller oder verschiedener
Produktlinien des gleichen Herstellers zu verwenden. In der Praxis
sieht es so aus, dass zwar minimale tonale Differenten ausbalanciert
werden können, es sich aber trotzdem empfiehlt, bei der Wahl der Lautsprecher
auf ein Fabrikat und am besten auch auf eine Produktlinie zurückzugreifen.
Was die Anzahl der Lautsprecher betrifft, gibt es beim Yamaha
DSP-AZ 2 verschiedene Besonderheiten: So gibt es zwei zusätzliche
Front-Effektlautsprecher, die im Abstand von mindestens 0,5 Meter,
am besten links und rechts oben an den äußersten vorderen Enden des
Hörraums angebracht werden sollen.
Die Vorteile dieser
beiden Front-Effektlautsprecher: Effekte beziehungsweise Geräusche,
die von vorne links oder vorne rechts oben kommen, können besser räumlich
abgebildet werden. Dies ist gerade bei Explosionen mit wegfetzenden
Trümmerteilen oder bei der Darstellung vorbeifliegender Hubschrauber
oder Flugzeuge einer realeren Wiedergabe zuträglich. Ebenso kann man,
möchte man besonders voluminöse Surround-Effekte, einen zusätzlichen
aktiven Subwoofer, der zwischen die beiden Surroundlautsprecher eingeschliffen
wird, verwenden. Was den Extended Surround-Betrieb betrifft, so begnügt
sich Yamaha hier mit einem Back Surround Center.
Für
den wahren Heimkino-Fan bietet Yamaha auch noch verschiedene Nachbearbeitungsfunktionen
für die DSP-Programme des Yamaha DSP-AZ 2:
- DSP Level:
Regelbereich -6dB bis +3dB, Einstellmöglichkeit für die Intensität
aller DSP-Effekte. Einstellung sollte in Abhängigkeit von der Raumakustik
vorgenommen werden.
- INIT.DLY (Initial
Delay = Anfängliche Verzögerung): Mit dieser Funktion kann der wahrgenommene
Abstand vom Quellensound verändert werden: Die Verzögerung zwischen
dem direkten Klangbild und der ersten wahrgenommenen Reflektion
kann hier in einem Steuerungsbereich von 1 bis 99 Millisekunden
eingestellt werden. Je kleiner der Wert ist, umso näher scheint
der Quellenklang akustisch am Hörer zu liegen, bei einem großen
Wert entfernt sich der Quellenklang akustisch weiter. Ein kleiner
Wert ist für einen kleinen Hörraum, ein großer für einen großen
Hörraum zu empfehlen
- P.INIT.DELAY: Die
obige Funktion in Bezug auf das Presence-Soundfeld.
- ROOM SIZE:
Dieser Parameter stellt die wahrnehmbare Größe des Surround-Soundfeldes
ein. Je größer der Wert, umso größer wird das Surround-Soundfeld.
Einstellbereich: 0,1 bis 2,0. Da der Klang wiederholt in einem Raum
reflektiert wird, kommt es mit zunehmender Größe der Halle dazu,
dass die Zeit zwischen dem ursprünglich reflektierten Sound und
den nachfolgenden Reflexionen zunimmt. Durch die Möglichkeit der
Steuerung der Zeit zwischen den reflektierten Sounds kann man die
wahrnehmbare Größe des virtuellen Saales ändern. Wenn der Parameter
von 1 auf zwei verdoppelt wird, verdoppelt sich die wahrzunehmende
Länge des Raumes
- P.ROOM.SIZE:
Die selbe Funktion wie zuvor beschrieben für das Präsenz-Soundfeld
- LIVENESS (Lebendigkeit):
Dieses Tool stellt das Reflexionsvermögen der virtuellen Wände in
der Halle ein, indem die Abklingrate der frühzeitigen Reflexionen
geändert wird. Einstellbereich 0 bis 10. Einsatzbereich dieser Funktion:
Da die frühzeitigen Reflexionen einer Klangquelle in einem Raum
mit hoher Akustikabsorbation viel schneller abklingen als in einem
Raum mit stark reflektierenden Wänden, kann mit dem LIVENESS-Parameter
die Abklingrate der frühzeitigen Reflexionen von einem "toten"
Raum (Raum mit hoher Absorbationsrate) zu einem "lebendigen Raum
(Raum mit stark reflektierenden Wänden) verändert werden
- S.DLY (Surround
Delay = Surround-Verzögerung): Wie die Funktionen zuvor, diesmal
geht es um die Verzögerung zwischen dem direkten Klang und der ersten
Reflexion in einem Surround-Soundfeld. Einstellbereich 0 bis 49
Millisekunden, abhängig vom Digitalformat
- S.INIT.DELAY:
Anfängliche Surround-Verzögerung, Regelbereich 1 - 49 ms. Einstellung
der Verzögerung zwischen dem direkten Klang und der ersten Reflexion
auf der Surround-Seite des Klangfeldes
- S.ROOM SIZE:
Dieser Parameter stellt die anscheinende Größe des Surround-Soundfeldes
ein (Regelbereich 0,1 - 2,0)
- S.LIVENESS
(Surround-Lebendigkeit): Einstellmöglichkeit von 0 bis 10 für das
wahrnehmbare Reflexionsvermögen der virtuellen Wände im Surround-Soundfeld.
Je größer der Wert, umso reflektierender werden die Wände des Surround-Soundfeldes
- RC.INIT.DLY
(Rear Surround Center Initial Delay = Anfängliche Verzögerung des
hinteren Center-Sound-Feldes): Wie Funktion davor, nur geht es diesmal
um das hintere Center-Surround-Soundfeld. Einstellbereich: 1 bis
49 Millisekunden
- RC ROOM SIZE
(Rear Center Room Size): Einstellmöglichkeit für die wahrnehmbare
Größe des hinteren Center-Surround-Soundfeldes. Einstellbereich
0,1 bis 2,0, je größer der Wert, umso größer die Reflektion der
Wände des Presence-Soundfeldes. Eine leichte Anhebung kann, zusammen
mit S.Liveness, je nach Reflexionsverhalten, für eine leicht weiträumigeres
Klangfeld sorgen.
- RC.LIVENESS
(Hintere Center-Lebendigkeit) siehe Funktion zuvor, diesmal für
den Rear Surround Center
- REV.TIME (Reverbation
Time = Widerhallzeit): Stellt die Zeitspanne ein, die für das Abklingen
des dichten, nachfolgenden Widerhall-Sounds um 60dB (bei 1 kHz)
benötigt wird. Folge: Die wahrnehmbare Größe des akustischen Umfeldes
wird über einen sehr weiten Bereich geändert. Einstellbereich: 1,0
bis 5,0 Sekunden. Empfehlung: Bei "toten" Signalquellen und/oder
Hörräumen längere Widerhallzeit, bei "lebendigen" Signalfelder und/oder
Hörräumen eine kürzere, denn zuviel Widerhall sorgt genauso für
eine unnatürliche Klangkulisse wie zuviel. Hier sollte man zunächst
genauere Untersuchungen über die akustischen Eigenschaften des Hörraums
anstellen. (Material der Wände? Wenig/viele Möbel? Teppichboden
oder Parkett? usw.)
- REV.DELAY (Reverbation
Delay = Widerhallverzögerung): Einstellmöglichkeit von 0 bis 250
Millisekunden für die Zeitdifferenz zwischen dem Beginn des direkten
Klangs und dem Beginn des Widerhalls. Je größer der Wert, umso später
beginnt der Widerhall. Ein späterer Beginn des Widerhalls erzeugt
ein Klangfeld, das den Eindruck vermittelt, in einem größeren akustischen
Umfeld zu sein. Vorsicht bei der Einstellung: Wer es zu gut meint,
erreicht nur einen unnatürlichen Klangeindruck, der weder zum Hörraum
noch zum wiedergegebenen Material passt.
- REV.LEVEL (Reverbation
Level = Widerhallpegel): Stellt die Lautstärke des Widerhalls ein
(0 bis 100 %), je höher der Wert, umso lauter der Widerhall
- Bei 8-Kanal-Stereo
Möglichkeit für Pegeleinstellung für jeden einzelnen Lautsprecher,
Regelbereit 0 bis 100 %
Weitere
Ausstattungsmerkmale:
-
Auch bei Yamaha
kann man eine Delay-Time-Einstellung nun mittels OSD generell,
und nicht mehr wie früher, nur über die Nachbearbeitung in einem
individuellen DSP-Programm vornehmen. Der Regelbereich: 0,15 m
bis 30,00 m in 0,15 m-Schritten (für Hauptlautsprecher, Centerlautsprecher,
Surroundlautsprecher, Back Surround Lautsprecher). Front L/R und
Surround L/R nur gemeinsam einstellbar.
-
Als wertvolles
Feature verfügt der Yamaha Yamaha
DSP-AZ 2 auch noch über einen Equalizer für die Anpassung
des vorderen Centers. Dieser ermöglicht es, die Klangcharakteristik
des vorderen Center-Speakers der der Hauptlautsprecher anzupassen
(Regelbereich -6 bis +6 dB). Fünf Frequenzbänder (100 Hz, 300
Hz, 1 kHz, 3 kHz und 10 kHz) ermöglichen eine präzise Anpassung
im gesamten Frequenzspektrum. Die Vorzüge in der Praxis: Wer einen
Center mit klanglichen Eigenschaften verwendet, die sich von denen
der Hauptlautsprecher unterschieden (das ist der Fall, wenn der
Center von einer anderen Marke als die Hauptlautsprecher sind
oder von der gleichen Marke, aber aus einer anderen Serie und
daher mit anderer Klangcharakteristik versehen). Gleichzeitig
kann mit Hilfe des Grafik-Entzerrers die oftmals zu mittenbetonte
Charakteristik des Center-Speakers korrigiert werden.
-
Als ebenfalls
nützliches Tool zum Anpassen des Equipments stellt sich die Low
Frequency Test-Funktion heraus. Hiermit kann die Lautstärke des
Front-Subwoofers an die Lautstärke der anderen Lautsprecher angepasst
werden, damit keine Über- oder Unterbetonung und somit ein unausgeglichenes
Klangbild die Folge ist.
-
Via "Input
Rename" können den Eingängen eigene Namen zugewiesen werden.
-
Einstellmöglichkeiten
für den Sechskanaleingang: Zuweisung der Bassinformation auf die
Hauptkanäle, wer mit 4 Lautsprechern DVD Audio genießen möchte,
kann die Center-Toninformationen auf die Hauptkanäle legen.
-
V CONV. (Video-Umwandlung):
In der Einstellung "on" werden Composite-Signale in S-Video-Signale
umgwandelt.
Test:
Carsten Rampacher, 23. Dezember
2002
Hervorragend passen
u.E. zum Yamaha
DSP-AZ 2 die DVD-Player Yamaha
DVD-S 2300 oder der Pioneer
DV 757 Ai hervorragend. Oder auch der Marantz
DV 8300. Übrigens: Wer aus dem AV-Verstärker Yamaha
DSP-AZ 2 einen AV-Receiver machen möchte, bestellt sich einfach
einen der Tuner Yamaha
TX-492 oder den Yamaha
TX-592 dazu.
Weitere Infos
zum Yamaha DSP-AZ 2 finden Sie auch auf der Website von Yamaha.
Infos zu "Surround-Aufpolierern" finden Sie im Special Dolby
Surround, Dolby Pro Logic II, Logic 7, Circle Surround II, DTS Neo:6
...
Lesen Sie auch die wichtigsten Home-Cinema-Fachbegriffe
auf einer Seite und das HIFI-REGLER Home-Cinema-FAQ!
Alles Wissenswerte zu 6-Kanal-Formaten erfahren Sie im Special Dolby
Digital EX / DTS ES 6.1 und Mehrkanal-Musikfreunde sollten einen
Blick ins HIFI-REGLER Special DVD-Audio
werfen.
Zum Thema Heimkino-Receiver und -Fernseher empfehlen wir das Special
Receiver
oder Fernseher
und wer in die Tiefen der Lautsprechertechnik einsteigen möchte,
dem sei das Special zum Thema Lautsprecher
empfohlen. Wer DVD-Player einem Vergleichstest unterziehen will, dem
hilft das Special Vergleichstest
DVD-Player ...
Anschlußpläne und Empfehlungen zur Verkabelung im Heimkino
finden Sie im HIFI-REGLER
Kabelshop ...
Zur Sitemap
... zur Startseite HIFI-REGLER
...
Mehr zum Thema
"Yamaha DSP-AZ 2 und AV-Verstärker" finden Sie auch
in Google, der weltweit
besten Suchmaschine.
Verantwortlich für den Inhalt: Detlev
Schnick, © Copyright 2002-2003 HIFI-REGLER, AREADVD
|