Yamaha
RX-V 1300 (RX-V1300) im Test
Test: Carsten
Rampacher, AREADVD, 29.11.2002
- Wenn Sie beim Lesen dieses Test-Berichtes auf Fachbegriffe stoßen,
die Ihnen noch unbekannt sind, so nutzen Sie unser Lexikon!
Finish,
Features und Anschlüsse
Auch sehr gute Geräte können
noch durch Feinschliff verbessert werden - Yamaha zeigt dies anhand
des neuen AV-Receiver Yamaha
RX-V 1300, der, wiederum wahlweise in schwarzer oder titanfarbener
Ausführung, die Nachfolge des Erfolgsmodells RX-V1200 antritt. Was
uns besonders freut: Mit ca. 1000 EUR ist der Kaufpreis exakt
gleich geblieben, der Kunde erhält für diesen Betrag jedoch noch mehr
Leistung und Features: Zunächst einmal wurde die schon beim RX-V1200
nicht schwächliche Ausgangsleistung von 135 W (DIN) pro Kanal auf
145 W (DIN) pro Kanal angehoben. Nach wie vor gibt es 6 eingebaute
Endstufen, eine steht für den Back Surround Bereich zur Verfügung.
Für ein noch detaillierteres, klareres Klangbild sorgen die neuen
192 kHz/24-Bit Audio-D/A-Wandler, der RX-V1200 kam noch mit 96 kHz/24-Bit
Audio-DACs. Des weiteren gibt es für den Sechskanaleingang nun ein
Menü mit verschiedenen Einstellmöglichkeiten:
- Richtung der
Signale des Centerkanals, mit dieser Einstellmöglichkeit kann angegeben
werden, wie mit den Signalen verfahren werden soll, die an der Center-Buchse
des Sechskanaleingangs anliegen. Wahlweise ist die Position "Center"
oder aber "Main" anwählbar. In der Position "Main" werden die Centersignale
mit dem identischen Pegel den Hauptlautsprechern zugeleitet.
- Richtung der
Signale des Subwooferkanals, auch hier kann eingestellt werden,
ob die Subwoofersignale, die am Sechskanaleingang anliegen, an den
Subwoofer, oder, falls nicht vorhanden oder nicht gewünscht, an
die Hauptlautsprecher weitergeleitet werden.
Auch neu: Eine
Videowandlung zwischen S-Video und Composite. Der Bedienkomfort des
Yamaha
RX-V 1300 wächst ebenfalls im Vergleich zum Vorgänger - dies ist
ein Verdienst der Tatsache, dass eine allgemeine Einstellung der Delay-Time
nun auch bei Yamaha Einzug gefunden hat. Ansonsten ist der Yamaha
RX-V 1300 ein typischer Yamaha AV-Receiver: Die Verarbeitung ist
hervorragend, das großflächige, fein auflösende DOT-Matrix-Display
unterstützt den gediegenen Gesamteindruck. Die mitgelieferte Fernbedienung
überzeugt qualitativ ebenfalls und wirkt dem Gerät und der Preisklasse
absolut angemessen. Mitgeliefert werden 22 verschiedene DSP-Programme,
decodiert werden neben DTS 5.1 und Dolby Digital 5.1 auch die Extended
Surround-Tonformate DTS ES Matrix/Discrete 6.1 sowie Dolby Digital
EX. Auch an Bord: Dolby Pro Logic II, wie bei Yamaha üblich, mit allen
Einstellmöglichkeiten. Die Cinema DSP Programme sind, auch das sind
wir von Yamaha AV-Receivern und -Verstärkern so gewohnt, teilweise
sehr gut zu gebrauchen und können einem nochmals gesteigerten Hörgenuss
durchaus zuträglich sein. Mehr zu diesen Programmen finden Sie zu
Beginn des Textes zur Tonwertung.
Auf der Geräterückseite
findet der Heimcineast alles, was man für den richtigen Anschluss
auch umfangreicher Geräteparks benötigt: So beispielsweise zwei Komponenten-Video-Eingänge
sowie ein Komponenten-Videoausgänge oder vier optische und zwei koaxiale
Digitaleingänge und zwei optische Digitalausgänge. Selbstverständlich
stehen für die Lautsprecherkabel richtige Schraubverschlüsse zur Verfügung,
um Bananenstecker einzuführen, muss man allerdings aus Sicherheitsgründen
zunächst die recht fest angebrachte Schutzklappe abziehen.
Weitere
nützliche Ausstattungmerkmale:
-
Als wertvolles
Feature verfügt der Yamaha
RX-V 1300 auch noch über einen Equalizer für die Anpassung
des vorderen Centers. Dieser ermöglicht es, die Klangcharakteristik
des vorderen Center-Speakers der der Hauptlautsprecher anzupassen
(Regelbereich -6 bis +6 dB). Fünf Frequenzbänder (100 Hz, 300
Hz, 1 kHz, 3 kHz und 10 kHz) ermöglichen eine präzise Anpassung
im gesamten Frequenzspektrum. Die Vorzüge in der Praxis: Wer einen
Center mit klanglichen Eigenschaften verwendet, die sich von denen
der Hauptlautsprecher unterschieden (das ist der Fall, wenn der
Center von einer anderen Marke als die Hauptlautsprecher sind
oder von der gleichen Marke, aber aus einer anderen Serie und
daher mit anderer Klangcharakteristik versehen). Gleichzeitig
kann mit Hilfe des Grafik-Entzerrers die oftmals zu mittenbetonte
Charakteristik des Center-Speakers korrigiert werden.
-
Als ebenfalls
nützliches Tool zum Anpassen des Equipments stellt sich die Low
Frequency Test-Funktion heraus. Hiermit kann die Lautstärke des
Front-Subwoofers an die Lautstärke der anderen Lautsprecher angepasst
werden, damit keine Über- oder Unterbetonung und somit ein unausgeglichenes
Klangbild die Folge ist.
Insgesamt ist
der Yamaha
RX-V 1300 überdurchschnittlich gut ausgestattet und überzeugt
außerdem durch seine ausgezeichnete Verarbeitung. Wie schon der RX-V1200,
erhält auch der Nachfolger in der ersten Disziplin sechs Sterne.
Bewertung
     
Bedienung
Die
Bedienung des Yamaha
RX-V 1300 gestaltet sich bezüglich der Einstellungen für die Grundfunktionen
problemlos. Dies ist der Verdienst mehrerer Faktoren: Zum einen trägt
die übersichtliche, praktische Fernbedienung mit ordentlicher Reichweite
ihren Teil zum hohen Bedienkomfort bei. Selbstverständlich lassen
sich mit dem IR-Controller auch andere Geräte wie z.B. DVD-Player
steuern. Ein beleuchtetes kleines LC-Display, das die gerade aktivierte
Funktion (z.B. "AMP" oder "DVD") anzeigt, kommt ebenfalls dem einfachen
Bedienen zugute. Der Druckpunkt für die einzelnen Tasten ist tadellos
definiert. Zweite Komponente für eine bequeme Einstellung ist das
gut strukturierte OSD, kurz sollte man sich, um alles optimal zu justieren,
aber mit der guten Bedienungsanleitung auseinander setzen. Mit einer
Bedienschwäche, eigentlich der einzigen wirklich gravierenden bei
Yamaha AV-Receivern, räumt der Yamaha
RX-V 1300 auf: Die Delay-Zeit, deren Einstellung wichtig ist,
damit bei in unterschiedlicher Weite vom Hörplatz aufgestellten Lautsprecher
auch das Tonsignal zeitgleich ankommt, kann nun auch beim Yamaha
RX-V 1300 bequem in Metern eingegeben werden. Somit ist es insgesamt
um den Bedienkomfort sehr gut bestellt - nur, wer die umfangreich
editierbaren DSP-Programme (mehr dazu: siehe Anhang "Yamaha DSP-Technologie"
am Testende) komplett anpassen möchte, benötigt ein etwas längeres
Studium der Betriebsanleitung sowie genug Zeit und Geduld für die
Anpassungsarbeiten an den jeweiligen Hörgeschmack und an die akustischen
Gegebenheiten des Hörraums.
Bewertung
     
Ton
Test-Equipment
-
DVD-Player
Denon
DVD-A1, JVC XV-N5
-
Frontlautsprecher
Mirage FRX-9
-
Centerlautsprecher
Mirage MC-2
-
Surroundlautsprecher
Mirage FRX-Rear
-
Back Surround-Lautsprecher
Mirage FRX-Rear
-
Aktiver Subwoofer
Monitor Audio Fast Bass 212
-
Plasma Pioneer
PDP-503 HDE
-
Linedoubler
Videon Omega One
-
Verkablung
von Monster
-
5-fach
Metallnetzleiste von Straightwire
Der Yamaha
RX-V 1300 bewies in unseren Testreihen mit Filmmaterial erstaunlich
vielseitige Talente. Als Hilfe zur Optimierung der Performance von
Filmen mit reichhaltiger Surround-Klangkulisse können wir auch diesmal
wieder verschiedene Yamaha Cinema DSP-Programme empfehlen: Eine sehr
weite, klare Klangkulisse mit einer ausgeglichenen, präzisen Effektwiedergabe
liefert das "Sci Fi"-Programm, welches sich damit tatsächlich besonders
für Science Fiction-Filme mit den sprichwörtlichen "unendlichen" Weiten
des Weltraums eignet. Wer möchte, dass es richtig zur Sache geht und
effektgewaltige Filme mit noch mehr Prägnanz durch den Hörraum schallen,
sollte sich mit dem DSP-Programm "Spectacle" auseinander setzen: Eine
besonders kraftvolle Effektwiedergabe und ein voluminöser Bass kennzeichnen
dieses DSP-Programm, welches nicht ganz die Ausgeglichenheit des "Sci
Fi"-DSPs mitbringt, dafür aber z.B. bei Explosionen oder Verfolgungsjagden
mit noch mehr Nachdruck agiert. Für Filme, die häufig imposante Landschaftskulissen,
verbunden mit einem prägnanten Music Score, zeigen, dazu aber auch
nicht gerade arm an Effekten sind, kann man sehr gut den DSP-Modus
"Adventure" verwenden. Von den drei hier vorgestellten Modi ist dies
derjenige, der das größte Maß an Harmonie mitbringt. Auch noch bei
hohen Pegeln ist eine tadellose klangliche Homogenität gewährleistet.
Es lohnt sich auf jeden Fall, diesen drei DSP-Programmen besondere
Bedeutung beizumessen und durch etwas Experimentieren eine optimale
Anpassung an die räumlichen Bedingungen, an den individuellen Hörgeschmack
und an die verwendete Software zu erreichen. Aber nicht nur mit seinen
umfangreichen DSP-Möglichkeiten beweist der Yamaha
RX-V 1300 sein Können. Auch die "klassischen" Tugenden meistert
er, will heißen: Tadellose Belastbarkeitswerte, selbst über mehrere
Stunden bei forcierten Pegeln im Einsatz, zeigt der AV-Receiver keinerlei
Ermüdungserscheinungen. In die Knie zwingen kann man den Yamaha nur,
wenn man lange Zeit bei hohen Pegeln hört, ohne einen aktiven Subwoofer
angeschlossen zu haben. Dies ist aber keine Schwäche des Yamaha, vielmehr
muss man bedenken, dass man auch von einem 1.000 EUR-AV-Receiver mit
sechs eingebauten Endstufen keine Wunder erwarten kann, auch solche
Geräte sind, gerade wenn man sie über einen längeren Zeitraum wirklich
fordert, für eine optimale Leistung auf den Betrieb im Zusammenspiel
mit einem aktiven Subwoofer ausgelegt. Wer unbedingt ohne einen aktiven
"Bassisten" auskommen möchte, sollte sich mit nochmals deutlich teureren
AV-Verstärkern oder -Receivern beschäftigen und sich einen richtigen
"Boliden" in den Hörraum stellen. Damit aber die Relationen stimmen:
Selbst bei höheren Pegeln über 2 Stunden gibt es keine Leistungsprobleme,
lediglich, wer es über mehrere Stunden bei 80 % maximaler Lautstärke
sehr forsch angeht, wird leichte Dynamik-Einbußen erleben, die anzeigen,
dass man es nicht übertreiben soll. Für seine Preisklasse aber liefert
das Yamaha
RX-V 1300 eine überzeugende Leistung ab. Dies verdeutlicht das
Gerät beispielsweise bei "Star Wars - Episode 1, The Phantom Menace".
Hier allerdings wird noch mehr deutlich. Bereits der RX-V1200 bewies
mit seinem sehr kraftvollen Antritt und seiner homogenen Wiedergabe
tadellose Heimkino-Qualitäten. Der Yamaha
RX-V 1300 aber ist in der Darstellung kleiner und kleinerer Details
seinem Vorläufer überlegen. Jedes Teil der auseinanderfliegenden Kampfdroiden,
die die beiden Jedi-Ritter auf der Raumstation der üblen Vertreter
der Handelsförderation per Laserschwert in handliche Stücke zerkleinern,
ist zu hören, auch die kleinste Schraube wird noch akustisch einwandfrei
herausmodelliert. Dies konnte der RX-V1200 noch nicht in dieser Güte, die
Details wirkten oberflächlicher integriert und weniger sauber wiedergegeben.
Fairerweise muss man allerdings erwähnen, dass derjenige, der noch
den RX-V1200 besitzt und nicht über einen längeren Zeitraum den Yamaha
RX-V 1300 Probe hören konnte, nichts Wesentliches vermissen wird,
denn die Leistungen des RX-V1200 waren auch schon gut. Nur schafft
der Yamaha
RX-V 1300 besser den Spagat zwischen antrittsstarkem Kraftpaket
und einer AV-Maschine auch für die leisen Zwischentöne. Hervorzuheben
ist die angenehme, leicht warme Stimmwiedergabe, die gerade in Verbindung
mit einem großzügig dimensionierten Center für einen voluminösen,
jedoch nie übertriebenen Klang sorgt. Der Music Score von "Mission
To Mars", gewählter DSP-Modus Sci-Fi, wurde schön weitläufig und mit
tadelloser Homogenität wiedergegeben, doch auch die heftigen Sandstürme
bringt der Yamaha
RX-V1300 sehr gut zur Geltung: Hier fliegen den Zuhörern die Sandkörner
in einer Art und Weise um die Ohren, dass man sich wünscht, niemals
live Zeuge eines solchen Gewaltausbruchs zu sein. Auch hier fällt
wieder auf, dass der Yamaha
RX-V 1300 bei der Detaileinarbeitung hörbare Fortschritte gegenüber
dem Vorgänger gemacht hat, ohne dass sich wirkliche Einbußen betreff
des hervorragenden Antrittsvermögens auftun. Dieses Antrittsvermögen
bringt den Yamaha auch bei der Darstellung brachialer Stürme auf unserem
Heimatplaneten Erde weit nach vorne: "The Perfect Storm", hier verdeutlicht
der AV-Receiver in überzeugender Art und Weise die Unnachgiebigkeit
und Kompromisslosigkeit, die Zerstörungskraft und die Härte dieses
Jahrhundert-Sturms auf hoher See. Schiffe werden wie Spielzeuge durch
die Wellen gejagt und durch die Luft geschleudert, mit lautem Krachen
schlagen die beschädigten Seefahrzeuge wieder auf. Hier ist schon
die Leistung des Yamaha
RX-V 1300 ohne aktiven Subwoofer lobenswert, ein richtiges heimcineastisches
Erlebnis aber wird ein solcher Film erst, wenn ein kraftvoller aktiver
Woofer seinen Beitrag für eine kraftvolle Basswiedergabe liefert.
Unser zum Test hinzugezogener, exzellenter Monitor Audio Fast Bass
212 sorgte nicht nur durch seine druckvolle Wiedergabe, sondern auch
durch seine überragende Integration für eine deutliche Steigerung
des Hörvergnügens. Am aktiven Subwoofer sollte daher nicht gespart
werden, hier ist zu raten, sich nach einem ausreichend dimensionierten
Basslautsprecher umzusehen, der aber, dies muss man vor dem Kauf berücksichtigen,
auch den Bedingungen des eigenen Hörraums gerecht werden muss. Beispiel:
Nicht in jedem Raum kann man einen Downfire-Subwoofer, der nach unten
abstrahlt, angemessen positionieren. Am besten ist es, den gewünschten
Subwoofer vor dem endgültigen Kauf in den eigenen vier Wänden ausgiebig
Probe zu hören. Dies raten wir auch in Bezug auf den Yamaha, und wir
sind uns sicher, dass er viele neue Freunde finden wird - die Surround-Klangkulisse
wird ihren Teil dazu beitragen. Mit klarer, facettenreicher Wiedergabe
und einer großen Ausdruckskraft zeigt der Yamaha
RX-V 1300 hier gut den Fortschritt in seiner Preisklasse. Wer
behauptet, solcherlei Fortschritt gäbe es nicht und oftmals liefere
der Vorgänger bessere Ergebnisse als der Nachfolger, sollte sich gerade
in diesem Fall mal die Mühe machen und sich ausführlich mit dem Yamaha
RX-V 1300 klanglich auseinandersetzen. Schön gelungen ist auch
im Extended Surround-Betrieb die Integration des Back Surround-Lautsprechers.
Dass Yamaha hier nach wie vor nur auf einen Lautsprecher setzt, macht
sich für Einzelhörer in nicht allzu großen Hörraumen kaum bemerkbar.
Durch die Erweiterung der Surround-Klangkulisse durch die sehr guten,
oben genannten Cinema DSP-Programme wird eine weitere Verbesserung
erreicht, da der Back Surround Lautsprecher bei der DSP-Nachbearbeitung
ebenfalls integriert ist. Nur in großen Hörraumen, wenn mehrere Personen
einem Film beiwohnen, dann wird ein 2. Back Surround-Lautsprecher
ein wenig vermisst, da hinten das Klangbild mit 2 Back Surround-Lautsprechern
noch kompletter und homogener wirkt.
Die Mehrkanal-Musikwiedergabe
vom Yamaha
RX-V 1300 war bei der Scorpions-DVD "Acoustica" (gewählte Tonspur:
DTS 5.1) geprägt von der annehmen Stimmwiedergabe und der stimmigen
Surround-Klangkulisse. Zugenommen im Vergleich zum RX-V1200 hat die
Detailtreue, hier gibt sich der Yamaha
RX-V1300 akkurater, ohne aber die für Yamaha-Surroundreceiver
typische homogene und auch bei hohen Pegeln ansprechend ausgestaltete
Gesamt-Klangcharakteristik missen zu lassen. Ein typischer "Feingeist",
der weit überdurchschnittlich akkurat jede musikalische Feinheit zu
betonen weiß, ist auch der Yamaha
RX-V 1300 nicht, aber ohne hörbare Verluste in den "Paradedisziplinen"
klangliche Ausgeglichenheit und kraftvollem Aufspielen bietet das
neue Modell eine gesteigerte Detailgüte. Das Schlagzeug gefällt mit
der wohl abgestimmten Wiedergabe ebenso wie das Keyboard und die Gitarre.
Wer anstatt auf mitreißende Rockmusik lieber auf die differenzierten
Klänge klassischer Meister steht, kann ebenfalls viel Freude mit dem
Yamaha
RX-V 1300 haben, denn mit Wolfgang Amadeus Mozarts 40. Symphonie
kam der AV-Receiver überzeugend zurecht, bei diesem begeisternden
Stück, abgelegt auf einer Naxos Musical Journey DTS/DD 5.1-DVD, konnte
vor allem die Darstellung der Spielfreude der Musiker gefallen. Hier
ist der neue AV-Receiver etwas anders ausgelegt als sein Vorgänger,
der nicht mit so viel Esprit und Dynamik ans Werk ging: Man denkt
nun schon beinahe, wenn der Yamaha
RX-V 1300 ein lebender Organismus wäre, es würde ihm diese Art
der Wiedergabe einfach Spaß machen. Die Auflösung im Hochtonbereich
konnte im Vergleich zum RX-V1200 leicht gesteigert werden, was der
Brillanz der Vorstellung zuträglich ist. Gerade bei den Orchestereinsätzen
ist dadurch der Klangeindruck kompletter, umfangreicher und realistischer.
Wir hörten im normalen DTS 5.1-Modus, gerade bei der unverfälschten
Wiedergabe qualitativ guter Mehrkanal-Musik-DVDs ist diese Art des
Hörens die empfehlenswerteste Variante.
Im Dolby Pro Logic
II-Betrieb können wir dem Yamaha
RX-V 1300 nur höchstes Lob zollen. Die Basswiedergabe liegt auf
einem sehr hohen Niveau, der Bass ist satt, stark und spielt sehr
frei und souverän auf, selbst die gebotene Präzision ist so gut, dass
der Unterschied zum reinen Stereobetrieb hier auf ein Minimum beschränkt
werden konnte. Schon ohne angeschlossenen aktiven Subwoofer ist die
Leistung des Yamaha
RX-V 1300 sehr gut, mittels eines hochwertigen "Aktivbassisten"
wie unserem Test-Woofer Monitor Audio Fast Bass 212 lassen sich aber
wirklich herausragende Ergebnisse erzielen. Mittels der, wie bei Yamaha
üblich, vorhandenen Einstellmöglichkeiten im Music Mode lässt sich
erfolgreich, je nach Software, ein dem Hörgeschmack und den Equipment-Bedingungen
angepasstes Hörerlebnis schaffen. Die Harmonie der gesamten Darbietung
ist hoch, besonders Spaß macht der Yamaha jedoch vor allem dann, wenn
man seine erstaunlichen Bassfähigkeiten ausnutzt. Hierzu muss man
allerdings ein Liebhaber kraftvoller, energischer, satter tieffrequenter
Darbietungen sein. Freunde sehr authentischer Wiedergabe könnten bei
diesem unseren Vorschlag die Stirn etwas in Falten legen. Wie dem
auch sei, gerade denjenigen, die R&B-Musik ausdrucksvoll und bassstark
hören wollen, bietet der Yamaha
RX-V 1300 die richtigen Möglichkeiten, wie sich bei der Wiedergabe
der Toni Braxton-CD "Secrets" feststellen ließ: Der druckvolle, voluminöse
Bass korrespondiert passend mit der klaren Stimmwiedergabe und den
restlichen Instrumenten.
Der Stereoklang
legte im Vergleich zum schon gewiss nicht schlechten RX-V1200 weiter
zu. Bei Felix-Mendelssohn-Bartholdys 1. Symphonie konnte man eine
weiter gesteigerte klangliche Harmonie heraushören. Sagte man früher
den Yamaha AV-Receivern einen eher spitze, in den Höhen schon fast
zu prägnanten Klang nach, war bereits der RX-V1200 ein Schritt in
Richtung akustischer Ausgeglichenheit, der Yamaha
RX-V 1300 stellt mit seiner sehr gefälligen Auslegung die konsequente
Fortsetzung dieser neuen Richtung dar. Was dem neuen AV-Receiver besser
als dem RX-V1200 gelingt, ist der Spagat zwischen einer gefälligen
und einer sehr detaillierten Auslegung mit klarer Charakteristik.
Im Hochtonbereich, gerade bei den Streichern, legte der Yamaha
RX-V 1300 in Bezug auf die Feindarstellung zu. Die Instrumente
werden mit mehr Gefühl für Facettenreichtum und Charisma wiedergegeben,
dadurch geht die gesamte Stereowiedergabe mehr in die Tiefe. Mit dieser
ordentlichen Vorstellung schließt sich der Yamaha dem erfreulichen
Trend an, dass auch AV-Receiver günstigerer Preisklassen inzwischen
besser im Stereoeinsatz klingen. Natürlich, wer auf sehr anspruchsvollem
Level Stereo hört, wird nach wie vor nach einer klanglich nochmals
besseren Lösung verlangen, die noch mehr Tiefe, wohldosierte Akzentuierung,
Transparenz und Brillant bietet. Aber an dieser Stelle muss auch erwähnt
werden, dass die Stereowiedergabe eines AV-Receivers zwar keinesfalls
nur als "kleines Feature" angesehen werden kann (was Yamaha, dies
zeigt die gute Arbeit des Yamaha
RX-V 1300, auch nicht tut), die Primärtugenden eines AV-Receivers
sind aber trotzdem, Mehrkanal-Musik-DVDs und Film-Discs tonal eindrucksvoll
wiederzugeben. Wer bezüglich der Stereowiedergabe Top-Leistungen wünscht
und außerdem auch noch einen überragenden Surroundklang, muss sich
entweder 2 getrennte Anlagen aufbauen oder aber zu einem echten Boliden
wie z.B. dem Yamaha DSP-AZ1 greifen muss. Dem wahren Stereofreak, dem selbst teure
AV-Receiver, die in den Ohren des Testers schon höchst Beachtliches
leisten, nicht genügen, für den gibt es nur Variante 1 der eben geschriebenen
Alternativen. Selbst für anspruchsvollere Hörer war aber sehr ordentlich,
was unser Testkandidat bei Crar Orffs "Carmina Burana" an klanglicher
Performance bieten konnte. So war der Antritt spontan und kraftvoll,
das Management der Dynamiksprünge war absolut in Ordnung, die unmittelbare
Wucht, Kennzeichen mancher Passage der Carmina, brachte der Yamaha
gut zur Geltung.
Bewertung
Klang Film      
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik      
Bewertung Klang Dolby PLII      
Bewertung Klang Stereo     
Fazit
Yamaha hat den
Yamaha
RX-V1300 im Vergleich zum Vorgänger gekonnt verbessert, die wenigen,
beim RX-V1200 noch vorhandenen Schwächen wurden praktisch fast völlig
eliminiert, dazu legt der 1300er auch in den Disziplinen, in denen
das Vorgängermodell schon sehr gut war, weiter zu. So beispielsweise
bei der Feinauflösung kleiner Details, die noch akkurater und mit
mehr Harmonie eingearbeitet werden. Dies macht sich bei sehr hochwertigem
Film-, ganz besonders aber bei Mehrkanal-Musikmaterial positiv bemerkbar.
Aber trotzdem ist der Yamaha
RX-V1300 nicht nur Feinarbeiter, sondern er bringt noch nach wie
vor die typischen Yamaha-Tugenden mit: Tadellose akustische Homogenität,
dazu ein sehr voluminöser, exzellenter Bassbereich, der sich trotz
des kraftvollen Antretens nicht überpräsent ins Klangbild einfügt.
Hier sind nochmals leichte Verbesserungen hörbar, der Bass setzt noch
runder ein und ist bei Bedarf noch präziser - um dies zu hören, braucht
es aber sehr gute Software. Der Stereoklang ist ebenfalls besser geworden,
klarer und plastischer, hier liegt der Yamaha auf einem prima Level,
der zeigt, dass inzwischen auch bei Surroundreceivern eine brauchbare
Zweikanalwiedergabe möglich ist. Offensichtlich, das fällt gerade
bei den neuesten Yamaha- und Denon-AV-Receivern auf, investieren die
Entwickler und Sound-Abstimmer nun mehr Zeit und Liebe zum Detail
in die Stereooptimierung und machen es damit der in dieser Disziplin
noch immer knapp führenden Konkurrenz von Harman Kardon nach. Ansonsten
gefällt der Yamaha
RX-V 1300 mit einer überragenden Dolby PL II-Integration: Der
Bassbereich begeistert mit sattem Klang, der Raumeindruck ist von
natürlicher, angenehmer Weite geprägt, und die Gesamtharmonie ist
hervorragend zu nennen. Doch nicht nur in den akustischen Eigenschaften,
auch bezüglich des Bedienkomforts konnte der Yamaha
RX-V1300 merklich zulegen, denn endlich hat man sich bei Yamaha
dazu durchgerungen, eine Delay-Einstellmöglichkeit in Metern zu integrieren,
was das Setup deutlich vereinfacht. Die Fernbedienung ist gut, nach
dem Studium der ordentlichen Bedienungsanleitung kann man viele der
nützlichen Zusatzfeatures verstehen und anschließend auch für den
richtigen Einsatz in der Praxis verwenden. Die teilweise sehr empfehlenswerten
DSP-Programme sind mittels vielfältiger Möglichkeiten editierbar,
somit ist eine genaue Anpassung an den jeweiligen Hörraum möglich,
auch wenn diese Arbeiten Geduld und Geschick erfordern. Die Verarbeitung
ist beim Yamaha
RX-V 1300 auf dem Yamaha-typischen hohen Niveau, auch innen ist
alles akkurat verlegt und mit hochwertigen Baugruppen versehen. So
ist es insgesamt schwer, gravierende Schwächen am starken Soundpaket
ausfindig zu machen - Nachteil des Yamaha
RX-V 1300 bleibt damit, und dies war auch beim Vorgänger schon
so, dass die Extended Surround-Vorzüge mit nur einem Back Surround
Lautsprecher weniger überzeugend zum Tragen kommen. Gerade für Einzelhörer
in nicht allzu großen Hörraumen ist dieser Nachteil aber nur sehr
gering.
Besser
denn je: Yamaha bietet Top-Qualität in der 1000 EUR-Klasse
 Obere Mittelklasse
Test 01. November 2002
Preis-/Leistungsverhältnis:
     
Pro:
- Kraftvoller
und doch differenzierter Klang
- Plastische
und klare Stereowiedergabe
- Hervorragende
Dolby PLII Integration mit sattem Bass
- Hohes Qualitätsniveau
- Tadelloser
Bedienkomfort
- Nützliche DSPs
- Sehr gutes
Preis-/Leistungsverhältnis
Contra:
- Nur eine Endstufe
für den Back Surround-Bereich
Die
technischen Grunddaten:
-
AV-Receiver
-
Decodiert
DOlby Digital 5.1/Dolby Digital 5.1 EX/DTS 5.1/DTS ES Discrete/Matrix
6.1/DTS NEO:6/Dolby Pro Logic II (Vollerversion)
-
DIN-Ausgangsleistung
(4Ohm, 1kHz, 0,7%THD): Hauptkanäle 145W+145W, Surroundkanäle 145W+145W,
Centerkanal 145W, hinterer Centerkanal 145
-
192
kHz/24-Bit Audio-DACs
-
22
verschiedene DSP-Programme mit umfangreichen Editiermöglichkeiten
-
On
Screen-Menü
-
6
frei zuweisbare Digitaleingänge (4 x optisch, 2 x koaxial)
-
2
Digitalausgänge (2 x optisch)
-
2
Komponentenvideoeingänge, 1 Komponentenvideoausgang
-
5.1-Eingang
(DVD Audio-tauglich)
-
6.1-Preout
-
4
Audio- und 5 Audio/Video-Eingänge (alle S-Video-beschaltet)
-
2
Audio- und 2 AV-Ausgänge (AV-Ausgänge S-Video-beschaltet)
-
Monitor
Out (S-Video/FBAS)
-
Front
AV-Eingang mit S-Video-Beschaltung und optischem Digitaleingang
-
Phono-Eingang
-
RDS-Tuner
mit 40 Stationsspeichern
-
Beleuchtete,
lern- und macrofähige Fernbedienung
-
Gewicht
15 kg
-
Maße
(B x H x T in mm): 435 x 171 x 434
-
Farben:
Schwarz, Titan
Anhang: Yamaha DSP-Technologie
DSP-Programme
- die Grundlagen
Der Yamaha DSP
Prozessor ist so aufgebaut, dass eine völlig unabhängige Verarbeitung
des vorderen Präsenzbereiches und des hinteren Surround-Soundfeldes
ermöglicht wird. Der Surroundbereich wird schon seit der Einführung
der Cinema DSP Technolgie 1990 (damals war Dolby Pro Logic der Mehrkanalstandard)
mit zwei unabhängigen Klangfeldern für den linken und den rechten
Kanal nachbearbeitet. Mit dem Aufkommen der Extended Surround-Heimkino-Tonnormen
DTS ES und Dolby Digital EX legte Yamaha nach und setzt ein zusätzliches
drittes Klangfeld für den Back Surround Kanal, der bei Yamaha mit
einem Lautsprecher betrieben wird, ein. Die Position der akustischen
Effekte wird durch das dekodierte Eingangssignal vorgegeben, der Dekoder
selbst arbeitet mit unendlich großer Kanaltrennung - in der Praxis
jedoch ist ist die Kanaltrennung durch die nachfolgenden analogen
Baugruppen des Verstärkers (speziell zu nennen wäre die gemeinsame
elektrische Masseverbindung) leicht eingeschränkt.
Die Signalverarbeitung
der einzelnen Kanäle durch den DSP Prozessor erzeugt aus den bis zu
6 Vollfrequenzkanälen bei Dolby Digital und DTS, die nach dem Decodieren
als relativ "punktförmige" Informationen zur Verfügung stehen, ein
geschlossenes Klangbild. Die Ausdehnung und die Intensität, mit anderen
Worten die Charakteristik des jeweiligen Klangbildes, variiert je
nach angewähltem DSP Programm. Die Wahl des entsprechenden DSP Programms
sollte sich nach dem vorliegenden Film- oder Musikmaterial richten,
da nur beim optimalen Zusammenspiel vom Ausgangsmaterial und der gewählten
DSP Nachbearbeitungsart eine optimale Performance erreicht werden
kann.
Auf der Basis
normaler Wiedergabearten wie Mono, Stereo, Dolby ProLogic Surround,
Dolby Digital 5.1 oder DTS 5.1 gestalten die Yamaha-Toningenieure
ihre eigenen Soundfelder. Jedes der Cinema-DSP-Programme ist vom Charakter
her verschieden, denn die auf realen Messungen beruhenden Daten, die
dann zu den verschiedenen vorkommenden Soundfeldern verarbeitete werden,
unterscheiden sich. Bei den Soundfeldern differenziert Yamaha zwischen
dem Presence-Soundfeld (das Soundfeld, welches sich vorne hinter den
Lautsprechern ausbreitet) und den linken und rechten Surround-Soundfeld
sowie dem Nachhall. Die Presence- und Surround-Soundfeld-Daten zeigen
sich in der Verteilung der virtuellen Klangquellen und der Echomuster.
Die zwei unterschiedlichen Soundfeld-Typen werden mit komplexen Elementen
wie zum Beispiel der Energiebalance und den Signalmischverhältnissen
verarbeitet. Insgesamt ergibt sich so ein exakt auf das Wahrnehmungsvermögen
der Zuhörer zugeschnittenes Soundfeld.
Das erklärte Ziel
von Yamaha DSP ist, die räumlichen und klanglichen Eigenschaften eines
Kinosaals in einem möglichsten hohen Grad an Perfektion auf die heimischen
"vier Wände" zu übertragen, beziehungsweise die geringere Anzahl der
Lautsprecher zu Hause und die ungünstigeren räumlichen Bedingungen
bestmöglich zum kompensieren. Daher erzeugt der Yamaha DSP Prozessor
ein Klangfeld nach einem Reflexionsmuster, das dem eines Abhörstudios
der Filmindustrie entspricht. Yamaha-typisch ist, dass im Surroundbereich
nicht auf Dipole, sondern auf Direktstrahler gesetzt wird. Vorteil
dieser Lösung soll laut Yamaha sein, dass das hörraumeigene Klangfeld
durch den anderen Aufbau eines Direktstrahlers im Vergleich zum Dipol
nicht zu stark angeregt wird.
DSP-Programme
richtig verstehen: Spezielle Aspekte und Grenzen der Ton-Nachbearbeitung
-
Um bei Dolby
ProLogic-codiertem Tonmaterial die rechts-/links-Trennung im Surroundbereich
zu verbessern, stützt sich der dem Nachbearbeitungsvorgang zu
Grunde liegende Algorhythmus des Prozessors - anders als bei Dolby
Digital oder DTS - auch auf tonale Informationen aus den Stereokanälen.
Dies kann im Einzelfall zu dem Eindruck führen, dass die Kanaltrennung
vorn - hinten leicht eingeschränkt ist
-
Um ein geschlossenes
Klangfeld ohne störende Klanglöcher im Heimkino-Raum zu erzeugen,
werden Effektverläufe von vorn nach hinten oder auch von hinten
nach vorn von einem Kanal an den anderen "übergeben". Speziell
bei impulsartigen Signalen ist daher die hörbare Übernahme in
den Surroundbereich sachgerecht - denn, so argumentiert Yamaha,
dieses Verhalten entspricht genau dem in der realen Welt. Hier
sollte eher der Vergleich zum Kino als der zu "reinem", also nicht
nachbearbeiteten Dolby Digital gezogen werden. Auch die akustischen
Eigenschaften des Hörraums spielen - je nach dessen "Halligkeit"
und/oder Hellhörigkeit - in die Wahrnehmung solcher eben geschilderter
Effekt hinein.
-
Ein weiterer
Einfluss entsteht durch die akustischen Eigenschaften des gewählten
DSP-Programms. Zu beachte ist hier aber, dass - wie weiter unten
ausführlich erläutert - die Parameter jedes einzelnen DSP-Programms
individuell nachbearbeitet werden können. Speziell mit Hilfe einer
Reduzierung der Parameter "Liveness", "Room Size" und "Initial
Delay" lässt sich einem zu großen akustischen Eigenleben des Hörraums
beikommen.
-
Bei der Wiedergabe
von Stereosignalen in einem der Movie Theatre-Programme wird der
Dolby ProLogic-Dekoder aktiviert. Durch die einfache Struktur
des Decoders wird dann das Differenzsignal L - R auf die Surroundkanäle
geführt, somit wird das DSP zusätzlich unterstützt. Da Yamaha
die Movie Theatre Programme für die Wiedergabe von Mehrkanalton
entwickelt hat hat, ist der Dolby ProLogic-Dekoder nicht abschaltbar
und führt daher zu den vorher genannten unerwünschten Effekten
bei der Wiedergabe von uncodiertem Stereomaterial. Da hilft dann
nur die Wahl eins Programms ohne den vorgeschalteten Dolby PL
Dekoder.
Die
Vorbilder für die Yamaha DSP-Programme
Mit den paar DSP-Programmen,
die sich bei fast jedem AV-Receiver oder -Verstärker als Bonus Feature
im Ausstattungsumfang befinden, sind die Yamaha DSPs kaum zu vergleichen.
Die Yamaha-Variante ist darum sehr interessant, weil die Yamaha-Toningenieure
für ihre verschiedenen Cinema- und Hifi-DSP-Programme real existierende
Räume tonal exakt vermessen haben. Das heißt: Für die Kino-DSP-Programme
dienten als Maßstab verschiedene Kinos auf der ganzen Welt, für die
Hifi-DSP-Programme zum Beispiel Konzerthallen und Kirchen. So handelt
es sich nicht um ausschließlich am Computer erstellte Programme, sondern
um auf realen Bedingungen basierende. Zur Yamaha DSP-Technologie gehören
umfangreiche Einstellmöglichkeiten, die es ermöglichen, das jeweilige
Programm optimal an das akustische Verhalten des Hörraums anzupassen.
Ebenso kann der Benutzer die Homogenität des Klangbilds der verwendeten
Lautsprecher mit verschiedenen Einstellmöglichkeiten anpassen. Viele
Yamaha DSP-Programme sind in Hinsicht auf die beiden miteinander konkurrierenden
Mehrkanal-Tonformate DTS und Dolby Digital optimiert.
Welche
Lautsprecher sind zu verwenden?
Yamaha DSP ist
bei der Wahl der Lautsprecher flexibel und stellt die Wahl der Lautsprecher-Bestückung
weitgehend frei. So können für den linken und den rechten Frontkanal
zum Beispiel auch hochwertige, musikalische Standboxen verwendet werden,
die auch im Stereo-Betrieb ein gefälliges Klangbild bieten. Im Surroundbereich
sind keine Dipole erforderlich: Das dem Dipol eigene, für die Filmschau
zuhause gewinnbringende diffuse Klangbild wird bei Yamaha im Rahmen
der DSP-Programme elektronisch erzeugt. Durch die Möglichkeit, die
Kennlinien der Lautsprecher elektronisch anzupassen, wäre es theoretisch
möglich, auch Lautsprecher-Typen verschiedener Hersteller oder verschiedener
Produktlinien des gleichen Herstellers zu verwenden. In der Praxis
sieht es so aus, dass zwar minimale tonale Differenten ausbalanciert
werden können, es sich aber trotzdem empfiehlt, bei der Wahl der Lautsprecher
auf ein Fabrikat und am besten auch auf eine Produktlinie zurückzugreifen.
Was die Anzahl der Lautsprecher betrifft, gibt es beim DSP-AZ1 verschiedene
Besonderheiten: So gibt es zwei zusätzliche Front-Effektlautsprecher,
die im Abstand von mindestens 0,5 Meter, am besten links und rechts
oben an den äußersten vorderen Enden des Hörraums angebracht werden
sollen.
Die Vorteile dieser
beiden Front-Effektlautsprecher: Effekte beziehungsweise Geräusche,
die von vorne links oder vorne rechts oben kommen, können besser räumlich
abgebildet werden. Dies ist gerade bei Explosionen mit wegfetzenden
Trümmerteilen oder bei der Darstellung vorbeifliegender Hubschrauber
oder Flugzeuge einer realeren Wiedergabe zuträglich. Ebenso empfiehlt
Yamaha einen zusätzlichen aktiven Subwoofer, der zwischen die beiden
Surroundlautsprecher eingeschliffen wird. Was den Extended Surround-Betrieb
betrifft, so begnügt sich Yamaha hier mit einem Back Surround Center.
Wie es sich für
ein Yamaha-Gerät gehört, tritt auch der Yamaha
RX-V 1300 mit verschiedenen HiFi-und Cinema-DSP-Programmen an.
Hier der Überblick:
HiFi-DSP:
- Concert Hall:
Große Konzerthalle mit reichen Klangeffekten. Ausgeprägte Reflexionen
von allen Richtungen. Virtueller Sitz des Zuhörers unmittelbar vor
der Bühne.
- Church: Simuliert
große Kirche mit einem hohen Dom und tragenden Säulen an beiden
Seiten. Nachhallverzögerung sehr lange, frühe Reflexionen kleiner
als bei anderen DSPs. Vorsicht: Mit einigen Orgel-CDs exzellente
Erfolge (sogar besser als PLII Music), aber bei vielen Aufnahmen,
auch mit Musik, die in Kirchen aufgenommen wurde, zu ausgeprägtes
Hallverhalten. Hier hilft nur intensives Probe hören - die akustischen
Bedingungen müssen genau stimmen.
- Jazz Club:
Soundfeld der Bühe von "The Bottom Line", Jazz Club in New York
mit Plätzen für 300 Personen. Klang recht natürlich, für einige
Jazz-Aufnahmen geeignet. Auf jeden Fall aber, je nach Gusto, in
normalem Stereo oder PLII Music gegen hören.
- Rock Concert:
Für dynamische Rockmusik geeignet. Die Daten stammen aus Rock-Club
aus L.A. Virtueller Sitz des Hörers: In der Mitte der Halle
- Entertainment/Disco:
Der Sound ist dicht und stark konzentriert - so schreibt es Yamaha.
Leider ist das Hallverhalten zu ausgeprägt. Daher bevorzugen wir
für Disco-Feeling ProLogicII Music und für die Privatparty Sechskanal-Stereo
- Entertainment/Sechskanal-Stereo:
Das richtige Programm für die Privatparty
Cinema-DSP:
- Movie Theater
1: Spectacle, weites Soundfeld eines 70 mm Filmtheaters wird kreiert.
Besonders gut geeignet für Actionfilme mit vielen Effektsequenzen.
Hier rangiert die hervorragende Effektwiedergabe vor der Gesamtharmonie,
letztere ist aber immer noch sehr gut . Effektiv arbeitender Bassbereich
mit großem Volumen und beachtlicher Präzision
- Movie Theater
1: Sci-Fi, wirkt noch eine Spur weitläufiger als Spectacle, dafür
z.B. bei Schusswechseln nicht ganz so explosiv.
- Movie Theater
2: Adventure, Sehr guter Kompromiss aus kräftiger Effektwiedergabe
und hervorragender Gesamtharmonie. Voluminöser, voller Klang mit
großer Dichte
- Movie Theater
2: General, nicht unbedingt das beste Soundfeld. Manche älteren
Produktionen klingen damit eine Spur harmonischer, vielleicht auch
die ein oder andere Komödie. Ansonsten kaum Verbesserungen gegenüber
der "normalen" DD/DTS/ProLogic-Wiedergabe.
- Enhanced Mode
(DD/DTS/ProLogic): Dieses DSP simuliert die Multi Surround-Lautsprechersysteme
von Kinos für 35 mm-Filme. Ohne Verlust der Ortung des Originalsklangs
soll eine gute Effektwiedergabe garantiert sein. Bei einigen Filmen
Verbesserung des Volumens des Surround-Klangfelds
Nur
für Audio/Video-Quellen in 2-Kanal:
- Entertainment/Game:
Tiefe und Raumgefühl für Computerspiele. In der Praxis lieber PLII
Movie verwenden, besonders beim Yamaha
RX-V 1300, dessen Dolby PLII-Integration exzellent gelungen
ist.
- Music Video
- TV Sports
- Mono Movie
Für
den wahren Heimkino-Fan mit einigem Sachverständnis bietet Yamaha
auch noch verschiedene Nachbearbeitungsfunktionen für die DSP-Programme:
- DSP Level:
Regelbereich - 6 dB bis + 3 dB, mit diesem Parameter kann der Pegel
für alle DSP-Effektfunktionen innerhalb des genannten Bereichs eingestellt
werden. Abhängig von der Akustik des Hörraums kann der Pegel des
DSP-Effektklangs in Relation zum Direktklang verstärkt bzw. abgeschwächt
werden.
- INIT.DLY (Initial
Delay = Anfängliche Verzögerung): Mit dieser Funktion kann der wahrgenommene
Abstand vom Quellensound verändert werden: Die Verzögerung zwischen
dem direkten Klangbild und der ersten wahrgenommenen Reflektion
kann hier in einem Steuerungsbereich von 1 bis 99 Millisekunden
eingestellt werden. Je kleiner der Wert ist, umso näher scheint
der Quellenklang akustisch am Hörer zu liegen, bei einem großen
Wert entfernt sich der Quellenklang akustisch weiter. Ein kleiner
Wert ist für einen kleinen Hörraum, ein großer für einen großen
Hörraum zu empfehlen
- ROOM SIZE:
Dieser Parameter stellt die wahrnehmbare Größe des Surround-Soundfeldes
ein. Je größer der Wert, umso größer wird das Surround-Soundfeld.
Einstellbereich: 0,1 bis 2,0. Da der Klang wiederholt in einem Raum
reflektiert wird, kommt es mit zunehmender Größe der Halle dazu,
dass die Zeit zwischen dem ursprünglich reflektierten Sound und
den nachfolgenden Reflexionen zunimmt. Durch die Möglichkeit der
Steuerung der Zeit zwischen den reflektierten Sounds kann man die
wahrnehmbare Größe des virtuellen Saales ändern. Wenn der Parameter
von 1 auf zwei verdoppelt wird, verdoppelt sich die wahrzunehmende
Länge des Raumes
- LIVENESS (Lebendigkeit):
Dieses Tool stellt das Reflexionsvermögen der virtuellen Wände in
der Halle ein, indem die Abklingrate der frühzeitigen Reflexionen
geändert wird. Einstellbereich 0 bis 10. Einsatzbereich dieser Funktion:
Da die frühzeitigen Reflexionen einer Klangquelle in einem Raum
mit hoher Akustikabsorbation viel schneller abklingen als in einem
Raum mit stark reflektierenden Wänden, kann mit dem LIVENESS-Parameter
die Abklingrate der frühzeitigen Reflexionen von einem "toten"
Raum (Raum mit hoher Absorbationsrate) zu einem "lebendigen Raum
(Raum mit stark reflektierenden Wänden) verändert werden
- S.DLY (Surround
Delay = Surround-Verzögerung): Wie die Funktionen zuvor, diesmal
geht es um die Verzögerung zwischen dem direkten Klang und der ersten
Reflexion in einem Surround-Soundfeld. Einstellbereich 0 bis 49
Millisekunden, abhängig vom Digitalformat
- S.INIT.DELAY:
Anfängliche Surround-Verzögerung, Regelbereich 1 - 49 ms. Einstellung
der Verzögerung zwischen dem direkten Klang und der ersten Reflexion
auf der Surround-Seite des Klangfeldes
- S.ROOM SIZE:
Dieser Parameter stellt die anscheinende Größe des Surround-Soundfeldes
ein (Regelbereich 0,1 - 2,0)
- S.LIVENESS
(Surround-Lebendigkeit): Einstellmöglichkeit von 0 bis 10 für das
wahrnehmbare Reflexionsvermögen der virtuellen Wände im Surround-Soundfeld.
Je größer der Wert, umso reflektierender werden die Wände des Surround-Soundfeldes
- RC.INIT.DLY
(Rear Surround Center Initial Delay = Anfängliche Verzögerung des
hinteren Center-Sound-Feldes): Wie Funktion davor, nur geht es diesmal
um das hintere Center-Surround-Soundfeld. Einstellbereich: 1 bis
49 Millisekunden
- RC ROOM SIZE
(Rear Center Room Size): Einstellmöglichkeit für die wahrnehmbare
Größe des hinteren Center-Surround-Soundfeldes. Einstellbereich
0,1 bis 2,0, je größer der Wert, umso größer die Reflektion der
Wände des Presence-Soundfeldes. Eine leichte Anhebung kann, zusammen
mit S.Liveness, je nach Reflexionsverhalten, für eine leicht weiträumigeres
Klangfeld sorgen.
- RC.LIVENESS
(Hintere Center-Lebendigkeit) siehe Funktion zuvor, diesmal für
den Rear Surround Center
- REV.TIME (Reverbation
Time = Widerhallzeit): Stellt die Zeitspanne ein, die für das Abklingen
des dichten, nachfolgenden Widerhall-Sounds um 60dB (bei 1 kHz)
benötigt wird. Folge: Die wahrnehmbare Größe des akustischen Umfeldes
wird über einen sehr weiten Bereich geändert. Einstellbereich: 1,0
bis 5,0 Sekunden. Empfehlung: Bei "toten" Signalquellen und/oder
Hörräumen längere Widerhallzeit, bei "lebendigen" Signalfelder und/oder
Hörräumen eine kürzere, denn zuviel Widerhall sorgt genauso für
eine unnatürliche Klangkulisse wie zuviel. Hier sollte man zunächst
genauere Untersuchungen über die akustischen Eigenschaften des Hörraums
anstellen. (Material der Wände? Wenig/viele Möbel? Teppichboden
oder Parkett? usw.)
- REV.DELAY (Reverbation
Delay = Widerhallverzögerung): Einstellmöglichkeit von 0 bis 250
Millisekunden für die Zeitdifferenz zwischen dem Beginn des direkten
Klangs und dem Beginn des Widerhalls. Je größer der Wert, umso später
beginnt der Widerhall. Ein späterer Beginn des Widerhalls erzeugt
ein Klangfeld, das den Eindruck vermittelt, in einem größeren akustischen
Umfeld zu sein. Vorsicht bei der Einstellung: Wer es zu gut meint,
erreicht nur einen unnatürlichen Klangeindruck, der weder zum Hörraum
noch zum wiedergegebenen Material passt.
- REV.LEVEL (Reverbation
Level = Widerhallpegel): Stellt die Lautstärke des Widerhalls ein
(0 bis 100 %), je höher der Wert, umso lauter der Widerhall
- Für 6-Kanal-Stereo:
Center Level, hinterer linker Pegel, hinterer rechter Pegel, hinterer
Center Pegel in einem Regelbereich von 0 bis 100 % einstellbar
- Für Pro Logic
II Mode: Panorama Mode (für weitläuferiges Klangbild, in der Praxis
praktisch ohne Belang, nur bei sehr guter Software mit tadelloser
Abmischung minimal ansteigende räulmliche Wirkung heraushörbar),
Dimension (Balance Frontlautsprecher/Surroundlautsprecher), Center
Width (Klangverteilung Hauptlautpsrecher/Center, sehr nützlich,
um, je nach Qualität der Quelle und der Güte des Centers, die manchmal
störende Dominanz des Centers zu unterbinden oder aber bei hervorragendem
Center und sehr guter Software frontal eine noch bessere
Mini-Exkurs:
Die Soundfeld-Bilder eines DSP-Programms
Jedes der Cinema-DSP-Programme
ist vom Charakter der verschiedenen vorkommenden Soundfelder her unterschiedlich.
Alle Daten beruhen, wie schon erwähnt, auf realen Messungen, zum Beispiel
in großen Kinosälen. Bei den Soundfeldern unterscheidet Yamaha zwischen
dem Presence-Soundfeld (das Soundfeld, welches sich vorne hinter den
Lautsprechern ausbreitet) und den linken und rechten Surround-Soundfeld
sowie dem Nachhall. Zusätzlich kreiert die DSP-Elektronik im RX-V1200
noch ein weiteres Soundfeld und den Back Surround-Lautsprecher, damit
eine möglichst homogene und zugleich exakte klangliche Ausleuchtung
möglich wird. Die Presence- und Surround-Soundfeld-Daten finden ihren
Ausdruck in der Verteilung der virtuellen Klangquellen und der Echomuster.
Da jedoch die zwei unterschiedlichen Soundfeld-Typen mit komplexen
Elementen wie zum Beispiel der Energiebalance und den Signalmischverhältnissen
ausgedrückt verarbeitet werden, werden sie als ein auf dem Wahrnehmungsvermögen
der Zuhörer beruhendes Soundfeld ausgedrückt - was sich in der Praxis
vor allem durch einen harmonisches, rundes Klangbild, eine kräftige
Effektwiedergabe und eine hohe Klangdichte bemerkbar macht - auch
wenn dies nicht für alle DSP-Programme gleichermaßen gilt. So ist
ProLogic II summa summarum den meisten HiFi-DSPs überlegen, vor allem
die sinnvollen Einstellmöglichkeiten, kombiniert mit dem natürlichen
Klangbild ohne den Einfluss störenden Halls, sorgt für universelle
Einsatzmöglichkeiten. Einige der Cinema-DSPs hingegen beeindrucken
mit einer gelungenen Filmtonwiedergabe. Mehr dazu im Kapitel "Ton".
Test:
Carsten Rampacher, 29. November
2002
Hervorragend passen
u.E. zum Yamaha
RX-V 1300 die DVD-Player Yamaha
DVD-S 830, Yamaha
DVD-S 2300 oder der Pioneer
DV 757 Ai hervorragend. Oder auch der Marantz
DV 8300.
Weitere Infos
zum Yamaha RX-V 1300 finden Sie auch auf der Website von Yamaha.
Infos zu "Surround-Aufpolierern" finden Sie im Special Dolby
Surround, Dolby Pro Logic II, Logic 7, Circle Surround II, DTS Neo:6
...
Lesen Sie auch die wichtigsten Home-Cinema-Fachbegriffe
auf einer Seite und das HIFI-REGLER Home-Cinema-FAQ!
Alles Wissenswerte zu 6-Kanal-Formaten erfahren Sie im Special Dolby
Digital EX / DTS ES 6.1 und Mehrkanal-Musikfreunde sollten einen
Blick ins HIFI-REGLER Special DVD-Audio
werfen.
Zum Thema Heimkino-Receiver und -Fernseher empfehlen wir das Special
Receiver
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dem sei das Special zum Thema Lautsprecher
empfohlen. Wer DVD-Player einem Vergleichstest unterziehen will, dem
hilft das Special Vergleichstest
DVD-Player ...
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