Test: Yamaha RX-V1500
Test: Carsten Rampacher, AREADVD
- update: 02. Dezember 2004

Overview
Der Yamaha RX-V1400 war
zweifellos ein besonders gelungener AV-Receiver, der noch kurz vor seiner
Ablösung im AV-Receiver-Mastertest
brillieren konnte - nun ist der mit ? 849 gleich teure Nachfolger da: Der
Yamaha RX-V1500 soll die Erfolgsstory des Vorgängers fortführen.

Gewohnter Anblick: Yamaha
RX-V1500 in typischer Yamaha-Optik
Zweifelsohne ist auch der "Neue" wieder ein besonders opulent ausgestattetes
Gerät zum fairen Kaufpreis - eine Kombination, die schon dem Vorgänger
viele Kunden bescherte. Viel gab es auch am Konzept des Yamaha RX-V1400
nicht zu verbessern - Quelle manchen Ärgers war jedoch das relativ langsam
und relativ fehleranfällig arbeitende automatische Lautsprecher-Einmesssystem
YPAO (Yamaha Parametric Room Acoustic Optimizer). Bei uns im damaligen
Test war die Arbeit von YPAO zwar zunächst recht ordentlich - bei Testläufen
mit zwei weiteren Modellen jedoch stellte sich heraus, dass bei manchen
Lautsprechersystemen und räumlichen Bedingungen Probleme auftraten. Außerdem
hat die Konkurrenz in der Zwischenzeit nicht geschlafen und schnellere
sowie leistungsfähigere Systeme auf dem Markt eingeführt. Daher hat Yamaha
genau hier optimiert: Nur noch drei Minuten soll YPAO benötigen, um das
vorhandene Lautsprecherequipment einzupegeln, hinzu kommt eine bessere
Betriebssicherheit - später mehr dazu. Neu beim Yamaha
RX-V1500 hinzugekommen sind auch eine Multiroom-Unterstützung für
bis zu drei Hörzonen und der Night Listening Enhancer, der für eine nachbarnfreundliche
Lautstärkeanpassung in der tiefen Nacht sorgt. Die Multizone-Unterstützung
stellt in der Hauptzone 5.1-Mehrkanal-Klang zur Verfügung, während in
der Zone 2 auf Stereoklang zugegriffen werden kann ? wahlweise verstärkt
von zwei Endstufen im Yamaha RX-V1500,
die dann für die zweite Hörzone anstatt für den Back Surround-Betrieb
Verwendung finden. Für die Zone 3 bietet der Yamaha
RX-V 1500 zusätzlich eine getrennte Lautstärkeeinstellung und einen
eigenem IR-Empfänger-Anschluss. Yamaha wäre
nicht Yamaha, wenn nicht auch zusätzlich ein
Gläschen mehr Leistung eingeschenkt würde: Jede der eingebauten sieben
Endstufen hält (DIN-Messung, 1 kHz) stramme 180 Watt bereit, der Vorläufer
stellte gewiss nicht schwächliche 170 Watt pro Kanal zur Verfügung.
Verarbeitung
Die Verarbeitung des Yamaha
RX-V1500 ist sehr gut, anders sind wir es auch nicht von Yamaha-Geräten
gewohnt. Alle auf der Gerätefront vorhandenen Drehregler sind präzise
geführt, was den hochwertigen Gesamteindruck ebenso unterstützt wie die
massive Klappe, hinter der weniger häufig benötigte Bedienelemente beheimatet
sind. Die schön gestalteten, soliden Gerätestandfüße sind ein weiteres
Detail, welches wir positiv vermerkt haben. Die Geräterückseite gefällt
ebenfalls durch ihre akkurate Verarbeitung, die Anschlüsse sind exakt
eingepasst. Die mitgelieferte Fernbedienung ist für die Preisklasse qualitativ
völlig in Ordnung - übrigens ist sie nicht nur vorprogrammiert, sondern
auch lern- und makrofähig. Insgesamt sammelt der Yamaha
RX-V 1500 viele Punkte in dieser Disziplin, denn auch das große, für
Yamaha-Komponenten typische Punktmatrix-Display tanzt nicht aus der Reihe.

Hochwertig: Metallfrontplatte, solide Standfüße

Liegt gut in der Hand: Lautstärkedrehregler
Ausstattung
Die Ausstattung präsentiert sich Yamaha-gewohnt extrem reichhaltig, so
ist der RX-V1500 genauso wie der Vorgänger THX Select-zertifiziert und
bringt einen Decoder für THX Surround EX mit - somit eine starke Konkurrenz
zu den ebenfalls THX Select-lizensierten Kontrahenten Kenwood
KRF-X9080D und
Pioneer VSX-1014. Ansonsten sind alle gängigen
Decoder mit an Bord, also Dolby Digital 5.1 EX, DTS ES Matrix/Discrete
6.1, DTS Neo:6, DTS 96/24 und Dolby Pro Logic IIx. Selbstverständlich
verfügt der Yamaha RX-V 1500 auch
wieder über verschiedene Yamaha-eigene Cinema- und HiFi-DSP-Programme,
so dass man per DSP-Postprocessing noch besonders zu bestimmtem Quellmaterial
passende Programme heraussuchen kann - mehr dazu im nächsten Abschnitt. Die
Ausstattungsliste des Yamaha RX-V 1500
umfasst auch einen Videokonverter, der S-Videosignale auf Komponente sowie
FBAS-Signale auf S-Video und Komponente wandeln kann.
Löblicherweise hat Yamaha auch die Bandbreite der Komponenten-Ein-
und Ausgänge mit 60 MHz nicht zu knapp bemessen, so dass auch Progressive-
und HDTV-Signale ohne Auflösungsverluste
durchgeschliffen werden können. In diesem Zusammenhang auch erwähnenswert
ist die Audio Delay-Funktion, die dafür sorgt, dass Audio- und Bildsignal
synchron übertragen werden. Der Hintergrund: Oftmals entstehen durch die
zeitintensive Bearbeitung des Videosignals (z.B. De-Interlacing für Progressive-Betrieb)
Zeitlaufunterschiede, das Bild kommt dann - unpassend - später an als
der Ton. Mittels der Audio-Delay-Schaltung (0 bis 240 ms einstellbar)
kann dieses Manko kompensiert werden. Weiteres Yamaha-typisches
Ausstattungsmerkmal: Die "Dialog Lift"-Funktion, die für eine Anpassung
der Dialogwiedergabe an die Sitzposition des Hörers sorgt - in der Praxis
funktioniert dies prima. Wer besonders auf reinen, von DSP-Programmen
und sonstigen Filtern möglichst nicht beeinflussten Musikgenuss steht,
wird sich über die Pure Direct Funktion freuen, die Anzeige, Digitalschaltkreise
und Videofunktionen für einen direkten, unbeeinflussten Signalweg abschaltet.
Der Yamaha RX-V1500 verfügt wieder,
wie typisch für Yamaha AV-Receiver und
AV-Verstärker, über verschiedene DSP-Modi,
die wir später tabellarisch näher erläutern. Zunächst wollen wir, dem
Verständnis halber, die Grundlagen der Yamaha DSP-Technologie kurz schildern.
Yamahas DSP-Programme - die Grundlagen
Der Yamaha DSP Prozessor ist so aufgebaut, dass eine völlig unabhängige Verarbeitung
des vorderen Präsenzbereiches und des hinteren Surround-Soundfeldes ermöglicht
wird. Der Surroundbereich wird schon seit der Einführung der Cinema DSP
Technolgie 1990 (damals war Dolby Pro Logic der Mehrkanalstandard) mit
zwei unabhängigen Klangfeldern für den linken und den rechten Kanal nachbearbeitet.
Die Position der akustischen Effekte wird durch das dekodierte Eingangssignal
vorgegeben, der Dekoder selbst arbeitet mit unendlich großer Kanaltrennung
- in der Praxis jedoch ist ist die Kanaltrennung durch die nachfolgenden
analogen Baugruppen des AV-Receivers
(speziell zu nennen wäre die gemeinsame elektrische Masseverbindung) leicht
eingeschränkt.
Die Signalverarbeitung der einzelnen Kanäle durch den DSP Prozessor erzeugt
aus den bis zu Vollfrequenzkanälen bei Dolby Digital und DTS, die nach dem
Decodieren als relativ "punktförmige" Informationen zur Verfügung
stehen, ein geschlossenes Klangbild. Die Ausdehnung und die Intensität, mit
anderen Worten die Charakteristik des jeweiligen Klangbildes, variiert je nach
angewähltem DSP Programm. Die Wahl des entsprechenden DSP Programms sollte sich
nach dem vorliegenden Film- oder Musikmaterial richten, da nur beim optimalen
Zusammenspiel vom Ausgangsmaterial und der gewählten DSP Nachbearbeitungsart
eine optimale Performance erreicht werden kann. Wer mit dem DSP daneben liegt,
wird eine Klanggüte bekommen, die hörbar unter der "normalen" Dolby
Digital- oder DTS-Tonspur, also dem nicht nachbearbeiteten Soundtrack,
liegt.
Auf der Basis normaler Wiedergabearten wie Mono, Stereo, Dolby ProLogic
Surround, Dolby Digital 5.1 oder DTS 5.1 gestalten die Yamaha-Toningenieure
ihre eigenen Soundfelder. Jedes der Cinema-DSP-Programme ist vom Charakter
her verschieden, denn die auf realen Messungen beruhenden Daten, die dann
zu den verschiedenen vorkommenden Soundfeldern verarbeitet werden, unterscheiden
sich. Dies ist besonders hervorzuheben, denn aufgrund der Tatsache, dass
nicht einfach unterschiedliche Hall- und Reflexionsanteile am PC zu verschiedenen
DSP-Programmen zusammengemischt werden, ist die Qualität der Yamaha
DSP-Modi besonders hoch: Es liegen echte, existierende Räumlichkeiten
diesen DSP-Modi zugrunde, die von den Yamaha-Ingenieuren
exakt akustisch vermessen wurden.
Bei den Soundfeldern differenziert Yamaha zwischen
dem Presence-Soundfeld (das Soundfeld, welches sich vorne hinter den Lautsprechern
ausbreitet) und den linken und rechten Surround-Soundfeld, dem Back Surround-Soundfeld
sowie dem Nachhall. Die Presence- und Surround-/Back Surround-Soundfeld-Daten
zeigen sich in der Verteilung der virtuellen Klangquellen und der Echomuster.
Die unterschiedlichen Soundfeld-Typen werden mit komplexen Elementen wie
zum Beispiel der Energiebalance und den Signalmischverhältnissen verarbeitet.
Insgesamt ergibt sich so ein erstaunlich genau auf das Wahrnehmungsvermögen
der Zuhörer zugeschnittenes Soundfeld.
Das erklärte Ziel von Yamaha DSP ist, die
räumlichen und klanglichen Eigenschaften eines Kinosaals, einer Konzerthalle
oder eines Jazzclubs in einem möglichsten hohen Grad an Perfektion auf
die heimischen "vier Wände" zu übertragen, beziehungsweise die geringere
Anzahl der Lautsprecher zu Hause und die ungünstigeren räumlichen Bedingungen
bestmöglich zum kompensieren. Daher erzeugt der Yamaha
DSP Prozessor ein Klangfeld nach einem Reflexionsmuster, das laut Yamaha
dem eines Abhörstudios der Filmindustrie entspricht.
DSP-Programme richtig verstehen: Spezielle Aspekte und Grenzen
der Ton-Nachbearbeitung
- Um bei Dolby ProLogic-codiertem Tonmaterial die rechts-/links-Trennung im
Surroundbereich zu verbessern, stützt sich der dem Nachbearbeitungsvorgang
zu Grunde liegende Algorhythmus des Prozessors - anders als bei Dolby
Digital oder DTS - auch auf tonale Informationen aus den Stereokanälen.
Dies kann im Einzelfall zu dem Eindruck führen, dass die Kanaltrennung
vorn - hinten leicht eingeschränkt ist
- Um ein geschlossenes Klangfeld ohne störende Klanglöcher im
Heimkino-Raum zu erzeugen, werden Effektverläufe von vorn nach hinten oder
auch von hinten nach vorn von einem Kanal an den anderen "übergeben".
Speziell bei impulsartigen Signalen ist daher die hörbare Übernahme in den
Surroundbereich sachgerecht - denn, so argumentiert Yamaha, dieses Verhalten
entspricht genau dem in der realen Welt. Hier sollte eher der Vergleich zum
Kino als der zu "reinem", also nicht nachbearbeiteten Dolby
Digital gezogen werden. Auch die akustischen Eigenschaften des Hörraums
spielen - je nach dessen "Halligkeit" und/oder Hellhörigkeit
- in die Wahrnehmung solcher eben geschilderter Effekt hinein.
- Ein weiterer Einfluss entsteht durch die akustischen Eigenschaften des
gewählten DSP-Programms.
- Bei der Wiedergabe von Stereosignalen in einem der Movie Theatre-Programme
wird der Dolby ProLogic-Dekoder aktiviert. Durch die einfache Struktur
des Decoders wird dann das Differenzsignal L - R auf die Surroundkanäle
geführt, somit wird das DSP zusätzlich unterstützt. Da Yamaha
die Movie Theatre Programme für die Wiedergabe von Mehrkanalton entwickelt
hat hat, ist der Dolby ProLogic-Dekoder nicht abschaltbar und führt
daher zu den vorher genannten unerwünschten Effekten bei der Wiedergabe
von uncodiertem Stereomaterial. Da hilft dann nur die Wahl eins Programms
ohne den vorgeschalteten Dolby PL Dekoder.
Für Film/Videoquellen (Multikanal und Zweikanal):
- MUSIC VIDEO: Dieses Programm soll dem Sound eine enthusiastische
Live-Atmosphäre verleihen. Insgesamt ist dieses DSP-Programm, was sich laut
Yamaha für Rock- und Jazzmusik eignen soll, ordentlich gelungen. Wer gern
mit DSP-Modi experiminiert, kann dieses Programm besonders gut für manches
Rock- oder Pop-Livekonzert nutzen, wo der bühnenbetone Live-Charakter recht
gut zur Geltung kommt.
- ENTERTAINMENT: Game. Dieses Programm fügt Tiefe und Räumlichkeit zu den Sounds von Videospielen
hinzu. Für unseren Geschmack etwas dumpf.
- TV THEATER: Mono Movie. Dieses Programm dient für die monaurale Reproduktion von Videoquellen (wie zum Beispiel
alte Filme). Dieses Programm erzeugt den optimalen Nachhall, um die Klangtiefe zu erzeugen,
die nur in dem Presence-Soundfeld verwendet wird. In der Praxis ist leider
etwas zu viel Hall vorhanden, und die bei Monofilmen sowie schon sehr dumpfe
Wiedergabe erklingt zusätzlich leicht verzerrt. Klarer Tipp: Film lieber in
Original-Mono anschauen - ohne Nachbearbeitung.
- TV
THEATER: Variety/Sports Obwohl das Presence-Soundfeld (vorn) relativ
eng ist, verwendet das Surround-Soundfeld das Klangumfeld einer großen Konzerthalle.
Diese Effekt betont die Erfahrung beim Betrachten verschiedener TVProgramme
wie Nachrichten, Shows, Musikprogrammen oder Sportprogrammen.
- MOVIE
THEATER: Spectacle. CINEMA DSP Verarbeitung. Dieses Programm erstellt ein
extrem weites Soundfeld eines 70-mm Filmtheaters. Es reproduziert genau
den Quellensound in allen Einzelheiten, so dass das Soundfeld unglaublich
realistisch erscheinen. Dieses Programm ist ideal für jede Art von Videoquelle
geeignet, die mit Dolby Surround, Dolby Digital oder DTS codiert ist
(besonders groß angelegte Filmproduktionen) - was in der Yamaha-Bedienungsanleitung
sehr blumig klingt, entpuppt sich als DSP-Programm, das gewisse Parameter
- Basskraft bei der Effektdarstellung, Dynamik der Surround- und Back
Surround-Klangkulisse - mit beachtlichem Erfolg nachbearbeitet, indem
die Wirkung intensiviert wird. Bei Filmen wie "Twister", "Der Sturm"
oder "Jurassic Park" ist dieses Programm in seinem Element. Generell
sollte man bei groß angelegten Blockbustern mit hohem Effektanteil das
"Spectacle"-DSP unbedingt gegen den ebenfalls sehr guten "Adventure"-Modus
und gegen die THX Cinema-Einstellung hören, um das optimale Programm
zu ermitteln.
- MOVIE THEATER: Sci-Fi. CINEMA DSP Verarbeitung. Laut Yamaha
durch eine räumlich sehr weite Darstellung besonders gut für Science
Fiction-Filme geeignet. Die unendlichen Weiten des Weltraums, ferne
Galaxien, die Ruhe im weiten Raum - dies soll dargestellt werden. Bei "Galaxy
Quest" oder "Lost in Space" schlägt sich dieses Programm gar
nicht schlecht. Effekte werden mit hoher Klarheit wiedergegeben, aber mit
etwas weniger Nachdruck als bei "Spectacle". Nicht bei allen
Sci-Fi-Filmen klingt dieses DSP besser als andere Modi: Bei
"Independence Day" nehmen wir lieber "Spectacle", bei
den "Star Wars"-Filmen lieber den THX Cinema-Modus.
- MOVIE THEATER:Adventure. CINEMA DSP Verarbeitung. Sehr
gelungenes DSP-Programm, das besonders den Music Score sehr facettenreich
und mit weitem Raumgefühl umsetzt. Szenen, in denen einsame Reiter durch
die Prärie ziehen oder James Bond ("Der Spion, der mich liebte")
mit Barbara Bach durch die Wüste irrt, Sequenzen, in denen Unglaubliches
geschieht (Mumie Teil 2: Skorpionkönig geht mächtiges Bündnis ein, Oase
entsteht inmitten der unwirtlichen Wüste) - hier entfaltete dieses Programm
sein volles Aroma. Trotz der Yamaha-Beschreibung (für eine präzise Reproduktion des
Sounddesigns der neuesten 70-mm Filme) kann man dieses Programm auch
problemlos für etwas ältere Produktionen verwenden. Sehr gute, räumlich
effektive Effektwiedergabe.
- MOVIE THEATER: General. CINEMA DSP Verarbeitung. Hier kann
man auch gleich in der Ursprungsform in Dolby Digital oder DTS hören
- dieses DSP bringt praktisch gar keinen Effekt und ist unserer Ansicht nach
relativ überflüssig.
Für Musikquellen
- CONCERT HALL HiFi DSP Verarbeitung. Eine klassische, hufeisenförmige Konzerthalle mit etwa 1.700 Sitzen.
Säulen und Ornamente generieren extrem komplexe Reflexionen, die zu einem sehr vollen,
reichen Sound führen. Vorsicht: Auf das Quellmaterial achten - nicht
einfach jede CD mit klassischen Konzerten verwenden, sondern sich
informieren, ob die Halle, in der aufgenommen wurde, mit jeder, die dem DSP
zugrunde liegt, zumindest in etwa übereinstimmt (etwas Fachwissen
erforderlich).
- JAZZ CLUB HiFi DSP Verarbeitung. Dies ist das Soundfeld vor der Bühne des berühmten Jazzclubs ?The
Bottom Line? in New York. Der Raum bietet Sitze für 300 Personen an der linken und rechten
Seite eines Soundfeldes, das einen direkten, lebhaften Sound bietet.
- ROCK CONCERT HiFi DSP Verarbeitung. Das ideale Programm für lebendige, dynamische Rockmusik. Die
Daten für dieses Programm wurden in einem bekannten Rock-Club in Los Angeles
aufgezeichnet. Der virtuelle Sitz des Zuhörers befindet sich in der Mitte links der Halle.
Für manche Rock-CD oder DVD ein ordentliches, weil sehr
"fetziges" Programm. Höhenbrillanz ist nur
durchschnittlich.
- ENTERTAINMENT: Disco. HiFi DSP Verarbeitung. Dieses Programm erzeugt das akustische Umfeld einer
größeren Disco. Der Sound ist dicht und stark konzentriert, in der Praxis
muss man in Bezug auf die Hallcharakteristik etwas aufpassen, es hängt vom
Hörraum ab (ob dieser akustisch eher lebendig oder eher tot ist), ob das
Disco-DSP eine gute Alternative zum normalen Betrieb ist.
Wer etwas mehr Einblick in die Materie hat, kann die DSP-Programme auch noch
individuell nachbearbeiten:
- DSP-Pegel: Dieser Parameter stellt die Pegel aller DSP-Effektklänge
innerhalb eines engen Bereiches ein. In Abhängigkeit von der
Hörraumgröße und der Akustik des Hörraums kann man die Intensität des
DSP-Effekts maßvoll anpassen. Regelbereich -6 dB bis +3 dB.
- INIT.DLY (Initial Delay = Anfängliche Verzögerung): Mit dieser Funktion
kann der wahrgenommene Abstand vom Quellensound verändert werden: Die Verzögerung
zwischen dem direkten Klangbild und der ersten wahrgenommenen Reflektion
kann hier in einem Steuerungsbereich von 1 bis 99 Millisekunden eingestellt
werden. Je kleiner der Wert ist, umso näher scheint der Quellenklang
akustisch am Hörer zu liegen, bei einem großen Wert entfernt sich der
Quellenklang akustisch weiter. Ein kleiner Wert ist für einen kleinen Hörraum,
ein großer für einen großen Hörraum zu empfehlen
- ROOM SIZE: Dieser Parameter stellt die wahrnehmbare Größe des
Surround-Soundfeldes ein. Je größer der Wert, umso größer wird das
Surround-Soundfeld. Einstellbereich: 0,1 bis 2,0. Da der Klang wiederholt in
einem Raum reflektiert wird, kommt es mit zunehmender Größe der Halle
dazu, dass die Zeit zwischen dem ursprünglich reflektierten Sound und den
nachfolgenden Reflexionen zunimmt. Durch die Möglichkeit der Steuerung der
Zeit zwischen den reflektierten Sounds kann man die wahrnehmbare Größe des
virtuellen Saales ändern. Wenn der Parameter von 1 auf zwei verdoppelt
wird, verdoppelt sich die wahrzunehmende Länge des Raumes
- LIVENESS (Lebendigkeit): Dieses Tool stellt das Reflexionsvermögen der
virtuellen Wände in der Halle ein, indem die Abklingrate der frühzeitigen
Reflexionen geändert wird. Einstellbereich 0 bis 10. Einsatzbereich dieser
Funktion: Da die frühzeitigen Reflexionen einer Klangquelle in einem Raum
mit hoher Akustikabsorbation viel schneller abklingen als in einem Raum mit
stark reflektierenden Wänden, kann mit dem LIVENESS-Parameter die
Abklingrate der frühzeitigen Reflexionen von einem "toten"
Raum (Raum mit hoher Absorbationsrate) zu einem "lebendigen Raum (Raum
mit stark reflektierenden Wänden) verändert werden
- S.INIT.DELAY: Anfängliche Surround-Verzögerung, Regelbereich 1 - 49 ms.
Einstellung der Verzögerung zwischen dem direkten Klang und der ersten
Reflexion auf der Surround-Seite des Klangfeldes
- S.
ROOM SIZE (Surround-Raumgröße). Funktion: Dieser Parameter stellt die anscheinende
Größe des Surround-Soundfeldes ein.Regelbereich: 0,1 ? 2,0
- S.LIVENESS (Surround-Lebendigkeit): Einstellmöglichkeit von 0 bis 10 für
das wahrnehmbare Reflexionsvermögen der virtuellen Wände im
Surround-Soundfeld. Je größer der Wert, umso reflektierender werden die Wände
des Surround-Soundfeldes
- SB.INIT.DELAY: Anfängliche Back Surround-Verzögerung, Regelbereich 1 - 49 ms.
Einstellung der Verzögerung zwischen dem direkten Klang und der ersten
Reflexion auf der Back Surround-Seite des Klangfeldes
- SB ROOM SIZE: Dieser Parameter stellt die wahrgenommene Größe des Back Surround-Soundfeldes ein (Regelbereich 0,1 - 2,0)
- SB.LIVENESS: (Back Surround-Lebendigkeit): Einstellmöglichkeit von 0 bis 10 für
das wahrnehmbare Reflexionsvermögen der virtuellen Wände im Back
Surround-Soundfeld. Je größer der Wert, umso reflektierender werden die Wände
des Back Surround-Soundfeldes
- REV.TIME (Reverbation Time = Widerhallzeit): Stellt die Zeitspanne
ein, die für das Abklingen des dichten, nachfolgenden Widerhall-Sounds um
60dB (bei 1 kHz) benötigt wird. Folge: Die wahrnehmbare Größe des
akustischen Umfeldes wird über einen sehr weiten Bereich geändert.
Einstellbereich: 1,0 bis 5,0 Sekunden. Empfehlung: Bei "toten"
Signalquellen und/oder Hörräumen längere Widerhallzeit, bei
"lebendigen" Signalfelder und/oder Hörräumen eine kürzere, denn
zuviel Widerhall sorgt genauso für eine unnatürliche Klangkulisse wie
zuviel. Hier sollte man zunächst genauere Untersuchungen über die
akustischen Eigenschaften des Hörraums anstellen. (Material der Wände?
Wenig/viele Möbel? Teppichboden oder Parkett? usw.)
- REV.DELAY (Reverbation Delay = Widerhallverzögerung): Einstellmöglichkeit
von 0 bis 250 Millisekunden für die Zeitdifferenz zwischen dem Beginn des
direkten Klangs und dem Beginn des Widerhalls. Je größer der Wert, umso später
beginnt der Wid erhall.EinspätererBeginndesWiderhallserzeugtein
Klangfeld, das den Eindruck vermittelt, in einem größeren akustischen
Umfeld zu sein. Vorsicht bei der Einstellung: Wer es zu gut meint, erreicht
nur einen unnatürlichen Klangeindruck, der weder zum Hörraum noch zum
wiedergegebenen Material passt.
- REV.LEVEL (Reverbation Level = Widerhallpegel): Stellt die Lautstärke des
Widerhalls ein (0 bis 100 %), je höher der Wert, umso lauter der Widerhall
- Bei 8-Kanal-Stereo Möglichkeit für Pegeleinstellung für jeden einzelnen
Lautsprecher
- DIALG.LIFT: Dieser Parameter stellt die Höhen der Sounds der Front- und
Centerkanäle ein, indem einige Elemente der Front- und Center-Kanäle den
Presence-Lautsprechern (= vorderen Lautsprechern) zugeordnet werden. Je
größer der Wert (Wahlmöglichkeiten 0/1/2/3/4/5, anfängliche Einstellung
ist "3") ist, umso höher ist die Position des Klanges der Front-
und Centerkanäle.
Insgesamt ist der Yamaha RX-V1500 extrem
reichhaltig ausgestattet - ohne Zweifel gebührt ihm dafür die Höchstpunktzahl.
Bewertung      
Anschlüsse

Kontaktfreudig: Front AV-Eingang mit S-Video-Beschaltung und
optischem Digitaleingang
Die Anschlussbestückung ist reichhaltig, vorhanden sind neben
acht digitalen Eingängen auch ein 6/8-Kanal-Eingang, ein
7.1-Vorverstärkerausgang und eine RS232-Schnittstelle für
Haussteuerungssysteme. Auf der Gerätefront wartet ein komplett bestückter
AV-Eingang auf Bild- und Tonsignale mobiler externer Zuspieler. Fazit:
Üppige und sinnvolle Anschlussausstattung.
Bewertung      
Bedienung

"Präzisionsarbeiter": Messmikrophon für die
automatische Einpegelung der Lautsprecher
Zu bedienen ist der Yamaha RX-V 1500
einfach - wesentlichen Anteil daran hat YPAO. Auch, wenn sehr versierte
Anwender oftmals nicht hundertprozentig von einem Auto Room Setup nebst
Room EQ zu überzeugen sind und lieber selber Hand anlegen, so kann ein
solches Feature doch dem weniger technisch bewanderten Neueinsteiger ebenso
helfen wie demjenigen, der noch nicht komplett zueinander gehörige Lautsprecher
einsetzt - YPAO berücksichtigt auch die Parameter der jeweils angeschlossenen
Box und kann, im Dienste eines ausgeglichenen Klangbilds, prinzipiell
durch die unterschiedliche Ausführung der einzelnen Boxen vorhandene akustische
Differenzen bis zu einem gewissen Grad bereinigen. Auch, wenn man einen
akustisch etwas schwierigen Hörraum hat, kann YPAO unter Umständen für
einen gefälligeren Klang sorgen. Im Vergleich zur vorherigen, ersten
YPAO-Generation ist das weiter entwickelte System kaum wiederzuerkennen,
so schnell und zuverlässig arbeitet es jetzt. Tatsächlich waren die Lautsprecher
im Test (3 Probeläufe) wirklich nach jeweils rund 3 Minuten eingepegelt
- und, was uns überraschte: Trotz der drastischen Geschwindigkeitssteigerung
hat auch die Qualität des Resultats deutlich zugenommen. Besonders bemerkbar
hat sich dies in unseren Test-Läufen bei der Subwoofer-Einpegelung gemacht.
Neigte YPAO 1 - übrigens genauso wie andere automatisierte Einpegelungs-
und Einmesssysteme - noch zu einer unpassend-unterbetonten Einpegelung
des aktiven Basslautsprechers, so macht YPAO 2 diesen Fehler nicht mehr:
Die Werte wirken vertrauenserweckend, der Bass kam satt und präzise -
großes Lob, so gut wie YPAO 2 pegelt zur Zeit kein anderes System den
Subwoofer ein.

Übersichtlich, hochwertig, gelungen: So stellen wir uns eine
tadellose Fernbedienung vor!

Großflächig: Das von der Farbgebung her angenehme
DOT-Matrix-Display
Doch auch abgesehen von YPAO ist die Bedienung des Yamaha
RX-V 1500 sehr einfach. Mittels des On Screen Displays sind die Grundeinstellungen
schnell erledigt. Ein kleines Hindernis bei der Zuweisung der Video- und
der digitalen Audio-Verbindungen sind nur die Abkürzungen, die teilweise
nicht allzu verständlich sind. Ansonsten herrscht eitel Sonnenschein,
die klare, leicht zu durchschauende Menüstruktur erweist sich als im höchsten
Maße praktisch. Die mitgelieferte Fernbedienung ist ebenfalls gut gelungen.
Sie ist übersichtlich, liegt gut in der Hand und zeigt auf dem kleinen
LC-Display immer die gerade aktive Funktionsebene an. Auch die Reichweite
und der Druckpunkt der einzelnen Funktionstasten sind absolut in Ordnung.
Durch die sehr angenehme Farbgebung und den sehr guten Kontrast besticht
das bestens ablesbare, großflächige Punktmatrixdisplay, bereits seit Generationen
typisches Yamaha-Merkmal. Alle Bedienelemente
am Yamaha RX-V 1500 selber - auch
die kleineren unter der Frontklappe - sind einfach zu handhaben.
Bewertung:      
Klang

Always in Motion: Der RX-V1500 im Testbetrieb
Filmton
Exzellente Ausstattung, sehr gute Verarbeitung und einfache Bedienung
- fehlt nur noch ein brillanter Klang. Und, wie wir bereits erwartet haben,
enttäuschte uns der Yamaha RX-V1500
auch hier nicht. Seine akustische Auslegung hat sich im Vergleich zur
letzten Generation aber etwas verändert. Immer noch packt der Yamaha
RX-V 1500 bei Bedarf kräftig zu, aber dieses Warten auf die großen
Effekte, so dass man dann mit unerhörter Wucht zuschlagen kann, ist nicht
mehr so stark ausgeprägt. Insgesamt drückt der Yamaha
RX-V 1500 weniger wuchtig alle Arten von Effekten durch den Hörraum
als der Pioneer VSX-1014, der bei
großen Effektsalven extrem kraftvoll und dynamisch reagiert. Der Yamaha
RX-V1500 ist im Vergleich zum Vorgänger und auch zum Pioneer
VSX1014 mehr auf Natürlichkeit ausgelegt und dokumentiert dies auch
durch eine sehr fein gezeichnete Wiedergabe z.B. bei Ambient-Surroundeffekten
und bei der Darstellung des Music Score. Der Yamaha
RX-V1500 schafft es auf diese Art und Weise, viel Atmosphäre zu erzeugen
und dem Auditorium den Eintritt in ein facettenreiches und vielschichtiges
Klangpanorama zu ermöglichen.
Wie sieht es beim Pioneer aus? Der Pioneer
VSX-1014 schafft einen für diese Preisklasse beeindruckenden Spagat
zwischen dem eindrucksvollen Aufbau spannungsgeladener Szenen und der
"Entladung" dieser Spannung in den entsprechenden Actionsequenzen. In
dieser Disziplin kann man dem Pioneer nichts mehr vormachen, hier ist
er momentan einzigartig in seiner Preisklasse. Das Aufbauen dichtester
Spannung, der direkte Vermitteln von der dann hereinbrechenden Effektgewalt
- das gelingt dem Pioneev VSX1014
vorzüglich. Der Yamaha RX-V 1500
ist mehr der "Abenteurer": Große, weite Landschaften, einsame Märsche,
der pfeifende Wind, Kamelritte durch die Wüste, untermalt von Umgebungsgeräuschen
und dem Music Score - hier schlägt seine ganz große Stunde. Filme wie
"Asterix und Obelix", "Gladiator" und die beiden Teile der "Mumie" entfalten
dann eine besondere Wirkung. Gerade die beiden "Mumie"-Teile beziehen
ihren Reiz dann nicht mehr nur aus den bombastischen Effekten und der
Spannung davor, sondern auch aus anderen Sequenzen wie z.B. dem Kamelmarsch
durch die Wüste (Teil 1) oder der Ballonfahrt (Teil 2). Als Cleopatras
Architekt hilfesuchend-einsam durch den harten gallischen Winter irrt,
fängt der Yamaha RX-V 1500 dieses
akustische Panorama praktisch ungefiltert ein. Der eindrucksvolle, vielschichtig-imposante
Soundtrack von "Gladiator" wirkt, vom Yamaha
RX-V 1500 vorgetragen, akustisch sehr tiefgehend und facettenreich
gestaffelt. Im THX-Modus klingt der Yamaha
RX-V 1500 sehr klar und aufgeräumt, der Hochtonbereich ist gut aufgebaut,
nie zu dumpf und immer höchst gefällig - Konkurrenz bekommt die THX-Betriebsart
aber gerade bei den eben genannten Filmen vom ausgezeichneten Yamaha "Adventure"-
Cinema-DSP-Programm, das akustisch ganz vorzüglich zum Yamaha
RX-V 1500 passt und gerade dieses Gefühl sensibel vorgetragener räumlicher
Weite passend unterstützt. Auch der sehr feinfühlig und exakt modellierte
Music Score kommt hier besonders gut zum Ausdruck.
Bei "Die Welt ist nicht genug" gefällt der Yamaha
RX-V 1500 ebenfalls mit seinem homogenen und sehr dichten Klangbild.
Im direkten Vergleich wirkt der Pioneer
VSX-D 1014 noch eine Idee dynamischer, dafür schafft der Yamaha ein
noch intensiveres Raumgefühl und eine besonders präzise Tiefenstaffelung
der Front-Klangkulisse. Der 007-Film gefiel uns im THX-Betriebsmodus besonders
gut, da auch bei hohen Lautstärken noch ein nicht zu spitzer, sondern
erstaunlich klarer Sound zu hören war. Die Schüsse bei der Schießerei
unter Tage (Bond hatte sich als "falscher" Wissenschaftler eingeschlichen
und trifft auf Renard) klingen sehr realistisch, auch Einzelheiten gibt
der Yamaha RX-V 1500 sehr passend
wieder. Bei "Harry Potter und der Gefangene von Askaban" schlägt sich
wiederum der "Adventure"-DSP-Modus am besten, weil der sehr imposante
Music Score, der den Film zu einem beträchtlichen Teil trägt, hier mit
hervorragender Fülle und mit einer überzeugenden räumlichen Weite vorgetragen
wird. Der Bassbereich des Yamaha präsentiert sich sehr gut strukturiert
und tritt, wenn eine entsprechende Sequenz kommt (z.B. erster Auftritt
der Dementoren im Park in der Nähe des Dursley-Hauses, zweiter Auftritt
der Dementoren im Zug nach Hogwards) auch mit entsprechendem Nachdruck
an.
Der Yamaha RX-V1500 ist trotzdem
insgesamt etwas "zahmer" ausgelegt als der Pioneer
VSX-D 1014, der mit noch etwas mehr Wucht dienen kann. Diese Feststellung
soll aber nicht als Kritik am Yamaha
RX-V 1500 verstanden sein, denn es ist Ansichtssache, welche Auslegung
man bevorzugt. Beide Geräte, Yamaha
RX-V 1500 und Pioneer VSX-D 1014,
würden sich auch in der 1.000,00 ?-Liga sehr gut machen - mit Ausnahme
des Onkyo TX-SR702E, den man aufgrund
seines Leistungsprofils eher der 1.500,00 ?-Klasse zuordnen würde,
könnten sowohl Yamaha als auch Pioneer
an der Klassenspitze mitspielen. Dies zeigt ein Vergleich mit dem sehr
guten Denon AVR-2805, der sich
bei der Filmtonwiedergabe nicht gegen Pioneer
und Yamaha durchsetzen kann: Der Yamaha
RX-V1500 begeistert sogar mit noch besserer Räumlichkeit und höherer
Flexibilität aufgrund seiner verschiedenen DSP-Modi, der Pioneer
VSX1014 übertrifft den Denon AVR2805
mit noch besserer Dynamik und extrem kraftvollem Bass. Nicht, dass diese
Aussagen falsch verstanden werden: Nach wie vor ist der Denon
AVR-2805 ein tadelloser AV-Receiver,
zu seiner Markteinführung hat er neue Akzente gesetzt. Aber: Die Entwicklung
sowohl der AV-Receiver als auch der Preise
schreitet mit großem Tempo voran, und Pioneer
und Yamaha haben mit ihren im Vergleich zum
Denon neueren Produkten schon wieder akustische Fortschritte erzielen
können. Auch im Vergleich mit dem gerade ausgelaufenenPioneer und Yamaha.
Dies muss nicht grundsätzlich so sein - das Neuere ist nicht automatisch
das Bessere. Aber sowohl Pioneer als auch
Yamaha haben konsequent optimiert und liegen
daher momentan vorn, was sich auch wieder ändern kann - Denon
ruht bestimmt nicht, bis 2005 wieder ein neuer AV-Receiver
der Konkurrenz das Fürchten lehrt. Fazit: "Filmtonmeister" bleibt der
Pioneer VSX-D1014, denn er bringt
die meiste Faszination. Gleich dahinter folgt der Yamaha
RX-V 1500.
Pegelfestigkeit
Die Pegelfestigkeit des Yamaha RX-V
1500 ist tadellos, und auch ohne zusätzlichen aktiven Subwoofer kann
man den AV-Receiver ohne Probleme betreiben.
Selbst in Hörräumen um die 35 Quadratmeter liefert der Yamaha noch eine
überzeugende Performance - nie wirkt er unterdimensioniert , sondern gefällt
auch nach mehrstündiger Dauerhatz noch mt klarem, natürlichen Klang. Der
Yamaha bietet somit wie schon der Vorgänger eine Pegelfestigkeit, die
deutlich macht, welches Niveau heute schon bezahlbare Geräte unter praxisnahen
Bedingungen erreichen. Ist der Hörraum noch größer und erreicht Größen
um die 40 Quadratmeter, kann sich der in Bezug auf seine Leistungsfähigkeit
exzellente Pioneer VSX-D 1014 knapp
durchsetzen - mit diesem AV-Receiver
ist Pioneer ohne Zweifel eine besonders großer
Wurf gelungen. Der Yamaha RX-V1500
allerdings wird keinesfalls vom Pioneer
VSX-1014 deklassiert, sondern heftet sich hartnäckig an die Versen
des Pioneer VSX-D 1014, ohne jedoch
genau das identische Niveau zu erreichen - immer bleibt ein kleiner, aber
bei hohen Pegeln in extensiven Lokalitäten heraushörbarer Unterschied
bestehen. Der Pioneer VSX-D1014
tritt dann noch dynamischer an und strahlt durch den extrem vollen Bass,
der noch nicht einmal leicht unsauber wird, ein besonders hohes Maß an
Souveränität aus. Insgesamt bietet der Yamaha
RX-V1500 Leistungsreserven, die für die meisten Multichannel-Liebhaber
mehr als ausreichen dürften.
Mehrkanal-Musik
Absolut begeisternd gibt der Yamaha
RX-V 1500 die DTS 96/24-DVD "Brasilian Bossa" wieder. Beim Titel "Batida
Differente" zeigt sich, dass Yamaha, was die
stimmige Einarbeitung des Pianos angeht, nach wie vor ein besonders glückliches
Händchen hat: So dynamisch, klar und authentisch klingt es bei keinem
Konkurrenten. Da ist einfach mehr Schwung drin, mehr Charme - bei dieser
DVD legt unser Test-Kandidat richtig los und offeriert auch bei den elektrischen
und akustischen Gitarren (Titel: "Wave") viel Fingerspitzengefühl. Auf
ein zusätzliches DSP sollte man bei dieser qualitativ ausgezeichneten
Aufnahme besser verzichten, da dann auch die ausgewogene akustische Balance
sowie das natürliche Gefühl plastischer Räumlichkeit leidet. "Naturbelassen"
hören sich die interessanten Stücke am besten an - der Yamaha
RX-V 1500 beweist hier mit seiner präzisen Tiefenstaffelung und der
lebendigen Gesamtdarstellung viel Talent. Auch bei Ludwig van Beethovens
wunderschöner "Pastorale" zieht der Yamaha
RX-V1500 alle Register: Musikalisch ist er in seiner Preisklasse die
Nummer 1 und egalisiert damit den Vorsprung des Pioneer
VSX-D1014, den sich dieser in der Filmton-Bewertung erarbeitet hatte.
Er spielt im Hochtonbereich frei auf, betont Nuancen mit ausgezeichneter
Akzentuierung und begeistert mit seiner hohen akustischen Strahlkraft.
Auch die verschiedenen Dynamiksprünge meistert der Yamaha gelassen und
bringt den Einsatz des gesamten Orchesters mit dem richtigen Nachdruck
zur Geltung. Sehr schön modelliert unser Testkandidat die Streicher heraus,
verleiht ihnen Brillanz, ohne Aggressivität beizumengen. Für preisbewusste
Klassik-Liebhaber ist der Yamaha RX-V
1500 eine echte Empfehlung - aber wie sieht es für die Fans effekt-
und bassstarker Dance- und Trance-Musik aus? Auch hier, bei unseren verschiedenen
5.1 Dolby Digital-Test-DVDs, beweist der Yamaha mit seiner räumlich weiten
Darstellung und dem gut aufgebauten Bass Talent, muss aber den Pioneer
VSX-D1014 im Direktvergleich ziehen lassen: Der Pioneer profitiert
hier von seinen erstklassigen Dynamikwerten, im Bassbereich bietet er
noch mehr Druck und Volumen. Diese Glanzleistung des Pioneer
VSX-1014 kann aber nichts daran ändern, dass insgesamt der Yamaha
RX-V 1500 bei Multichannel-Musik die Nase vorn hat.
Surround-Aufpolierer
Der Yamaha RX-V1500 bringt DTS Neo:6
und Dolby Pro Logic IIx
mit, und wir sprechen in diesem Fall eine Empfehlung für PLIIx aus. Sowohl
im Film- als auch im Musikeinsatz hat Dolbys Aufpolierer mehr akustische
Tiefe und insgesamt mehr Substanz zu bieten, was auch damit zusammen hängt,
dass Yamahas Pro Logic II- und Pro Logic IIx-Integrationen schon beinahe
traditionell zu den besten des gesamten Marktes gehören. Der Bassbereich
ist einerseits angenehm straff und nicht so schwammig wie bei manch anderer
Integration, andererseits bringt er aber auch genug Fundament mit, so
dass die Darbietung nicht zu schlank klingt. DTS Neo:6 wirkt im Hörvergleich
nicht so komplett, insgesamt schlanker und weniger stimmig in Bezug auf
die Übergänge, insbesondere vom unteren Mitten- in den oberen Bassbereich.
Bei der Filmtonwiedergabe bietet Neo:6 zwar eine dynamische Surroundkulisse,
diese Fülligkeit, die PLIIx bereit stellt, wird aber nicht aufgeboten.
Stereobetrieb
Im Stereobetrieb erbringt der Yamaha
RX-V1500 tadellose Leistungen, dies zeigt, dass man bei Yamaha einer
gelungenen Stereowiedergabe eine hohe Priorität einräumt. Der Yamaha
RX-V1500 baut klar auf, bietet einen sauber angestuften, frisch und
gleichzeitig homogen klingenden Hochtonbereich und ein solides tieffrequentes
Fundament. Er ist nicht ganz so dynamisch wie der Pioneer
VSX-D1014 ausgelegt, der fast schon "fetzig" klingt, dafür agiert
der Yamaha RX-V 1500 sensibler
und schafft eine erstaunlich tiefgründige Kulisse mit gut definierter
virtueller Bühne. Mit diesen Wiedergabeprioritäten eignet sich der extrem
ausgewogene RX-V1500 für praktisch alle Musikarten, ganz gleich ob Klassik,
Pop oder Jazz - immer hinterlässt der Yamaha im Stereobetrieb einen glänzenden
Eindruck.
Bewertung Pegelfestigkeit      
Bewertung Klang Film      
Bewertung Klang Mehrkanal-Musik      
Bewertung Klang Surround-Aufpolierer      
Bewertung Klang Stereo      
Fazit
Wie bereits der Vorgänger präsentiert sich auch der Yamaha
RX-V1500 als rundherum gelungener, klang- und ausstattungsstarker
AV-Receiver mit gediegener Verarbeitung.
Er leistet sich nirgendwo eine Schwäche, sondern begeistert durch Ausgewogenheit
auf Spitzenniveau. Besonders überzeugt hat uns die Mehrkanal-Musikwiedergabe,
wo der Yamaha mit viel Feingefühl und einer überragenden räumlichen Darstellung
an die Spitze seiner Klasse strebt. Hier kann ihn momentan niemand schlagen,
bei der Filmtonwiedergabe muss er sich hingegen hinter dem Pioneer
VSX-D1014 einordnen, der auch bei der Pegelfestigkeit vorn bleibt.
Praktisch perfekt ist der Ausstattungsumfang, Yamaha
bietet hier extrem viel fürs Geld. Zu bedienen ist der Yamaha
RX-V1500 auch einfach, so dass man bilanzierend sagen kann, dass
der Yamaha RX-V 1500 die Erfolgsstory
des Vorläufers weiter schreiben wird - das gelungene Konzept wurde beibehalten,
in verschiedenen Punkten haben die Yamaha-Experten
wirkungsvoll optimiert.
Typisch Yamaha: Der Yamaha
RX-V1500 überzeugt durch sein stimmiges Gesamtkonzept
Gesamturteil:

Obere Mittelklasse
Test 02.12 2004
Preis-/Leistungsverhältnis:      
Pro:
- Überragender Mehrkanal-Musikklang
- Filmtonwiedergabe mit exzellenter Räumlichkeit
- Hervorragend auflösender Hochtonbereich
- Präziser, gefälliger Bass
- Wirkungsvolle DSP-Modi mit vielfältigen Nachbearbeitungsmöglichkeiten
- Prima Stereoklang
- Erstklassige Ausstattung
- Tadelloses Bedienkonzept
- Hochwertige Verarbeitung
Contra:
- Wie beim Yamaha RX-V1400: Keine ernsthaften Mängel feststellbar
Technische Daten
- A/V-Receiver Yamaha RX-V1500
- Leistung: : 7 x 180 Watt pro Kanal/6 Ohm
-
Ausstattung:
THX Select-Zertifikat, Decoder für: THX Surround EX, Dolby Digital EX, dts
ES Matrix/Discrete 6.1, dts 96/24, Pro Logic IIx, dts Neo:6, 192 kHz/24-Bit
D/A-Wandler, automatisches Einmesssystem YPAO, 14 DSP-Modi, Yamaha Silent
Cinema, Audio Delay, Night Listening Mode, Videonormwandler, RDS-Tuner,
Lautsprecherumschaltung A + B, Fernbedienung vorprogrammiert und lernfähig
- Eingänge Audio: 6/8-Kanal-Eingang, 8 x Digital (5 x optisch, 3 x koaxial), 7 AV-Eingänge, Phonoeingang
- Eingänge Video: 2 x YUV, 7 x AV (S-Video/Composite)
- Ausgänge Audio: 2 x digital optisch, 7.1 Preout, 2 AV-Ausgänge, 2 x Audioausgang analog
- Ausgänge Video: YUV, 2x AV (S-Video/Composite)
- Sonstige Anschlüsse: RS232-Schnittstelle
- Maße (H x B x T) 435 x 171 x 434 mm
- Gewicht: 15,5 kg
- erhältl. Farbe: Titan, Schwarz
Verantwortlich für den Inhalt: Detlev Schnick, © Copyright 2004 HIFI-REGLER, AREADVD
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